As time goes by …

von Ronald Wecker

Sieben Jahre nach Eingliederung der Krone an Zahn 37 und mehr als 9 Jahre nach endodontischer Therapie stellte sich der Patient mit dezementierter Krone und ausgedehnter Sekundärkaries vor. Apikal zeigte sich röntgenologisch eine deutliche Pathologie.

Schön zu sehen, dass ich mich in den vergangenen 9 Jahren im Bereich der chemo-mechanischen Aufbereitung weiter entwickeln konnte. Die Erstbehandlung hatte ich nämlich selbst durchgeführt.

Auslandszahnersatz: „Die Farbe des Geldes“ oder „Schneller als gedacht“

von Hans – Willi Herrmann

Auslandszahnersatz.

In den Anfangstagen von WURZELSPITZE, im Februar 2009,  habe ich zu diesem Thema unter der Überschrift Auslandszahnersatz – Hart aber fair ? geschrieben.
Die Resonanz auf den Blogbeitrag war gering, von Zahntechniker – Seite minimal bis „gefühlt nicht vorhanden“.
Eine erste Entwicklungseinschätzung von offizieller Seite gab es dann  hier im August 2009. Die Zuschriften auf diesen Beitrag  hierzu zumeist von Labors, die mehr oder weniger verdeckt im Sinne eines viralen Guerilla Marketings für ihr Auslandszahnersatz – Engagement  werben wollten.

Und heute ? Knapp 2 Jahre später scheint sich der billigere Zahnersatz bereits etabliert zu haben. Etabliert – nicht nur im Sinne von, „Ja das gibt es“, sondern im Sinne von, „Ja, dass machen wir, Herr Müller Maier Schmidt, selbstverständlich“.

Billigerer Zahnersatz als Verkaufsargument der Praxis,  zumindest als willkommener Türöffner im Sinne einer Fielmann – Preispolitik. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand.  Zahntechnik (sofern nicht im Eigenlabor der Zahnarztpraxis hergestellt, an dem der Praxisinhaber gewinnschöpfend partizipieren kann) wird ja,  finanziell gesehen, durchgereicht.
Jede Zahntechnik – Arbeit, ganz gleich ob in Manila  oder Wolfenbüttel gefertigt, generiert allerdings Mehrumsatz auf zahnärztlicher Seite.
Besteht daher in der Zahnarztpraxis  keine Vollauslastung, sind also noch Zuwachsreserven vorhanden,  ist dem Kollegen vielleicht die Butter auf dem Brot näher als die Wurst vor der Nase, zumal  letztere für den Praxisbetreiber scheinbar keinen höheren Nährwert aufweist. Auslandszahnersatz wird heutzutage von einer Reihe von Zahnarztpraxen aktiv beworben, zumindest jedoch auf Wunsch des Patienten als „normale“ Produktvariante geliefert. Und – je mehr gute Erfahrungen der Zahnarzt mit einer solchen Versorgung bislang gemacht hat, umso vorbehaltloser wird er eine solche Variante vertreten, gegebenfalls sogar enthusiatisch anbieten.

„Zahnersatz aus der Mitte“  scheint also in unserer Mitte angekommen.
Als Indiz hierfür  ein Branchenbericht der ortsansässigen Volksbank:

Ich zitiere einen (in sich ungekürzten) Teil des Reports :

„Es scheint sich abzuzeichnen, dass vor allem die Herstellung einfachen, niedrigpreisigen Zahnersatzes nach Asien auswandert. Gleichzeitig hat der „Zahntourismus” nach Osteuropa einen wahrnehmbaren Marktanteil erreicht. Bei hochwertigen und komplexen Versorgungen, vor allem in der Implantologie, wird weiterhin die spezialisierte Arbeitsteilung zwischen Zahnarzt und Zahntechniker im Zentrum prothetischer Dienstleistungen stehen. Das sind neue, aber nicht unbedingt schlechte Voraussetzungen, um in einem umkämpften und im Umbruch befindlichen Markt perspektivisch bestehen zu können.

In erster Linie kommt es für den Zahntechniker darauf an, die Probleme und Erfordernisse seiner Kunden zu kennen und zu überlegen, wie er zum Problemlöser bei der Generierung prothetischer Umsätze werden kann. Hierzu sind ständiger Kontakt und das Gespräch mit den Zahnarztpraxen unabdingbar. So ist z.B. zu erkennen, dass die Zahnärzte besonders beim Zahnersatz einem härteren Wettbewerb ausgesetzt sind. Die Zahl der Patienten, die sich eine hochwertige Zahnersatzlösung nicht leisten können oder wollen, nimmt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu. Hier ist es erforderlich, dem Zahnarzt nicht nur Premiumlösungen, sondern auch für den Großteil der Patienten bezahlbaren Zahnersatz anbieten zu können.

Bisher scheint für viele Zahnärzte die Lösung beim preisgünstigen Zahnersatz aus dem Ausland zu liegen. Doch zunehmend lohnt es sich für Dentallabore, sich mit neuen Technologien und Materialien zu beschäftigen. CAD/CAM-Systeme und Fräszentren bieten mittlerweile den deutschen Labors viele Möglichkeiten, hochwertigen Zahnersatz in Deutschland günstig herzustellen und damit gegen die Auslandskonkurrenz zu bestehen. Darauf zu vertrauen, dass immer wieder gestartete Versuche, Zahnersatz aus Ostasien pauschal als minderwertig dazustellen, ist riskant und wohl auf Dauer nicht tragfähig. Die Anbieter qualifizieren ihre Mitarbeiter nach westlichen Standards. Materialien und Geräte, die dort eingesetzt werden, stammen in der Regel aus Europa oder werden nach europäischen Regeln zertifiziert, sind also auch in deutschen Labors zu finden.

Konkurrenz erwächst den Dentallabors nicht nur aus dem Ausland, sondern auch im Inland durch (industriebasierte) Fräszentren. Sie gehen direkt auf die Zahnärzte mit dem Angebot zu, zahntechnische Wertschöpfung, nicht zuletzt mit Hilfe der digitalen Abformung, in die Zahnpraxis zu verlagern. Ob dieses Angebot für die Zahnärzte lukrativ ist, wird auch vom marktgerechten Alternativangebot der Dentallabors abhängen.“

Und die nächste Runde des Preiskampfes ist bereits eingeleitet.

