Zahnerhalt oder Implantat (4)

Berichtet hatten wir über diesen Fall hier, hier und hier.

Nun stand die Frage, nochmal revidieren, teilrevidieren, apikale Kürettage oder doch extrahieren?

Was wäre Ihre/Eure Entscheidung?

In der letzten Endodontieausgabe (Endodontie 2022;31 Seite 23-29 ist ein sehr schöner Artikel zu dieser Frage erhalten.
Herrmann, Hans-Willi
Die Teilrevision einer vorhandenen Wurzelkanalfüllung
Unter welchen Voraussetzungen ist einer solchen Vorgehensweise zuzustimmen?

Unsere Entscheidung mit dem Patienten bestand in einer Teilrevision der distalen Wurzel.

Warum?
1. Die apikale Läsion schien im Lauf der letzten 4 Jahre größer, statt kleiner zu werden.
2. Die apikale chirurgische Lösung wollte der Patient nicht.
3. Die Extraktion und Implantation wollte der Patient noch immer vermeiden.

Was spricht für die Teilrevision:
Die Restauration war vollständig intakt und bakteriendicht.
Die mesiale Wurzelfüllung war homogen und die P. apicalis ausgeheilt. Der Perforationsverschluß klinisch und röntgenlogisch o.p.B..

Die Zugangskavität haben wir möglichst minimal gestaltet und zu keiner Zeit die mesiale WF dargestellt. Im Rahmen der Revision erschienen im Spanraum der Mtwo Instrumente apikal ein Dentin-Blutgemisch. Die Aufbereitungsgröße bis zum klinisch sauberen Dentinspan im Spanraum betrug #60. Deshalb haben wir uns für einen apikalen Verschluss mit ProRoot MTA entschieden. Zur Spülung und Desinfektion verwendeten wir Zitronensäure 10% und NaOCl in 3%iger Lösung.

Zahnerhalt oder Implantat (3)

Im weiteren Recall zeigte sich röntgenlogisch im 2D Bild mesial eine vollständige ossäre Regeneration. Hier und hier hatten wir bereits über diesen Fall berichtet.
Die schwierig zu therapierende Perforation wurde zeitnah mit Pro Root MTA verschlossen, was laut Studienlage ja alt bekannt ist. Damit hatten wir trotzdem nicht unbedingt gerechnet, da mesial auch eine Infraktur zu erkennen war.
Wider unseres Erwartens sahen wir distal apikal keine Regeneration. Der Zahn war zwar symptomfrei und der Patient glücklich. Auch nach einiger Beobachtungszeit zeigte sich keine Heilungstendenz. Nun stand die Frage, nochmal revidieren, teilrevidieren, apikale Kürettage oder doch extrahieren?

Was wäre Ihre/Eure Entscheidung?

Zahnerhalt oder Implantat? (2)

Wir haben uns mit dem Patienten für die Behandlung des Zahnes mit dem Ziel des Erhaltes entschieden.
Der Patient ist ca. 35 Jahre jung. Die koronale Zahnsubstanz ist gut erhalten. Die Überbelastung auf Grund funktioneller Probleme kann durch eine entsprechende Therapie mit Schiene reduziert werden. Es gibt keine Hinweise auf eine Infraktur.
Für mich gab es keine Indikation für eine Implantation. Der Patient wollte nach implantologischer Beratung einen unbedingten Erhaltungsversuch.

Die Behandlung erwies sich als lehrreich und leider nicht komplikationsfrei, wie wir in den weiteren Beiträgen erfahren werden.

Nach Füllungsentfernung zeigte sich mesial eine Infraktur. Für uns das KO Kriterium. Es ist keine vorhersagbare langfristige halbwegs sichere Prognose darstellbar.

Nach entsprechender Beratung wollte der Patient trotz der infausten Prognose, den Erhalt des Zahnes mit allen Mitteln. Wir haben die Infraktur mit Ribbond/Beautifil adhäsiv intrakoronal geschient und die endodontische Behandlung zu beginnen.

Die weitere Aufbereitung erfolgte mit Profile und Mtwo Instrumenten. Dies erwies sich als suboptimal im Bereich der mesialen apikalen internen Resorption. Warum?
Die Gleitpfaderstellung gelang mit vorgebogenen Handinstrumenten. Danach haben wir die NiTi Instrumente eingesetzt und ohne Druck eine Perforation an der mesialen Wand der Resorptionslakune geschaffen.
Was wäre die Lösung?
Vorgebogene Handinstrumente zur Aufbereitung des apikalen Bereiches nutzen, oder vorgebogene NiTI Instrumente in Handaufbreitung verwenden. Feilen mit einem reduziertem Formgedächtnis ( Wave One Golf, Pro Taler Universal, etc..) sind dafür nichtgeeignet, da sie sich im Kanal wieder an die Kanalstruktur anpassen und in den Resorptionslakunen Stufen oder Perforationen erzeugen können.

Nach einer abschließenden Desinfektion erfolgte der Verschluss der Perforation mit ProRoot MTA und die Wurzelfüllung in thermisch vertikaler Obtruationstechnik mit Guttapercha und AH+.
Die Applikation des MTA mesial erfolgte mit einem individualisierten Guttaperchacone ohne Widerlager, da die Perforation nicht einsehbar war. Zuvor erfolgte im lingualen Kanal das Downpack.
Das Recall sah nach „läuft“ aus. Schon wir mal weiter…

Zahnerhalt oder Implantat?

Der Patient wurde uns überwiesen mit der Bitte Abklärung des Zahnerhaltes und Prognoseneinschätzung 36.
Nach Untersuchung, Röntgenaufnahmen und DVT kamen wir zu folgeder Einschätzung:
Diagnose: P. apicalis, interne Resorption mesial bei funktioneller Überbelastung mit offenem Kreuzbiß ohne funktioneller Therapie/ Kontrolle.
Die Prognose des langfristigen Zahnerhaltes schätzen wir durchaus kritisch ein. Der Patient wollte eine Zweitmeinung zu einer implantologischen Lösung haben, da er mit seinen Zähnen immer wieder Ärger hat…
Die klinischen Befunde: Gingivitis, keine erhöhten Sondierungstiefen, Sekundäkaries, Zahnhalskaries, Lockerungsgrad 0.
Wir schätzt die geneigte Leserschaft die Prognose des Zahnes ein?

„Lauterbach“ – off topic

Letztes Jahr mitten im sächsischen Cronalockdown habe ich gnadenlos zugeschlagen. Eine Gelegenheit, die ich nicht auslassen konnte tat sich auf.
Ich habe „Lauterbach“ gekauft.

Nun nach einem Jahr erblühte „Lauterbach“. Es ist sehr schön anzusehen wie sich die Blüte entwickelte. Leider nicht konform zum „Stern“ unseres Gesundheitsministers.
Mein Kauf war die Camellia japonica „Elegans Splendor, Supreme, Lauterbach“. Ein widerstandsfeste Kamelie für unser mitteleuropäisches Klima.

Nun bin ich gespannt, wie die „Lauterbäche“ sich weiter entwickeln.
Bei meinem „Lauterbach“ bin ich ziemlich zuversichtlich…

Passend dazu läuft gerade auf AEND eine Umfrage:
Die ersten 100 Tage sind längst rum – und es ist Zeit für eine erste Bilanz: Welches Bild gibt Karl Lauterbach bislang als Gesundheitsminister ab?


Outcome – (mehr als) 10 Jahre später…

oder heute sagt man ja, ten years later. Anglizissmen verwende ich ungern. Deshalb bleibe ich bei dem deutschen Titel.
Es kommen inzwischen viele Fälle mit 10 Jahren Recalls in meiner Praxis zusammen. Auf Grund der Umstellung unseres Recallsystems wird es dies in Zukunft deutlich weniger geben.

Deswegen möchte ich jetzt die Fälle nutzen und im 10 Jahresverlauf vorstellen. Heute wieder ein Fall aus der Reihe Outcome.
Dieser 35 wurde von uns 2010 behandelt. Der Patient kam zum Recall und dies ließ einen optimalen Heilungsverlauf erwarten. Nun nach mehr als 10 Jahren wurde der Patient wegen einem anderen Zahn vorstellig. Wir nutzen die Chance und haben 35 kontrolliert.

Klinisch war kein Lockerungsgrad erkennbar, die Krone zeigte Spuren von Attrittion.
35 ist seit der Behandlung völlig symptomfrei.

Im Röntgenbild stellte sich distal ein Verbreiterung des Desmodontalspaltes dar. Dies zeigte sich bereits auf dem Ausgangsröntgenbild. Im 12 Jahrerecall könnte man eine geringe Verbreiterung vermuten.
Der Zahn 36 wurde vor mehr als 5 Jahren entfernt. Es wurde kein ZE angefertigt.
Dir funktionelle Belastung erscheint uns keine Ursache für die röntgenlogische Pathologie zu sein. Wir vermuten einen Artefakt. Ein DVT würde sicher Klarheit bringen. Dem war der Patient abgeneigt.

Wir haben dem Patienten zu einer entsprechenden funktionellen Kontrolle und ggf. Erweiterung der Stützzonen durch ein Implantat und weitere Röntgenkontrollen des Zahnes 35 in 2-jahresabständen geraten.

änd

der Ärztenachrichtendienst, ist eine Informationsquelle, welche immer wieder Informationen enthält die mir in meinem Praxisalltag nicht unwichtig sind.
Deshalb gebe ich die Empfehlung, welche ich durch Thomas Weber erhielt gerne weiter. Die Beiträge kann man lesen, wenn man sich kostenfrei beim and anmeldet.
Der Blick über den Tellerrand ist sicherlich

Die Beiträge, welche ich in letzter Zeit sehr interessant fand, stelle ich als Link hier ein. Lesen kann man diese nur, wie gesagt, wenn man sich anmeldet.

Interview – Kann sich eine gefährlichere Virusvariante gegen Omikron durchsetzen?

ePA-Opt-Out – Klammheimliche Einführung mit Impfpflichtgesetz gescheitert

IT-Sicherheit – Praxen sollen jederzeit mit einem Cyber-Angriff rechnen

Gematik nennt erstmals Zahlen – 130.000 Konnektoren müssen raus aus den Praxen

Kritik Orthopäden und Unfallchirurgen fordern TI-Betriebsstopp

Gesundheitsaktivitäten von Apple & Co Bertelsmann warnt vor Parallelstrukturen im Gesundheitssystem

Kein Aprilscherz …

Wir bekommen regelmäßig die KammerNews der landeszahnärztekammer Sachsen. Die letzte vom 1.April 2022 hatte ich als Aprilscherz eingestuft.

Zitat:

KammerNews – Ausgabe 08/2022

Liebe KammerNews-Leserschaft,

kein Aprilscherz: Die GOZ-Hygienepauschale darf seit heute nicht mehr abgerechnet werden. Und auch die Maskenpflicht in Zahnarztpraxen gehört ab kommender Woche der Vergangenheit an, legt man die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung Wort für Wort aus. Was bleibt, sind kostenfreie Bürgertests und freiwillige ‒ auch abrechenbare ‒ Tests für Praxisteams. Das sind nur vier der vielen Themen, mit denen der April beginnt.

Keine Maskenpflicht mehr in Zahnarztpraxen

In der neuen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung sind Zahnarztpraxen in Bezug auf die FFP2-Maskenpflicht nicht explizit benannt. Lediglich in Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen (u. ä.) und öffentlichen Verkehrsmitteln müssen weiter FFP2-Masken getragen werden (§ 3 Abs. 3).
Es besteht also nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung keine Pflicht mehr, FFP2-Masken in Ihrer Praxis zu tragen, aber noch immer die Möglichkeit, dies zu tun. Das entscheiden Sie als Praxisinhaber. Die neue Verordnung ist ab 3. April in Kraft bis einschließlich 30. April 2022.


Zitatende

In Zeiten von Inzidenzwerten, die vor einem Jahr undenkbar erschienen wird die Maskenpflicht in Zahnarztpraxen in Sachsen defacto abgeschafft.
Das RKI hat dagegen noch diese Empfehlungen.
Das Gesundheitsministerium lässt das Maskenthema außen vor, bzw. erwähnt diese gar nicht auf der Titelseite. Ebensowenig findet man, wenn man nach Maskenpflicht auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit sucht Hinweise dazu.

Für mich ist die FFP2 Maske noch immer der unabdingbarste Schutz meiner Gesundheit.

Deswegen gilt es Maskenpflicht per Hausrecht einzuführen.
Unabhängig von staatlichen Regeln können Firmen, Geschäfte und andere Einrichtungen nach Hausrecht weiterhin Vorgaben beibehalten.

Wunder gibt es immer wieder …


Die Patientin suchte unsere Praxis für eine Zweitmeinung auf.

Vor einem Jahr hatte sie eine Krone bekommen und ein Jahr davor erfolgte eine Wurzelkanalbehandlung. Nach dieser hatte Sie immer wieder Beschwerden. Ihre Bedenken zur Kronenversorgung wurden mit dem Hinweis kommentiert, ohne Krone wird der Zahn nie zur Ruhe kommen.

Jetzt wurden die Bedenken immer größer, kongruent zur Zunahme der Beschwerden. Der Zahn kam eben nicht zur Ruhe.
Im Beratungsgespräch habe ich der Patientin nach der DVT Aufnahme nicht viel Hoffnung auf einen erfolgreichen Behandlungsversuch gemacht.

Die ausgedehnte apikale Parodontitis mit externer Resorption mesial ist der Grund. Die vollständige Entfernung des WF Materials kann problematisch sein und ein möglicher periradikuläerer Biofilm kann entstanden sein. Trotzdem wollte die Patientin unbedingt den Erhaltungsversuch.

In der Behandlung erwies sich die Entfernung der Guttapercha als sehr schwierig. Die WF Stifte zerbrachen sofort. Dadurch konnten im Kuhfußworkflow das Material nicht bis zum Apex erfasst werden und die apikalen Reste extrudierten. In einem weiteren Behandlungstermin konnten wir die Reste nicht entfernen und verschlossen die apikalen Bereiche bis ins koronale Drittel der mesialen Wurzel mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager.
Ansonsten gelang die Behandlung wie gewohnt, Desinfektion und Spülung mit NaOCl 3%, Zitronensäure 10% unter Schall- und Ultraschalleinsatz. Die Wurzelfüllung erfolgte mit thermisch vertikaler Obturation mit Guttapercha und AH Plus.

Die Patientin berichtete bei der CaOH Einlage über eine Zunahme der Beschwerden. Nach apikalem Verschluß mit ProRoot MTA stellte sich rasch ein vollständige Beschwerdereduktion ein. Im 3. Termin erfolgte die abschließende Obturation.
Anbei die Röntgenaufnahmen und das Recall, welches die Zukunft des Zahnes positiver erscheinen lässt.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Outcome…

Das Ergebnis nach endodontischen Therapien ist für mich ein sehr spannendes Thema. Shimon Friedmann hatte mich erstmals mit diesem Thema in einem Vortrag aufmerksam gemacht. Damals war ich erstaunt, was er als „Healing“  im Vortrag zeigte. Das war für mich keine Heilung, wie ich sie sehen wollte.
Friedmann ist Autor der Torontostudie.

Ich sage bewusst sehen wollte.
Immer häufiger beobachte ich Fälle, wenn ich auf meine mehr langjährige endodontische Tätigkeit zurück schaue,  die ähnlich gelagert sind. Deshalb möchte ich diese vorstellen. 
Deren Outcome kann unterschiedlich interpretiert werden.
Gerne kann dazu die Kommentarfunktion genutzt werden.

Der heutige Fall hat zwar noch „etwas Zeit“ zur endgültigen Beurteilung, wenn wir uns auf die Wissenschaftliche Stellungnahme des Endodontie-Beirates der DGZ „Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung“ beziehen.

Im 3 Jahresrecall sehen wir eine stagnierende Heilungstendenz zum 1 Jahresrecall, nachdem es anfänglich einen guten Heilungsverlauf gab.
Der Zahn ist völlig symptomlos.

Zähne mit derartigen Verläufen behalten wir weiter im Recall und kontrollieren dies 2 jährig weiter. Bei auftretenden Symptomen instruieren wir den Patienten vorher einen Termin bei uns auszumachen.

Kurze Informationen zu dem Fall. Die Patientin mittleren Alters hatte die Empfehlung zur WSR 35, 36. Zur Zweitmeinung kam sie zu uns. Die Zähne waren latent symptomatisch und 35 reagierte auf vertikale Perkussion und verursachten Aufbissbeschwerden. Die Lockerungsrade waren 0. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht.
Der Substanzverlust im Im koronalen Wurzeldrittel mesial ist erheblich und wurde von uns als erhöhte Infrakturgefahr eingestuft. Patency konnte integriert werden und es ließ sich alles WF Material entfernen. Die apikalen Aufbereitungsgrößen am Zahn 36 mesial waren #40.06. Die Desinfektion und Spülung erfolgte mit NaOCl 5% und EDTA 17% und unter Einsatz der SAF.
Unsere Entscheidung mit der Patientin – aggressives Abwarten.

Wir sehen Sie/Ihr den Fall?

 

Zeichen der Zeit

Dieser Tage kam der Patient zum Recall.
Ein Zahn, der mir in Erinnerung blieb. Zum einen weil ein lateraler Kanal optisch erkennbar und klinisch behandelbar erschien.

Zum anderen zeigte sich damals ein Sealerpuff.
Das Friedenzeichen ist für uns klar erkennbar.

Dazu aus Wikipedia:

CND-Symbol
Das wohl bedeutendste Friedenszeichen wurde 1958 vom britischen Künstler Gerald Holtom im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung (englisch: Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) für den weltweit ersten Ostermarsch von London zum Kernwaffen­forschungs­zentrum in Aldermaston entworfen. Laut Holtom stellt das Symbol eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für nuclear (deutsch: „nuklear“) und D für disarmament (deutsch: „Abrüstung“). Nach einer anderen – von Gerald Holtom selbst – in Umlauf gebrachten Entstehungsgeschichte des Zeichens stellt es einen stilisierten Menschen mit – angesichts einer waffenstarrenden Welt – hilflos nach unten gebreiteten Armen dar. Der umschließende Kreis symbolisiert die gesamte Erde.


In heutigen Zeiten eine Botschaft mit einer Ansage, die wir damals nicht im Ansatz erwartet hätten. Deshalb schon musste der Fall hier vorgestellt werden.

Krampf und Kampf

Im letzten Beitrag hatte ich die Logi Blöcke vorgestellt.
Ohne diese wäre der heutige Fall in meinen Händen nicht lösbar gewesen.
Wie schon geschrieben, der Patient hatte noch einer Dysganathie-OP erhebliche Einschränkung in der Mundöffnung. Es wurde im Rahmen dieser OP und für eine Implantatplanung mehrere DVT anfertigt.
Die letzte Sidexis-Aufnahme des Patienten versuchten wir zu verwenden. Beim Einlesen von der mitgelieferten CD wird ein Viewer installiert. Bisher hatten wir damit noch keine Probleme. Nach Umstellung auf Windows 10 mit der X800 Integration und einer neuen Workstation mit neuester I-Dixel-Software brach die Sidexisinstallation bei einer Runtime „Schlagmichtot „Installationsroutine ab.
Danach ging nichts mehr.
Wir konnten weder i-Dixel noch eine andere Röntgensoftware starten. Cosi Dental konnte uns zeitnah helfen.
Für Installationsroutinen anderer Systeme ohne DICOM Daten haben wir nun einen separaten Rechner aktiviert auf dem wir solche Test machen können.

Im Sidexis-DVT konnten wir erkennen, was wir aus unseren Röntgenaufnahmen bereits vermutet hatten, 37 hat ein C-förmiges Kanalsystem.
Der Zahn ist mit einer geschätzten Arbeitslänge von 25mm bei eingeschränkter Mundöffnung eine Herausforderung. Für die Gleitpfadgestaltung nutzen wir sehr gern neben Handinstrumenten die Profile 15.04 in 21mm Länge. Diese konnten wir in diesem Fall nicht einsetzen, da durch den längeren Schaft keine Möglichkeit bestand das Instrument „irgendwie“ in die Kanaleingänge mesial einzufädeln. Wir haben uns letztendlich für die Handinstrumentation mit Kerrfeilen und C- Pilotfilmen zur Gleitpfaderstellung entschieden.
Damit haben wir die in der Erstbehandlung entstandenen Stufen überwinden können. Weiterhin haben wir Wave One Gold Instrumente verwendet. Durch die Möglichkeit des Vorbiegens war ein einfädeln in die Wurzelkanaleingänge von lateral und anterior gut möglich.
Der gelbe Logi Block hat uns für die recht zeitaufwendige Instrumentierung durch Handinstrumente den nötigen Spielraum gegeben. Die apikalen Krümmungsradien waren eine weitere Herausforderung.
Am Ende war nicht ganz klar ob Patient oder Zahnarzt nach der Behandlung froher waren als diese endlich abgeschlossen war.

Logi Block

Eine ein geschränkte Mundöffnung ist eines der Dinge welche für mich in meiner Behandlung eine Limitation darstellen können.

In einem letztens behandeltem Fall handelt es sich um einen jungen Patienten nach Umstellungsosteotomie. Alles toll gelaufen und er sei froh dies gemacht zu haben sagte er zu mir beim Diagnostiktermin. Ich hatte Probleme den Zahn mittels Mundspiegel zu betrachten, da er den Mund nur zwei Finger breit öffnen konnte nach Monaten der Physiotherapie.

Im Röntgenbild zeigte sich dann das nächste Problem. Die Zahnlänge beträgt ca. 25mm am Zahn 37.

Unsere Allzweckwaffe sind die Loge Blöcke die wir über ADS Systems kauften. Wir verwenden diese Aufbißblöcke seit Jahren, man könnte sogar sagen Jahrzehnten.
Sie sind in verschiedenen Größen am Markt. Wir nutzen alle Größen. In der Hauptsache jedoch die violetten und grünen Stützen.

