Good Vibrations

von Hans – Willi Herrmann

Neulich hatte ich Gelegenheit, ein neues Gerät zur Aktivierung von Spülflüssigkeiten in Augenschein zu nehmen.

Erster optischer Eindruck: Gut gestylt. Im Jonathan Ive Weiss des Ipod – Zeitalters fällt  es sogleich positiv ins Auge.
Dieses Teil muss einfach gut sein, oder ?

Wie funktioniert das Gerät? Die Vibrationseinheit leitet via  Spülspritzengehäuse die Aktivierung über die Spülnadel direkt in den Wurzelkanal ein.

Nur – was in der Therorie gut klingt, stellte sich in der Realität als ziemlich blutarm heraus. Der erste Test fand auf der Stelle mit Hilfe eines mit Wasser gefüllten Glases statt. Allerdings war auf der Wasseroberfläche  von Schwingungen nichts auch nur  ansatzweise zu erkennen. Und wenn schon dort nichts zu sehen ist, dann können wir davon ausgehen, dass im engen Wurzelkanal, der die Schwingungsamplituden abmildert, noch weniger Effizienz sich einstellen wird.

Mein Tipp: Sparen Sie ihr Geld und kaufen sie stattdessen ihrem Kind  einen Ipod. Der sieht mindestens genauso gut aus, ist aber nützlicher und sie beide werden mehr Spass daran haben. Oder kaufen Sie ein Iphone. Gibts auch in Weiss. Dessen Vibrationsalarm bewirkt vermutlich mehr, als es dieses Designerteil je tun wird.

Aktiviert Spülflüssigkeiten

Aktiviert Spülflüssigkeiten

Toxavit – Nekrose

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich einer Patientenbroschüre folgenden Satz gelesen: „Wenn bei einem stark entzündeten Zahn Schmerzen vorhanden sind, legt man ein Medikament in den Zahn ein und wartet ein paar Tage ab, dann kann man die Behandlung schmerzfrei durchführen“.

Ich kann nur hoffen, dass nicht Toxavit als Medikament gemeint ist, denn nachfolgender Fall aus einem unserer letzten Notdienste ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Die  Patientin, eine junge Frau um die Zwanzig suchte mit starken Schmerzen unsere Praxis auf. Wenige Tage zuvor war ein Zahn 24 anbehandelt worden, der Zahn war mit einer provisorischen Füllung, vermutlich Cavit oder einem ähnlichen Material verschlossen.

Auffällig war eine interdentale Nekrose des Zahnfleisches, die sich bei dieser jungen Patientin nur an dieser Stelle in ihrem parodontal absolut einwandfreien Gebiss wiederfand.

Nach Entfernung der provisorischen Füllung zeigte sich eine schwarze fasrige Masse.
Toxavit war vom Behandler in den Zahn eingelegt worden, hatte sich seinen Weg durch eine bestehende Karies und Undichtigkeiten zwischen Zahn und Füllung in den Interdentalraum geschaffen und dort eine Nekrose des Zahnfleisches und des in diesem Bereich befindlichen Knochens ausgelöst.

Wir konnten die Patientin von ihren starken Schmerzen befreien.
Der Verlust an Zahnfleisch und Knochen war jedoch nicht mehr rückgängig zu machen.

Was auf den Bildern dem Laien noch vergleichsweise harmlos erscheinen mag, ist nur der Vorbote eines im Laufe der nächsten Tage und Wochen noch deutlich zunehmenden Zerstörungsprozesses, der schlimmstenfalls sogar zum Verlust von Zähnen führen kann. Da die Patientin nur im Rahmen einer Notdienstbehandlung zu uns kam, liegen uns keine Fotos des weiteren Krankheitsverlaufes vor.

Einen ähnlichen Fall hatte ich in meinem ersten Notdienst als Zahnarzt überhaupt, im Mai 1991.

Damals musste ich einem Patienten einen Zahn mit Toxavit – Nekrose entfernen und hatte die Gelegenheit (der Patient war so dankbar, dass ich ihn nachts um halb drei von seinen starken Schmerzen befreite, dass er  6 Wochen lang 60 KM pro Fahrtstrecke immer wieder zu mir zur Nachsorge kam), den weiter fortschreitenden starken Knochenverlust in diesem Kieferbereich zu verfolgen.

