Wir haben bei uns das Kanban System nach Hans-Willi Herrmann eingeführt. Die Umstellung erfolgte nach anfänglicher skeptischer Betrachtung nahezu problemlos.
Folgende Fragen waren für uns im Vorhinein zu klären: 1. Wer druckt, bzw. erstellt die Kanbanplaketten? 2. Haben wir ein System zum erstellen von Strich- oder Barcodeübernahme für die Bestellung der Produkte. 3. Welche Produkte sollen erfasst werden mit welchen Farben? 4. Daraus folgend, wieviele Plaketten benötige ich in wievielten Farben? 5. Wer ist verantwortlich für die Umsetzung? 6. Wir erfolgt die Kennzeichnung, d.h. am welcher Stelle (vorletztes Produkt, vorletze Packunserinheit, etc.) und welchen Farbencode möchte ich einsetzen.
Wir haben uns zunächst auf 2 Farben beschränkt. Schwarze und weiße Kabanplaketten. Schwarz -> wird nicht über AERA bestellt. Weiß -> wird über AERA bestellt.
In unserer Praxis sind ca. 400 Plaketten im Umlauf. Wir werden berichten, wie es im weiteren Verlauf des Jahres funktioniert.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Zum Beitrag von letzter Woche hat Thomas Weber, der Autor des Memorix Zahnmedizin einen ausführlichen Kommentar geschrieben, dem ich nachfolgend hier die ihm gebührende Aufmerksamkeit im Rahmen eines dezidierten Blogbeitrages geben möchte:
Wenn der Patient über Datenstick oder Chipkarte die Hoheit über seine Gesundheitsdaten behielte, wo bliebe dann die industrielle eHealth-Gesundheitswirtschaft?
Der Sinn der Telematikinfrastruktur und der ePA wäre verfehlt: Die Gesundheitsdaten müssen nutzbar gemacht werden. Für Dritte.
„Daten sind das Erdöl des 21. Jahrhunderts.“ hat Professor Dr. Andreas Peichl vom ifo-Institut mal formuliert. Und Gesundheitsdaten sind besonders wertvolle Rohstoffe, die endlich und in großer Menge gefördert werden wollen. Bleiben wir im Bild: Erschlossen werden sollen die Datenquellen im Wesentlichen durch die Heilberufler in den Praxen und Krankenhäusern, den eRezepten, aber auch durch die Patienten selbst mittels Wearables und Smartwatch-Apps: Alles soll in die ePA, von dort wird es über die Pipeline der schnellen „Datenautobahn“ Ti in die Rohöhldatenbank der Krankenkassen gepumpt, bevor die Daten raffiniert werden. In den Tanks lagern schon die „Versorgungsdaten“ aus den Abrechnungen der Heilberufler. Die größte Raffinnerie ist das „Forschungsdatenzentrum“, wo der unterschiedliche Gehalt der Daten erschlossen wird. Und von da geht es zur weiteren Verwertung der Datenerdölprodukte durch Nutzer mit „berechtigtem Interesse“.
Künftig dürfen die Krankenkassen in den Versichertendaten nach persönlichen Gesundheitsrisiken suchen und die Betroffenen dann darüber informieren. Und deshalb brauchen sie – quasi zwangsweise – den Zugriff auf den Rohöldatentank. Die Daten dort sind pseudonymisert, damit eben ein Personenbezug wieder hergestellt werden kann, denn wie sollte der Versicherte sonst über sein persönliches Risiko informiert werden können? Und ein Zweites versprechen sich die Krankenkassen , wie es die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes offen kommunizierte: „Die Übermittlung der Abrechnungsdaten muss erheblich beschleunigt werden, damit Patientinnen und Patienten die erbrachten Leistungen transparent nachvollziehen und Krankenkassen ihre Versicherten individuell beraten können, welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten existieren. Auf Basis eines gesetzlichen Auftrags werden Vertragsärztinnen und Vertragsärzte verpflichtet, Daten zu definierten Leistungen taggleich an die Krankenkassen zu übermitteln. Hierdurch werden Versicherte und Krankenkassen in die Lage versetzt, sich zeitnah einen aktuellen Überblick über die Behandlung zu verschaffen. So können Patientinnen und Patienten frühzeitig auf den bedarfsgerechten Versorgungspfad geleitet und bei der Inanspruchnahme notwendiger Leistungen unterstützt werden.“ Der gläserne Patient und der gläserne Arzt auf dem bedarfsgerechten Versorgungspfad, den die Krankenkassen dann wegweisen. Wie schön ist die neue eHealth-Welt!
Aber „berechtigtes Interesse“ haben natürlich auch Versorgungsforscher jeder Coleur, die Pharmaindustrie, die industrielle eHealth-Gesundheitswirtschaft oder der Versandhandel von Gesundheitsprodukten jeder Art. Da ist das Angebot für den neuesten Diabetes-Sensor schon im Briefkasten, bevor die Diagnose beim Betroffenen richtig angekommen ist. Wie bequem ist die neue eHealth-Welt!
All das kann man gut finden. Bequemlichkeit hat halt ihren Preis. Sollte man aber nicht gut finden müssen. Erinnern wir uns: Die ePA gibt es auf freiwilliger Basis, also Opt-In, seit 2021. Die Patienten, die sich bisher eine haben anlegen lassen liegt momentan irgendwo um die 2%. Deshalb kommt jetzt das „Opt-Out“: Wer nicht widerspricht, kriegt eine ePA. Und es ficht den Gesetzgeber dabei nicht an, dass Schweigen oder Nichtstun im Rechtsverkehr eigentlich keine Willenserklärung darstellt.
Die ePA bleibt für beide Gruppen der Ärzte und der Versicherten ein zweischneidiges Schwert. Jeder tut gut daran, sich umfassend zu informieren. Mittlerweile gibt es sehr gute Zusammenfassungen über Nutzen, Risiken und Folgen der ePA vom Team Zahnärzte Bayern: https://www.team-zahnaerzte-bayern.com/epa oder vom MEDI-Verbund: https://www.medi-verbund.de/epa/ . Interessanterweise kommen nun auch die ersten Berufsverbände auf den Widerspruchstrip: Unter https://opt-out-info.de/ warnt der FVDZ-Landesverband Bayern e.V. Patienten unter dem Motto: „Schütze Deine Daten!“ vor der ePA.
Wer sich um eine umfassende Sicht bemüht, dem sei das Büchlein von Dr. Andreas Meißner „Die elektronische Patientenakte – vom Ende der Schweigepflicht. Für Risiken und Nebenwirkungen übernimmt niemand die Verantwortung.“ empfohlen, das im Westend-Verlag im Mai 2024 (ISBN 3864894727) erschienen ist. Meißner ist nicht nur ein sehr kluger Mensch und Psychiater, er hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Telematikinfrastruktur und der ePA auseinandergesetzt, dazu viel publiziert und darf als Kenner der Materie gelten. Die 10,00€ (oder auch weniger im Gebrauchtbuchhandel) für das kleine Buch sind gut angelegt, zumal man es nach der Lektüre auch dem Praxisteam oder der Patientenschaft weiterreichen kann.
Und wer noch auf Facebook unterwegs ist, findet diese und viele weitere Informationen auch zur ePA auf der Seite der Aktion „Rote Karte für die TI“: https://www.facebook.com/Rote.Karte.TI/.
Dieser Patient wurde uns vor einiger Zeit überwiesen. Der Zahn 36 zeigte nach begonnener endodontischer Behandlung eine zunehmende Schmerzsymptomatik. Im klinischen Befund sind Sondierungtiefen zwischen 2 und 4mm erkennbar, suffiziente Füllungstherapie und der Lockerungsgrad ist 0.
Die sich röntgebologisch darstellende j förmige apikale Osteolyse an der distalen Wurzel lässt den Verdacht auf eine Infraktur/Riss zu. Deshalb waren wir in der Prognosestellung zurückhaltend obwohl klinisch kein Hinweis auf eine Infraktur erkennbar war. Der Patient wollte den Zahn trotzdem unbedingt erhalten.
Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig, die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% unter Schall und Ultraschalleinsatz. Die Instrumentierung erfolgte mit R-Pilot, Profile 15.04, Wave One Gold #20-#35. Die thermische Obturation gelang mit Guttapercha und Total Fall BC Sealer HiFlow. Klinisch war keine Fraktur/Riss im mikroskopischen Bild erkennbar.
Im letzten 2 Jahres Recall konnten wir eine nahezu vollständige Regeneration der apikalen Osteolyse erkennen.
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Die Abteilungsleiterin für Digitalisierung im Bundesgesundheitsministerium Dr. Susanne Ozegowski zeigt sich optimistisch für den ePA-Start. „Wir waren noch bei keiner anderen Digitalanwendung in Deutschland so gut vorbereitet wie jetzt bei der ePA“, sagte Ozegowski am Dienstagmorgen beim Deutschen Interoperabilitätstag in Berlin. Dennoch werde nicht alles reibungslos, perfekt und hundertprozentig laufen, wenn es am 15. Januar losgehe, so Ozegowski weiter. „Es wird bestimmt Punkte geben, wo es zu Schmerzen kommt, wo noch Fehler auftreten. Aber wir haben eine Klarheit, wie wir dann damit umgehen, und ich glaube, darauf kommt es vor allem an.“ Sie nehme wahr, dass alle Akteure motiviert und begeistert seien und sich einbrächten. „Daher bin ich sehr optimistisch, was den Jahresstart angeht“, sagte sie.
Auch in Italien soll es nun eine elektronische Patientenakte geben. Wie dies im Einzelnen aussieht, kann ich nicht sagen, aber in einem Punkt unterscheidet sie sich schon einmal diametral von der bestvorbereitesten Digitalanwendung Deutschlands. Der Patient in Italien muss nämlich der Nutzung einer solchen Anwendung ausdrücklich zustimmen. So konnte ich es im „Brixener“, der Zeitung mit Stadtinformationen von Brixen/Südtirol lesen. Dort wird nämlich um Zustimmung geworben.
Im Gegensatz zu Deutschland.
Wo keiner genau informiert wird, was und wie genau diese ePA funktioniert. Und man aktiv widersprechen muss. Ansonsten die eigenen hochsensiblen Gesundheitsdaten vielen vielen Leuten zur Einsicht zur Verfügung stehen.
Ich vermute mal, das bislang sich die wenigsten Bürger unseres Landes Gedanken gemacht haben, was das gegebenenfalls für die eigene Person bedeutet, wenn intimste persönliche Daten eines gesamten Lebens (von der Geburt bis zur Totenbahre) abrufbar werden. Und zwar nicht nur für die betreuenden Ärzte, sondern auch für jede Menge anderer Personen, die nichts direkt mit Medizin per se zu tun haben. Von den Begehrlichkeiten für Kriminelle (Computer kann man „hacken“) mal ganz abgesehen. Und natürlich werden – da halte ich jede Wette- in nicht zu ferner Zukunft z.B. Versicherungen diese Daten abfragen. Und dann massgeschneiderte Prämien ermitteln für jeden Einzelnen. Mit individuellem Risikoaufschlag. Und dann heisst es viel mehr zahlen oder einen Ausschluss des betreffenden Krankheitsrisikos akzeptieren. Man dann also die Behandlungskosten aus eigener Tasche zahlen muss.
Und bei Bewerbungen um einen neuen lukrativen Job wird der zukünftige Arbeitgeber Einblick in die Krankenakte fordern vorab. Suchmaschinen liefern dann Sekundenschnelle die toxischen Aktenfundstücke. Alkohol, Drogenkonsum, Burn Out, Bulimie, „Ritzen“, Geschlechtskrankheiten, Abtreibungen, Psychosen, Selbstmordversuche, Aids. Um nur ein paar zu nennen. So gesehen ist der gelangweilte Mitarbeiter der örtlichen Krankenkasse oder der örtlichen Apotheke, der einfach nur wissen möchte, was beim Nachbarn so alles in der Akte steht, noch das kleinste Übel. Allein das schon schlimm genug. „Hast du schon gehört….“
Und wer es immer noch nicht kapiert hat. Stellen Sie sich vor, das der Kontostand ihres Bankkontos frei einsehbar wäre. Ihre Schulden, ihr Erspartes?
Wollen sie das ? Denken sie mal drüber nach und dann mulitplizieren sie ihr Unbehagen mit 100. Willkommen bei der ePA!
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Alle Gesundheitsdaten an einer Stelle gesammelt. Das wäre toll und nützlich.
Aber dann bitte auf einer Chipkarte, die sie bei sich tragen oder in ihrem Smartphone gespeichert. Und wenn jemand auf diese Daten zugreifen soll, dann erteile ich ihm DANN und nur für DANN meine Zustimmung.
Es wäre so einfach. Warum also nicht so? Ein Schelm, der Arges denkt…
Der heute fast zwölfjährige Luis erlitt im Herbst 2022 ein Frontzahntrauma im Sinne einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 11 und Dislokation von Zahn 12.
Rö alio loco
Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis im November 2022 zeigten sich neben einer apikalen Pathologie bereits infektionsbedingte Resorptionen; insbesondere an Zahn 12.
Aufgrund des unterschiedlich weit fortgeschrittenen Wurzelwachstums entschieden wir uns für eine MTA-Apexifikation an 11 und eine RE-Therapie für 12 (in insgesamt drei Terminen).
Achtzehn Monate später war Luis gestern zur Nachkontrolle bei uns…
Freu
:-)
sieht aus, als wäre die Therapiewahl nicht die Schlechteste gewesen…
Über die neueste Generation unseres Kanban – Systems unter Zuhilfename des 3D-Druckers hatte ich hier schon berichtet.
Und freue mich, das zwischenzeitlich ein paar Kollegen dieses Konzept – über das auch bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation berichtet wurde- übernommen haben.
Mit guten Ergebnissen. Was sich mit unseren Erfahrungen deckt.
Es ist das beste System, das wir bisher in Aktion hatten. Insbesondere die Kombination eines nicht übersehbaren und nicht versehentlich wegwerfbaren Labels, welches fest mit dem Verbrauchsmaterial verknüpft wird, macht den Unterschied zum Positiven. Das System funktioniert sogar so gut, das es gegebenenfalls die Aufkleber unserer Wawibox-Materialverwaltung überflüssig machen wird.
Seit kurzem gibt es nun eine weitere grüne Kanban-Karte.
Wofür ist diese ? Nun, für alle Materialien, die in so grossen Mengen bestellt werden, dass eine Lagerung des Gesamtbestandes im Behandlungszimmer nicht möglich ist. In solchen Fällen wird die letzte Materialpackung im Zimmer nicht mit einer roten, sondern mit einer grünen Kanban-Karte versehen. Damit wissen wir, das das Verbrauchsmaterial noch in genügender Zahl vorhanden ist, nur nicht an diesem Ort. Der Restbestand befindet sich an anderer Stelle. An welcher verrät der Aufkleber auf der grünen Karte. Es wird dann solange aus dem Fundus aufgefüllt (und jeweils mit der grünen Karte neu getaggt) bis der letzte, mit einer roten Kanban-Karte markierte Artikel im Zimmer landet.
Was hat sich dadurch geändert ? Es kam immer wieder mal vor, dass Artikel neu bestellt wurden, obwohl in der „Voratskammer“ noch Material vorhanden war. Der Klassiker ? Die OP-Mikroskop-Schutzhüllen sind alle, obwohl noch 1000 Stück davon im Vorrat waren. Solche Versehnisse kommen nun nicht mehr vor.
Gerade habe ich mit einer Zahnärztin telefoniert, die uns regelmäßig Patienten überweist. Ihr Zahntechniker hatte ein akutes Problem, ab einem neu überkronten Zahn. Der Zahn zeigt stark obliterierte Wurzelkanäle. Die Nachbarzähne zeigten im DVT anatomische Besonderheiten. Deshalb rief ich in der Praxis an und informierte die Kollegin. Sie freut sich, daß wir ihr Probleme dieser Art abnehmen. Ihr fehlt immer mehr die Kraft, den beruflichen Alltag zu meistern. Seit mehreren Jahrzehnten ist sie als Zahnärztin tätig. Im gleichen Atemzug erklärte sie mir, daß sie demnächst ihre Praxis schließen wird. Einen Nachfolger findet sie nicht und weiter arbeiten möchte sie nicht mehr unter diesen Bedingungen. Die großen Kostensteigerungen für Personal, Verbrauchsmaterial, IT und Digitalisierung, sowie Mietkosten führen zu einem immer geringer werdenden Überschuss. Wenn die Bedingungen stimmen und man die zahnärztliche Arbeit gern macht, bleibt man lange am Ball.
Das ist aber nicht mehr der Fall. Jetzt laufen ihre Leasingverträge für ihre Computer aus und eine Neuinvestition wird sie nicht mehr machen. Ohne Computer kann sie heute keine Leistungen in der GKV abrechnen. Es ist schade, daß sie ihr Lebenswerk einstampfen muss.
Über kurz oder lang werden alle Einzelpraxen in den ländlichen Gebieten so enden. Das ist ihre feste Überzeugung. Und demnächst werden noch einige Praxen in der Umgebung aus diesen Gründen schließen. Es wird zeitnah in diesen Gebieten neben dem ärztlichen auch den zahnärztlichen Notstand geben.
Die dort lebenden Menschen können nicht weg und in den Großstädten werden die Ärzte auch weniger. Dieser Verlust an Lebensqualität wird zunehmen.
Passend dazu diese Meldung von änd exklusiv und Quintessenz schreibt zur Personalproblematik.
Ich bin zuversichtlich. Das der Zahn 46 trotz seiner 3 Perforationen noch lange im Mund bleiben kann.
Woher ich diese Zuversicht nehme?
Weil an unserem August-Recalltag zusätzlich zum Fall hier noch ein weiterer Fall ähnlichen Phänotyps auftauchte. Eine vorhandene externe Perforation. Der zur Folge der Zahn eigentlich hätte gezogen werden sollen, dann die Patientin jedoch vom Hauszahnarzt an uns verwiesen wurde. Das war im September 2016.
Fast 8 Jahre später ist der Zahn 24 immer noch im Mund. Die Perforation wurde mit ProRoot MTA gefüllt. Die knöchernen Verhältnisse im Perforationsbereich sind einwandfrei. Die PA-Taschentiefenmessung am 23. 08.2024 95 Monate post WF ergab folgende Messwerte. Zahn 24 mv 2 mm v 2mm dv 2 mm dl 2 mm l 2 mm ml 2mm Lockerungsgrad Null.
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Im zweiten Fall sind neben den Füllungsfrakturen mehrere Dinge auffällig. Die Anamnese ergab einen Z.n. Frontzahntrauma in der Vergangenheit.