Bei fast jeder Behandlung unter Kofferdam werden diese Hilfsmittel bei uns eingesetzt. Sie sind sterilisierbar und werden bei uns durch Zahnseide beim Patienteneinsatz gesichert.

Unter diesem Link sieht die einzelnen Blöcke im Vergleich. Als günstig würde ich diese nicht bezeichnen. Aber sie halten extrem längs, so daß sich die Kosten das durch relativieren.
Wir möchten diese nicht mehr missen. Neben dem Krokodil zur Kommunikation unsere Standardausrüstung für Behandlungen.

Im oben angesprochenem Fall hatten wir Probleme den gelben, den kleinsten Block einzusetzen. Aber dazu beim nächsten mal mehr.

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und noch einmal Dentapen – ein Gewinn für die Praxis?

Wir haben den Dentapen seit Dezember im Einsatz und können nun über einen längeren Zeitraum berichten.

In der terminalen Anästhesie und Leitungsanästhesie sehen wir geringe Verbesserungen in der Schmerzsenivität für den Patienten durch die konstantere Abgabe des Anästhetikums. Die Patienten registrieren das (neue) Geräusch des Mikromotors im Dentapen. Insbesondere Patienten aus dem medizinischen Bereich zeigen ein sehr großes Interesse und fragen nach.
Die intrligamentären Anästhesie gelingt deutlich sicherer und erfolgreicher. Durch die Druckkontrolle besteht ein geringeres Risiko von Gewebsnekrosen.

Dieser Punkt allein ist ein Gewinn in der täglichen Behandlung!
Die Ligaject kommt bei mir nicht mehr zum Einsatz.

Leider haben wir bis heute keine Hygieneschutzhüllen erhalten. Der Außendienst von Septodont hat uns 20 Stück zugesendet. Käuflich konnten wir bisher keine erwerben.

21 Recall 14 Jahre – hopeless teeth

Diesen Fall habe ich 2009 vorgestellt. Christoph Kaaden hat für diese Fälle den Begriff „Kanonenrohrfall“ geprägt. Dies drückt auch genau das Problem aus.
Damals hatte ich keine große Hoffnung in das Behandlungsergebniss langfristig gesetzt. Die klinische Ausgangssituation mit viel Pus, hoher intrakanalärer Substanzverlust und Resektion ließen mich keine Prognose wagen.

Nun haben wir ein Recall nach fast 14 Jahren, neben einigen vorher.
Der Zahn ist klinisch symptomlos, zeigt keine erhöhten Sondierungstiefen, der Lockerungsgrad ist 0.

Da die apikale Situation nicht eindeutig röntgenlogisch beurteilter war haben wir uns für eine 3D Aufnahme entschieden. Nun möchte ich der geneigten Leserschaft die Bilder und Aufnahme zur Verfügung stellen.

Apikal ist am Zahn 21 eine stagnierende Regeneration zu erkennen, im Bereich der früheren WSR ist keine vollständige knöcherne Heilung erkennbar. Der Parodontalspalt zeigt sich relativ konstant. Ich sehe eher eine konstante bindegewebige, narbige apikale Situation. Wir haben mit dem Patienten entschieden weiterhin die Situation röntgenlogisch zu kontrollieren und keine chirurgische Intervention zu unternehmen.
Ich werde weiter berichten.
Ist das Ergebnis ein Behandlungserfolg – für den Patienten ja. Wie ist Eure/Ihre Meinung?

Batterietester

Und hier noch ein Tipp zu meinem Batterietester, welche mir in diesem Beitrag die Erleuchtung brachte.

( https://wurzelspitze.blog/2022/02/16/dumm-gelaufen/ )

Amprobe BAT-250 Batterietester
Marke: AMPROBE
4,6 von 5 Sternen 3.837 Sternebewertungen auf einer großen Einkaufsplattform.

Ich möchte das Teil nicht mehr missen. Nahezu alle herkömmlichen Formate kann man damit testen.

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Dumm gelaufen

Seit Jahren benutzen wir den elektronischen Pulptester von Parkell.
Den habe ich seinerzeit mal bei American Dental Systems für eine recht stolze Summe erworben. Er hat uns immens geholfen und war ein verlässliches Gerät.

Jetzt ganz plötzlich nach dem Batterietausch gab er so langsam seinen Geist auf.
Er zählte nur noch bis 2 hoch. Nach mehrmaligem drücken gelang es doch das er wie gewohnt bis 60 hoch zählte. Nun brauchten wir Ersatz.
Hier ein Link zu einer kleinen Marktübersicht.

Diese Geräte gibt es nicht mehr. Also in Deutschland, bzw. Europa. In Asien gibt es die, wie Sand am Meer, wenn einem bekannten Einkaufsportal glauben darf. Sogar mit CE Zeichen und dann noch für kleines Geld. Nigelnagelneu.
Es gibt auch in den USA einen Gebrauchtmarkt für diese Geräte, wo man auch einiges dafür bezahlen muss.
Wir haben uns für die CE gekennzeichnet Ware aus Asien entschieden.

Mich wundert es, daß kein Hersteller in Europa diesen Bedarf erkennt und da einspringt.
Kann man sehr gut vermarkten, mit Traumafortbildung verknüpfen, an den Unis den Studenten dieses Gerät zur Verfügung stellen und es wird gekauft.

Jetzt haben wir den Asienimport. Auch diese Teil läuft mit 9Volt. Die Batterie eingesetzt und los geht es. Aber nichts ging los. Es gab keinen Auslöseknopf. Es leuchtete eine grüne Diode auf, das war es. So hatte ich es mir nicht vorgestellt.
Die Bedienungsanleitung zeigte auch keinen Auslöseknopf. Die Messung erfolgt sobald Kontakt hergestellt ist stand da. Aber es passiert nichts. Im Selbsttest passierte gar nichts.

An dieser Stelle kam mir die Erleuchtung.
Ich habe ein Batteriemessgerät zu Hause. Am nächsten Tag habe ich die gekaufte 9Volt Batterie getestet und sie war nahezu leer.


Mit einem neuen 9Voltblock ging es tadellos. Übrigens auch das Parkell Gerät ging wieder einwandfrei.
Wir werden beide Sensimess-Geräte im Vergleich testen und dann kann ich mehr zu unserer Asieninvestition sagen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Spinnen jetzt alle, oder was soll das…

Sorry, für die deftige Titelwahl, aber innerhalb kurzer Zeit hat man mich sprachlos gemacht.

  1. Zurück in die Zukunft

Letzte Woche erhielt ich 3 Schreiben von der BGW.
Verstanden habe ich keines.

Es sind Rechnungen und darauf sind Minusbeträge ausgewiesen. Das heißt für einen mathematisch unbegabten Zahnmediziner: Oh, ich bekomme etwas, oder besser gesagt: „Gehe über Los und ziehe 4000€ ein“. Dem ist nicht so.

Meine Steuerberaterin hat zum Glück mehr Zahlenverstand und mir diese erklärt.
Und auch erklärte Sie mir, daß auf dem Schreiben vom 24.01. steht, daß das Schreiben vom 25. 01. widerrufen wurde. Da stimmt doch was nicht, oder?

Ist das etwa wieder die gelobte Digitalisierung?

Natürlich muss ich die Zeit der Steuerberaterin bezahlen damit sie mir die Zukunft erklärt.

Ich glaube so langsam werde ich zu alt für diese digitale Welt…

2. Ohne Worte…

Ein Paket kommt von unserer KZV in Dresden mit diesem Brief.

Kommentar zur Auflösung Röntgenrätsel vom 21.01.2022

Die Diagnose interne Resorption ließ sich durch das DVT bestätigen. Eine Destruktion des Wurzelzementes war nicht erkennbar. Deshalb unsere Diagnose Interne Resorption, DD ECR in einer stagnativen Phase durch die vitale Pulpa.

Die externe cervikale Resorption (ECR) ist nahezu immer mit dem Vorhandensein mikrobieller Plaque verbunden, die den pathologischen Prozess stimuliert. Als Ursachen gelten folgende Faktoren:
dentales Trauma, KFO-Behandlung, internes/externes Bleichen, Parodontitisbehandlung, chirurgische Maßnahmen, Durchbruchsdruck retinierter Zähne (3er, 8er), Parafunktionen,
Kofferdamklammer, restaurative Maßnahmen, Blasinstrumente und der damit verbundene Druck auf die Frontzähne.

Die positive Sensibilität ist ebenso bei einer externen Resorption vorhanden.
Die Differenzierung ist an Hand von Röntgenaufnahmen exzentrisch oder einer DVT möglich.

Als Ursache einer internen Resorption werden in der Literatur erwähnt:
akuten traumatischen Verletzungen, chronischen Zahnhartsubstanztraumata, Autotranplantationen, als Folge der Kronenpräparation bei zu geringer Kühlung,
profunder Karies und Pulpaamputation, Dens invaginatus, Revitalisierung, Schilddrüsenfehlfunktion und Herpes-Zoster-Infektion.

Im vorliegenden Patientenfall berichtete die Patientin über ungewöhnliche Schmerzen nach KFO Behandlungsterminen mit Aktivierung. Das entspricht einem chronischen Trauma.

Es ist von keiner Infektion der Pulpa auszugehen. Der Zustand hat sich in den letzten Jahren offensichtlich nicht verändert.

Die Möglichkeit der biologischen Reparatur wurde bereits von Hartness im Jahr 1975 be- schrieben. Bislang wurde davon ausgegangen, dass eine Resorption Phasen der Progression und Stagnation durchläuft, jedoch immer progredient auftritt. Diese Schlussfolgerung scheint unbegründet zu sein. (1)

Auf Grund des nicht weiter bestehenden Traumas besteht unsere Therapie in Kontrolluntersuchungen in 6 Monaten / 12 Monaten /danach alle 24 Monate.

Quelle:
(1) Endodontie 2021;30(3):285–303; Arnold; Interne Resorptionen; Ätiologie, Pathogenese, Diagnostik und Therapie
Endodontie 2021;30(3) 263-272, Haueisen, Rüttermann, Gerhardt-Szép; Externe zervikale Resorptionen: Ätiologie und Prävalenz

Auflösung Röntgenrätsel vom 21.01.2022

Vielen Dank für die Antworten.
Auch ich habe getippt und an 16 neben der P. apicalis eine Perforation, eine geknicktes oder fakturiertes Instrument, sowie an 13 eine Resorption gesehen.
Die rechtfertigende Indikation mit diesen Verdachtsdiagnosen für eine DVT zur Abklärung ist gegeben und wir haben dies angefertigt. Unser Vorteil war noch die klinische Untersuchung und dabei ist eine Defekt palatinal subgingival am Zahn 16 aufgefallen.
Der Befund im DVT hat allerdings überrascht.
Die Perforation des Instrumentes geht in die Resorptionslakunen, mittels Elektrometrie UND Kofferdam wäre das sicher vermeidbar.

13 zeigt im DVT eine interne Resorption. Wir konnten keine Verbindung nach extern erkennen und haben ältere Röntgenbilder bei Vorbehandlern angefordert.
Ein OPTG von 2016 haben wir erhalten. Dies ist mit anbei.

13 zeigt eine positive Sensibilität, keine erhöhten Sondierungstiefen und keinen Lockerungsgrad. Anamnestisch ergab sich bei der Patientin eine kieferorthopädische Behandlung vor ca. 15 Jahren über mehrere Jahre. Nach Aktivierung musste die Patientin jedesmal Schmerzmittel nehmen, da starke Zahnschmerzen auftraten.

Nun ist die Frage: 13 behandeln oder sollte man dies auf beobachten setzen?
Wie sieht das die geneigte Leserschaft?

Röntgenrätsel

Mal wieder ein kleines Rätsel für das Wochenende.

Auf den Röntgenaufnahmen kann man mehrere mögliche Pathologie erkennen.
Was könnte ich meinen?

Bitte die Kommentarfunktion nutzen.
Aufklärung nächste Woche.

Grenzen der Physik

Der Patient wurde uns mit der Diagnose Stiftfraktur an 21 überwiesen. Der Zahn war mit einem Provisorium versorgt.
„Die Krone war aus heiterem Himmel beim Essen weggebrochen.“
Die Anamanese ergab, daß der Zahn nach einem Sportunfall erstmals mit einer größeren Füllung versorgt werden musste. 11 zeigte in der Diagnostik keine Sensibilität. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht und die Zähne 11 und 21 symptomfrei. Klinisch imponierrte eine Kopfbißlage. Die daraus resultierende Überbelastung zeigte die mundgeschlossene Aufnahme des DVT eindrucksvoll.
Zusätzlich bestätigte sich im DVT eine apikale Parodontitis am Zahn 11.
Der Patient wünschte den unbedingten Zahnerhalt und Behandlung beider Zähne.

Auf Grund der durch die Beißlage verursachten Belastung des Zahnes 21 wurde die erweiterte palatinale Präparation notwendig. Warum die Grenzen der Physik versucht wurden zu brechen, in dem eine Art „Stiftveneer“ hergestellt wurde, war für mich nicht nachvollziehbar.

Ferrule konnte labial nur eingeschränkt erreicht werden. Das ist der Faktor der zur Prognoseneinschätzung günstig führte.

Die Überraschung war der Zirkonstift, der vom HZA nicht erwähnt wurde. Zum Glück konnte dieser ohne Substanzverlust mit Ultraschall entfernt werden.
Für den präendodontischen Aufbau verwendeten wir nach Sandstrahlung, Ätzung und Bonding EverXFlow und Beautifil BW. Als Distanzhalter zur Erstellung der Zugangskavität haben wir ein Navitipp eingepasst und nach den präendodontischen Aufbau entfernt.
Zur besseren Darstellung der Füllungsgrenzen haben wir ein Composite (Beautifil BW) mit farblichem Kontrast (weiß) verwendet.
Nach einer abschließenden Desinfektion wurde das Kanalsystem gefüllt und ein Glasfaserstift adhäsiv inseriert.
Dem Patienten und HZA haben wir eine Front/Eckzahngeführte Schiene für die nacht empfohlen um Belastungsspitzen am Zahn 21 abzufangen.

Ergebnis 3:3

Es steht Unentschieden.

Nein kein Fussballspiel, das sind die Ergebnisse unserer ersten Woche, oder besser 3 Tagen mit dem DentaPen.
3 Patientinnen und Patienten empfanden dies angenehmer als die bisherige Lokalanästhesie und 3 Patienten konnten keinen Unterschied feststellen. Einige gaben an, daß der Einstich unangenehmer war.
Das hing aber eher mit meiner Ungeschicktheit zusammen, da der Dentalen etwas anders in der Hand liegt als die Zylinderampullenspritze und ich den vorher abgegebenen Lokalanästhesietropfen an anderer Stelle platzierte als den Einstich.
So hat es sich bis heute in der Patienteneinschätzung weiter hingezogen.

Vorgestellt wurde der DentaPen in Wurzelspitze hier.
Gestern hat HaWi bereits etwas dazu berichtet und nun zeitnah sozusagen, mein Kommentar.

Eigentlich wollte ich den DentaPen erstmal testen und bat um eine Leihstellung per Mail. Dazu ist es aber nicht gekommen und ich habe den Dentalen selbst bestellt. Die Lieferzeit betrug 4 Wochen.

Wir haben den DentaPen jetzt 3 Wochen im Einsatz.
Leider fehlen uns jetzt die Hygieneschutzhüllen. Der Lieferant unseres DentaPen Netdental, hat diese (noch) nicht vorrätig und es wurde auch noch nicht nach diesen nachgefragt.
Bei Septodont habe ich die Herstellernummer 0015J erfahren.
In AERA ist diese Herstellernummer bisher nirgendwo gelistet.

Schade, mal sehen, wie schnell wir weiter damit arbeiten können.
Zusammenfassend muss ich sagen, ich hätte mir etwas mehr versprochen. Das Handling, bzw. das design ist noch optimierbar. Die konstante langsame Anästhetikaabgabe empfinde ich als Behandler durchaus sehr hilfreich und werde den Dentalen weiter einsetzen.

Da meine Rechtschreibkorrektur unerbittlich DentaPen zu Dentalen machte habe ich das P einfach groß geschrieben.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Das neue Jahr fängt gut an …

Manchmal frage ich mich ob die Digitalisierung nicht uns beherrscht, statt andersherum.
Immer wieder mal verändert WordPress seinen Editor und dazugehörigen Module. Das führt zu plötzlichen nicht erwarteten Problemen bei der Beitragserstellung.
Da sich dadurch der Zeitaufwand zumindest bei mir stark erhöht, stört mich das sehr.

Keiner Ahnung warum man die Kunden verärgert und Frust erzeugt. Das scheint aber heute zum Geschäftsprinzip zu gehören. Oder man möchte die Leute so beschäftigen, daß diese keine Zeit haben, sich nach Alternativen umzuschauen. Ich möchte an dieser Stelle nur um Verständnis bitten, warum jetzt vielleicht das eine oder andere Bild, bzw. Erklärung nicht an der richtigen Stelle platziert ist.

So nun genug herumgenörgelt…

Im heutigen Fall stelle ich einen Fall mit einem Fehler vor, wie ich ihn bisher noch nicht hatte. Da man aus Fehlern mehr lernt, als von toll anzuschauenden Fällen halte ich diese Beiträge für nicht unwichtig.
Eigentlich lief bei der Patientin alles nach Plan.
Akute Beschwerden beginnend in der Adventszeit mit submukösem Abszess.
Der HZA schickte die Patientin umgehend zu uns und die Ursache war röntgenlogisch gut erkennbar. Distal apikal imponierte ein weiter Seitenknanal und ein ausgedehnte P. apicalis.

Die mesial unvollständige Wurzelfüllung ließ eine ausgeprägte Stufenbildung vermuten, was sich klinisch auch so darstellte. Die Überwindung der Stufen gelang mit vorgebogenen Handinstumenten in einer Balance Forced Technik. Die apikale Krümmung war sehr aprupt.
Die maschinelle Aufbereitung mesial erfolgte bis #35.04.
Im Kontrollbild der Wurzelfüllung dann plötzlich die Überraschung. Obwohl die Guttaperchapoints bis zur Markierung entsprechend der Masterpointaufnahme eingebracht wurden, fehlte ein erheblicher Teil der WF apikal.
Wir hatten die Downpackaufnahme eingespart. Es hätte uns Einiges an Arbeit erspart, nicht darauf zu verzichten. Nun erfolgte die Revision der mesialen Kanäle.
Wir verwendeten den Hitzeplugger der Obturation Unit und konnten die weitere GP mit Hedströmfeilen entfernen. Dabei zeigte sich, daß beide apikale Bereiche der GP-Points umgeknickt waren.
Um dies zu vermeiden, werden die Points von uns mit Alkohol benetzt und durch die dabei entstehende Verdunstungskälte etwas stabiler beim Einbringen mit dem Sealer.
Genau das haben wir in diesem Fall versäumt und wurden sofort bestraft. Durch die beschriebenen Fehler haben wir unsere Behandlungszeit um 60 Minuten verlängert.

Frontzahn 22 (4)

Überwiesen Fall berichteten wir bereits hier,  hier und hier.

Unser Plan ging auf. Die Patientin war fast beschwerdefrei.
Sie schilderte ein Taubheitsgefühl bei dem Zahn. Soll heißen er hat nicht mehr auf Manipulation geschmerzt.
Unsere Behandlungstrategie haben wir eingehalten und nach einer abschließenden Desinfektion Mitt Natriumhypochlrit das apikale Foramen mit ProRoot MTA verschlossen.
Nach der Wurzelfüllung mit Guttapercha erfolgte der adhäsive Aufbau mit Composite und einem Glasfaserstift.
14 Tage nach Behandlung berichtete die Patientin, das Sie beschwerdefrei ist.

Wenn wir auf die Leistungen schauen, dann muss ich feststellen, daß die Honorierung völlig an betriebswirtschaftlichen Anforderungen vorbei geht.
Selbst erhöhte Steigerungssätze können nicht der notwendigen betriebswirtschaftlichen Honorierung gerecht werden.
Im Jar 2021 waren knapp ein Drittel aller Überweisungen Frontzähne.

Zahnerhaltung ist im Frontzahnbereich mit viel Idealismus verbunden.
Damit können wir unsere Mitarbeiter nicht bezahlen. Beifall klatschen zählt nicht, das haben wir aus der Coronazeit gelernt.
Die Praxiskosten sind eklatant gestiegen. Wir müssen unseren Idealismus begraben und auf eine betriebswirtschaftlich notwendige Honorierung umstellen.

 

 

Frontzahn 22 (3)

Überwiesen Fall berichteten wir bereits hier und hier.
Eigentlich alles gut, dachten wir.

Die Patientin kam 14 Tage später zur Kontrolle zu uns.
Die Beschwerden hatten sich dezent verstärkt. Wir baten nochmals um etwas Geduld.
Eine Woche später waren die Beschwerden nicht mehr tollerierbar. Starke Aufbissbeschwerden, Palpationsbeschwerden apikal 22 und natürlich der laterale Perkussionsschmerz. In den letzten Tagen kam noch ein Druckgefühl hinzu.
Wir entschlossen uns zur Revision.

Fehler Nr. 2 – Frontzähne sind nicht einfach.
Die apikale Aufbereitungsgröße aus der Erstbehandlung war #35. Die Ursache der Schmerzen waren uns vor Revisionsbeginn nicht wirklich klar. Das ist eine Situation, die ich versuche unbedingt zu vermeiden. Beim Entfernen der Wurzelfüllung haben wir am Instrument im Spanraum blutige Anteile bemerkt.

