„Kuba, ich will Salsa tanzen.“ Sangen die Gibson Brothers.
1979 war das. Ich war 16. Und der Song lief in der Tanzschule.
Das Lied ist der Patientin vermutlich ebenfalls noch im Kopf, denn sie ist ein Jahr älter als ich. Und ihr war sicherlich gar nicht zum Tanzen zumute war, als sie im Januar 2022 im Urlaub auf Kuba von starken Zahnschmerzen an Zahn 47 heimgesucht wurde.
Der Zahn 47 war im Frühjahr 2021 vom Hauszahnarzt wegen einer Karies wurzelkanalbehandelt worden. Auf Kuba wurde der Zahn trepaniert und dann offengelassen.
Zurück aus dem Urlaub sorgte die Patientin einen endoversierten Kollegen auf, der aber nicht weiterkam und dann die Patientin an uns verwies. Sehr zum Unbill des Hauszahnarztes, der zur Patientin sagte, wir könnten auch nichts anderes machen, als er schon gemacht habe.
Die Behandlung bei uns sah zunächst die Entfernung des Metallstiftes in der distalen Wurzel vor, dann die WF- Revision. Der Zahn präsentierte sich mit einer massiven Gangrän im C- förmigen Kanalsystem.
Nach Wurzelkanalfüllung am 07.04.2022, welche die exotische Anatomie des Wurzelkanalssystems offenbart, zeigten die weiteren Nachkontrollen nach 6 Monaten, weiteren 12 und 24 Monaten am 18.11.2022, 17.11.2023 und 21.11.2025 die kontinuierliche Verbesserung der apikalen Knochensituation bis hin zur vollständigen Ausheilung.
Erstmals stellte sich die Patientin im Frühjahr 2024 in unserer Praxis vor. Sie hatte Beschwerden am Zahn 16. Diese waren latent da. Nichts Dramatisches, sagte sie, aber so, dass sie auf der rechten Seite nichts Festes mehr kauen konnte. Vor einigen Jahren wurde der Zahn 16 endodontisch behandelt. Dieser konnte als Ursache identifiziert werden. Der klinische Befund: – Kunststofffüllung om, mit Verfärbungen am Füllungsrand, circumferent, – Lockerungsgrad 0, – keine pathologisch erhöhten Sondierungstiefen, – Perkussionsschmerz okklusal.
Röntgenologisch fiel eine unvollständige, nicht randständige Wurzelfüllung auf. Apikal war im 2D Röntgen palatinal ein verbreiterter Desmodontalspalt erkennbar. Zudem periapikal gelegene Sealerreste. Im angefertigten 3D Bild imponierte distal apikal eine hypodense, weichteildichte Struktur im Sinne einer P. apicalis mit trichterförmiger apikaler Veränderung des Foramen apikale. Mesial apikal zeigte sich ebenso eine hypodense, weichteildichte Struktur.
Die Therapie war eindeutig: Revision 16. Die Patientin wünschte den Erhaltungsversuch. Nach Anästhesie, präendodontischem Aufbau unter Kofferdam und Entfernung des WF-Materials fiel ein Biofilm um die palatinale Guttapercha auf. Nach Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 % mit Schall und Ultraschall sowie maschineller Aufbereitung bis apikal #25 erfolgte eine CaOH-Einlage. Zum zweiten Termin nach 14 Tagen berichtete die Patientin über eine geringfügige Besserung. Aber der Zahn war noch nicht belastbar. Es erfolgte keine Wurzelfüllung, sondern die nochmalige Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 % sowie die apikale Aufbereitung mesial und distal bis #35, palatinal bis #45 und danach die Einlage mit CaOHJ. Die palatinal apikal gelegenen Sealerreste konnten nur dezent orthograd entfernt werden. Die CaOHJ Einlage sollte 3 Monate verbleiben. Zur Kontrolle nach 3 Monaten berichtete die Patientin über mehr schmerzfreie Zeiten, aber in den letzten 2 Wochen über eine wiederkehrende lästige Beschwerdesituation. Der Wunsch zur Entfernung des Zahnes kam nun erstmals auf.
Was nun? Was sollte man der Patientin raten oder tun?
Was haben eine nervige Baustellenampel, Schüler auf dem Zebrastreifen und eine auf Endodontie limitierte Praxis gemeinsam? Mehr, als man denkt. Eine alltägliche Beobachtung auf dem Weg zur Arbeit entpuppt sich als überraschende Parallele zum Praxisalltag – und zeigt, warum weniger manchmal deutlich mehr ist.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein kleiner Eingriff in den Verkehrsfluss den Blick auf Effizienz, Ruhe und strukturiertes Arbeiten verändern kann? Ein scheinbares Ärgernis wird zum Aha-Moment – und offenbart, weshalb klare Wege und definierte Abläufe nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in der Zahnmedizin den Unterschied zwischen Chaos und entspanntem Durchgleiten ausmachen.
Die Auflösung gibt es auf unserer Patreon- Homepage. Vielleicht auch dort mal vorbeischauen…
Der heute 15-jährige Constantin erlitt 2019 beim Hochlaufen einer Rutsche ein Frontzahntrauma an Zahn 21 im Sinne einer Dislokation mit unkomplizierter Kronenfraktur.
Im Weiteren wurde der Zahn für einige Zeit geschient und der Zahnhartsubstanzdefekt mittels Kompositfüllung restauriert.
Bis zum März 2025 traten keine Probleme auf. Dann jedoch entwickelte der Junge ein ausgeprägtes Schmerzbild inklusive Schwellung, sodass alio loco nach anfertigen eines Röntgenbildes eine endodontische Therapie eingeleitet wurde.
Röntgenbild Regio 21 mit massiver externer Resorption (März 2025)
Wir sollten schliesslich entscheiden, ob ein Erhaltungsversuch Sinn ergab.
Trotz unklarer Prognose entschieden wir uns mit Patient und Eltern für eine endodontische Therapie.
Als medikamentöse Einlage wählten wir Metapex (das beim Einbringen durch die Perforation in das periapikale Gewebe austrat)
Im zweiten Termin wurde die resorptionsbedingt perforierte Apikalregion mit MTA verschlossen und das restliche Kanallumen mit Sealer und Guttapercha aufgefüllt.
MTA Plug und Backfill mit Guttapercha & BC Sealer high flow
Diese Woche stellte sich der Junge zum ersten Recall nach gut sechs Monaten wieder bei uns vor.
Es sieht so aus, als würde die Therapie deutlich anschlagen…
Recall sechs Monate post op (inkl. Resorption des ausgetretenen Metapex)Prä- vs. 6 Monate post-op
Vier Jahre lang war der Dentapen ein fester Bestandteil unseres Praxisalltags – begleitet von vielen positiven Patientenreaktionen, technischen Besonderheiten und auch unerwarteten Herausforderungen.
Nun ist seine Einsatzzeit vorerst vorbei, und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen.
Wie hat sich das Gerät im täglichen Einsatz bewährt? Welche Auswirkungen zeigte es bei Patienten und Behandlern? Und lohnt sich die Investition überhaupt?
Wer das vollständige Resümee lesen möchte, findet den ausführlichen Artikel auf unserer WURZELSPITZE-Patreon-Seite. Dort veröffentlichen wir regelmäßig zusätzliche Inhalte, Hintergründe und Praxisberichte für alle, die sich für moderne Zahnmedizin und insbesondere die Endodontie interessieren.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Der Patient erschien, wie abgesprochen nach 18 Monaten zum Recall. Der Zahn 25 zeigte sich klinisch symptomlos. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche voranschreitende Heilungstendenz.
Aber nur, weil wir dank DVT wussten, wonach und wo wir suchen mussten.
Hier die Röntgenbilder ohne viel Aufhebens. Röntgenbild 1 vor Behandlungsbeginn ,die Krone war verlustig gegangen.
Dann das Kontrollröntgen nach WF. Immer noch ein sehr unauffälliger Zahn, wenngleich man in der distalen Wurzel eventuell schon einen zweiten Kanal erahnen kann.
Und die erste WF- Recall-Kontrolle 7 Monate nach Wurzelkanallfüllung, die nun endlich die wahre Anatomie, nämlich 5 Kanäle mit separatem Kanalausgang erkennen lässt, Zwischenzetilich erfolgte die Versorgung des Zahnes mit einer Krone durch den Überweiser. Auf die progrediente Karies distal von Zahn 35 wurde der Patient erneut hingewiesen.
Apexlokatoren gehören längst zur Standardausstattung – doch wer täglich damit arbeitet, kennt ihre Eigenheiten: nervöse Anzeigen, abweichende Messwerte, unsichere Grenzbereiche. In meinem neuen Beitrag exklusiv für unsere Patreon-Unterstützer zeige ich, welche Geräte sich in meiner Praxis langfristig bewährt haben, warum der Wechsel vom Root ZX zum Root ZX Mini nicht nur technisch, sondern organisatorisch Sinn ergab – und weshalb das Raypex 6 plötzlich positiv überraschte, obwohl seine Vorgänger alles andere als überzeugend waren.
Außerdem erkläre ich, wie wir in der Praxis mit der systemimmanenten 95 %-Problematik umgehen – und wie wir über viele Jahre grundsätzlich mit zwei Geräten parallel gemessen haben, aber ohne dadurch Zeit zu verlieren.
Und schließlich: Das eine Gerät, das inzwischen fast alle anderen ersetzt hat – und das ich uneingeschränkt empfehlen kann, eine Aussage, die ich – wer mich kennt, weiss – nicht leichtfertig getroffen habe.
Über den Beycodent Sensorhalter hatte ich erstmals 2009 geschrieben. Inzwischen gab es einige Beiträge dazu. Bis heute ist der Halter bei uns im Einsatz für Röntgenaufnahmen im Oberkiefer. Leider wurden in den Jahren einigee technische Änderungen vorgenommen, welche für mich wenig sinnvoll erschienen. Im letzten gekauften Halter wurde die Rändelschraube (hier von Jörg Schröder beschrieben) durch eine Imbusmadenschraube ersetzt. Leider konnte der Halter damit nicht wirklich gut fixiert werden. Über Jahre haben wir damit gekämpft, bis letztens der Halter mit Sensor kurz vor der Aufnahme herausgefallen ist.
Manchmal muss so etwas passieren um ein latentes, nerviges Problem endgültig zu lösen. Nach etwas Rechersche fand ich Rändelschrauben M4 aus Edelstahl, bestellte diese und ersetzte die Kunststoffrändelschrauben der alten Halter und die Madenschrauben der neuen Halter.
Hygienisch ist dies den Kunststoffschrauben nun überlegen. Die Befestigung der Halter ist nun komfortabel und funktioniert einwandfrei. Falls jemand dies nachtun möchte, hier die Beschreibung der Schrauben.
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Elektronische Längenmessung – für viele eine Selbstverständlichkeit in der modernen Endodontie. Schnell, präzise, zuverlässig. Zumindest in der Theorie. In der Praxis aber kennen wir alle diese Momente: springende Anzeigen, unruhige Signale, widersprüchliche Werte. Und plötzlich steht die Frage im Raum: Woran liegt’s – am Gerät, an der Technik oder an uns?
Die Wahrheit ist komplexer, als die bunten Prospekte versprechen. Denn ein Apex-Lokator ist kein Messschieber, sondern ein sensibles bioelektrisches System, das mit wechselnden Leitfähigkeiten, Flüssigkeiten und Frequenzen jongliert. Doch welche Geräte liefern wirklich stabile, reproduzierbare und klinisch verlässliche Ergebnisse? Und warum reicht die reine „Messgenauigkeit in Millimetern“ oft nicht aus, um Qualität zu beurteilen?
In unserem neuen Beitrag werfen wir einen Blick hinter die glänzenden Oberflächen moderner Apex-Lokatoren. Wir sprechen über Dynamik, Reaktionsverhalten, Stabilität – und darüber, was wirklich zählt, wenn man dem Gerät blind vertrauen möchte.
Den vollständigen Beitrag findet ihr exklusiv auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Seite – für alle, die verstehen wollen, was ihr Apex-Lokator misst, warum er es misst – und wann man ihm besser nicht trauen sollte.
Auf der ESE 2 Jahrestagung in Paris wurde bei Morita am Stand ein neuer Apexlokator präsentiert: Das Root ZX 3. Das ist heute kaum noch eine Meldung wert, oder ? Sind solche Geräte doch mittlerweile unverzichtbare Grundausstattung jeder Zahnarztpraxis.
Ich arbeite seit rund 2 Jahren mit dem Root ZX 3. Genauer gesagt mit einer speziellen Version mit Zusatzfunktion, aber das ist eine andere Geschichte. Die Messeinheiten meines Gerätes und die des Root ZX 3 sind identisch und im Kopf überschlagen komme ich zu dem Ergebnis, das wir im Laufe der Jahrzehnte vermutlich mehr als 20 verschiedene ELM-Geräte in Gebrauch hatten.
Von denen immer wieder gesagt wird, dass es heutzutage keinen Unterschied mehr macht, welches davon zur Anwendung kommt.
Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen.
Es gab in dieser Zeit immer wieder Geräte, die sich für das Arbeiten überhaupt nicht empfohlen haben. Und es gibt zwei unterschiedliche Aspekte diesbezüglich. Zum einen natürlich die Genauigkeit der Messung an sich. Das erkennt man am besten, in dem man Messungen mit zwei unterschiedlichen Geräten durchführt und die Ergebnisse miteinander vergleicht. Das ist der Grund, warum ich über viele Jahre hinweg zwei Geräte am Patienten parallel genutzt habe. Was im Übrigen, wenn man einen diesbezüglich optimierten workflow sich zunutze macht, keinen Mehraufwand darstellt, aber immer wieder hilfreiche Zusatzinformationen liefert.
Zum Anderen ist aber auch die Art und Weise, wie diese Messung zustande kommt und sich präsentiert. Diese beiden Aspekte sind schwer in Worte zu fassen. Vielleicht mit dem Begriff Souveränität. Am Ende des Tages oder sagen wir besser im Laufe der Zeit kristallisiert sich einer gewisse Affinität zu dem einen oder anderen Gerät heraus. Und abschliessend ist es immer ein Gerät, das als Favorit sich seinen Stammplatz sichert. Sprich, es gab immer ein Gerät, dass primär zur Messung genutzt wird und dann noch ein zweites, dass dann im Nachgang zur Absicherung des Messergebnisses dient. Woran erkennt man bei unterschiedlichen Messergebnissen den Favoriten? Weil es das Geräte ist, dessen Messergebnis man im Zweifelsfalle mehr vertraut. Und das sich dann im Nachgang als das richtig gemessen habende herausstellt.
Und dann gibt es noch, nennen wir es eine Hall of Fame. Das sind die Geräte, die wir herbeiholen, wenn wir es mit einer wirklich schwierigen Situation zu tun haben: Diese Geräte sind: Das Original Root ZX, das Raypex 6, die ELM Messeinheit des Endo-Piloten.
Wie schlägt sich nun in diesem Illustren Kreis das Root ZX 3?
Ganz einfach. Es ist das Gerät, dass wir allen anderen Geräten gegenüber vorziehen und zwar ohne Zögern. Weil es die beschriebene Souveränität in der Messung an den Tag legt, die von keinem der anderen Geräte erreicht wird und ich will sogar soweit gehen, mit deutlichem Abstand.
Woran man diese Ausnahmestellung ermessen kann? Dass ich nach einer entsprechenden Zeit der Evaluierung in Abkehr der als von mir heilig gesetzten Regel, mit zwei Geräten parallel zu messen, das Root ZX 3 nun als primär einziges Gerät einsetze und die Zweitmessung mit einem Alternativ- Geräte nun nur noch eine Option für die wirklich schwierigen Fälle ist, wobei ich mich nicht erinnern kann, wann wir zuletzt darauf zurückgreifen mussten.
Also ein Paradigmenwechsel in meinem Handeln? Ein (zu) grosses Wort, zeigt aber, dass wir es in der Tat hier mit einer besonderen Situation zu tun haben im positiven Sinne.
Daher mein Tipp. Wer einen neuen Apexlokator braucht, der sollte sich unbedingt das Root ZX 3 anschauen.
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Im Sommer 2020 wurde bei dem heute 55-jährigen Patienten eine „alte“ Amalgamfüllung gegen einen Kompositaufbau getauscht.
Prä-Op – alio loco
Schon damals fiel dem behandelnden Zahnarzt eine Infraktur über die mesiale Randleiste auf. In der weiteren Folge zeigte sich eine apikale Parodontits, weswegen eine endodontische Behandlung eingeleitet wurde. ‚
Zustand nach Kompositaufbau und alio loco begonnener endodontischer Therapie Zahn 26
Bei der intrakoronalen Inspektion imponierte die beschriebene Infraktur mesial. Eine weitere Ausdehnung über den Kavitätenboden oder in einen der Kanalsysteme fand sich nicht.
Deutlich ausgeprägte Infraktur mesial
Im Januar 2021 konnten wir die Behandlung abschliessen.
Vor Kurzem erreichte uns das Recall-Röntgenbild. Leider ist seit dem Abschluss keine prothetische Weiterbehandlung erfolgt.
Ich hoffe sehr, dass sich dies zeitnah ändert, damit die Infraktur möglichst keinen weiteren Verlauf nimmt…
Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46 und hier 47. 36 konnten wir nicht erhalten, wegen einer Längsfraktur.
Diagnosen und Befunde: 26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., erhöhte Sondierungstiefen zirkulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries,
27 (Zufallsbefund DVT) P. apicalis erhöhte Sondierungstiefen zirkulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries.
Der Zahn 26 war mit einer Krone versorgt. 27 wurde bereits endodontisch anbehandelt. Dies war dem Patienten aber nicht mehr in Erinnerung. Beide Zähne waren symptomfrei. Durch die negativen Sensibilitätsproben an 26 und 27 kam es zur genaueren Untersuchung. Im Zahnfilm zeigte sich der Verdacht einer P. apicalis am 26. und 27. mesial apikal. Zudem war an 27 die endodontische Zugangspräparation zu vermuten. Im angefertigten DVT stellte sich die Situation eindeutiger dar. 26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., 27 P. apicalis, retinierier 28.
Die Prognose für 26 sahen wir als günstig an. Durch die ausgedehnte apikale Resorption palatinal und die Möglichkeit eines persistierenden periapikalen Biofilms entstand die Prognose. 27 sahen wir im Bereich 70–80 %. Die Krümmungen im Bereich der mesialen Wurzel sind erschwerend, aber aus meiner Sicht technisch lösbar. Für den Zahn 26 hatten wir eine entsprechende Langzeitmedikation (ca. 3 Monate) mit CaOH J in der Planung.
Die endodontische Therapie startete mit dem Zahn 26, wie oben geplant. Die Krone wurde entfernt, da eine ausgedehnte Sekundärkaries imponierte. Nach Kariesex und präendodontischem Aufbau, Zugangspräparation, erfolgte die Desinfektion und chem. Reinigung mit 3,5 % NaOCl und Zitronensäure (10 %). Die Instrumentation erfolgte mit Handinstrumenten #8, #10, Profile 15.04 und Wave Gold #20, #25, pal. M2 50.04, 60.04. Es wurde CaOH J für 3 Monate inseriert. In diesem Zeitraum erfolgte die endodontische Therapie am Zahn 27. Nach präendodontischem Aufbau (Anmerkung: dieser erfolgt nahezu ausnahmslos, bei uns nach Kariesentfernung, Abdeckung offener Kanalsysteme mit Teflon unter Verwendung eines Sandstrahlers mit AlO 60 µm). Die Desinfektion und chem. Reinigung des Kanalsystems gelang mit 35 % NaOCl und Zitronensäure 10 %. Die Instrumentation erfolgte mit Handinstrumenten #8, #10, #15, Profil 15.04 und Wave Gold #20, #25, #35 (p). Für 14 Tage wurde CaOH eingebracht. Die Wurzelfüllung an 26 und 27 erfolgte in vertikaler thermischer Obturation mit Guttapercha und Totalfill Highflow. Am Zahn 26 wurde die apikale Resorptionslakune mit MTA weiß und kollagenem Widerlager mit Resorba verschlossen.
Es wurden Röntgenkontrollen nach 6, 12 und 24 Monaten angefertigt. 2025 erfolgte ein DVT zur Darstellung des Zahnes 28 für die chirurgische Entfernung. Im angefertigten DVT ist eine nahezu vollständige apikale Regeneration am Zahn 26 p und 27 zu erkennen. Offensichtlich hatte der Patient das voraus bereits im Gefüh …. Nur weiß ich jetzt aus Afrika,dassß ein gutes Gefühl nichts zu sagen ha …. Eine gewisse Demut muss man unbedingt behalten!