Vor zwei Wochen brachte ein Privatpatient ein Schreiben einer privaten Krankenversicherung mit, dass dem Kostenvoranschlag des Zahnlabors, der jeder unserer Heil – und Kostenpläne beiliegt, ein Alternativangebot zweier Auslandszahnersatz – Labors gegenüberstellte: Anvisierte Kostenersparnis ? 2 Drittel.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass eine nicht unbedeutende Zahl von Patienten solche Alternativen in Anspruch nehmen wird und  demnach der Zahnarzt sich mit der Situation konfrontiert sieht, mit besagten Labors zusammenzuarbeiten. Das Problem, daß sich daraus ergibt: Nachwievor rate ich jedem Kollegen, den  Erfolg seiner Zahnarztpraxis  darin zu suchen, eine möglichst hohe Qualität zu liefern. Dies mit einem Labor zu erreichen, daß viele 1000 Kilometer entfernt ist, erscheint mir, zurückhaltend formuliert – schwierig, realistisch eingeschätzt –  unmöglich.

Erschwerend kommt hinzu: Das Preisgefüge in der Zahntechnik wird sich zwangsläufig weiter nach unten bewegen als Folge des Konkurrenzdrucks, ganz gleich ob durch Menschen in Schwellenländern oder CNC Fräsmaschinen verursacht.
Selbst wer es als Zahntechniker schafft, seine Preise zu halten, der sieht sich zumindest einer wesentlich höheren Konkurrenzsituation ausgesetzt.

Der Druck nimmt also weiter zu.

Es wäre naiv, zu glauben, dass dies nicht mit negativen Folgen verbunden wäre, selbst wenn diese sich nicht in Tabellen pressen, sich nicht  aus Statistiken herauslesen lassen.

Und – was für Zahntechniker gilt, das gilt auch, zeitversetzt, für Zahnärzte.
Wer glaubt, dass eine solche Entwicklung isoliert die Zahntechnik betrifft und die Zahnärzte davon verschont bleiben, der hat nicht verstanden, dass es hier um Kostensparmodelle geht, die vollkommen unabhängig von der tatsächlichen Versorgungsituation lediglich an ihrem Einsparbenefit bewertet werden.

Der Grund ist einfach. Die Kostenersparnis ist sofort gegenwärtig und messbar. Damit verbundene Qualitätsdefizite sind  nicht zu erfassen und in ihren Auswirkungen zeitverzögert.

Was resultiert daraus ?
Die Zahnmedizin befindet sich, in ihrer Gesamtheit betrachtet, auf dem Weg zu einem niedrigeren Qualitätslevel.

Die Konsequenz ?
Mut zur Lücke. Und das ist kein flapsiges Bonmot, sondern  schon bald auch bei uns eine ebenso reale Situation wie der Zahntechnikimport.

Wer sind die Verlierer ? Es sind Zahntechniker, Zahnärzte, vor allem jedoch die Patienten. Letztere trifft es am schlimmsten, denn es geht nicht um ihren Geldbeutel, sondern um ihre körperliche Integrität.

Wie immer in solchen Fällen wird die Politik die Eigenverantwortlichkeit der Patienten hervorheben. Soll heißen,wenn Du Löcher hast, Zahnfleischprobleme oder gar ein Gebiss, dann bist du selber schuld daran.

Was soll man darauf antworten ?
Natürlich beinhaltet diese Aussage einen  wahren Kern. Wer allerdings sich mit der Zahnmedizin genauer befasst, der weiss, dass diese monokausale Argumentation an der Pathologie und der Eigendynamik dentaler Erkrankungen vorbeigeht, zu kurz greift.
Und ein fachlich geschulter näherer Blick auf das von Kameras eingefangene Talk Show – Lächeln vieler Politiker entlarvt die in Zeiten knapper Kassen vielbeschworene Eigenverantwortlichkeit als („offensichtlich“ im wörtlichen Sinne) kurz gebeinte Worthülse, die man nur dann so ansatzlos aus der Pistole geschossen heraus  postulieren kann, wenn man sich selbst weit weit auf der sicheren Seite der zahnärztlichen Versorgung positioniert weiß.

Top Ten – WURZELSPITZE – Hitliste 2010

von Hans – Willi Herrmann

Unter Top Ten 2010 findet sich die Auflistung der meistgelesenen WURZELSPITZE – Beiträge diesen Jahres, ergänzt durch eine Liste der „All Time Favorites“, der meistgelesenen Beiträge aller Zeiten.

 

Infratronic – Berührungsloser Desinfektionsspender im Langzeittest

von Hans – Willi Herrmann

Vor einem Jahr habe ich hier über einen   Desinfektionsspender von Infratronic berichtet, der berührungsfrei mittels Infrarotschranke Desinfektionsmittel abgibt.

Die Empfehlung des Kollegen Andreas Mrohs für dieses Produkt und die enttäuschenden Erfahrungen, die ich mit einem anderen Produkt gemacht hatte waren Anlass für mich, das Infratronic – Gerät in unserer Praxis zu testen.

Mehr als 12 Monate später kann ich das positive Urteil von Andreas Mrohs nur bestätigen.
Das Gerät verrichtete in dieser Zeit einwandfrei seinen Dienst und darüber hinaus vollkommen wartungsfrei, nicht einmal die für den Betrieb der Lichtschranke notwendige Batterie musste zwischenzeitlich getauscht werden. Im Gegensatz dazu hatte der Baisch – Spender in dieser Zeit auf Grund von Störungen mannigfaltiger Art seinen Betrieb schon wiederholt eingestellt.

Grund für mich, an den Infratronic IT 1000 AE EURO Spender 5 Wurzelspitzen zu vergeben. Wer eine berührungsfreie Lösung für die eigene Praxis sucht, der sollte dieses Gerät in die Kaufentscheidung mit aufnehmen.

Frohe Weihnachten

von Hans – Willi Herrmann

Im Namen aller WURZELSPITZE – Autoren wünsche ich allen Lesern Frohe Weihnachten !

 


 

Alex Roman 2

von Hans – Willi Herrmann

Und gleich noch einen Link hinterher.

