2015 haben wir eine Patientin zu einer endodontischen Therapie beraten. Sie ist bei einer Privaten Krankenversicherung versichert.
Für diese Beratung über 30 Minuten haben wir 2015 ein Honorar von 35,20 Euro bekommen.

2026 haben wir diese Patientin erneut zu einer endodontischen Therapie beraten.
Dafür haben wir ein Honorar von 35,20 Euro bekommen.

Dieses Honorar ist seit 1988, seit dem gilt der Punktwert der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte). unverändert.
2012 wurde die GOZ angepasst. Der Punktwert blieb unverändert.
Für die Praxis bedeutete das: Viele der 2012er Änderungen betrafen die Abrechnungsfähigkeit und die genaue Leistungsabgrenzung, nicht primär das Honorarvolumen.
In den Zahnarztpraxen ist laut der KZBV für die alten Bundesländer von 1976 bis 2022 eine Kostenentwicklung von +289 % bzw. im Schnitt +3,0 % pro Jahr entstanden.
Quelle: https://zkn.de/wp-content/uploads/2024/01/Patienteninformation3.pdf
Nehmen wir also diese 3%, dann heißt das zwischen 1988 und 2026 sind die Kosten in den Praxen um 114% gestiegen. Dabei lassen wir die Pandemie mit extremen Kostenexplosion für die Praxen außen vor.
Die Versicherungsbeiträge für die Patienten in der PKV sind in diesem Zeitraum stark gestiegen. Dieser Anstieg lassen sich nicht ohne weiteres ermitteln. Laut PKV Verband sind zwischen 1997-2015 die Beitragseinnahmen je Versicherten um 3,3% pro Jahr gestiegen.
Quelle:https://www.iges.com/e2622/e2634/e12548/e12641/e12642/e12644/attr_objs12646/IGES_Publikation_Beitragsentwicklung_PKV_ger.pdf
Lieber Olaf,
das alte Lied: Meine Beiträge zur privaten Krankenversicherung haben sich erhöht von 189 DM in 1992 auf 1200 Euro in 2026! Eine utopische Steigerung, die leider in den ärztlichen bzw. zahnärztlichen Gebührenordnungen keinen Wiederhall findet, die Gründe sind vielfältig.
Die einzige Chance für uns auf eine angemessene, die Kostensteigerung berücksichtigende Honorierung besteht darin, abzudingen. Das tun wir konsequent und ich kann nur alle Kollegen ermuntern, sich das auch zu trauen. Denn das in absehbarer Zeit eine auch nur annähernde Anpassung der GOZ nach oben erfolgt, das wird nicht passieren.
LG Bernard