Outcome – (mehr als) 10 Jahre später…

oder heute sagt man ja, ten years later. Anglizissmen verwende ich ungern. Deshalb bleibe ich bei dem deutschen Titel.
Es kommen inzwischen viele Fälle mit 10 Jahren Recalls in meiner Praxis zusammen. Auf Grund der Umstellung unseres Recallsystems wird es dies in Zukunft deutlich weniger geben.

Deswegen möchte ich jetzt die Fälle nutzen und im 10 Jahresverlauf vorstellen. Heute wieder ein Fall aus der Reihe Outcome.
Dieser 35 wurde von uns 2010 behandelt. Der Patient kam zum Recall und dies ließ einen optimalen Heilungsverlauf erwarten. Nun nach mehr als 10 Jahren wurde der Patient wegen einem anderen Zahn vorstellig. Wir nutzen die Chance und haben 35 kontrolliert.

Klinisch war kein Lockerungsgrad erkennbar, die Krone zeigte Spuren von Attrittion.
35 ist seit der Behandlung völlig symptomfrei.

Im Röntgenbild stellte sich distal ein Verbreiterung des Desmodontalspaltes dar. Dies zeigte sich bereits auf dem Ausgangsröntgenbild. Im 12 Jahrerecall könnte man eine geringe Verbreiterung vermuten.
Der Zahn 36 wurde vor mehr als 5 Jahren entfernt. Es wurde kein ZE angefertigt.
Dir funktionelle Belastung erscheint uns keine Ursache für die röntgenlogische Pathologie zu sein. Wir vermuten einen Artefakt. Ein DVT würde sicher Klarheit bringen. Dem war der Patient abgeneigt.

Wir haben dem Patienten zu einer entsprechenden funktionellen Kontrolle und ggf. Erweiterung der Stützzonen durch ein Implantat und weitere Röntgenkontrollen des Zahnes 35 in 2-jahresabständen geraten.

10 Jahres Recall – Eine Geschichte aus dem Endozän

Häufig sehen wir Patienten nach einem langen Zeitraum wieder.

Sie erinnerten sich noch an die Behandlung und haben den wurzelkanalbehandelten Zahn seither ohne Probleme in Benutzung.

Dieser Fall war etwas speziell, da der Verlust an Zahnsubstanz und die Restauration ungewöhnlich waren. Neben einer Keramikteilkrone, Kunststoffüllung imponierte ein Goldinlay und die apikale Parodontitis.
Nach der Entfernung der Goldrestaurationen habe ich die Erhaltung des Zahnes als langfristig wenig erfolgversprechend dargestellt. Trotzdem wollte sie den Erhaltungsversuch. Die empfohlene chirurgische Kronenverlängerung sollte durch den HZA (PA Tätigkeitsschwerpunkt) erfolgen.
Und nun war sie wieder da, mit einem anderen Zahn.
Wir nutzen die Gelegenheit und konnten ein 10 Jahresrecallbild machen.
Und freudig schaute sie auf das Bild. Toll geheilt. Sie ist Ärztin und sah den Rückgang der apikalen Veränderung. Was sie nicht sah, war die distale Problematik. Erhöhte Sondierungstiefen, Konkremente und ein Leckage der prothetischen Restauration. Mal sehen was nun wird.
Die Patientin sah es gelassen, es hat ja bis jetzt super funktioniert…

Zufallsrecall nach mehr als 10 Jahren

von Ostidald Wucker

Im Zahn 44 steckte ein Instrumentenfragment und es bestanden akute Beschwerden.
Das Röntgenbild zeigte eine P. apicalis und ein Instrumentenfragment am Zahn 44.

Der Patient hatte sich an uns gewandt mit der Bitte um Hilfe. Wir waren gerade in unsere mikroendodontische Kinderschuhe geschlüpft. Derartige Fälle lagen zu diesem Zeitpunkt außerhalb unserer Kompetenz.

Wir hatten auf Fortbildungen gehört, daß man so etwas lösen kann, aber selbst hatten wir so ein Fragment bisher nicht erfolgreich bei einem Patienten entfernt.
In einer von uns genannten Praxis, die diese Fälle lösen konnte wollte der Patient, auf Grund der Entfernung nicht fahren. Er bestand auf der Behandlung bei uns.
Deshalb haben wir nach langem ausführlichen Aufklärungsgespräch einen Termin für die Behandlung mit dem Entfernungsversuch vereinbart.

Die Beschwerden des Patienten kamen jedoch vom Zahn 45.
Dessen Behandlung hat Vorrang. Die Brücke 45-47 konnte entfernt werden und der Zahn 45 endodontisch therapiert werden. Schon in der Zugangskavität kam es dabei fast zu einer Perforation, weil Stumpfpräparation und Zahnstellung abwichen und das von mir nicht erkannt wurde.
Danach haben wir uns an den Zahn 44 gewagt.
Die Entfernung des Fragmentes gelang mittels Ultraschall. Nach Stunden. Auf Grund der schwer einsehbaren Lage und der Unerfahrenheit des Behandlers wurde viel Substanz geopfert. Eine zweite unbehandelte Kanalstruktur konnte ebenfalls aufbereitet und gefüllt werden.
Wir waren zurückhaltend in der Prognoseneinschätzung für den Zahn 44.
Nach 6 Monaten  konnte eine deutliche Heilungstendenz erkannt werden. Wir waren damals trotzdem skeptisch eine zeitnahe Kronenversorgung zu empfehlen und wollten abwarten und kontrollieren…
Erst 12 Jahre später kam es erst wieder zu einem Recall. Anbei die Bilder.

Recall 10 Jahre (2)

von Ostidald Wucker

Nun noch ein Recall nach 10 Jahren.
Der Patient erschien damals bei uns, da eine Resektion mit Zystenenfernung am Zahn 34 angeraten wurde. Am Zahn 44 führte genau diese Behandlung nicht zu einem Erhaltungserfolg.

Die Ursache für die mesiolaterale Aufhellung am Zahn 34 war der nicht behandelte linguale Kanal mit einem größeren Seitenkanal. Der Patient war sehr skeptisch ob es ohne chirurgischen Eingriff abgehen würde und der Zahn erhalten bleibt.
Nach 10 Jahren ist alles OK. Der Sealer (Kerr Pump Canal EWT ) im lateralen Kanal ist in diesem Fall resorbiert.

34.001

 

 

Interne Resorption 10-Jahres-Recall

von Ronald Wecker

Über die Herausforderung die Behandlungsfälle anhand regelmäßiger Recalls nachzuverfolgen wurde hier schon berichtet.

Umso schöner wenn 1. ein 10-Jahres-Recall möglich wird und 2. der anfängliche Behandlungserfolg bestätigt wird.

Interne Resorption Zahn 47, vitale Pulpa, Vitalexstirpation und Obturation in gleicher Sitzung. Modifizierte Schilder-Technik.