Fehler Nr. 3 – Apikale Aufbreitungsgröße und Debris im Spanraum beachten.
Das lässt vermuten, daß die apikale Aufbereitungsgröße nicht ausreichte. Die Sondierung mit Papierspitzen ergab eine einseitige Blutbenetzung von distal apikal. Die weitere Aufbereitung erfolgte bis #50. Wir haben Ledermix eingelegt und die Patientin zur Kontrolle 5 Tage später wieder einbestellt.

Nun waren die Beschwerden nahezu vollständig verschwunden. Lediglich die laterale Perkussion von vestibulär verursachte noch Beschwerden. Um nicht nochmals revidieren zu müssen habe ich mich entschieden die Ledermixeinlage zu entfernen und mit CaOH zu ersetzen um die symptomunterdrückenden Komponenten des Ledermix auszuschalten.
Sollte sich dann Beschwerdefreiheit einstellen, schließen wir die Behandlung ab.
Auf Grund der apikalen Aufbereitungsgröße werden wir mit ProRoot MTA den apikalen Berich füllen.
So ist der Plan. Ob es wieder anders kam berichten wir noch…

Frontzahn 22 (2)

Hier haben wir über diesen Fall erstmals berichtet.

Nach 4 Wochen kam die Patientin wieder.

Sie klagte weiter über die Beschwerden. Wir empfahlen noch weitere 6 Wochen ab zu warten.
Auch nach dieser Zeit zeigte sich keine Änderung der Symptome. Die Patientin wurde inzwischen vom HZA zu einem Implantat beraten.
Dem Ersatz des Zahnes durch ein Implantat konnten wir nicht zustimmen.
Wir haben die Patientin nochmals ausführlich beraten und verwiesen darauf, daß auch nach einer endodontischen Behandlung die Symptome weiter bestehen könnten.

Es wurde ein DVT erstellt. Im DVT konnte man eine Obliteratioin des Kanalsystems erkennen. Im koronalen Wurzeldrittel ist eine kleine lakunenartige Vergrößerung des Kanalsystems zu erkennen.

Für die endodontische Behandlung zu stimmen, habe ich mich schwer getan. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen.

Das ist ein Fehler:
Niemals unter Druck des Patienten oder des Überweisers eine Behandlung beginnen, ohne die klaren und eindeutigen Symptome, bzw. Diagnose zu kennen.

Die Behandlung verlief relativ unkompliziert als Single-Visit. Die Wurzelfüllung war durch das apikal ampullenartige Kanalsystem etwas schwieriger. Da der Extruder der Obturationunit nicht bis zum Downpack reichte habe ich mich hier entschlossen zwei Downpack nacheinander zu machen und danach mit dem Extruder das Backfill.

ePA – elektronische Patientenakte

Ein Video zu Haftungsfragen der ePA kann man hier anschauen.

 

Frontzahn 22

In unsere Sprechstunde wurde die Patientin mit latenten Beschwerden am Zahn 22 überwiesen. Sie gab an einen Sturz auf den Zahn in der Jugend an. In dem letzten Jahr prägten sich die Beschwerden immer mehr aus. Sie äußerten sich in einem Perkussionsschmerz incisal und lateral. Die Beschwerden waren beim Essen und Abbeißen präsent. In Ruhephasen war der Zahn schmerzfrei.
Auf Kälte reagierte der Zahn nicht sensibel. Die elektronische Testung zeigt ein eindeutig positives Ergebnis. Wert 28 von 65

Die Kollegin, Menschenarzt, beschrieb die Schmerzen als langsam aber sicher nervend. Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht. Die vorhandene Kunststoffüllung zeigt ein Leckage.
Klinisch zeigte sich am Zahn 22 eine Attrition in der Laterotrusion links durch eine Steilstellung der Frontzähne und eine Art Gruppenführung mit dem Zahn 23. Es treten keine Beschwerden am Zahn 22 in dieser Bewegung und der Protrusion auf.
Im Röntgenbild zeigte sich eine Obliteration des Wurzelkanals im koronalen und mittleren Wurzeldrittel.

Die Obliteration ist ein Zeichen einer vitalen Pulpa.(1)
Wir haben uns entschieden, die Füllung zu entfernen. Es zeigte sich wenig Sekundärkaries und im Pulpabereich viel Reparaturdentin.  Nach der Desinfektion und Abdeckung mit einem CaOH Liner haben wir den Zahn adhäsiv verschlossen.

Die Beschwerden haben sich in den darauffolgenden Monaten nicht verändert.

Die Patientin wünschte eine weitergehende Behanfdlung. Die Sensibilität war elektronisch bei 30 von 65.
Endo ja oder nein – ist hier die Frage?
Wie würden Sie entscheiden?

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(1)“Der genaue Mechanismus der Pulpakanalobliteration ist unbekannt, wird aber mit der beschädigten neurovaskulären Versorgung der Pulpa zum Zeitpunkt der Verletzung in Verbindung gebracht. “
„Die PCO ist ein physiologischer Vorgang und stellte ein nützliches und sicheres Indiz für eine vitale Pulpa und deren Heilungs- bzw. Reparaturprozess dar. “

Quelle: Sebastian Bürklein, Radiologische Diagnostik
Obliteration an einem Zahn mit mehreren Wurzelquerfrakturen und koronaler Wurzelkanalfüllung. Endodontie 2021;30(2):209–213

 

Covid und die Statistik

Auf ein sehr hilfreiches Beispiel zur richtigen Interpretation von Statistiken hat mich ein Kollege aus Hannover, Dr. Arne Neumann hingewiesen.
Das möchte ich der Leserschaft nicht vorenthalten:

 

Latente Beschwerden seit Jahren (2).

Über diesen Fall haben wir hier erstmals berichtet.

Im angefertigten Zahnfilm ist die laterale Aufhellung im mittleren Wurzeldrittel, approximal mesial zu erkennen. Im Wurzelkanal imponiert eine inhomogene hyperdense Struktur, die im apikalen Drittel unterdimensioniert erscheint. Der Kronenrand erscheint röntgenlogisch nicht suffizient.

Eine Bereich hat mich allerdings bewogen, zusätzlich zum erhobenen Palpationsbefund auf eine Wurzelfraktur oder unbekannte Wurzelanatomie zu schließen.
(Siehe Bild.)

Meine Indikation lautete:
– komplexe Zahn/Wurzelanatomie 11, DD Wurzelfraktur

Die Darstellung im DVT zeigt einen zweiwurzeligen Zahn 11.
In der Horizontalen Ebene am Zahn 11 im ersten Bild ein Art „Ausstülpung“ erkennen. Ob dies im Zusammenhang mit der Intrusion von 51 steht ist unklar. Man hat keinen wirklichen Interpretationsspielraum da genauere Angaben zu dem Unfall fehlen, bzw. nicht mehr ermittelbar sind.

Behandlungsplanung:
Krone entfernen, Darstellung der Kanaleingänge, präendodontischer Aufbau, Wurzelkanalbehandlung, Wurzelfüllung, postendodontische Restauration mit Glasfaserstift, prov. Krone.

Quintessenz:
Zur Indikationsstellung für ein DVT ist eine hochauflösende und vergrößerbare Einzelaufnahme des Zahnes Voraussetzung.

Übrigens:
Die Bildaufnahme, Betrachtung, Auswertung und Befundung erfordert Zeit.
Das Honorar dafür beträgt €8,00.
Soviel bezahlt man am Passbildautomaten für 1-2 biometrische Passbilder, beim Fotografen bis €25,00.

Latente Beschwerden seit Jahren.

Die junge Patientin (30) kommt mit Beschwerden am Zahn 11.
Es besteht kein Lockerungsgrad, die Krone auf dem Zahn ist suboptimal von der labialen Gestaltung. Die Sondierungstiefen sind nicht größer als 3mm, circumferent. Labial unter dem Kronenrand ist ein kleine Einziehung sonderbar, ohne erhöhte Sondierunsgtiefe.
Es besteht kein Aufbißschmerz. Die Perkussion horizontal und lateral sind unauffällig. Störend ist ein ständiges Druckgefühl.
Auf Palpation labial gibt die Patientin im mittleren bis apikalen Wurzeldrittel ein Schmerzgefühl an.
Im Kindesalter kam es nach einem Unfall zu einer Infusion der Zahnes 51. Der Zahn 11 hat bereits beim Durchbruch „Beschädigungen“ gehabt berichtet die Patientin.
zunächst wurde ein Veneer aufgeklebt, dann kam es zur Pulpitis, danach zur WKB und Krone. Latente Beschwerden waren seit diesen Jahren immer vorhanden.

 

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Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu…

Wieder ein Fall für diese traurige Überschrift.

Bei der Betrachtung der in unserer Praxis auftauchenden Fälle sind manchmal nicht vermeintlich erklärbare Dinge zu sehen. Wir halten uns mit Urteilen vollkommen zurück. Meine Ansicht ist: Niemand macht mit Absicht etwas schlecht.

In diesem Fall kam der Patient mit akuten Beschwerden und nach Abszeßinzision, Kronenex und offener Trepanation zu uns. Der Zahn 45 sollte entfernt werden und ein „schönes neues Implantat“ gesetzt werden.
Der Zahn 45 hat keine Chance mehr. Er ist austherapiert.
Wir haben die Prognose für den Zahn als gut eingestuft und das verwunderte den Patienten. Er hat sich für den Erhalt entschieden. Wie er mir zum ersten Recall mitteilte, hatte er aber dem Vorhaben keine Chance eingeräumt und niemals an einen Erhalt geglaubt. Der Zahn 36 musste nach einer „solchen Wurzelbehandlung“ über 6 Monate trotzdem nach starken Beschwerden extrahiert werden.

Die endodontische Behandlung des Zahnes war nicht wirklich schwierig. Schwierig war die Darstellung der Präparationsgrenze. Durch die ungünstige extrem konvexe Gestaltung der Mesialfläche der Krone 46 war es unmöglich eine Krone bis zur Präparationsgrenze zu inserieren. 
Den meisten Zeitaufwand benötigten wir für die Provisoriumsherstellung. Dank Thomas Seitners Tipp mit der Liquid Strip Isolation hatten wir nach einigen Verrsuchen ein nichtzerbrochenes Provi. Die Einschubrichtung war von lingual nach bukkal kippend und die Präpgrenze konnten wir mit einem Flow (leider nicht radioopak) nur unvollständig abdecken.
Im vorliegendem DVT war am Zahn 46 ein verbreiterter Desmodontalspalt zu erkennen und anamnestisch traten in der Vergangenheit öfters pulpitische Beschwerden am Zahn 46 auf.
Deshalb riet ich dem Patienten nach der Behandlung des Zahnes 45 noch etwas mit der Kronentherapie an 45 abzuwarten. Die Schwiergikeit hatte ich ihm im Röntgenbild gezeigt.

Bis zum Recall nach 6 Monaten mussten wir nicht warten. Der Patient kam schon eher.
Die Behandlung am Zahn 46 war nicht außergewöhnlich schwierig und wir rieten dem Patienten dann zur Erneuerung beider Kronen.
Zum nächsten Recall war wieder alles überkront.
Schwierig war es für mich die Röntgenbilder dem Patienten gegenüber zu kommentieren.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

 

Warnung vor dramatischem Personalmangel

Langsam rückt das Problem in dem Mittelpunkt. Jetzt können wir es in der Tagesschau sogar lesen:

Warnung vor dramatischem Personalmangel

Die Lösung mehr Ärzte auszubilden ist schon ein Ansatz, aber trotzdem bleibt noch ein ganz dramatischeres Problem. Im mittleren medizinischem Personal sieht es viel verheerender aus. Ich kenne kaum eine Praxis ohne Personalmangel.

Woran liegt das?

In einer Mail laß ich letztens diese Zeilen:
36% der ZFAs überlegen, ganz aus ihrem Beruf auszusteigen und fast 37% der Teilnehmer einer Umfrage des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. denken darüber nach, den Arbeitgeber zu wechseln. Eine der Hauptursachen für den ZFA-Fachkräftemangel ist Stress.
Meiner Meinung ist der Beruf zudem unattraktiv geworden. Neben Stress sind lange Arbeitszeiten mit Überstunden und keine adäquate Bezahlung ebenso zu erwähnen.

Inzwischen verlangt das Berufsbild medizinisch sehr gut ausgebildete IT Kräfte, die Kenntnisse im Planungs- und QM Management haben, die Hygienevorgaben des RKI kennen müssen und dann noch Kommunikationsexperten sind.

Diese Mitarbeiter brauchen Anerkennung für diese verantwortungsvolle Tätigkeit. Diese Mitarbeiter müssen in der Lage sein, mit ihrem Job ihre Familie gut zu versorgen.

Was nützt uns eine Ärzteschar, wenn das mittlere medizinische Personal weg ist.
zu Krankenkassen, Dentaldepots, Unternehmensberatern etc. sind die Mitarbeiter gewechselt.

Wir müssen JETZT den Beruf attraktiv machen und bewerben.

Wir müssen JETZT Möglichkeiten schaffen Quereinsteiger schnell in den Beruf zu bringen und auszubilden.

Wir müssen JETZT Personalzuschüsse zu JEDER abgerechneten Leistung vereinbaren und diese müssen 100% den Praxismitarbeitern zu Gute kommen.
Alternativ die Honorare betriebswirtschaftlich realen Bedingungen anpassen.

Sonst wird es auch für uns ein mehr oder weniger baldiges Problem geben. Wer soll uns im Alter behandeln?

Klammermodifizierung

Über die Kofferdamklammerverwendung der 27N von Hu Friedy hatte ich bereits vor einiger Zeit geschrieben.
Nun kommt es häufig vor, das wir an bereits präparierten Zähnen arbeiten. Butterflyklammern sind ergonomisch meist wenig geeignet. Deshalb suche ich häufig nach Alternativen. In diesem Fall eines unteren Molaren haben wir mal wieder die modifizierte Klammer 27N eingesetzt.
Anbei die Bilder zum Modifizieren und die Klammer im Einsatz.

 

Entscheidungen

Den Fall hatte ich bereits als Recall vorgestellt.

Zufällig bemerkten wir, daß der Zah 14 nicht extrahiert wurde, wie wir vor knapp10 Jahren empfohlen hatten. Nun mussten wir unsere damalige Empfehlung überdenken.
Im Röntgenbild war allerdings der Zahn 15 auffällig und es wurde ein DVT angefertigt.

Die Befunde des DVT möchte ich nun vorstellen und zur Diskussion stellen. 14 zeigt apikal einen verbreiterten Desmodontalspalt und 15 lässt eine P. apicalis mit unvollständiger WF vermuten. Distocoronal imponiert eine Sekundäkaries, buccal eine Karies oder Resorption.

15 ist nicht eihaltbar und damit ist die Zukunft von 14 abhängig von der nun neu zu erstellenden ZE Planung.
Hier die Bilder des DVT.

Als Nebenbefund ist ein P. apicalis am Zahn 21 zu erkennen. Die Patientin erwähnte, daß bereits 2013 oder 14 ein DVT erfolgte, in dem man diesen ´Zahn sah. Nun haben wir nach 7 Jahren eine Verlaufskontrolle. Die apikale Osteolyse zeigt sich dezent vergrößert. Die Patientin hat keine Beschwerden, es besteht kein Lockerungsgrad und die Sondierungstiefen sind nich erhöht. Die Kronenversorgung ist suffizient und optisch nicht zu bemängeln. Wir haben der Patientin die Situation vorgestellt, an Hand der zwei DVT die Entscheidung an heim gestellt, die Therapie der P. apicalis von orthograd durchzuführen oder die Situation unter Beobachten mit jährlichen Röntgenkontrollen zu behalten.

Nun meine Frage:
Wer würde angesichts der Befunde und Zeitverläufe zu einer Behandlung sofort plädieren und wer wäre für ein abwartende Haltung?

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Die Revision der Revision… – Recall

Eigentlich wäre kein Recall dieses hier vorgestellten Falles möglich, da die Patientin verzogen ist.
Wir hatten der Patientin gesagt, daß wir den Fall gern weiter verfolgen würden und um Zusendung von gff. zukünftigen Röntgenbildern des Zahnes 12 gebeten.
Sie hat unsere Bitte verstanden und hat uns persönlich 2 Jahre nach der Behandlung besucht.
Hier die aktuelle Situation.

Schmerzfall (2)

An dieser Stelle habe ich den Fall vorgestellt.

Wie in den Kommentaren richtig beschrieben, war eine Kronen/Wurzelfraktur bereits auf den Ausgangsröntgenbildern zu vermuten. Ebenso eine interne Resorption am Zahn 21 und die P. apicalis am Zahn 11.
Im DVT bestätigte sich der Verdacht und es war die Fraktur deutlich zu erkennen. Am Zahn 21 war eine frühere Wurzelfraktur ebenfalls zu vermuten. Siehe Pfeile.
Eine positive Sensibilität haben wir nicht mit elektrischem und Kältesensitest nachweisen können.

Unsere Therapieplanung:

11 Frakturiertes Fragment mitkochirurgisch darstellen, entfernen, ggf. adhäsiv wiederbefestigen. Falls dies nicht möglich ist. Abdeckung der Dentinwunde mit Composite  für eine Proximal Box Elevation oder auch Marginal Elevation Technik und die endodontische Behandlung. Danach die prothetische Restauration.

21 Entfernung der prov. Füllung, Darstellung der Resorptionslakune und ggf. endodontische Behandlung bis zum früheren Frakturspalt oder Planung einer Guided-Endo.

Die Patientin ist nach Einhaltung einer Zweitmeinung noch unentschlossen, weil ein endodontisch behandelnder Kollege die Belastung des Kronenfragmentes geraten hat.

 

 

Schmerzfall

Das hatten wir schon mal.
Hier nun wieder eine Röntgenaufnahme mit so einem typischen Befund.
Die Patientin hatte vor mehreren Jahren einen Unfall mit Beteiligung der oberen Frontzähne. Die Fraktur der Schneidekante wurde versorgt. Die Ästhetik war etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Patientin kam damit zurecht.
Nun traten wieder erhebliche Druckbeschwerden in der Region 11 und 21 auf. Diese wurden erfolglos anbehandelt. B ein Blick auf die Röntgenbilder war mir sehr schnell klar warum.

Wir hatten bereits so einen Fall.
Wer sieht das gut versteckte  Hauptproblem? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion.

Auflösung nächste Woche.

 

 

Unklarer Abszess? (2)

An dieser Stelle berichteten wir erstmals über diesen Fall.

Den Ausschluss eines dentogenen Fokus durch die behandelnden Kieferchirurgen erschien uns nicht sicher. Die CT Daten haben wir leider nicht bekommen.

Für uns und dem Patienten stand die Fragestellung zur Ursache im Vordergrund. Unsere Verdachtsursachen:

  1. Emphysem durch Druckluft im Rahmen der UPT.
  2. P. apicalis mit nicht 2D-röngenologisch erkennbarer Lokalisation.

Wir haben ein DVT angefertigt.

Erkennbar ist, daß sich apikal mesial eine P. apicalis und mesial / lingual im mittleren Wurzeldrittel eine hypodense, weichteildichte, abgegrenzte Struktur im Sinne einer P. apicalis darstellen. Kann über den darüber liegenden verbreiterten Desmodontalspalt im Rahmen einer Glycintherapie in der UPT ein Emphysem entstehen?
Ja. Ist das die Ursache. Schwer zu sagen.

Im Rahmen der UPT wurden die Sondierungtiefen am Zahn 37 mit circulär 4mm in 6 Punktmessung ermittelt, Lockerungsgrad 0.
Behandler und Patient haben sich für die Extraktion des Zahnes entschieden. Mesiolingual stellte sich im Bereich der röngenologisch dargestllten Osteolyse eine Infraktur dar.
Möglich, das beide Komponenten zu diesem lebensbedrohlichen Zustand geführt haben.

Ist nun ein DVT als Recall indiziert, diese Frage stellt sich uns immer öfter.
Wie handhabt das die geneigte Leserschaft?

Unklarer Abszess?

Hier ein Fall der uns ein Rätsel aufgegeben hat.

Es geht um den Zahn 37. Dieser wurde 2014 revidiert, nach kontrolliert und später in der prothetischen Therapie mit einer Krone versorgt.
Patency konnte nicht erreicht werden, die apikale Situation zeigte sich unauffällig und nach dem letzten Röntgenbild 2016 wurde ein 5 jähriges Recall vereinbart.

Plötzlich bekommen wir diesen Arztbrief.

Hier die aktuellen und vorangegangenen Röntgenbilder. Und nun?
Abwarten oder weitere Ursachensuche?

EverX Flow – Fallbeispiele Recall

Hier nun die aktuellen Recalls der vorgestellten Fälle.
An dieser und dieser Stelle haben wir darüber berichtet.

 

Emphysem (2)

In den letzten Beiträgen berichtete ich über ein Emphysem einer Patientin nach einer endodontischen Behandlung.

In einer kurzen Literaturecherche habe ich nach den möglichen Ursachen gesucht.

Diese wurden in der Literatur erwähnt:

  • Wasserstoffperoxid
  • Natriumhypochlorit
  • Druckluft (Luftemphysem)

Die Therapie:

Die meisten endodontisch bedingten Emphyseme sind bei geringer Ausdehnung selbst- limitierend und es kommt zu einer schnellen Remission innerhalb von 2 bis 5 Tagen. Dennoch wird die prophylaktische Gabe eines Antibiotikums empfohlen4. Es sind aber auch weitreichendere Ausdehnun- gen möglich3,14. Über miteinander in Verbindung stehende Gesichts- und Halslogen kann das Media- stinum über para- und retropharyngeale Passagen erreicht werden3. Als Folge der hier dargestellten weitreichenden Extrusion von Spülmedien ist auch die Verschleppung oraler Keime in die retro- und parapharyngealen Weichteile sowie in das Mediastinum möglich.