Ich hatte bis dato noch nie Toxavit verwendet und für mich war seit dieser Zeit klar, dass ich diesen Material auch nie verwenden werde.

Ich kann nur an jeden Kollegen appellieren, ebenso zu verfahren, zumal heutige Anästhesie – Techniken eine Schmerzauschaltung auch in Fällen starker Entzündung ermöglichen und daher niemand mehr routinemäßig auf paraformaldehydhaltige Medikamente zurückgreifen muss.

Weihnachts – Happy End ?

von Hans – Willi Herrmann

Vor 2 Tagen habe ich einen Anruf eines Vivadent – Mitarbeiters bekommen.
Sehr höflich. Professionell.

Er war von dem Aussendienstmitarbeiter unseres Dental- Depots, Herrn Uwe Bauer von Grill und Grill Frankfurt, gebeten worden, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Nachdem ich ihm geschildert hatte, welchen Fehler unsere Bluephase- Lampe aufwies, ihm die Seriennummer unseres Gerät genannt hatte und zusagte, ihm die Fehlerbeschreibung des Depots  zuzufaxen, bot er an, den Vorgang zu prüfen.

Gestern kam der Anruf, Vivadent werde die Lampe kulanterweise kostenfrei reparieren.

Dies alles geschah wohlgemerkt, bevor der „Ein Quantum Trost“ – Beitrag erschienen war.
Wir können dies also als lobenswerten Service der Firma Vivadent, dem Kunden gegenüber,  verbuchen.
Und wünschen uns, dass alle Firmen im Dentalmarkt so verfahren würden. Denn leider ist eine solche Vorgehensweise sehr selten geworden.

Spieglein, Spieglein an der Wand (1)

von Olaf Löffler

Die Visualisierung und das Erkennen der Strukturen im Wurzelkanalsystem eines Zahnes ist einer der Erfolgsgaranten in der modernen dentalmikroskopgestützten Endodontie. Neben einer besonders hellen Lichtquelle sind die Qualität der optischen Systeme des Mikroskops und die Reflektionseigenschaften der benutzten Spiegel bedeutungsvoll.

In meiner Praxis wird fast ausschließlich indirekt in der endodontischen Behandlung gearbeitet.  Im Mikroskop ist das Spiegelbild  des Behandlungsobjektes zu sehen. Damit wirkt auch der Mundspiegel entscheidend bei der Abbildentstehung mit. Weiterlesen →

3 mesiale Kanalausgänge (2)

von Donald Becker

Hier nun die abschließenden Röntgenbilder des Zahnes 36 unmittelbar nach WF und 11 Monate später.
Die Patientin hat seit der Behandlung keine Beschwerden mehr an Zahn 36 und sowohl apikal als auch interradikulär hat sich eine knöcherne Konsolidierung eingestellt.

Auf den orthograden WF – Kontrollen sieht man im Übrigen, wenn man genau hinschaut, einen gefüllten lateralen Kanal, der in der interradikulären Knochenläsion mündet. An dieser Stelle münden häufiger laterale Kanäle in der mesialen Wurzel.

Im Vortrag von Sashi Nallapati bei der 7. Jahrestagung der DG Endo vor rund 2 Wochen gab dieser die Häufigkeit von 3. mesialen Kanälen mit rund 10 Prozent an. Auch wenn diese zumeist sich apikal mit dem mesiobukkalen oder mesiolingualen Kanal vereinigen  lohnt sich auf jeden Fall, Isthmen zwischen den regulären Kanälen einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Im vorliegenden Fall wurden zur Darstellung des Isthmus überlange Rosenbohrer verwendet. Aber auch spezielle Ultraschallansätze sind in solchen Situationen sinnvoll.

Das (scheinbar) verflixte siebente Jahr

von Hans – Willi Herrmann

Vom 20. – 22. 11.2008 fand in Stuttgart die 7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endodontie (DG Endo) statt. Und wer hätte wetten müssen, der wäre davon ausgegangen, dass dem allgemeinen Trend in der Zahnmedizin  folgend, deutlich weniger Teilnehmer sich einfinden würden als in den Jahren zuvor.