Man kann in allen Aufnahmen erkennen, daß dieWurzellänge von 11 reduzierter erscheint als 21 und 12. Dies kann durch divergierende Zahnstellungen auch so im Röntgenbild erscheinen.
Die apikale Kontur erscheint in der ersten Aufnahm Kraterähnlich. Ein Hinweis auf eine mögliche apikale Resorption. Insbesondere mit der Anamnese Z.n. Frontzahntrauma wichtig. Die WF im 2. und 3. Bild erscheint dezent überextrudiert. Mesial am Zahn 11 erscheint ein vertikaler Knochendefekt in Zusammenhang mit einer hypodensen, weichteildichten Struktur lateral mesial vom Wurzelkanal im Beginn des koronalen Wurzeldrittels. Möglicherweise eine Fraktur oder Resorptionslakune.
Im DVT zeigt sich dies als Z.n. Frontzahntrauma mit Kronenfraktur ohne Therapie der Verletzung des Wurzelzementes. Daher ist die Diagnose externe Resorption wahrscheinlich.
Anbei die weiteren Bilder als Screenshots aus dem DVT.
Im zweiten Fall wurde der Zahn 11 endodontisch behandelt. Nach einigen Monaten stellten sich erneut Beschwerden ein. Im von uns angefertigten Röntgenbild ist die Situation etwas schärfer dargestellt, als in der mitgelieferten Folienaufnahme, da wir einen entsprechenden „endodontischen Filter“ angewendet haben. Was fällt Ihnen/Euch auf?
Bitte nutzen Sie/ nutzt Ihr die Kommentarfunktion.
5 Perforationen, auf zwei Zähne, Zahn 46 und Zahn 47 verteilt. 3 davon an Zahn 46. zwei distal, eine mesial. Der Patient suchte uns im November 2023 wegen des symptomatischen Zahnes 46 auf. Die Perforationen an Zahn 46 und 47 wurden im DVT als Zufallsbefund entdeckt, der Zahn 47 ist klinisch unsymptomatisch.
Wie es scheint, habe ich über den Fall zwischenzeitlich nicht weiter berichtet. Das werde ich nun nachholen.
Mittlerweile liegt nämlich nicht nur die Röntgenaufnahme nach WF vor, sondern sogar schon das erste 6 Monate post WF- Recallbild. Wie doch die Zeit vergeht. Die Behandlung startete am 20.11.2023, die WF war am 08.02.2024. Das 6 Monate-Recallbild ist vom 20.08.2024.
Die nachfolgenden Fotos zeigen Zahn 46 im Zustand nach MTA-Deckung und vollständiger Aufbereitung der 4 Wurzelkanäle unmittelbar vor WF.
Patient und Zahn geht es gut. Die apikale Aufhellung um die mesiale Wurzel ist rückläufig. Der Knochen im Bereich der Perforationen, sowohl mesial als auch distal ist unauffällig im Zahnfilm, auch das schon mal ein sehr gutes Zeichen. Eine Überkronung durch die Hauszahnärztin soll nun folgen.
Bliebe nur die Frage, wie wird sich der Bereich um das subossär applizierte, aber crestal die Knochenoberfläche durchbohrende MTA langfristig verhalten.
Nächste Woche ist es soweit. Der 3. und letzte Teil unserer einmalig stattfindenden DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über … Veranstaltungsreihe findet statt.
Es geht um EndoErgonomie und ich möchte alle Teilnehmer bitten, einen 20 Euro Schein mitzubringen. Keine Angst, Sie müssen den Geldschein nicht an der Tür zum Vortragssaal abgeben, sie müssen ihn nicht einmal aus der Hand geben und er darf wieder mit Ihnen zurück in ihre Praxis, aber bitte einen solches Zahlungsmittel für unseren gemeinsamen Tag bereithalten.
Bis zum nächsten Samstag.
Wir freuen unns. Und ja, es muss ein Zwanzig Euro- Schein sein. Kein Fünfer. kein Zehner, kein Fünfziger.
Unsere Frage war? Im mitgelieferten Röntgenbild sind Nebenbefunde versteckt…
Wie in den Kommentaren bereits geschrieben haben wir auf den Verdacht einer P. apicalis am Zahn 47 hingezielt. Da der Zahn keinerlei Spuren einer restaurativen Behandlung zeigt, wird so ein Befund schnell übersehen. Nebenbefunde sind die Sklerossierung apical mesiale Wurzel 46.
Im angefertigten 3D ist auch sehr schön die Ursache der apikalen Veränderung zu sehen. Infraktur in der distalen Schmelzrandleiste. Wie es weiter geht, wissen wir noch nicht, falls es zur Therapie kommt werden wir hier berichten.
Der heute achtjährige Felix erlitt Ende April 2024 beim Trampolinspringen (Knie gegen Zahn) ein kompliziertes Frontzahntrauma.
Neben der Avulsion des Zahnes 21 kam es zusätzlich zu einer horizontalen Wurzelfraktur. Das apikale Fragment verblieb hierbei in der Alveole.
Alio locoAlio loco
45 Minuten nach dem Unfall wurde der Zahn nach bis dahin unphysiologischer Lagerung (Taschentuch) in eine Zahnrettungsbox überführt. Nachdem ein (vorsichtiger) Versuch der Fragmententfernung nicht gelang, würde der Zahn (ohne retrograde Extirpation ) reponiert und mittels TTS geschient.
Als sich Felix in Begleitung seiner Mutter gut 14 Tage später bei uns vorstellte zeigte sich eine deutliche Fistel oberhalb des Zahnes.
Alio loco
Trotz der widrigen Umstände entschieden wir uns mit Felix und Mutter für einen Versuch der Zahnerhaltung.
Nach eingeleiteter endodontischer Behandlung bis zum Bruchspalt (Med: Ca(OH2) heilte die Fistel innerhalb von einigen Tagen ab. Die Schienenentfernung erfolgte nach vier Wochen.
Vier Monate später stellt sich die Situation bisher recht erfreulich dar. Insbesondere klinisch gibt es (bisher) keinen Anhalt für eine Ersatzresorption.
Bei weiterem planmässigen Verlauf ist der vorläufige Abschluss der Therapie mittels MTA-Apexifikation in vier Wochen geplant…
Sicher ein Fall für die Kategorie: Heldenhafte Bemühungen…
die Fälle auf denen im Röntgenbild zu sehen ist, was wir nicht sehen. Die erste Arbeitswoche brachte gleich 2 Fälle.
Der erste Fall ist ein Patient mit dem Restaurationsverlust am Zahn 46 und Beschwerden. Im Notdienst wurde ein profunde Karies festgestellt und eine endodontische Behandlung begonnen. Diese gelang nicht, da die Kanaleingänge nicht gefunden werden konnten. Im mitgelieferten Röntgenbild sind Nebenbefunde versteckt…
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Wir haben ein neues WF- Gerät. Zwangsweise. Weil unser heiss geliebtes Meta Biomed Genesys den Geist aufgegeben hat.
Streng genommen nicht das Gerät. Sondern nur die Batterie des Downpack- Gerätes. Und ich bin zuTode betrübt.
Weil das Meta Biomed Genesys für mich das mit Abstand beste Gerät für die Warm Vertical Compaction ist, mit dem ich in den letzten 27 Jahren arbeiten konnte. Solange nämlich fülle ich schon Wurzelkanäle im Sinne von Herbert Schilder mit plastifizierter Guttapercha.
Das Gerät bzw. die beiden Geräte sind also ein Traum. Und funktionierten einwandfrei, wenn man davon absieht, das im Zeitraum von ein paar Jahren ein Kunststoff- Befestigungsring immer mal ausgetauscht werden musste. Kein Problem, das Ersatzteil war nicht teuer und lies sich in Sekundenschnelle ab- und aufschrauben.
Jetzt aber der Gau.
Das Gerät ist vom deutschen Markt genommen schon seit einiger Zeit. Und es gibt keine Batterien mehr dafür. Auf meine Nachfrage, ob vielleicht in Korea noch Batterien erhältlich wären, wurde mir im Sinne von Radio Eriwan geantwortet. Im Prinzip ja. Allerdings dürften die Lithium-Batterien nicht via Luftfracht im Frachtraum verschickt werden. Sicherheitsauflagen der Airlines. Das Verrückte ist. Neugeräte, welche die gleiche Batterie in sich tragen, dürfen befördert werden. Aber Neugeräte gibt es ja nicht mehr in Deutschland, diese haben keine Zulassung mehr.
Was für ein Glück daher, das ich bei der letzten DGET- Jahrestagung am Stand von Lambert Dental Füllgeräte von der Firma Woodpecker gezeigt bekommen habe.
Das Woodpecker Fi-P habe ich gekauft nun. Schönes Design, wertige Verpackung. Sehr sehr leicht kommt es daher. Zu leicht, fast schon an der Grenze zur ECONOMY- Haptik. Und die mattschwarze Lackierung sieht zwar stylisch aus, ist aber sicherlich deutlich mehr (Sealer)schmutzanfällig als die weisse glatte Oberfläche des Genesys.
Allerdings- bei einem Marktpreis von 300 Euro netto – ein absolutes Schnäppchen. Und funktioniert – vom für uns gewöhnungsbedingten Intervall- Piepsen bei Betätigung des Auslösers abgesehen- so wie es soll. Was will man mehr. Von meiner Seite daher eine klare Empfehlung.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.#
Wir hatten Glück. Am letzten Tag vor seinem 3 wöchigen Urlaub kam der Service-Techniker noch einmal zu uns in die Praxis und behob den Defekt. Ich hatte mich entschlossen, auch an diesem Behandlungsstuhl nun ein Bottle-System installieren zu lassen, um zukünftigen Problemen mit der eingebauten Wasserentkeimungseinheit grundsätzlich aus dem Weg zu gehen.
Freitag Nachmittag 15 Uhr. Das neue System ist installiert. Alles funktioniert. Keine Beanstandungen.
Montag morgen.
Nach Inbetriebnahme des Stuhls bildet sich innerhalb von 2 Minuten eine grosse Flüssigkeitspfütze auf dem Boden. Wesentlich größer als alles, was wir bisher hatten.
Sogar noch grösser als das Magengescchwür, das stande pede in meinen Eingeweiden zu wachsen beginnt.
Facetime-Fehlersuche mit dem Techniker, der auf dem Weg in den Urlaub sich befindet, aber dennoch sofort sich meldet. Ein nagelneuer Kunststoff -T-Verbinder (laut Hersteller für wesentlich höhere Drücke konzipiert) ist undicht. Es wird noch am selben Tag ganz altmodisch stattdessen ein metallener Verbinder eingebaut.
Ich lese sehr gerne in antiken Fachbüchern. Bin immer wieder begeistert, mit welcher Sorgfalt und welchem Einsatz hier hochdetailliert Wissen weitergegeben wurde.
Es ist immer wieder erstaunlich, was die Altvorderern alles schon wussten. Was vor vielen Jahren schon entdeckt wurde und immer noch aktuell ist. Und wie sich bestimmte Problematiken immer wiederkehrend wie an einem roten Faden aufgefädelt durch die Dekaden ziehen.
Damals war die Teamarbeit etwas ganz Neues. Zumindest in Deutschland. Und gegenwärtig scheint sich in starker Tendenz Teamarbeit und Ergonomie wieder zum antiken Status Quo zurückzuentwickeln. Der Zahnarzt als Einzelkämpfer, eventuell unterstützt von der den Speichelsauger haltenden Ehefrau.
Ist das eine gute, ein sinnvolle Entwicklung ? Nein. Es ist eine Katastrophe.
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER zum letzten Mal. Diesmal reden wir über EndoErgonomie.
Professionelles endodontisches Arbeiten und Top-Ergebnisse lassen sich idealerweise im Team verwirklichen. Das optimale Zusammenspiel zwischen Assistenz und Behandler ist die Grundlage für präzises, effizientes und ermüdungsfreies zahnmedizinisches Arbeiten. Dies trifft in besonderem Maße auf die Endodontie zu, wo auf engstem Raum auf einen Bruchteil eines Millimeters genau gearbeitet werden muss.
Eine steile Lernkurve bedeutet allerdings einen langen steinigen Weg für die Anwender. Erschwert durch den Umstand, dass solchen Thematiken in der endodontischen Fortbildungslandschaft – wenn überhaupt – nur eine seltene Ausnahmestellung eingeräumt wird. Das hundertste Seminar über Nickel-Titan-Instrumente. Kein Problem. Eine Fortbildung über endodontisches Arbeiten im Team? Bislang die absolute Ausnahme.
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER schaffen Abhilfe. Teilen offen und vorbehaltlos ihr Wissen zur EndoErgonomie.
Und diesmal steht das von DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER I + II bekannte Sofa nicht allein in Bad Kreuznach auf der Bühne. Steht am Rand. Weil wir eine Behandlungseinheit in die Mitte stellen werden. Damit wir auch live vor Ort zu Fragen Stellung nehmen können.
Was sich unerwarteterweise im Vorfeld schon gezeigt hat – Die Unterschiede zwischen den Teams sind bei diesem Thema eklatant. Hier machen drei Praxen ganz viele Dinge ganz unterschiedlich.
Werden daher ihren eigenen „Way of Endo“ engagiert verteidigen: 9 Uhr, 10 Uhr 12 Uhr-Position? Vierhändig oder sechshändig? Peitsche, Satellit oder Cart? Monitor oder Mitbeobachtertubus?
Ganz viel Diskussionspotential also.
Der Vorteil für die Zuschauer ? Bei der vorhandenen Vielfalt ist die Wahrscheinlichkeit gross, das jede der Teilnehmerinnen und jeder Teilnehmer für die individuelle eigene Situation seinen Referenten findet, der ihm von seiner Arbeitssystematik her zusagt und man/frau so wertvolle Tipps mitnehmen kann.
Und weil bei Teamarbeit Zusammenarbeit bedeutet, ist DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoErgonomie natürlich oder gerade auch eine Fortbildung für die Assistentinnen der Praxis. Damit man das am Samstag erfahrene am Montag sofort ZUSAMMEN in der eigenen Praxis anwenden kann.
Der letzte Tag vorm Sommerurlaub. Die letzte Stunde. Und der Behandlungsstuhl in Zimmer 3 hat einen Defekt. Darüber berichtete ich hier.
In unserer letzten Ferienwoche wird der Stuhl repariert. So dass wir nach unserem Urlaub wieder wie gewohnt loslegen können.
So die Theorie. Am ersten Tag dann morgens bei der Teambesprechung. Eine Wasserpfütze am Stuhl in Zimmer 2. Kommt wieder, wenn man das Wasser wegwischt. Und in Zimmer 1 überrascht die Speifontaine durch eine Geräuschkulisse, die den Niagara-Wasserfällen alle Ehre macht. Wir wissen, was das heisst. Eine Membran ist defekt, daher die Geräuschkulisse immer dann, wenn die Absaugung genutzt wird. Man kann arbeiten, aber – weil doch sehr laut – es nervt furchtbar.
Der noch am gleichen Vormittag herbeigeeilte Morita- Service-Techniker berichtet, das beide Problematiken mit der sogenannten WEK zusammenhängen. WEK ? Steht für Wasserentkeimung, vermute ich. Die Apparatur wird von Morita nur zugekauft. Produzent ist ein renommierter europäischer Hersteller, der nach eigenen Angaben eine Vorreiterrolle einnimmt mit ihrem System mit freier Fallstrecke zur Trennung von entkeimtem Brauchwasser und Frischwasser.
Heute mal wieder ein Recall einer Reparativen Endodontischen Therapie
Bei dem damals 7-jährigen Justin hatte eine komplizierte Kronenfraktur an Zahn 11 zu einer Pulpanekrose geführt.
Nach unserem „üblichen“ Protokoll stellte sich die Situation so dar:
Das uns vom Hauszahnarzt drei Jahre später übermittelte Recallbild bestärkt mich wieder einmal darin, diese Therapie bei weit offenem Apex gegenüber einer Apexifikation zu präferieren…
August ist der Monat im Jahr auf den wir spätestens im Monat Juni lechzen. Es ist der Urlaubsmonat.
In den ersten 2 Jahren meiner Berufstätigkeit, die noch in die Zeiten des „Der Sozialismus siegt“ fallen hatte ich im Jahr ca. 3 Wochen Urlaub, inkl. Samstage. Ich war angestellt in einer staatlichen Zahnarztpraxis. Nach meiner Selbständigkeit im Jahr 1991, nun im Kapitalismus, hatte ich die 14 Tage Urlaub im Jahr. Sprich 2 Wochen. Mehr konnte ich mir nicht leisten, meinte ich. 1999 war das erste Jahr in welchem ich mir 4 Wochen Urlaub leistete. Das war ein Traum… Den wollte ich weiter genießen.
Als Zahnarzt, ausgebildet in der DDR hatte ich ein großes Problem. Es fiel mir unglaublich schwer Geld für meine Tätigkeit zu verlangen. Das mussten wir früher nie. Das hatte zur Folge, daß ich 10 Jahre Leistungen, die wir erbrachten, gar nicht berechnete. Vor allem im GOZ Bereich. Das führte natürlich wiederum dazu, daß wir mehr, sprich länger arbeiten mussten. Deshalb weniger Urlaub. Aus heutiger Sicht unvorstellbar.
6 Jahre ging das gut mit dem „vielen Urlaub 3-4 Wochen. Dann gründete ich eine neue Praxis, ganz ausgerichtet auf dentalmikroskopische Therapien der Zahnerhaltung. Das war die Umsetzung eines Traums. Träume leben kostet… Folge, auf Grund von noch bestehenden Altkrediten und Neukrediten, mehr Arbeiten und wieder weniger Urlaub. Wieder waren Jahre mit max. 2-3 Wochen Urlaub im Jahr angesagt.
Diese Form der Selbstausbeutung ist sicher vielen Selbständigen nicht ganz unbekannt. Das ist eigentlich ein Unding, wenn man selbst weniger Urlaubstage hat als die Mitarbeiter. Früher gab es in meiner Praxis für die Mitarbeiter den gesetzlichen Mindesturlaub, dann 2 Tage mehr, danach mindestens 28 Tage auch bei Teilzeitarbeitsmodellen.
Und nun bin ich im Urlaub und schreibe über Urlaub… Es hilft mal die Zeiten Revue passieren zu lassen und zu überlegen, wie soll das weiter gehen… Ich wünsche allen Lesern die noch im Urlaub sind, oder diesen noch vor sich haben erholsame Tage. Ich bin wieder im September online.
der Spruch fällt bei uns immer mal, wenn man in schwierigen Situationen einfach den Hut werfen will und soll motivieren nicht aufzugeben.