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Heute kontaktierte uns eine Mutter mit Bitte um einen Termin für ihre 8-jährige Tochter.
Hier die Information zu der Situation von ihr:
„Am 07.08.2025 hatte meine Tochter im Freibad einen Unfall, bei dem ihr linker Schneidezahn vollständig herausgeschlagen wurde. Wir sind anschließend zur Uni-Kinik gefahren, wo der Zahn etwa zwei Stunden nach dem Unfall replantiert wurde. Bis dahin lagerte der Zahn in Milch.
Zur Stabilisierung erhielt sie eine Schiene bis zum 25.08.2025. Im Anschluss wurden Vitalitätstests (Kälte- und Elektrotstests) durchgeführt, bei denen sie jedes Mal eine Reaktion zeigte. Bis heute hat sie keine Beschwerden, jedoch zeigen die Röntgenaufnahmen auffällige Befunde.“
Was soll ich beim Anblick der Bilder und der Vorgeschichte sagen…
Unfalltag Anfang August 2025 – alio locoalio locoalio locoweitere vier Wochen später – alio loco
es ist schlicht zum Heulen…
P.S.: dieser Fall ist wieder ein guter Beleg dafür, warum Prof. Filippi den Kältetest bei der letzten DGET Tagung „verteufelt“ hat…
Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46 und hier 47.
Zahn 36. Diagnosen und Befunde: Z.n. WKB, P. apicalis, Instrumentenfragment, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries
Nach Kronenentfernung und Karies zeigte sich i der mesialen Wurzel ein Längsriss.
Zusammen mit dem erheblichen Substanzverlust durch die Sekundärkaries war der langfristige Erhalt des Zahnes nicht mehr gegeben. Deshalb wurde die Behandlung abgebrochen.
Hat jemand eine Idee, wofür diese beiden Konstrukte sein könnten ?
Wurzelkanäle trockne ich mit Papierspitzen. Aber manchmal, bei nachhaltiger Exsudation aus dem Wurzelkanal ist es sinnvoll, diese Flüssigkeiten mittels Mikrokanüle abzusaugen. Dazu wird ein Luerlock- Adapter verwendet, der in die Aufnahme des kleinen Speichelsaugers eingebracht wird.
Unsere Behandlungseinheiten haben, wie vermutlich die meisten der verwendeten zahnärztlichen Arbeitsliegen zwei Saugschlauchaufnahmen. Eine dünnere für den Speichelsauger, eine dickere für den großen Sauger. Kommt nun der Luerlock-Adapter zum Einsatz, ist der kleine Speichelsauger nicht mehr nutzbar. Falls nun im Mund Speichel abgesaugt werden muss, steht nur noch der riesig grosse Speichelsauger zur Verfügung. Für Patienten wie für die absaugende Assistenz, die unter dem Kofferdam agieren muss, gleichermaßen unbefriedigend.
Der 3D Druck musste wieder einmal her. – und welche Tricks, Adapter und Druckvarianten am Ende herauskamen, warum es gleich vier unterschiedliche Versionen gibt und wie sich diese in der Praxis bewährt haben – das erzählen wir für unsere WURZELSPITZE Patrons in einem neuen Beitrag auf unserer Patreon- Homepage. .
Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46.
Der Patient wurde uns mit mehreren behandlungsbedürftigen Zähnen überwiesen. Nach langer Vernachlässigung seiner Zahngesundheit hat er jetzt das Bedürfnis alles wieder gut zu machen.
Zahn 47. Diagnosen: Z.n. WKB, P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries
Nach Kariesentfernung und präendodontischem Aufbau erfolgte die endodontische Therapie in zwei Sitzungen im Abstand von 14 Tagen. Der Kontaktpunkt wurde, wie bereits beschrieben, reinigbar eröffnet. Die Aufbereitung des Kanalsystems gelang mit WaveOne-Gold-Instrumenten bis #35. Zuvor wurden mit Handinstrumenten #8, #10 und Profil 15.04 ein Gleitpfad installiert. Die Desinfektion erfolgte schallbasiert mit NaOCl 3 % und zusätzlich mit Zitronensäure 10 % zur Entfernung von Debris und Smearlayer. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit Ca(OH)₂ für 2 Wochen. Die thermoplastische WF erfolgte im zweiten Behandlungstermin nach Desinfektionsprotokoll, wie im ersten Termin. Die Röntgenbilder und Verlaufskontrollen sind anbei.
Vor einigen Tagen erreichet uns nachfolgende Mail. Wir waren im Vorfeld von der Hauszahnärztin gebeten worden eine endodontologische Behandlung an Zahn 46 durchzuführen. Nach der Erstuntersuchung und Beratung erhielt die Patientin, wie üblich alle notwendigen Unterlagen.
Wir haben ihr auf jeden Fall freundlich geantwortet, dass natürlich alle angeführten Positionen für die erfolgreiche Behandlung des Zahnes notwendig sind und wir uns ausser Stande sehen gewisse Positionen wegzulassen, damit die Therapie möglichst günstig wird.
Ich frage mich, was bei uns (und ggf in der Zahnärzteschaft allgemein) „falsch“ gelaufen ist, dass Patienten diese Gedanken haben. Nach dem Motto: Die schlagen ja sowie so unnötige Positionen drauf um möglichst gut abzurechnen..
So richtig lässt sich die Historie der Regio 41 der kürzlich vorstellig gewordenen Patientin (heute Ende 40) nicht mehr rekonstruieren…
sie gab an, als jüngere Frau ein intraorales Piercing getragen zu haben, dass durch seine stetige „Interaktion mit den Unterkieferfrontzähnen dazu geführt habe, dass der rechte erste Inzisivus eine endodontische Behandlung benötigte…
Behandlung alio loco
trotz dieser Vorgeschichte wäre sie dennoch in der weiteren Folge nicht bereit gewesen auf diesen Schmuck und seiner negativen Wirkung zu verzichten.
Schlussendlich sei der Zahn deswegen verloren gegangen…
was folgte war eine Implantation nach zweimaligem Knochenaufbau (nachdem der erste Anlauf mit Fremdmaterial gescheitert war).
Nun zeigte sich leider, dass Zahn 42 eine progrediente externe Resorption entwickelt…
Behandlung alio loco
beim Anblick der Bilder gehen mir eine Reihe Gedanken durch den Kopf…
unter anderem frage ich mich, ob der „Schmúck mit Nebenwirkungen“ wirklich ursächlich für den Zahnverlust war? Oder könnte etwas „anderes“ zumindest einen Anteil daran gehabt haben?
Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet. Der Patient wurde uns mit mehreren behandlungsbedürftigen Zähnen überwiesen. Nach langer Vernachlässigung seiner Zahngesundheit hat er jetzt das Bedürfnis alles wieder gut zu machen.
Zahn 46. Diagnosen: P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Wurzelkaries
Befunde: Der Lockerungsgrad ist 0, es besteht kein Perkussionsschmerz und der Zahn ist symptomfrei. Die Sensibilität ist negativ.
Nach Kariesentfernung, Gingivektomie und präendodontischem Aufbau erfolgte die endodontische Therapie. Diese Therapie wurde in zwei Sitzungen geplant. Der approximale distale Bereich von 46 konnte nicht zum Zahn 47 mit einem suffizienten Kontaktpunkt aufgebaut werden. Beim Aufbau von 47 war die Kippung nach mesial eine von mir unterschätzte Schwierigkeit. Deshalb haben wir den Kontakt so gestaltet, dass er mit Interdentalbürstchen schnell reinigbar ist. Die Aufbereitung des Kanalsystems gelang mit WaveOne-Gold-Instrumenten bis #35. Zuvor wurden mit Handinstrumenten #8, #10 und Profil 15.04 ein Gleitpfad installiert. Die Desinfektion erfolgte schallbasiert mit NaOCl 3 % und zusätzlich mit Zitronensäure 10 % zur Entfernung von Debris und Smearlayer. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit Ca(OH)₂ für 4 Wochen. Die thermoplastische WF erfolgte im zweiten Behandlungstermin nach Desinfektionsprotokoll, wie im ersten Termin. Zwischenzeitlich wurde die Behandlung von 47 durchgeführt. Dies im nächsten Beitrag. Die Röntgenbilder und Verlaufskontrollen sind anbei.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
So scheint es. Was unsere Wurzelkanal Sealer angeht.
Der neue König ? Die sogenannten „biokeramischen“ Sealer.
Der alte König ? Alle anderen Sealer. Die von nun an mausetot sind.
So zumindest war für mich der Eindruck nach dem letzten Mittwoch. In einer hochkarätig besetzten DGET – Abend-Fortbildung waren diese Sealer besprochen worden.
Und – um im königlichen Kontext und einer angemessenen Semantik zu bleiben – es wurde das hohe Lied auf diese neuen Materialien gesungen. Wer dem beiwohnte, der konnte eigentlich nicht umher kommen – sofern er nicht schon längst mit diesen Materialien arbeitete – schleunigst auf diese vielversprechenden Sealer umzusteigen.
„Ist gut für mich gelaufen“, sagte dann auch am nächsten Tag meine Kollegin in der Praxis. Die, im Gegensatz zu mir, solche Sealer einsetzt. Und sich freute wie eine Schneekönigin.
Ein paar Wochen zuvor, in Paris bei der ESE – 2 Jahres- Tagung hatte ich schon einmal einem Vortrag mit dieser Thematik beigewohnt. Insofern war es für mich interessant, zu erfahren, inwieweit hier entweder unisono oder kontrovers die Thematik gesehen wurde, Der Redner – ein französischer Kollege. Frédéric Bukiet. Sein Vortrag war überschrieben: Is hydraulic condensation with Calcium Silicate-Based Sealers as Simple as It Seems?
Und auch wenn die Überschrift eine gewisse Skepsis suggerierte, so war auch hier nach wenigern Minuten klar, dass auch dieser Referent ein Befürworter dieser Materialklasse war. Allerdings.
Im Gegensatz zu den deutschen Kollegen wurde deutlich differenzierter auf die verschiedenen „Reibungspunkte“ eingegangen. Aushärteproblematik, Löslichkeit, Inkompatibilität mit warmen Füllverfahren, Frage der Revidierbarkeit. Vor allem aber auch, das eine gewisse Diskrepanz zwischen den in vitro-Studien und der klinischen Realität besteht. Auch die im Vergleich zu den anderen Sealern teils exorbitant höheren Kosten wurden in Paris (Siehe Foto Vortrags-Folie) angesprochen.
Was zählt letztendlich ? Jörg Schröder würde sagen und Christoph „Nur der BVB“ Kaaden würde zustimmen: „Grau ist alle Theorie – entscheidend ist aufm Platz“
Wie das Ganze also in der klinischen Praxis abschneidet ! Die Studien hierzu: Nicht besser, nicht schlechter.
Am Ende brachte Frédéric Bukiet – ohne das eine Material auf einen ungebührlich hohen Sockel zu setzen und ohne die anderen Materialien schlecht zu reden – die Problematik in 2 Sätzen zusammengefasst auf den Punkt:
Warum einen teuren Sealer verwenden, der die klinische Erfolgsrate nicht verbessert???? Weil´ s Zeit spart und einfacher geht.
Dieser ehrliche Einschätzung kann ich zustimmen. Warum ich dennoch die Entwicklung zwiespältig sehe und sogar so weit gehe, zu sagen, das das Material der Endodontie nicht zum Vorteil, sondern zum Nachteil gereicht, darüber schreibe ich auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Homepage kommenden Freitag…
Es gibt diese Tage, an denen es nicht so läuft, wie es soll. Die Erstassistenz meldet sich krankheitsbedingt nicht zur Arbeit. Die Zweitassistenz muss bei einem Schmerzpatienten der Kollegin aushelfen. Und plötzlich ist da das Gefühl, dass der sonst so reibungslose Behandlungsablauf aus dem Tritt gerät.
Was sich zunächst nur nach einem „etwas chaotischen Vormittag“ anhört, entpuppt sich schnell als eindrucksvolle Erinnerung daran, warum Spezialisierung und Struktur in der Endodontie so wertvoll sind. Denn erst, wenn gewohnte Abläufe ins Wanken geraten, erkennt man, wie viel Präzision, Teamarbeit und System hinter scheinbar selbstverständlicher Routine steckt.
In diesem neuen Beitrag der Reihe „50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (38) – Wenn’s mal nicht so läuft“ geht es nicht um Misserfolg, sondern um Einsicht. Darum, warum Perfektion kein Zufall ist – und warum man sie erst richtig zu schätzen weiß, wenn sie einmal fehlt
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Kürzlich, bei einem meiner Vorträge über den Status Quo in der Endo traf ich eine Studienkollegin wieder, die ich seit unserer Examenszeit nicht mehr gesehen hatte.
Im Anschluss an die Veranstaltung lachten wir über gemeinsame Zeiten. Es war, als wären nicht 35 Jahre vergangen, sondern die Zeit stehengeblieben. Bis sie die Frage stellte: Lohnt sich die Anschaffung eines Operationsmikroskops überhaupt noch, wenn man nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand hat? Genau genommen sagte sie, die Anschaffung eines Operationsmikroskopes lohnt sich nicht mehr, wenn man nur noch ein paar Jahre bis zum Ruhestand hat.
Wäre mein Frau dabei gewesen, sie wäre unwillkürlich zusammengezuckt. Wohlwissend, dass ich auf eine solche Aussage reagieren würde wie eine Katze, der man auf den Schwanz getreten hat.
Denn die Idee, dass sich ein Mikroskop nur lohnt, wenn man noch Jahrzehnte vor sich hat, ist ungefähr so plausibel wie die Aussage, man solle im Herbst keinen Mantel mehr kaufen, weil es ja bald danach wieder Frühling wird.
Auch wenn wir uns Jahrzehnte lang nicht gesehen hatten. Ich wusste, nicht schöne Worte, nur klare Fakten würden meine Studienkollegin überzeugen können – daher hier meine 3 KO- Argumente in der Sache:
1 Ein Mikroskop ist kein dekoratives Spielzeug. Sondern ein Werkzeug, das die Art, wie man Zahnmedizin im Allgemeinen und Endodontie im Speziellen betreibt, grundlegend verändert: Man sieht Dinge, die einem verborgen geblieben sind: Winzige zusätzliche Kanäle. Haarrisse, versteckte Isthmen.
Dinge, die man bisher übersehen hat. Nicht aus Nachlässigkeit. Sondern, weil sie bislang einfach nicht sichtbar waren. Auch nicht mit Lupenbrille. Es ist, als ob man jahrelang durch trübes Milchglas gesehen hat und plötzlich mit einem Fernglas durch ein geputztes Fenster schaut.
Es liegt auf der Hand, dass sich dadurch die Behandlungsqualität verbessert. Und zwar auf vielen Ebenen. Bessere Behandlungsqualität bedeutet höhere Patientenzufriedenheit. Daraus resultiert höhere Behandlerzufriedenheit. Weniger Misserfolge. Spart Zeit und Nerven. Erhöht das Betriebsergebnis.
2 Aber es geht nicht nur um die Zähne der Patienten. Es geht auch um uns. Denn wer einmal mit Mikroskop gearbeitet hat, weiß: Rücken und Nacken danken es einem jeden einzelnen Tag. Statt in krummen Verrenkungen über dem Behandlungsstuhl zu hängen, sitzt man aufrecht und entspannt. Ich hatte in den wenigen Jahren ohne Mikroskop mehr Rückenbeschwerden als in den vielen Jahrezehnten danach. Und Gesundheit ist unser kostbarstes Gut. Das an Bedeutung sogar noch gewinnt, je älter man wird.
3 Bleibt noch das Argument: „Das Mikroskop kostet doch ein Vermögen.“ Auch das kann ich nicht gelten lassen. Sehr gute Mikroskope gibt es heute schon in der Preisklasse von 20 – 30.000 Euro. Man investiert also nicht in den – manche Vorurteile sind einfach nicht totzukriegen – sprichwörtlich Zahnärzten nachgesagten Porsche und schon gar nicht in eine Luxus-Yacht, sondern gerade mal in ein Auto der Einsteiger-Klasse. Und jetzt mal ehrlich – wer würde allen Ernstes auf die Idee kommen, mit dem Bus zur Praxis zu fahren, weil er das Geld für einen Dacia Logan nicht ausgeben möchte. Das ist einfach nur lächerlich. Zumal – im Gegensatz zum Auto- das Mikroskop in den 5 Jahren bis zur Rente nur erstaunlich wenig an Wert verliert und in dieser Zeit sich selbst mehr als amortisiert.
Mit dem Mikroskop lässt sich in den fünf Jahren nicht nur solide, sondern ausgesprochen gut Geld verdienen. So gut, dass sich die Anschaffung in aller Regel schon nach ein bis zwei Jahren längst bezahlt gemacht hat. Will man die Praxis irgendwann verkaufen, ist das Mikroskop ein attraktives Add On im Exposé. Und wenn man es nicht mitverkaufen möchte oder kann, lässt es sich separat veräußern und bringt einen großen Teil der Kosten zuverlässig zurück. Ganz zu schweigen davon, dass die Investition ins Mikroskop 5 Jahre lang steuerlich geltend gemacht werden kann
Dazu kommt: Die Konkurrenz schläft nicht. In immer mehr Praxen gehört das Mikroskop mittlerweile zur Grundausstattung. Die Jungen haben den Wert des Mikroskopes für die Zahnmedizin längst erkannt. Wer als „alter Sack“ darauf verzichtet, läuft Gefahr, im direkten Vergleich zum Mitbewerb im wahrsten Sinne des Wortes „alt“ auszusehen. Patienten können die Qualität unserer Arbeit oft nicht beurteilen. Und da hilft uns das Mikroskop in zweifacher Hinsicht. Zum einen gibt es bei den Patienten eine Faszination für Technik. Ein Mikroskop in der Zahnmedizin ist High Tech. Eine Lupenbrille auf der Nase, sorry, die kann da nicht mithalten.
Und es gibt noch einen weiteren Bonus: Stichwort Dokumentation.
Mit der eingebauten Fotokamera lassen sich Arbeitsschritte festhalten und Befunde glasklar illustrieren. Der Patient sieht auf einem großen Fernseher an der Wand nicht nur, dass gearbeitet wird, er sieht, was gearbeitet wird – und warum Behandlungsbedarf besteht.
Das schafft Transparenz. Einsicht für notwendige Behandlungsmaßnahmen. Daraus entsteht Vertrauen.
Und oft auch eine ganz neue Gesprächsebene.
Und schließlich ist da noch scheinbar banaler, aber nicht zu unterschätzender Punkt: die Leidenschaft. Nach Jahrzehnten im Beruf kann der Alltag manchmal etwas eintönig wirken. Ein Mikroskop bringt frischen Wind, eröffnet neue Möglichkeiten und schärft wieder den Blick für das, was unseren Beruf eigentlich ausmacht: die Faszination für das Kleine, Verborgene, Komplexe. Für Präzision. Und die erfolgreiche Beherrschung dessen, was dentale Meisterschaft ausmacht. Und darauf darf man dann auch zurecht stolz sein.
Kurz und knapp: Meine Antwort war eindeutig.
Ja, es lohnt sich.
Auch für fünf Jahre. Vor allem für die letzten fünf Jahre.
Mehr Qualität. Mehr Gesundheit. Mehr Geld. Mehr Zufriedenheit.
Diese fünf Jahre, liebe Kollegin, wirst du mit einem Mikroskop intensiver, entspannter und erfolgreicher erleben als ohne.
Und wenn das Alles die Investition nicht wert ist, dann weiss ich es auch nicht.
Der Patient hatte eine lange Zeit wenig auf seine Gesundheit geachtet. An den Zähne zeigten diese Jahre besonders. Er wurde mir überwiesen, mit der Bitte die Zähne 47, 46, 36, 26 mit allen Mittel zu erhalten.
Die Ausgangsbefunde gaben ein wenig hoffnungsvolles Bild.
Diagnosen und Befunde: 46 P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Wurzelkaries
47 Z.n. WKB, P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries
36 Z.n. WKB, P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries
26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries,
27 (Zufallsbefund DVT) P. apicalis erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries
Nach klinischer Befundung und Diagnostik hatte ich kein so gutes Gefühl für den langfristigen Erhalt der Zähne … Nach der Beratung und Besprechung, meinte der Patient: ich habe ein sehr gutes Gefühl und wir sollten mit der Therapie beginnen.
Gerade dieser Satz (Ich habe ein sehr gutes Gefühl.) hatte ich in der letzten Woche meines Urlaubs auch gehört.