Aber nichts von dem traf zu in Stuttgart.
Das war die erste Überraschung.
Der großzügig dimensionierte Vortragssaal bis zum letzten Platz gefüllt. Deutlich ins Auge springend wesentlich mehr Teilnehmer als vor einem Jahr in  Düsseldorf. Und noch einmal deutlich mehr als in Dresden.
An weltweit bekannten Rednern kann es nicht gelegen haben,  denn im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen große Namen, Titanen der Endodontie vom Schlage eines Cliff Ruddle oder Gary Carr, als Zugpferde gedient hatten, waren in diesem Jahr die klinischen Hauptredner Sashi Nallapati, Jan Bergmans und Stephane Browet dem Großteil der Teilnehmer nicht einmal namentlich bekannt. Und ein Leif Tronstad oder Dag Orstavik (der für mich nicht destotrotz einen sehr hörenswerten Vortrag gehalten hat) alleine reicht schon lange nicht mehr aus, um einer Jahrestagung ausreichend Publikum zu verschaffen.

Und gleich darauf folgend die nächste Überraschung.
Lauter junge Kolleginnen und Kollegen saßen im Auditorium. So stark vertreten, dass man von einem Generationswechsel reden  kann, der nun die Endodontie erreicht hat. Ältere Zahnärzte wie der legendäre Fritz Haun aus Bonn waren eher die Ausnahme und die nun etabliert zu nennenden Kollegen der ersten neuen Generation, die Mitte und Ende der neunziger Jahre die Botschaft der „Modernen Endodontie“ aufgenommen und weitergetragen haben, finden sich umringt von einer Vielzahl aufgeschlossener junger Zahnärztinnen und Zahnärzten, die, teilweise bis in die Fingerspitzen motiviert,  ihr Interesse an Endodontie über die gesamten 3 Tage der Jahrestagung so deutlich sichtbar werden lassen, dass man sich freudig an die Euphorie der DG Endo – Gründerjahre zurückerinnert fühlt.

Die DG Endo hat also diesmal alles richtig gemacht und  meines Erachtens die gelungenste und rundeste Jahrestagung bisher abgehalten. Hier zahlt sich nun (endlich möchte man sagen) die Aufbauarbeit der letzten Jahren nachhaltig aus. Viele der Konstrukte, die unter zähem Ringen auf den Weg gebracht wurden, teilweise belächelt, aber auch heftig kritisiert, sind nun in stabilen Bahnen. Und die Energie, die bisher dafür aufgebracht werden musste,  Strukturen einzurichten  und zu etablieren wird jetzt nach und nach in die Detailarbeit und kontinuierliche Verbesserungen gesteckt.
Und kommt nun positiv zum Tragen. Ganz gleich ob Jahrestagung, Frühjahrsakademie, Curriculum oder Active Members – Gruppen – auf allen Ebenen erntet man nun nachhaltig die Früchte der Arbeit der letzten Jahre. 

Das weckt das Interesse an zukünftigen Veranstaltungen.
Ich bin sicher, dass auch die 2. Frühjahrs-Akademie 2009  den Erfolg der diesjährigen Jahrestagung fortsetzen wird. Mit einem bedeutsamen Unterschied: Es wird keine 7 Jahre brauchen, bis diese sich ebenso positiv präsentiert wie die Jahrestagung. Angesichts des reichhaltigen Kursangebotes wird die Frühjahrsakademie 2009 am 13. und 14. März in Halle ziemlich nachgefragt und vermutlich werden viele Kurse rasch ausgebucht sein. Wollen wir wetten ? 

Der Gesellschaft bleibt zu wünschen, dass diejenigen, die in den letzten Jahren  einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Freizeit in die Vereinsarbeit gesteckt haben, der DG Endo als aktive Mitstreiter erhalten bleiben. Denn Kontinuität, die auf eingespielten Strukturen aufbaut, ist das Beste, was der DG Endo und ihren Mitgliedern gegenwärtig passieren kann.

Neuer Blitz für die Dentalfotografie

von Andreas Habash

In Zeiten, in welchen bekanntermaßen Preissteigerungen an der Tagesordnung sind und sich hinter einer vordergründigen Preisstabilität oftmals nur unzureichende „abgespeckte“ Versionen ursprünglich ausgereifter Produkte verbergen, gibt es erfreulicherweise auch Firmen, die diesem Trend entgegenwirken und von denen glücklicherweise auch die dentale Fotografie profitiert.