Im Moment habe ich so eine Situation, die sicher der Eine oder Andere ebenso erlabt hat. Unsere Wurzelfüllungsgeräte Obturation Unit von Sybron Endo (Diese wurden von Kerr inzwischen übernommen.) erwiesen uns trotz kleiner Defekte sehr lange gute Dienste. Besonders hervor zu heben ist die Temperaturregelung am Hitzeplugger mit Werten zwischen 50 und 250 Grad Celsius. Derartige Geräte gibt es heut nicht mehr in Europa. Für biokeramische Sealer sind, wie hier schon früher beschrieben andere Temperatureinstellungen notwendig als für herkömmliche Sealer (AH Plus etc.).
Zum Schutz und aus hygienischen Gründen sind die Griffstücke an der Obturation Unit abnehmbar und sterilisierbar. An der Spitze sind Silikonkappen, welche die Knöpfe des Handstückes schützen und gleichzeitig die Bedienung ermöglichen.
Diese Silikonschützer verschleißen. Früher konnte man diese nachbestellen. Jetzt sind diese nicht mehr gelistet und sind nicht mehr erhältlich. Aber nur in Deiutschland (wahrscheinlich EU). In den USA sind diese bei Kerr bestellbar. Meine Anfrage bei Kerr Deutschland führte zu keinem Ergebnis. Es kam zwar ein Rückruf, man nachfragte um was es geht aber danach passierte nichts mehr. Keinerlei Reaktion. Erschreckend, wenn man bedenkt, daß Kerr sich selbst als Weltmarktführer sieht. Noch mehr erschreckend, wenn man dabei bedenkt das überall von Nachhaltigkeit geredet wird und wir es schaffen Werte in Größenordnungen, wegen fehlender Kleinstteile zu vernichten. Gleichzeitig läuft eine Kampagne von Kerr (Verpackungen werden ökologisch.) um sich hervorzuheben.
Elektrogeräte reparieren statt wegwerfen – heißt es im privaten Bereich. Warum ist ein entsprechend nachhaltiges Verhalten und der schonende Umgang mit Ressourcen im gewerblichen/öffentlichen Bereich unerwünscht. Wir werfen weg, obwohl nicht defekt und kaufen neue, weniger gute, weniger haltbare Produkte. Einfach obskur.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Alle paar Jahre wieder erscheint mal eine Nachricht in den Medien, welche in naher Zukunft den Wegfall des ungeliebten Zahnarztbesuchs in Aussicht stellt.
Meist zu Zeiten des berühmten Sommer( Nachrichten) lochs. So auch diesmal wieder, nun geht es darum, die Endodontie überflüssig werden zu lassen: „Breakthrough in dental care could make root canals obsolete“
Sicherlich noch ein weiter Weg, aber was den Artikel von den meisten anderen reisserischen Yellowpress-Artikeln unterscheidet in positiver Weise ist der Fakt, dass immerhin ein sinnvoller wissenschaftlicher Ansatz ihm zugrundeliegt.
Wollten wir deshalb noch einmal tauschen mit der Zeit vor 50 Jahren? Auch nicht. Das Bessere mit Freuden annehmen, das Gute, Bewährte aber bewahren. Das sollten wir.
Viele Jahre kam Herr R. zu uns als Servicetechniker des Dentaldepots.
Herr R kam nach der Wende aus dem Osten. Er war ein spröder, knorriger Typ. Wortkarg.
Etliche Kollegen kamen nicht mit ihm zurecht. Verbaten sich sogar, das er als Servicetechniker die Praxis betrat.
Wir mochten ihn. Baten darum, das ER zu uns kam. Weil er den Dingen auf den Grund gehen wollte, wenn etwas kaputt gegangen war. Schraubte Teile auseinander, statt sie einfach nur auszutauschen. Wollte immer verstehen. Warum? Wieso? Überlegte. Fragte gegebenenfalls. „Soll ich reparieren oder austauschen?“
Er war das genaue Gegenteil zu einem anderen Servicetechniker, der zu uns kam, wenn Herr R. nicht abkömmlich war. Eine Mitarbeiterin kannte in aus ihrer früheren Praxis. Dort war er „Super Mario“ getauft worden. Weil er in eindrucksvoller BesserWessi-Manier sich den Praxisteams als „Weltbester Service-Techniker“ präsentierte. SM redete sehr sehr gerne. Kein technisches Problem, das er nicht in exzellenter Art und Weise schon gelöst hatte. Vermutlich hatte er auch die Kernspaltung erfunden, das Rad, das Feuer, die Glühbirne. Unter anderem. Wenn er nicht gerade für Ferrari als Testfahrer tätig war oder die Concorde nach New York geflogen hatte.
Allerdings- Reparaturen gab es mit ihm nicht. Nicht lange gefackelt. Altes Teil raus, neues Teil rein. Gegebenenfalls auch mehrere. Es wurde solange irgendwas ausgetauscht, bis der Fehler gefunden war.
Fertig. Und weg war er wieder. In Über-Lichtgeschwindigkeit. Superman halt.
An Herrn R – schon lange im Ruhestand – musste ich denken, als unser Steri besagte Fehlermeldung 80 aufwies.
Wenn wir früher nämlich mit Durchwahl beim Dentaldepot angerufen hätten, wäre der Leiter des Serviceteams unser Ansprechpartner gewesen. Bei bestimmten Problemen hätte er uns direkt schon am Telefon Hilfestellung gegeben. Und falls nicht, hätte sich Herr R kurz darauf mit uns in Verbindung gesetzt. Zurückgerufen. Und bei Fehlermeldung 80 hätte er als Erstes gesagt. Haben Sie schon geschaut, ob der Wasserstandsschwimmer sich verhakt hat??? Einfach den Deckel der Wasserzufuhr abnehmen, wie bei der Espressomaschine und dann mit der Hand kurz in die linke untere Ecke greifen. Und – geht´s wieder ? Prima!
Vielen Dank Herr R.
So ändern sich die Zeiten. Heute ist jemand am Telefon, der sich mit Technik nicht auskennt. Nimmt den Anruf entgegen. Mehr nicht. Telefon-Support gibt es nicht mehr. Und man muss froh sein, wenn überhaupt zeitnah ein Techniker kommt. Was dieser macht und wie er es macht, auch darauf haben wir keinen Einfluss. Immerhin. Die Rechnung kommt zeitnah und ist digital.
Definitiv kein Satz, den man gerne hören möchte, wenn man morgens zur Praxistür hereinkommt. Und da hilft es auch nicht, wenn ein intentionell versöhnend Sollendes: „Gestern nachmittag hat er noch einwandfrei funktioniert!“ hinterhergeschoben wird.
Der Blick aufs Display offenbart. Fehler 80 – Abwassertank wurde nicht oder nur unvollständig entleert. Ein Check des Abwasserschlauchs zeigt, das dieser einen leichten Knick aufweist. Vermutlich entstanden durch das viele Zurückschieben ins Gehäuse im Laufe der Zeit.
Ich biege den Schlauch gerade und nutze herbeigebrachtes Panzertape, um den Knick gewickelt, um den Schlauch wieder in seine ursprüngliche Form zu bringen.
Was wunderbar funktioniert. Aber die Fehlermeldung beim Neustart des Steris dennoch wiederauftauchen lässt.
Also – Anruf beim Dentaldepot. Im Laufe des Vormittags noch soll ein Techniker vorbeikommen. Sehr erfreulich.
Der erscheint. Und will schon gleich wieder weg. Nur noch die Unterschrift.
Der Fehler? Ein Wasserstandsschwimmer hatte sich verhakt. Das Prinzip ist wie bei der Toilettenspülung. Der Schwimmer misst den Wasserstand. Und schaltet die Wasserzufuhr ein oder aus.
Ein Handgriff genügte. Und schon tut es der Steri wieder. Der Techniker ist so nett und zeigt mir, wo der Schwimmer liegt. Für ´s nächste Mal.
Die ein paar Tage später eintreffende Rechnung weist (Arbeitslohn und Anfahrt) einen Betrag von 190 Euro auf. Die Arbeitsstunde des Technikers wird in Viertelstunden abgerechnet und entspricht einem Stundensatz von 226 Euro.
Heute stelle ich den ersten Schritt einer Primärbehandlung an einem Zahn 27 vor.
Bei der alio loco begonnenen Behandlung war es nicht gelungen die Kanalsysteme aufzufinden…
Ausgangssituation – der palatinale Anteil des Pulpakammerdachs war ein einer Stelle eröffnet
mit entsprechender Vergrösserung und etwas anatomischen Wissen war dies jedoch kein wirkliches Hexenwerk.
Ausgangssituation und initiale Darstellung palatinal mit Dentineinpressungen
Sehr interessant finde ich die ungewöhnliche Lage des mb2. Befindet sich dieser doch in der Regel ca. 2mm entfernt von mb1, war er in diesem Fall in unmittelbarer Nähe zu dem palatinalen Kanaleingang…
Die beiden mesio-bukkalen Kanalsysteme konfluieren in einem sehr spitzen Winkel
Der Patient wurde uns mit den Zähnen 37/46 mit Fistelbildung und vorhandenem suffizientem Zahnersatz überwiesen. Die Fistelbildungen bestehen laut HZA bereits seit mehr als 6 Monaten. Der Patient war mit einer Therapie zurückhaltend, da er keine Beschwerden hatte. Die klinische Situation zeigt folgende Befunde: 37 Lockerungsgrad 0, erhöhte Sondierungstiefen zirkulär bis 4mm, Fistel vestibulär, keinen Aufbiss- oder Perkussionsschmerz.
Nach entsprechender Beratung zur geplanten endodontischen Therapie. Die vorhandene Restauration wurde belassen und eine koronale Zugangskavität geschaffen. Die Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte mit nach handinstrumentell erstellten Gleitpfaden mit Profile 15.04 und Wave One Gold #21-35. Zur Desinfektion wurde NaOCl 3,5% und Zitronensäure 10% mit Schall und Ultraschall eingesetzt. Die thermische Obturation erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und AH Plus. Auf Grund einer bestehenden apikalen Extension von purider Flüssigkeit im zweiten Behandlunstermin wurde nochmals CaOH inseriert. Im 3. Behandlungstermin konnte die Obturation erfolgen. Die Fistel schloß sich nach dem 1. Behandlungstermin.
Der Zahn 37 stellte sich im weitern Recallverlauf symptomlos dar. Im Röntgenrecall musste nach 2 Jahren eine externe/ DD interne Resorption interradiculär an der mesialen Wurzel im mittleren Wurzeldrittel diagnostiziert werden. Diese zeigte in den weiteren Kontrollterminen eine Stagnation. In Absprache mit HZA und Patienten wird der weitere Verlauf röntgnologisch kontrolliert. Die Prognose für 37 ist kritisch. Der Patient möchte den Zahn so lange behalten wie irgend möglich.
Zur Pathogenese sehe ich folgende Möglichkeiten: 1. unerkannte Stripperforation in der endodontischen Therapie 2. Infraktur 3. chronische P. apicalis interrradiculär 4. funktionelle Überbelastung
Was wäre Ihr Verdacht?
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Ich muss gestehen – auf den ersten Blick für mich der blanke Horror. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und ich weiss nicht, was mir mehr Angst macht. Die Sache an sich, mit welcher Unkenntnis der Materie der Artikel geschrieben und damit falsche Akzente gesetzt werden oder die Kommentare der Leser.
Das habe ich zumindest gedacht, bis ich auf dieser Seite hier zwei Videos in der Sache gesehen habe. Denn zweifellos einer grosser Vorteil der roboterbetriebenen Präparation ist – auch wenn es noch einige prinzipielle Dinge zu klären geht, wie z.B. der Schutz der Nachbarzähne und einen ruhig liegenden Patienten vorausgesetzt – eine perfekte Präparation der Seitenwände zueinander und das Anlegen von okklusalem Plateau und Präparationsgrenze. Der Zahnarzt wird nicht überflüssig werden, aber seine Tätigkeit wird sich ändern.
Good news für alle WURZELSPITZLER. In der Endodontie wird dieser Paradimenwechsel sicherlich am längsten dauern. Hier wird manuelles Kunsthandwerk, nichts anderes ist die Wurzelkanalbehandlung, noch lange notwendig bleiben und in hoher Qualität ausgeführt sogar immer wichtiger werden.
Der Hinweis zu diesen Artikeln kam über die Zahnmed-Email-Liste von Michael Logies. Vielen Dank hierfür an dieser Stelle.
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Unser letzter Arbeitstag vor den Sommerferien. Der Countdown läuft.
Es läuft vergleichsweise ruhig ab. Die letzten Tage waren schlimmer. Man kennt das. Wenn die Patienten demnächst in Urlaub fahren ODER wenn sie realisieren, das wir demnächst in Urlaub gehen, dann möchten sie lieber doch noch mal nachgeschaut haben, damit nix passiert. Zur Sicherheit.
Kurz nach 11. Heute ist alles gut. Das Telefon bleibt ruhig. Die letzte Stunde ist angebrochen. Das Auto ist gepackt. Gleich nach Arbeitsende soll es losgehen.
Ich komme ins Behandlungszimmer. Will auf meinem Behandlerstuhl Platz nehmen. Und sehe – eine kleine Pfütze auf dem Fussboden. Direkt neben dem Behandlungsstuhl. An untypischer Stelle. Denn normalerweise sieht man so etwas auf der Speifontainenseite.
Ich schaue mir das Ganze genauer an. Es ist kein Wasser. Die Flüssigkeit hat ölige Konsistenz. Wie Olivenöl. Oder Bremsflüssigkeit. Sofort meine Vermutung – Undichte Hydraulik. Ich kenne diesen Anblick. Sage mir, das Du in deiner Jugend ein englisches Auto gefahren bist, ohne zu sagen, das du…
Ich fahre den Behandlungsstuhl etwas nach oben. Ein fruchtbares, kratzend schreiendes Geräusch ertönt. Wie ich es in 30 Jahren noch nie gehört habe in diesem Zusammenhang.
Ein Hilferuf beim Techniker. Der kann es zuerst nicht glauben. Glaubt an Wasser. Dafür ist es aber viel zu ölig. Ich würde gerne ein Foto schicken. Aber dummerweise habe ich die Flüssigkeit schon weggewischt.
Wieviel Flüssigkeit ausgetreten sei, fragt der Techniker. Ich sage: „Es war ein spiegeleigrosser Fleck.“
„Das ist viel!!! „, sagt der Techniker. Und will es nicht glauben. Klingt nicht gut. Trotzdem bin ich sehr froh, seine Stimme zu hören, denn er war sofort erreichbar. Vielen vielen Dank dafür, an dieser Stelle.
Ich sage: Öl am Behandlungsstuhl? Das kann eigentlich nur die Hydraulik des Stuhls sein. Der Hebemechanismus des Stuhls. Wo sonst sollte die Hydraulikflüssigkeit herkommen?
Er sagt (ein Dental-Industrie- Klassiker-Satz): „Das kann eigentlich nicht sein. Das haben wir noch nie gehabt“. Sagt er nicht. Er sagt: „Das haben wir nur einmal bisher gehabt, da war ein Schlauch defekt.“ Was kann ich tun, zur Ferndiagnose, frage ich.
Ich möge bitte den Stuhl ganz nach oben fahren, damit die Verkleidung abgenommen werden kann. Ich fahre den Stuhl nach oben. Das schreiende Geräusch ertönt.
„Das ist kein schreiendes Geräusch“, sagt der Techniker trocken. „Das ist ein sprazzelndes Geräusch“. Gut, das wir das geklärt haben.
Der Stuhl verharrt irgendwo in der Mitte des Möglichen, aber immerhin er verharrt in dieser Position. Er hätte auch nach nach unten gleiten können, sagt der Techniker, was die weitere Vorgehensweise deutlich erschwert hätte, denn zum Abnehmen der Stuhlverkleidung muss dieser nach oben gefahren werden.
Gut 20 Minuten lang versuchen wir rund 2 Stunden später – nachdem der letzte Patient die Praxis verlasen hat – telefonisch den Fehler weiter einzugrenzen. Die Lampe des Iphones leistet gute Dienste, durch den Spalt in der Verkleidung, mehr war nicht möglich, das Sujet auszuleuchten. Ich taste alle Hydraulikschläuche ab, sie sind, soweit erreichbar, trocken.
Vielleicht die Hydraulikpumpe ? Kann eigentlich nicht sein, sagt der Techniker.
Man wird sehen. Am ersten Tag nach unserem Urlaub werden wir mehr wissen.
Immerhin. Meistens passieren solche Dinge am ersten Tag nach dem Urlaub.
Gefahren sind wir im Übrigen erst am Tag danach. Den angekündigten Superstau hätte ich vermutlich nicht ohne stark blutdrucksenkende Mittel ertragen in meinem gegenwärtigen Seelenzustand.
Immerhin. Die Fahrt verläuft problemlos.
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An dieser Stelle haben wir den Fall letztmals vorgestellt.
Nun war die Patientin wieder zum Recall nach etwas mehr als 2 Jahren bei uns. Es klebt noch immer, kann man sagen. Beide Zähne sind klinisch symptomlos. Die Gingiva ist reizfrei und palatinal im Bereich des Kunststoffaufbaus am Zahn 11 sind erhöhte Sondierungsteifen bis 4mm zu messen. Die Lockerungsrade sind an beiden Zähnen 0.
Die dentalen Themen Abrechnung und Ergonomie stehen vermutlich in der Häufigkeit ihrer Nennung in umgekehrt proportionalem Verhältnis.
Soll heißen. Über Abrechnung sprechen gefühlt Alle, über Ergonomie so gut wie nie niemals jemand überhaupt.
Verrückt, oder ? Ergonomie erleichtert das Arbeiten. Macht es angenehmer, effizienter und schneller. Schafft ein besseres Arbeitsklima. Und ist vor allem extrem gesundheitsförderlich für die Arbeitenden.
Auf eine kurze griffige Formel gebracht: Unergonomisches Arbeiten macht krank. Ergonomisches Arbeiten hält einen gesund.
Trotzdem redet keiner drüber. Über Analogpositionen wird sich lang und breit ausgelassen. Über Teamwork in der Assistenz nicht.
Genau deshalb reden wir DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER über Ergonomie. Bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie.
Und wir zeigen.
Nicht nur in Foto und Video. Sondern auch… Live. Mit dem Behandlungsstuhl im Vortragssaal. Wie Ergonomie aussieht.
EndoErgonomie: Zum Anschauen. Hinkucken. Fragen stellen.