In Anbetracht des Gesamtumfangs der zahnärztlich- konservierenden Behandlungen in Deutschland sind die Weichteilemphyseme nach endodontischer Behandlung selten. Noch seltener sind durch die Keimverschleppung bedingte Komplikationen, wie zum Beispiel eine Mediastinitis oder Abszesse im Bereich der Halslo- gen und Spatien. Dennoch darf die Gefahr einer systemischen Infektion in Anbetracht der oben beschriebenen Ausbreitungen nicht unterschätzt werden. Daher sollten Folgebehandlungen immer stationär in einer Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie erfolgen und gehören nicht in die ambulant geführte Therapie.

Quelle: Daniel Reymann; Zerviko-faziale Weichteilemphyseme nach endodontischer Behandlung; Endodontie 2013;22(2):147–151

Therapieempfehlungen nach Extrusion von NaOCl in die periradikulären Gewebe

• In schweren Fällen Überweisung an Facharzt oder Klinik.
• Analgetika und/oder Anästhesie zur Schmerzkontrolle.
• Extraorale kalte Kompressen zur ReduktionderSchwellung.
• Nach einem Tag warme Kompressen und häufige warme
Mundspülungen zur Stimulation der lokalen Zirkulation.
• TäglicheKontrollendesVerlaufs.
• Antibiotika:nichtobligatorisch!
Nur in Fällen mit hohem Risiko oder Evidenz sekundärer Infektionen.
• Antihistaminika: nichtobligatorisch!
• Kortikosteroide: Anwendung wird kontrovers bewertet.
• Eine Weiterführung der endodontischen Therapie mit steriler Kochsalzlösung, Jod-Jodkalium oder Chlorhexidin als
Spüllösungen ist in vielen Fällen möglich.
• Bei Perforationen der Wurzel ist die Möglichkeit der Zahnerhaltung kritisch zu prüfen!
• Bei massiver Extrusion unter Umständen chirurgische Entfernung des nekrotischen Gewebes indiziert.
• Bei Atemwegsobstruktion und schwerer Einschränkung des Allgemeinzustands: Hospitalisierung!

Quelle: Michael Hülsmann; Symptomatologie und Therapie
von Zwischenfällen bei der Wurzelkanalspülung mit Natriumhypochlorit; Endodontie 2008;17(3):251-253

Luftemphyseme
Luftemphyseme sind selten vorkommende, unerwünschte Ereignisse, die auf verschiedenste Weise im Rahmen zahnärztlicher Behandlungen auftreten können. In dem Beitrag werden zunächst vier Fälle von Luftemphysemen beschrieben. Die erste Kasuistik zeigt ein Luftemphysem nach parodontaler Befundung, das vermutlich durch die Luft-Wasser-Spritze der zahnärztlichen Einheit ausgelöst wurde. In den anderen Fällen werden Luftemphyseme nach Anwendung der niedrigabrasiven Glycin-Pulverstrahltechnik dokumentiert. Bei allen Patienten klangen die Beschwerden ohne weitere Therapie innerhalb von 1 bis 5 Tagen folgenlos ab.

Die Literaturübersicht zum Thema zeigt, dass trotz der meist unkritischen Ausheilung dem richtigen Umgang mit Luftemphysemen eine große Bedeutung zukommt. Differenzialdiagnostisch müssen z. B. Allergien, Hämatome oder Angioödeme ausgeschlossen werden. Da zwischen dem Auftreten eines Luftemphysems und den – wenn auch selten beschriebenen – schweren Folgeerscheinungen wie Pneumomediastinum oder Nervschädigungen mehrere Tage vergehen können, ist eine adäquate Aufklärung des Patienten entscheidend für den fachgerechten Umgang mit dieser Komplikation.
Eine prophylaktische Antibiotikagabe zur Vermeidung von Sekundärinfektionen wird kontrovers diskutiert. Stationäre Aufnahmen und bildgebende Diagnostik sind im seltenen Fall einer Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes des Patienten wie z. B. Atemnot oder Herzproblemen jedoch klar angezeigt.

SEITEN: 297-307, Endodontie
Petersilka, Gregor J. / Panitz, Wolfgang / Weresch, Rainer / Eichinger, Manuel
Luftemphyseme und zahnärztliche Behandlung

Zahn 16 (2) – Emphysem postendodontisch

Das war das erste mal, daß ich eine Patientin sah, welche nach einer endodontischen Behandlung ein Wangenemphysem hatte.

Die Patientin brachte dies in Zusammenhang mit der Anästhesie in Verbindung und hat die Schwellung während der Behandlung bemerkt. Das Knistern in der Wange hat sie panisch werden lassen. Bis heute ist sie dadurch „traumatisiert“.
Was in der Behandlung gemacht wurde, weiß sie nicht mehr. Die Ursache ist im Nachgang nur schwer zu bestimmen.

Sie hat sich selbst in einer Universitätsklinik vorgestellt.
Es wurde eine Antibiose mit Amoxicillin 1000mg 3×1 für 7tage verordnet und eine Überweisung zu uns ausgestellt (?).
Wir haben den Zahn 16 klinisch und röntgenologisch betrachtet.

Eine Schwellung oder Hämatom war nicht zu erkennen. Ein Knistern nicht zu hören. Es waren inzwischen ca. 8 Tage vergangen.
Auf Grund der massiven intrakanalären Substanzverluste, fehlender Ferrule und der inzwischen vollständig verängstigten und panisch reagierenden Patientin haben wir uns gegen eine Fortführung der Revision entschieden.

Anbei Röntgenaufnahmen und das DVT.

In einem der nächsten Beiträge werde ich noch etwas zum Emphysem und den möglichen Ursachen zusammentragen.

Zahn 16

Die Patientin stellte sich bei uns vor. Der Zahn 16 wurde anbehandelt.

Dabei hatte die Patientin starke Beschwerden. Bereits bei der Anästhesie war es sehr unangenehm. Nach der Behandlung hatte sie Beschwerden und eine Schwellung rechts und berichtete über ein „Knistern“ in der Wange.
Anbei das Ausgangsbild und ein DVT Screenshot.
Wer hat die mögliche Diagnose parat?

 

Ich bin dann mal weg…

Eine kurze Auszeit muss ich dieses Jahr machen.
Mal 1 Woche ohne Internet, um wieder zum inneren Frieden finden.

Danke für Euer Verständnis.

 

 

Warum Kofferdam?

Darüber sind wir alle hinweg.
Über die Notwendigkeit es Kofferdams zu sprechen, meine ich.

Nun ist mir eine, bisher gar nicht in den Sinn gekommene Indikation, untergekommen.
Dieses Röntgenbild erreichte uns.

Flying Points…
Jeder Sportfotograf wäre neidisch geworden. So ein Augenblick fotografisch festzuhalten ist sehr schwierig. Röntgenlogisch ist das eine ähnliche Herausforderung.

Kofferdam hilft auch in der Meßaufnahme und vor der möglichen Aspiration von Guttaperchaspitzen.

 

MTA Fall im Recall

Dies war einer der ersten Fälle mit ProRoot MTA in unserer Praxis.
Um 1990 hat Professor M. Torabinejad ProRoot zur Marktreife geführt. Um 2000 kam es dann über Dentsply nach Deutschland.
Anfänglich habe ich das Material mit größter Skepsis gesehen. Insbesondere, wenn man erfuhr, das es nichts weiter als Portlandzement ist.
Inzwischen ist es ein nicht mehr weg zu denkendes Material in unserer Praxis. Inzwischen kommt Konkurenz durch biokeramische Materialien auf, aber das MTA hat so eine Art Goldstandardfunktion bei uns erreicht.

Hier nun ein Recall von einer der ersten Fälle aus unserer Praxis. Das ist nun fast 15 Jahre her.
Das Recall war nur entstanden, weil die Patientin sich an uns erinnerte und wegen einem neuen Behandlungsfall auftauchte.
Damals hatten wie die Zähne 21 und 14 im Überweisungsauftrag.
Diese Zähne waren bereits reseziert.
14 habe ich damals nach der WF Entfernung und der geringen Restzahnsubstanz zur Extraktion und Implantation empfohlen. Letzte Woche war der Zahn noch immer da. Ohne Beschwerden und wir hatten das auch nicht mehr auf dem Plan und haben ein Röntgenbild erstellt. Erstaunt waren wir, daß keine WF zu sehen war und dann wurde die Kartei durchsucht. Mit dem HZA hatten wir damals besprochen, daß der Zahn nicht als prothetischer Pfeilerzahn funktionieren wird und entfernt werden sollte.
Er war immer noch da und apikal scheint die Aufhellung zumindest deutlich reduziert.
Nun werden wir nochmals prüfen ob doch ein Erhalt möglich ist und wie stellt sich 15 apikal im DVT dar.

 

Medizinprodukteverordnung – wird Geschichte fürs Endozän?

Nun ist  es da – MDR (Medical Device Regulation).

Die neue EU-Verordnung zu Medizinprodukten (Medical Device Regulation Nummer 2017/745) ersetzt zwei Medizinprodukte-Richtlinien, die
Richtlinie 93/42/EWG über Medizinprodukte (Medical Device Directive, MDD) und die
Richtlinie 90/385/EWG über aktive implantierbare Medizinprodukte (Active Implantable Medical Devices, AIMD).

Einige Kollegen, welche ich zu dem Thema ansprach zuckten nur mit den Schultern, ist mehr für die Labore interessant, meinten diese. Die Dentallabore schicken nun seit MDR ganzseitige Listen zu ihren Arbeiten.

Da täuschen sich die Kollegen sehr.
MDR schlägt bereits bei uns zu – gnadenlos.

In einem Gespräch mit einem Dentalhändler habe ich letztens erfahren, daß er fast täglich seitenlange Listen von ausgelitsteten Medizinprodukten erhält. Diese werden nicht mehr in die EU geliefert oder vorhandene nicht mehr repariert oder gewartet!
Wir wollten von einer unserer Sybronendo Obturation Unit’s den Extruder reparieren lassen. Das geht nicht mehr. Kerr hat den Service wegen MDR eingestellt.
Kerr ist jetzt mit KAVO ein Tochterunternehmen der Envista Corporation/ USA.

Auf deren Webseite kann man lesen:

Aufgestellt für anhaltenden Erfolg

2017 entsteht KaVo Kerr – zwei führende, globale Dentalunternehmen, synergetisch vereint, um dem Dentalmarkt ein komplementäres Angebot von der Praxisausstattung bis hin zu Verbrauchsmaterialien aus einer Hand zu bieten. KaVo Kerr verbindet eine gemeinsame Vision, die unsere Kunden, deren Patienten und unsere eigenen Mitarbeiter inspiriert und unterstützt, ihr gesamtes Potential zu verwirklichen.

Das hat nun ein schnelles Ende gefunden, mit dem Potential verwirklichen, weil die EU Bürokratie neue Regeln erstellt und die Firmen diese nicht umsetzen und lieber nicht mehr in die EU verkaufen. Dabei ist MDR eine Folge des Brustimplantateskandals (Die französische Firma Poly Implant Prothèse (PIP) hat Brustimplantate mit Industriesilikon befüllt.).

Und wenn man nun im Netz etwas zum MDR googelt, dann kommen auch solche Stimmen zu Wort, die uns nachdenklich lassen werden sollten.

Zitat Johner Institut:

  1. Kritik an der MDR

a) Gefahr für Patientensicherheit
Durch die erhöhten Anforderungen, die gestiegenen Kosten und die unzureichende Anzahl und Kapazität Benannter Stellen besteht zu befürchten, dass Medizinprodukte nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.
Die Neue Zürcher Zeitung übertitelt einen Artikel zur MDR mit „Wenn die Politik ein Monster gebiert“. Die Zeitung hat leider Recht: „Es wird unweigerlich zu einer Konsolidierung kommen. Entweder werden die Kleinen aus dem Markt gedrängt oder zu Zulieferern der Grosskonzerne degradiert.„
In einem weiteren Artikel vom 12.02.2018 äußert die Zeitung sogar die Bedenken, dass notwendige Produkte nicht mehr im Markt verfügbar sein werden. Die Autoren schlussfolgern: „Das ursprüngliche Ziel der neuen Regulierung, die Patientensicherheit bei Medtech-Produkten zu erhöhen, dürfte verfehlt werden.„
b) Gefährdung der KMUs
Die Medical Device Regulation ist völlig an ihrem selbstgesetzten Ziel gescheitert, eine Regelung zu schaffen, die auch für kleine und mittlere Unternehmen beherrschbar ist.
Wie soll ein solches KMU ein 175-seitiges Werk lesen und verstehen können?
Woher soll ein KMU die Mittel nehmen, um eine weitere Rolle, den „Compliance Officer“ zu besetzen?
Weshalb werden die meisten Apps in die Klassen IIa und höher klassifiziert, was eine Benannte Stelle erfordert und die Kosten explodieren lässt? (Lesen Sie hierzu einen separaten Artikel)
Weshalb bedarf es neben den harmonisierten Normen nun zusätzlich der Common Specifications? Waren die Normen wirklich unzureichend? Oder wollte die Kommission sich nur ein Instrument schaffen, um lästige Diskussion mit den Normengremien mit Gewalt zu zu beenden? Weshalb maßt sich die Kommission ein besseres Fachwissen an? Dass Sie auf diese Weise quasi beliebig neue Anforderungen formulieren kann, verwundert. Alles vorbei an jedem parlamentarischen Prozess …
c) Wettbewerbsnachteile durch Kosten
Die Hersteller müssen mit höheren Kosten rechnen, die entstehen durch
gestiegenen Anforderungen an die Dokumentation,
die Pflicht zur erneuten Zulassung, d. h. ein erneutes Durchlaufen der Konformitätsbewertungsverfahren von bereits unter der MDD zugelassenen Produkten
die höheren Aufwände für die Marktbeobachtung (Post-Market Surveillance und Post-Market Clinical Follow-up),
zusätzliche Meldungen, z. B. an die EUDAMED,
Systeme zum Erstellen und Nachverfolgen der UDI,
die Pflicht zur Einführung eines Compliance Officers.
Die Komplexität der Materie zwingt viele Hersteller dazu, vor einer Inverkehrbringung externe Beratung in Anspruch zu nehmen.
Das Johner Institut ist sich dieser Problematik bewusst und bietet im Rahmen des Micro-Consultings in eingeschränkten Umfang sogar kostenlose Unterstützung an.
Die NZZ befürchtet 18 Mrd. EUR an Kosten für die Medizintechnikfirmen, um die Anforderungen der MDR zu erfüllen.
Auch der BVMed klagt in seinen „BVMedNews“ 41/17 und 42/17 gar von einem sinkenden Innovationsklima wegen der Regularien. Man schreibt zudem „in Kombination mit einer tiefen Verunsicherung hinsichtlich der MDR-Umsetzung für KMU eine tödliche Kombination, da sie mittel- und langfristig den Wirtschaftsstandort Deutschland schwächen, zu reduzierten Investitionen sowie dem Verlust von sozialversicherungspichtigen Arbeitsplätzen führen!“
Daher fordert der BVMED, dass der „kleine Mittelstand auch durch die umfassenden neuen klinischen Anforderungen […] besonders hart getroffen werde“ und „ein nationales Förderprogramm für diese KMUs ist für das Überleben des Klein-Mittelstandes dringend notwendig“ sei.
d) Es gab keinen Grund
Auch der BVMed, der Bundesverband Medizintechnologie, scheint Bedenken zu haben. In einer Pressemitteilung gibt der Verband seine Sicht der Dinge wider:
„Bei Medizinprodukten gibt es kein Regelungsdefizit, sondern eher ein Vollzugsdefizit. Daher sind bessere Kontrollen durch die Benannten Stellen und die zuständigen Aufsichtsbehörden bei Herstellern und im Markt sinnvoll.“
Dieser Aussage kann man absolut zustimmen: Wenn man sieht, welche Unterlagen bei Audits durchgewunken wurden, wie häufig und wie intensiv die Behörden prüfen, fragt man sich manchmal schon, ob da überhaupt eine Prüfung stattfand. Eben ein Vollzugsdefizit.
Den Beweis, dass wir ein regulatorisches Problem hatten, das die MDR lösen müsste, ist die EU-Kommission schuldig geblieben.
e) Fazit
Auch wenn wir als Beratungsunternehmen vielleicht von den neuen Regularien profitieren: Freuen können wir uns darüber nicht. Denn mit der MDR schaden wir den Bürgern mehr, als wir ihnen nützen. Die horrenden Kosten, die letztlich das Gesundheitswesen zu begleichen hat, die Toten, die es geben kann weil Medizinprodukte nicht verfügbar sind, all das zählt niemand.

Was man unbedingt hinzufügen muss. Es fehlen in den medizinischen Einrichtungen die MItarbeiter, die diese gutgemeinten Vorgaben umsetzen können.

Es ist an der Zeit in den politischen Entscheidungsgremien ein zertifiziertes QM System zu installieren, welches die praktische Umsetzung der eigenen Regelungen überprüft und in Testläufen kritisch begleitet.

Z.n. Frontzahntrauma (3)

An dieser und dieser Stelle hatten wir bereits darüber berichtet.

Der Patient war jetzt wieder zum Recall. Wir haben uns entschieden eine 3D Diagnostik durch zu führen. Fragestellung: Muss eine weitere Therapie erfolgen oder können wir die abwartende Haltung beibehalten.

An Hand der Aufnahmen, welche eine deutlich geringere apikale Veränderung zeigen und die geringe externe Resorption lässt uns weiterhin zurückhaltend agieren, d.h. Kontrolle 2D Röntgen in einem Jahr.

und wieder ein Fall aus der Reihe Pick, pick

Die Röntgenbilder spiegeln nicht wirklich den Zeitaufwand, den Instrumentenaufwand und die Ausdauer von Patient, Assistenz (!) und Behandler wieder.
An dieser Stelle ein ganz großes DANKE an unsere Mitarbeiterinnen, welche uns ermöglichen konzentriert diese Fälle anzugehen. Ohne diese Unterstützung wären wir nicht erfolgreich.

In diesem Fall waren es  2 Stunden Handarbeit, ohne maschinelle Unterstützung.
Die Blockierungen ließen sich durch das bereits beschriebene Pick, Pick lösen.
Bei diesem Patienten haben wir wechselnd, beginnend mit Profile 15.04 nach vorheriger Handinstumentierung Pilotfeilen #08, #10, die Flexmaster 15.04 ein gesetzt. Immer einen Hauch kürzer als die Profile. Die Profile immer ca. 0,5- 1mm kürzen als die #10 Pilotfeile und keine „Drehen“ der Handinstrumente in Schneidrichtung!
Die Flexmaster soll uns ermöglichen die Profile mehr auf der Spitze zu belasten, als auf der gesamten Schneidfläche um Instrumentenfrakturen zu verhindern.

Hier die Bilder zum Fall.

Wurzelfrakturen

Traumatische Zahnverletzungen führen häufig zu Problemen in der Ersttherapie. Es ist sicher ein Gebiet, in dem Routine kaum durch die Häufigkeit der Fälle erreicht wird.
Aber es gibt verlässliche Hilfe.

Per App -> Accindent für Android und Apple.
Eine einfach geniale Hilfe.

In diesem heute vorgestellten Fall war die Erstversorgung nicht fachgerecht und führte zu nicht unerheblichen Schmerzsensationen bei der verunfallten Patientin.

Als Bildergeschichte habe ich versucht den Fall vor zu stellen.
Wir haben die Zähne 13-23 zwei mal geschient, da durch die ungünstigen Frakturverläufe eine Verlängerung des Schienungszeitraumes notwendig erschien. Nach 4 Wochen haben wir die Schienung abgenommen kontrolliert und insgesamt 12 Wochen belassen. Als posttherapeutische Komplikationen mussten die Zähne 21,11 endodontisch therapiert werden.
Der Verlauf dieses Falles wurde von mir über 2 Jahre zusammengestellt.
Weitere Recalls werden, wenn erfolgt eingestellt.

 

Z.n. Frontzahntrauma (2)

An dieser Stelle berichteten wir erstmals über den Fall.

Das Ausmaß der Alveolarfortsatzfraktur war minimal. Eine Verletzung des Wurzelzements ist trotzdem möglich und damit verbunden das Auftreten einer Resorption. Allerdings sind die Ausmaße der Zementverletzungen wahrscheinlich ebenso gering und ein traumatisch bedingte Infektion ist eher unwahrscheinlich. Die Remission sehen wir als durchaus möglichen Verlauf.

Einer bakteriellen, bzw. durch Endotoxine bedingten Ursache haben wir durch die antiresorptive endodontische Behandlung entgegengewirkt.
(Endotoxine können vom Endodont durch die Dentintubuli zur Wurzeloberfläche und somit in das Parodont gelangen.)
Das Risiko der nicht zeitnah durchgeführten endodontischen Behandlung schätzen wir als ungünstig ein. Das ist für uns der kritischste Punkt in der erfolgten Therapie.
Die rigide Schienung in der Erstversorgung war nur kurzzeitig und wurde durch ein TTS Traumasplint ersetzt, so daß wir dies als deutlich besser als gar nichts getan einschätzen.

Wenn wir den ZEPAG Score* nach Filippi zum Unfalltag bemühen, dann sieht die Prognose langfristig nicht so gut aus.

Zahnsubstanz 5
Endodnt 5
Parodont 3
Alv.-Kn. 2
Gingiva 5
Werte 2x(5+5+3+5)
Score 26

Wir präferieren eine zurückhaltende Therapie, also „aggresives Abwarten“ und kontrollieren.

Wir haben uns für eine weitere Kontrolle in 6 Monaten mit 2- und ggf. 3dimensionaller Röntgendiagnostik entschieden, sowie Sensibilitätstest der Nachbarzähne.

Wir werden demnächst weiter berichten.