Leider passiert dies allzuoft im Verborgenen. Unbemerkt von vielen Insidern und  engagierten Dentalfotografen stellte die Firma Metz (Zirndorf) auf der Photokina 2008, Ende September in Köln ein solches aus der Masse der Neugeräte herausragendes Ausnahmeprodukt vor: Es handelt sich dabei um den „mecablitz 15 MS-1 digital“. Ein sehr gut durchdachtes Blitzgerät, dass  nicht zuletzt wegen seiner benutzerfreundlichen/komfortablen Bedienung durchaus mehr Beachtung verdient hätte.

Folgende Eigenschaften halte ich nach den ersten eigenen praktischen Einsätzen  gerade im Bereich der Dentalfotografie für besonders bemerkenswert:

  • Drahtlose TTL-Blitzsteuerung, Slave und manueller Blitzbetrieb
  • Auslösung mit in der Kamera integrierten Blitz möglich
  • Auslösung über ein Systemblitzgerät mit Master-Funktion möglich
  • Auslösung über Blitzsynchronkabel möglich
  • USB-Buchse zum Firmwareupdate via Internet
  • Zusätzliches Autofokus-Hilfslicht, welches das Fokussieren unter schwierigen intraoralen Lichtbedingungen deutlich erleichtert
  • Die Reflektoren links und rechts unabhängig voneinander um 10 bzw. 20 Grad schwenkbar
  • Adapterringe für Filterdurchmesser von 52mm, 55mm und 58mm liegen bei (weitere Adapterringe 62, 67, 72 mm sind als Zubehör erhältlich)

Der Blitz ist in einer handlichen Gürteltasche erhältlich, die ebenso im Lieferumfang inbegriffen ist wie eine Bouncerscheibe, Infrarot-Klammer und Adapterringe.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass der als Slave-Blitz konzipierte 15 MS-1 in Verbindung mit einem Master auch TTL fähig ist (Canon E-TTL, Nikon-i-TTL, Olympus/Panasonic FourThirds-System TTL, Pentax/Samsung P-TTL und Sony TTL).
Das gilt auch für die integrierten Kamerablitze, die als Master funktionieren wie nach meinem Wissen zum Beispiel bei

Nikon D90 D300 D700 D200
Fujifilm Finepix S5Pro
Sony Alpha 100 200 300 350 700 900
Olympus SP570UZ E-3 E-420 E-520
Pentax K20D K200D K10D
Samsung GX-20 GX-10

In der Slave Betriebsart beherrscht der 15 MS-1 eine Vorblitzunterdrückung über eine integrierte Lernfunktion.

Der Blitz ist also auf alle auf dem Markt befindlichen Kamerasysteme programmierbar und somit ohne Aufwand mit unterschiedliche Kameras kompatibel.

Die Teillichtleistungen sind von 1/1 bis 1/64 anpassbar und auch ein ungleiches Verhältniss der beiden Reflektoren kann eingestellt werden.

Die ersten Tests unter Praxisbedingungen sind vielversprechend. In der Gallerie finden sie Bilder des Metz 15 MS-1 mit Zubehör und der bereits aufgesetzten Bouncerscheibe, außerdem  ein paar erste „Schnappschüsse“ aus dem klinischen Alltag.

Zugeschaut, mitgebaut: Der Feilenhalter

von Christian Danzl

Jeder, der schon mal eine Wurzelbehandlung an einem 6er oder 7er gemacht hat, kennt das Problem:

Manchmal heisst es: Sehen ODER Arbeiten. Denn Hände und Finger sind im Weg, zumindest aber im Sichtfeld, wenn man mit endodontischen Handinstrumenten arbeitet.

In solchen Fällen leistet ein  Micro-Opener von Maillefer gute Dienste. Er ähnelt in seiner Form einer zahnärztlichen Sonde, das gekröpfte Arbeitsteil entspricht einer K-Feile. Somit hat man beim Arbeiten keine Finger im Weg, die einem die  Sicht nehmen.

Allerdings gibt es den Micro-Opener nur in wenigen ausgewählten Größen. Soll die Feile dicker oder dünner, kürzer oder länger sein, oder besser ein Reamer oder eine Hedström – Feile, steht leider nichts Passendes zur Verfügung.