3 Behandlungsteams, die zeigen. Wie sie ganz unterschiedlich arbeiten. 9 Uhr, 10 Uhr oder 12 Uhr ? Mitbeobachtertubus Ja/Nein Zweihändig, vierhändig, sechshändig ?
Und noch ein interessantes Kennenlern-Plus für die eine oder den anderen. Dem konventionellen Behandlungsstuhl zur Seite stellt Morita im Vortragssaal die neue Morita Signo Z300 Einheit. Die für das Arbeiten in Beach-Technik optimal ist, sich aber auch in der KFO oder der Prophylaxe bewährt. Zum Beispiel in Zwölf Uhr-Position beim zweihändigen Arbeiten. Gott bewahre erlebe ich das assistenzlose Arbeiten hoffentlich nicht mehr. Aber wenn sich die Zahnmedizin so weiterentwickelt wie in der letzten Zeit, dann ist man vielleicht zukünftig froh, wenn der Behandlungsstuhl einem in so einer Situation ergonomisch entgegenkommt. Und das er wegen nicht notwendiger Technik günstiger ist als konventionelle Stühle macht ihn ja nicht uninteressanter.
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Zwölf Jahre ist es her, dass ich hier intial über die Mutter aller Fallberichte geschrieben.
Gestern durfte ich die Behandlung eines Zahnes weiterführen, der eine identische Ursache für die Pulpanekrose des Zahnes 25 aufwies.
Bei der heute 26-jährigen Asiatin war ebenfalls ein Dens evaginatus dafür verantwortlich, dass es vor vielen Jahren zu einer Infektion der Pulpa gekommen war.
Die behandelnde Zahnärztin erkannte recht schnell, dass sie ohne Mikroskop nicht in der Lage sein würde, den weit offenen Apex adäquat verschliessen zu können.
„Messaufnahme“ alio locoDens evaginates kontralateral
Sie verwies sie die Patientin zu uns.
Aufgrund des Alters der Patientin entschied ich mich statt einer RE-Therapie zu einer Apexifikation.
Ausgangssituation
Aufgrund des sehr grossen apikalen Durchmessers kam nach dem kollagenen Widerlager Biodentine zum Einsatz.
Biodentine als apical plugPost-op
Ich bin guter Dinge, dass wir einen positiven Heilungsverlauf sehen werden.
Hier ein paar Details in bewegten Bildern…
Hätte sich jemand hier aus der Runde für eine RE-Therapie entschieden?
hier hatten wir erstmals über den Grund zur Freud berichtet. Auch in dem heutigen Fall war ich sehr erfreut als sich zeigte, daß alles genau so lieft, wie es gedacht und geplant war. Diese Dinge geben die Kraft das tägliche Chaos zu überstehen und zumindest etwas gelassener in die Zukunft zu schauen.
In diesem Fall handelt es sich um einen sehr jungen Patienten (15 Jahre). Der Befund am Zahn 46 fiel im OPTG zur kieferorthopädischen Planung auf. Nun stand die Frage kieferothopädischer Lückenschluß und Extraktion des Zahnes 46 oder Erhalt und endodontische Therapie. In diesem Fall sind der koronale Substanzverlust durch Karies überschaubar und die Chancen auf Ausheilung der apikalen Veränderung bei dem jungen Patienten gut möglich. Ich habe den Eltern und dem Patienten zum Erhalt des Zahnes geraten.
Was mich an diesem Fall optisch stört sind die Lufteinschlüsse im Composite.
Im ersten Recall ist zu sehen, daß die Entscheidung nicht falsch war. Wenn das Kariesrisiko verringert wird ist die Prognose für 46 gut.
Vor fünf Jahren kontaktierte mich ein Zuweisen (MKGler und (Studien-)Freund) mit der Bitte um Behandlung einer seiner sehr geschätzten Mitarbeiterinnen.
An Zahn 36 hatte sich eine ausgeprägte apikale Osteolyse mit nun stark zunehmenden Schmerzen manifestiert. (TST bukkal 9mm; Fistel zervikal; IKD: keine Fraktur intrakoronal/-kanalär)
Sommer 2019
In insgesamt zwei Terminen konnten wir dieses Ergebnis erzielen:
Abschluss Herbst 2019 – Präparationsdurchmesser mes&dis ISO 35 – WF mit BC Sealer&GP
Mich würde an dieser Stelle interessieren, wie es die WURZELSPITZE Leser in solchen Fällen mit der Abrechnung der Leistungen halten?
Bekommt die Mitarbeiterin einen „normalen“ Kostenplan oder erfolgt die Behandlung komplett kostenfrei?
Wenn nicht, kommt man der Patientin in einer anderen Form entgegen und wenn ja, wie?
Welche Erwartung hat wohl der Zuweiser und sollte einen das tangieren?
Vor einigen Tagen erhielten wir nun eine Terminanfrage der damaligen Patientin mit Bitte um Weiterbehandlung des mittlerweile auch nekrotisch gewordenen Zahn 37…
Wie jetzt verhalten?
Höre ich Stimmen, Meinungen und Vorschläge ?
5 Jahre post op Endo 36 – leider scheint keine proth. Neuversorgung der Teilkrone erfolgt zu sein
PS: Erfreulich, dass Zahn 36 auf die Behandlung von damals angesprochen zu haben scheint…
ist in den letzten Jahren im Berufsleben deutlich weniger geworden, oder wie man heute sagt die Freude ist nicht mehr so nachhaltig… Die tägliche Arbeit wird von immer mehr Sorgen begleitet, mal fehlen Mitarbeiter, mal ist Material nicht lieferbar, fast ständig gibt es IT Probleme ( Telematik, Röntgensoftware, hängende Updates usw. ).
Und doch gibt es Tage, wo trotz oben genannter Probleme Patienten im Recall bestellt sind und alles genau so läuft, wie es gedacht und geplant war. Das ist ein Grund zur Freude in meinem Berufsleben, den ich nicht missen möchte. Schade nur, daß dies durch o.g. Gründe relativ schnell aus dem Bewusstsein gelöscht wird.
Vielleicht schreiben wir auch zu wenig Positives… Deswegen möchte ich die zwei Fälle kurz vorstellen.
Beginnen wir mit dem Fall einer Patientin, welche unsere Praxis mit immer wieder kehrenden Beschwerden aufsuchte. Dar Zahn wurde bereits wurzelkanalbehandelt. Laut Aussage der Patientin wurde ihr immer mitgeteilt es sei alles in Ordnung. Der Zahn ist wetterfühlig, das ist immer mal bei wurzelkanalbehandelten Zähnen. Sie wechselte den HZA und dieser überwies sie zu uns. 46 zeigte eine unvollständige WF und eine P. apicalis. Die Krone ist suffizient, der Zahn hat keine erhöhten Sondierungstiefen und der Lockerungsgrad ist 0. Nach entsprechender Beratung haben wir uns für die Revision und den Erhaltungsversuch des Zahnes 46 entschieden. Im angefertigten Röntgenbild sieht man nicht vollständig gefüllte Kanalstrukturen mit deutlich sichtbaren apikalen Veränderungen im Sinne einer P. apicalis. Die ZE Versorgung ist suffizient. Der Zahn 46 hat Lockerungsgrad 0 und zirkular Sondierungstiefen zwischen 3 und 4mm. 46 ist zum Beratungstermin nicht perkussionsempfindlich. Die Patientin gibt an, immer mal einen Schmerz beim längeren Kauen zu verspüren. Für endodontische Revision des Zahnes 46 haben wir die Patientin beraten. Die Stufenbildung mesial und distal und das apikale Erschließen der Kanalstruktur ist mit Risiken (Instrumentenfraktur, Perforation, etc.) verbunden. Die Patientin wollte unbedingt den Zahnerhalt versuchen. Nach Entfernung des WF Materials im koronalen Bereich mit der R25 erfolgte die weitere Entfernung mit Guttasolv und Wave One Gold Small. Die apikale Erschließung gelang wie hier schon oft beschrieben. (Suche: Pick, Pick). Die weiter Aufbereitung erfolgte mit Wave One Gold #25, #35. Die Wurzelfüllung erfolgte thermisch vertikal im modifizierter Schildertechnik. Anbei die Röntgenaufnahmen und das Recall.
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Letzte Woche habe ich mich mit einem befreundeten Kollegen unterhalten. Während er wie ich früher WaveOne Gold- Instrumente zur Wurzelkanalpräparation verwendet hat, bereitet er seit einiger Zeit nun Wurzelkanäle bis zu einem Taper von 4 Prozent auf und füllt mittels Zentralstift-Technik und mit einem „biokeramischen“ Sealer die Wurzelkanäle.
Ich verstehe den Kollegen. Sowohl Aufbereitung als auch Abfüllung gelingen auf seine Art und Weise einfacher, keine Frage.
Ich hingegen möchte weiter nicht auf die warme Fülltechnik verzichten.
Warum ? 2 Tage nach unserem Gespräch dieser Fall hier. Aus dem ich für mich den Schluss ziehe, an meiner Technik weiter festzuhalten.
Zahn 36 37. Beide endodontisch behandlungsbedürftig. Beide mit radikulären Knochendestruktionen.
Zahn 36 mit massiver apikaler und interradikulärer Aufhellung wie im Ausgangs-Röntgenbild vom Januar 2024 zu sehen.
6 Monate später sehen wir im Kontroll-Röntgenbild unmittelbar nach Wurzelkanalfüllung von Zahn 36 gefüllte Anastomosen in der mesialen Wurzel. Und die Abdichtung einer apikalen Teilung des Wurzelkanals in der distalen Wurzel.
Natürlich kann niemand sagen, wie die Wurzelfüllung in der Kombi 4% + „Biokeramischer“ Sealer ausgesehen hätte.
Vielleicht genauso ? Vielleicht besser im Sinne von mehr lateraler Anatomie gefüllt ?
Wir wissen es nicht. Das macht es ja so schwierig.
Aber wenigstens hat sich der Knochendefekt in weniger als einem halben Jahr schon sehr positiv entwickelt.
Extrem erfreulich.
Aber als Folge von was? Der grösser getaperten Aufbereitung? Die eine effizientere Spülung und Desinfektion ermöglichte? Die schallgestützte Irrigation mittels VDW Eddy? Die lasergestützte Irrigation mit dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser im Sinne des PIPS-Verfahrens? Die medikamentöse Wirkung unserer Langzeit-Calciumhydroxid-Einlage?
Fragen über Fragen. Auf die es auch 100 Jahre nach Hess und Walkhoff und 60 Jahre nach Seltzer, Bender und Schilder keine allgemeingültigen Antworten gibt.
So oder so – wie soll man nun ?
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Nun haben wir es doch getan. Schon einige Zeit habe ich mit dem OP Stuhl Balance von Brumaba geliebäugelt. Allerdings hatte ich Bedenken, daß der Stuhl zu groß ist. Bisher haben wir mit den Stühlen von Jaden gearbeitet. Diese haben uns lange Zeit gute Dienste geleistet. Leider hat sich die Alukonstuktion der Armlehnen durch den langen Hebel als nicht langzeitstabil erwiesen. Deshalb haben wir den OP Stuhl Balance Advance von Brumaba getestet. Dieser macht einen äußerst stabilen Eindruck. Zeigt vielfältige Einstellungsmöglichkeiten und hat sich sehr gut in unserem Behandlungskonzept ergonomisch eingefügt. Der Stuhl ist breiter als der Jadentstuhl. Dies muss man beachten. Bei uns war das kein Problem.
Was zeichnet den Brumaba Stuhl aus: Stabile und perfekt einstellbare Positionen der Armstützen (Neigung, Rotation und Länge sind einstellbar) und der Sitzfläche. Die Polster sind angenehm weich. Die Armauflagenpolster sind abnehmbar. Die Sitzfläche ist in der Höhe und Neigung verstellbar, ebenso die Rückenlehne. Auf die Bremse für die Rollen haben wir verzichtet. Die Rollen laufen leicht. Die Höhenverstellung des Stuhles geht per Fusstableau problemlos. Ein tolles Produkt aus heimischer Produktion, wie es früher mal die Regel war. Besonders hervorheben möchte ich die unkomplizierte Leihstellung zum Testen des Stuhls.
Die Armabstützungen am Behandlerstuhl sind für mich ergonomisch nicht mehr wegdenkbar. Vor vielen Jahren habe ich in Dessau mit Christoph Huhn ein Wochenende das Konzept von Dr. Beach im individuellen Training studieren dürfen. Das Konzept ist sehr gut durchdacht und unbedingt zu empfehlen! Die locker hängenden Arme aus dem Konzept haben bei mir am Mikroskop nicht funktioniert. Einige Zeit habe ich es probiert. Dann habe ich mir einen Stuhl eines dänischen oder schwedischen Herstellers gekauft. Die Armstützen waren kurz und nicht fixierbar. Das funktionierte nicht. Danach kam der Jadenstuhl, der bis jetzt mein Favorit war. An diesem hat sich die Aluschiene für die Armstützen nach einigen Jahren verdreht und musst ausgetauscht werden. Das trat wieder auf und deshalb musste nach Alternativen gesucht werden.
Der Brumaba Stuhl hat diesen nun abgelöst. Finanziell spielt der Brumabastuhl auch in einer anderen Liga. Wie sich der Stuhl bewährt werden wir weiter berichten. Was fehlt mir: Optimal wäre die Vorstellbarkeit zwischen Armauflagen und Sitzfläche. Damit kann man auf unterschiedliche Oberarmlängen eingehen. Impingement-Syndrom möchte ich hier nur mal als Schlagwort einwerfen.
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Es kommt gar nicht mehr so oft vor, dass noch etwas Neues im Bezug auf maschinelle Nickel- Titan-Instrumente der dentalen Welt vorgestellt wird.
Und so ganz neu ist es auch gar nicht, worüber ich heute berichten möchte, bedenkt man, dass die Coltene Hyflex EDM-Instrumente doch schon etliche Jahre auf demMarkt sind.
Allerdings nicht nur in der kollegialen, sondern sogar in der firmeninternen Wahrnehmung von Coltene immer irgendwie ein Aschenputtel-Dasein geführt haben. Anders ist es nicht zu erklären, das Coltene die ganzen Jahre die Hyflex CM – Instrumente in den Vordergrund gestellt und das Produkt-Portfolio ihrer EDM- Instrumente eher stiefmütterlich behandelt hat. Vor allem nie ein optimal aufeinander abgestimmtes Gesamt-System vorgestellt hat.
Das hat sich jetzt geändert. OGSF ist das Stichwort. OGSF steht für Opener Glider Slider Finisher.
Und EDM steht im Übrigen für Electrical Discharge Machining. Zu Deutsch Funkenerosion. Die NiTI-Instrumente werden also nicht konventionell durch Fräsung erzeugt, sondern das Ganze funktioniert wie folgt – ich zitiere Wikipedia: Das Elektrodenwerkzeug wird bis auf Bruchteile von Millimetern an das Werkstück herangeführt. Im richtigen Moment wird der Überschlag von Funken durch eine Erhöhung der anliegenden Spannung herbeigeführt. Die Funken lassen das Material punktförmig aufschmelzen und verdampfen. Das Abtragsergebnis wird von Intensität, Frequenz, Dauer, Länge, Spaltbreite und Polung der Entladungen beeinflusst. Das Werkzeug wird mit Hilfe einer CNC-Steuerung bewegt. Es lassen sich komplexe geometrische Formen herstellen.
Ich gestehe an dieser Stelle, das ich mit dem Hyflex CM-System nie so richtig warmgeworden bin. Jörg Schröder arbeitet gerne damit, mir fehlt die Möglichkeit, lateral Druck ausüben zu können, wie ich es von WaveOne Gold und VDW Reciproc gewohnt bin. Ausserdem mag ich das leichte Aufdrehen der CM-Instrumente unter Belastung nicht, aber das Alles sind persönliche Vorlieben pro oder contra. Die Coltene Hyflex EDM Instrumente kommen mir mehr entgegen. Hier kann trotz aller möglichen Biegsamkeit und vor allem Vorbiegsamkeit, beides Eigenschaften wiederum, die ich hingegen sehr schätze, auch lateral „gebürstet“ werden.
Das OGSF-System ist ein Single Length-System. Die Kanäle werden also behutsam mit zierlichen flexiblen Instrumenten maschinell erschlossen und das OGSF-System nutzt, wie schon vom legendären John Mc Spadden vor 30 Jahren angeraten, eine behutsame Steigerung des Tapers (hier 15.03 => 18.4,5 vom Glider zum Shaper). Mit dem Finisher mit einem Spitzendurchmesser von 0,3 mm und einem Taper von 4 Prozent wird dann die Aufbereitung abgeschlossen, sofern keine größeren Instrumente benötigt werden.
Ich bin gespannt, wie sich die Instrumente in der Praxis bewähren werden.
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Leider stellt sich die Situation diesmal nicht so erfreulich dar.
Zu den Hintergründen in Kurzform:
Der heute 10-jährige Laurenz erlitt in den Osterferien 2022 ein Frontzahntraum an Zahn 11 (Sturz auf Eisenstange, unkomplizierte Kronenfraktur + starker Lockerungsgrad)
Die weiteren Schritte:
– Notfallzahnarzt (Italien) Erstellung eines OPGs; keine weitere Therapie – 10 Tage später Vorstellung bei ÜW – Vipr negativ – LG III -Zahn leicht intrudierbar, zudem schmerzhaft – Schienung für 2 Wochen – CP-Behandlung -> Ktr. nach 2 Wochen – Schiene ex – beschwerdefrei, Zahn gefestigt – Vipr weiter negativ /jetzt grau verfärbt
– Mai 2022 ausgeprägte Schwellung. s.h. Handyfoto der Mutter
Bei uns erfolgte die RE-Behandlung in zwei Terminen und konnte im Juli 2022 abgeschlossen werden.
Im Mai 2023 zeigte sich folgendes Bild:
Im Juni 2024 nun so:
Wie schätzen Sie die Situation ein und wie soll die weitere Therapie aussehen?
Hier hatten wir über diesen Fall berichtet. Die Patientin ist vollkommen schmerzfrei. Das 12 Monatsrecall zeigt eine deutliche Heilungstendenz. Zu diesen Fällen habe ich vor einige Zeit mit Kieferorthopäden gesprochen. Diese Entwicklungsstörung im Bereich der Zähne und die entsprechende Therapie war nicht bekannt. Deshalb stelle ich zu diesem Fall noch einmal alle Bilder ein.