*Endodontie 01/2007, SEITEN: 9-25, Berthold, Christine, Diagnostik und Dokumentation nach dentalem Trauma

 

 

 

Z.n. Frontzahntrauma (1)

Der Patient wurde beim Fussballspielen verletzt. Der Ellenbogen eines MItspielers traf seinen Zahn 11. Der Frontzahn stand danach etwas palatinal. Der Patient hat ihn selbst reponiert.
( Siehe Traumaprotokoll in den Bildern. )

Die Erstvorstellung und Behandlung erfolgte in einer Universitätsklinik. Danach wurde der Patient  an den HZA verwiesen.
Mit dem Arztbrief stellt er sich bei uns vor.

Die Sensibilität war negativ, Lockerungsgrad war nicht bestimmbar, da rigide geschient. Die Sondierungstiefen waren nicht pathologisch erhöht. Der Zahn war nicht schmerzhaft auf Perkussion.

Die Diagnose: Wurzelkfraktur war für uns nicht nachvollziehbar. Weder im angefertigten Röntgenbild noch im DVT war diese erkennbar. Der  Röntgenbildausdruck aus der Klinik war unbrauchbar. Das Original konnte uns nie zugesendet werden, da es nicht mehr auffindbar war.

Unsere Diagnose lautet: Alveolarfortsatzfraktur mit Verdacht auf Z.n. lateraler Dislokation
Wir rieten dem Patienten zur sofortigen Wurzelkanalbehandlung um ein mögliches resorptives Geschehen auf Grund der bei diesen Frakturen begleitenden Wurzelzementverletzung zu vermeiden, bzw. zeitnah entgegen zu wirken.
Der Patient bat um Bedenkzeit.
Im Juni stellte er sich wieder vor. Es war keine Sensibilität am Zahn 11 auf Kalt oder elektronsicher Prüfung erkennbar. Keine erhöhten Lockerungsgrade und kein veränderter Klopfschall. Erneut rieten wir zur Behandlung.
Nach einer Ledermixeinlage als antiresorptive Therapie erfolgte der apikale Verschluß mit MTA. Das apikale Foramen erschien klinisch stark vergrößert.

Im Laufe der weiteren Recalls bis zum Januar 2021 zeigte sich die Manifestation der apikalen Resorption. Der Zahn war ansonsten symptomlos. Keine Lockerungsgrade erkennbar und keine Klopfschallveränderung.
Was wäre nun Ihre Entscheidung zur weiteren Therapie?

Kurz berichtet – Recall Pick (1)

Der Patient wurde uns wieder überwiesen. (Pick,Pick (1)) und (Pick, Pick (2))

Diese Situation nutzen wir um mögliche Recalls mit durchzuführen.
Deshalb möchte ich Ihnen das Recallbild eines vorgestellten Falls gern zeigen.

Der Zahn 27 ist schmerz- und symptomfrei.

 

 

Fokusmonitor – Focuspeaking

Hier nun noch einige Beispiele und Infos zu dem letztens beschrieben Field-Monitors Desview R7 Plus.

Das Focuspeaking, welches der Monitor integriert hat war einer der Pluspunkte, welche uns zum Kauf dieses Modells führten.

Fokuspeaking heißt:
Es werden die kontrastreichsten (und damit die am schärfsten abgebildeten) Kanten im Foto farbig – hier rot umsäumt, so dass man die schärfsten Bereich des Bildes besser erkennen kann.

In der Dentalmikroskopfotografie ist das allerdings nicht so einfach umsetzbar. Durch die häufig weniger kontrastreiche Darstellung, begrenzten Lichtverhältnisse und Vergrößerung wird häufig kein scharfer Bereich eindeutig erkannt und somit kein Peak dargestellt.

Wenn Farbsaum des Fokuspeaking eingeblendet wird ist er eine sehr gute Orientierung.
Voraussetzung ist das man den Bildausschnitt vergrößert, der dargestellt werden soll.
Wir haben die Ansicht 200% größer gewählt. Durch die Voreinstellungsmöglichkeit im Gerät wird diese Einstellung immer beibehalten.
Genau diese Vergößerungseinstellung ist für uns die wichtigste Neuerung zum vorgehenden Monitor.
Die 4K Auflösung des Monitors ist für uns optisch nicht erkennbar besser, da unsere Kamera Canon550D max. HD unterstützt.

 

 

 

 

10 Jahres Recall

Die Schwierigkeit Recalls aufrecht zu erhalten sind in jeder endodontischen Praxis gleich gelagert. Das eine ist die Verlässlichkeit der Patienten, das andere ist der enorme Zeitaufwand, der dabei entstehen kann.
Nun bekamen wir dieser Tage ein OPG zugesendet, in welchem wir Recalls aus Behandlungen des Jahres 2010 sehen konnten.

Die Fälle waren interessant. Zum einen handelt es sich um einen Zahn 27 der tief zerstört war und den wir nur unter der Bedingung Ex 28, chir. Kronenverlängerung behandelt hatten. Im OPTG sieht man den Erfolg nach 10 Jahren. Einen aktuellen Zahnfilm haben wir leider nicht.

Der zweite Fall, ein unterer Zahn 36 der eine apikale Resorption 2010 zeigte. Als besonderer Umstand kam hinzu, daß wir das WF Material nicht vollständig nach orthograd entfernen konnten und ein kleiner Teil nach periapikal transportiert wurde.
Im aktuellen OPG kann man distal und mesial einen verbreiterten Parodontalspalt erkennen. Dem Zahn hatte ich damals keine langfristig gute Prognose gegeben. Der Patient war zuversichtlicher als wir und für uns ist diese Situation tragbar unter der Maßgabe einer 5jährlichen Röntgenkontrolle.

Unspektakulär

Dieser Fall ist unspektakulär.
Der Patient stellte sich mit einer beginnenden Aszeßdierung im Bereich 44, 45 vor. Er hatte keinen Hauszahnarzt mehr. Seit Jahren habe er immer wieder mal bei einem Wetterwechsel da Probleme gehabt. Nun hält er es nicht mehr aus. Leider sei sein Zahnarzt in Köln nicht mehr tätig. Wurzelkanalbehandlungen habe der aber auch gar nicht gemocht. Nun war er bei uns gelandet. Wie er gerade zu uns gekommen ist, hat er uns nicht verraten.

Im Mund imponierte eine goldteilkronengetragene umfangreiche Restauration. Dies erinnerte mich an Tucker. Die Präzision eines Tucker* inspirierten Kollegen war zwar nicht erkennbar aber im Vergleich zu den heute oft gesehenen Restauration waren diese mehr als 30 Jahre alten Kronen nicht schlecht.
Nach Röntgendiagnostik haben wir Termine vereinbart. Die Restaurationen haben wir erhalten, da klinisch nichts dagegen sprach. Die Behandlung war auch völlig unspektakulär. Zu den Reacallterminen kam der Patient und wir konnten einen positiven Heilungsverlauf erkennen.
Besonders Freude hat es gemacht diese umfangreiche prothetische Restauration und die damit verbundene Lebensqualität für den Patienten weiter zu erhalten.

 

 

Ever Flow Fallbeispiel

In diesem Fall war die koronale Restsubstanz stark dezimiert. Wir haben  alle zur Verfügung stehende „Klangfläche“ benutzen müssen.
Nach Stiftentfernung, Kariesentfernung und Entfernung der Füllungsreste wurde die Oberfläche desinfiziert, mit AlO gestrahlt und adhäsiv mit Optibond FL vorbehandelt. Den Aufbau haben wir mit Ever XFlow zirkulär um alle Kanaleinganänge geschichtet.
Abschließend haben wir den Ever XFlow Aufbau mit Beautifil BW „verkleidet“.
Jörg Schröder hat vor vielen Jahren diese Technik in einem Endonews Post vorgestellt und auch unsere Erfahrung damit ist in derartigen Situationen hervorragend. Ein Verlust oder Leckage des Aufbaus auch ohne provisorischen Stift ist unwahrscheinlich.

Eine Besonderheit von Ever XFlow ist uns aufgefallen, welche Probleme machen kann. Die Kunststoffe für im Mund gefertigte Provisorien verbinden sich mit dem Ever Flow unlösbar, trotz Isolierung mit Liquid Strip. Auch deshalb decken wir Ever XFlow immer mit Beautifil ab.

Im vorgestellten Fall ist noch eine Besonderheit zu erkennen. Wir hatten keine realistische Chance die Kofferdamklammer atraumatisch am Zahn zu befestigen. Deshalb habe wir das Provisorium adhäsiv befestigt und durch das Provisorium hindurch den Zugang wieder gestaltet.
Die Zementreste werden erst nach der Behandlung entfernt und sind auf den Rö zu erkennen.
Diese Möglichkeit der atraumatischen Kofferdambefestigung nutzen wir häufiger im Frontzahnbereich um die gingivale Situation erhalten.

 

Fokusmonitor

In diesen Artikeln hatte ich über diese Kombination geschrieben. (Dentalmikroskop Kamera Setup Canon 550D/ Tubus F340/ FeelWorld Master MA6P Kamera Monitor 5,5 Zoll)

Nach ca. 3 Monaten funktionierte der Monitor nicht mehr. Er lies sich nicht mehr anschalten. Unsere Nachfrage bei Feelworld  war ergebnislos, wir wurden an Feelworld China verwiesen. Wir reklamierten bei Amazon und es wurde der Monitor zurückgenommen.

Deshalb ar ich nun wieder auf der Suche nach Ersatz. Die Größe 5,5″ war mir etwas zu klein in der Zeit der Benutzung. Deshalb habe ich eine Nummer größer geschaut. 7″ ist in der Betrachtung aus der Nähe deutlich größer.

Unsere Wahl ist auf dieses Modell gefallen:

Desview R7 Plus, Kamera Monitor Touchscreen, 7 Zoll DSLR Field Monitor 3D-Lut, HDR, Externer Feldmonitor 1920×1200 Bildschirm Display Screen, 4K HDMI EIN-/Ausgang für Canon Nikon Panasonic Sony

Die technischen Werte waren besser als beim Feelworlddisplay. Jedoch ist uns das visuell nicht augenmerklich aufgefallen. Die 7″ sind angenehmer in der Betrachtung und in einigen Bereichen hat sich das Fokus-Peaking als Vorteilhaft zur Fokussierung erwiesen.

Besonders sinnvoll war die Investition in größere Akkus. (Blumax 2X Akku NP-F970 / NP-F960 LG Zellen 7850mAh + Turbo-Ladegerät). Damit ist ein kompletter Behandlungstag abgedeckt.
Im großen und Ganzen erscheint der Fokussiermonitor etwas besser als der Feelworld und das Fokus-Peaking hat uns schon öfters geholfen schneller zu fokussieren.

Anbei die Installation am Mikroskop.

 

 

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Recall _ Was es nicht alles gibt…

2018 und 2019 hatten wir die Behandlung dieses Falles vorgestellt.
Das Recall konnte die Patientin nicht wahrnehmen und dann war sie aus unserem Blick verschwunden. Doch der Fall war zu speziell. Wir erinnerten uns wieder und haben die Patientin nochmals eingeladen.

Sie hatte keine Beschwerden und hatte uns ebenso vergessen.
Nun können wir das Recall vorstellen und müssen leider feststellen, daß eine Heilungstendenz vorhanden ist, aber kein vollständige Heilung.
Nun werden wir es weiter beobachten und in einem Jahr erneut kontrollieren.

 

Ever XFlow Fallbeispiel

In diesem Fall wurde durch eine Stiftinsertion bereits sehr viel Wurzeldentin distal geopfert.Deshalb haben wir uns hier für eine intrakanläre Strahlung mit AlO entschieden. Voraussetzung dafür ist allerdings ein verschlossener Wurzelkanal. Die Gefahr eines Emphysems und/oder des Transports von Strahlungspartikeln mit Debris und Smearlayer nach periapikal muß ausgeschlossen sein. Deshalb kann in so einem Fall erst nach der Wurzelfüllung die Vorbereitung der Oberfläche erfolgen

Warum sandstrahlen?
Die Oberflächenveränderungen* durch Natriumhypochlorit und Gelatoren lassen einen ohnehin schon schwierigen adhäsiven Verbund mit dem Wurzeldentin nicht zu. Deshalb versuchen wie einen minimalinvasiven Abtrag und gleichzeitig hoffen wir, daß die Rauhigkeiten einen besseren Verbund zulassen. Aus unserer Empirie funktioniert dies sehr gut. Füllungsverluste haben wir nur, wenn wir NICHT mit AlO gestrahlt hatten. Die Kavität und den koronalen Teil des distalen Kanalsystems haben wir aus o.g. Gründen sandgestrahlt. Dies erfolgt „impulsartig“ mit kurzen Strahlerstößen. Sobald ein stumpfer Glanz der Oberfläche erkennbar ist, wird nicht weiter gestrahlt. Lassen sich nicht alle Partikel absaugen oder danach abspülen muss das Kofferdamtuch gewechselt werden.
Danach erfolgt das übliche Ätzen, Silanisieren der angrenzenden Kunststoffflächen und Bonden ( bei uns Optibond FL ). Wir haben Ever XFlow Bulk appliziert und mit einem Microbrush (klein, weiß) adaptiert.
Anschließend wurde mit der Valo und dem Endoaufsatz 2x 20 Sekunden polymerisiert.
Die Glasfaserstifte wurde danach mit Rebilda als dualhärtendes Material geklebt.
Anbei die Bilder und Röntgenaufnahmen

* J Endod. 2006 Nov;32(11):1088-90. Epub 2006 Sep 15.
Effect of chemical irrigants on the bond strength of a self-etching adhesive to pulp chamber dentin.
Santos JN, Carrilho MR, De Goes MF, Zaia AA, Gomes BP, Souza-Filho FJ, Ferraz CC.
Source Endodontics, Department of Restorative Dentistry, Piracicaba Dental School, State University of Campinas, Piracicaba, Brazil.
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Strahler

Alle „gereiften“ Leser kennen noch die Werbung „Strahlerküsse schmecken besser…„, an diese musste ich sofort bei dem Titel denken. Das waren noch Zeiten… 

(Die Firma Blendax vermarktete damit ihre Zahncreme und zeigte Erfolg – 1972 gehörte „Strahler 70“ zu den 10 meistverkauften Zahncremes in Westdeutschland.)
Quelle: Google

Wir strahlen häufig unsere Cavitäten um möglichst optimal Zustände vor dem adhäsivem Aufbau zu erreichen.

Bisher hatten wir den Airsonic Sandblaster von Hager&Werken in der Anwendung. Das Handling ist  umständlich, da das Teil etwas klapprig ist.
Leider ist das EMS K1 eingestellt, das wäre unsere Wahl sonst gewesen. Allerdings ist dazu auch wieder ein zusätzlichste Gerät mit Fußschalter am Arbeitsplatz.

Über die Seite Minimalinvaisv.de gibt es noch das Danville Gerät Prepstart.
Prophylaxestrahler von NSK konnten leider nicht als Alternative verwendet werden.

Nun haben wir ein neues Handstück entdeckt. Von einem mir bisher unebekannten Anbieter. Latin-Dent. Es gibt keine Internetseite. Bei AERA ist die Firma gelistet.

Wir haben über AERA den Minisandblaster für die Kavo Multiflexkupplung bestellt.
Erhalten haben wir ein grundsolides Gerät, was vom Design und der Verarbeitung vollständig überzeugen konnte und die Hager&Werken Geräte in den Schatten stellt.
Kosten: € 297,85

Der Pulverstrahl ist deutlich schmaler und dadurch gezielter. Die Strahlrichtung ist einfach einzustellen.

Ein Produkt gleichen Aussehens haben wir an dieser Stelle gefunden. Können aber nichts zu diesem Strahler schreiben.

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EverX Flow von GC

Ever X Flow wurde auf Wurzelspitze von Georg Benjamin erstmals erwähnt.
Mehr Informationen zu diesem Composite ist hier zu finden.

Wir haben Ever XFlow in der Variante Bulk und Dentin bestellt und seit einiger Zeit im Einsatz.
Unsere Hauptindikation: stark limitierter Zahnrestsubstanz und Sanierung frakturierter/ frakturgefährdeter Zähne.

EverX Flow lässt sich mittels Spritze applizieren. Wir adaptieren das ausgepresste Composite mit einem Micobrush oder der PA Sondenspitze in die Cavität.
Im endodontischen Aufbau nutzen wir das Bulk-Material, welches wir in 2mm Inkrementen schichten um der schlechteren Polimerisation in tiefen Cavitäten entgegen zu wirken.
Klinisch imponieren im mikroskopischen Bild Glasfaseranteile, welche deutlich erkannbar sind. Bei Berührung brechen diese ab.
Wir decken das Ever XFlow mit einem Flow vor der endodontischen Behandlung ab.

Unsere Vorbehandlung in diesen Fällen:
1. vollständige Füllungs- und Kariesexkavation
2. Sandstrahlen der Cavität mit Alu-Oxidpulver 50 my
3. Ätzen, Bonden ( Optibond FL )
4. Aufbau der „Kavitätenaußenseiten“ mit Beautifil F00 BW, die Kavitäteninnenseiten decken wir, wenn möglich, dünn mit Beautiful F0 BW ab.
5. Aufbau mit Ever Flow intracavitär.

Demnächst einige Fälle und Infos, in welchen wir Ever XFlow in dieser Art einsetzten.

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10 Jahres Recall – Eine Geschichte aus dem Endozän

Häufig sehen wir Patienten nach einem langen Zeitraum wieder.

Sie erinnerten sich noch an die Behandlung und haben den wurzelkanalbehandelten Zahn seither ohne Probleme in Benutzung.

Dieser Fall war etwas speziell, da der Verlust an Zahnsubstanz und die Restauration ungewöhnlich waren. Neben einer Keramikteilkrone, Kunststoffüllung imponierte ein Goldinlay und die apikale Parodontitis.
Nach der Entfernung der Goldrestaurationen habe ich die Erhaltung des Zahnes als langfristig wenig erfolgversprechend dargestellt. Trotzdem wollte sie den Erhaltungsversuch. Die empfohlene chirurgische Kronenverlängerung sollte durch den HZA (PA Tätigkeitsschwerpunkt) erfolgen.
Und nun war sie wieder da, mit einem anderen Zahn.
Wir nutzen die Gelegenheit und konnten ein 10 Jahresrecallbild machen.
Und freudig schaute sie auf das Bild. Toll geheilt. Sie ist Ärztin und sah den Rückgang der apikalen Veränderung. Was sie nicht sah, war die distale Problematik. Erhöhte Sondierungstiefen, Konkremente und ein Leckage der prothetischen Restauration. Mal sehen was nun wird.
Die Patientin sah es gelassen, es hat ja bis jetzt super funktioniert…

Und wieder ein UK Frontzahn (2)

An dieser Stelle hatten wir über den Fall bereits geschrieben.
Die bisherige Behandlung zeigte keinen Erfolg. Nun stand die Frage Extrahieren oder noch einen Versuch mit ungewöhnlicher Therapie wagen.

In Absprache mit der Patientin und nach dem Ausschluß einer Jodallergie, haben wir eine Einlage mit einem jodhaltigen Kalziumhydroxid geplant.
Zuvor haben wir mit Natriumhypochlorit gespült, mit Eddy und US-U-Feile 2mm über den Neoapex aktiviert, Pus abgesaugt und abschließend mit NaCl gespült und auch wieder periapikal 2mm mit dem Eddy aktiviert. Danach wurde der Kanal getrocknet das jodhaltige CaOH appliziert und der Zahn adhäsiv verschlossen. Das CaOH gelangt auch in den periapikalen Bereich. Das haben wir nicht bewusst provoziert, es aber auch nicht als Problem gesehen, da in anderen Fällen dies eher positiv auf den Heilungsverlauf auswirkte.
Ziel dieser Behandlung ist es einen periapikal existierenden Biofilm zu zerstören und damit einen Heilungsverlauf zu erreichen.
Die apikale Exsudation existierte im Folgetermin nicht mehr. Mit NaCl, Microdebridern und der Mikroabsaugung wurde versucht den Großteil des periapikalen CaOH zu entfernen. Danach wurde mit ProRoot MTA und apikalem kollagenem Widerlegen der Neoapex verschlossen.

In den weiteren Recallbildern konnten wir einen positiven Heilungsverlauf verzeichnen.

Und wieder ein UK Frontzahn

Ein besonderer Fall.
Die Patientin kam aus einer chirurgischen Praxis. Die Zähne 31 und 41 wurden vor ca. 6 Monaten revidiert. 31  wurde zuvor bereits resiziert, wahrscheinlich schon mehrfach.

Trotzdem berichtete die Patientin über anhaltende Beschwerden und ein Druckgefühl. Wir waren die letzte Option, wie Sie uns von der behandelnden Zahnärztin sagte.
Klinisch zeigte sich ein Lockerungsgrad von 1-2., keine erhöhten Sondirungstiefen, allerdings ein deutlicher Aufbissschmerz.

Im 3D Röntgenbild imponierte die große apikale Aufhellung. Die letzte Revision wurde apikal ohne MTA oder ähnliche apikale Verschlüsse durchgeführt. Die Chancen auf einen nun erfolgreichen Behandlungsverlauf habe ich maximal als gerade günstig angesehen.
Trotzdem wollte die Patientin den Erhaltungsversuch wagen und in Absprache mit uns die Behandlung beider Zähne erneut angehen.

Nach der WF-Entfernung entleerte sich aus dem Zahn 31 massivst ein Blut-Puss Gemisch. Eine halbe Ewigkeit haben wir abgesaugt und später nach CaOH Einlage den Zahn adhäsiv verschlossen.

Im zweiten Termin genau das Selbe wieder und auch im 3. Termin mit dem gleichzeitigen Revisionsbeginn am Zahn 41 zeigte sich eine pulsierende apikale puröse Exsudation ohne Stillstand.
Was nun?
Was würden Sie machen?

Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion.