Eine Alternative ist der Eigenbau.

Curaden, Hersteller von Prophylaxe – Artikeln, bietet Halter für Interdentalbürstchen an.
In Alu, farbig eloxiert (UHS 411, 412, 413 „mono“ und mit zwei Arbeitsenden UHS 420 „duo“) oder Edelstahl (UHS 415 „mono“), um ca. 8,- bzw 13,- €.

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Diese haben noch eine kleine Bohrung zusätzlich zur Aufnahme der Curaden CPS-Bürstchen (Vorsicht nicht der grüne UHS 410 „mono“ und der Edelstahl UHS 415 „mono“!).

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Dort kann fast jede beliebige Hand-Feile eingeklemmt werden (Handgriff der Feile vorher entfernen). Der Kopf ist zwar dicker als beim Micro-Opener, aber dafür ist beim Eigenbau der Griff länger, stabiler, universeller und wiederverwendbar, was das Instrument auch wirtschaftlich interessant macht.

Stabübergabe

Schon etwas länger arbeiten wir in unserer Praxis mit dem kabellosen Winkelstück NSK TC2.
Es ist eine Alternative zu dem Winkelstück von W&H, dass ich vor ein paar Tagen  vorstellte. 
Was mir gut gefällt, ist bei diesen kabellosen Winkelstücken die Möglichkeit, daß ich mit 2 Winkelstücken arbeite und diese mit vormontierten Feilen von meiner Endo – Assistentin (selbst wenn ich nur mit einer Assistentin, also in 4 Hand – Technik arbeite)  unter dem Dentalmikroskop angereicht bekomme, so  dass ich den Blick vom Mikroskop nicht abwenden muss.

Eine deutliche Verbesserung der Ergonomie gegenüber den kabelgeführten Winkelstücken.
Gegenwärtig benutzen wir sowohl das W&H Winkelstück und das NSK – Winkelstück parallel.

Ich werde zu gegebener Zeit über unsere Erfahrungen und über die Unterschiede zwischen den beiden Geräten im Praxisalltag berichten.

Boxenstopp

Kommt ein Patient zu uns zur Wurzelkanalbehandlung, wird eine Instrumentenbox speziell für diesen Patienten angelegt. Diese wird solange aufbewahrt, bis die Behandlung abgeschlossen ist. In unserer Praxis bewährt haben sich die Instrumentenboxen von Maillefer. Sie bieten ausreichend Platz für bis zu 36 Instrumente, erlauben eine übersichtliche Anordnung und können durch unterschiedliche Einsätze den verschiedensten Gegebenheiten angepasst werden.

Nachdem die Behandlung abgeschlossen ist, werden die Instrumente verworfen und die Boxen können nach Sterilisation für einen anderen Patienten verwendet werden.

 

45. Herbsttagung ZAAK in Siegen

Die 45. Herbsttagung des Zahnärztlichen Arbeitskreises Siegen e.V. widmet sich am 07. und 08.11.2008 ganz dem Thema Endodontie.

Unter dem Titel:
Zahnerhaltung durch Endodontie – ganz einfach?!

geht es an 2 Tagen  um Themen wie  Diagnostik und Therapie endodontischer Schmerzfälle, Möglichkeiten der Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge, Prinzipien und Techniken der Wurzelkanalpräparation, Desinfektion des endodontischen Systems, Röntgen in der Endodontie und Techniken der Wurzelkanalobturation oder  Revisionen endodontischer Misserfolge.

Alles in allem zumindest vom Vortragsangebot ein guter Überblick und Einstieg für all diejenigen, die sich mit moderner Endodontie vertraut machen wollen (Endo – Fortgeschrittene kommen vermutlich jedoch besser bei der DG Endo -Jahrestagung in Stuttgart am 21. und 22. November 2008 auf ihre Kosten).

Die Tagungsgebühren in Siegen sind moderat und Studenten der Zahnmedizin haben sogar freien Eintritt.