Wenn es nicht schon heute morgen geschehen ist, so sollte im Laufe des Tages die Anmeldung für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie freigeschaltet werden. Wer teilnehmen möchte, kann sich bei Morita auf der Homepage unter Morita Acedemy nun registrieren. Allen Teilnehmern der Veranstaltung DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II vom 08. Juni ist bis Mitte Juli der Platz für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie reserviert. Da jedoch diesmal auch die Teammitglieder dabei sein dürfen und sollen (Ergonomie ist TEAMARBEIT) und deren Plätze limitiert sind, ist es vielleicht doch sinnvoll, die Anmeldung frühzeitig vorzunehmen.
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie ist der letzte Teil der Reihe. Wie schon geschrieben wird es zu dieser Veranstaltung keine Wiederholung geben.
Diesmal wird auch wieder kontrovers diskutiert. Ganz anders als bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II.
Die Ergonomie wird ganz offensichtlich in unseren Praxen sehr unterschiedlich ausgelebt. Es zeigt sich schon im Vorfeld, dass die Unterschiede zwischen den 3 Praxen hier wesentlich grösser sind als zum Beispiel in der Behandlungssystematik der Kanalaufbereitung. Wo es doch eher die wichtigen Details waren, die den Unterschied ausmachten. Und es immer ein verbindendes Grosses gab.
Das ist bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie nicht der Fall. Hier stehen sich die Konzepte unversöhnlich gegenüber. Das findet sich auch in der Vortragsstruktur wieder.
Jeder der Referenten hat jeweils 2 Stunden Zeit für seine 4 Themenfelder, die er eigenverantwortlich bedienen muss. Insgesamt also 12 mal Ergonomie aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.
Heute vormittag lag es auf meinem Tisch. Das Kleine 1*1 der Endodontie.
Ein Fachbuch zur Wurzelkanalbehandlung, das sich – wie der Titel suggeriert – Kleines Einmaleins ist Grundschule – an den Endo-Einsteiger richtet. Dem möchte ich zumindest ein wenig widersprechen. Auch der erfahrene Wurzelkanalbehandler kann möglicherweise das eine oder andere Nützliche hier erfahren und für das eigene Arbeiten mitnehmen. Gut angelegte 128 Euro demnach. Von denen die vielen namhaften Autoren – auch DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER sind darunter – keinen einzigen Cent sehen. Sie alle haben unentgeltlich an diesem Werk mitgewirkt. Finanzielle Interessen, die Erwähnung des Buches hier bei WURZELSPITZE betreffend, können also ausgeschlossen werden.
Dennoch nachfolgend der bekannte Disclaimer, eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Ich habe mich gefragt, auf welcher gesetzlichen Grundlage die Zuständigkeit der Unfallkasse zur Kostenübernahme beruht.
Meine Internetrecherche ergab mehrere interessante Literatur-Fundstücke, die ich hier nachfolgend aufgeführt habe:
Fundstück I (auf der Homepage der Unfallkasse Rheinland-Pfalz)
Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz als zuständiger Kostenträger für Unfälle in Schulen und Tagesstätten übernimmt die Kosten einer unfallbedingten Zahnbehandlung im Rahmen der für uns gültigen Abrechnungsgrundlagen in voller Höhe, ohne Eigenbeteiligung des Versicherten.
Information Behandlungskosten bei privat Krankenversicherten
Als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung hat die Unfallkasse Rheinland-Pfalz nach Eintritt eines Arbeits- oder Schulunfalls oder einer Berufskrankheit die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit ihrer Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen. Im Rahmen dieses gesetzlichen Auftrages übernehmen wir die Kosten für eine umfassende medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation. Sie haben als Privatpatientin bzw. Privatpatient folgende Wahlmöglichkeiten: Heilverfahren zu Lasten des Unfallversicherungsträgers In der Unfallversicherung, insbesondere im Bereich der medizinischen Rehabilitation, gilt das Sachleistungsprinzip und nicht das in der Privatversicherung übliche Prinzip der nachträglichen Kostenerstattung. Dies bedeutet: der Unfallversicherungsträger bzw. die Unfallversicherungsträgerin hat dem oder der Versicherten die Leistungen unmittelbar zur Verfügung zu stellen. Sie müssen nicht in Vorleistung treten. Der Leistungserbringer oder die Leistungserbringerin (z. B. Arzt bzw. Ärztin oder Krankenhaus) rechnet die Behandlungskosten direkt mit uns ab. Ihnen entstehen also durch die Behandlung aufgrund eines Arbeits- oder Schulunfalls oder einer Berufskrankheit grundsätzlich keine Kosten. Unsere Gebührensätze weichen von denen, die die private Krankenversicherung bzw. Beihilfestelle übernimmt, ab. Gerade bei Privatpatientinnen oder Privatpatienten kommt es häufig zu Missverständnissen bezüglich des Abrechnungsverfahrens.
Grundsätzlich haben Sie auch bei einem Arbeits- oder Schulunfall oder einer Berufskrankheit als privat versicherte Person die Möglichkeit der freien Wahl des Arztes oder der Ärztin. Ausnahmen bilden Versicherungsfälle, die aufgrund ihrer Art und Schwere einer besonderen unfallmedizinischen Behandlung bedürfen. Hier ist die Vorstellung bei einer Durchgangsärztin oder einem Durchgangsarzt erforderlich.
Unfallkasse Rheinland-Pfalz, Orensteinstraße 10, 56626 Andernach Stand: Oktober 2022
Sollten Sie sich für die Behandlung zu unseren Lasten entscheiden, informieren Sie bitte sämtliche an der Heilbehandlung beteiligten Leistungserbringenden, dass
die Behandlung durch einen Arbeits- bzw. Schulunfall oder eine Berufskrankheit bedingt ist,
Sie keine privatärztliche Behandlung wünschen,
wir Kostenträgerin der Behandlung sind. Unterschreiben Sie in diesem Fall keinen Privatbehandlungsvertrag! Sollte die Abrechnung trotz dieser Hinweise mit Ihnen erfolgen, senden Sie die Rechnung umgehend zurück mit dem Hinweis, die Rechnungsstellenden mögen bitte direkt mit uns abrechnen.
Privatärztliche Behandlung Auch Privatpatientinnen oder Privatpatienten, die einen Arbeits- oder Schulunfall oder eine Berufskrankheit erlitten haben, können ausdrücklich eine privatärztliche Behandlung wünschen. Nur aufgrund einer ausdrücklichen Vereinbarung kommt ein privatrechtlicher Behandlungsvertrag zwischen Patientin oder Patient und Ärztin oder Arzt zustande. Nach Auffassung der Unfallversicherungsträger setzt das weiter voraus, dass der Leistungserbringer oder die Leistungserbringerin Sie rechtzeitig und umfassend über die Verfahren und Abrechnungsmodalitäten aufgeklärt hat.
Ein Privatbehandlungsvertrag lässt eine Kostenerstattung durch den Unfallversicherungsträger oder die Unfallversicherungsträgerin nicht zu – auch nicht anteilig. Es fehlt an den rechtlichen Voraussetzungen. In der Praxis kommt es vor, dass die Leistungserbringenden eine Privatbehandlung „unterstellen“ oder annehmen, wenn sich der Privatpatient nicht anderweitig äußert.
Beispiel 1: Herr L. ist mit seiner Familie privat versichert. Sein sechsjähriger Sohn fällt in der Schule auf das Knie und wird umgehend beim Facharzt oder bei der Fachärztin vorgestellt. Die Ärztin oder der Arzt rechnet die durchgeführte ambulante Behandlung mit Herrn L. nach der Gebührenordnung für Ärzte und den für Privatpatienten üblichen Steigerungssätzen ab. Herr L. reicht die Behandlungsrechnung in Höhe von 230,04 € bei dem zuständigen Unfallversicherungsträger oder der zuständigen Unfallversicherungsträgerin ein.
Fundstück II
Siebtes Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 7. August 1996, BGBl. I S. 1254)
§ 28 Ärztliche und zahnärztliche Behandlung (1) Die ärztliche und zahnärztliche Behandlung wird von Ärzten oder Zahnärzten erbracht. Sind Hilfeleistungen anderer Personen erforderlich, dürfen sie nur erbracht werden, wenn sie vom Arzt oder Zahnarzt angeordnet und von ihm verantwortet werden. (2) Die ärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit der Ärzte, die nach den Regeln der ärztlichen Kunst erforderlich und zweckmäßig ist. (3) Die zahnärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit der Zahnärzte, die nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst erforderlich und zweckmäßig ist. (4) Bei Versicherungsfällen, für die wegen ihrer Art oder Schwere besondere unfallmedizinische Behandlung angezeigt ist, wird diese erbracht. Die freie Arztwahl kann insoweit eingeschränkt werden.
Fundstück III
Abkommen zwischen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) Glinkastraße 40, 10117 Berlin, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) als Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG) Weißensteinstraße 70-72, 34131 Kassel und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) Universitätsstraße 73 50931 Köln über die Durchführung der zahnärztlichen Versorgung von Unfallverletzten und Berufserkrankten vom 1. Februar 2023
2.2 Sollte es sich in begründeten Fällen (besondere Schwierigkeiten in der Durchführung der prothetischen Versorgung) ergeben, dass hinsichtlich des Honorars von der unter 2.1 genannten Gebührenregelung abgewichen werden muss, ist zwischen dem zuständigen Unfallversicherungsträger und dem Zahnarzt vor Einleitung der Behandlung eine Honorarabsprache zu treffen. Entsprechendes gilt für das zahnärztliche Honorar bei den Leistungen, die zur Heilbehandlung gem. § 26 Abs. 2 SGB VII gehören, aber nicht Bestandteil der Gebührenregelungen nach Ziffer 2.1 sind.
Welche Konsequenzen ergeben sich nun aus dem Aufgeführten für die zahnmedizinische Behandlung und ihre Abrechnung?
Durch ROOTS bin ich vor vielen Jahren auf die Wurzelkanalfüllmethode mittels thermomechanischer Kompaktion gestoßen. Die von Dr. Jerry Avillion vorgestellte Methode (auch System A genannt) nutzt einen PAC MAC zur Erhitzung der Guttapercha/Sealer-Masse bei circa 30.000 U/min (Blaues Winkelstück)
Bei Bedarf kamen solche PAC MACs bei mir immer wieder mal zu Einsatz. Leider hat der Hersteller die Produktion eingestellt.
Hat jemand der hier Mitlesenden ggf noch Restbestände, die er mir gegen finanziellen Aufwand überlassen möchte ?
Nun haben wir das 12 Monats und 24 Monatsrecall und können den Patienten aus unserem Recall in das des HZA überlassen. Die prothetische Therapie haben wir nochmals dringest angeraten.
Die Rechnung bei der Unfallkasse einreichen. Ein lapidarer Satz. Den die Mutter des jungen Patienten uns mit auf den Weg gab. Bedeutet konkret.
Abrechnung nach dem BEMA. Aber mit einem eigenen Punktwert.
1,47. Gegenüber einem Punktwert der GKV-Kassen von 1,1578. 27 % mehr.
Klingt gut, oder ?
Jetzt die Fakten. 180,62 Euro nach BEMA. Für die in zwei Sitzungen erfolgende Wurzelkanalbehandlung einschliesslich nachfolgendem Verschluss der Trepanationsöffnung mittels einflächiger Füllung. Die unterschiedlichen Faktoren BEMA <=> Unfallkasse berücksichtigend ergäbe es bei der Unfallkasse ein Honorar von 229,39 Euro.
Plus Besprechung vorab in einer weiteren Sitzung. Die mit den Positionen 01 vipr rö2 (insgesamt im BEMA mit 41,68 Euro vergütet, bei den Unfallkassen demnach 52,93 Euro) ebenfalls den betriebenen Aufwand nicht adäquat abbildet.
Denn wie hoch ist eigentlich das benötigte M-Honorar in unserer Praxis? 442 Euro pro Stunde.
Wird es nicht erreicht, übernimmt der Behandler zwangsläufig einen Teil der Kosten der Behandlung, die er selbst durchführt. Bei einer veranschlagten Gesamtbehandlungsdauer von 2 Stunden ist de vermutlich im vorliegenden Fall as ein Betrag von 654,61 Euro, der von der Unfallkasse nicht übernommen wird.
Ein noch 13 jähriger Junge stellt sich heute morgen mit seiner Mutter vor. Unfall im Alter von 10 Jahren.
Endodontische Versorgung des Zahnes 11 durch den Hauszahnarzt, später WSR zu gleichen Händen. Seit längerer Zeit ist vestibulär eine Fistel vorhanden.
Der Patient wurde nun vom Kieferorthopäden uns verwiesen mit der Fragestellung, ob der Zahn im Rahmen einer Multiband-Therapie bewegt werden darf/soll.
Die Mutter bricht hochemotional in Tränen aus, als sie erfährt, das mit dem Zahn nicht alles in Ordnung ist.
Welche Behandlung ist sinnvoll/indiziert? Wie lange dauert die Behandlung voraussichtlich ?
Als Kostenträger, an den die Rechnung geschickt werden soll, wird von der Mutter die Unfallkasse benannt. Diese übernehme dann alle Kosten, so ihre Aussage.
Meine größte Sorge war ein Chipping der Kronen und die damit einhergehenden Probleme als Musiker, welche er durch Veränderungen in der Frontzahnsituation schwer tolerieren kann. Deswegen kann das eine heikle Nummer werden. Über einen ähnlich gelagerten Fall haben wir hier berichtet. Da ich selbst viele Jahre ein Blasinstrument spielte bin ich für diese Probleme besonders sensibilisiert. Wir haben die Behandlung und möglichen Risiken mit dem Patienten zuvor besprochen. Begonnen haben wir mit der endodontischen Therapie am Zahn 11. Um die Kronen möglichst zu erhalten haben wir eine möglichst kleine Zugangspräparation gewählt. Diese musste allerdings groß genug sein um apikal unter Sicht zu arbeiten. Zudem haben ist im Röntgenbild ein sehr langer Glasfaserstift zu erkennen. Nach Anästhesie und Kofferdamapplikation erfolgte die Entfernung des Stiftes mit Munceburs. Apikal war kein Metall, wie wir vermuteten, sondern ein guttaperchafarbener Kunststoffcone. Diesen haben wir mit einer Hedströmfeile in der hier beschriebenen Kuhfußtechnik entfernen können. Wir haben die Hedströmfeile nur sehr dezent über das apikale Foramen bewegt um das Fremdmaterial möglichst im Ganzen erfassen zu können. Dies gelang im ersten Versuch. Danach beobachteten wir eine stärkere apikale Blutung in den Wurzelkanal. Nach der Aufbereitung mit Wave One Gold #45, Mtwo Feilen bis #60.04 und Desinfektion mit NaOCl und erfolgte eine Einlage mit CaOH. Im nächsten Termin erfolgte nach einer abschließenden Desinfektion der apikale Verschluss mit MTA (ProRoot) und zuvor ein Widerlager mit Resorba. Die Wurzelfüllung gelang mit Guttapercha und es wurde ein Glasfaserstift inseriert. Die Krone wurde nach Sandstrahlung der Kavitätenränder, Keramikätzung und Silanisierung adhäsiv verschlossen.
Was wäre wenn? Bei einem festsitzenden fakturierten Instrumentenfragment, wäre die Zugangskavität nicht so minimal geblieben. Wir verfahren in diesen Situationen immer so, daß wir die Gestaltung der Zugangskavität an die apikale Situation anpassen. Im Fall von metallischen Kronen mit Spanabtrag ist das schwierig zu handeln. Wir dichten den Kanal mit Teflonband ab und verwenden darüber einen Peletim als so eine Art Spanfänger.
Samstag 21. September 2023. Die finale Episode der Endo-Saga.
Die Rückkehr der Endo-Ritter. DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoErgonomie. HaWi Solo, Yoda Schröder und Chris Skywalker. Möge die Macht mit uns Allen sein!
Gemeinsam gegen den Endgegner. Dem Handling komplexer endodontischer Behandlungsschritte. Mit und ohne Dentalmikroskop
Was macht unser Behandeln schneller, besser, einfacher? Das sind die Fragen.
Ansonsten Alles wie gehabt. Die Orte. Die Bühne. Die Rahmenhandlung. Freitagabend Wein, Wurst und Pommes. . Samstagvor- und nachmittag. Vorträge.Samstag abend Feines Essen und schönes Zusammensein.
Alles wie gehabt ? Nein.
EndoErgonomie. Das ist Teamwork.
Und deshalb ist es doch nur stimmig, wenn das Team mit dabei sein darf. Den 21. September daher schon mal praxisintern kundtun. Und gemeinsam mit uns – Arzt wie Assistent – Ergonomie diskutieren.
BTW auch für das Team gilt. Eine frühe Anmeldung ist sinnvoll, denn möglicherweise sind DIESE Plätze schnell weg. Wir wissen es nicht. Aber ich sag mal so, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, mit meinem Teram eine solche Fortbildung zu besuchen, ich hätte mich gefreut.
Ab dem 26. Juni gibt es die Möglichkeit der offiziellen Anmeldung auf der Morita-Homepage.
so dachte ich, als ich die Röntgenbilder sah, zumal wir schon mal einen Fall eines Musikers mit Berufsunfähigkeit hatten und das ist wieder so einen speziellen Fall. Der Patient spielt Klarinette in einem großen Orchester. Um das Instrument zu spielen sind die oberen Frontzähne besonders wichtig, da diese auf dem Mundstück aufliegen, bzw. das Mundstück gegen die oberen Frontzähne gedrückt wird. Der Patient wurde uns überwiesen mit der Bitte unbedingter Erhalt der Frontzähne 12,22 und ggf. auch der vorhandenen ZE Versorgung. Das hängt mit dem Ansatz am Instrument zusammen. Auf der Oberseite des Mundstückes ist eine Bissplatte mit der Form der Frontzähne aufgeklebt.
Der Patient hatte so lange, wie möglich die Therapie heraus geschoben. Lange war er beschwerdefrei und wollte das Risiko eines plötzlich längeren beruflichen Ausfalls nicht eingehen. Nun war aber der Punkt gekommen, wo Beschwerden auftraten. Ein undefinierbares Druckgefühl war entstanden. Die Zähne 12,11 zeigen keine erhöhten Sondierungstiefen, der Lockerungsgrad ist 0, es ist kein Perkussionsschmerz, lateral oder horizontal provozierbar. Die Zirkonkronen beider Zähne zeigen Chipping. Bei festerer Palpation entstand ein dezentes, unangenehmes Gefühl verstibulär am Zahn 11. Der Patient hat sich für die Nacht einen Schutz aus einer Anti-Scharchschiene selbst gebaut. Er hat das Gefühl, daß er nachts stark mit den Zähnen presst.