Wir waren auf einer Fotopirsch im afrikanischen Busch. Unser Guide fragte unseren Fahrer zu Beginn der Tour, warum die Tankanzeige auf Reserve ist. Er meinte, die geht nicht genau, er hat aber ein sehr gutes Gefühl. Nachdem wir wenig Tiere sahen, aber 2 Mal defekte Reifen hatten (nur ein Ersatzrad war dabei), mussten wir uns von einem anderen Fahrzeug ein Rad borgen. Da hatten wir auf jeder Seite und Achse ein anderes Rad mit völlig unterschiedlichen Profilen. Da hatte ich kein gutes Gefühl mehr. Nach dem 2. Radwechsel wurden zudem Geräusche am gewechselten Rad immer deutlich hörbarer. Auf unsere dringende Bitte, das Rad zu kontrollieren, musste unser Fahrer feststellen, Das war doch nicht richtig fest… Und jetzt brannte noch die Reservelampe an der Tankanzeige. Unser Fahrer meinte: „Oh, jetzt habe er auch kein gutes Gefühl mehr.“ Die Stimmung war dann nicht mehr gut. Aber Fahrer und Guide konnten uns dann doch noch zu 3 Löwen führen und alles war gut. Auf dem Weg in unser Quartier mussten wir durch eine aufgescheuchte, sehr große Elefantenherde fahren, welche den Weg blockierte. Das gab noch mal Aufregung und danach durch einen Fluß mit einigen Krokodilen und Hippos. Inzwischen wurde es dunkel. Kurz nach der Furt ging unser Motor aus. Er sprang nicht wieder an. Das Benzin war alle. Wir saßen fest. Es war dunkel, 2 Meilen hinter uns waren die Elefanten (Elefanten vergessen nichts). 200 Meter neben uns waren Hippos, die zu ihren Futterstellen marschieren wollten, und wir saßen im offenen Jeep, hatten tolle Bilder, aber ein ganz schlechtes Gefühl… Zum Glück konnte Hilfe per Funk geholt werden und wir waren einige Zeit später wieder gesund in unseren Zelten.
Nach Paris bin ich, von Kaiserslautern aus, bequem und vor allem pünktlich mit dem Zug gefahren. Ich erreichte den Kongress am Vormittag nach der Frühstückspause. Der Vortragssaal in Halle I war extrem gefüllt. Ich hatte Glück, noch einen Platz zu erwischen, aber es sassen etliche Zuhörer auf den Treppenstufen. Dieses Bild zog sich hier durch alle Vorträge des ersten Tages, die ich besuchte.
Tag 2 – Auf meinem Stundenzettel stand ein Vortrag, auf den ich besonders gespannt war. Es ging um Ergonomie in der Endodontie- Ergonomics in endodontic practice – der Vortragende war Jean-Pierre Siquet, ein belgischer Kollege. Diesen Vortrag wollte ich auf gar keinen Fall verpassen und so fand ich mich sicherheitshalber inmitten der Frühstückspause bereits eine Viertelstunde früher im Vortragssaal 2 ein.
Ausser mir noch anwesend ? Der Referent, dann Dan Rechenberg, der Moderator der Session und noch geschätzt 5 weitere KollegInnen.
In einer Vortragshalle, die vermutlich weit mehr als 1000 Zuhörer fasst. Der Saal füllte sich bis Vortragsbeginn auch nicht wesentlich, soviel kann ich schon vorwegnehmen. Nicht unbedingt das Schönste für einen Referenten und extrem bedauerlich, denn das Thema hätte wesentlich mehr Zuschauer verdient gehabt.
Hier eine frustrane Zahl aus dem Vortrag: 74 Prozent der Behandler, so eine Umfrage unter amerikanischen Endodontisten, leiden unter gesundheitlichen Problematiken, durch ihre Arbeit verursacht. Und auch ich kann rückblickend berichten, dass ich von 1990 – 1997 mehr „Rücken“ hatte als in der gesamten Zeit danach.
Der Wendepunkt ? Das Operationsmikroskop.
Aber über diesen Punkt sind vermutlich viele (oder fast alle) der Leser hier drüber hinaus. Bestes Indiz – Beim kürzlich erfolgten Auftakt des neuesten Jahrgangs des Masterstudiengangs Endodontologie des Uni Düsseldorf ergab mein Nachfragen an meinem Vortrags-Tag, dass ausnahmslos jeder Teilnehmer mit dem Operationsmikroskop arbeitet.
We have come a long way, deutsche Endodontie ! Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als bei der DG Endo-Jahrestagung in Frankfurt Anfang/Mitte der Zweitausender Jahre Cliff Ruddle hoch erstaunt war im positiven Sinne, das von mehr als 200 Teilnehmern rund 80 den Arm hoben auf seine Frage hin.
Zum Inhalt des Vortrages – Ergonomie des Arbeitsplatzes, die Wichtigkeit und der Nutzen festgelegter Abläufe, definierter Behandlungsabläufe, die Notwendigkeit definierter Behandlungsprotokolle und Checklisten, sowie das hohe Lied des vierhändigen Arbeitens.
Nichts Neues also, zumindest für diejenigen, die das Glück hatten, an unserem DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER – Event Ergonomie teilgenommen zu haben. Denn das, was notgedrungen in 45 Minuten im Vortrag nur erwähnt, angerissen werden konnte, das waren wir in der Lage, nicht nur im Detail auszubreiten, sondern darüber hinaus im Plenum zu diskutieren und vor allem auf der Bühne live am Behandlungsstuhl via 4K Kamera übertragen auf der Leinwand präsentieren zu können. 4 händiges Arbeiten live ? CHECK ☑️ 6 händiges Arbeiten !!! CHECK ☑️☑️
Christoph Kaaden beim Aufbau der Bühne für „DIE3“
Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Firma Morita, die dieses Event durch viel unterstützende Arbeit und Bereitstellung von Geräten und Resourcen überhaupt erst möglich gemacht hat und geht an die Firma CJOptik für die Bereitstellung des Flexion-Operationsmikroskopes sowie an Michael Ermerling von Hanchadent für seinen Support, das OPM betreffend. Und an alle Teilnehmer und die schöne Gemeinschaft, die sich im Laufe der 3 Teile von DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER herausgebildet hat und die dieses Event so familiär (im positivenSinne) und damit spaßspendend für uns hat werden lassen.
All das ist mir durch den Kopf gegangen, als ich dem Vortrag des Kollegen beiwohnte. Wie privilegiert wir alle waren als Referent und Teilnehmer bei „DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER“ und wie privilegiert ich bin als Behandler, in einem wunderbaren Team Tag für Tag sechshändig arbeiten zu dürfen. Denn die Realität in deutschen Praxen (in den umliegenden europäischen Praxen sowieso) sieht heute so aus, dass man froh sein kann, wenn man auch nur 4 händig arbeiten kann am Patient.
Nun aber zurück zum Vortrag – Was ich für mich mitgenommen habe ? Statt wie bisher leidlich 2 mal die Woche besser nun konsequent 3 mal die Woche Ausgleichssport zu machen. Was wurde empfohlen? Yoga, Walken und Rennradfahren. Ich weiss nicht, in wie weit hier persönliche Vorlieben zum Tragen kamen. Ich würde (zwar ohne Yoga, aber immerhin mit den anderen 2 von 3) weiter gestreut empfehlen, alles an Sport zu machen, was die autochtone Rückenmuskulatur stärkt. Und würde hierzu noch ergänzend das Klettern in einer Kletterhalle als besonders geeignet hinzufügen.
3 mal pro Woche 30 Minuten, idealerweise ergänzt mit kurzen Übungen während des Behandlungstages zwischen den einzelnen Behandlungen?
Das macht möglicherweise den entscheidenden Unterschied zwischen jahrzehntelangem belastungsfreiem Arbeiten oder frühzeitiger Krankheitsproblematik!
Soll von nun an keiner sagen, er habe es nicht gewusst…
Es war lange Zeit vermutlich eines der meistzitierten Bücher in der Zahnmedizin. Die Mikroorganismen der Mundhöhle von W. D. Miller.
Das Herausragende an Willoughby D. Millers Werk „Die Mikroorganismen der Mundhöhle“ aus dem Jahr 1889 liegt darin, dass es als grundlegendes Werk der wissenschaftlichen Zahnmedizin gilt und erstmals die Ätiologie der Karies auf eine klare biologische Basis stellte. Miller entwickelte darin die „chemisch-parasitäre Theorie“, wonach Mikroorganismen in der Mundhöhle Kohlenhydrate zu Säuren abbauen, die den Zahnschmelz entkalken und so Karies hervorrufen. Mit dieser Erkenntnis widerlegte er ältere mechanische und vitalistische Vorstellungen und legte den Grundstein für moderne Konzepte der Kariesprävention und Mundhygiene. Gleichzeitig brachte er die damals noch junge Bakteriologie, die er bei Robert Koch kennengelernt hatte, in die Zahnmedizin ein und trug so maßgeblich dazu bei, die Disziplin von einer handwerklich-technischen Tätigkeit zu einer medizinisch-biologisch fundierten Wissenschaft weiterzuentwickeln.
Sein beruflicher Werdegang unterstreicht diesen Brückenschlag zwischen Forschung und klinischer Praxis. Geboren 1845 in Alexandria, Ohio, absolvierte Miller zunächst eine zahnärztliche Ausbildung am Pennsylvania College of Dental Surgery in Philadelphia. 1879 promovierte er an der Universität Würzburg in Medizin und trat kurz darauf in das Labor von Robert Koch in Berlin ein, wo er die neuesten Methoden der Bakteriologie erlernte. Ab 1884 wirkte er als erster Professor für Zahnerhaltung an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, wo er Forschung, Lehre und klinische Tätigkeit miteinander verband und die deutsche Zahnmedizin zu internationalem Ansehen führte. Sein wissenschaftliches Hauptwerk erschien 1889 in Berlin und machte ihn weltweit bekannt. 1907 folgte er einem Ruf in die USA, um als Dekan der neu zu gründenden Dental School an der University of Michigan in Ann Arbor tätig zu werden. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da Miller noch im selben Jahr auf einer Rückreise in Newark an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs verstarb.
So verbinden sich in Person und Werk Millers eine international geprägte Laufbahn mit einem wissenschaftlichen Durchbruch, der die Zahnmedizin nachhaltig geprägt hat.
Vor kurzem hat es endlich geklappt. Die Erstausgabe von 1889 konnte ich nun erstehen und darf sie nun mein eigen nennen. Über Kofferdam lässt sich Miller allerdings erst in der erweiterten Zweitausgabe von 1892 aus, die ebenfalls in meinem Besitz ist.
Und siehe da, Miller, einer der grössten Zahnärzte seiner Zeit, ist ein Fan des Kofferdams. Er würde den Kopf schütteln, wenn er wüsste, dass mehr als 160 Jahre nach Einführung der Kofferdam immer noch in deutschen Praxen ein stiefmütterliches Dasein führt. Schön auch, wie er den Kollegen den Spiegel vorhält und für die Einmalanwendung plädiert, weil die geringen Kosten eine Wiederaufbereitung nicht rechtfertigen. Und dann gibt es noch die Passage, in der Miller die mangelnde Hygienebereitschaft unter Kollegen angeprangert hat, die dazu geführt hat, dass Begehungen durch Beamte des Gesundheitsamtes in Erwägung gezogen wurden.
Ob es was genützt hat ???? Manche Dinge ändern sich leider nie…
Heute stelle ich die Behandlung des aktuell neunjährigen Yannick vor.
Bei dem Jungen war im November 2022 in Regio 21 anhand des OPGs der Verdacht einer überzählige Zahnanlage gestellt worden.
Bei dem Versuch der Entfernung (in ITN durch einen Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen) zeigte sich jedoch, dass in Wirklichkeit ein Dens evaginatus vorlag.
Im weiteren OP-Verlauf wurde daraufhin der palatinale Anteil zu zwei Drittel abgetragen, wobei es zu einer kleinflächigen Pulpaeröffnung kam.
Intraoperative Situation – Bild alio loco
Es erfolgte eine direkte Überkappung mit Kerr Life und die Aufklärung der Mutter über die besondere Situation. Es wurde angeraten, den Zahn nun endodontisch behandeln zu lassen.
Soweit die Informationen aus dem uns übermittelten Arztbericht.
Entgegen der ursprünglichen Empfehlung rieten wir Eltern und Patient zu dem Versuch der Vitalerhaltung.
Ausgangssituation November 2022
Dafür wurde unter Lokalanästhesie das Fremdmaterial palatinal entfernt und eine partielle Pulpotomie durchgeführt. Nach Blutstillung mittels NaOCl wurde die Pulpawunde mit Biodentine abgedeckt. Nach vollständiger Aushärtung des Materials folgte eine adhäsive Kompositfüllung.
Nachfolgend die radiologischen Kontrollen, die den Erfolg der Therapie durch das Fortschreiten des Wurzelwachstums zeigen.
Im Gespräch mit Oral- oder Kieferchirurgen taucht immer mal der Begriff hohe WSR auf. Damit meint man die Reduktion der Wurzelspitze bis ins mittlere, manchmal koronal Wurzeldrittel.
Heute hier ein Beispiel einer entsprechenden Therapie am Zahn 26. Kann man als sehr hohe WSR bezeichnen. Das Wurzeldentin wurde fast vollständig entfernt. Eine Wurzelfüllung ist nicht erkennbar. Nach dem 26 therapiert war, sollten wir den Zahn 27 revidieren. Die Zahnfilmaufnahme gelang nicht besser, da ein ausgeprägter Torus palatinus die Positionierung des Sensors extrem einschränkte.
Im danach angefertigte DVT ist die Situation erkennbar. Game over…
Wer die 2-Jahrestagung der European Society of Endodontology (ESE) besucht, profitiert nicht nur durch das (hoffentlich) hochkarätige wissenschaftliche Programm, sondern immer auch durch eine bemerkenswert gut bestückte Industrieausstellung.
Und wer hatte den größten Stand auf der ESE – 2 Jahrestagung in Paris ? Die chinesische Firma Woodpecker.
In einer Dimension, wie sie früher nur dem Endo- Giganten Maillefer vorbehalten war. Bei Dentsply Sirona geht es heutzutage deutlich kleiner zu, zumindest die Endo betreffend. Und VDW, in den deutschsprachigen DACH- Gebieten (Deutschland, Österreich, Schweiz) ehemals die unangefochtene Nummer 2 ist sogar schon fast vollständig aus dem Scheinwerferlicht der Endo-Bühne zurückgetreten.
Woodpecker hingegen hat sich im Laufe der Jahre vom früher in der Einschätzung seiner Mitbewerber arrogant-mitleidig belächelten Schrott- Anbieter zum endodontischen Vollanbieter entwickelt und präsentierte sich in Paris als ein Unternehmen, das inzwischen ein nahezu vollständiges Portfolio für die moderne Endodontie vorweisen kann. Von Feilensystemen über endodontische Motoren, Obturationstechnologien, Ultraschallgeräte bis hin zu Bildgebungssystemen – die Bandbreite der Produkte zeigt den Anspruch, Anwendern eine ganzheitliche Lösung aus einer Hand anzubieten.
Was die gezeigten Produkte angeht – Das Design wirkt durchdacht und modern, die Verarbeitung hochwertig. Wirklich beeindruckend, mit welcher Konsequenz Woodpecker in den vergangenen Jahren seine Produktpalette ausgebaut und professionalisiert hat.
Neueste Innovation? Ein Operationsmikroskop. Auch hier ein ansprechendes modernes Design mit adäquater Haptik. Ob es auch langfristig den hohen Anforderungen im klinischen Alltag standhält, muss die Praxis zeigen . Es ist – glaube ich – kein Geheimnis, dass ich hier – keine Experimente – nur auf ZEISS und CJ-Optik setze. Aber die Signalwirkung ist jedoch unübersehbar: Woodpecker drängt nun auch in das High-End-Segment der Endodontie.
Auffällig war auch die Art und Weise, wie Woodpecker mit den Messebesuchern umging. Neben einer professionellen Präsentation setzten sie stark auf aktive Kundenbindung: Produktsamples, Demonstrationen und direkte Ansprache machten deutlich, dass hier ernsthaft um Vertrauen und Marktanteile geworben wird.
Im Gegensatz dazu wirkten viele etablierte Hersteller vergleichsweise passiv. An manchen Ständen hatte man den Eindruck, dass die Firmen ihre Produkte lediglich „ausstellen“ – in der Annahme, dass Qualität und Bekanntheitsgrad alleine für den Verkauf sorgen. Oft gab es kaum mehr als nüchterne Broschüren, die wenig Begeisterung oder konkreten Nutzen vermittelten. Endo-Instrumente zum Ausprobieren? Der Appetit kommt ja oft beim Essen ? Nicht nur bei KOMET Fehlanzeige. Tut mir leid, aber so gewinnt man keine Marktanteile, man verliert sie höchstens.
Ein weiterer Punkt, den man nicht übersehen darf: der Preis. Woodpecker bietet seine Geräte und Instrumente in aller Regel deutlich günstiger an als die etablierten Marken – und das bei inzwischen sehr solider Qualität. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten macht dieser Preisvorteil den entscheidenden Unterschied.
Zumal die Strategie vieler Platzhirsche immer weniger verfängt: Geräte, die ohnehin in Asien gefertigt werden, werden umgelabelt und hier als Premiumprodukte zu deutlich höheren Preisen verkauft. Und bei gut laufende Endo-Instrumenten wird Jahr für Jahr an der Preisschraube gedreht. Natürlich nur nach oben, die Firma Rolex macht es vor. Mal sehen, was der Markt hergibt, so vermutlich die Denke der Preisgestalter bei den etablierten Marken. Das mag lange funktioniert haben, doch auf einer Messe wie dieser wird klar: Wenn ein Hersteller wie Woodpecker hochwertige Produkte zu realistischen Konditionen anbietet, wird es für die Konkurrenz schwer, den Premium-Aufschlag noch glaubwürdig zu rechtfertigen.
Für viele europäische Anbieter, insbesondere auch für die deutschen Firmen, muss der Woodpecker-Auftritt ein starkes Warnsignal sein. Während sie sich stark auf Tradition und Reputation, auf in der Vergangenheit Geleistetes verlassen, demonstrierte Woodpecker Dynamik, Innovationsfreude und einen klaren Willen, den Kunden aktiv zu gewinnen.
Die Parallele zur Automobilindustrie drängt sich auf: Auch da waren deutsche Marken lange tonangebend, aber die Dynamik kam irgendwann von anderen. Von Tesla und aus China. Und genau so fühlte es sich in Paris an – Woodpecker fährt gerade mit Vollgas, während andere eher im Leerlauf rollen.
Für uns als Anwender bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieser Markt in den nächsten Jahren weiterentwickelt – klar ist aber schon jetzt: Die etablierten Hersteller werden sich anstrengen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren.
Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung. Die, nur einen Schattenwurf entfernt vom Mitterrandschen Triumphbogen – dem Grande Arche – im Viertel La Defense gelegen streng genommen gar nicht in Paris, sondern vor den Toren der französischen Hauptstadt stattfand.
Das aber nur als Fun Fact am Rande, denn natürlich zählt wie immer nur die Frage, was gab es Neues ?
Für mich zu allererst – ENDLICH – ist es offiziell. Am Stand von Dentsply Sirona wurde ein neues reziprokes Instrument vorgestellt. Und nein , keines der mehr oder weniger unverhohlen plagiatisch abgekupferten reziproken Clones der Konkurrenz, sondern ein wirklich neues Instrument. Wurde auch Zeit, immerhin sind es im nächsten Januar 15 Jahre, seit das Original Reciproc-System auf den Markt kam. Da das Instrument nun erstmalig der dentalen Öffentlichkeit vorgestellt wurde, darf ich jetzt auch darüber berichten, auch wenn auf der Homepage von Dentsply Sirona/VDW noch nix zu finden ist.
Für mich gibt es 3 Neuerungen, die das Instrument IMHO interessant machen. Zunächst, am Augenfälligsten, das System besteht nicht mehr aus 3 , sondern aus 4 Instrumenten. Auch hier – Endlich!
Im Rahmen der Produktentwicklung des Original Reciproc – Systems hatte ich mich damals energisch gegen das 3 Instrumenten-System 25 40 50 ausgesprochen, weil ich die Diskrepanz zwischen dem 25er und dem 40er Instrument zu gross fand . Aber zum damaligen Zeitpunkt war von Marketing – Seite sowohl bei VDW wie auch bei Maillefer die DREI als ein unverzichtbares Feature unwiderruflich gesetzt. Mit der Diskrepanz 25 40 bin ich bis heute auf Kriegsfuss. Daher in meinem Arbeiten zunächst die Kombination Reciproc -MTwo 25 35 und später Reciproc Wave One Gold, denn Maillefer hat mit seinem wunderbaren Wave One Gold-System 20 25 35 45 genau die richtige Abstufung gefunden.