Das neueste Werk von Alex Roman, der an dieser Stelle schon einmal aufgeführt wurde.

Anschauen und staunen. Ich habe das Video im Bekanntenkreis mehrmals hintereinander gezeigt. Niemand kam darauf, dass es sich dabei um eine vollständig im Computer entstandene Realität handelte.

 

 

Links

von Olaf Löffler

Das Internet prägt unser Leben.

Es begann vor mehreren Jahrzehnten, eigentlich 1965. 1990 wurde es durch einen Beschluss der US-amerikanische National Science Foundation öffentlich zugänglich, auch außerhalb der Universitäten.

Nun nach 2o Jahren ist es aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Wir nutzen das Internet u.a. zur Informationsgewinnung, zum Austausch, zum Shoppen und um Informationen bereitzustellen.

Für alle diejenigen, welche das Internet gerne bereisen und neugierig sind, hier einige interessante nichtdentale Links. Fast alle sind mit dem Webby Award ausgezeichnet. Viel Spaß…

http://www.sensoproductions.com/
http://www.nawlz.com/
http://thinkingspace.economist.com/#/explore
http://www.tate.org.uk/modern/exhibitions/unilevermiroslawbalka/explore/
http://www.newyorker.com/
http://www.andreaslutz.com/
http://www.recordtripping.com/
http://www.moma.org/interactives/redstudio/popart/

Rumpelkammer

von Bonald Decker

Das nachfolgende Zitat von Dr. Louis I. Grossman verdanke ich dem Hinweis von Jörg Schröder, auf das er mich vor einiger Zeit in Vorbereitung auf einen Vortrag hinwies:

Ich bezweifle, daß es im menschlichen Körper einen Hohlraum gibt, der mit so viel verschiedenen Materialien gefüllt wurde.Es sieht so aus, als ob der Wurzelkanal die „Rumpelkammer“ des Zahnhauses sei“.

Dr. L.I. Grossman (Philadelphia;USA)

Beim Blick in den Zahn einer heute durchgeführten Revision fühlte ich mich stark an diesen Ausspruch erinnert…

FKG RACE Feilen für den maschinellen Gleitpfad – eine der Entdeckungen des Jahres 2010

von Hans – Willi Herrmann

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Anlass, zu überlegen, was sich in 2010 in der Praxis an Veränderungen ergeben hat.

Die VDW Reciproc  – Feile habe ich an dieser Stelle schon erwähnt.  Noch eine weitere Feile ist hinzugekommen. Genauer gesagt mehrere RACE – Feilen (FKG) in den Größen 10 und 15.

Seitdem VDW 2005 mit den Mtwo – Feilen das Arbeitskonzept einer initialen apikalen Aufbereitung mittels rotierender Nickel – Titan – Feilen offiziell in die Zahnmedizin einbrachte (und dafür viel Kritik hinnehmen musste) hat sich viel getan. Heute ist eine solche Vorgehensweise etabliert, was nicht heisst, dass man in jedem Falle so verfahren muss.

Aber  – es gibt Situationen, in denen der Einsatz solcher Instrumente Sinn macht und nützlich ist.
Ich habe hierfür von 2004 bis 2008 Mtwo 10.04 (VDW) –  und Flexmaster 15.02 (VDW) – Feilen eingesetzt, seit 2008 verwende ich dafür zumeist Pathfiles (Maillefer).

Und nun also RACE Feilen, die es in den Größen 10 und 15 mit Konizitäten von 2, 4, und 6 Prozent gibt.  Es ist wirklich erstaunlich, wie diese Feilen (FKG spricht bei den 2 Prozent – Feilen  von den Scout –  RACE – Feilen, ein offizieller Anwenderhinweis des Herstellers  findet sich am Ende des Blog – Beitrags) ihren Weg finden. „Mühelos“ ist wohl das Wort, dass die Art und Weise am Besten beschreibt.

Und wie sieht es mit der Sicherheit aus ? Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich mit diesen Instrumenten arbeite. Wichtig: Initialer Einsatz von Handfeilen bis zur ISO 10 ist zwar keine Conditio sine qua non, fällt aber definitiv unter die Rubrik „vertrauensbildende Massnahmen“.  Im Zweifelsfalle also besser  „mit“.
Und – bei 600 Umdrehungen pro Minute bedarf es keiner Druckausübung.
Man lässt die Instrumente lediglich durch das Eigengewicht von Arbeitshand und Winkelstück von selbst nach apikal vordringen. Die „Echternacher Springprozession“ als Arbeitsbewegung ist auch hier sinnvoll.
Jegliche Rückmeldung aus dem Kanal sollte ein Zeichen sein dafür, das Instrument aus dem Kanal zu ziehen, es auf seine Integrität hin zu untersuchen und mit einem Handinstrument die Durchgängigkeit und den Verlauf des Wurzelkanals zu prüfen.

„Mechanical Glide Path“ – Feilen sind keine Wunderwaffen und eine gesunde Skepsis im Einsatz  ist wichtig. Wer sich aber mit Sinn und Verstand auf die Instrumente einlässt, diese, wie oben beschrieben, vorsichtig verwendet, der wird vermutlich wie ich sehr angenehm überrascht sein und die Scout – RACE sowie ihre größer getapeteren Varianten zukünftig häufiger einsetzen. Ob es im Einzelfall als Erstes eine 10er oder 15er ist und welche der drei Koniziäten ich initial einsetze, dass entscheide ich von Zahn zu Zahn wurzelkanalspezifisch.

Kleines Trauma

von Bodald Necker

Junge,  12 Jahre. Schwimmbad. Irgendwo war es glatt.
Die komplette Schneidekante am 11 war abgebrochen, die Pulpa gerade nicht eröffnet, Gott sei Dank.
Und die Mutter war so gut, und hat das abgebrochene Fragment gesucht, gefunden, mitgenommen und ist gleich mit ihrem Sohn in die Praxis gekommen.

Wir haben das abgebrochene Stück gewässert, mit Syntac und Tetric-Flow wieder angeklebt.
Die Mutter war überglücklich. Der Sohn auch.

Nach 5 Jahren sieht es so aus.

Der Zahn ist immer noch vital.
Und hält.