Implantat vs. Molar

Dies ist ein Fall, der mir immer ein bisschen weh tut, wenn ich ihn betrachte.
Man erkennt einen tollen Heilungsverlauf und könnte sagen, super. Was will man mehr.

Aber das Problem liegt in der prothetischen Therapie. Ferrule wurde nicht beachtet. Die von uns vorgeschlagene chirurg. Kronenverlängerung wurde nicht durchgeführt.
Das heißt ein coronales Leakage ist möglich und der langfristige Erhalt des Zahnes ist nicht vorhersagbar. Schade, da wir dies bereits mit der Praxis, welche implantiert hatte abgesprochen haben und der HZA dem zustimmte.
Leider war es umsonst. Nun hoffen wir auf das Glück des Tüchtigen und das sich der hohe Aufwand, welchen wir bei der adhäsiven präendodontischen Restauration betreiben auch für den Patienten auszahlt.
Das Implantat hat hier wahrscheinlich langfristig die bessere Prognose…

Irriflex (2)

Nach mehreren Wochen Testzeit der Irriflexkanülen mein Zwischenfazit.
Hier hatten wir erstmals darüber berichtet.

Mit der Irriflexkanüle komme ich leichter und häufig tiefer in das Kanalsystem, obwohl man dies nicht vermuten würde. Dadurch macht sie einen deutlich besseren Eindruck beim Spülen gegenüber dem Navitip. Die Flexibilität der Kanüle macht dies möglich.
Aber ich werde auch schnell gereizter in der Behandlung.
Wenn man nicht vorsichtig den Kanaleingang passiert, verbiegt sich die Spitze. -> ChamäleonZungenEffekt (CZE).

Dann hilft nur noch Spitze abschneiden, allerdings bedeutet dies auch Verlust an „Spüllänge“.
Mit erwärmtem Natriumhypochlorit (über 36 Grad Celsius) verbiegt sich die Spitze schon spontan ohne äußere Einflüsse.
Wir haben uns nun entschieden, das Erwärmen auf über 40 Grad Celsius zu lassen und die Spritzen auf Zimmertemp. zu erwärmen.

Die Irriflex ist jetzt unsere Standardkanüle für Natriumhypochloritspülungen.

Einen Stopper vermisse ich nicht. Häufig markiere ich mir mit einem Permanentmarker die Arbeitslänge auf der Kanüle. Die vorgegebene ISO Einteilung auf der Kanüle ist mitunter auch ausreichend.

Irriflex oder Trunatomy?
Irriflex ist leicht günstiger bei Aera mit € 0,96 zu € 1,00+ Ust. und ist etwas besser verarbeitet.

…Zitat:
Anwendungshinweis: – auf eine 5-ml-Luer-Lock-Spritze aufgesetzt bewirkt die Ausrichtung der zweiseitigen Schlitze auf der gleichen Ebene, 0,5 mm vom Apex entfernt, nützliche Scherkräfte, die die Schmierschicht beseitigen und bakterielle Biofilme aus den Wurzelkanalwänden destabilisieren hilft.

Diese Herstelleranmerkung halte ich für sehr gewagt.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Frontzahntrauma

Fast jeden Morgen, wenn ich auf Arbeit fuhr sah ich Sie. Aufgefallen ist mir ihr Fahrradhelm. Voller bunter Streifen. Noch mehr hat mich beeindruckt, ich kam nicht wirklich hinter her. Zumindest nicht ohne völlig verschwitzt in der Praxis anzukommen.
Sie war mit dem Fahrrad verwachsen und unglaublich flink.
Deswegen habe ich sie nie von vorn gesehen, nur von der Seite, wenn sie an mir vorbei huschte. Bis zu dem Tag, als dieser Helm in meinem Sprechzimmer lag.
Was war passiert?
Mit dem Fahrrad, nichts. Sie war zu Hause gestürzt. Es wurden 3 untere Frontzähne 42-31 endodontisch behandelt und nun nach 4-5 Jahren danach war Sie bei uns „aufgeschlagen“. Akute Beschwerden, Schwellung und Lockerungsgrad 1-2 an 31, 41.
Nach der Beratung, Röntgendiagnostik und DVT- Auswertung erfolgte die Revision. Aus Kostengründen nur, 31 und 41.
31 zeigte in der Behandlung eine Infraktur. Die Behandlung wurde an 31 abgebrochen und es wurde 41 behandelt und erfolgreich die Therapie abgeschlossen.
31 wurde implantologisch in der chrirugischen Praxis, welche mit dem HZA zusammen arbeitet ersetzt.
Die Recalls zeigen einen optimalen Heilungsverlauf am Zahn 41.

Auf meinen Hinweis, daß die bestehende chronische P. apicalis behandelt werden sollte, sagte sie mir, ja das soll demnächst gemacht werden. Sie hat einen Termin beim HZA.
Der hat jetzt auch so einen elektronischen Gold-Motor, den hatte er früher nicht, deshalb ging das ja schief…

Recall 7 Jahre

Ein weiterer Fall mit einem fakturiertem Instrument, welches nicht entfernt werden konnte, bzw. sollte.
In diesem Fall ist eine ProFile 25.04 frakturiert. Der apikale Knick war auf dem Ausgangsbild nicht erkennbar. Ein DVT hatten wir nicht angefertigt. Wozu, der Zahn schien so einfach…

Erst in der Röntgenkontrolle des Fragmentes war die schwierige apikale Situation sichtbar. Im Ausgangsbild war es nicht erkennbar.

Unser Vorgehen war, erst Gleitpfadpräparation mit Handinstrumente bis #15 und danach mit Profileinstrumenten in (variable Taper, variable Tip) VTVT Technik weiter aufbereiten.
Die Profile 25.04 brach ohne Anzeichen, ohne Vorwarnung und wir haben es nur am verkürzten Instrument bemerkt.

Den Versuch, das Fragment zu entfernen habe ich nach 30 Minuten abgebrochen , da ich es optisch nicht darstellen konnte. Im Nachhinein muss ich sagen, daß dies ein Versuch war, den ich hätte bleiben lassen sollen.
Der Substanzverlust ist bei derartige gelegenen Fragmenten zu hoch.

Das positive ist, daß der Zahn seit dem problemlos und symptomlos ist.

Dentalmikroskop Kamera Setup Canon 550D/ Tubus F340/ Fokusmonitor

Wie letztens besprochen anbei einige Bilder aus Behandlungen, die wir mit der oben genannten Hardware an unserem Zeiss Pro Ergo Mikroskop angefertigt haben.
Die Fotos werden mit einer Belichtungszeit 1/250 und ISO 800 aufgenommen. Es hat sich als hilfreich erwiesen, die 5fache Vergrößerung im Liveview einzustellen. Das Auslösen erfolgt durch die Assistenz mit einem Fernauslöser.
Der Bereich, der scharf zu sehen ist, ist in diesem Setup u.a. sensorbedingt  deutlich geringer als bei Jörg Schröders Coolpix Variante.
Es ist etwas Übung notwendig, bevor die Aufnahmen gelingen.
Wir verwenden die Röderspiegel HR Front für Behandlung und Fotografie.

Die Beispielbilder sind out of the box von Behandlungsfällen der letzten Arbeitstage.

Mikroskop Setup DSLR

Sorry für den späten Beitrag.
Aber nach dem Drucker Gau kam der WordPresseditor Gau. Es wurde mal wieder etwas geändert und das gewohnte Layout war weg und damit der Workflow zerstört.
Einen alten Mann, wei mich werfen derartige aprupte Dinge nicht um, machen mich aber sehr verdrießlich. 

Nun hat mir ein WordPressmitarbeiter geholfen und ich habe ihm sofort eine Liebeserklärung gemacht. :))) Nun zum Beitrag.

Nach dem wir letztens über die Fotografie am Mikroskop gesprochen haben und verschiedenste Setups besprochen haben, möchte ich noch mein Setup vorstellen.

Nach vielen Versuchen habe ich mich mit dieser Variante angefreundet.
Der Aufbau besteht aus dem
Strahlenteiler 50:50,
dem Zeiss Fotoadapter SLR f340 und
der Canon D550

Diesen Aufbau habe ich schon seit einigen Jahren im Betrieb.
Zusätzlich habe ich mir einen Fokusmonitor auf die Kamera (Blitzschuh) installiert um besser fokussieren zu können:
FeelWorld Master MA6P Kamera Monitor 5,5 Zoll

Die Kameraeisntellung ist auf ISO 800 und einer Belichtungszeit von 1/250 eingestellt.
Bewegungen kann man damit halbwegs abfangen. Die Spiegelauslösung bereitet keine Probleme.
Der f340 Adapter lässt keine Einstellungen zu und war unter all meinen Fotoadaptern von Carr – Kaps der problemlossest zu händelnde und hat eine sehr gute Abbildungsqualität.

Bilder stelle ich demnächst ein.

Hier das Setup im Bild:

 

 

Der Spagat zwischen Papier und Digitalisierung…

Letzte Woche Donnerstag morgen der Druck-Gau.

Windows 10 stürzt mit einem Smiley ungeplant ab. An jedem Rechner in der Praxis.
Immer, wenn wir etwas drucken wollen, oder besser gesagt müssen.
Dann erschient dieses Bild.

Wir haben oft Zeitdruck in der Praxis. Der „IT Mensch“ ist nicht erreichbar, sein Telefon ist ständig besetzt.
Deshalb wird zwischen zwei Patienten eine kurze Googlesuche gestartet. Aha, auf einer Seite haben wir die Ursache gefunden.
Microsoft Updates KB5000802 und KB5000808 werden als Schuldige benannt, wenn man einen Kyoceradrucker benutzt..
Hilfe: Update deinstallieren und neu starten. Zeitaufwand ca. 15-20 Minuten, an jedem Computer.

Wir haben in der Medizin enge Taktzeiten, es ist nahezu unmöglich auf rein „Kasse“ wirtschaftlich, bei sehr guter Qualität zu arbeiten. Um eine Zahnmedizin über dem ausreichenden, wirtschalftlich und medizinisch Notwendigem zu erbringen, muss man den Patienten beraten und dann HKP`s in doppelter Ausführung aushändigen, bzw. unterschreiben lassen. Juristisch genau, darf das nicht am selben Behandlungstag sein und es muß in Schriftform vorhanden sein. Deshalb muss man das dem Patienten in Schriftform mitgeben.

Und dann können wir nicht mehr drucken. Ursache – das Windows10 Update.

Laut IT – Sicherheitsrichtlinie der KZBV müssen die aktuellsten Updates eingelesen sein.

Ach ja, und da wir die automatische Updatefunktion haben, ist heute bereits wieder alles so wie am Anfang beschrieben.
Das Spiel beginnt von vorne. Wir haben eine Mitarbeiterin angelernt, automatisch die Updates wieder zu löschen.

Das gibt kaum noch Arbeitstag mehr, in dem man sich nicht irgendwo oder irgendwie veralbert fühlt in unserer neuen digital vorgegebenen Welt.

Und gestern meldete sich auch noch unser Softwarehersteller:

Sehr geehrtes Praxis-Team,

 

ein wichtiger Hinweis für Sie:

Nach Installation von Windows-Sicherheitsupdates auf Ihren Praxisrechnern kann es unter Umständen bei Verwendung des Blanko-Drucks im DS-Win zu Auffälligkeiten beim Druck von Formularen kommen.

Diese Auffälligkeit wird durch Versionen des Windows-Sicherheitsupdates (Win10: KB5000802 und ggf. KB5000808; Win8: KB5000848) verursacht, betrifft daher prinzipiell alle Windows-Nutzer und tritt unabhängig von Dampsoft oder dem DS-Win auf.

Wir bitten Sie in diesem Fall, sich mit Ihrem Systembetreuer in Verbindung zu setzen, um das Windows-Sicherheitsupdate gegebenenfalls zu deinstallieren oder – falls verfügbar – eine korrigierte Version des Updates zu installieren.

Bis zu einer Behebung der Auffälligkeit empfehlen wir Ihnen, ausschließlich die vorgefertigten Formulare Ihrer KZV zu bedrucken.

Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie im Internet in entsprechenden fachlichen Foren.

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen telefonisch unter der Rufnummer 04352 91 71 71 oder per E-Mail an kundenservice@dampsoft.de zur Verfügung.

 

Wir sind gerne für Sie da!

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Unverhofft

In diesem Fall war ich vor Behandlungsbeginn schon wenig optimistisch. Die Patientin bedrängte mich, doch noch einen weiteren Behandlungsversuch zu machen.

Bereits 2 mal wurde der Zahn endodontisch 36 behandelt. Eine alio loco angeratene WSR lehnte die Patientin ab.
Sie stellte sich mit akuten Beschwerden und beginnender Abszeßbildung am Zahn 36 vor.
Die ungünstige Prognose erhärtete sich noch mehr in der Behandlung. Trotz intensiver und langwieriger Versuche, war es mir unmöglich mesial alles WF Material zu entfernen.
Ich konnte es nicht direkt sehen. Aber im Spiegel der Spülflüssigkeiten war ein dezenter rosé Schimmer zu erkennen. Wie einer Fata Morgana jagte ich dem Schimmer hinterher.

Vorgebogene US Feilen, Micodebrider, Microopener, mit Nichts habe ich die Guttaperchareste entfernen können. Im Einvernehmen mit dem Patienten haben wir uns auf das Belassen verständigt. Ultracal habe ich nahe an das verblieben WF Material gepresst, dieses ist dann auch nach periapikal gelangt. Der Grund war eine in der ersten Sitzung erkennbare chronische periapikale Exudation in das Kanalsystem.

Das mesial apikal konfluierende Kanalsystem hatte apikal #60. Die Wurzelfüllung erfolgte mit AH+ und thermisch vertikaler Kondensationstechnik, distal apikal war der Durchmesser größer #60 mit einer Resorptionslakune. Der Verschlüsselung erfolgte mit ProRoot MTA ohne kollagens Widerlager.

Nun war wieder ein Recall fällig und ich bin schon erstaunt, daß nach 3 Jahren ein derartiger, unverhoffter Heilungsprozeß erkennbar ist.

Röntgenbildinterpretation

Für die Behandlung eines Falles habe ich ein Ausgangsröntgenbild und ein DVT bekommen.

Erst ein kurzer Blick und Schlussfolgerung, muss man noch mal genau anschauen.
Später habe ich genau geschaut und dazu das mitgelieferte DVT betrachtet.

Ergebnis: Ich habe die Bilder nicht zusammengebracht.

Nun die Frage an die geneigte Leserschaft, wer hat eine Idee? Was ist hier im Zahnfilm zu sehen?
Das vermeintliche Korrelativ im DVT in der YZ Ebene entstammt einem Bewegungsartefakt.

Der Patient wurde überwiesen mit der Diagnose: P. apicalis 26.
Die Auflösung erfolgt heute abend in der Kommentarfunktion!

 

 

 

 

 

Eine Geschichte aus dem Endozän

Es ist schon einige Jahre her.
Bei einer Patientin haben wir den Brückenpfeilerzahn 44 endodontisch behandelt und dem Überweiser mitgeteilt, daß der Zahn als Brückenpfeiler auf Grund der Substanzschwächung nicht dauerhaft funktionieren wird.

Darauf wurde die Patientin zu einem implantologisch tätigen Kollegen überwiesen, der mit erheblichen Aufwand zwei Implantate 45, 46 inserierte.
Alles gut. Nur sagte der Kollege zum Abschluss: Und wenn der Endozahn bald nicht mehr funktioniert, dann setzen wir ein schönes Implantat da. Die Patientin antwortete: Dieser Zahn ist erst neu behandelt und hat fast soviel wir ein Implantat gekostet.

Nun nach ca. 8  Jahren sieht die Sachlage so aus: Die Ursache sieht der Implantologe darin, daß die Patientin plötzlich wieder mit Rauchen angefangen hat, Grund tragischer Todesfall in der Familie.

Was soll man jetzt tun?
Doch wieder eine Brücke inserieren. Die Patientin raucht bis heute. Einen neuen Knochenblock will der Chirurg nicht setzen.
Nun muss der „Endozahn“ wohl die Situation retten…

Recall eines Misserfolges, bzw. Glücksfalles

Misserfolge sind oftmals die lehrreichsten Fälle.
In der zahnmedizinischen Ausbildung wurden Instrumentenfrakturen als größter Fauxpas dargestellt. Dementsprechend sind viele Zahnärzte sensibilisiert.
Eine Instrumentenfraktur galt und gilt teilweise noch heute als größte Schande. Leider eine völlig unsinnige Haltung.
Heute muss man mit diesen Fällen offensiv umgehen. Wichtig ist – den Patienten informieren, davor über die Möglichkeit und danach, falls es passiert ist!

Ich kenne keine/n endodontisch tätigen Kolleg/in/en, der kein Instrument frakturiert hat. Und ganz wichtig: Niemand macht mit Absicht etwas schlecht.

Über so einen Fall einer Instrumentenfraktur möchte ich berichten. Ich bekam letztens ein Zufalls- Nebenbefund-Recallbild.

Und da war es sofort wieder, das Gefühl. Das Gefühl, wenn es einem in der Behandlung eiskalt den Rücken herunterläuft. In diesem Fall zweimal. Die absolute Hölle. Zweimal ein Instrument frakturiert. Die zweite Fraktur war absolut vermeidbar, was es noch viel schlimmer machte.

Die Patientin hatten wir aufgeklärt, daß die Therapie schwierig wird aber nicht unlösbar ist. In der ersten Behandlung sind dann zwei Instrumente frakturiert.

In diesem Fall war ich der Meinung mit Pathfile und Profile die Krümmungen ohne größere Kanaltransportation aufzubereiten. Zusätzlich zur SAF war der Eddy bei mir 2015 Standard. NaOCl 3% und Zitronensäure 10% waren die von mir eingesetzten Spüllösungen.

Die Aufbereitung des Zahnes 45 versuchte ich im VTVT (variabel Tipp, variabel Taper)- Modus mit Path- und Profile. Die 20.04, 25.02 und 30.02  waren auf Arbeitslänge. Die 25.04 fakturiert beim ersten Einsatz.
Mit Handinstrumenten konnte ich mich nach einiger Zeit etwas an dem Fragment vorbei mogeln. Was mich dann geritten hat eine vrogebogene Pathfile einzusetzen, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls frakturierte diese schnell, was eigentlich klar war.
Es gelang die Pathfile zu entfernen. Ein Teil der Profile konnten entfernt werden. Das frakturierte Instrument ganz zu entfernen oder vollständig zu passieren mißlang.
In der abschließenden WF konnten wir an Hand der Sealerextrusion hoffen, daß auch die Desinfektion in diesen Bereichen zumindest teilweise vorhanden war.

Nun sahen wir den Fall zufällig wieder. Ein Röntgenbild von 45 wurde angefertigt. ( VD Pulpitis…) Ein Glücksfall für die Patientin.

FFP2 Masken

Ein interessanter Beitrag zum Thema FFP2 vom SWR.

Auch wenn wir wahrscheinlich keine Masken aus BW haben, könnte es bei jedem anderen Lieferanten nicht groß anders sein.

Hoffen wir mal alle, daß die 80% schlechte Masken doch etwas schützen.
Hier der Link

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/fehlerhafte-masken-104.html

Und hier noch das Video dazu.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ffp2-normstreit-100.html

Face ID

Die Patientin wollte sich unbedingt während der Behandlung ablenken.
Sie hatte Musik auf Ihrem Handy und wollte diese per Kopfhörer hören. Das funktioniert sehr gut. Wir hatten immer den Kofferdam angelegt und die Längenmesskabel installiert und dann konnte es los gehen. Hat bisher immer geklappt.

Die letzte Patientin schaute auf ihr iPhone und nichts passierte. Face ID erkannte den User nicht wegen unseres Kofferdams. Ich kannte Fac ID nicht und konnte mir nicht erklären, warum die Patientin nun doch nicht Musik hörte. Bei der Passworteingabe darf niemand zuschauen wurde ihr eingeschärft.
Bei meinem iPhone 8 geht das Freischalten noch mit der Fingerkuppe. 

Erst nach der Behandlung kam die Aufklärung. Sie hat es trotzdem unbeschadet überstanden. Und hier gibt es eine Lösung, es ist auch ggf. mit der Maske problematisch.

Problem man benötigt eine Applewatch.

Dann muss man auch keine Angst haben das der Zahnarzt das Passwort mitbekommt.

 

 

Elements Obturation Unit

Uns verbindet eine Haßliebe. Die Obturation Unit von Sybron Endo. Wir haben 3 Geräte in der Praxis und wenn Sie immer funktionieren würde, wäre es mein Lieblingsgerät zur Wurzelfüllung.

Aber es spinnt immer mehr herum. Womit fing das an?
Wir haben immer bei einem großen Dentaldepot in Deutschland die Guttapercha-Kartuschen bestellt. Vor mehren Jahren kamen plötzlich neue Kartuschen. Diese waren sogar etwas besser, weil man eine längere Kanüle hatte. Das war der Nachteil des Gutteperchaextruders gegenüber der Pistolenartigen Geräte. Dafür hatte man aber eine gleichmäßige motorische Auspressung der Guttapercha.

Diese neuen Kartuschen sollen die vorherigen Kartuschen ablösen. Die gibt es nicht mehr.

Nach einiger Zeit tauchten doch wieder die Originalkartuschen beim Händler auf.
Wir nahmen es, wie es kam.

Es dauerte ein Weile und dann fingen unsere Guttaperchaextruder an zu spinnen. Mal heizten diese ohne Aktivierung hoch. Mal heizten Sie gar nicht, obwohl eine Kartusche eingelegt war.

Auf AERA bemerkten wir erstmals – es werden 2 Kartuschensysteme von Sybron Endo angeboten.

Die Namen der Kartuschen sind bei AERA, sorry man erlaube mir diesen Ausdruck bescheuert gelistet, weil sie genau das falsche Gerät implizieren.