Und genau diese Differenzierung 20 25 35 45 findet sich nun auch im neuen Reciproc-System wieder. Allerdings in schlanker Form, mit deutlich geringerem Taper und reduziertem koronalem Durchmesser. Den ich, zweiter Punkt, gut finde. Auch wenn sich das System damit nur für die kalten WF- Verfahren qualifiziert, was heutzutage Single Cone in Kombination mit biokeramischem Sealer bedeutet. Beides nicht „my cup of tea“, aber dennoch habe ich die neuen Instrumente gerne eingesetzt, vor allem ein ganz bestimmtes. Das kleinste, gelbe – ein 20.035.
Was ich daran so gut finde? Das ich – Punkt Nr. 3 – mit diesem Instrument auch sehr enge Kanäle maschinell erschliessen kann. Ohne wie bei den sogenannten „Gleitpfad-Instrumenten“ das Risiko eines Instrumentenbruch befürchten zu müssen. Im Gegenteil- ich kann das 20er Instrument, wie ich es vom Original 25er Reciproc der ersten Generation gewohnt bin, mit deutliche apikal gerichtetem Druck einsetzen. Und es ist ist ein Stück weit beeindruckend, zu sehen, wie dieses Instrument auch in wirklich engen Kanälen seinen Weg nach apikal findet.
p.s.: Fotos würde ich gerne zeigen – und den Namen benennen. Aber wegen eines NDA ist es mir erst möglich, wenn diese Info von Dentsply – Sirona offiziell und für jeden zugänglich freigegeben wird.
Die Patientin war zum 6 Monatsrecall in unserer Praxis. Seit der letzten Behandlung waren die Beschwerden vollständig verschwunden. Die deutliche Heilungstendnez lässt eine positive Prognose für den Zahn 46 zu.
Es ist doch einfach nur ein Oberkiefer- Backenzahn, oder ? Was kann schon so schwierig sein, den endodontischen Zahnerhalt betreffend.
Die WF- Kontrolle offenbart dann aber doch die nicht ganz so banale Anatomie des palatinalen Wurzelkanals. Wieder ein Holm Reuver Gedächtnis- Zahn vom Feinsten. Und wie immer meine Frage: Sind die kalten WF-Verfahren, biokeramischer Sealer hin oder her, in der Lage, diese Anatomie adäquat abzudichten ???
p.s.: Die drei Wurzelkanäle in der mesiobukkalen Wurzel entziehen sich geschickt dem Auge des Betrachters, oder ?
Olaf Löffler hat hier vor einiger Zeit über die Wichtigkeit unserer Augen für unserer Tätigkeit berichtet.
Ebenso wichtig sind natürlich unsere Hände.
In diesem Zusammenhang möchte ich für eine Verschleisserkrankung sensibilisieren, die ebenfalls einen grossen Einfluss auf unser tägliches Tun haben kann:
Die Rhizarthrose.
Hierbei handelt es sich eine die Arthrose des Daumensattelgelenks – also ein Verschleiß des Gelenkknorpels, der Schmerzen, Kraftverlust und Bewegungseinschränkungen verursacht. Diese Form der Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen der Hand, betrifft vorwiegend Frauen (Verhältnis 3:1) und kann durch Überbelastung oder genetische sowie hormonelle Faktoren bedingt sein.Die Behandlung erfolgt je nach Stadium mit konservativen Maßnahmen wie Ruhigstellung, Medikamenten und Physiotherapie oder, bei fortgeschrittenem Verschleiß, operativ.
Interessant ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass es mit dem Lipofilling eine weitere Therapieform gibt,
Diese Eigenfetttransplantation scheint laut Studienlage eine vielversprechende Behandlung zu sein. Allerdings ist diese derzeit in Deutschland nicht erlaub, da das Paul-Ehrlich-Institut die Injektion von Eigenfett in Gelenke als „Advanced Therapy Medicinal Product“ (ATMP) einstuft. Forschungsprojekte, wie am LMU Klinikum, untersuchen das therapeutische Potenzial dieser Methode, die bei erfolgreicher Zulassung die Schmerzen lindern und die Funktion des Daumensattelgelenks verbessern könnte. Erste Veröffentlichungen hierzu gibt es aus dem Jahr 2012. Aktuell ist die Behandlung in Deutschland aber nicht möglich, trotz wissenschaftlicher und fachlicher Bestrebungen, sie zu etablieren.
Ggf. ist jedoch der Blick über unsere Landesgrenzen hinaus hilfreich, um hier diese Therapieform „zu finden“…
Screenshot
Wie bei jeder Erkrankung ist es von Vorteil im Frühstadium zu reagieren. Häufig werden die Erstsymptome aber nicht erkannt btw falsch gedeutet.
Die Anfangssymptome umfassen Schmerzen an der Daumenbasis, besonders bei Belastung und Drehbewegungen wie Flaschenöffnen, sowie ein Gefühl von Instabilität und Kraftverlust im Daumen. Weitere Anzeichen können eine leichte Morgensteifigkeit, Schwellungen und hörbare Reibegeräusche (Krepitation) im Daumensattelgelenk sein.
Grundsätzlich erscheint es sinnvoll, dass wir auch (prophylaktisch) physiotherapeutische Übungen in Betracht ziehen. Dazu gibt es von Liebscher & Bracht sehenswerte Videos:
Jetzt haben wir ein aktuelles OPTG erhalten, welches die zuletzt 2022 kontrollierte Situation als stabil vermuten lässt. Warum vermuten, im OPTG ist der Frontzahnbereich nicht wirklich befundbar durch mögliche Überlagerungen der HWS. Ein Zahnfilm war noch nicht indiziert und ist für 2027 geplant. 17 Jahre diesen Zahn zu erhalten, hatte ich zum Behandlungszeitpunkt nicht für möglich gehalten.
Hier noch ein paar ergänzende Informationen zum Fall. Und damit wir uns richtig verstehen. Im Nachfolgenden geht es nicht darum, jemanden zum Einzig Wahren zu bekehren. Wenn ich eins gelernt habe in vielen Jahren als Referent, dann, dass es sinnlos ist, Zahnärzte von etwas überzeugen zu wollen, was sie nicht möchten.
Toxavit als devitalisierende Einlage? Kein einziges Mal verwendet in meiner gesamten Zeit als Zahnarzt. Ist es notwendig ? Sicherlich nicht. Trotzdem wird es viele hunderttausende Male verwendet pro Jahr in Deutschland.
Und ähnlich ist es, wenn es um die Frage geht, pusbehaftete Zähne offenlassen – Ja oder Nein. Der gezeigte Fall ist also lediglich als Denkanstoss gedacht.
Dahingehend, dass, wenn es in diesem sicherlich aussergewöhnlichen Fall mit riesiger apikaler Aufhellung und massivster Pussekretion möglich ist, den Zahn post endodontischer Behandlung eben nicht offenlassen zu müssen, sondern ihn verschliessen zu können, dann sollte man in den minderschweren Fällen doch ebenso verfahren können. Und von dort ist es dann nur noch eine kleiner Weg zur Erkenntnis, brauche ich es überhaupt, das Offenlassen von Zähnen…
Die letzte Woche vor dem Weihnachtsurlaub. Es ist Dienstag. Noch 3 mal Arbeiten, denn Donnerstag ist unser letzter Arbeitstag vor Weihnachten. Freie Termine? Schon lange nicht mehr. Und was immer ist, kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, die Überweiser rufen an wegen Schmerzpatienten, die unbedingt noch drankommen müssen. Klar, deren Terminkalender ist genauso voll wie unserer, da fällt die Indikation zur Überweisung an uns wesentlich leichter. Das merken wir. Am verstärkten Überweisungsaufkommen insbesondere auch von Überweisern, die sonst eher selten bis gar nicht überweisen.
Eins ist jedoch klar. DIESER Patient auf Überweisung am 17.12.2024 in unserer Praxis MUSS drankommen. Daran lässt der klinsiche und vor allem der röntgenologische Befund keinen Zweifel. Er hat Schmerzen, was nicht verwunderlich ist bei seinem Befund.
Es wäre nun ein Leichtes, den Zahn zu trepanieren und dann offenzulassen. Die sicherlich zeitsparentste Variante von allen. Und natürlich reizvoll im Hinblick darauf, dass wir von genau dieser Zeit ohnehin zu wenig haben im Moment so kurz vor Weihnachten.
Warum ich es trotzdem nicht mache??? Weil ich als blutjunger Zahnarzt genau so verfahren habe mit einem Zahn 12. Ein eher geringes Entzündungsgeschehen, rein äußerlich unauffälig. Am nächsten Tag kam die Patientin wieder mit einem Phönix- Abszess. Den Begriff kannte ich bis dato nicht. Er bezeichnet die akute Exaberation eines chronischen apikalen Geschehens. Dramatisch bis zum Auge dick zugeschwollen stellte sich die Patientin keine 24 Stunden wieder vor, wo Tags zuvor noch gar nix gewesen war. Wie das? Ich hatte doch lehrbuchmäßig alles richtig gemacht. Ubi pus ibi evacua. Seitdem verschliesse ich ausnahmslos alle Zähne, auch die mit viel Pus. Einen Phönix- Abszess habe ich in meinem Patientenklientel in der gesamten Zeit nicht wieder gesehen.
Zurück zum Schmerzpatienten. Und zu ein paar individuellen Besonderheiten. Der Patient steht Tag für Tag in der Öffentlichkeit. vergleichbar eines Fernsehschauspielers, den die Kamera formatfüllend ins Bild rückt. Eine dicke Backe macht ihn gewissermaßen arbeitsunfähig, die gilt es zu vermeiden. Und der Patient muss ab Weihnachten für 2 Wochen ins Ausland. Weit weg. Wie stellt man sicher, dass er dort, zehntausende Kilometer von zu Hause keine Schwierigkeiten bekommt in dieser Zeit. Viel Zeit bleibt uns nicht. 2 Tage um genau zu sein, um alles ins Lot zu bringen.
Wie wäre die Vorgehensweise im Szenario Trep und Offenlassen ? Wie ginge es weiter ? Wann wäre der Zahn verschlossen worden ? Am Tag danach ? Oder 2 Tage später ? Am letzten Arbeitstag vor Weihnachten ?
Ich habe die Erstbehandlung am 17.12.2024 vorgenommen. Kanalaufbereitung. Medikamentöse Einlage mit Ledermix. Antibiotische Abdeckung mit Amoxicillin. Eine Inzision war nicht notwendig. 2 Tage später Schmerzfreiheit, aber wie im Video zu sehen nach Spülung mit dem Laser immer noch starker Pusabfluss. Wieder zum Abschluss der Behandlung Ledermix und Verschluss der Trepanationsöffnung.
Der Patient stellt sich terminlich bedingt erst am 27.02.2025 wieder bei uns vor. Keine Schmerzen und auch keine sonstigen Beschwerden in all der Zeit. Kein Pus mehr nach Trepanation. medikamentöse Einlage mit Metapex Plus zum Abschluss der Behandlung. 16 Wochen Wartezeit. Dann die WF am 10. 07. 2025.
Ohne Frage, dieser Zahn 36 ist ein Zahn, der unter die Rubrik Herodontics fällt. Und das 2D – Röntgenbild gibt nur andeutungsweise den wahren Grad der massiven Knochendestruktion (Interradikulär/distal) wieder, den dieser Zahn erfahren hat.
Wunsch des Patienten, ein ärztlicher Kollege, ist der unbedingte Versuch des Zahnerhaltes.
Die endodontische Behandlung lässt sich gut an. Zum Abschluss der 2. Sitzung wird ein Calciumhydroxid- Präparat eingebracht. Mit deutlicher Überpressung nach apikal hin im Bereich der mesialen Wurzel.
6 Wochen später stellt sich der Patient bei uns in der Praxis wieder vor. Viel zu früh, denn es waren 16 Wochen Liegedauer des Calciumhydroxides besprochen. Der sehr angenehme, leider aber auch ein wenig ängstliche Patient war in Sorge, weil der von mir für die ersten Tage angepriesene merkwürdige medikamentöse Geschmack des verwendeten Metapex Plus eben nicht vollständig verschwunden war. Ausserdem reagierte der Zahn minimal auf Krafteinwirkung beim Kauen an bestimmten Stellen, ab und zu auf Heiss und Kalt und einmal war auch ein Pochen aufgetaucht, das aber ein solitäres Ereignis geblieben war.
Die intraorale Inspektion ergab keine Auffälligkeiten, vor allem keinen Hinweis auf eine Undichtigkeit der sehr grossen alio loco angefertigten Komposit-Restauration, was angesichts der beschriebenen anhaltenden Geschmackssensation am wahrscheinlichsten gewesen wäre. Und im Kontroll-Röntgenbild??? Eine vollständige Resorption des überpressten Cacliumhydroxid- Materials. Und genau das liebe ich so an Metapex Plus. Es wird sehr schnell abgebaut, was ich als Indiz werte für eine beginnende Reossifizierung.
Beschwerden machen die Überpressungen im Übrigen bei Metapex Plus keine, selbst wenn diese noch wesentlich größer sind als die hier vorliegende. Ich weisse die Patienten bei grösseren Überpressungen immer darauf hin, dass gegebenenfalls der Überschuss, falls gewünscht, chirurgisch entfernt werden könnte, was aber bislang in den vielen Jahren nie notwendig war. Im Gegenteil – die Natur regelt das wie im vorliegenden Falle aufs Beste selbst..
Normalerweise hätte ich in einem solchen Fall weiter abgewartet. Aber um die manifesten Ängste des Patienten zu zerstreuen, habe ich in den Zahn hineingeschaut.
Sollte ein Leakage vorliegen, erkennt man es in der Regel an einer Verfärbung des Calciumhydroxides, ausserdem bleibt das Material feucht. Beides war hier nicht der Fall, das Calciumhydroxid sauber und trocken, weshalb ich es dabei beliess, schallaktiviert und laseraktiviert zu spülen und die medikamentöse Einlage in den vorhandenen 6 Kanälen auszutauschen.
Sieht man in der Röntgenbildern schon einen Verbesserung der ossären Situation ? Was nach den gerade mal 6 Wochen ausserordentlich wäre.
Es gibt Hinweise. Aber machen wir uns nichts vor, auch wenn der Projektionswinkel der Aufnahmen fast identisch ist, so ist doch hier, nachgerade mal 1,5 Monaten wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens.
Wir werden also sehen, Anfang November. Falls der Patient nicht früher wieder auftaucht.
Über diesen Fall eines Dens Invaginatus eines Zahnes 22 mit riesiger apikaler Aufhellung habe ich zuletzt hier berichtet. Die Heilungstendenz im DVT ist eindeutig, ein sehr erfreuliches Ergebnis.
Insbesonders wenn man berücksichtigt, wie viel Pus sich im Knochenresorptionsdefekt aufgestaut hatte. Anbei ein Video. welches das Ausmaß der Pusabsonderung nach Trepanation aufzeigt.
Hand aufs Herz ? Wer hätte den Zahn 21 nach Trepanation offen gelassen ?
Am ersten Tag nach meinem Urlaub wurde ich mit vielen kollegialen Nachfragen, Telefonrückrufersuchen, Auskunftsersuchen, Schmerzfällen konfrontiert, so viel, wie ich es noch nie in meiner mehr als 35 jährigen Berufstätigkeit wahrgenommen habe. Zudem funktionierte nach Windows11 Umstellung vor dem Urlaub die Röntgensoftware (Wozu brauchen wir SQL Datenbanken?) nicht richtig, schwierige Patientenfälle waren bestellt und eine langjährige Überweiserpraxis teilte mir mit, daß jetzt abrupt ein Schlussstrich gemacht wird, weil Kostenstrukturen, Bürokratie etc. nicht mehr tolerierbar sind. Ab Mittwoch geschlossen! Unser täglicher Wahnsinn hatte wieder zugeschlagen.
Nach 3 Wochen afrikanischer Gelassenheit und Entschleunigung wollte ich eigentlich gleich wieder gehen…
Aber dann hatte ich noch ein 6 Monats-Recall zu befunden und die Doku zu kontrollieren, welches liegen geblieben war. Die Bilder möchte ich nicht vorenthalten, denn sie geben in diesem Fall Anlass zur Freude und zeigen die Sinnhaftigkeit unsere Arbeit.
Ein Mann, der auf den ersten Blick mehr einschüchtert als Vertrauen weckt, entpuppt sich als Sinnbild für Disziplin, Authentizität und echtes Können. Was Krafttraining, Saint-Tropez und Endodontie miteinander zu tun haben? Mehr, als man denkt …
Den ganzen Beitrag findest Du exklusiv auf der WURZELSPITZE Patreon Seite.
Nachdem ich die Tage schon mit Batman (oder auch Star Wars) im Zahn zu tun hatte ergab sich ein „Treffen“ der anderen Art bei einer unser letzten Behandlungen…
Und hier noch die MTA-Apexifikation in bewegten Bildern…
in solchen Fällen mag ich es, wenn das Material etwas weicher angemischt wird und ich es mit der Papierspitze adaptieren kann. Auf ein Widerlager habe ich hier verzichtet (und findet bei uns auch nur sehr selten Anwendung)
Verrückt. Als wärs gestern gewesen, als ich meinen 2025er XXL-Kalender an die Wand gepinnt habe. Und jetzt sind schon so viele Termine für 2026 im Vorlauf, das es höchste Zeit ist, die 2026-Version in Auftrag zu geben.
Wie hilft mir der Kalender? Er gibt mir Überblick.
Und dokumentiert meine täglichen Aufgaben, die ich mir für 2025 ins Aufgabenheft geschrieben habe.
Ich mache also weiter. Mit dem Kalender und mit meinen Vorsätzen. Und alle unsere Patreon- Unterstützer haben die Möglichkeit, kostenlos ihr eigenes XXL-Kalender-Exemplar zu erhalten.
Hierzu einfach nur auf die WURZELSPITZE Patreon Seite gehen, und unter diesem Beitrag die Postadresse in die Kommentar-Spalte eintragen.
Ein Nachdenk-Tagungsbericht zum Anlass der Frühjahrsakademie der ÖG Endo fehlt noch. Vielleicht der Wichtigste.
Kennen Sie Paul Harvey? Mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht. Aber ich bin mit ihm aufgewachsen. Gross geworden. Habe ihm Tag für Tag zugehört.
Damals in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern. Mit AFN, dem Radio der Amerikanischen Streitkräfte. Paul Harvey hatte dort eine tägliche Rubrik, in der er Geschichten mit einem besonderen Twist am Ende erzählte. Die immer endete mit dem Satz: And now you know….kurze Kunstpause … the rest of the story.
Und bei der Frühjahrsakademie der ÖG Endo hat mir jemand genau so eine Geschichte – seine Geschichte – erzählt. Er fragte mich, ob ich noch wüsste, wann wir uns das erste Mal getroffen hätten.
Natürlich wusste ich es.
2003 war das. Schüchtern hat er sich mir vorgestellt als junger Zahnarzt. Ich war nicht viel älter, aber doch schon deutlich weiter in meinem Bestreben, die Endodontie betreffend. Immerhin hatte ich auf dem Event, wo wir uns trafen, in der Vergangenheit schon 2 Vorträge gehalten und auch diesmal wieder sollte ich reden. Wir trafen uns in einem Hotel in Disneyland. Anaheim Kalifornien. Zum ROOTS Summit.
Er hatte sich relativ spät angemeldet und jetzt gab es keine Zimmer mehr. Oder fast keine. Das eine 45 Minuten Fahrt entfernt. Zu weit. Dann gab es nur noch ein anderes. Ein Doppelzimmer, dass er mit einem Fremden teilen müsste.
Natürlich hatte er keine Lust, das Zimmer mit einem Fremden zu teilen, aber noch viel weniger Lust, jeden Morgen und Abend nach den Vorträgen durch die Suburbs von Anaheim mit dem Mietauto zu fahren. Die Wahl fiel also schweren Herzen auf das Doppelzimmer mit Anhang.
Als der Kollege, nennen wir ihn Joe, am frühen Nachmittag seine Behausung für die nächsten Tage betrat, war sein zukünftiger Mitbewohner nicht jemand seines Alters, sondern ein Mann in seinen Sechzigern. Also nicht unbedingt das, was man sich als junger Mensch als Roommate für die nächsten Tage vorgestellt hatte. Man versucht sich ja, alles schönzureden, etwa im Sinne von, wer weiss, vielleicht wird das Ganze ja ganz lustig und ich treffe meinen zukünftigen Trauzeugen. Dem war leider nicht so.
Erster Schock also. Der nächste folgte auf den Fuss.