Wir sind zufrieden.
Von Sohn und Mutter kamen bis jetzt auch keine Beschwerden.

Endox – Anwendung in der Wurzelkanalbehandlung

von Hans – Willi Herrmann

In den letzten Monaten bin ich wiederholt gebeten worden, etwas zur Endox -Anwendung in unserer Praxis zu sagen. Hier ein paar  kurze Infos:

Ich setze das Endox – Gerät (von Orange Dental)  seit langem (ich kann nicht mehr sagen, wieviel Jahre schon) bei jeder Wurzelkanalbehandlung ein. Vom Prinzip her eine Elektrotom für den Wurzelkanal produziert es nach Betätigung des Fussschalters  einen ultrakurzen Stromimpuls, der auf Grund der entstehenden Hitzewirkung zu einer Keimverarmung im Wurzelkanal führen soll.
Es kommt am Ende der jeweiligen Behandlungssitzung nach der Trocknung der Wurzelkanäle zum Einsatz.

Ich appliziere minimal  jeweils einen Impuls pro Kanal. Die Eindringtiefe richtet sich nach der durchgeführten Aufbereitungslänge, wobei ich mich nicht auf den in das Endox – gerät integrierten “ historischen“ Apexlokator verlasse, sondern zusätzlich die maximale Eindringtiefe abmesse und dies an der Arbeitselektrode markiere.

Das Gerät erzeugt im Wurzelkanal charakteristische Geräusche. Ein ausgedehnes Zischen ist ein starkes Indiz dafür, dass im Wurzelkanal auch nach vermeintlich ausreichender Trocknung noch Flüssigkeit oder Restfeuchtigkeit vorhanden ist. Die Hitzeapplikation wird in einem solchen Fall solange fortgesetzt, bis das Geräusch verschwunden ist oder nur noch stark abgeschwächt auftritt.

Wird das Endox – Gerät in einer WF – Behandlungssitzung unmittelbar vor Wurzelkanalfüllung eingesetzt, so gebe ich pro Wurzelkanal mindestens 3 Stromstösse apikal, 3 weitere im  mittleren Kanaldrittel ab.

Entgegen der immer wieder zuvernehmenden Aussage, man könne Endox ohne Anästhesie einsetzen, wenden wir das Gerät immer nur unter lokaler Anästhesie an. Selbst dann kommt es immer wieder vor, dass die Patienten bei der Auslösung des Hitzeimpulses unangenehme Beschwerden   bis hin zu deutlichen Schmerzreaktionen empfinden, zumindest, wenn die Anästhesie ihre maximale Wirktiefe schon überschritten hat.

In nekrotischen Zähnen kann es sinnvoll sein, das Gerät schon einmal vorab nach koronaler Aufbereitung im Wurzelkanal einzusetzen.
Ich handhabe dies fallspezifisch.

on

Weihnachtsgeschenktip Nr. 2

von Christian Danzl

Man möge mir verzeihen, dass mein Tip auch in die Jazz-Ecke zeigt, wie auch von der Tip von Olaf Löffler.

Bei einem großen Versandhändler ist mir diese Box mit 25 Jazz CD aufgefallen.

La Discotheque Ideale en 25 Albums Originaux

25 Originalaufnahmen von Louis Armstrong über Miles Davis, Thelonious Monk, Chet Baker, Herbie Hancock und Weather Report bis Wynton Marsalis.

Gott sei Dank nicht „digital remastered“.

Für deutlich unter 50,- für den Jazz-Interessierten ein „must have“.

 

Vertucci Typ VII

von Ronald Wecker

Obere zweite Prämolaren gelten landläufig als „einfache Zähne“. Insbesondere im Fall einer Vitalexstirpation. Der Zahn kann sich im Grunde genommen bereits kurz nach Anlegen der Zugangskavität als obturiert betrachten.

Mental derart „vorbereitet“ ist dann das Erstaunen des Behandlers umso größer wenn kurz darauf die Feile hakelt, Patency weit entfernt ist und es so gar keine Vorstellung von der tatsächlich vorhandenen Kanalanatomie gibt.

Wie gut, dass die heute zur Verfügung stehende Röntgendiagnostik bereits präoperativ mögliche Schwierigkeiten erkennen lässt.

In vorliegendem Fall kann der Zahn anhand des Ausgangsröntgenbildes mit großer Sicherheit einem Typ VII nach VERTUCCI zugeordnet werden. Ein Wurzelkanal der sich aufteilt, konfluiert und erneut aufteilt (1-2-1-2).

In der aktuellen Ausgabe der „Endodontie“ gibt es einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Klassifikationen der Wurzelkanalanatomie (Endodontie 2010;19(4), 369 -392).

Nach der ersten Aufteilung gab es zunächst eine weit hinabreichende Dentinbrücke zwischen dem palatinalen und dem bukkalen Kanal. Die anfangs vorhandene Idee diese zu entfernen um einen besseren Einblick in den apikalen Kanalanteil zu erlangen, habe ich aufgrund des damit verbundenen großen Substanzverlustes verworfen. Nach ausgiebiger ultraschallunterstützter Spülung mit NaOCl konnte die Konfluationsstelle visualisiert werden. Das Entfernen des in diesem Bereich befindlichen Gewebes gelang mit Hilfe eines fast 90 Grad vorgebogenen Microopeners. Der bukkal gelegene Kanalanteil konnte anschliessend unter direkter Sicht instrumentiert werden. Die zweite Aufgabelung wurde mit einer leicht vorgebogenen C-Pilot Feile der Stärke ISO 008 aufgesucht und unter endometrischer Kontrolle initial erschlossen. Um ein versehentliches Abgleiten in den bereits aufbereiteten bukkalen Kanal zu verhindern wurde in diesen ein Masterpoint (35/06) eingebracht.

Nach jedem in den palatinalen Kanal eingebrachtem Instrument wurde die Guttaperchastange aus dem bukkalen Kanal entfernt und auf Einkerbungen kontrolliert. So wurde sicher gestellt, dass der „richtige“, nämlich palatinale Kanal instrumentiert worden war.

Die Obturation erfolgte in warmer vertikaler Kompaktion beginnend mit dem palatinalen Kanal. Ein Foto zeigt eine kleine Menge Sealer in  der breiten apikalen Konfluationszone.