Zur Behandlungsplanung haben wir ein DVT erstellt um die apikale Situation mit dem extrudierten Material zu beurteilen. Im VDT war erkennbar, daß dieses Material den Zahn und den Knochen perforiert hat. Wir gingen von einem metallischen Material aus. Der Röntgenkontrast sprach dafür. Ein Wurzelkanalaufbereitungsinstrument schien es nicht zu sein. Entweder Reste einer Millernadel oder Kunststoff. Für letzteres hätte aber der Knochen zuvor mit einem metallischen Gegenstand perforiert sein müssen.
Liebe Grüsse an Alle, die bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II – EndoOrganisation dabei waren.
Die Welt zu Gast bei Freunden. Es war auch diesmal wieder ein besonderes Ereignis. Ich werde es in schöner Erinnerung halten und hoffe, das es Euch auch so geht. Der Geräuschpegel bei den Gesprächen während des Abendessens im Meisenheimer Hof übertraf deutlich den Lärmpegel in Oktoberfest-Zelten. Ein gutes Zeichen. Ganz offensichlich hat DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Spass gemacht und zu vielen intensiven Gesprächen angeregt. Das zeigt sich auch in den vielen beim Abschied zum Bus-Shuttle geäußerten Verabschiedungen „Wir sehen uns im September !“
Und wer bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II – EndoOrganisation dabei war, weiss jetzt, was es mit dem Marvis-Versprechen auf sich hat. Und warum man es unbedingt anwenden sollte, um im eigenen Arbeiten voranzukommen. Erfolgreich(er) zu sein.
Vier Schritte.
1 Schreib, was Du umsetzen möchtest, auf einen Zettel und hefte diesen an den Badezimmerspiegel.
2 Jeden Morgen, wenn Du die Marvis-Zahncreme in die Hand nimmst, lies den Zettel und ruf Dir in Erinnerung, was Du heute angehen möchtest.
3 Jeden Abend, wenn Du die Marivs-Zahncreme in die Hand nimmst, frage Dich, Ob Du das Vorgenommene umgesetzt hast. Falls nicht, überlege kurz, was Du morgen tun kannst, um ans Ziel zu kommen
4 Wenn die Tube leer ist. Frage Dich, ob Du dein Ziel erreicht hast. Falls ja, schreibe einen neuen Zettel. Dann nimm eine neue Marvis- Zahncreme der gleichen Geschmacksrichtung und widme Dich der neuen Aufgabe. Falls nein, dann nimm eine neue Tube Mavis -Zahncreme in einer anderen Geschmacksrichtung. Überlege gründlich, warum es nicht geklappt hat und was Du tun willst, um diese Dinge aus der Welt zu räumen. Dann fahre fort in deinem Bemühen. Manchmal braucht es mehr Zeit als eine Zahntubendauer. „Thats life“, um Sammy Davis Junior und Frank Sinatra zu zitieren. Entscheidend ist, dass Du weiter dranbleibst.
p.s.: Es wird im Nachgang weitere Artikel zu DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation geben. Das Zugangspasswort kommt in den nächsten Tagen per Email. Unsere Patreon-Unterstützer, selbst die, die nicht dabei waren (auch an Euch unser Dank an dieser Stelle), können die betreffenden Artikel auf der Patreon-Homepage lesen.
Aus aktuellem Anlass auch von uns einen Beitrag zu dieser Thematik…
Zu den Hintergründen.
Bei dem heute 60-jährigen Patienten (Arzt) wurde vor circa 15 Jahren eine endodontische Behandlung an Zahn 26 durch einen Münchner Endo-Spezialisten durchgeführt.
Damaliges Kontrollröntgenbild des Endodontologen
Bis zum Januar 2024 verhielt sich der Zahn absolut symptomlos. Seit Anfang des Jahres verspürte der Patient aber nun eine zunehmende Aufbißempfindlichkeit.
Die Hauszahnärztin fertigte aktuelle Einzelzahnaufnahmen an und verwies den Patient mit der Fragestellung einer Erhaltbarkeit des Zahnes durch Revision zu uns.
Die klinisch-radiologische (DVT FOV 5x5cm) Untersuchung ergab u.a. kleine apikale Aufhellungen an allen drei Wurzelspitzen.
In insgesamt zwei Terminen wurde der Zahn wie üblich therapiert, Das Beschwerdebild verschwand einige Tage nach dem ersten Behandlungstermin und einige Wochen danach erfolgte die neuerliche Wurzelkanalfüllung.
Anfang dieser Woche erhielten wir ein Schreiben des Patienten, in dem er uns bat, eine „bessere“ Begründung für die Versicherung zu verfassen, da diese die DVT Positionen abgelehnt hatte.
Wir verweisen den Patienten daraufhin an die Abrechnungsgesellschaft um die gewünschte „Unterstützung“ zu erhalten…
Hier seine Antwort darauf.
Hier im Übrigen die Begründungen, die wir in der Rechnung für die klinisch-radiologische Erstuntersuchung angeführt hatten:
Was würden Sie also antworten?
PS:
Hier im Übrigen noch das Abschlussergebnis der (/meiner ersten) Resilon-Revision
Der Patient erschien, wie abgesprochen nach 6 Monaten zum Recall. Der Zahn 25 zeigte sich klinisch symptomlos. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche Heilungstendenz.
Patient erscheint zur ersten Behandlungssitzung. Die Anästhesie ist gesetzt, wir warten nun, bis diese wirkt.
„Wie lange dauert die Behandlung heute ?“ „Ich bin kein Freund von langen Behandlungen!“ „Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so oft kommen !“ „Gibt es keine andere Möglichkeit?“
Die Frage und die Kommentare in der Sache finden sich hier. Hier nun meine Antwort.
Vielen Dank für die Rückmeldungen. Wie immer sieht man, das viele Wege nach Rom führen. Und es ist sicherlich auch aus der Situation heraus und vom Patienten selbst abhängig, wie man antwortet. Soll heissen, das auch meine Antworten gegebenenfalls situationsspezifisch unterschiedlich ausfallen.
in der geschilderten Situation ist davon auszugehen, dass die gestellten Fragen des Patienten weniger auf die fachliche Ebene abzielen, vielmehr auf einer emotionalen Ebene sich bewegen. Der Ton macht die Musik und dieser war hier eher feindselig. Dementsprechend ist es vermutlich zielführend, auch auf der emotionalen Ebene zu antworten, um den Patienten dort abzuholen.
Warum ich das vermute ? Weil die Fakten: Wie lange dauert die Behandlung? Warum benötigen wir einen gewissen Zeitaufwand? schon in der vorangegangenen UDB- Sitzung (Untersuchung/Diagnose/Beratung) eine Woche zuvor hinreichend besprochen wurden. Natürlich gibt es immer den Fall , dass der Patient etwas vergessen hat oder ihm zwischenzeitlich noch Fragen eingefallen sind. Dies wird aber dann vor Behandlungsbeginn und in einem anderen Tonfall als hier vorliegend vorgetragen.
Wie schon erwähnt war es hier eher so, dass eine gewisse Befindlichkeit in der Fragestellung mitschwang. Würde eine weitere fachliche Erörterung des Dentalen Warum, Wie, Wie lange wirklich den Patienten erreichen ?
Vermutlich nicht. Ich habe daher nicht gleich zu Beginn auf den ersten der 4 Sätze (Wie lange dauert die Behandlung heute?) geantwortet. Sondern bin zunächst auf die 3 anderen Sätze eingegangen:
Ich verstehe sie. Wer geht schon gerne zum Zahnarzt? Nicht mal Zahnärzte gehen gerne zum Zahnarzt. Und daher möchte man natürlich, das die Termine so kurz wie möglich sind und das es so wenige wie möglich sind. Wir möchten das auch.
Wie lange die Behandlung dauert, hängt von ihrem Zahn ab. Es gibt leichte und schwierige Zähne. Schwierige Zähne dauern länger. Es hängt aber auch von Ihnen selbst ab.
Und da müssen sie mir jetzt helfen, mir sagen was IHNEN wichtiger ist. Ich bin heute so etwas wie ihr Putzmann. Ihre Putzfrau für das Zahninnere. Und natürlich kann man einen unterschiedlichen Aufwand betreiben, was die Reinigung angeht. Angenommen, ich sollte ihr Schlafzimmer putzen. Reicht es Ihnen, wenn auf den ersten Blick alles sauber aussieht? Oder soll auch unter dem Bett saubergemacht werden und hinter den Vorhängen und in den Ecken? Dort wo die Staubmäuse und die toten Fliegen liegen?
Dass müssen sie mir jetzt sagen. Es ist IHR Schlafzimmer und sie müssen sich dort wohlfühlen.
Also ? Welchen Aufwand sollen wir betreiben ? Oberflächlich oder gründlich?
Wenn es nur oberflächlich sein muss, dann geht das schneller. Und wenn es schnell geht, kann man das auch in einer einzigen langen Sitzung machen. Aber wollen sie das ?
Hier hatten wir ausführlich über diesen Fall berichtet. Der Patient war wieder zum Recall eingestellt und stellte sich vollkommen symptomfrei vor. Die Röntgenbilder zeigten nun, was wir auch erwarteten…
Diese Überschrift findet sich immer wieder mal bei WURZELSPITZE seit ca. 2016.
Aber ich finde, man kann nicht oft genug ein Lob aussprechen, wenn ein solches angebracht ist. Und im vorliegenden Fall ist das so. Das Lob geht an die Erfinder des Fragremovers. Es wäre mir niemals möglich gewesen, das im Kanal befindliche Fragment ohne den Fragremover zu entfernen.
Habe ich über diesen Fall bei WURZELSPITZE schon berichtet? Ich weiss es nicht, daher hier nochmal in kurzen Zügen die Geschichte.: Die Patientin ist im Urlaub in Spanien, bekommt Zahnschmerzen, Findet einen deutschsprachigen Kollegen zur Schmerzbeseitigung. Leider frakturiert bei der endodontischen Behandlung ein NiTI -Instrument. Zuhause soll die ZE-Behandlung vom Hauszahnarzt durchgeführt werden, dieser verweist vorab an uns.
In der Galerie die Röntgenbilder vor und nach WF- Revision. Und WF- Kontrollen nach 6 Monaten, sowie weiteren 12, 24 und 48 Monaten, so dass insgesamt nun ein Zeitnahmen von mehr als 7,5 Jahren post Revision dokumentiert werden konnte.
Nur so eine Idee. Und keine Ahnung, ob das den Nerv der Leser trifft.
Tag für Tag werden wir seitens der Patienten mit Fragen, die Behandlung betreffend konfrontiert. Fachliche Fragen ? Per se kein Problem.
Aber oft gehen diese Fragen über das rein Zahnmedizinisch spezifische hinaus. Ziehen weitere Kreise. Berühren emotionale Befindlichkeiten.
Wie sinnvollerweise damit umgehen?
Ein Beispiel. Patient erscheint zur ersten Behandlungssitzung. Die Anästhesie ist gesetzt, wir warten nun, bis diese wirkt.
„Wie lange dauert die Behandlung heute ?“ „Ich bin kein Freund von langen Behandlungen!“ „Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so oft kommen !“ „Gibt es keine andere Möglichkeit?“
Wie sinnvollerweise antworten ?
Hier der Deal. 5 Antworten der Leser in die Kommentare.
Kaum zu glauben, das es nun schon fast 2 Jahre her ist das wir den Recall-Tag eingeführt haben. Und über unsere Erfahrungen mit dem Recall-Tag werde ich bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation detaillierter berichten.
Ein Tag, an dem nur Recalls durchgeführt werden? Eine Tätigkeit, die sonst zwischen ungeliebt und wenn irgendwie vermeidbar in der Praxis rangiert? Verständlicherweise, denn hoch defizitär. Oder ?
Ohne zu sehr vorgreifen zu wollen, ich kann soweit schon einmal festhalten, das dieses Konzept sich bei uns etabliert hat. Die Gretchenfrage ist ja immer, was wäre, wenn es von morgen an diesen Recall-Tag nicht mehr gäbe? Ich möchte auf jeden Fall daran festhalten, auch wenn Konzept und Durchführung natürlich auch ihre Problematik beinhalten. Aber – am Ende des Tages – ein Politiker-Mode-Spruch der Jetztzeit – wollen wir nicht wieder zurück zum vorherigen Status Quo. Und mittlerweile ist sogar eine gewisse Lässigkeit im Ablauf zu spüren, weil alle im Team wissen, dass die grosse Menge an Patienten in kurzer Zeit von uns nonchalant gehandhabt wird. Auch wenn wir alle noch nicht vergessen haben, das die ersten durchgeführten Tage dieser Art weil neu und unbekannt richtig stressig waren.
Und das wird mir persönlich immer dann bewusst, wenn ein Patient auf gar keinen Fall an einem solchen Real-Tag unsere Praxis aufsuchen kann. Und daher so wie die vielen Jahre zuvor zwischen zwei Behandlungssitzungen oder am Ende eines Behandlungstages in der Praxis erscheint. Plötzlich wird augenfällig, was genau DANN im Rahmen des nennen wir es Single-Recalls passiert, was am Recall-Tag eben nicht auftaucht.
Und es wird augenfällig, das dies nur augenfällig werden kann, wenn man das andere- besagten Recall-Tag eben kennt.
Meine Frage daher an dieser Stelle. Gibt es jemanden unter den Lesern, der ebenso wie wir einen bestimmten Tag oder Zeitraum im Monat nur für Recalls reserviert hat ?
Und wie sieht es mit Tagen aus, die nur für Erstuntersuchungen reserviert sind. Gibt es so etwas in den WURZELSPITZE Leser- Praxen ?
Die heute achtjährige Amelie erlitt im Frühling 2023 ein Frontzahntrauma (Rollersturz) in Sinne einer geringfügigen Intrusion an Zahn 21. In der weiteren Folge entwickelte der Zahn eine Pulpanekrose bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum, weswegen die junge Patientin zu uns verwiesen wurde.
In „bekannter“ Manier führten wir in zwei Terminen eine reparative endodontische Therapie durch.
Da die Längenmessung und das Sondieren keine verwertbaren Ergebnisse zeigten um die apikale Kanalstruktur zu erreichen beschloß ich mich an Wesselink zu halten. (Wu, Min-Kai/Wesselink, Paul R., Überlegungen zum apikalen Endpunkt der Wurzelkanalbehandlung. Endodontie 01/2001, SEITEN: 9-18 ) 20% Misserfolg sind bei diesem Vorgehen möglich.
Nach Absprache mit dem Patienten haben wir uns für dieses Vorgehen entschieden. Die Einlagen mit CaOHJ zeigten einen positiven Einfluss, geringere apikale Exsudation und die Fistel schloss sich. Auf Grund der nicht vollständig aufgelösten apikalen Exsudation erfolgte nach 14 Tagen nochmals eine Einlage für 3 Monate. Im Wurzelfüllungstermin war keine apikale Exsuadation vorhanden. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl3% und Aktivierung mit Schall und Ultraschall, Debris und Smearlayer wurden mit Zitronensäure 10% entfernt. Distal apikal wurde das weit offene apikale Foramen mit ProRoot MTA und Kollagenen apikalen Widerlager mit Parasorb verschlossen. Die mesiale Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha im warm vertikaler Obturationstechnik und als Sealer kam BC Totalfill zum Einsatz.
Anbei die Bilder aus der Behandlung und die anschließenden Recallbilder.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Gestern, an unserem Untersuchungs/Diagnose/Beratungs-Tag, besuchte uns ein junger engagierter Kollege. Er begleitete eine Patientin aus der Verwandschaft, welche er zur endodontischen Behandlung überwiesen hatte.
Wir unterhielten uns angeregt und er gab sich als Fan und regelmäßiger Leser von WURZELSPITZE zu erkennen. Er hatte in Leipzig studiert, nicht unbedingt eine Endo-Hochburg, das Studium betreffend. Daher würde er sich wünschen, bei WURZELSPITZE konkrete Feilenabfolgen zum Nachlesen zu finden, damit er sich als Einsteiger daran orientieren könne.
Ich bin sicher, im Archiv von WURZELSPITZE sind einige Beiträge zu finden, die sich diesem Thema widmen. Aber ich vermute, bei bald 4000 Beiträgen sind diese vielleicht nicht auf Anhieb zu finden. Ausserdem ist seit den letzten Beiträgen diesbezüglich schon wieder eine gewisse Zeit vergangen, ein Update daher ein gute Idee.
Hier also nachfolgend der Stand der Wurzelkanalaufbereitung in der Praxis Hans-Willi Herrmann.
Die reine Feilensequenz ist schnell wiedergegeben. Hier ist sie.
Protaper Ultimate Slider Wave One Gold Small Reciproc R25 WaveOne Gold Medium 35
falls weiter notwendig Wave One Gold Large 45 Reciproc Blue R50 Profile 60.04
Aber reicht DAS als Info ? Ich denke, es ist hilfreich, mehr ins Detail zu gehen.
Erster wichtiger Punkt und da darf man mich gerne altmodisch nennen, ist die initiale Sondierung des Wurzelkanals mit Handinstrumenten. Meine Assistentin hat an Hand des 2D-und/oder 3D-Röntgenbildes die arbiträre Länge der Wurzelkanäle bestimmt. Sie gibt mir diese Information, entweder als alleiniger Zahlenwert („20 mm“) oder bei mehrwurzligen Zähnen als Spanne von bis („18-21 mm“). BTW es ist immer wieder erstaunlich wie präzise (Abweichung meist nur 0,5 mm) meine Assistentinnen an Hand eines Rechtwinkel-Röntgenbildes die tatsächliche Länge eines Wurzelkanals vorhersagen können.
Das erste Instrument für die initiale Sondierung ist eine VDW C- Pilot Feile ISO 10. Die Spitze wird leicht vorgebogen und das Instrument sondierend nach apikal bewegt.
Jetzt gibt es 3 – wie ich es nenne – „Wenn,Dann“-Möglichkeiten:
„Wenn,Dann“-Möglichkeit 1 Das VDW C Pilot ISO 10 Instrument bewegt sich ohne nennenswerten Widerstand rein passiv (leichte Hin- und Herbewegungen) nach apikal
Dann Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik auf Arbeitslänge WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge Reciproc R25 auf Arbeitslänge WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge
„Wenn,Dann“-Möglichkeit 2 Das VDW C Pilot ISO 10 Instrument liefert einen gewissen Widerstand im Wurzelkanal zurück, es findet dann aber mittels HWH – Bewegung seinen Weg zum Wurzelkanalende.