Einmal:
Elements Obturation-Kartuschen 23G Medium
-> Beschreibung: Für Elements Free.
Auf der Rechnung erscheint dann:
Elements Guttapercha 23GA medium 1 €38,67 €38,67 RS 0 Kartusche Pa 10

und dann:
Elements Guttapercha-Kartuschen 23GA Medium
-> Beschreibung: Guttapercha-Kartusche zur Anwendung mit Elementsfree oder Elements Obturation Unit.
Auf der Rechnung erscheint dann:
Gutta Percha Cartridge 23GA 1 €38,11 €38,11 RS 0 medium body Pa 10

Fazit: Wer lesen kann ist klar im Vorteil, aber nicht immer.

Aber auch die Händler liefern mal das und dann mal das. Offensichtlich ist dieses System auch für sie zu erlesen.

Und die Bilder stimmen in AERA auch nicht über ein.

Was noch schlimmer wiegt. Wir als Zahnärzte haben nicht die Zeit das auseinander dröseln zu müssen.

Heilt es oder heilt es nicht? (3)

In dem letzen Beitrag hatte ich um die zeitliche Schätzung des Heilungsverlaufes gebeten. Vielen Dank für die Teilnahme.

Die Ergebnisse:

Antwort Stimmen Prozent
6 Monate 0 0%  
1 Jahr 0 0%  
2 Jahre 3 16%  
3-5 Jahre 12 63%  
Mehr als 5 Jahre 3 16%  
10 Jahre 1 5%  
mehr als 10 Jahre 0 0%

Ausgangspunkt war die oftmals gestellte Frage: Wann ist die Entzündung weg?

In dem vorgestellten Fall ist zur Dauer der röntgenlogisch erkennbaren Heilung ein Zeitraum von fast genau 7 Jahren vergangen.

Meine Antwort an den Patienten lautet auf diese Frage: Die Heilung dauert in der Regel genau so lange, wie der Zeitraum der Entstehung bis zur Manifestation der Entzündung.
Wir wissen allerdings fast nie, wie lange genau der letzt genannte Zeitraum war.

Der Zeitraum von 7 Jahren entspricht nicht dem im Paper „Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung“ genannten Zeitraum.

Was können Ursachen sein?
Der Fall wurde 2005/2006 begonnen zu behandeln. Die DGZ Stellungnahme ist vom Jahr 2004/2005. Es sind also keine wesentlichen Unterschiede im Jahrgang vorhanden.

Die Revision unter mikroskopischer Kontrolle war für mich zum damaligen Zeitpunkt sehr schwierig. Es war meine erste Thermafilrevision mit verkeiltem Carrier. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 5%, CHX,  und EDTA 17% und Ultraschallaktivierung.
Die Aufbereitung der Kanäle erfolgte mit Profile und ProTaper. Die Behandlung verlief zweizeitig und es wurde CaOH als Med. verwendet.

Mich überrascht der langsame Heilungsverlauf im Verhältnis zum Artikel der DGZ.
Die Aufbereitung, bzw. der shape ist nicht das, was ich als gut bezeichnen würde. Damit müsste auch die Desinfektion im apikalen Kanalbereich weniger effektiv sein.
Weniger Volumen an Desinfektionsmittel und der Transport per Kanüle dahin war von mir weniger überwacht als heute. Aber es heilte.
Ein weiterer oder anderer Grund könnten die apikalen Sealer-Puffs durch die erste endodontische Behandlung und Thermal WF sein. Im Bereich dieser mir leider nicht bekannten Sealerreste könnte ein verlangsamte Heilung eingetreten sein.

Überpresstes Wurzelfüllmaterial ist für Schilder 1967 ein Hinweis für die erfolgreiche dreidimensionale Wurzelfüllung.
(Schilder, H. (1967). „Filling root canals in three dimensions.“ Dent Clin North Am: 723-744.;)
Es gibt in der Literatur Angaben, daß die Heilung bei Sealer Überpressungen um 32% geringer ist.
(The impact of sealer extrusion on endodontic outcome: A systematic review with meta-analysis.; Aminoshariae A, Kulild JC.; Aust Endod J. 2020 Apr;46(1):123-129. )

Ein Grund um biokompatiblere Sealer zu nutzen?

Möglicherweise, aber auf Wurzelspitze finden wir Fälle die schneller ausheilten, beispielsweise hier.

Ein weiterer Fall aus meiner Praxis um 2006, zeigte die apikale Heilung ohne Sealerextrusion im Bereich von 5 Jahren. Leider kam es zu einer VRF nach ca. 13 Jahren. Auch hier ein etwas längerer Heilungsverlauf.
Ich kann nicht einschätzen, warum das so ist. Aber es erscheint mir eine Verquickung mehrere Dinge zu sein – 1. Röbildauswertung -Heilungsphase oder auch Stagnation wird oftmals Fällen zu schnell vermutet, 2. Behandlerfähigkeiten, wie in dem Fall von mir und möglicherweise 3. gewebetoxische Materialien und 4.Schwierigkeiten und Biofilmpersistenz in Revisionsfällen.

 

 

Heilt es oder heilt es nicht? (2)

Vielen Dank für die Teilnahme!

Es ist, wie erwartet gekommen. 12 Zahnärzte, 13 Meinungen… ;-)

Nein, Spaß bei Seite, aber es gibt verschiedene Einschätzungen. Dabei waren Röntgenbilder einfach zu befunden. Die Qualität der Aufnahmen lies dies gut zu.
Nun müssen wir uns fragen, woran liegt das?

  1. Jeder Teilnehmer hat sehr wahrscheinlich eine andere Arbeitsumgebung bei der Beurteilung gehabt.
    ( Monitor !!!, Umgebungslicht !!!, ausgeruhte Augen !!, Tageszeit !!, etc.)
    Da ich dies nicht beeinflussen kann habe ich es nicht erwähnt. Für die Praxis sollte jeder entsprechende Voraussetzungen geschaffen haben!
  2. Wie gut ist unsere Sehleistung. Trage ich die erforderlichen Sehhilfe. Ist die Korrektur
    gut eingestellt.
  3. Die Aufnahmen sind nicht 100% in der selben Ausrichtung erfolgt.
    Eigentlich wäre das techn. sicher gar nicht so schwer umsetzbar und für QM, Wissenschaft und Zahnärzte von Interesse.
    Aber das ist für alle Teilnehmer in der Betrachtung gleich gut oder schlecht.

Nun die Auflösung.

Meinen Patienten sage ich, wir können die Heilung nicht 100% genau auf den Bildern erkennen, weil der ein Zahn 3 dimensionales Objekt ist und wir diesen auf einem 2 dimensionalen Bild nur begrenzt für unser Auge darstellen können.

Mir erscheint die Regeneration (apikal distal) im Zeitraum zwischen Bild 9 und Bild1 0 abgeschlossen zu sein. Die Antwort Bild 10 wäre für meine Betrachtung, die richtige Antwort. Ich habe in der Auflösung die Stelle markiert, welche für mich entscheidend war.

Ein DVT würde uns genauer sagen können, wie die apikale Situation aussieht. Nur ist die Frage ist in so einem Fall ohne Symptome ein DVT indiziert. Für mich als Behandler nicht, da keine Therapieentscheidung getroffen werden muss.

Jetzt kommt die nächste interessante Frage nach wieviel Monaten/Jahren ist dies erfolgt.

Take Our Poll

Heilt es oder heilt es nicht? (1)

Wann ist ist die Entzündung weg?

Diese Frage bekomme ich sehr oft von den Patienten zu hören. Was soll man dann sagen?

In der Wissenschaftliche Stellungnahme des Endodontie-Beirates der DGZ „Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung“ wird eine 4 jährige röntgenlogische Kontrolle angeraten.
Das müsste dann heißen, daß dann eine 
Heilung zu erwarten ist.

Nun muss man definieren, wann eine Heilung eine Heilung ist.In endodontischen Fachkreisen spricht man von einer Heilung, wenn im Röntgenbild der Desmodontalspalt in schmaler Linie um die Wurzel nach verfolgbar ist.

Es gibt seltene Ausnahmen.
Allerdings spricht Friedman auch: Infrequently after nonsurgical treatment, very extensive lesions can heal without total resolution of the radiolucency, when fibrous tissue occupies the periapical space.
Prognosis of Healing in Treated Teeth with Endodontic Infections; Shimon Friedman
Endodontic Microbiology, Secound Edition; First published: 11 February 2017

Sollte keine Heilung erkennbar sein, muss man differential diagnostisch eine radikulären Zyste, eine Keratozyste, ein eosinophiles Granulom oder ein Riesenzellgranulom in Erwägung ziehen. Abhängig von der Größe ggf. einen Tumor.
Endodontie 27 (2018), Nr. 1, Seite 55-57; Wie ging es weiter mit …; Arnold, Michael

Die Ausnahmen möchte ich zunächst nicht betrachten.
An Hand einer Übersicht eines Falles bitte ich Euch mir kurz eine Zahl zu benennen, an Hand der Eurer Meinung nach die vollständige Heilung vorhanden ist. Vielen Dank für die Teilnahme!

Take Our Poll

 

Die „radiologische Zyste“ (4a)

Im vorliegendem Fall habe ich lange eruieren müssen.

Die Anamnese ist wichtig um wenigstens etwas die damals gestellte Diagnose und Tharepie zu verstehen.
Es erfolget eine Resektion von palatinal um die vestibuläre Gingiva zu schonen.
Das waren die Aussagen der Patientin. Die Behandlung erfolgte an einer Unviversitätsklinik. Mehr wusste sie nicht. Unterlagen zu erlangen erwies sich trotz schriftlicher und telefonischer Anfragen als unmöglich.
Zwei Röntgenbilder zum Fall haben wir vom Hauszahnarzt erhalten. Dieser wusste aber auch nichts näheres.
Im DVT sehen wir den operativen Zugang nach mehr als 5-10 Jahren.

Nicht nur die Blutung ist bei diesem Zugang ein Problem. Es kommt die indirekte Sicht und die damit verbundene optische Behinderung hinzu. Der Zahn ist austherapiert, war unsere Einschätzung und die langfristige Erhaltung des Zahnes war kritisch zu betrachten.
Trotzdem verlangte die Patientin einen Erhaltungsversuch.
Von diesem erwartete ich eine mögliche Verkleinerung der apiakeln Osteolyse um eine Implantation vorhersagbarer zu gestalten. Das geschah in Absprache mit dem Hauszahnarzt, einem Kieferchirurgen.
Unter diesen Vorstellungen erfolgte die weitere Therapie.

Nach nunmehr mehr als 5 Jahren hat mich das röntgenologische Ergebnis überrascht. Eine derartige „Osseointegartion“ der reduzierten Zahnwurzel hatte ich nicht erwartet.
Für mich ein Glücksfall und kein vorhersagbarer Therapieerfolg.
Die Patientin war nicht überrascht. Sie hatte nichts anderes erwartet…
Auch in diesem Fall können wir nicht beurteilen ob eine Zyste beteiligt war. Die Anamnese lässt eine iatrogene Beteiligung an der Größe der endodontischen Läsion möglich erscheinen.

Therapie:
Nach der Wntfernung der prothetischen Restaurationen, einschl. Stift erfolgte eine weiter Aufbreitung des Kanalsystems. Dies gelang mittels Niti-Instrumentenbis zur apikalen Aufbereitunsgröße von #60. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 5%, der Smearlayer wurde mit Zitronensäure 10% entfernt. Die Spüllösungen wurden mit Ultraschall und Schall aktiviert. Der apikale Verschluß des Neoapex erfolgte mit ProRoot MTA weiß und einem apikalem Widerlager mit Resorba.

In der Röntgendokumentation sehen wir einen deutlichen Heilungsverlauf. Dieser war nach WSR und Zystektomie nicht erkennbar. Nun ist die Frage können wir daraus schlußfolgern, daß es keine Zyste war. Ich glaube nicht, daß wir das können. Das wichtigste, was wir wieder bestätigt finden, keine WSR ohne Revision.

Erklärung zu den Fotos. Die Aufnahmen der klinischen Bilder der vestibulären Gingiva erfolgten nach Therapieabschluß, da wir einen Erfolg als unwahrscheinlich ansahen und lediglich noch einmal die klinisch gingivale Situation für eine Implantation dokumentieren wollten. Wir werden den Fall weiter verfolgen.

Die „radiologische Zyste“ (4)

Im letzten Fall zu dem Thema haben wir eine merkwürdige Ausgangssituation.

Die Patientin wurde uns von einem Oralchirurgen überwiesen, mit der Bitte noch mal zu prüfen, ob der Zahn zu erhalten ist. Die Patientin wünscht den unbedingten Erhalt des Zahnes und lehnt eine Implantation ab.
Diagnose: Z.n. WKB, WSR und Zystektomie vor mehr als 3 Jahren

Befunde: kein Lockerungsgrad, keine erhöhten Sondierungstiefen, keinerlei  Narbenbildung nach WSR.
Es besteht kein Perkussionsschmerz lat/inz, kein Aufbisschmerz, nur ein ständiges Druckgefühl.

Wie passen das Ausgangsbild, die Anamnese und die klinischen Bilder und Befunde zusammen?

 

 

Die „radiologische Zyste“ (3)

Fall 2 aus den vorgestellten Beispielen.
Die Patientin, selbst Zahnärztin, wurde uns von einem Kollegen überwiesen.
Folgenden Bericht habe ich erhalten:

Sehr geehrter Dr. XXXX,

anbei sende ich Ihnen Röntgenaufnahmen der oberen Schneidezähne einer an Sie überwiesenen Patientin, angefertigt am 3.8. & am 24.11.2020. Bei der Patientin wurde im vergangenen Jahr eine Parodontitisbehandlung durchgeführt. Am 3.8. stellte sie sich mit einem vestibulären submukösen Abszess regio 11/21 in der Praxis vor. Ich bin von einer parodontalen Genese ausgegangen. Es wurde inzidiert und die Abszesshöhle über die Inzisionswunde auskürettiert. Zum Sulkus bestand nur eine sehr schmale Verbindung, in diesem Bereich erfolgte ein Scaling der Wurzeloberfläche. Es kam zum vollständigen Abklingen der Symptome. Am 24.11. erschien die Patientin erneut, diesmal mit einem Abszess palatinal. Die röntgenologische interradikuläre Aufhellung erscheint inzwischen aber verkleinert & schärfer begrenzt. Eine mögliche endodontische Beteiligung ist schwer einzuschätzen, der Kältetest ergibt an allen Frontzähne keine Reaktion. Ich habe gehofft, dass eine DVT mehr Klarheit und eine bessere Prognosestellung hinsichtlich der Erhaltungsfähigkeit der Zähne 11 & 21, aber auch des von einem tiefen Knocheneinbruch betroffenen 22 bringen kann. Deshalb bitte ich Sie um die Anfertigung eines DVT + eine Einschätzung, ob eine Weiterbehandlung Ihrerseits aus Ihrer Sicht empfehlenswert erscheint.

Klinisch konnten wir keine Anzeichen für eine Schwellung oder Fistelung erkennen. Die Patientin, 84 Jahre, erwähnte eine geschlossene PA Behandlung vor einigen Wochen.
Die Lockerungsgrade lagen bei allen 4 Frontzähnen bei I-II. Die Sondierungstiefen lagen über 8mm 22m und zwischen 6-8mm an den anderen 6 Messpunkten je Zahn.

Wir haben die Diagnostik erweitert und die Sensibilität elektronisch geprüft.

Folgende Werte wurden damit auf einer Skala von 1-65 gemessen. Wir messen dies in unklaren Fällen von labial und von palatinal. Wenn es labial eindeutig ist, messen wir pal. nicht. Zur Messung benetzen Wir die Elektrodenspitze mit CHX Gel. Folgende Werte wurden gemessen:

12 kalt: ?, Elektr.: lab. 34, pal. –
11 kalt: ?, Elektr.: lab. 64, pal. 25
21 kalt: ?, Elektr.: lab. 65, pal. 24
22 kalt: ?, Elektr.: lab. 64, pal. 63

Im Anschluß haben wir ein DVT angefertigt.

Unsere Diagnose: P. marginalis mit vertikalen Knocheneinbrüchen, Regio 11, 21 Verdachtsdiagnose infizierte Zyste des Ductus nasopalatinus.

In diesem Fall ist die Möglichkeit gegeben, daß eine nichtodontogene Zyste durch den partodontalen Zugang infiziert wurde.
Wikipedia meint zur nasopalatinalen Zyste:

Die nasopalatinale Zyste ist auch unter der Bezeichnung „Zyste des ductus nasopalatinus“ bekannt. Sie entsteht aus Epithelresten des Ganges, der zur Embryonalzeit die Mund- mit der Nasenhöhle verbunden hat. Dieser Gang besteht nach der Geburt nur noch aus einem Knochenkanal (Canalis incisivus), durch den die gleichnamigen Gefäße und Nerven verlaufen. In seltenen Fällen kann sich in diesem Gang eine Zyste bilden, die aufgrund ihrer Ursache streng median (in der Mitte) lokalisiert ist. Im Röntgenbild ist eine solche Zyste (herz- oder birnenförmig) evtl. von einer an den Wurzelspitzen der mittleren oberen Schneidezähnen gelegenen radikulären Zyste nur schwer zu unterscheiden. Eine Sensibilitätsprüfung kann hier Gewissheit geben.

Therapieempfehlung: Ggf. chirurgische Therapie, Vorstellung der Patientin in einer parodontologisch spezialisierten Praxis.
Senisbilitätskontrolle 22 in 3 Monats abständen, 12-21 halbjährlich.

Literatur:

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Die „radiologische Zyste“ (2)

Über die „Un“Möglichkeit an Hand eines Röntgenbildes eine Zyste zu diagnostizieren hatte ich bereits geschrieben.
Quintessenz: Die Diagnose Zyste als Verdachtsdiagnose oder als eine Differentialdiagnose mit Verdacht angegeben.

Der erste Fall aus dieser Reihe

Die Patientin stellte sich ohne Beschwerden, ohne Symptome bei uns vor. Der apikale Befund war ein Zufallsbefund.
Klinische Befunde zeigte eine negative Sensibilität an 24 und 25. Auf Perkussion gab die Patientin keinen Schmerz an. Eher eine Art dezente Mißempfindung an 25. Der Lockerungsrad ist 0 und die Sondierungstiefen liegen zwischen 2-4mm.

Im Röntgenbild ist eine raumfordernde, scharf begrenzte, hypodense, weichteildichte Struktur im Sinne einer P. apicalis, differentialdiagnostisch radikalere Zyste zu erkennen.

Es wurde ein DVT angefertigt.

Die Patientin wurde zur geplanten Behandlung  beraten.
Die endodontische Behandlung steht an erster Stelle. Nach Röntgendiagnostik in Abständen von 6/ 12/ 24 Monaten können wir entweder eine Heilungstendenz/Heilung beobachten oder wir sehen eine weiter bestehende röntgenlogische Situation.
In diesem Fall ist die Differentialdiagnose Zyste wahrscheinlich oder ein persistierender periapikaler auf der Wurzeloberfläche aufgelagerter Biofilm.
In diesen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff indiziert. Entweder in Form einer apikalen Kürettage oder Teilreketion der Wurzel.

Die endodontische Behandlung wurde wie besprochen durchgeführt.
Nach 6/12 Monaten ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar, die derzeit eine entsprechende chirurgische Intervention nicht notwendig erscheinen lässt.

War es nun keine Zyste?

Wir wissen es nicht. Alles ist möglich…
Literatur:
Proliferation of Epithelial Cell Rests, Formation of Apical Cysts, and Regression of Apical Cysts after Periapical Wound Healing
Louis M. Lin, BDS, DMD, PhD,* George T.-J. Huang, DDS, MDS, DSc,† and Paul A. Rosenberg, DDS*

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Die „radiologische“ Zyste

Und da war sie wieder die Diagnose: Zyste. Radiologisch erhoben. Am Telefon von einem Kollegen, der wiederum hat sie von einem Kieferchirurgen und wo der diese Diagnose her hat, weiß ich nicht.

Die Definition Zyste: Zysten sind als pathologischer Hohlraum mit epithelialer Auskleidung definiert.

Quelle: Johnson N R, Gannon O M, Savage N W, Bat­
stone M D: Frequency of odontogenic cysts
and tumors: a systematic review. J Investig Clin Dent 5: 9–14 (2013)

Nun stellt sich mir die Frage, kann ich im Röntgenbild ein Epithel erkennen?
Nein.
Kann ich dann die Diagnose Zyste stellen?
Nein.
Dann sollte als Diagnose eine Verdachtsdiagnose oder eine Differentialdiagnose mit Verdacht angegeben werden.

In der Endodontie 2019 kann man das wunderbar  nach lesen:

Radiologie
Die mitgebrachten radiologischen Aufnahmen wurden zur Diagnostik mit herangezogen: Das OPG (Abb. 1) zeigt ein bleibendes adultes Gebiss mit persistierendem Milchzahn 85. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war der Zahn 21 noch in situ. Die zarten und inhomogenen Verschattungen im In neren des Zahns sind als Zeichen einer versuchten Wurzelkanalbehandlung zu interpretieren. Apikal und lateral der Wurzelspitze des Zahns 21 sind re- lativ scharf begrenzte, rundliche Aufhellungen zu erkennen. Die Zähne 21 und 22 sind im Bereich der Wurzel deutlich divergent. Die Osteolyse er- streckt sich scheinbar polyzystisch (2-kammerig) nach kranial bis oberhalb der Spina nasalis und verdrängt die faziale Kieferhöhlenwand. Die Ein- zelzahnaufnahme (Abb. 2, gleiches Datum) bestätigt die Osteolysen in Regio 21/22.
Aufgrund der geplanten Zystektomie und der Größe der Zyste wurde alio loco ein Dental-CT
Abb. 2 Einzelzahnaufnahme gleichen Datums mit apikaler Par- odontitis an Zahn 21.
angefertigt. Das vorhandene axiale Schnittbild auf Höhe der Wurzelspitzen (Abb. 3) zeigt zwei von- einander getrennte Zystenlumina in die einerseits Zahn 21 und andererseits Zahn 22 bis 24 hineinragen. Es ist eine deutliche Auftreibung der vesti- bulären Kortikalis von 22 bis 24 zu erkennen. Die zum Palatum durum gerichtete Auftreibung ist nur minimal.
In den sagittalen Schnittbildern (Abb. 4 und 5) sind in Abhängigkeit von der Schnittpositionie- rung entweder ein oder zwei getrennte Zystenlu- mina zu sehen.
Nach der Befundung der Röntgenbilder wurde die Verdachtsdiagnose einer infizierten Zyste ausgehend von der Invagination an Zahn 22 gestellt.