Mein Fazit: Die am besten investierte Behandlungszeit ist das ausführliche Betrachten des präoperativen Röntgenbildes.

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ICR Recall

von Bonidald Wecker

Diese Woche habe ich ein Recallbild einer Behandlung aus 2008 erhalten.

Ausgangssituation damals war ein Röntgenbild, welches klassisch eine invasive cervikale Resorption Typ 3 nach Heithersay zeigte. Der Patient wollte den Zahn unbedingt erhalten. Das Resorptionsgewebe reichte bis zur Pulpa, so daß nach Entfernung dessen eine Wurzelbehandlung notwendig wurde.

Die klinische Inspektion zeigte neben einer generalisierten P. marginalis und Gingivitis keine kariöse Läsion des Zahnes. Ein Traumageschehen wurde durch den Patienten ausgeschlossen. Die funktionelle Untersuchung ergab eine Überbelastung des Zahnes. Dies könnte in Zusammenhang mit der P.marginalis als auslösender Faktor in Betracht kommen.

Nach 2 Jahren zeigt sich ein stabiler und schmerzfreier Zustand.

 

ICR Recall

ICR Recall

Deep split

von Bonald Decker

anbei ein Kurzvideo eines aktuellen Behandlungsfalles, der für uns sicher nicht alltäglich war…

enjoy…

 

:-)

Spiegelgriff doppelseitig für Minispiegel unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Das unterstehende Bild zeigt zwei Spiegelgriffe.

Der obere ist von Hartzell /USA.

Der untere ist aus deutscher Produktion und zu seiner Entstehung gibt es eine kleine Geschichte mit Bezug zu Wurzelspitze und die geht so:

Ende August.
Fortbildung im Rahmen des Masterstudiengangs Endodontie in Düsseldorf. Jörg Schröder, WURZELSPITZE – Autor, referiert und demonstriert Arbeitsergonomie unter dem Dentalmikroskop. Im Gepäck dabei obiger doppelseitiger Minispiegelgriff aus USA. Ein Masterstudiengangteilnehmer, Dr. Theo van Beek , ist davon besonders angetan und nutzt den Kontakt zu einem zahnmedizinischen Gerätehersteller, um diesen von der Sinnhaftigkeit eines solchen Instrumentes zu überzeugen.

3 Wochen später.
Jetzt bin ich in Düsseldorf beim Masterstudiengang und referiere über Nickel – Titan – Aufbereitungskonzepte. Und erlebe die Premiere des neuen Spiegelgriffs made in Germany.  In weniger als 1 Monat von der Idee zum fertigen Produkt. Wenn alles so schnell ginge, hätte ich um den Produktionsstandort Deutschland keine Sorge.

Den Spiegelgriff kann man  beziehen bei Hanchadent.

bone magnet

von Bodald Necker

Stört ein Puff die Ausheilung einer apikalen Läsion?

Ich weiss es nicht, jedenfalls wird die Ausheilung nicht verhindert – vorausgesetzt, das Wurzelkanalsystem ist gut genug desinfiziert und koronal wurde dicht verschlossen, um eine Reinfektion von koronal auszuschliessen.

Ein Patient kam mit Fisteln buccal an 41. Es war mehr oder weniger ein Zufallsbefund, denn sie störte ihn nicht weiter und er kam eigentlich mit einem anderen Anliegen in die Praxis.

Der 41 wurde trepaniert, aufbereitet und mit Calciumhydroxid-Einlage versorgt und nach 14 Tagen abgefüllt. In der relativ großen apikalen Läsion ist das kleine Puff ist gut zu erkennen.

Nach 5 Monaten war der Patient wieder zur Kontrolle. Das Puff war noch da, die Läsion weg. Zumindest war sie auf dem Röntgenbild nicht mehr zu erkennen.

Ob sich die Läsion ohne Sealerpuff schneller zurückgebildet hätte, und ob die Heilung durch der Sealer gestört wurde, kann ich nicht sagen, jedenfalls bin ich mit der Geschwindigkeit der Rückbildung mehr als zufrieden.

Start X – Ultraschall Spitzen von Maillefer – 5 Wurzelspitzen !

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe zu, als ich 2008 zum ersten Mal mit den Start X – Ultraschallspitzen arbeitete, war ich nicht spontan begeistert.

Was vorrangig damit zusammenhängt, dass man mit diesen Ultraschallspitzen anders arbeiten muss, als von den von mir bis dato verwendeten  Spitzen her gewohnt.
Während jene über die gesamte Fläche arbeiten, sind die Start X – Spitzen 2 und 3 (um die geht es hier in dieser Rezension) deutlich effizienter, wenn nur mit dem Bereich unmittelbar um die Instrumentenspitze gearbeitet wird.

Nutzt man die Spitzen auf diese Art und Weise, dann erledigen sie schnell, zuverlässig und unaufgeregt ihren Job. Und zwar wie ein VW Käfer. Kennen sie den Slogan noch ? Und läuft und läuft und läuft. Bis heute ist mir keine einzige Spitze frakturiert.
Gewiss, die Start X sind nicht ganz so grazil wie manch andere der  üblichen Ansätze und die von mir neben der Spitze Nr. 2 (für die Gestaltung der primären Zugangskavität) am häufigsten genutzte Spitze Nr. 3 (für das Darstellen von Kanälen und Isthmen)  hat im Laufe der Zeit ein wenig an Substanz im Bereich der Instrumenentenspitze eingebüsst, aber die Spitzen funktionieren nachwievor einwandfrei.

Mein Fazit nach 2,5 Jahren:

Die Start x – Spitzen sind  Arbeitspferde und haben in dieser Funktion die von mir bislang häufig eingesetzten Kavo Air Scaleransätze verdrängt.
Start X –  Spitzen (2 und 3) – tun ihren Job ohne Murren und absolut zuverlässig. Hervorragendes Preis – Leistungsverhältnis und damit das erste Produkt, dass die 5 WURELSPITZEN – Bestnote erhält.