Dann Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik
Geht auf Arbeitslänge? Dann VDW Reciproc R25 auf Arbeitslänge – 3mm WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge VDW Reciproc R25 auf Arbeitslänge WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge
„Wenn,Dann“-Möglichkeit 3 Das VDW C Pilot ISO 010 -Instrument liefert einen starken Widerstand im Wurzelkanal zurück. Eine Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik geht nicht auf Eindringtiefe ISO 010
Dann Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2 – Technik soweit das Instrument in den Kanal vordringen kann VDW Reciproc R25 auf Eindringtiefe ProTaper Slider – 1 mm
ISO 10 und Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2 Technik geht nun auf Arbeitslänge
WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge Reciproc R25 auf Arbeitslänge WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge
war mein erster Gedanke, als der Patient bei uns auf Überweisung vorstellig wurde.
Er hatte bereits einige Zeit Probleme mit dem Zahn 47 und hatte gehofft die Zeit wird es heilen. Seit der Fistelbildung hatte er aber keine Beschwerden mehr. Das war schon einige Monate her. Seit einem Jahr hatte der Patient das Gefühl, daß sich die Krone erhöht hat. Klinisch zeigte sich der Zahn mit einer Teilkrone versorgt. Die Sondieungstiefen waren circumferent erhöht zwischen 4-5mm. Es bestand kein Perkussionsschmerz, der Lockerungsgrad war 0 und buccal bestand eine Fistel.
Nach der klinischen Untersuchung, Röntgenaufnahme, fertigten eine DVT an, um die apikale Situation mesial genau zu erkennen und die Ausmaße der Osteolyse m/d und die damit verbundenen apikalen Resorption darzustellen. Im 3D Röntgen zeigte sich mesial apikal eine technisch kaum lösbare Situation. Der mesiobuccale Kanal konfluierte mit dem mesiolingualen Kanal und verlief danach in einem Knick wieder nach mesial. Eine exakte elektronische Längenbestimmung ml ist kaum möglich und die Sondierung des weiteren mb Kanalverlaufes und anschließende Instrumentierung wäre in meiner Hand ein ausgesprochener Glücksfall. Der Patient wollte trotzdem den Erhaltungsversuch.
Meine bedeckten Prognosen schreckten ihn nicht ab. Es kam, wie ich es befürchtete. mb ließ sich die Kanalstruktur nicht sondieren, zudem kamen immer vom Längenmessgerät immer die Info sich nicht mehr im Zahn mit der Instrumentenspitze zu sein. Nach 30 Minuten habe ich das Handtuch geworfen. Mir war die Gefahr zu groß apikal noch mehr Schaden anzurichten. Nach einer Einlage mit CaOH mit Jod hofften wir trotz der Umstände auf eine Heilungstendenz…
Hier schon mal ein Fahrplan. Es gibt 4 Themenkomplexe.
I Praxisphilosophie/Praxiskonzept Wie eigentlich entscheiden Patienten, welchen Zahnarzt oder Finanzberater Sie wählen?
Machen wir uns nix vor: Wer kein Experte ist, kann nicht wirklich beurteilen, wie gut ein Zahnarzt oder ein Finanzberater fachlich wirklich ist. Es gibt demnach noch andere Gesichtspunkte, die zur Entscheidungsfindung pro/contra beitragen. Und diese sind – auch wenn wir das in unserem gekränkten Zahnarzt-Stolz nicht wahrhaben wollen – vermutlich oft sogar wichtiger als das rein Dentale oder Handwerkliche. Und solche Dinge werden in schwierigen Zeiten noch bedeutsamer, als sie es jetzt schon sind.
Wir starten also mit dem „Augen Öffnen!“ Das es so wie bisher nicht weitergehen kann, ist klar. Aber wie soll, wie muss es weitergehen, um zukünftig weiter erfolgreich – besser noch – erfolgreicher zu sein.
„Ein guter Zahnarzt sein“ alleine reicht nicht mehr. Gut zu sein, sehr gut zu sein in unserem Job setze ich als Grundbedingung voraus. Wir können das was wir tun, absolut perfekt ausführen, aber wenn wir aber keine Emotionen erwecken können, wird unser Tun nicht in Erinnerung bleiben.
Wir müssen Dentale Exzellenz vermitteln, sichtbar werden lassen. Sichtbar machen. Ein aktiver Prozess.
Darüber werden wir sprechen. Wie trägt die Praxisorganisation zum Renomee der Praxis bei?
Perfekte Praxisorganisation als Visitenkarte der Praxis. Wie zeigt sich Dentale Exzellenz im Rahmen der Praxisorganisation. Was machen wir DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER heute anders als früher, warum tun wir das und wie hat sich dies positiv ausgewirkt ?
Und vor allem. Welche Blockaden in unseren Köpfen gilt es aufzubrechen, um dort hinzukommen?
II Organisation Arbeitsplatzgestaltung Wie unterstützt die perfekte Arbeitsplatzgestaltung den Praxiserfolg? Perfekte Arbeitsplatzorganisation als Visitenkarte der Praxis. Warum sieht es in unseren Praxen SO aus und nicht anders ? Perfekte Arbeitsplatzgestaltung geht weit über die reine Ordnungsfunktion hinaus. Unterstützt und unterhält Ergonomie. Spart Zeit, Geld und Nerven.
III Organisation Materialverwaltung/Backoffice Da musste sich in den letzten 50 Jahren kaum ein Zahnarzt drum kümmern. Es gab ja Wichtigeres. Oder sollte ich besser sagen Lukrativeres.
Jetzt sind die Mitarbeiter weg, die das gemacht haben. Und Alles bricht zusammen.
Dabei ist die Beschäftigung mit diesen Dingen auch eine Chance. Man muss nur wissen, wie. Und sich Gedanken machen. Haben wir schon! DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER.
Warum? Weil die Spezialisierung auf die Endodontie viele Entscheidungsprozesse und Neustrukturierungen unter schwierigen Rahmenbedingungen mit sich brachte. Und wir heute extrem gut funktionierende Konzepte präsentieren können. Die sich längst ausreichend bewährt haben.
IV Kommunikation/Betriebswirtschaftiche Aspekte/Abrechnung Kommunikation? Ungeliebte Last oder wichtige SuperPower ?
Wir reden über hilfreiche Gesprächsführung auch (oder vor allem auch) bei Problempatienten. Wie sieht in den DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Praxen die Überweiser-Philosopie, das Überweiser-Management aus? Kommunikation im Vorfeld? Kommunikation im Nachgang? Sowohl Versicherungen als auch die Patienten und Überweiser betreffend. Was wird wie berechnet ? PKV? GKV? Zusatzversicherungen? Beihilfe? Basistarif? Unfallkasse? Spezialkassen?
Nur die Richtschnur ist das. Die Startpunkte für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über … EndoOrganisation. Der Rest ergibt sich dann als Dialog zwischen Uns und EUCH. So war es beim letzten Mal und wird es wieder sein.
Was aber nicht heißt, das ihr bis dahin Euch gedulden sollt. Denn – damit wir DANN bitte zu möglichst vielen dieser Thematiken, die Euch unter den Nägeln brennen und die ihr gerne erörtert haben möchtet, Stellung nehmen können JETZT alles aufschreiben, was Euch durch den Kopf geht und eine Email schicken an h2w2@gmx.de. Stichwort „DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über …EndoOrganisation“
Dann können wir uns im Vorfeld schon Gedanken machen zu besagten Punkten und diese möglicherweise von vorne herein in den Vortrag einbauen.
In ein paar Wochen ist es 25 Jahre her, dass ich mein zahnmedizinisches Staatsexamen abgelegt habe.
Naturgemäß bin ich also in meiner Berufslaufbahn mit zum Teil kuriosen Situationen, Diagnosen, Behandlungsvorschlägen etc. etc. konfrontiert worden…
ein Fall, wie bei der nachfolgenden 32-jährigen Patientin ist mir allerdings bisher noch nicht „untergekommen“..
die junge Frau gab an, dass sie sich im Alter von sieben Jahren den Zahn 21 avulsiert hatte. Der Zahn war in der weiteren Folge damals reponiert und „beobachtet“ worden.
Eine weitere Behandlungsnotwendigkeit ergab sich laut Patientin in den nächsten Jahrzehnten nicht. Erst seit einigen Jahren (circa fünf) wurde der Zahn nun zunehmend dunkler.
Mittlerweile störte die Patientin das optische Erscheinungsbild zunehmend, weswegen sie ihren Zahnarzt auf die möglichen Behandlungsoptionen ansprach…
und was empfahl der Kollege der Patientin nach Anfertigung dieser Röntgenbilder…?
die ENTFERNUNG des Zahnes mit nachfolgender Implantation…
von der Möglichkeit einer endodontischen Therapie (und mehr) war keine Rede…
ich war sprachlos.
Gut nur, dass die Patientin dieser Empfehlung nicht gefolgt war und über Umwege zur endodontischen Behandlung mit nachfolgendem Bleaching zu uns kam…
hier das vorläufige Ergebnis vor weiterer Versorgung der Schneidekante…
beim Anblick der Bilder bleibe ich aber immer noch fassungslos, was der Patientin alio loco als Therapie empfohlen wurde. Einen so drastischen Therapievorschlag habe ich in fast 25 Jahren Tätigkeit noch nicht erlebt…
Innerhalb von nur 10 Jahren haben es im Team Seite an Seite der Küchenchef Daniel Humm und der Leiter des Service Will Guidara geschafft, das Eleven Madison West zum besten Restaurant der Welt zu machen.
An sich schon bemerkenswert, überhaupt die Nummer 1 der Welt zu werden. Aber umso herausragender, wenn man bedenkt, dass vor 2007 das EMP nur eines von zahlreichen gehobenen Restaurants in New York war und keine sonderliche Beachtung fand, nicht mal auf lokaler Ebene.
Wie erreicht man so etwas? Innerhalb von 10 Jahren sich an die Weltspitze zu kapultieren ? Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun?
Will Guidara sagt dazu: „Exzellenz ist die Ansammlung von Tausenden von Details, perfekt ausgeführt.“
Ein schöner Satz. Zeigt er doch, das bedeutsame und nachhaltige Entwicklungen nicht als EINE GROSSE Veränderung entstehen, sondern (siehe Tag 1 Wurzelspitze am 01. November 2008) ) als Folge und in Konsequenz vieler winziger Anpassungen entstehen. Lauter kleine Babyschritte.
Beispiel gefällig ? Zu Beginn in eigener Praxis bewahrten wir (Evolutionsstufe 1) unsere Bohrer und Schleifinstrumente in einem Schubladenständer auf. Akkurat beschriftet und sorgsam geordnet. Mit Musterinstrumenten als Orientierung. (Evolutionsstufe 2) Ein gut funktionierendes System. Dann – über viele Jahre hinweg verwendeten wir für die unterschiedlichen Behandlungen (Kons vs. ZE) individuelle sterilisierbare Instrumentenständer (Evolutionsstufe 3) .
Wir verwenden solche bis heute für unser Arbeiten, wenngleich für das endodontische Arbeiten neue Ständer angeschafft werden mussten, welche die Aufnahme überlanger Komet-EndoTracer und EndoExplorer ermöglichten (Evolutionsstufe 4) . In Position gehalten werden die Instrumente durch farbige Silikonhülsen. Im Auslieferungszustand einfarbig. Ich habe das abgeändert. Jetzt (Evolutionsstufe 5) dient die Farbe des jeweiligen Silkonstopfers als Hinweis, an welcher Stelle des Ständers welches Instrument platziert werden soll. Diese Modifikation erleichtert das Bestücken des Ständers und das Arbeiten mit den unterschiedlichen Bohrern während der Behandlung. Weil immer klar ist, wo/welches Instrument zu finden ist und wohin nach Gebrauch es wieder zurückgestellt werden muss.
Bliebe noch die Frage, warum das aufgeführte ein guter Grund ist, sich auf Endodontie zu spezialisieren ? Weil die Beschränkung auf wenige Dinge, auf eine Spezialisierung automatisch eine Fokussierung und eine Konzentration auf das Wesentliche mit sich bringt. Das schärft die Sinne und ist Potential und Grundstein für strukturelle Verbesserungen aller Abläufe, was in Konsequenz eine überproportionale Verbesserung auf allen Ebenen zu Folge hat. Der Generalist tut sich hier sichtbar schwerer. Und selbst wenn ihm solche Detailverbesserungen gelingen, drohen diese in der Masse aller Tätigkeiten unterzugehen, unsichtbar zu bleiben, was eine positive Verstärkung unwahrscheinlich werden lässt.
p.s.: Über tausende Details können wir bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation nicht reden, aber doch über viele davon. Daher vormerken, anmelden: Samstag 08. Juni 2024.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischen mal abgesehen ???
Das ich die Möglichkeiten habe, mir meine Arbeitsumgebung perfekt nach meinen Vorstellungen zu gestalten…
Es ist über 10 Jahre schon her, aber ich erinnere mich immer mal wieder an diesen Moment, wenn ich durch meine Praxis gehe.
Ich besuchte einen renommierten universitären Hochschullehrer. Mit nachvollziehbarem Stolz führte er mich durch seine Abteilung.
Am Ende der Führung präsentierte er mir sein Behandlungszimmer, sein ureigenes Reich, und präsentierte als einen der Höhepunkte seine Behandlungseinheit. „Die gute alte M1“, wie er sie nannte und wir sie noch von Studium her kannten.
Allerdings offensichtlich ein Modell der allerersten Stunde aus den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern. Die Farbe der Stuhlauflagen liess daran keinen Zweifel. Der Kunststoff der Behandlungseinheit hatte über die vielen Jahre in der Farbe von cremeweiss nach nikotin-graubraun gewechselt. Die ähnlich colorierten Wände des Raums – ob intentionell so gestaltet oder ebenfalls den Zeitraum seit der letzten Erneuerung auf diese Weise subtil kundgebend, sei dahingestellt – gaben ebenfalls ein eher tristes Stimmungsbild ab. Eine Röntgenmöglichkeit vor Ort gab es nicht. Das Kleinröntgengerät befand sich ausserhalb. Schreibtisch, Schränke, Regale mit dentalen Devotionalien sowie ein paar gerahmte Werbeposter der Firma Blendamed, auch diese nun schon mindestens ein Vierteljahrhundert alt, unterstrichen zwar die zahnmedizinische Bestimmung der Umgebung, aber auch die lange schon aus der Mode gekommenen Designsprache des letzen Milleniums.
Damit wir uns nicht falsch verstehen. Erstklassige Zahnmedizin kann auch in einer solchen Arbeitsumgebung entstehen. Und ich habe Referenten von Weltruhm kennenlernen dürfen, die in weniger adäquaten Arbeitsumgebungen herausragende Behandlungsergebnisse erzielten.
ABER – was nicht zu übersehen war, im Rahmen des Besuches. Die Tatsache, dass der Kollege keinerlei Möglichkeiten besaß, seine Arbeitsumgebung seinen eigenen Vorstellungen entsprechend zu gestalten, ohne das für jede dieser Maßnahmen ein grosser administrativer Prozess durchlaufen werden musste.
Wir hatten gerade ein DVT gekauft. Und der Kollege musste für eine Packung Bleistifte ein Formular ausfüllen. Den neuesten Endo-Motor, den neuesten Apex- Lokator, die Endo-Feile XYZ, generell jegliche Behandlungsmaterialien nach unserem Gusto ??? Etwas was in der eigenen Praxis lediglich ein Kreuz in der Wawibox uns setzen lässt, diese Wahl gab es hier nicht.
Ich war jedenfalls froh, diesen mich depressiv machenden Ort verlassen zu dürfen, um in meine wunderschöne Praxis zurückkehren zu dürfen.
Was für ein Motivationsschub dies doch darstellt. Mich, wenn ich von einer Sache – im Kleinen wie im Grossen – überzeugt bin, nach meinen Vorstellungen ausstatten zu dürfen, ohne das ich irgendjemandem diesbezüglich Rechenschaft schuldig wäre.
Das kann ein Luxus sein, wie Kleinröntgengeräte in jedem Behandlungszimmer. Oder 6 Endomotoren und 4 Apexlokatoren vorzuhalten, ein neues DVT oder neue Behandlungseinheiten zu kaufen, wenn ich der Meinung bin, diese mir nun zulegen zu wollen. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen Dingen wie die Farbe der Wand im Wartebereich festzulegen oder welche Zeitschriften und welche Getränke ich dort unseren Patienten präsentiere.
Diese Möglichkeiten sind also nicht zwingend auf die Endodontie beschränkt, aber natürlich wirkt auch hier die Beschränkung auf die Spezialität „Wurzelkanalbehandlung“wie ein fokussierendes Brennglas, welches die Kernqualität unterstreichen hilft, wenn man seine Praxis zielgerichtet daraufhin ausstattet.
Wer aber nun meint, all diese Dinge seien lediglich ein nettes I-Tüpfelchen, das ein paar unwesentliche Prozentpunkte die eigene Stimmung heben vermag, dem sei der nächste Beitrag dieser Reihe ans Herz gelegt.
50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (31): Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun ?
Der unterstreicht, das solche Rahmenbedingungen einen handfesten positiven Einfluss auf die Behandlungsqualität und Behandlungsergebnisse einer Praxis ausüben. Und man mit erstaunlich wenig Kleinem erstaunlich viel erreichen kann.
2020 haben wir den Patienten behandelt. Hier haben wir dazu geschrieben und den Fall vorgestellt. Nun war der Patient zum Recall da und schon beim Betreten des Zimmers sprach er voller Dankbarkeit von seinen zwei von uns behandelten Zähnen (45, 46). Sie hätten nie wieder Probleme gemacht. Ihm war inzwischen bewusst, daß die postendodontische, also zweite prothetische Rehabilitation unglücklich gelaufen war. Nun wollte er von mir eine Lösung, die ich leider nicht bieten kann.
Kann eine simple Kunststoffplatte dafür sorgen, dass die Materialverwaltung der Praxis sicherer abläuft ?
Wer kennt das nicht.
Trotz aller Sorgfalt, aller Bemühungen, dem besten aller QM in der Praxis. Mitten in der Behandlung stellt man fest, das das dringend benötigte Behandlungsmaterial „aus“ ist. Fehlt . Wurde vergessen, nachzubestellen.
Und dabei nutzen wir schon ein wunderbares und extrem hilfreiches Materialverwaltungsprogramm, welches wir nicht mehr missen wollen – die Wawibox.