Marvin, wie sich der alte Mann vorstellte, war gerade dabei, den Inhalt einer Mezcal-Flasche in einen grossen Cafe to Go – Becher abzufüllen. In USA in der Öffentlichkeit mit Alkohol rumzulaufen war streng verboten, daher dieser Trick. „Lifehack“ würde man heute sagen. Ein Alkoholiker offensichtlich.
Marvin hielt Joe die Mescalin-Flasche hin, fragend, ob er auch einen Schluck wolle. Was Joe höflich ablehnte.
Und dann nahm Marvin das alte Mann aus der Neuen Welt, Joe, den schüchternen Jungen aus der alten Welt unter seine Fittiche und machte ihn in den nächsten Tagen bekannt mit Jedem vor Ort, der Rang und Namen hatte in der Endo.
Man stelle sich vor, man käme zufällig am roten Teppich der Oscar-Verleihung vorbei, bliebe am Rand stehen und dann käme ein Kerl daher, den man nicht kennt und würde sagen, „Hi ich bin Marvin, komme mit mir zur After Show-Party, ich kenn sie alle“. Und würde dich dann jedem Einzelnen dort vorstellen. George Clooney, Brad Pitt, Leonardo di Caprio. „Hi George, may I introduce you to a good friend of mine from Old Europe. Joe, this is George Clooney!.“ Und das Ganze drei Tage lang. Seien Wir ehrlich, wie cool wäre das denn ???
Der junge Kollege ist – nachvollziehbar – vollkommen angefixt. Fliegt zurück, kontaktiert des Zeiss- Aussendienst-Mitarbeiter, sucht das Gespräch mit seinem Chef an der Uni-Klinik, erzählt diesem, das er von nun an nur noch Endo und zwar unter dem Mikroskop machen möchte, was dieser bewilligt. Er kauft ein auf eigene Kosten ein OP- Mikroskop und der Rest ist Geschichte. Heute betreibt er mit einem Kollegen zusammen eine grosse und renommierte Endodontie- Praxis.
So kann ein einziges kleines Detail – Kein Zimmer frei – ein Berufsleben von Grund auf zum Positiven verändern.
Letzte Woche habe ich hier von unserem Dentapen-Drama berichtet…
gestern nun kam das neue Modell…
endlich.
Die Bestellung muss bei Merz Dental übrigens telefonisch erfolgten.
Preislich liegt der Neue bei 1544,03 (Brutto)
In der Anwendung scheint der Motor ein kleinwenig lauter zu sein… dies mag aber auch nur ein subjektives Gefühl sein…
ein Punkt ist in der klinischen Anwendung hingegen neu. Die automatische Aspiration erfolgt nur noch, wenn man zweimal kurz hintereinander auf den entsprechenden Knopf drückt und nicht generell.
In meinen Augen eine sinnvolle kleine Änderung, da ich zum Beispiel bei einer Infiltration im Oberkiefer normalerweise nicht Aspirieren würde…
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Noch ein Podcast über Endodontie? Ja – aber ein anderer. Einer, der das macht, was mir bisher immer gefehlt hat: Diskussion. Widerspruch. Perspektivenwechsel.
Herrmann & Lang. Endo 21. Ein Zwiegespräch über Wurzelkanalbehandlung.
Mit allem, was dazu gehört. Vom Erstgespräch bis zum Recall. Von Strategie bis Detail. Und das in kompakten 21 Minuten pro Folge – genau lang genug, um Substanz zu liefern, aber kurz genug für den Alltag.
Was als Idee für 20 Folgen begann, wächst gerade deutlich über sich hinaus – es gibt viel zu sagen. Und noch mehr zu fragen.
Denn genau das machen wir: Tomas Lang bringt seine Podcast-Erfahrung mit – ich bringe meine Erfahrung ein und frage kritisch nach. Gemeinsam reden wir über Endo – so, wie man es sonst nur im direkten Austausch erlebt.
Die ersten Folgen sind aufgenommen. Ab Ende August geht’s los. Vermutlich 2 Jahre lang.
Und wer mehr will, bekommt mehr: Für unsere WURZELSPITZE-Patrons gibt’s nach jeder Folge eine exklusive Aftershow. Dort greifen wir eure Fragen auf und vertiefen, was im Podcast angestoßen wurde.
Fragen stellen, mitreden, weiterdenken –hat mir bisher bei Podcasts immer gefehlt. Jetzt machen wir genau das.
Ein Zwiegespräch. Mit Tomas Lang, in einem Schloss bei Essen. Was als Jubiläumsfolge seines INTRADENTAL – Podcasts begann, wurde zum Anfang von etwas Neuem.
Ein neuer Podcast. Eine gemeinsame Reihe. Zwei Meinungen, zwei Wege – aber ein Ziel: Endodontie von A bis Z, im echten und teilweise kontrovers geführten Dialog.
Wie es dazu kam? Was daraus wird? Und warum ich mich habe dazu hinreissen lassen, obwohl das Medium mir fremd ist? Erzähle ich bald.
Unsere WURZELSPITZE-Patrons auf Patreon wissen natürlich schon ein bisschen mehr … 😉
Zu Beginn der letzten Vormittagsbehandlung der Super-GAU…
während der Applikation bricht unser geliebter Dentapen ab und schaltet sich aus…
alle Versuche das Gerät wieder zum Leben zu erwecken scheitern… es scheint, als wäre er defekt…
Ein Anruf bei Septodont bringt die Ernüchterung. Es gibt keinen Support mehr…
als Bezugsquelle für einen neuen Pen werden wir hier fündig…
Auf alle Fälle wohl auch „günstiger“ als bei Aera angeboten…
ich werde berichten
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Bald gibt’s was Neues. Noch will ich nicht zu viel verraten – nur so viel: Es hat mit Podcasts zu tun. Und mit dem Wunsch, Dinge ein bisschen anders zu machen. Ein Medium, mit dem ich bisher nichts zu tun haben wollte. Weder passiv noch aktiv. Ich habe lange überlegt, warum ich mit Podcasts hadere – und was mir dabei fehlt.
Jetzt probiere ich etwas aus. WIR probieren etwas Neues aus. Denn ich habe mich zusammengetan mit jemandem aus der Zahnmedizin, der für dieses Medium brennt. Wir wollen das Beste aus zwei Welten verbinden – fundiertes Wissen und neue Formate.
Was genau? Erzähle ich bald.
Und für unsere WURZELSPITZE-Patrons – Auf Patreon erfahrt ihr schon jetzt und in den nächsten Tagen genauer, worum es gehen wird…
Die Patientin wurde uns mit akuten Beschwerden vom HZA überwiesen. Er kam nicht weiter. Es wurde leider kein Ausgangsbild, außer ein OPTG angefertigt und die Problematik dieses UK 3ers stellt sich nicht im OPTG dar. Deshalb kam es bei einem vermeintlich einfachen Eckzahn zu großen Problemen.
Der Zahn 43 zeigte ihm Röntgenbild des HZA, eine Messaufnahme mit einem Instrument, welches nicht kongruent im vermuteten Wurzelkanalverlauf zu sehen war. Blockierungen, Stufenbildung und ggf. Perforation waren zu vermuten. Das angefertigte DVT zeigte in der apikalen Schnittgebung keine eindeutige Kanalstruktur. Die Feile der Messaufnahme landete wahrscheinlich in einer lateralen Kanalstruktur.
Die Aussichten den Zahn erfolgreich zu behandeln stuften wir mit unter 50% ein – Prognose ungünstig. Trotzdem wollte der Patient einen unbedingten Erhaltungsversuch. Nach mehreren Beratungen hatten wir uns breitschlagen lassen. Unsere einzigste Chance sahen wir in der apikalen Desinfektion durch Sweeps mit dem Fotona Skypuls.
In der Therapie stellte es sich, wie vermutet da. Nach 45 Minuten haben wir den Versuch der apikalen Erschließung der bukkalen Kanalstruktur aufgegeben. Der linguale bisher nicht behandelte Wurzelkanalließ sich nach Anlegen einesGleitpfades mit Handinstrumenten#6,#8,#10 und R-Pilot, Wave Gold #20, #25 erschließen. Die Desinfektion erfolgte mit Sweeps (Fotona Skypuls 2×30 s PIPS NaOCl 3%) und EDTA 17%. Die Beschwerden waren nach dem ersten Behandlungstermin verschwunden. Die Wurzelfüllung gelang in thermisch-vertikaler Warmfülltechnik mit Guttapercha und Sealer Totall Fill HiFlow. Das 6 Monats Recall zeigte uns eine Heilungstendenz und lässt uns etwas hoffnungsvoller in die Zukunft schauen. Ich werde berichten, wie sich dieser Fall weiter entwickelt.
Nun ist erstmal Urlaub, im September geht es wieder weiter…
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Diese Woche war der mittlerweile elfjährige Lorenz zur Nachuntersuchung seiner beiden Zähne bei uns. Initial hatte ich hier über zu diesem Fall berichtet…
Es sieht aus, als wäre die Entwicklung weiterhin positiv…
Und ich bin damit sehr zufrieden. Halten sehr sehr lange. Und ja, es ist kein perfektes Gerät, wirklich nicht, aber der DAC hat die Lebensdauer unserer Winkelstücke definitiv noch einmal verlängert. In den letzten Monaten stellen wir fest, dass die Spannzange unserer roten Winkelstücke die Diamant-Bohrer nicht mehr ausreichend festhält. Der Diamant läuft Gefahr, sich bei Gebrauch im Winkelstück zu lockern. Bevor er während des Gebrauchs unbeabsichtigt sich löst, sortieren wir die Winkelstücke aus. Und früher hätte ich dann einen Batch neue Winkelstücke bestellt. 10 neue Winkelstücke gehen mit 5-6.000 Euro daher.
Dank WURZELSPITZE und diesem Beitrag von Christoph Kaaden muss ich das aber gar nicht mehr. Denn meist behebt der Austausch des sogenannten Kopftriebes (mit verbundenen Kosten von 160 Euro) innerhalb von 6 – 12 Minuten das Problem.
Ein paar Werkzeuge sind hierfür notwendig. Und da man diese nicht so oft benötigt, wäre ein sicherer, gut auffindbarer Ort der Aufbewahrung hilfreich. Und hier kam der 3D- Drucker ins Spiel. Wir haben nun eine Aufbewahrungsbox, in der nicht nur alle benötigten Hilfsmittel vorgehalten werden, sondern darüber hinaus eine spezielle Positionierhilfe innerhalb der Box die Notwendigkeit der im Youtube- Video des unbekannten Kollegen den benötigten grossen Schraubenschlüssel bzw. eine Zange obsolet macht.
A propos unbekannter Kollege aus dem YT-Video. Kennt den jemand? Ich würde mich gerne persönlich bei ihm bedanken…
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An diesen Fall erinnere ich mich ganz genau. Auch noch 44 Monate nach Wurzelkanalfüllung.
Warum?
Weil diese Fall einer von 6 Fällen war, die ich mit den vor der Markteinführung stehenden ProTaper Ultimate-Instrumenten gemacht habe. Weil ich ein Feedback vor Markteinführung geben sollte. So ändern sich die Zeiten. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es früher 50 Instrumente gab, derer es vermutlich auch bedarf, um eine fundierte Einschätzung abgeben zu können. Heute geht es offensichtlich um eine Alibi- Dokumentation zu QM-Zwecken und da reicht 1 Blister vollkommen.
Unabhängig davon waren immerhin 2 von den 6 Fällen, die ich behandelte, ganz ausserordentlich, die vorliegende Anatomie betreffend. Und das hier ist einer davon.
Tiefe apikale Gabelung des distalen Wurzelkanal von Zahn 47 (dank unserem Morita X 800 M DVT wunderbar darstellbar). Und eine WF, die ich auch nach all der Zeit immer noch als augenfällig „schön“ bezeichnen möchte. Hier noch die früheren Röntgen-Bilder, welche die apikale Regeneration der vor Behandlungsbeginn vorhandenen apikalen Knochendestruktion belegen.
Als ich meinen Bambu Lab X1 Carbon kaufte, gab es nur dieses Modell. Mittlerweile ist die Produktpalette auf 6 Modelle (eigentlich sogar 7 , wenn man den neuen H2D Drucker einmal in der Laser-Kombi- Variante und einmal als Solodrucker aufzählt) angewachsen. Die Preise reichen von gerade mal 199 Euro bis hin zu Summen von 2500+ Euro.
Wie unterscheiden sich die Drucker voneinander ?
Hier ein tabellarischer Überblick, die technischen Daten betreffend, Chat GPT sei Dank.
A pro pos Chat GPT – ich habe der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ folgende Fragestellung zur Aufgabe gemacht: „Du bist Zahnarzt und setzt 3D-Drucker als Werkzeug zur Erstellung von Hilfsmitteln zur Praxisorganisation ein. Du hast mit Anycubic-Druckern angefangen, nutzt jetzt aber wegen ihrer Vorzüge die Drucker von Bambulab. Bitte stelle die Modelle von Bambulab mit ihren Vorzügen und Nachteilen gegenüber. Schreibe einen Erfahrungsbericht von ca. 3000 Wörtern.“
Was wurde geantwortet ? Hier die relevanten Abschnitte:
Bambu Lab X1 Carbon – Das Flaggschiff Vorteile: Extrem schnell und zuverlässig: Bis zu 500 mm/s Druckgeschwindigkeit im Standardmodus.
Automatische Kalibrierung: Active Vibration Compensation, automatischer Flow-Test, Kalibrierung der Druckplatte.
Multi-Material-Station (AMS) im Lieferumfang: Einfacher Zugriff auf bis zu vier (oder durch Erweiterung bis zu 16) Materialien.
LiDAR-Sensor: Zur hochpräzisen Schichtüberwachung und ersten Layer-Kontrolle.
Vollständig geschlossen: Optimal für temperaturempfindliche Materialien wie ABS oder PETG-CF.
Kameraüberwachung: Ermöglicht Remote-Monitoring über App.
Nachteile: Preis: Relativ hoch, aber gerechtfertigt durch die gebotene Leistung.
Lautstärke: Trotz Einhausung im Vergleich zu sehr leisen Druckern hörbar.
Komplexität: Durch die Vielzahl an Automatisierungen etwas „overengineered“ für einfache Aufgaben.
Praxisrelevanz: Für umfangreiche Druckaufträge (z.B. ganze Schubladenorganizer, Steri-Einlagen, individuelle Boxen) ist der X1 Carbon unschlagbar. Die Multi-Material-Funktion ermöglicht zudem die Produktion farbcodierter Hilfsmittel (z.B. Ampelsysteme oder Farbsortierung bei Bohrerschienen).
Bambu Lab P1S – Der Preis-Leistungs-Sieger Vorteile: Geschlossener Bauraum: Ähnlich wie beim X1 Carbon – ideal für technische Materialien.
Sehr schnell: Druckt fast gleich schnell wie der X1 Carbon.
AMS-kompatibel: Multi-Material-Druck durch Nachrüstung.
Automatische Kalibrierung: Fast identisch zum X1 Carbon, allerdings ohne LiDAR.
Kameraüberwachung: Optional nachrüstbar.
Nachteile: Keine LiDAR-Überwachung: Erster Layer muss gelegentlich manuell geprüft werden.
Keine AMS im Standard-Paket: Muss separat erworben werden.
Praxisrelevanz: Für die meisten zahnärztlichen Organisationstools ist der P1S absolut ausreichend. Besonders wenn man auf den LiDAR-Sensor verzichten kann, erhält man hier nahezu dieselbe Performance wie beim X1 Carbon – zu einem deutlich geringeren Preis.
Bambu Lab P1P – Der Preisbrecher Vorteile: Offener Bauraum: Für PLA und PETG problemlos geeignet.
Sehr schnell: Identische Geschwindigkeit zum P1S und X1 Carbon.
Günstigster Einstieg: Für Einsteiger oder als Zweitgerät optimal.
AMS-kompatibel: Multi-Material-Nutzung bei Bedarf nachrüstbar.
Modular erweiterbar: Gehäuse, Kamera und Lüfter optional.
Nachteile: Offen: Weniger geeignet für anspruchsvolle Materialien wie ABS.
Kein Gehäuse, keine Kamera, kein Filtersystem: Muss bei Bedarf selbst nachgerüstet werden.
Keine LiDAR-Überwachung.
Praxisrelevanz: Der P1P ist ideal für PLA-Organisationshilfsmittel: Beschriftungsschilder, Schubladenaufteilungen, Bohrerschienen. Bei einfachen Druckanforderungen (z.B. Trays oder kleine Halter) ist er durch seine Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit ein Arbeitstier. Durch seine Erweiterbarkeit kann er mit der Zeit wachsen.
Bambu Lab A1 und A1 Mini – Der Kompakte Vorteile: Sehr kompakt: Perfekt für kleinere Praxen oder den Schreibtisch.
Automatische Kalibrierung: Komfortabler Start für Einsteiger.
AMS lite verfügbar: Ermöglicht einfachen Multi-Material-Druck.
Leiser Betrieb: Besonders angenehm im Praxisumfeld.
Günstig: Niedrigste Einstiegskosten bei guter Qualität.
Nachteile: Kleiner Bauraum: Für größere Hilfsmittel ungeeignet.
Weniger robust für den Dauereinsatz: Komponenten weniger industriell als bei den größeren Brüdern.
AMS lite weniger zuverlässig als das große AMS.
Praxisrelevanz: Für Kleinteile wie Schilder, kleine Halter, Clips und Adapter ist der A1 Mini perfekt. Ich nutze ihn in der Praxis z.B. für schnelle Ersatzteile oder einfache Farbcodierungen. Der A1 eignet sich auch gut als Zweit- oder Drittdrucker, wenn die großen Maschinen belegt sind.
Soweit die Antwort aus der schönen neuen Welt. Die meine Einschätzung bestätigt. Nicht was die Drucker angeht, sondern die KI betreffend.
Die da lautet: Auf den ersten Blick scheinbar kompetent zusammengefasste, in gefälliger Semantik formulierte Informationen, die möglicherweise darüber hinwegtäuschen dass die wirklich relevanten Details, die den Unterschied ausmachen, gar nicht vorhanden sind.
Wenn ich also meinen Senf zur Sache dazugeben darf: Der Bambu Lab X1 Carbon ist ein Weltklassedrucker. Ein Traumdrucker. Sein Geld mehr als wert. Mit so vielen positiven Eigenschaften, dass es für mich keinen Sinn macht, ein paar hundert Euro einsparen zu wollen und auf die günstigeren Drucker auszuweichen.
Der P1S würde Sinn machen. Für diejenigen, die eine Druckfarm betreiben und ein Druckteil viele viele Male reproduzieren wollen. Dafür braucht man keinen Carbon X1 mit seiner Bauraumkamera und seinem LIdar Scanner. Und auch das einfache Display tut es hier. In der Zahnarztpraxis aber wird man den Drucker zur Prototypenherstellung und Einzelstückfertigung einsetzen. Und da sind all seine Features nicht Luxus, sondern willkommene Nützlichkeiten.
Wer hingegen in den Themenkomplex einsteigt, Newcomer ist, sich erst langsam an die Materie 3 D – Druck herantasten möchte, dem sei der Bambulab A1 empfohlen. Für einen Preis von immer mal wieder weniger als 300 Euro ebenfalls eine fette Empfehlung. Das man mit diesem nur PLA druckt und kein ABS (für das man wegen der höheren Drucktemperaturen und notwendiger Temperaturkonstanz beim Druck eine Einhausung benötigt) kann man zu Beginn seiner 3D- Druck Erfahrung akzeptieren. Dennoch – Auch für den Einsteiger lohnt sich der 1000 Euro teurere X1 Carbon. Weil sein Handling das unkomplizierteste von allen ist. Weshalb ich 3D- Druck Greenhorns und Technik-Fremdelnden den Drucker ans Herz lege, weil die Wahrscheinlichkeit, eben nix tun zu müssen ausser den Startknopf zu drücken und Filamentrollen, falls leer, wechseln zu müssen, hier am grössten ist.
Und weil das auch erfahrene 3 Druck-Hasen gut finden, habe ich letzte Woche einen weiteren X1 Carbon für mich bestellt.
Fehlt noch meine Analyse des H2D, des Bambulab Top- Modells, das ich nun seit 2 Monaten in Verwendung habe.
Vom Handling sind die Motoren unschlagbar. Ergonomisch ist die iPad Einstellung nicht. Besser wäre eine Einstellung am Motor, aber das konnte ich verschmerzen. 6 Monate nach Kauf teilte mir VDW mit, das es keinen Service mehr geben wird und das die Baureihe eingestellt wird. Das hat mich nicht nicht glücklich gemacht und meine vorher gute Einstellung zu VDW Produkten sehr getrübt, zumal ich vorher mit viel Tamtam umworben wurde.