Prosecco, Prosciutto … Protrain – viel Gutes kommt aus Italien

von Klaus Lauterbach

Ob das Essen, der gute Wein oder tolle Klamotten, gerne haben wir Dinge italienischer Herkunft. Kürzlich habe ich nun auch im Endodontiebereich eine Entdeckung aus dem Stiefelland gemacht: „Protrain“

Protrain wurde entwickelt um die Wurzelkanalbehandlung eines Zahnes, mit möglichst allen Behandlungsschritten zu simulieren, trainieren oder demonstrieren.

Man spannt einen Zahn im Protrain ein, trepaniert diesen, ermittelt endometrisch die Arbeitslänge, bereitet die Wurzelkanäle auf, obturiert die Kanäle und macht zu allen Arbeitsschritten seine Röntgenbilder.

Will man also mal neue Feilensysteme, Behandlungstechniken oder Endometriegeräte testen, muss man in Zukunft nur noch das Protrain aus der Schublade holen.

Bestens geeignet ist das Protrain natürlich für Workshops. Am letzten Wochenende, bei einem Workshop in Zürich, waren die Teilnehmer sehr begeistert von dieser Möglichkeit  ihre mitgebrachten, extrahierten Zähne zu behandeln. Gerade rechtzeitig vor der Abfahrt in die Schweiz kam die Lieferung mit den Protrain-Kits an.  Nach einem kurzen Test, ob wirklich alles wie beschrieben funktioniert, wurden die Teile am nächsten Tag im Kurs sofort benutzt.

Die mühsame Herstellung von Übungsmodellen aus Gips, Alginat oder ähnlichem ist somit nicht mehr nötig.

Wie funktioniert das Protrain nun:

Der Zahn wird in einer Halterung eingeklemmt. Es sind je nach Zahngrösse drei Halter verfügbar. Auch Frontzähne können stabil befestigt werden. Innerhalb des Protrain befindet sich ein kleiner Behälter der mit einem Elektro-Kontaktgel gefüllt wird (Gel ist im Kit enthalten).

Die Halterung mit Zahn wird nun auf das Protrain geschraubt und die Wurzel hängt danach im Kontaktgelbehälter. Seitlich am Boden des Protrain wird eine kleine Metallstange eingesteckt die bis in den Gelbehälter reicht. Auf diesen Metallnippel kann man sein Endometriegerät stecken und mit einer Feile im Zahn eine perfekte endometrische Längenbestimmung durchführen. Eine Skala zum Einstellen der Arbeitslänge an der Feile ist ebenfalls vorhanden.

„Bukkal“ bzw. „mesial“ am Protrain sind Vertiefungen angebracht in die alle gängigen Röntgensensoren oder Röntgenfilme gut hineinpassen. Man kann also, aus didaktischen Gründen, sogar eine Röntgenaufnahme von mesial machen.

Angenehmer Weise halten sich die Kosten mit 65,80 € + Mwst. für ein Protrain-Kit in Grenzen. Man kann es von der Firma Simit-Dental aus Italien beziehen. Je nach Bestellmenge kann man den Preis auch verhandeln, wir sind ja schließlich in Italien 

Als Weihnachtsgeschenk für die Ehefrau wäre das Protrain sicherlich kein Hit, aber für den Endodontologen könnte es sehr hilfreich sein!

 

Herausgeschält …

von Ronald Wecker

Gegossene Stiftaufbauten haben einen eigenen Charme. Insbesondere bei ihrer Entfernung. Dabei erscheint es mir oftmals so, dass die auf den ersten Blick als schwierig eingeschätzten, weil z.B. sehr langen zylindrische Wurzelstifte, leichter zu entfernen sind als die sogenannten „No-Brainer“.

In vorliegendem Fall traten mehr als 20 Jahre nach der Stiftinsertion zunehmend stärker werdende periapikale Druckdolenzen auf. Das präoperative Bild ließ einige Schwachstellen vermuten, die die Entfernung begünstigen sollten. So war sowohl mesial als auch distal eine deutliche Zementfuge zu erkennen, nach deren Entfernung der Stift „aufgeben“ sollte. Leider hat die Wirklichkeit noch eine dritte Dimension auf Lager. In der vestibulo-lingualen Ausdehnung hatte der Stift eine feine Presspassung. Eine zünftige Kastenpräparation mit sehr kleinem Zementspalt sorgte dafür, dass ich mich nach Abnehmen der Vollkeramikkrone mit deutlich gebremstem Optimismus an die Stiftentfernung machte.

Um das Frakturrisiko zu minimieren habe ich zunächst einen ringförmigen Schlitz innerhalb des angegossenen Metallanteils präpariert. Die weiter vestibulär befindlichen Stiftanteile konnten so ohne Gefahr für die Hartsubstanz entnommen werden. Nachdem die Zementfuge mittels Ultraschall freigelegt war bedurfte es erst noch weitere 30 Minuten um nach „Abschälen“ der angegossenen Stiftanteile den Stift entfernen zu können.

Um bei zweizeitigen Vorgehen eine zufriedenstellende provisorische Versorgung zu ermöglichen wurde nach Einbringen von CaOH2 dieses zunächst mit einem Schaumstoffpellet und Cavit abgedeckt. Darüber wurde in der oberen Wurzelhälfte ein Quarzfaserstift adhäsiv befestigt und der Zahn nach Erstellung eines Kompositaufbaus nach Präparation mit einer laborgefertigten Krone versorgt.

In der zweiten Sitzung erfolgte nach Trockenlegung der erneute Zugang durch den im Kanal befindlichen Glasfaserstift. Um eine Irritation der Gingiva durch die Kofferdamklammer zu verhindern wurde aus einem lichthärtenden Flowkomposit eine individuelle Kofferdamklammer hergestellt. Nach dem Aushärten verankert sich diese an den Unterschnitten der Nachbarzähne und verhindert wirkungsvoll ein Hochrutschen des Kofferdamgummis über den präparierten Zahn. Ein Vorgehen, das ich von Olaf Löffler übernommen habe.

Nach Entfernen der medikamentösen Einlage erfolgte die Obturation mit MTA. Abschliessend wurde ein adäquater Quarzfaserstift adhäsiv befestigt und  das Provisorium rezementiert.

Das hier beschriebene Vorgehen ermöglicht es  sowohl die Bedürfnisse der Patienten nach einer sicheren und ästhetisch ansprechenden temporären Versorgung als auch den Wunsch des Behandlers nach einem speicheldichten und mechanisch belastbaren temporären Verschluss zu befriedigen.