Endodontie 28 (2019), Nr. 3, Seite 365-369
Zwei benachbarte Zysten
Bürklein, Sebastian / Schäfer, Magdalena

Nun stelle ich drei Röntgenbilder vor und bitte um die Bewertung Verdachtsdiagnose Zyste oder röntgenlogisch erkennbare apikale Aufhellung, oder was noch?

Recruiting

Wer hat keine Personalnot? Der kann trotzdem weiter lesen.

Vor 12 Monaten hätte ich gesagt, ich habe keine Not.

In 12 Monaten hat sich alles verändert.
2 Mitarbeiterinnen wurden schwanger, 1 ist in Elternzeit.
1 weitere Mitarbeiterin ist von heute auf morgen aus familiären Gründen verzogen. Das ist für eine kleine Praxis mit 2 Behandelrn eine Katastrophe. Zumal wir ein sofortiges Beschäftigungsverbot für die schwangeren Mitarbeiterinnen ausgesprochen haben. 

Als fast Krönung ist auch die Putzfrau aus Angst vor einer Cvid-19 Infektion zeitiger in Pension gegangen – zum selben Zeitpunkt.
Und gibt es noch etwas zum Steigern?
Ja, unser Thermodesinfektor, Getinge ist ausgefallen und seit dem 14.08.2020 steht er beim Händler und soll repariert werden. Getinge liefert nicht die notwendigen Teile, bzw. nennt keine Liefertermine. ( Stand 22.11.2020 – immer noch defekt )

Wie soll man mit diesen Veränderungen umgehen?
Ehrlich gesagt bin ich jetzt froh, daß mich 40 Jahre Sozialismus etwas abgehärtet haben.
Allerdings hilft das bei den derzeit verrückten Materialengpässen in Kombination mit den oben genannten Probleme immer weniger.

Was tun?
Zunächst haben wir auf einschlägigen Portalen annonciert. Arbeitsamt, KZV Seite, Indeed, Ebay Kleinanzeigen etc.
Ergebnis: Man lernt unglaublich viele Recruiting Teams kennen. Alle bieten gerade Sonderpreise an. 

Hat mein einmal auf indeed annonciert wird man mit Recruiting-Mails überschwemmt.
Nimmt man die Annonce raus, sind sofort weniger Recruiting-Mails.Mobile Recruiting – mit dem Smartphone neues Personal finden…
Schnellestelle.de

Wir haben viel Geld für Klicks und keine Bewerbungen ausgegeben. 

Recruiting – Rekrutieren habe ich zuletzt in der Nationalen Volksarmee gehört. Da war ich Rekrut. Das war eine wenig angenehme Zeit.
Und nun sind Sie wieder hinter mir her und wollen mich, oder vielleicht auch für mich rekrutieren. Für mich ist dieses Wort schlecht besetzt. Aber Anglizismen sind in.
Mehr Infos gibt es auch in diesem Wiki.

Unsere Versuche über Ebay Kleinanzeigen brachte:

  • 114 Besucher
  • 2 mal gemerkt

Kosten: 2 x €18,95 (Topanzeige)  gesamten November

Indeed:

  • 21 Klicks
  • 1 Bewerber – Zahnarzt die eine Stelle suchte, keine ZMF. Dafür musste ich noch €12,58 extra zahlen, obwohl es nicht zum Bewerberprofil passte

Kosten: €73,63
Obwohl ich die Anzeige erst wieder im Oktober aktiviert habe, sind Gesamtkosten seit August von €200,32 entstanden. Hier fehlt mir die Transparenz.
Seit wir die Annonce pausiert haben, kommen auch keine Personalvermittlermails.
Haben wir deren Klicks bezahlt? Wahrscheinlich…

Verstärkung haben wir bekommen durch eine ehemalige Mitarbeiterin. Die Einarbeitung ist dadurch leichter, da die Arbeistabläufe nicht ganz unbekannt sind. Sie ist glücklich wieder bei uns arbeiten zu können.
Mal sehen, wie es weiter geht. Wir suchen weiter – über unsere Mitarbeiterinnen und Ebay Kleinanzeigen. Ach, ja und über das gute alte Arbeitsamt auch weiterhin. Das hat uns ebenso Bewerberinnen eingebracht. Eine aus dem Endobereich, nur leider unbedingt jetzt ZMP werden möchte.

 

Recall

immer wieder laden wir von uns behandelte Patienten zu einem Recall ein.
Wirtschaftlich betrachtet ein Wahnsinn. ( ä1, Rö2 ). Die Patienten kommen mitunter nicht, sagen nicht ab und man hat eigentlich genügend Patienten die auf einen kurzfristigen Termin warten. Wir hofften mit einer SMS Erinnerung mehr zu erreichen. Diese hat sicher die Vergesslichen erinnert. Aber es gibt trotzdem noch einiges an Ausfällen.

Wir wissen nicht, warum der Patient nicht kommt.
Ist der Zahn entfernt, ist der Zahn so schmerzfrei, daß er vergessen wurde samt Termin, oder, oder, oder.
Wir lassen uns nun häufiger Röntgenbilder vom HZA zusenden und befunden diese. Ist häufig auch nicht optimal.
Nun schrieb uns ein Patient noch vor der SMS eine Mail:

Sehr geehrter Herr Dr. xxxx,
Sehr geehrtes Praxisteam,
ich habe am 24.11. um 8 Uhr 30 einen Kontrolltermin den ich absagen muss, ich befinde mich auf Montage in Brandenburg und kann den Termin nicht wahrnehmen. Ich bitte um Entschuldigung, möchte Ihnen auf diesem Wege noch mal herzlich für Ihre perfekte Arbeit danken, ich bin sehr froh das Sie mich von meinen Schmerzen befreit haben…..
DANKE
für Sie und Ihr Team alles Gute, bleiben Sie gesund.
Mit freundlichen Grüßen 

xxxx

Das ist eine Nachricht die uns freut und hilft auch wenn wir kein Röntgenbild haben werden. Deshalb werde ich zukünftig die Patienten, welche nicht kommen, bitten, uns mitzuteilen ob es Probleme gab oder gibt.
Hier der Fall.

Notfall – Fragmententfernung

Die Fragmententfernung ist bei gut einsehbaren Fragmenten zu einem Routinefall geworden.

Letzte Woche hatten wir so einen Fall. Im ersten Moment waren wir, insbesondere ich erstmal ziemlich ratlos.
Uns ist ein großes Fragment abgebrochen. Nach der Wurzelfüllung.
Vom Hitzeplugger ist das (apikale), bzw. untere Stück abgebrochen und im Handstück der Obturation Unit verblieben. Der Mitarbeiterin ist das nicht aufgefallen.
In der Vorbereitung der nachfolgenden Behandlung mit Wurzelfüllung entstand nun ein Problem. Zum Glück haben wir noch ein Zweitgerät. Der Zeitverzug war trotzdem da. Die Konzentration auf den nächsten Fall war weg…

Am Abend dann die Diagnostiksitzung. Erstmal das Teil aufgeschraubt, um festzustellen, so kommt man nicht an das Problem heran.
Unter mikroskopischer Kontrolle ließ sich dann schnell feststellen, da steckt noch etwas drin.
Mittels Ultraschall vorsichtig agierend, tat sich nichts.
Ein Fall für den Fragremover. Nach 2 Minuten war alles erledigt und raus.

Ich möchte nicht wissen, was an Reparaturkosten entstanden wäre.

Covid-19

Es ging schon eine ganze Weile. In Leipzig sind besonders wenig Covid-19 Fälle.
In Sachsen die geschützte Großstadt.
Ist das so?

Es erschien nicht logisch und kaum erklärbar.
Bis ich diesen Artikel las.

Und zur selben Zeit hatten wir erste Informationen erhalten, daß wir in der Praxis infizierte Patienten behandelt haben. Zuerst kam die Info vom Patient. 5 Stunden später kam die Meldung vom Gesundheitsamt. Nach dem wir unsere Schutzmaßnahmen erwähnten, ffp2-Maske für Behandler und Assistenz, 1% ige H2O2 Mundspülung des Patienten für 1 Minute, Behandlungen weitgehend unter Kofferdam, Rezeption Spuckschutz und Nasen/Mundschutz, kein Kontakt im Wartebereich mit weiteren Personen, P 2,5 Partikelfilter im Behandlungsbereich und Wartebereich und zwingende berührungsfreie Händedesinfektion beim Praxiseintritt wurde uns gesagt: Sie können weiter behandeln keine weiteren Maßnahmen notwendig. Kein Test.
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Test erfolgt. Die Assistenz zeigte Symptome einer Tonsillitis allerdings bereits vor Covidkontakt, die Behndlerin war symptomfrei. Beide Tests waren negativ.
(Der Covid-19 Kontakt erfolgte bei einer Wundrevision ohne Kofferdam.)

Zwei Wochen später hatte eine Assistenz Covid-19 Kontakt ohne Sicherheitsabstand, ohne Mundnasenschutz über 3-4 Stunden am Vortag und 5 Tage zuvor mit der selben Person. Sie hatte keine Symptome. Das Gesundheitsamt hat uns nicht informiert.
Ein PCR Test wurde von mehreren Ärzten abgelehnt. Trotz der Zusage durch die LZK Sachsen, daß für jeden Mitarbeiter ein Test pro Woche möglich ist.
Die Mitarbeiterin musste nach einer langen Arztodysee zum 30km außerhalb liegenden Flughafen (Testcenter) fahren um sich testen zu lassen.
Der Test war negativ.
Nun frage ich mich nicht mehr, warum wir weniger Fallzahlen haben. Es wird wahrscheinlich auch weniger getestet. 

Eine Woche später diese Meldung:

COVID-19: Sachsens Zahnärzte dürfen sich selbst und Personal testen
Ab sofort haben Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte in Sachsen die Möglichkeit, SARS-CoV-2-Antigentests als sogenannte PoC-Antigen-Tests (Point-of-Care-Antigen-Schnelltests) ausschließlich für sich selbst und das Praxispersonal eigenverantwortlich direkt in den eigenen Praxisräumen durchzuführen – und dies einmal wöchentlich. Dabei dürfen nur Antigen-Tests verwendet werden, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte listet.
Es wird dringend empfohlen, den Schnelltest nur bei asymptomatischen Mitarbeitern durchzuführen. Personen, die Symptome zeigen und/oder mit Infizierten persönlichen Kontakt hatten, sollten sich immer an das Gesundheitsamt oder eine ärztliche Praxis für einen PCR-Test wenden.

Es sind noch nicht alle Abrechnungsmodalitäten geklärt. Laut KZV Sachsen steht jedoch fest, dass lediglich die Sachkosten für den Antigen-Schnelltest in Höhe der Beschaffungskosten von maximal 7 Euro je Test, abzüglich 3,5 % Verwaltungskosten erstattet werden. Vermutlich wird die Abrechnung je Quartal erfolgen.
In jedem Fall ist ein Nachweis über den angewendeten Test zu führen und die KZV Sachsen rät, Rechnungen, Lieferscheine und Testnachweise für die Abrechnung aufzubewahren.

 

Quintessenz für mich: Schütze Dich selbst mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Niemand anderes macht das für Dich und verlass Dich nicht auf Versprechungen.

Tests sind nicht einfach zu bekommen und Antigentest benötigen immer eine Bestätigung im positiven Fall durch einen PCR Test. 

 

 

CD in der Praxis für DVT mit Patientendaten bedrucken.

Häufig kommen Patienten in unsere Praxis mit der Fragestellung: Erbitte DVT …

Das DVT erstellen und die entsprechende Datei auf eine CD zu brennen ist keine große Hürde. Diese CD wurde dem Patienten ausgehändigt.
Die Beschriftung erfolgt mit einem Folienschreiber.

Der Patient zahlt in der Regel einen dreistelligen Betrag dafür und bekommt ein Papiertütchen mit einer selbstgebrannten CD und schwer lesbarer Beschriftung.
Das entsprach nicht meinen Vorstellungen.

Weiter im WURZELSPITZE Plus – Beitrag geht es hier.

Heilung Express oder Radiodontics

Die Patientin kam in unsere Praxis ohne Beschwerden am Zahn 16.
Eine Brücke war vor mehreren Monaten inseriert und nun imponierte eine Fistel am Zahn 16. Lockerungsgrade waren nicht messbar, die Sondierungstiefen waren nicht erhöht.

Im angefertigten DVT stellte sich eine ausgedehnte P. apicalis an jeder Wurzel dar. Selbst interradiculär erschien die Ostelyse manifest zu sein.
Alles sprach für eine verhaltene Prognosestellung. Sie Patientin wünschte unbedingt den versuch der Erhaltung, da eine Implantation für Sie nicht in Frage kam.

Die Behandlung lief fast nach Plan. Der Kanal mb2 war nicht patent. Für uns ein weiterer Hinweis für ungünstiges Prognose. Beschwerden hatte die Patientin nie.

Im 6Monatsrecall überraschte uns die Patientin mit einem fast vollständigen Heilung im 2D Röntgenbild. Der Fistelgang, bzw. das Fistelmaul war nicht mehr erkennbar.
Gerne hätte ich mir das Ergebnis im 3D Röntgenbild bestätigen lassen. Für uns war aber keine ernsthafte therapeutisch Indikation gegeben.
Oder hätten Sie anders entschieden?

 

Zirkonimplantat (?)

Die Patientin kam mit Beschwerden zu uns. Ein Druckgefühl links oben Regio 25. Manchmal hatte sie auch ein Taubheitsgeühl.

Der Zahn 26 erschien uns als mögliche Ursache. Die Sensibilität war fraglich, der Lockerungsgrad 0 und die Sondierungstiefen waren zirkulär zw. 4-6mm. 27 zeigte eine eindeutig positive Sensibilität auf Kälte palatinal und buccal.

Im Zahnfilm war die apikale Region von 26 fast unauffällig. Das Keramikimplantat zeigte allerdings nach 2 Jahren vertikale Knochenein- brüche. Im angefertigten DVT waren ungewöhnlich große Artefakte durch das Implantat zu erkennen. Bisher hatten wir derartige Artefakte noch nie gesehen.
Laut Hauszahnarzt ist dies ein einteiliges Zirkonimplantat.

Wir arbeiten mit dem F40 von Morita, da stellt sich die Frage, wie sehen diese Aufnahmen mit dem X800 aus? Die Artefakte sollen deutlich reduziert sein.
Wer hat eine Antwort?

Im klinischen Bild zeigt sich eine Vertikalfraktur, die in beide mesiale Kanäle zog. Leider für uns ein Zahn aus der Kategorie: Unrettbar.

Anbei die Bilder:

IrriFlex

Uns wurden zwei Probeexemplare der Kunststoffkanüle IrriFlex zugesendet. Das Probeexemplar war schnell vergessen und lag deswegen eine ganze Weile herum…

Zum Spülen verwenden wir NaviTips (NaviTip Sideport Ø 0,28 mm) von Ultradent. Diese verwenden wir auch zum Applizieren von Ultracal in das Kanalsystemm. Zuvor muss die Kanüle aber mit Natriumhypochlorit gepült und NICHT ausgeleert werden. Durch das verbliebene NaOH entsteht eine Kapillarwirkung und das Ultracal kann dann leicht appliziert werde. Diesen Tipp verdanke ich meinem Kollegen Jörg Schröder aus Berlin.

Jetzt hoffte ich, die IrriFlex dafür verwenden zu können. Durch die Beweglichkeit erhoffte ich mir im gekrümmten Kanalsystem eine bessere apikale Applikation. Leider gelingt das gar nicht. Auch nicht mit Jörgs Methode. Der Innendurchmesser ist wahrscheinlich kleiner als der des Navitip Sideport.

Kostenvergleich laut Aera:
Irriflex/ Sack. = € 0,99 ct + Ust.19%
NaviTips Sideport 27mm grün UP5123/UP5124  = € 1,14 + Ist.19%

Jetzt werden wir die IrriFlex im Vergleich zum Navitip Sideport einsetzen und nach einer entsprechenden Testung berichten.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Routine (2)

Eigentlich hätte dieser Fall es nicht bis zur Fallvorstellung geschafft.
Es war Routine.

Der Patient suchte uns mit dem Wunsch auf unbedingt den Zahn15 zu erhalten. Er hatte Beschwerden an dem fistelnden Zahn, wenn er flog.
Er ist Pilot und damit ist das suboptimal.

Der Zahn wurde bereits endodontisch behandelt und eine WSR erfolgte. Nun wollte man nochmal chirurgisch intervenieren. Der Patient wollte vorher eine Zweitmeinung hören.

15 zeigte keinen Lockerungsgrad und keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Krone hatte einen subotpimalen Randschluß.

Wir haben ihm nur bedingt zur Behandlung geraten, da der Substanzverlust nach der, man muss es hier so sagen, unsinnigen WSR erheblich war und eine Verringerung der apikalen Läsion mit Fistelheilung für eine mögliche spätere Implantation nicht unvorteilhaft ist.

Der Patient wollte aber unbedingt den Zahnerhalt.

Die Behandlung verlief routiniert, Entfernung des WF Materials, Entfernung der retrograden WF, Aufbereitung und Desinfektion der Kanäle, apikales kollagens Widerlager, Verschluß des Neoapex nach WSR mit ProRoot MTA,  thermoplastische WF und adhäsiver Verschluß.
Die prothetische Neuversorgung des Zahnes  wurde von uns nach dem 6 Monatsrecall empfohlen.

Die Behandlung dieses Zahnes war für uns zu Beginn dieses Jahrhunderts eine in unseren Augen, völlig aussichtslose Sache. Selbst eine nochmalige WSR, wie hier geplant war,  hätten wir nicht empfohlen.
Heute können wir im DVT erkennen, daß es gar keiner WSR bedurft hätte, sondern nur einer Revision mit der Behandlung des gesamten Endodonts.

Routine

Im heutigen Fall handelt es sich um eine reine Routinebehandlung.
Entfernung eines Instrumentenfragmentes und Fremdmaterial aus den Kanälen des Zahnes 25.
Vor 20 Jahren war das mal mein Traum…

In den Jahren 2000-2003 kam die Endodontie immer mehr in mein Blickfeld.  Zu viele Misserfolge haben mich gezwungen das ungeliebte Fachgebiet genauer zu betrachten.

Da gab es solche verrückten Kollegen, die mit einem Mikroskop in den Zahn schauten.
Das klang nicht uninteressant, aber die zu erwartenden Investitionskosten waren für mich utopisch. Es musste einfacher gehen.

Deswegen hatte ich einige Alternativen ausprobiert, wie beispielsweise Depotphorese mit Curapal. Aber auch das ließ die MIßerfolge nicht deutlich weniger werden.

Kupfer-Kalziumhydroxid (Cupral) hat einen 400fach höhere, keimtötende Wirkung) gegenüber herkömmlichen Medikamenten, welche im Wurzelkanal zur Anwendung gelangen, betonte Prof. Knappwost. Ihn hatte ich kontaktiert, weil ich wissen wollte, warum meine Misserfolge nicht dramatisch sinken. Er konnte es mir letztendlich nicht erklären.

Dann hörte ich von diesen neuen Nickeltitaninstrumenten.
Auf einer Dentalmesse erklärte mir eine nette Dame von Dentsply die Vorzüge. Und ich durfte mal am Stand probieren in einem Plastikblock. Es gab Protaper und Profile. Mit dem Protaper hatte ich ganz schnell eine Instrumentenfraktur geschafft. Die Profile waren deutlich weniger aggressiv. Diese bestellte ich sofort.
Am ersten Zahn, den ich behandelte nach einigen Tests am Plastikblock kam ich nicht wirklich vorwärts. Und meine Schlussfolgerung war, mehr Druck, damit die Feile nach unten geht. Die nachfolgende Fraktur hat mich in meiner ganzen weitern Praxistätigkeit nicht mehr losgelassen. Dieser Zahn war mein 100000 Eurozahn.

Viel mehr als diese Summe investierte ich in die nächsten Jahre an Weiterbildung, Geräten und Instrumenten.
Nach 100000 Euro habe ich aufgehört zu zählen. Danach kam noch eine neue Praxis mit Arbeitsplätzen, die mikroskopergonomisch aufgestellt waren.

Was hätte ich damals gegeben um dieses Fragment entfernen zu können.

Nun gehörte ich zu den Verrückten mit dem Mikroskop. Und die Misserfolge sind deutlich gesunken. Leider muß ich sagen, nicht auf Null. Aber wir behandeln Zähne, die ich früher abgewunken hätte. Aber ich weiß auch besser, wo die Grenzen liegen.

Der Weg war lang und hat mich Demut gelehrt. Jede Phase der Überheblichkeit wurde bitter bestraft.
Um so mehr freue ich mich, wenn so ein Behandlunsgfall erfolgreich ausgeht, wie diese routinemäßige und nicht wirklich schwierige Instrumentenentfernung. Die Stufe in diesem Fall zu überwinden, war eher die Herausforderung.