Nun passierte was man nicht hofft. An meinen beiden Ladenetzteilen ist der Stecker zerbrochen.
Das ist ein USB Mini 8 Pin Stecker mit einer ungewöhnlichen PIN-Belegung.
Diese Stecker haben wir in Deutschland nur noch einen bei einem Hersteller als Restbestand gefunden. Aus China haben wir nun Ersatz bestellt. Ob die funktionieren, werde ich berichten können, wenn diese da sind.
Vor einiger Zeit haben wir den heute zehnjährigen Jo nach Zahntrauma (extensive Dislokation der Zähne 11 und 21) behandelt.
Gestern nun erhielten wir nachfolgendes Schreiben:
Hier wird die Anwendung des Oberflächenanästhetikums beanstandet, da es keine rechtliche Grundlage hierfür gäbe. Ferner wird der ausführliche Arztbericht, den wir dem Zuweiser übermittelt haben nicht übernommen, da er der Unfallkasse nicht vorliegt…
Es war kurz vor Weihnachten. 2024. Und die apikale Aufhellung ausgesprochen gross. Ein Schmerzpatient, der wirklich starke Beschwerden hatte und dessen Behandlung keine Aufschub duldete.
6 Monate später. Letzte Woche kam der Patient wieder. Der Zahn war in all der Zeit beschwerdefrei. Und die apikale Aufhellung ist deutlich rückläufig.
Ursprünglich 1,7 cm gross. Jetzt „healing in progress“ wie es ein berühmter italienischer Endodontist immer in seinen Vorträgen bezeichnete, wenn das Recallbild nach langer Zeit noch keine vollständige Ausheilung darstellen konnte. Hier jedoch kann ohne Zweifel das bisher in kurzer Zeit Erreichte als ganz wunderbar eingestuft werden.
Zeit für die Wurzelkanalfüllung. MTA ist nicht notwendig.
Ich konditioniere den Guttapercha-Mastercone an seiner Spitze mit Eukalyptol, um eine möglichst dichte Versieglung zum Periapikalraum zu erreichen. Stichwort Intrakanaläre Abdrucknahme der Apikalregion.
Mit Erfolg. Die vorhandene Überpressung ist minimal. Viel viel kleiner als die angesichts des grossen Foramen apicale und der periapikalen Knochendestruktion zu erwarten gewesen wäre. Schön auch, dass es mittels Warm Vertical Compaction (WVC) nach Schilder gelungen ist, die vom Foramen caecum ausgehende koronale Ramifikation ebenfalls abzudichten.
Upps – kann es sein ,dass ich diesen Beitrag gar nicht veröffentlicht habe ???? Hier daher (eventuell zum 2. Male) …
Noch so ein Fall mit im WF – Röntgenbild deutlich sichtbarer lateraler Wurzelkanalanatomie.
Die interradikuläre Aufhellung ist ausgeprägt, mehr als 1 cm in der Ausdehnung. Und hat sich für die Kürze der Zeit wunderbarst zurückentwickelt. Ist dies der laseraktivierten Reinigung durch unseren Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser zuzuschreiben ? Wollte ich den Einsatz des Lasers propagieren, so würde ich nun die Frage nachdrücklich bejahen. So aber sage ich, „Kann sein, muss aber nicht…“.
Fakt ist, das ich den im DVT wunderbar nachverfolgbaren Seitenkanal apikal in der distalen Wurzel nicht instrumentiert habe. Also doch der Laser ?
Halten wir aber fest – Die ossäre Ausheilung 7 Monate post WF ist als ausserordentlich positiv einzustufen. Das zeichnete sich schon zum Zeitpunkt der Wurzelkanalfüllung ab, nach 16 Wochen Liegezeit des Calciumhydroxides, aber es ist umso erfreulicher, wenn sich dieser positive Trend in den periodischen Nachkontrollen fortsetzt.
Ein schönes Ergebnis, ich denke auf dieses Statement können wir uns einigen.
Umso bedauerlicher, dass Zähne mit solchen ossären Befunden auch heute noch viel zu häufig gezogen werden, ohne das der Versuch des Zahnerhaltes überhaupt in Betracht gezogen, geschweige denn durchgeführt wird.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Die Patientin ist 20 Jahre jung. Vor 5 Jahren mussten wir den Zahn 37 endodontisch behandeln. Eine Vitalerhaltung war nicht möglich. Die Behandlung war für Patientin und Behandlerteam sehr herausfordernd, da die Patientin extrem ängstlich war. Zu einem Recall kam es nach der Behandlung nicht mehr. Zudem hatte unsere Beratung zur Senkung des Kariesrisikos wenig Erfolg, wie wir jetzt gesehen haben.
2024 war wieder eine endodontische Therapie notwendig. Diese wurde am Zahn 36 in einer kieferchirurgisch/oralchirurgisch spezialisierten Praxis unter Narkose durchgeführt. Gleichzeitig wurden alle Weisheitszähne entfernt.
Das erzielte endodontische Ergebnis am Zahn 36 war suboptimal. Wahrscheinlich wurde deshalb gleich noch reseziert, oder besser gesagt, teilreseziert.
2025 ist die Patientin wieder bei uns vorstellig geworden, da unsere Behandlung sich bisher als am langlebigsten erwies und laut Patientin, der am schönsten gefüllte Zahn ist…
Jetzt geht es um 46.
Und welche Therapieoptionen 36 noch hat… Wie sehen sie/ seht ihr den Zahn 36? Erhaltungsversuch oder Extraktion
Gott sei Dank ging es an unserem Recall – Tag nicht die ganze Zeit so weiter. Das Schöne am Recall-Tag ist ja nicht nur, dass man durch die Menge der nachzuschauenden Fälle einen guten Überblick bekommt, wie es um die längerfristigen Verläufe unserer Behandlungen geht, sondern dass man auch immer wieder sieht, dass auch die sogenannten „austherapierten“ Fälle über viele Jahre hinweg noch im Mund verbleiben können und so einen wertvollen Beitrag zur Zahngesundheit beitragen.
Das ist umso wichtiger, wenn es sich um einen sehr jungen Patienten handelt, in diesem Falle ging es um den Zahn 41 einer zum Zeitpunkt der Erstbehandlung 22 jährigen Patientin. Diese war wegen einer grossen apikalen Aufhellung und Fistel in der vestibulären Unterkieferfront vom Kieferchirurgen operiert worden. Als die apikale Aufhellung post OP nicht kleiner, sondern grösser wurde und die Fistel wiederkam, wurde die Patientin an unsere Praxis überwiesen. Ein aktuelles DVT brachte sie mit, nicht vergleichbar mit der Bildqualität unseres Morita X 800 M, aber man konnte zumindest sehen, das Gott sei Dank nur eine Zystektomie vorgenommen worden und die Wurzelspitzenresektion ausgespart worden war. Der 41 hatte einen Wurzelkanal und ja- der grosse Seitenkanal war im DVT nicht zu sehen – aber das Wissen um seine Existenz, die sich in einem erneuten höherauflösenden DVT offenbart hätte, hätte die Therapie nicht verändert. Ich beliess es aus Strahlenschutzgründen bei einem Zahnfilm und begann die Wurzelkanalbehandlung. Aufbereitung. Metapex-Einlage für 16 Wochen. WF. Mit gefülltem Seitenkanal.
Fast Forward. 22 Monate post WF. Die apikale Aufhellung ist verschwunden. Ohne OP. Herrlich …
Vor einiger Zeit habe ich hier über einige unserer jüngsten Frontzahnbehandlungen berichtet.
Hier ein Blick in das Kanalsystem des Zahnes 11 (Fall IV) bei Zustand nach alio loco erfolgter Revision mit persistierender Fistel.
Nach unseren Bemühungen verheilte die Fistel und es zeigten sich reizfreie periapikale Verhältnisse. Der Neoapex wurde daraufhin mit MTA Angelus verschlossen…
Hier hatten wir die letzten Recallbilder v vorgestellt.
Nun sind es 19 Jahre, die dieser Zahn trotz WSR und großer apikaler Osteolyse überlebt hat. Dies war einer unserer ersten Fälle, wo ein resezierter Zahn behandelt wurde.
Damals wussten wir nicht, ob es wirklich gut geht und schon gar nicht, wie lange der Zahn weiter erhalten bleibt. Jetzt wissen wir es und bitten dies weiter zu tragen…
Lang, lang ist es her, dass die SAF auf den Markt kam. 2011 offiziell, wenn ich mich richtig erinnere. Und 2016 verschwand sie dann wieder vom Markt.
Sie war weg. Und damit eines der IMHO geilsten Tools, die wir in den letzten 25 Jahren für die Endo hatten.
Vorab: die SAF ist wieder da.
Ja, als Benutzer der ersten Generation musste man schon ein wenig leidensfähig sein. Permanente Korrosion der Antriebsköpfe, der Pumpen, der Schläuche. NaOCl ist kein Honigtau, das ist Ogerblut. Der neue Trend zu stabilisierten NaOCl-Lösungen verstärkt die Korrosionsproblematik noch mehr. Und ja, das Marketing erlebte dann einen Realitätcheck mit der klinischen Wirklichkeit. Wie jedes System.
Dennoch, wer sich das Dentin bei Revisionen einmal genauer angeschaut hat vor und nach der SAF konnte sehen, dass sich dort etwas getan hat (was bei Ultraschallaktivierung, Eddy, Laser oder wie sie immer alle heissen mögen, nicht immer der Fall ist). Es war wieder Dentin in der originalen Farbe zu erkennen, fast egal wie schwarz und verschmoddert es vorher ausgesehen haben mag.
Schade. Mal eine Innovation (völlig anders als das, was wir bisher kannten) und nicht wieder die 495939292 dröflste Arbeitspitze, die nur eine Modifikation der seit gefühlt 1000 Jahren benutzten Tools darstellt. Etwas, was aktiv die Wurzeloberfläche bearbeitet und nicht nur darauf aus ist, eine genügend hohe Strömungssgeschwindigkeit zu erreichen, um Biofilm von der Kanaloberfläche zu reissen. Theoretisch. Sehr gut untersucht. Und es funktioniert so auch praktisch.
Die Idee ist eigentlich eine sehr, sehr gute. Analogie zur Milchflasche: wie bekommt man die sauber? Richtig, mit einer Flaschenbürste…..
2020 bekam ich dann eine Email von Zeev Schreiber, dem CEO von Redent Nova. Ob ich Interesse an einem Treffen hätte, es gäbe da was zur SAF. Logisch, ich will mein Lieblingstool wieder zurück.
Es waren erstmal nur Treffen und TelKos zur Ideensammlung, Fokussierung und Marktforschung, Entwicklung. Zwischendurch immer wieder Entwürfe zum Anfassen und kritisieren. Mitte 2023 kam dann einen Motorprototyp mit ein paar Feilen und ein paar Handstücken. Sehr spannend….
Aber, es war ein Prototyp. Es war zum Teil frustrierend, weil das Gerät leckte und muckte, zum Teil nicht mal mehr zum arbeiten zu bewegen war. Es schmotzte, oder auch nicht, dann verklumpte was, dann wieder nicht, mal musste der Druck angepasst werden, dann ging mal wieder ein Ventil flöten, mal schiesst eine neue Firmware das Gerät aus dem Leben, dann versagen die Batterien und so weiter und so fort. Das war der Tatsache geschuldet, dass es nur sehr, sehr, sehr wenige Prototypen gab und diese bereits m Labor gequält worden waren. Egal. Es folgte eine längere Pause, die die Ingenieure nutzten, um das Anwenderfeedback umzusetzen und Optimierungen zu implementieren. Die nächste Geräteiteration war dann auch schon viel besser ;-) und deutlich ausgereifter.
Und im engen Austausch mit Redent, den Ingenieuren und viel Feedback hat das Gerät nun die Marktfreife erlangt. An den SAF selber hat sich nichts geändert, nur die Fertigungsmethode ist jetzt ausgereift und alle Modifikationen soweit abgeschlossen. Das bedeutet allerdings auch, dass die SAP nach wie vor gewissen Einschränkungen unterliegt. Bild 4,5
Was hat sich dann geändert?
Die Pumpstation…..
Nix mehr was korrodieren kann. Alles hochwertiger Kunststoff. „Kompakt“, soweit man das als kompakt bezeichnen kann. Und ein paar Gimmicks, die doch den feinen Unterschied ausmachen können.
1.) integrierte Absaugung
Ist der Schaft im Hypo-See eingetaucht, kann man durch die Station das Hypo periodisch absaugen lassen. Kann bei Revisionen einen Vorteil bieten, denn dann werden die flotierenden GP-Reste und Partikel abgesaugt. Die Station hat dafür einen ausreichend grossen „Ab-NaOCl“-Tank. Ich mag die Absaugung trotz anfänglicher Gewöhnungsprobleme nicht mehr missen.
2.) integrierte Mischfunktion
Die Einheit kann mit einer HEDP/NAOCl-Kombination betrieben werden. Da diese Lösung sehr instabil ist, muss diese frisch angerührt werden. Kann man ausserhalb im Glas machen und dann nutzen oder man lässt die Station das erledigen. Es ist eine Mischfunktion enthalten, man kippt nur das NaOCl und das HEDP-Pulver in den Tank, die Einheit mischt das selbstständig und stellt es dann zur Verfügung.
Am Anfang hatten wir Probleme mit Verklumpungen des HEDP, nach einer Modifikation des Anmischvorganges sind diese vollständig behoben.
Was ist der Vorteil? Prof. Dr. Zehnder aus Zürich hat dazu wunderbare Vorträge und es gibt tatsächlich gute Lit dazu. Nutze ich es? Auf jeden Fall. Warum, würde einen neuen Artikel erfordern deswegen nur der Hinweis: man merkt es sehr deutlich bei der WF ;-). Und es reduziert die Logistik in der Vorbereitung mit verschiedenen Flüssigkeiten und Gedönse.
Nachteil: es muss IMMER frisch angerührt werden, da das HEDP das NaOCl deaktiviert. Bedeutet aber nur eine kleine Änderung in der Routine und es stört inzwischen nicht mehr wirklich.
Grosses Display mit einem inzwischen schnellen Prozessor und sehr guter Responsivity. Einfach zu pflegen, einfach zu putzen.
Bedienung? Intuitiv. Mehr oder weniger, aber um ehrlich zu sein, das einzig Wichtige zum Ändern ist die Anzahl der Kanäle und die Durchflussrate. Das kann man inzwischen sehr bequem ändern, wenn man es will.
Was gibt es noch?
Einweghandstücke. Richtige, vom Hersteller als Einmalprodukt gekennzeichnete Handstücke. Die halten ohne Probleme mehrere Kanalsysteme aus (die Handstücke, die Feilen nicht immer). Dazu gibt es noch einen kabellosen Motor und einen Adapter für die normalen ISO-Motoren der Einheit. Diese können via BT mit der Pumpe gekoppelt werden und damit automatisch die Pumpe aktivieren, wenn das Handstück läuft. Vereinfacht vieles. Bestellt man die Feilen, kommen automatisch die Handstücke dazu.
Kann man die SAF ohne die Pumpe betrieben? Ja, logisch funktioniert das. Haben wir alle bei der V1 auch gemacht. Macht es Sinn? Eher nicht, die Spülflüssigkeit MUSS durch das Handstück geleitet werden, aus Gründen der Antriebsschmierung. Es gibt zwar einen anderen Workaround dafür, aber das sollte nicht der Standard werden. Letztendlich muss das jeder für sich selber entscheiden. Ich habe es ein paar mal machen müssen (mit den ersten Pumpen, als die mal nicht liefen) und habe ehrlich gesagt schon ein wenig den Luxus vermisst. Würde ich heute von abraten, nimm das Set und gut ist. Akkubetrieben, die Laufzeit ist völlig in Ordnung (ein Akku hält bei uns gute 8h durch).
Stand heute: ich würde die SAF nicht ohne die Pumpe kaufen. Macht schon Sinn, vereinfacht den Einsatz und sorgt für wenig Disruption im Ablauf. Die Mischfähigkeit des HEDP ist für mich ein grosses Plus, denn es verhindert eine Sauerei beim Anmischen und dann dem Spritzen auffüllen. Eine Reinigungsfunktion ist jetzt auch integriert, einfach Wasser in den Haupttank, den Verbindungsschlauch an der Pumpeinheit einstecken, Knopf drücken und fertig.
Insgesamt ist das System sehr ausgereift, Redent hat deutlich auf die Kritik und die Vorschläge der Nutzer der V1 gehört und sehr, sehr vieles umgesetzt. Die Station ist jetzt NaOCl- und DAU-sicher (ich weiss es, ich habe das System auf alle erdenklichen Weisen gequält und misshandelt), die Köpfe sind stabil und funktionieren nun hervorragend ohne Ausfälle.
Der Workflow muss nur wenig angepasst werden und die grosse Menge der Literatur zu dem System ist immer noch gültig.
Man bekommt für wenig Geld ein ausgereiftes, gut funktionierendes und in der Reinigung des Kanals sehr effizientes System ohne Folgekosten, Zertifizierungen oder ähnlichem Käse. Kein Dauerwartungsvertrag, ab und an sollte der Tank und der Medienschlauch gewechselt werden (bei überschaubaren Kosten). Keine monatlichen Abos für Softwareupdates oder irgendwas. Kein Raten der richtigen Parameter und ewiges Herumprobieren. 4ml/min/Kanal mit echten 5kHz Schwingung bei 0.5mm Amplitude, nix Vapor-Lock-Phänomen (ein weiteres Plus der eingebauten Absaugung). Keine kaputten Faserspitzen, keine Sicherheitsbeauftragten, keine Zertifizierungen.
Nett und bewährt.
Einfach arbeiten. Klar, ein wenig Eingewöhnungszeit braucht man schon um das Handling zu erlernen. Aber bei welchem System braucht man es nicht, das Feeling für das Instrument. Wer noch weitere information will, sollte auf die Website der Firma Redent gehen. Ansonsten muss man das Gerät mal erlebt haben.
Ach ja, zum Schluss noch eines: ich habe mir eine 3.0mm SAF gewünscht. Wofür? Für jugendliche Frontzahntraumata. Jeder, der schon einmal einen 9-Jährigen mit neurotischem oberen Schneidezahn behandelt hat, weiss um die Problematik einer adäquaten Desinfektion. Das ist mit der 3.0mm jetzt echt sehr gut möglich. Ich habe schon einige Fälle mit diesem Monster gemacht und ich bin begeistert, dass die komplette Desinfektion und mechanische Bearbeitung nach ca 3 Minuten erledigt ist. Und das in einer Qualität, die bisher nur schwierig oder mit sehr viel Handarbeit möglich war.
Ich bin froh, dass die SAF wieder auf dem Markt ist. Wenn jetzt nur noch die Spülflüssigkeit kabellos übertragen werden könnte, wäre es perfekt.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Blogbeiträge geben immer die persönlichen individuellen Sichtweisen und Einschätzungen des jeweiligen Autors wieder.
In der ersten Behandlung waren 2 Dinge in mein Augenmerk gerichtet. 1. Das große intrakanaläre Lumen des Wurzelkanals bis apikal. 2. Die ungewöhnlich starke Blutung nach EDTA Spülung von apikal ohne über des Foramen gekommen zu sein.
Warum nicht ein ähnliches lichtes Vorgehen, wie bei einer RET (Reparation Endodontische Therapie). Fälle dazu hatte ich gesehen, aber bis dato wenig beachtet. Die Planung wurde in Absprache und Zustimmung mit dem Patienten geändert: 1. Termin: Karies ex (Wurde tlw. beim HZA bereits begonnen, da der Retainer entfernt wurde.) Desinfektion, CaOH in erster Therapiesitzung 2. Termin: CaOH entfernen, EDTA Spülung, Blutung apikal initiieren, MTA Plug, adhäsive Füllung
Mit dem Patienten habe ich dieses Vorgehen abgesprochen. Durch diesen Therapieansatz vergibt man sich nichts und kann im Misserfolg die ursprünglich geplante Therapie durchführen.
Mein Ziel war, die durch Resorption und P. apicalis reduzierte Wurzelsubstanz zu stabilisieren. Im Optimalfall die Bildung von wurzeldentinähnliche Substanz intrakanalär anzuregen.
Die Behandlung verlief, wie geplant, entsprechend dem Vorgehen RET. Ersttermin: – Desinfektion mit Natriumhypochlrit 3% – keine apikale Instrumentation – CaOh Einlage für ca. 14 Tage
Zweittermin: – Anästhesie ohne Adrenalinzusatz – EDTA Spülung 17% – Initiieren einer apikalen Blutung – Parasorbkegel und MTA Abdeckung
Wir haben den Zahn jetzt im Verlauf von 8 Jahren nachkontrolliert und es ist eine apikale Regeneration erfolgt. Diese erfolgte subjektiv gesehen langsamer als gewohnt. Die apikalen Wurzelkanalstrukturen veränderten sich in der röntgenlogischen Kontrolle im Sinne einer Obliteration. Der Desmodontalspalt zeigt sich 8 Jahre post OP nicht verbreitert.