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Ein bisschen Windows für den Mac

von Olaf Löffler

Eines der besten Programmtools, welches ich 2010 installierte war Hyperdock.

Das Dock des Mac ist etwas wenig informativ. Mit diesem Tool kann man es etwas „aufbohren“.

Geht man mit der Maus dann über ein Docksymbol, werden alle offenen Fenster dieses Programmes  in einem kleinen, transparenten Vorschau-Fenster angezeigt. Das funktioniert bestens bei Mail, geöffneten Webseiten, Programmen oder Dokumenten. Im iTunes-Vorschaufenster ist Track der gerade gespielt wird zu sehen. iCal zeigt aktuelle Termine an. Ein weiteres Feature geht auf Windows’ Aero Snap-Funktion ein. Bewegt man ein Fenster zum Bildschirmrand hin, wird die Fenster-Größe automatisch angepasst, damit man zwei Fenster nebeneinander geöffnet haben kann.

Update Saving hopeless teeth (XII) – apikale Aufhellung (18)

von Bonald Decker

Vor knapp einem Jahr habe ich hier über einen „Herodontics“-Fall berichtet.

Per Zufall wurde mir heute die 30 Monats-Kontrolle zugesandt…

Beim Anblick der Aufnahme wünschte ich, dass sich in der weiteren Zukunft bei diesem Patienten einmal die Notwendigkeit einer DVT-Aufnahme ergibt (natürlich für eine andere Region & Fragestellung ;-) ) um so weitere Informationen über den tatsächlichen Heilungsverlauf zu erlangen.

Aber auch in „2-D“ stellt sich die Situation in meinen Augen bisher als Behandlungserfolg dar…

ProUltra PiezoFlow Spülkanüle

von Hans – Willi Herrmann

Auf dem New York Greater Dental Meeting (NYGDM) gesehen.

Eine Spülkanüle für Satelec Aceton Geräte, die ultraschallaktiviert sauberere Wurzelkanäle ermöglichen soll.

Die Spüllösung wird mittels Spitze durch die Assistentin manuell zugeführt.
Über ein Gerät, dass vom Prinzip her ähnlich arbeitet, die Vibringe – Spülspritze hatten wir hier schon berichtet.

Die ProUltraPiezoFlow ist wesentlich effizienter als die Vibringe. Ob effizient genug können nur Studien zeigen. Zu Vergleichszwecken wurde direkt am Messestand im  Plastikblock ein Endo – Aktivator angewendet. Auf den ersten Blick war es für keinen der  Anwesenden möglich, ein Urteil für oder gegen das jeweilige Gerät zu treffen.

Ein erster Eindruck aber schon mal  im Video.

Triodent V3 – klinische Bilder

von Bodald Necker

Hier gibt es nun die versprochenen klinischen Bilder zum Triodent Teilmatrizensystem.

Der Arbeitbereich ist nicht nass, es ist Bonding. Da ich, wenn Kofferdam liegt, nicht nur den zu rekonstruierenden Zahn, sondern auch die Approximalfläche des Nachbarzahnes mit ätze. So kann ich diesen approximal mit Bond versiegeln.
Danach wird das Bonding aufgetragen und anschliessend die Matrizen angelegt. Somit kommt man auch mit dem Bonding leichter und sicherer in die cervicalen Bereiche der Präpgrenze.

Aktuelles Update vom GNYDM:

Das System ist in den USA auch nicht billiger :-(

Messfeile

von Christian Danzl

Alte Probleme bei der ELM:

Bei längeren Kanälen ist kaum Platz für die Klemme des ELM-Gerätes, wenn der Silikonstopper schon kurz vorm oder am Griff der Feile anliegt, und, wenn Kronen trepaniert werden müssen macht das Metall oft einen Kurzschluss zur Feile und die ELM funktioniert nicht mehr.

Eine mögliche Lösung, gesehen auf der Messe des GNYDM letzte Woche:

Die Messfeile.

Am Arbeitsende zum Teil isoliert, um einen Kurzschluss bei Messung in überkronten Zähnen zu verhindern und die (eigentliche) Feile durch den Griff verlängert, um die Klemme des ELM Gerätes störungsfrei anbringen zu können.

Aber wie wurde diesen Widrigkeiten bisher begegnet?

  1. Überlange Feile nehmen, dann hat die ELM-Klemme leichter Platz. Zur Not keine Klemme sondern eine Lanzette nehmen, um den Kontakt zur Feile herzustellen. In extrem langen Fällen kann der Griff der Feile immer noch gekürzt werden, um mehr Platz für die Klemme zu bekommen.
  2. Die Feile einfach vom Metall wegdrücken, wenn der Stopper genau justiert wird, oder eine abgeschnittene Kunststoffkanüle über die Feile stecken.

Mein Fazit:

Definitiv KEIN „must have“, um den Preis von gut 10,- USD/Stck. schon gleich gar nicht.

Zu zwei Wurzelspitzen würde ich mich hinreissen lassen.

Weihnachtsgeschenktipp Nr.1

von Olaf Löffler

Mein Weihnachtsgeschenktipp für stressgeplagte Mitmenschen lautet:

It’s Snowing on My Piano (1997) von Bugge Wesseltoft

Weihnachtsmusik zum entspannen und lauschen. Beruhigende, einfache Variationen auf dem Klavier von dem Vater des neuen norwegischen Jazz. Mit diesem Geschenk sollte man nicht bis Weihnachten warten…

Geschenkt von Amazon oder iTunes ist es Balsam für die Seele. Für „Audiophile“ hier als CD. Viel Spass…

Kompositwärmer

von Jörg Schröder

Mein absolutes Material/Geräte-Highlight 2010 ist der hier im Blog von Stefan Verch vorgestellte Kompositwärmer.

Eine einfache Heizplatte die über den USB Anschluss eines Computers mit Strom versorgt wird und die Oberfläche auf ca. 55 Grad Celsius erwärmt.

Die für einen dreistelligen Betrag erhältlichen Spritzenwärmer haben den Nachteil, dass immer die gesamte Kompositmasse aller im Gerät befindlichen Drehspritzen erwärmt wird und somit einem nicht erwünschten Alterungsprozess ausgesetzt ist.