Das finde ich lobenswert, ebenso wie das generelle Fortbildungsangebot des Arbeitskreises, dass Monat für Monat renommierte Referenten zu aktuelle Themen aufweisen kann. Ganz ehrlich,  bis vor kurzem hatte ich keine Ahnung, wo Siegen genau liegt (irgendwo im Sauerland, dachte ich, was nicht ganz stimmt, das Sauerland beginnt erst nördlich von Siegen, wie ich nun weiss) und wie groß es ist.
Mit einem solchen Fortbildungsangebot habe ich nicht gerechnet.
Ich wollte, so etwas gäbe es bei uns in der Gegend.

Ich bin gespannt, was einen in Siegen erwartet.

W & H – Vorbildlicher Service

Ich war am Wochenende des 3. Oktober in Ütrecht /Niederlande für 2 Handson – Workshops mit den Mtwo – Instrumenten der Firma VDW. Das Ganze fand statt im Rahmen eines „Tag der offenen Tür“ bei der Dental Union Niederlande.

Ich war absolut perplex, welche enormen Ausmaße dieses Event dort hat.
Von Freitag bis Sontag, von 10.00 Uhr bis 21.00 Uhr sind dort die Türen geöffnet, es kommen 2 -3000 Zahnärzte dorthin und diese erwartet dort eine Riesen-Dentalausstellung.
Beim Gang durch die Ausstellung konnte ich dort auch das neue Endo -Winkelstück der Firma W & H in Augenschein nehmen. Kabellos, akkubetrieben, liegt gut in der Hand.
Genau das Richtige für den „7 Samurai“ Team – Arbeitskurs, der das Wochenende darauf in Bozen / Südtirol stattfinden sollte. Sicherlich wäre es eine tolle Sache, wenn die Kursteilnehmer das Handstück dort ausprobieren würden können.

Der W&H Repräsentant vor Ort, den ich darauf ansprach, gab mir eine Telefonnummer und riet mir, in der W& H Zentrale anzurufen und um Demo – Geräte für die Vorführung nachzufragen. Auf meinen Einwand, dass ich bereits kommenden Mittwoch nach Bozen aufbrechen müsse, meinte er nur, dass ginge in Ordnung.

Gesagt getan. Montags ein kurzer Anruf, eine dezidierte Erläuterung unseres Vorhabens und die Geräte waren auf dem Weg nach Bad Kreuznach. Und – weniger als 24 Stunden später trafen die Demo – Geräte bei uns ein so dass wir sogar die Geräte schon vor dem Kurs in unserer Praxis ausprobieren konnten.

Nach dem Ende des 3. Südtiroler Endodontie – Oktober sind die Geräte jetzt bei uns in der Praxis zum Praxistest.

Ich werde über meine Erfahrungen im Alltagsbetrieb berichten.

Vorbildlich – kann ich nur sagen – ich wünschte, alle Dentalunternehmen würden so schnell und flexibel, so kundenorientiert reagieren wie W&H.

Jede noch so lange Reise…

… beginnt mit einen einzigen Schritt.

Sagt ein altes chinesisches Sprichwort.

Klingt banal, ist aber viel Wahres dran.

Und es gibt einen (lustigen) Hollywood – Film mit Bill Murray (das wäre dann die zeitgemäße Sprichwortvariante), in welchem  dieser seinen Psychologen in den Urlaub verfolgt und in den Wahnsinn treibt.  Eines der Schlagworte dieses Films sind „Babyschritte“. Babyschritte, die der Psychologe seinem Patienten nahelegt, um zum Ziel zu kommen.

Und um genau solche Sachen geht es hier.

Dies ist der erste von hoffentlich vielen Schritten, vielen Artikeln und Beiträgen rund um die Endodontie.

Endodontie – das ist das, was man im Volksmund als Wurzelkanalbehandlung kennt. Und – um es gleich vorwegzunehmen, die Wurzelkanalbehandlung hat sich enorm verändert in den letzten 5,10,15 Jahren. Sie ist mit dem, was als Horrorszenario noch in den Köpfen der Patienten umherspukt, nicht mehr zu vergleichen. 

Und auch wenn jeder dieser Blog – Beiträge nur einen einzigen Babyschritt darstellt, so ist meine begründete Hoffnung, dass viele dieser Schritte  – allein oder in ihrer Gesamtheit – den interessierten Leser, ganz gleich ob Behandler oder Patient, voranbringen.

Von Nutzen sein werden.

In diesem Sinne. 

Gehen wir los.

Ihr H.W. Herrmann