Dies ist ein Einzelfall und ist nicht als grundlegender Therapieansatz für ähnliche Fälle zu verstehen, da es keine valide mir bekannte Studienlage gibt. Ich habe sehr ähnliche Fälle, die positive Ergebnisse zeigten bei endodontisch tätigen Kollegen gesehen.
Über die Veranstaltung habe ich schon hier berichtet. Ihr so richtig gerecht wird die Zusammenstellung aber nicht. Weil das ich über das Wichtigste noch nicht geschrieben habe. Das ich von Wien SEHR positiv motiviert zurückgekommen bin.
Und das aus dreierlei Gründen. Über den ersten möchte ich nachfolgend berichten. Der so beeindruckend war, dass ich es zu tieftst bedauert habe, das nicht mehr Teilnehmer (geschätzt 80 – 100 im Saal) die Gelegenheit wahrgenommen haben. Der Kongress hätte das 5 – 10 Fache an Teilnehmern verdient gehabt.
Warum ? Ganz einfach – in der Zahnmedizin ist es ausgesprochen selten, dass tatsächlich grundlegend neue Verfahren oder Behandlungskonzepte entstehen, die das Fachgebiet nachhaltig voranbringen. Viele Entwicklungen der letzten Jahre waren inkrementelle Verbesserungen bestehender Techniken, Materialien oder digitaler Arbeitsabläufe – etwa verbesserte Wurzelkanalinstrumente, optimierte Füllungsmaterialien oder effizientere CAD/CAM-Prozesse. Diese Fortschritte haben ohne Frage ihren Wert, doch sie stellen heutzutage keinen echten Paradigmenwechsel dar. In der Endo ist es nun mehr 30 Jahre her, das die NiTi- Instrumente die Wurzelkanalbehandlung veränderten. Hoch auflösende DVT´s in praxisgerechten Formaten gibt es seit 2012, CAD CAM und intraorales Scannen begann mit CEREC 1987. So interessant es für den Einzelnen sein mag, in Wien etwas über neue NiTi- Instrumente oder neue Endo-Motoren zu erfahren, grundlegend Neues war das vor 3 Jahrzehnten. Heute ist es das nicht mehr.
Echte Innovationen, die das Potenzial haben, das therapeutische Spektrum der Zahnmedizin substanziell zu erweitern, begegnen uns nicht oft – der Vortrag des Rotterdam Transplantation Teams war jedoch genau ein solcher besonderer Moment.
Ich habe viel gesehen in meinen nun 35 Jahren als Zahnarzt, aber – und an dieser Aussage mag man das Aussergewöhnliche ermessen – das hier war eines der Höhepunkte.
Provakanter Einstieg, bei dem man sich aber schon unmittelbar danach fragt, warum das noch niemand so deutlich ausgesprochen hat: Bei Implantaten handelt es sich, entgegen landläufiger Meinung bei Patienten wie bei Zahnärzten, IMMER nur um temporäre Lösungen. Die im Laufe des Lebens, selbst wenn sie funktionabel bleiben, sich prinzipimmanent negativ entwickeln. Und man deshalb nach einer anderen, man verzeihe mir das heutzutage überstrapazierte Wort, nachhaltigen Lösungen gesucht habe. Es folgt das detailliert vorgestellte Konzept: Durch Trauma verloren gegangene oder bei Nichtanlagen fehlende Zähne durch körpereigene Zähne, meist Prämolaren zu ersetzen.
Die biologische Grundlage dieser Technik ist faszinierend: Der Zahn wird mitsamt des parodontalen Ligaments an die benötigte Stelle übertragen, wodurch sich der Zahn funktionell in das Empfängergebiet integrieren kann. Ohne Notwendigkeit eines explizit vorhandenen Knochenbettes wie für Implantate obligat. Im Gegensatz zu Implantaten bleibt auch dabei das parodontale Ligament erhalten, einschließlich der propriozeptiven Anbindung – ein erheblicher funktioneller und vor allem, das ist der Schlüssel zum Erfolg, knocheninduzierender Vorteil. Kann nicht funktionieren, schon gar nicht längerfristig und reproduzierbar? Was bewiesen werden konnte – mit mittlerweile mehreren tausenden (ich habe 5-6000 in Erinnerung) von erfolgreich transplantierten Zähnen
Besonders bemerkenswert macht diesen Ansatz nicht nur seine klinische Qualität, sondern auch die Tatsache, dass das Rotterdam Transplantation Team als private Einrichtung agiert. Anders als universitäre Forschungszentren, die häufig von staatlichen Fördermitteln profitieren und sich in relativ geschützten Rahmenbedingungen bewegen, muss sich das RTT in einem wettbewerbsorientierten, marktwirtschaftlichen Umfeld behaupten. Die Methoden, die dort entwickelt und angewendet werden, müssen sich unmittelbar im Praxisalltag bewähren – sowohl bei den Patienten als auch im Hinblick auf die Zufriedenheit und das Vertrauen der überweisenden Kolleginnen und Kollegen. Das Überleben und die Reputation einer solchen privaten Spezialklinik hängen direkt davon ab, dass die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Behandlungen in der täglichen Versorgung Bestand haben. Dieser Umstand verleiht den präsentierten Ergebnissen eine besondere Glaubwürdigkeit, da sie nicht im Elfenbeinturm universitärer Forschung entstehen, sondern aus einer gelebten und überprüfbaren klinischen Realität.
Ein wesentlicher Aspekt, den man bei der Beurteilung der vom Rotterdam Transplantation Team (RTT) vorgestellten Therapieform nicht übersehen darf, ist die Komplexität der Behandlung und die hohe Anforderung an die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Eine autotransplantative Zahnverpflanzung, wie sie das RTT praktiziert, kann niemals als Einzelleistung eines Zahnarztes betrachtet werden. Sie erfordert vielmehr die enge Verzahnung von mehreren hochqualifizierten Spezialisten: einem Oral- oder Kieferchirurgen für die schonende Entnahme und präzise Transplantation des Spenderzahns, einem Endodontologen für die optimale Wurzelkanalbehandlung und Nachsorge, einem Kieferorthopäden zur gegebenenfalls erforderlichen Einordnung des transplantierten Zahns in die Okklusion und Zahnreihe sowie einem restaurativ tätigen Zahnarzt für die ästhetische und funktionelle Integration des Zahns in das Gebiss.
In der zahnmedizinischen Realität ist es allerdings oft schwierig, ein solches Team in einer Praxis oder auch überregional zusammenzuführen. Die Spezialisierungen sind häufig in getrennten Praxen oder gar in unterschiedlichen Städten angesiedelt, was eine stringente und zeitnahe Abstimmung aller Behandlungsschritte erschwert. Hinzu kommt, dass die methodische und technische Abstimmung zwischen den einzelnen Disziplinen ein hohes Maß an Kommunikation, Vertrauen und Erfahrung voraussetzt. Ein solch eingespieltes Team ist keineswegs selbstverständlich – weder im niedergelassenen Bereich noch an universitären Einrichtungen. Ich gehe sogar soweit, zu sagen, es ist fast so selten zu finden wie ein Hauptgewinn im Lotto.
Was das Rotterdam Transplantation Team hier geschaffen hat, ist daher besonders bemerkenswert. Am RTT sind alle diese Disziplinen unter einem Dach vereint und arbeiten nach einem strukturierten, wissenschaftlich fundierten und in der Praxis bewährten Protokoll zusammen. Die Abläufe sind aufeinander abgestimmt, die beteiligten Behandler greifen reibungslos ineinander und es existiert ein durchgehendes Qualitätsmanagement. Grundvoraussetzung dafür, dass das RTT nicht nur theoretisch gut aufgestellt ist, sondern in der täglichen Praxis tatsächlich hervorragende Ergebnisse liefert. Genau das hat das Rotterdam Transplantation Team in beeindruckender Weise dann im zweiten Teil des Vortrages in Falldarstellungen demonstriert.
Die konsequente Teamarbeit, die fundierte wissenschaftliche Basis und der Erfolg in der praktischen Umsetzung machen das RTT zu einem wirklichen Leuchtturm-Projekt.. Es zeigt, dass medizinischer Fortschritt nicht allein von Innovationen im engeren technischen Sinne abhängt, sondern vor allem auch von funktionierenden, exzellent organisierten Teams, die sich auf Augenhöhe ergänzen und gemeinsam an einer bestmöglichen Patientenversorgung arbeiten. Und dann Dinge erreichen und vor allem routinemäßig reproduzieren können, die gemeinhin als undenkbar gelten.
Wäre ich ein junger Zahnarzt, ich würde alles dafür tun, in diesem Umfeld arbeiten zu dürfen. Und dass ist eines der schönsten Komplimente, die ich diesem Team machen kann.
Diesen Fall habe ich bereits einigen Kollegen vor Jahren vorgestellt und kritische Meinungen zu meinem therapeutischen Vorgehen gehört.
Zum Fall: Der junge Patient stellte sich 2017 auf Anraten seines HZA vor. Eine ausgedehnte Sekundärkaries an dem palatinal befestigten Retainer war Ursache der P. apicalis. Im angefertigten Röntgenbild ist die große apikale und koronale Destruktion zu erkennen. Zudem sind apikale Resorptionen an den Frontzähnen zu erkennen. Anamnestisch war ein Fahrradunfall (Alter 6-7 Jahre) mit multiplen Kieferfrakturen zu eruieren. Genauere Angaben waren nicht zu erhalten. Später kam es zu einer längeren KFO Therapie Der Zahn 21 zeigte Lockerungsrad 0, keine erhöhten Sondiesungstiefen und war symptomfrei.
Die Frühjahrsakademie der Österreichischen Gesellschaft für Endodontologie, das 3rd Spring Symposium, fand am 13. und 14. Juni 2025 in Wien statt. Die Veranstaltung bot an zwei Tagen ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl praxisorientierte Workshops als auch fundierte wissenschaftliche Vorträge umfasste. Der erste Veranstaltungstag, Freitag, 13. Juni, stand ganz im Zeichen des praktischen Arbeiten. Am Samstag, dem 14. Juni, fanden in beeindruckender Kulisse des historischen Vortragssaals des Park Hyatt Hotels die wissenschaftlichen Vorträge statt.
Am Freitag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, aus mehreren Workshops zu wählen. Georg Benjamin aus Berlin leitete einen praxisnahen Kurs zu Kofferdam-Techniken. Nessrin Taha aus Jordanien bot einen umfassenden Workshop zur Vitalerhaltung von Pulpen an. Dabei wurden die unterschiedlichen Verfahren der indirekten und direkten Überkappung sowie der Pulpotomie behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entscheidungsfindung in der täglichen Praxis, auf den Erfolgsaussichten verschiedener Techniken und der kritischen Einschätzung aktueller Studienlage. Parallel dazu leitete Agnė Mališauskienė aus Litauen einen Workshop zu direkten Frontzahnrestaurationen. In diesem Kurs standen sowohl One-Step- als auch Two-Step-Techniken zur ästhetischen Versorgung von Klasse-IV-Defekten im Vordergrund.
Der zweite Veranstaltungstag widmete sich der Vertiefung wissenschaftlicher Aspekte der endodontischen Praxis. Es begann bereits um 8:30 Uhr früh mit Nessrin Taha und ihrem Spezialgebiet der invasiven und noninvasiven Pulpabehandlung. Matthias Zehnder aus Zürich führte den Reigen fort mit einer Präsentation zu chemischen Strategien in der Wurzelkanalbehandlung. Dabei beleuchtete er die Rolle verschiedener Spüllösungen und Kombinationen, die zur Optimierung der Desinfektion beitragen können. Im Anschluss referierte Hans-Willi Herrmann aus Bad Kreuznach zu maschinellen Nickel-Titan-Instrumenten. Er stellte praxisnahe Auswahlkriterien, Anwendungsprotokolle und vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Instrumentenfrakturen vor und gab laut Teilnehmerfeedback eindrucksvolle Einblicke in eine optimal praxisspezifisch zugeschnittene Ergonomie des endodontischen Workflows. Im weiteren Verlauf des Vormittags führte Agnė Mališauskienė die Teilnehmer durch die Möglichkeiten der ästhetischen Versorgung von Frontzahnfrakturen. Sie demonstrierte mit wunderbarem Bildmaterial dabei sowohl Notfallmaßnahmen als auch die ästhetisch und funktionell hochwertige Wiederherstellung durch Repositionierung und adhäsive Befestigung von Fragmenten. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der herausragenden Arbeiten des „Rotterdam-Transplantation Teams“ um Jacqueline Surtea, Dick. S. Barendregt, Edwin Eggink und Manfred Leunisse zur Autotransplantation von Zähnen. Dieser Beitrag beleuchtete die Indikationsstellung, die chirurgischen und endodontischen Techniken sowie die Bedeutung moderner 3D-Planung und war allein schon die Reise nach Wien wert. Die vorgestellten klinischen Langzeitergebnisse bestätigten nachdrücklich und in nicht von der Hand zu weisendem Imperativ die Autotransplantation als ernstzunehmende und vor allem bessere Alternative zum Implantat, insbesondere bei jugendlichen Patienten.
Kurz zusammengefasst: Die Frühjahrsakademie 2025 überzeugte durch die hervorragende Kombination aus praktischen Übungen und fundierter Wissenschaft. Die Teilnehmer profitierten von international renommierten Referenten, unmittelbarem kollegialen Austausch sowie einem klaren Fokus auf klinische Umsetzbarkeit. Die Themen Vitalerhaltung, moderne Instrumentierung, Konservierende Exzellenz und alternative Versorgungsoptionen wie die Autotransplantation lieferten praxisrelevante Impulse für den endodontischen Alltag. Die Veranstaltung war inhaltlich hochkarätig, praxisorientiert und bot reichlich Gelegenheit zur persönlichen Fortbildung und zum Networking.
Schon für letzten Freitag angedacht, dann ist es aber doch wesentlich mehr geworden an Text, weshalb das Thema nun in 3 Teilen kurz aufeinanderfolgend abgehandelt wird. Hier der erste Teil:
Ich habe sicherheitshalber nachgeschaut. Vor 5,5 Jahren, im November 2019 habe ich meinen ersten 3D-Druck produziert.
Nicht für irgendwelche zahnmedizinischen Belange, dafür gibt es in der Endo zu wenige Anwendungen überhaupt. Aber zur Praxisorganisation finden sich jede Menge Einsatzbereiche. Wobei – ich weiss noch genau, wie die ersten 3D Drucker vor 10 Jahren für den Heimgebrauch einem angediehen wurden und mir beim besten Willen kein Einsatzzweck einfallen wollte.
Lang lang ist´s her. Wie heisst es so schön, der Appetit kommt beim Essen oder man wächst an seinen Möglichkeiten. Heute vergeht (fast) kein Tag, an dem ich nicht irgendetwas zu Druck bringe und zeitweilig drucken mehrere Drucker gleichzeitig.
Alle meine Drucker sind Filamentdrucker. Warum? Einfaches Handling, keine stinkenden und potentiell gesundheitsschädlichen Chemikalien und ein vergleichsweises grosses Druckvolumen bei geringen Kosten, das sind die Gründe. Für die intraorale Zahnmedizin per se ist das nichts, aber für meine Einsatzzwecke ist es wunderbar.
Begonnen hat alles mit einem Anycubic Mega -Drucker. Zur damaligen Zeit vor ca 6 Jahren ein Sonderangebot.
Professionelle Drucker lagen bei 3500 – 4000 Euro und selbst ein in der DIY-Community hoch angesehener, weil „erschwinglicher“ Prusa-Drucker kostete mit rund 900 Euro mehr als das Dreifache der 260 Euro, die ich für meinen ersten Anycubic bezahlte.
Bald kam ein zweiter hinzu. Warum? Ich sag mal so – zur damaligen Zeit waren die 3D-Drucker generell nicht die „zuverlässigsten“. Fehldrucke waren an der Tagesordnung.
Womit ich mich achselzuckend arrangierte, aber die Drucker gingen allzuoft auch ausser Funktion . Ausser Funktion? Ein Euphemismus für KAPUTT. Der zweite Drucker war demnach notwendig, um immer wenigstens einen Drucker zu haben, mit dem man drucken konnte, während der andere sich im nicht funktionsfähigen Reparaturzustand befand. Man merkt es. Ich war längst angefixt. Längere Standpausen waren längst inakzeptabel geworden und schadeten meiner Laune.
Es vergingen die Jahre. Dem Anycubic Mega folgte der Mega S nach, das detailverbesserte Nachfolgemodell. Auch davon bald 2 Stück, so dass wir nun schon bei 4 Druckern im Fuhrpark angekommen waren.
Besonders im Bereich der Praxisorganisation erwies sich die Drucker als äußerst nützlich. Mit 3D-Druckern liessen sich individuelle Hilfsmittel, Aufbewahrungssysteme und Organisationshilfen herstellen, die ganz spezifisch auf unsere eigenen Praxisbedürfnisse zugeschnitten waren. Ich druckte Schubladeneinsätze, individuelle Röntgenhalter, Aufbewahrungsboxen für die Endo- Behandlung und vieles mehr. Alles Dinge, die in dieser Form nonexistent waren, nicht einmal andeutungsweise im Dentalhandel zu beziehen waren.
Zwischenzeitlich war eine neue Generation Anycubic Drucker im Markt erschienen. Doppelt so teuer, wir lagen als nun investitionsmäßig bei 660 Euro. Aber schneller, leiser und vom Druckbild deutlich besser.
Stimmte alles. Allerdings war der Drucker extrem unzuverlässig. Im Gegensatz zum Vorgänger musste bei unserem Anycubic Vyper die Druckbettnivilvellierung nicht mehr von Hand durch Justage über Drehräder erfolgen, sondern fand automatisch statt. Mittels Laser. Eigentlich ein Quantensprung,. Aber mit schwerwiegenden Macken. Was nach ca 6 Monaten immer häufiger dazu führte, dass allzuoft der Druck mitten drin abgebrochen werden musste. Reparaturversuche, wie von Anycubic vorgeschlagen, waren, wenn überhaupt, nur von kurzer Erfolgsdauer. Kurz und knapp – eine totale Fehlinvestition, zumal der bis dato gute Anycubic After Sale Service keine Hilfestellung geben konnte und dann kurz und knapp darauf verwies, das es einen (natürlich besseren) Nachfolger des Druckers gäbe und unser Drucker daher nicht mehr unterstützt werden würde.
Ich schrieb den Drucker als Totalfehlinvestition ab. Und kehrte zum Druck mittel Anycubic Mega S zurück.
Dann erschien Bambu Lab auf der Bildfläche und präsentierte seinen ersten Drucker. Den Bambu Lab X 1 Carbon. Angeblich von ehemaligen Entwicklern von Anycubic entwickelt und mit dem Ansatz, alles ganz anderes sprich deutlich besser zu machen.
Der X1 Carbon war bis vor kurzem das Flaggschiff unter den Bambu Lab Druckern. Und wird seinem Ruf eines Premiumproduktes mehr als gerecht.
Er kommt im Gegensatz zu allen meinen Anycubic-Druckern mit einer Einhausung daher und ist damit in der Lage, auf höhertemperaturige Werkstoffe wie ABS zuverlässig und dimensionsstabil zu drucken. Die automatische Kalibrierung des Druckers, die durch Active Vibration Compensation und eine vollautomatische Druckbettvermessung unterstützt wird, funktioniert absolut zuverlässig. Dies reduziert den Aufwand für manuelle Einstellungen auf ein Minimum und sorgt dafür, dass ich den Drucker auch über Nacht einsetzen kann, ohne ständige Kontrolle ausüben zu müssen. Sofern ich mich während des Druckes über den aktuellen Status des Druckauftrages informieren möchte, greife ich via App über die eingebaute Kamera auf das Livebild des Bauraums zurück. Ein wunderbares, von mir hochgeschätztes Feature, musste ich nun nicht mehr in der Nacht ein Stockwerk tiefer laufen, ob mit dem Druck noch alles richtig ist oder der Druckauftrag beendet sei.
Die im Lieferumfang enthaltene Multi-Material-Station (AMS) ermöglicht es, bis zu vier verschiedene Filamente in einem Druck zu verwenden. Diese Funktion hat sich bei der Erstellung farbcodierter Organisationshilfen als äußerst praktisch erwiesen. Der X1 Carbon verfügt zudem über einen LiDAR-Sensor, der den ersten Layer präzise überprüft, gegebenenfalls Alarm schlägt, falls etwas ungewöhnlich läuft und die Druckqualität insgesamt verbessert.