Ausgediente Inkubatoren, die ebenfalls in Frage kämen, haben neben dem gerade genannten Nachteil (alle Massen werden erwärmt)  zudem ein nicht gerade ansprechendes äußeres Erscheinungsbild.

Die USB-Heizplatte hingegen kostet ca. 6 Euro, nimmt wenig Platz weg und ist innerhalb von 2 Minuten einsatzfähig.

Nimmt man noch ein im Dentalhandel erhältliches Lichtschutzschild hinzu können die Massen auch über längere Behandlungen hinweg lichtgeschützt und erwärmt vorgehalten werden.

Vielen Dank, Stefan.

Neuralgiforme Beschwerden

von Bonidald Wicker

Die Patientin hat seit 1-2 Wochen heftigste Beschwerden.
Diese wurden von Ihr so beschrieben:

  • ausstrahlend vom Oberkiefer links bis in das Ohr und Kiegergelenk, sowie den Unterkiefer links
  • stark zunehmend und zur Verzweifelung neigend
  • verordnete Schmerzmittel versagten
  • suizidale Gedanken wegen der Beschwerden
  • nicht zahnbezogen

Die Verzweifelung trieb die Patientin auf Empfehlung von Bekannten in unsere Praxis. Zuvor erfolgte eine hausärztliche Therapie auf grund neuralgieforme Beschwerden und Kiefergelenksbeschwerden.
Die zahnmedizinische Anamnese ergab.
Vor kurzer Zeit Erneuerung der Versorgung an dem Zahn 27, wegen fehlendem Kontaktpunkt mesial und vorhergehenden Problemen am Zahnfleisch. Klinisch zeigte sich die Kunststofffüllung am Zahn 27 ohne Befund. 26 wurde vor über 10 Jahren mit einer Metallkeramikkrone versorgt. 24 und 25 zeigten Kunststofffüllungen, welche erneuerungsbedürftig sind.

Diagnostik:
Die Zähne 25, 27, 28 zeigten eine positive Reaktion auf Kälte. 26 und 24 zeigten keine Reaktion. Der Kältereiz ergab keinen Hinweis auf einen schmerzauslösenden Reiz. Perkussion und Palpation waren symptomfrei. Es wurden Bissflügelaufnahmen angefertigt. Danach erfolgte die Röntgenaufnahme von 25 – 27.
Eine sequentielle Anästhesie von 25 ergab leicht nachlassende Beschwerden, 26 wieder etwas nachlassend, 27 vollständige Schmerzfreiheit.

Take Our Poll

Hama – Funkfernauslöser fürs Arbeiten am Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Mit den digitalen Spiegelreflexkameras kommt der lange Zeit in Vergessenheit geratene Fernauslöser wieder zu neuen Ehren, erschließt er doch so manche Möglichkeiten, die im abschließenden Bildresultat mehr als überzeugend sind. Nicht nur, wenn bei langen Verschlusszeiten, wie sie zum Beispiel für Nachtaufnahmen erforderlich sind, schon die bloße Kameraberührung zu Verwacklern führen könnte, oder in der Naturfotografie mittels Funkauslöser Abstand zum Objekt geschaffen werden muss, ist er ein probates Hilfsmittel. Auch in der Mikroskop – Fotografie ist er von Nutzen und so ist die Neuvorstellung eines Fernauslöser – Systems der Firma Hama auch für die Zahnmedizin von Interesse.

Hama stellt drei Fernauslöser als Kabel-, Timer- und Funkvariante vor, die in puncto Kameraanschluss auf einem einfachen Systemgedanken beruhen. Darauf weist bereits die Produktbezeichnung DCCS (Digital-Camera-Connecting-System) hin. Der Fernauslöser an sich ist die Basis, für alle gängigen Kameramodelle mit Remote Control gibt es ein spezifisches Anschlusskabel, das separat erhältlich ist. Sollte also die Kamera einem Neukauf weichen oder aber mehrere Modelle im Einsatz sein, muss nur das entsprechende Kabel ausgetauscht werden.

Zwar gibt es No Name – Billig – Auslöser, für unter 20 Euro, aber zumindest mein Exemplar reagierte nicht im Zusammenspiel mit der Canon 5D Mk 2.

Den  Hama – Funkfernauslöser habe ich heute auf die Kamera montiert, er funktionierte auf Anhieb. Mal sehen wie er sich im Alltag bewährt. Heute zumindest schon mal bestens.

Nähere Infos zum Produkt gibt es hier.

Adventskalender 2010

von Hans – Willi Herrmann

Es ist der 1. Dezember und wir werden, einer Tradition folgend, auch in diesem Jahr wieder im Sinne eines Adventskalenders bis Weihnachten jeden Tag ein Türchen öffnen und über die Tops und Flops 2010, über die Newcomer des Jahres und  über langjährig bewährte Produkte berichten.

Und – darüber hinaus – Was der Bravo ihr Otto, der Bunte ihr Bambi, dem Film die Oscars sind, dass werden vielleicht irgendwann einmal sein bei WURZELSPITZE die WURZELSPITZEN.

Maximal 5 an der Zahl wollen wir vergeben für ein aus der  Sicht des jeweiligen Rezensenten rein subjektives aber in der Praxis der Autors bewährtes Hilfsmittel in der  Zahnmedizin. Als Hilfestellung für die Kollegen, die davon ausgehen können, dass sich besagte Produkte ausserordentlich und nachhaltig bewährt haben. Wie heißt es so schön, dafür stehen wir mit unserem guten Namen. Vielleicht schon im Rahmen dieses Adventskalenders zum ersten Mal.

Seien sie also gespannt, was sich hinter dem einen oder anderen  Türchen verbirgt, als Alternative zu den  normalen Beiträgen, die sie durch Jahr bislang begleitet haben.

In diesem Sinne, gerade eben zurück aus New York vom NYGDM 2010, wünscht man sich seit dem letzten Donnerstag, seit Thanksgiving ein Happy Holiday.

Wir von Wurzelspitze wünschen Ihnen – mit einer „Viel hilft Viel“ – Weihnachtsbaumimpression aus der Stadt, die niemals schläft – von Herzen eine schöne Vorweihnachtszeit.