Das aber nur so gut sein, wie die Menschen, die dieses anwenden. Asche also auf unser Haupt. Wobei, eine kleine nicht repräsentative Umfrage im kollegialen Freundeskreis zeigt – es geht ausnahmslos jedem so, der ein solches System in der Praxis einsetzt. Und die jeweilige Software spielt keine Rolle. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der anfangs perfekte Lagerbestand nicht mehr übereinstimmt. Und je länger man mit dem System arbeitet, umso mehr stellen sich die Fehler ein. Bis hin zu besagter Katastrophe, dass besagtes Material zwar noch in ausreichender Menge im Bestand vorhanden sein soll, de facto aber fehlt.
Wie dem Problem begegnen? Nun – es gibt verschiedene Möglichkeiten und der Blick in die freie Wirtschaft zeigt, dass auch dort besagter Fehler sich einstellt. Und in periodischen Abständen, zumeist zum Jahresende durch eine Inventur zumindest vorübergehend beseitigt wird.
Aber – wer von uns hat Lust dazu, den gesamten Warenbestand der Praxis ein oder zweimal im Jahr durchzuzählen und im Computer auszutragen? Ich nicht. Und meine Mitarbeiter auch nicht. Insobesondere nicht weil der Mitarbeiter mittlerweile zu wenige sind in der Zahnmedizin und diese besser und zielführender eingesetzt werden müssen als zum Häufchenzählen.
Wir haben uns daher für ein anderes Vorgehen entschieden.
Ebenfalls aus der Wirtschaft bekannt. Genauer gesagt, die japanische Wirtschaft hat damit die Automobilindustrie revolutioniert. Das Zauberwort lautet Kanban und wurde 1947 von Taiichi Ōno in der japanischen Toyota Motor Corporation entwickelt. Ein Grund hierfür war die ungenügende Produktivität des Unternehmens im Vergleich zu US-amerikanischen Konkurrenten. Ōno beschrieb die Idee so: „Es müsste doch möglich sein, den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Verbraucher entnimmt aus dem Regal eine Ware bestimmter Spezifikation und Menge; die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt“. Kansan bedeutet „Karte“. Und mit genau solchen Karten haben wir schon in den 90er Jahren in unserer Praxis die Bestellvorgänge organisiert. Sah wie folgt aus: Wenn der letzte Artikel des Vorrates entnommen wird. dann wurde die jeweilige Karte aus vom Ablageort entnommen, diese enthielt alle notwendigen Daten für die Bestellung und wenn die Ware eingetroffen war, wurde dies ähnlich wie beim einen Ausleihvorgang von Lektüre in der Stadtbibliothek auf der Rückseite der Karte vermerkt (Datum Anzahl, Preis).
Funktionierte in den meisten Fällen sehr gut. Wenn nicht besonders viele Eile geboten war. Dann wurde vergessen, die Karteikarte zu ziehen und somit wurde vergessen, das Material nachzubestellen. .
Fast Forward. Über 20 Jahre später. Besagte Kunststoffplatten dienen nun als Kanban-Karte. Der entscheidende Unterschied zur Papiervariante von ehemals??? Die Kunststoffplatten werden untrennbar mit dem besagten finalen Exemplar des Vorrates verbunden.
Und diese scheinbar banale Modifikation macht den Unterschied.
Vorteil 1 Das Kansan- markierte Material wird als letztes aus dem Vorrat entnommen. Weil es lästig ist, Material und Kanban-Karte von einander zu lösen, werden alle unmarkierten Materialien bevorzugt entnommen.
Vorteil 2 Die Kanban-Karte bleibt nicht mehr versehentlich am Lagerort zurück, weil sie mit dem Vorratsmaterial entnommen wird. Sie wird auch nicht übersehen, falls sie versehentlich in Eile irgendwo ablegt wurde, anstatt die Karte in den dafür vorgesehenen im Steri platzierten Bestellcontainer abzulegen.
Einmal pro Woche wird bestellt. Die Kanban-Kunststoffträger dienen als Bestellkarte.
Gleichzeitig hat man, da diese im Büro verbleiben, einen guten Überblick, was bestellt, aber noch nicht geliefert wurde. In Zeiten, in denen selbst banale Dentalartikel teilweise monatelang nicht lieferbar sind, ein zusätzliches Plus.
Das ist nur ein kurzer Streifzug in das System, das natürlich noch einige andere Vorzüge aufweist. Wer genauer wissen will, wie das ganze funktioniert, wie wir unter anderem mit essentiellen Artikeln, Rabatt-Artikeln, Schüttgut- Artikeln umgehen und wo und wie wir das alles aufbewahren, dem sei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoOrganisation ans Herz gelegt, denn auch darüber wird am 08. Juni gesprochen.
Wie sagte der Kollege um die Ecke, als die junge Zahnärztin berichtete, sie wolle sich auf Endodontie konzentrieren in ihrer eigenen Praxis: „Warum nicht, Wurzelkanalbehandlung ist ja kein Hexenwerk.“
So gesehen hat er recht. Denn was an diesem Zahn 22 ist denn bitte schön Besonderes, was nicht jeder Student im 3. Semester spätestens bewerkstelligen könnte ? Normale Wurzelkanalfüllung und dann auch noch 3 Bläschen im koronalen Verschluss der Kavität.
Die Röntgenaufnahme ist 26 Monate post WF.
Hier der Ausgangsbefund vor WF-Revision vom 03.02.2021.
Aus meiner Behandlung ist der Dentapen nicht mehr weg zu denken. Sehr viele Patienten sind von der weniger schmerzhaften Anästhesie erfreut und das gibt häufig schon während der Anästhesie erstaunte Blicke auf Grund des ungewöhnlichen Geräusches des kleinen Elektromotors.
In letzter Zeit wurde es uns immer schwerer Schutzhüllen und Ersatzteile zu besorgen. Entweder waren diese nicht lieferbar oder mit langen Wartezeiten verbunden. Zudem kamen nicht unerhebliche Kosten. Die Firma Septodont hat das Produkt an die Firma Juvaplus abgegeben und fühlt sich nicht mehr für den Support zuständig. Nun hatte ich mich mit der Firma Juvaplus in Verbindung gesetzt, da es für uns Probleme in der Nachbestellung gab. Ich wurde informiert, daß für Deutschland Merz-Dental nun zuständig ist und nahezu alle Teile auf Lager haben sollte.
Unsere Bestellung wurde umgehend ausgeführt und wir haben zeitnah die Lieferung erhalten.
Schon wieder ein Jahr rum. Samstag. 30. März. Heute öffnet die beste Eisdiele in Brixen, das sprichwörtliche „Loch in der Wand“ wieder ihre Pforten. Natürlich stelle ich mich an. Das Wetter ist schlecht, die Touristen noch nicht eingetroffen, die Schlange daher eher kurz. Schmeckt immer noch sehr gut das Eis. Aber. Schon wieder ist die Kugel Gelato 10 Cent teurer geworden. 30 Cent in 2 Jahren. Knapp 20 Prozent. Und auch davor wurde immer wieder in kurzen Abständen der Preis erhöht.
Hallo Zahnmedizin ? Ist der sprichwörtliche Groschen, ähh, das 10 Cent-Stück immer noch nicht gefallen ?
Nein. Es geht immer noch so weiter wie bisher. Rund um uns herum Preissteigerungen, teilweise zweistellig. Deutlich höhere Fixkosten (Miete, Strom, Materialien, Wartung und Reparatur, Personalkosten). Eine deutlich erhöhte Anspruchshaltung der Patienten, ein rauherer Umgangston und eine nachlassende Zahlungsmoral oder auch Zahlungsmachbarkeit kommen hinzu.
Die Preise hingegen? Bleiben gleich. Immer noch.
Der Tipping Point ist also noch lange nicht erreicht. Woran man das erkennt? Weil keiner sich wehrt, keiner den Mund aufmacht.
Und alle BIG Player im Gesundheitswesen (Gesundheitsministerium, GKV, PKV) lehnen sich entspannt zurück. Sagen sich:“Cool! Wir sind safe!“ Zünden sich eine Zigarre an. Und paffen genüßlich Ringe in die Luft. „Das Leben ist schön!“ „La Dolce Vita!“
Das einzige, das nicht safe und schön ist, ist die Zahnarztpraxis. Liebe Kolleginnen und Kollegen. Ihr könnt so weitermachen wie bisher. Viel Glück. Viel Spass.
Oder wollt ihr was ändern ? ?? Dann müsst ihr umdenken!
Das ist nicht einfach. Keine Frage, in eingelaufenen, sogar in ausgelatschten Schuhen läuft es sich bequemer als in neuen. Aber wenn der Regen kommt und man plötzlich entdeckt, die Sohle ist durchgelaufen, dann geht es sich nicht mehr angenehm.
Ich sehe sehr zuversichtlich in die Zukunft Zahnarztpraxis. Warum? Weil ich die Weichen schon längst gestellt habe. Wie?
p.s: Woher ich weiss, das die Zahnmedizin noch immer nicht soweit ist, die Geschicke in die eigene Hand zu nehmen ? Weil ich die Anmeldezahlen für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER I Wurzelkanalaufbereitung mit DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoOrganisation vergleichen kann und sehe, dass man mit den wichtigen betriebswirtschaftlichen Themen längst nicht so viele KollegInnen erreicht wie mit den rein fachlichen. Dabei ist das eine genauso wichtig wie das andere.
Wir sehen uns im Juni ?!? Sehr gut. Lektion verstanden !!!
Der Patient stellte sich auf Überweisung 2015 in unserer Praxis vor. Der Zahn 15 ist symptomatisch im Sinne einer Pulpitis. In der klinischen Untersuchung zeigte sich 2015, daß 15 und 14 eine erhöhte Sensibilität auf Kälte zeigen. Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, der Lockerungsgrad ist 0 und es ist kein Perkussionsschmerz auf horizontale oder vertikale Belastung zu erkennen.
14 Tage später zeigt sich klinisch keine Veränderung. Wir empfahlen dem Patienten dies weiter zu beobachten und einen Kontrolltermin 4 Wochen später bei uns auszumachen. Dieser wurde kurzfristig abgesagt, da nun keine Beschwerden mehr vorhanden waren.
Jetzt stellte sich der Patient 9 Jahre später wieder bei uns vor. Der Hauszahnarzt hatte am Zahn 14 eine endodontische Behandlung begonnen und vermutete eine Perforation. Im 3 dimensionalen Röntgenbild ist die aktuelle Situation.
Kontrolluntersuchungen und Sensibilitätstests sind ein nicht zu unterschätzender Bausteine in der zahnmedizinischen Therapie. Sehr schlecht bis gar nicht honoriert, aber notwendig.
War ja klar. Ich konnte nicht anders und musste natürlich auch noch (fast) alle anderen Zahnpasten von Marvis ausprobieren. Ausgelassen habe ich lediglich die Raucherzahnpasta, die Bleaching-Zahnpasta und die Empfindliches Zahnfleisch-Zahnpasta. Kein Bedarf bei all dem Gott sei Dank. Und Ingwer mag ich überhaupt nicht.
Testreihe 2 demnach mit.
Marvis Aquatic Mint Marvis Orange Blossom Bloom Marvis Cinnamon Mint Marvis Classic Strong Mint Marvis Back Forest
1 Orange Blossom Bloom schmeckt vorrangig nach … Zahnpasta. Angenehm, aber in keiner Weise herausragend. Vielleicht ein leicht fruchtiger Geschmack nachhallend. Urteil: Okay, aber wenn ich es nicht hätte, würde sich mein Leben nicht nachhaltig verdunkeln.
2 Black Forest Da war ich besonders gespannt. Wie schmeckt der Schwarzwald?
Nunja, zunächst mal wie … Zahnpasta. Die Zahncreme ist angenehm, aber da ist jetzt nichts, was ich wirklich haben müsste. Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass der Schwarzwald mit fast 9 Euro 4 Euro teurer ist als diejenigen Marvis-Zahnpasten, die ich bisher hatte, und – wir achten auch auf das Kleingedruckte nur 75 statt 85 ml enthält – spricht hier nichts für mich FÜR eine Kaufentscheidung.
3 Marvis Aquatic Mint
Ich bin kein Freund von Zahnpasta mit starkem Mint-Geschmack. Not my cup of tea. Wenn eine Zahncreme nach kurzer Benutzung schon den Wunsch nach Schnell mit Wasser Ausspülen hervorruft, dann ist das definitiv nicht meins . Ich finde, eine Zahnpasta muss zulassen, dass man auch mehrere Minuten damit arbeiten kann. Insofern hätte ich die Marvis Aquatic Mint abseits von Testzwecken vermutlich nicht in den Einkaufskorb gelegt. Die Aquatic Mint schmeckt aber angenehm. Ein leichter Frische-Geschmack, mit dem ich aber sehr gut leben kann. Damit unterscheidet sich diese Zahnpasta sehr wohltuend von vielen ihrer Mitbewerber, die im gleichen Geschmackssegment unterwegs sind.
4 Marvis Classic Strong Mint Das oben geschriebene trifft natürlich in noch viel stärkerem Maße auf diese Zahnpasta zu. Niemals hätte ich aus freien Stücken nach ihr gegriffen. Stark Mint – ein absolutes No Go für mich. Umso erfreulicher, dass die Stark Mint sehr angenehm rüberkommt. Natürlich ist die Mint-Geschmackskomponente noch stärker ausgeprägt als bei der Auqatic Mint, ist aber nie zuviel. Langes Putzen ist möglich und zurück bleibt ein frischer, aber keinesfalls überaufdringlicher Mint- Geschmack.
5 Marvis Cinnamon Mint Zahnpasten in Deutschland mit Zimt-Geschmack haben eine lange Tradition. Gabs schon in meiner Jugend. Exotisch damals, aber dennoch wohlbekannt. Der Zimt-Geschmack, den auch diverse Kaugummis verbreiteten, war aufdringlich und fiel definitiv unter die Kategorie – „Man liebt es oder man liebt es nicht“. Ich liebte es nicht. Umso erfreulicher auch hier, das die Marvis Cinnamon Mint wohlkommend zurückhaltend daherkommt. Im Sinne einer Geschmacksnote, die sich dezent präsentiert und nach dem Zähneputzen lediglich als Hauch zurückbleibt. Könnte ich mit leben, auch wenn es nicht meine bevorzugte Wahl wäre.
Und wie sieht ein abschliessendes Urteil aus ? Alle getesteten Marvis- Zahnpasten kamen angenehm zurückhaltend daher. Eine wohltuende Abwechslung im allzuoft viel zu aufdringlich daherkommenden Zahnpasta-Mainstream deutscher Supermarkt-Regale und eine positive Überraschung.
Meine erste Wahl ist definitiv die Marvis Amorelli Lacorize. Von nun an ein weiteres sicher gebuchtes Italien-Mitbringsel.
Und wenn man beim Zähneputzen schon an einen möglichen zukünftigen Aufenthalt in Bella Italia erinnert wird, ist das ja definitiv ein zusätzliches Plus, welches den Tag verschönert.
In diesem Sinne – Arrivederci alla prossima, raggazi !
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
In der Zahnmed-Liste von Michael Logies kam vor Kurzem die Frage auf, welche Zahnpasten sich durch einen angenehmen Geschmack auszeichnen. Ein Tipp des Kollegen Andreas Bien – die italienische Marke Marvis weist verschiedene Zahnpasten im Vintage-Design mit besonderen Geschmacksnoten auf, darunter auch eine Lakritz-Variante. Klingt nach dem, was ich hier in New York gefunden habe.
Ein kurzer Internet-Check in der Südtiroler Hausdrogerie ergab, dass die Marke dort geführt wird. Und daher unser obligater Bozen-Besuch an Karfreitag uns eine neues Italien-Urlaubgefühlverlängerungs-Mitbringsel bescherte. Im Gegensatz zu seinem amerikanischen Vetter zwar ohne literarische Weltverbesserungs-Formel, dafür aber mit Fluorid.
Das Benexsystem hatte bei Wurzelspitze Antonio Renatus vorgestellt. Wir haben das System umgehend bestellt und dann passiert das, was so oft geschieht, aus den Augen aus dem Sinn. Und urplötzlich kam der Fall der danach verlangte. Der Patient hatte seinen Zahn 45 etwas vernachlässigt. Nach Fraktur der Krone hatte er keine Schmerzen und sich schnell an die Lücke gewöhnt. Nach einem Jahr suchte er doch einen Zahnarzt auf. Klinisch zeigte sich 45 auf Gingivahöhe frakturiert mit Sekundärkaries, freiliegender Wurzelfüllung und keine erhöhten Sondierungstiefen. Ferrule von 2mm für eine erneute Kronentherapie war nicht darstellbar. Die Therapievarianten Extraktion und Implantation oder alternativ Zahnerhalt mittels Extrusion und späterer Kronenversorgung wurden dem Patienten vorgestellt. Im DVT war keine starke Krümmung der Wurzel erkennbar, so daß die Extrusion eine gute Prognose hatte. Der Patient entschied sich für den Zahnerhalt.
Nach Kariesentfernung, präendodontischem Aufbau und Revision und wurde die Wurzelfüllung am Zahn 45 nur adhäsiv mit einem Flow verschlossen. Um die Extrusionsschraube des Benexsystems einzuschrauben muss auf die Insertion eines Glasfaserstiftes zunächst verzichtet werden. Nach Extension wurde der Zahn mit Everstick und Composite an den Nachbarzähnen für 6 Wochen geschient. Danach erfolgte der postendodontische Aufbau mit einem Glasfaserstift. Die größte Schwierigkeit bei der Extension war die Entfernung der Extrusionsschraube aus dem gelockerten, extrahiertem Zahn. Empfehlenswert ist die Entfernung der Schraube nach Schienung des Zahnes. Anbei die Röntgenaufnahmen aus der Behandlung.
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Letzte Woche fand die Verleihung der Restaurant-Michelin Sterne statt. Und es freut mich, das der „Meisenheimer Hof“ als Ort des Abschlusses unseres DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Events nun einen solchen Stern sein eigen nennen darf. Wer sich also noch nicht für das Abendessen am Samstag im Anschluss an die Veranstaltung angemeldet hat, der hat nun einen Grund mehr, dies zeitnah zu tun.
Erstmalig stelle sich die heute 55-jährige Patientin bei uns im Dezember 2021 vor. An Zahn 46 hatte sich vor einiger Zeit erstmals eine vestibuläre Fistel gebildet. Radiologisch stellte sich die Situation wie folgt dar.
Prä-op
Nach insgesamt zwei Terminen könnte die Behandlung im Februar 2022 wie folgt abgeschossen werden.
Post-op
Die Wurzelkanalfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Seiler high flow.
Die erste Nachkontrolle sechs Monate später zeigte nachfolgendes Bild.
Heute nun war die Patientin zur weiteren Nachsorge bei uns…
dieses Ergebnis zeigt sich gut ein Jahr nach Therapieabschluss…