Fassen wir kurz zusammen.
Die Drucker von Anycubic haben mir den Einstieg in die 3D-Druck-Welt ermöglicht. Ihre Druckgeschwindigkeit war jedoch verglichen mit dem X1 Carbon vergleichsweise niedrig, was insbesondere bei großflächigen Druckteilen zu erheblichen Wartezeiten führte und die Zuverlässigkeit war nicht immer gegeben.
Mit dem Umstieg auf Bambu Lab hat sich alles grundlegend zum Positiven hin verändert. Die Druckqualität ist phänomenal für einen Filamentdrucker und löst bei mit der Materie Vertrauten bei der ersten Betrachtung unglaubliches Staunen aus angesichts wunderbar glatter Oberflächen. Der Drucker ist rasend schnell, wodurch Druckaufträge gegenüber früher in der Hälfte oder sogar einem Drittel der Zeit abgeschlossen werden können und es so keinen Sinn mehr macht, die Anycubics überhaupt noch einzusetzen. Nicht einmal für irgendwelche Basisaufgaben, die keine hohe Präzision der Ausgestaltung benötigen.
Auch die Multi-Material-Funktion über das AMS hat sich als sehr praktisch erwiesen. In meiner Praxis nutze ich sie für farbcodierte Organisationselemente, die die Zuordnung von Instrumenten und Materialien erleichtern. Und die schon erwähnte Bauraumkamera mit Live View ist ein Feature, das ich auf gar keinen Fall mehr missen möchte, erlaubt sie doch sogar von unterwegs einen Zugriff auf das Druckgeschehen, ich sehe also tagsüber in der Praxis, was der Drucker zu Hause im Arbeitszimmer gerade anfertigt.
Nicht das ich das müsste.
Denn – und das ist noch einmal eine unglaublich gute Nachricht – in mehr als einem Jahr, in der ich den X1 Carbon schon habe, war er nicht einmal kaputt und Druckfehler (die er im Übrigen sofort bemerkt, das Druckgeschehen pausiert und eine Nachricht absetzt) kann ich an den Fingern einer Hand abzählen.
Sensationell. Er druckt und druckt und druckt. In bester Qualität. Dreimal musste ich ein gebrochenes Filament aus der Filamentzuführung entfernen. Kinderkram, jeweils eine Sache von 5 Minuten. Darüber hinaus ? Nichts. Kein Wechsel der Druckerdüsen, wie beim Anycubic alle paar Monate, erst recht keinen Wechsel eines Hotendes oder ein Wechsel der Druckplatten.
Wieviel Sterne kann man eigentlich vergeben ? Fünf? Ich gebe dem Bambu Lab X1 Carbon 6 von 5 Sternen.
Der heute 40-jährige Patient hatte in seiner Kindheit multiple Zahn-Traumata in deren weiterer Folge u.a. Zahn 11 verloren ging. Die Implantation erfolgte im Alter von 19 Jahren.
Wann die endodontische Therapie an Zahn 21 durchgeführt wurde konnte der Patient nicht mehr angeben. Die spätere Resektion konnte er allerdings auf das Jahr 2019 terminieren.
Aktuell plagen ihn ein vestibulärer Druckschmerz Regio 21(die restlichen Befunde (wie Lockerung und TST etc) )sind ohne Besonderheiten)…
Wie auch andere haben wir gestern nachfolgende Mail erhalten.
wie ich von einem sehr geschätzten Kollegen lernen durfte ist natürlich die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Hamburg) unsere Berufsgenossenschaft und nicht die BGU.
sind unsere Augen. Deshalb sollten die Augen und der Augenhintergund regelmäßig kontrolliert werden. Wie komme ich gerade darauf? Phosphene – Lichtblitze
Ein Kollege berichtete letztes Jahr, daß er Blitz im Rand des Sehfeldes sah. Aufgefallen ist es, als er im Dunkeln losfuhr. Er nahm es nicht so ernst und hatte mehr durch Zufall nach einem Gespräch mit einem Hausarzt die sofortige Handlungsanweisung bekommen: Lass das sofort von einem Augenarzt abklären. Nicht in 2 Wochen, sondern sofort aus der Sprechstunde heraus. Als Diagnose wurde ein Netzhautablösung erkannt und sofort eine Therapie begonnen. Es ging alles gut.
Gestern Abend habe ich am Rand des Sehfeldes des rechten Auges Lichtblitze wahrgenommen. Durch die obige Geschichte war ich geprägt und habe mich sofort zum Augenarzt begeben.
Als Erklärung für die Blitze gilt im zunehmenden Alter die Ablösung des Glaskörpers von der Netzhaut. Durch den Zug werden die Nervenzellen gereizt und es entstehen diese Lichtphänomene. Es kann dabei aber auch zu Rissen in der Netzhaut oder Ablösungen der Netzhaut kommen.
Häufigster Grund für Lichtblitze ist ein Zug des Glaskörpers an Ihrer Netzhaut. Die mechanische Belastung stimuliert die Nervenzellen Ihrer Netzhaut und erzeugt die Illusion von Licht, das Sie als Blitze wahrnehmen. Im Laufe der Zeit löst sich der Glaskörper von der Netzhaut ab und die Lichtphänomen verschwinden. Um auszuschliessen, dass der Zug, der auf Ihre Netzhaut ausgeübt wird, Risse in der Netzhaut verursacht hat, sollten Sie sich beim Auftreten dieser Lichtblitze von Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt untersuchen lassen.
Wenn die Lichtblitze oder Mouches volantes (fliegende Mücken“-Flecken im Glaskörper) plötzlich in dichten Schwärmen auftreten sollten, kann dies das Symptom einer Netzhautablösung sein. Unbedingt abklären lassen.
Mein Auge war unauffällig und es konnte keine Netzhautproblematik erkannt werden.
Was es nun mir dem „weissen“ Punkt im Wurzelkanal von Zahn 11 auf sich hat?
Cavit? Calciumhydroxid? Watte? Teflon?` MTA oder ähnliches?
Nekrotisches Knochengewebe?
Alles nicht richtig. Wobei Letzteres der Sache am nächsten kommt.
Es ist nämlich kein nekrotisches Knochengewebe, sondern vitales Knochengewebe. Das sich periapikal und intrakanalär gebildet hat.
Dank unserer wunderbaren Calciumhydroxid-Einlage. 16 Wochen Liegedauer. ZACK, ist der Knochen da.
Und wir haben im Laufe der Jahre (wir arbeiten seit ca. 2010 mit dem von uns präferierten Material – mit also nun 15 Jahre Erfahrung) schon so viele dieser raschen Knocheneubildungen gesehen, dass es für uns zu einer vorhersagbaren Therapieform geworden ist. Kein Bedarf also mehr für Kollagen als apikales Widerlager vor MTA-Applikation bei weit offenen Apici, das Material fristet in unseren Schubladen ein stiefmütterliches Dasein.
Was ich persönlich nicht bedauere. Denn auch wenn wir – genau wie beim MTA selbst – welches wir seit dem Jahr 2000 einsetzen, das Handling dieser nicht unkomplizierten Stoffe gut implementiert haben, so ist es doch nun eine ganz andere, einfachere Hausnummer.
Weil man das MTA gegen die geschaffene Knochenbarriere wunderbar kompaktieren kann. So einen dichten und apikal exakt abschliessenden Verschluss erzielen kann, ohne bedneken haben zu müssen, dass man das MTA nach periapikal transportiert dabei.
Hier die abschliessenden Röntgenbilder (Vor der Behandlung/MTA Plug/WF).
Insbesondere beim Zahn 11 (das ist der mit dem fotografierten weissen Fleck) sieht man, das sich der apikalste Teil des Wurzelkanals mit Knochen gefüllt hat, es also gar nicht mehr möglich ist, das MTA überhaupt über das Foramen apicale hinaus nach periapikal zu bringen. Eine sehr angenehme Entwicklung, sowohl für Patient wie für den Behandler gleichermaßen.
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Hans-Willi Herrmann Endodontische Behandlung von Prämolaren mit komplexer Wurzelkanalanatomie (I) Tiefe apikale Teilung des Wurzelkanals
Früher.
Gab es Belegexemplare, die man an Interressierte verteilen konnte.
Heute ?
50 mal darf man eine PDF des Artikels weitergeben, unter Berücksichtigung nachfolgender Vorgaben des Verlages.
„In der Anlage übersenden wir Ihnen heute das PDF-Dokument Ihres Beitrags. Sie dürfen dieses Dokument gerne an Freunde und Interessierte weiterleiten, allerdings nur im Rahmen des Üblichen, d. h. an maximal 50 individuelle Adressaten. Sie dürfen Ihren Beitrag auch an einer Stelle im Internet einstellen, also auf Ihrer persönlichen Website oder der Ihrer Praxis bzw. Universität (nicht Social Media!). Auf Ihren Social Media Kanälen können sie den Beitrag gerne ankündigen, indem Sie das Abstract und max. 1 Bild posten, keinesfalls den gesamten Beitrag. Jegliche kommerzielle Nutzung des Dokuments ist in keinem Fall gestattet. Bitte beachten Sie, dass das Dokument einen Copyright-Vermerk enthält.“
Der Artikel erscheint demnächst in der Zeitschrift Endodontie des Quintessenz-Verlages. Wer ihn vorher lesen möchte oder die Zeitschrift nicht bekommt, schicke mir eine Mail mit dem Betreff “ Bitte PDF Artikel Endo Prämolaren mit komplexer Wurzelkanalanatomie“
Zur Guttaperchaentfernung werden nicht selten Lösungsmittel eingesetzt. In einer Fortbildung kurz nach dem Jahrtausendwechsel lernte ich noch die Empfehlung mit Guttapercha und Chloroform das apikale Foramen „abzuformen“. Chloroform zur Guttaperchaentfernung war verbreitet und gängig. Mich haben die klinischen Bilder mit verschmierten Kapitänen abgeschreckt. Diese wieder zu reinigen erschien mir sehr aufwendig. Zudem fragte ich mich, wie sieht das danach eigentlich im Wurzelkanal aus. Zusammen mit Debris mussten ein kaum herausspülbarer Pfropf entstehen. Deshalb habe ich mehr auf Ultraschall und entsprechende mechanische Entfernung gesetzt. Zudem war Chloroform zu recht nicht mehr zugelassen, auf Grund seiner gesundheitlichen Bedenken. Die einzige Alternative ohne nachweisliche Gesundheitseinschränkung war Eukalyptusöl. Eine Studienlage zur Entfernung eines Ölfilms aus dem Wurzelkanalsystem konnte ich nicht finden. Deshalb vermied ich dieses Lösungsmittel. ( Mehr Infos zu Lösungsmitteln findet man übrigens hier: Endodontie 2019, Heft 1, Seiten 61-71, Nonnenmacher, Anna-Lena, Lösungsmittel für Guttapercha und Sealer. )
Dann kam dieser Fall. Eine junge Patientin (26) mit Beschwerden wurde uns überwiesen. Das Röntgenbild zeigte laut Überweiser ein gute Wurzelfüllung und man plane den Zahn zu entfernen, da er als austherapiert galt. Die Patientin wollte eine Zweitmeinung und stellte sich bei uns vor. 46 wurde vor 2-3 Jahren endodontisch behandelt und mit einer Krone prothetisch rehabilitiert. Es waren immer mal latente nicht definierbare Beschwerden vorhanden. Zur Erstvorstellung imponierten Beschwerden bei Perkussion lateral, Palpationsschmerz im Vestibulum mit Sondierungstiefe interradiculär buccal 11mm. Zirkulär wurden keine weiteren pathologischen Sondierungsteifen gemessen. Der Lockerungsgrad war 0.
Röntgenologisch auffällig war mesial die Extension von WFMaterial und die ausdehnte interradiculäre Osteolyse. Die koronal stark erweiterten Kanäle mit gleichzeitig geringer apikaler Aufbereitungsgröße ließen mich auf eine nicht ausreichende Desinfektion des Kanalsystems tippen. Damit war der Fall nicht hoffnungslos nach meiner ersten Interpretation.
Im erstellten DVT waren gefüllte konfluierende Kanäle mit ausgeprägtem Isthmus mesial zu erkennen. Die Entfernung des WF Materials wurde eine nicht einfache Aufgabe. Zudem stellte sich in der Behandlung eine extrem feste Guttapercha dar. Nach Erwärmung und Erweichung versuchte ich diese mitten Reziprok #25 zu entfernen. Dies gelang nur mit vorheriger „Plastifizierung“ der Guttapercha mit Ultraschall. Die Konfluation mesial musste weit mit Ultraschall erweitert werden um die Sealer- und Guttaperchareste zu entfernen. Das alles führte dann unweigerlich zu einer Stufe mesiolingual. Dies war der Auslöser mit einem Lösungsmittel fort zu fahren um weitere Stufen zu vermeiden. Wir haben Guttasolv verwendet um das weitere Wf Material zu entfernen. Distal apikal gelang dies nicht vollständig. Da dieser Bereich nicht einsehbar war, bzw. dazu die Entfernung von sehr viel Zahnsubstanz notwendig wäre haben wir diese Reste in einem apikalen Splitt belassen müssen. Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig im Abstand von 14 Tagen. Wir waren sehr verhalten optimistisch, die Behandlung erwies sich als schwieriger als gedacht und wir hofften auf eine geringere Infektion in den apikalen Bereichen mit dem verbliebenen WF Material. In den beiliegenden Recallbildern zeigte sich ein hoffnungsvoller Verlauf. Allerdings sehe ich durch die Stufenbildung eine Schwächung der Wurzelsubstanz und dadurch eine erhöhte Gefahr einer Rissbildung. Setze ich nun Lösungsmittel häufiger ein?
Ja, aber zurückhaltend, immer im Blick auf den Fall und die Eigenschaften der verwendeten WF Materialien.
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Was der berühmt-berüchtigte MB2 beim 1. Oberkiefer-Molaren, das ist der „Middle Mesial“- Kanal beim 1. Unterkiefer-Molaren. Soll heissen – er wird in vielen Fällen nicht entdeckt und ja – auch hier ist das hochauflösende DVT der, was sagt man eigentlich im Deutschen, ich bitte um Vorschläge in die Kommentare, „Game Changer“.
Richtig knifflig wird es, wenn wie in den Bildern des Tages zu sehen, die eigentliche Aufteilung in den MM erst im Verlauf des mesiolingualen Kanal erfolgt. Die adäquate Aufbereitung ist dabei eine Sache, noch komplexer wird es aber bei der WF, weil ja immer nur einer der beiden Guttaperchastifte sich in den jeweiligen Wurzelkanal auf Länge einbringen lässt.
Abhilfe schafft die „Guttapercha am Stiel“- Technik und die Vorgehensweise ist wie folgt: Nachdem einer der beiden Guttaperchastifte im jeweiligen Wurzelkanal auf Arbeitslänge eingebracht wurde, erfolgt die Penetration des anderen Wurzelkanals mit einem dünnen Handinstrument. Die Teilungsstelle wird dabei am Guttaperchastift durch eine Impression markiert. An dieser Stelle erfolgt die Teilung des Guttaperchastiftes in zwei „Hälften“ und der apikale Teil wird auf ein Aufbereitungsinstrument aufgespiesst. So kann dieser dann damit in den Wurzelkanal auf Arbeitslänge in den zuvor mit Sealer beschickten ersten Wurzelkanal eingebracht werden. Dank der Klebekraft des Sealers bleibt beim Zurückziehen des Endo-Instrumentes der Guttapercha-Stift im Kanal zurück und endet minimal unterhalb der Teilungsstelle. Nun kann der zweite Guttaperchastift in den anderen Kanal auf Arbeitslänge eingebracht werden. Anschliessend erfolgt wie gewohnt die vertikale Kompaktion in Schlider-Technik.
Wie so oft ist im Röntgenbild die komplexe Wurzelkanalanatomie nicht einmal andeutungsweise zu erkennen. Das hätte man sich angesichts der Mühen anders gewünscht, es ändert aber nichts daran, dass wir hoffnungsvoll auf die Recalls blicken.
Präendodontisches Röntgenbild => die Wurzelanatomie lässt zumindest „Exotisches“ erahnen.
Über den Fall habe ich schon hier und hier kurz berichtet.
Die Patientin, 22 Jahre alt, war nach initialer WK durch den Hauszahnarzt wegen einer plötzlich auftauchenden starken Schmerzproblematik und starkem Nasenblutungen an den Kieferchirurg überwiesen worden zur WSR, dieser hatte dann an uns verwiesen.
Die Patientin stellte sich bei uns vor mit einem DVT, das zwar den gesamten Kieferbereich von 18 – 48 abbildete, leider aber im Bezug auf die für die Therapie wichtigen Zähne nicht aussagekräftig war. Im von uns angefertigten kleinvolumigen hochauflösenden DVT stellten sich die Zähne 11, 21, 22 dann wie folgt dar:
Die vorhandene Resorption des Kieferhöhlenbodens im Bereich der Wurzelspitze des Zahnes 22 – sicherlich keine Kontraindikation für einen nicht chirurgischen endodontischen Erhaltungsversuch – und so gestaltete sich die endodontische Behandlung der 3 Zähne 11 21 22 vollkommen unproblematisch. Das auf den apikalen Millimetern des Wurzelkanals im Röntgen sichtbare Material an Zahn 21 (nicht 11) war im übrigen Cavit. Es liess sich durch Spülen mit dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser problemlos entfernen. Schmerzsensationen oder starke Blutungen traten im Übrigen nicht auf. Das Fazit nach der ersten Sitzung: Läuft…
Wird fortgesetzt …
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Aktuell häufen sich wieder die Frontzahn-Behandlungen bei uns.
Zumeist handelt es sich dabei um Akut- oder Spätfolgen nach Frontzahntrauma
Nachfolgend möchte ich Ihnen einige kurz vorstellen:
Fall I:
Der 10 Jährige Jonas hatte sich vor einigen Monaten auf dem Schulweg die Zähne 11 und 21 stark dissoziiert. Die Repositionierung und Schienung erfolgte in einer kieferchirurgischen Praxis. Die weitere Behandlung erfolgte bei uns.
Fall II:
Der heute 18-jährige Miguel war laut Anamnese vor ca. 5-6 Jahren auf den Asphalt gestürtzt. Eine gewissenhafte Nachsorge erfolgte seiner Zeit nicht. Vor Kurzem wurde der damals betroffene Zahn 21 schmerzhaft. Bei der Untersuchung zeigte Zahn 22 eine positive Reaktion auf Kältestimulation.
Als medikamentöse Einlage verwendeten wir Metapex, welches zum Teil über das weit offene Formamen in die Periapikalregion austrat. Im zweiten Termin erfolgte eine MTA-Apexifikation.
Fall III:
Der heute 15-jährige Constantin kam im Sommer 2019 leider auch auf die Idee, eine Wasserrutsche hinaufzulaufen. Die Folge war damals ein stark dislozierter Zahn 21, der daraufhin repositioniert und geschient wurde. Eine weitere Nachsorge erfolgte nicht.
Bei der klinisch-radiologischen Untersuchung bei uns imponierte nun eine perforierende Resorption im apikalen Drittel. Eine Ankylose lag nicht vor.
Als medikamentöse Einlage verwendeten wir Metapex, welches über die Perforation in die Periapikalregion austrat. Im zweiten Termin erfolgte nach Abklingen der Symptome eine MTA-Apexifikation.
Fall IV:
Die heute 28-jährige Matea kann von einer längeren Leidensgeschichte berichten. Unter anderem wurde neben der endodontischen Behandlung der Zähne 11 und 21 vor einigen Jahren eine makrochirurgische Resektion an Zahn 11 durchgeführt. Leider bildete sich vor Kurzem wieder eine Fistel an dem betreffenden Zahn. Die alio loco begonnene Revision führte leider nicht dazu, dass die Fistel abheilte. Daher sollte der Zahn entfernt werden. In insgesamt drei Terminen gelang es doch die Entzündung erfolgreich zu therapieren (u.a. heilte die Fistel ab). Auch hier kam Metapex zum Einsatz…
demnächst zeige ich Ihnen die Videos mit dem Blick auf die betreffenden Apikalregionen…
Hier und hier hatten wir den Fall vorgestellt. Inzwischen haben sind Bilder aus den Recalls vorhanden, die ich gern hier vorstellen möchte. Der Patient ist völlig Schmerz- und symptomfrei und sagte uns im letzten Besuch letzte Woche, das war eine seiner besten Investitionen… Das hören wir gerne.