Die Tücke der Endometrie …

von Ronald Wecker

… liegt im Detail.

5 Wochen nach einem Fahrradunfall stellte sich diese Patientin bei uns vor. Die Versorgung der verunfallten Zähne 22, 21 und 11 erfolgte zeitnah durch den überweisenden Kollegen.

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22 hatte eine unkomplizierte Kronenfraktur erlitten und wurde dentinadhäsiv aufgebaut. Die Zähne 21 und 11 erschienen nach palatinal disloziert. 21 deutlich mehr als 11. Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis war der TTS-Splint- nach 4 Wochen in situ – bereits entfernt.

Die Zähne 13,12, 22 und 23 reagierten reproduzierbar positiv auf elektrischen Reiz. 21 und 11 zeigten keine Reaktion. Die Beweglichkeit der OK-Frontzähne lag im physiologischen Bereich. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht. Der Patient berichtete über eine allmählich zunehmende Druckmissempfindung an Zahn 21.

Das eigene Einzelbild bestätigt den Verdacht einer schräg verlaufenden Horizontalfraktur an 11. Zur Klärung einer Aufhellung im Bereich des Bruchspaltes und der weiteren Behandlungsplanung wurde ein DVT erstellt.

Dieses zeigt einen unregelmässig breiten Bruchspalt an 11, sowie den exakten Verlauf der Frakturlinie. Eine Aufhellung im Bruchspaltbereich war nicht zu erkennen. Zahn 21 weist einen deutlich verbreiterten Pa-Spalt auf. Dies weist zusammen mit der fehlenden Sensibilität auf den elektrischen Reiz auf eine Pulpanekrose hin. Bei genauerer Betrachtung fällt an 21 im unteren Wurzeldrittel ein horizontal verlaufender Seitenkanal auf, der im weiteren Behandlungsverlauf noch eine Rolle spielen soll.

Bei der endodontischen Behandlung des 21 wurde nachdem die ELM reproduzierbare Werte anzeigte eine Messaufnahme angefertigt. Diese zeigt, dass das Instrument deutlich vor dem radiologischen Apex positioniert war. Das Ende des Kanalsystems? Möglich.

Nach mehreren intensiven schallunterstützten Irrigationsvorgängen wurde erneut gemessen. Und siehe da, das Ende des Kanalsystems im DVT und die Lage des Masterpoints, sowie die nun erneut durchgeführte ELM stimmten überein. Auch der im Kontrollbild abgemessene Abstand des Seitenkanals zum radiologischen Apex stimmt mit den im DVT gemessenen Abstand überein.

Eine Messaufnahme ist in keinem Fall nötig? Ich persönlich finde sie in vielen Fällen sehr hilfreich, da die Tücke der Endometrie … , siehe oben.

Im regelmässigen Recall wird sich zeigen, ob es Zahn 11 „schaffen“ wird.  Mit einem Wiederaufleben einer Sensibilität auf elektrischen oder Kältereiz ist nicht zu rechnen.

 

Heilung oder was?

von Ostidald Wucker

Ein Fall, welcher 2011 behandelt wurde ist dieser Tage bei uns wieder zum Recall erschienen.
Die Revision fand an 3 Behandlungsterminen statt. Durch eine bestehende Exsudation, mesial apikal konnte in der zweiten Sitzung keine Wurzelfüllung erfolgen. Nach erneuter CaOH Einlage war keine apikale Exsudation feststellbar.
Das Recall verzögerte sich durch die Schwangerschaft der Patientin.

Die prothetische Rehabilitation verzögerte sich dadurch ebenfalls und nun stand die Frage: Ist es geheilt? In einem aktuellen DVT konnten wir uns den Zahn 26 näher anschauen.

Wie ist Ihre Meinung?

Bild 7 zeigt intraradiculär im Bereich des Sealerpuffs eine hypodense, weichteildichte, abgegrenzte Struktur. Ob es sich hier um eine bindegewebige Struktur im Sinne einer Fremdkörperreaktion auf den Sealer (AH+) oder um den verbliebenen Rest der röntgenlogisch erkennbaren Osteolyse handelt ist für mich nicht eindeutig verifizierbar.

Wir beurteilen dies als: deutliche Heilungstendenz und empfehlen unbedingt die prothetische Therapie. Das Röntgenrecall haben wir auf 2 Jahre gesetzt.

Was tun bei vorhandener Ankylose?

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen den Fall der jungen Charly (10,4Jahre) vorstellen und wieder einmal um Ihre Meinung hinsichtlich möglicher Behandlungsoptionen bitten…

Zur Vorgeschichte:

Gemeinsam war Kind und Mutter letzten Sommer aufgefallen, dass der linke grosse Schneidezahn „auf sich warten liess“.

Das von der Hauszahnärztin angefertigte OPG zeigte eine deutliche Infraposition des Zahnes.

Es erfolgte die Überweisung zu einer Fachzahnärztin für Kieferorthopädie.

Die dort daraufhin eingegliederte Apparatur zur Gaumennaht-Erweiterung führte dazu, dass der Zahn zumindest etwas in die Mundhöhle durchbrach.

Es folgte eine Bebänderung der Oberkieferfrontzähne 12-22 mit dem Ziel der weiteren Zahnextrusion von 21.

Nach circa vier Monaten wurde dieses Vorhaben abgebrochen, da es nicht zu der gewünschten Extrusion des Zahnes 21, sondern vielmehr zu einer Intrusion der Nachbarzähne (mit daraus resultierendem frontal offenen Biß) kam.

Daraufhin würde bei einem konsultierten MKG-Chirurgen ein DVT der Region angefertigt. Hier zwei Screenshots sowie ein Desktop-Mitschnitt der Aufnahme:

Klinisch zeigt sich der Zahn wie folgt:

Die Untersuchungen zeigten keine (unerwarteten) Besonderheiten (Vipr +, BOP-,Lockerungsgrad=0,Klopfschall hell…,anamnestisch ist kein Trauma bekannt)

Wie lautet Ihre Diagnose und welche Therapieoption(en) sehen Sie?

Für Ihre Meinungen und Feedback wäre ich Ihnen seeeehr dankbar…

 

Mir reißt die Hutschnur, sagt Herr Pohl oder warum es so leicht passieren kann, das Falsche zu sagen, wenn man das Richtige meint

von Hans – Willi Herrmann

Zuallererst.

Den Beitrag „Unwissen schützt vor Schaden nicht“ hätte ich so nie geschrieben.
Nicht einmal im stillen Kämmerlein gedacht, hätte ich das dort Verfasste.

Weil – jeder Mensch tickt anders, denkt anders.  Und – aus meiner individuell subjektiven  Sicht der Dinge –  ein Traumafall immer eine Ausnahmesituation darstellt.  Aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Knall auf Fall.
Ungeplant.
Ein Kind. Ist es überhaupt behandelbar ?
Dann die aufgeregten Eltern.
Die missliche Situation.
Blut. Tränen.

Und, und, und.

Und gehen wir blauäugig idealistisch davon aus, dass die Kollegin(/der Kollege, der die Erstversorgung  vornahm, hier nach bestem Wissen und Gewissen versucht hat, dem jungen Patienten optimal zu helfen. Es ehrt meines Erachtens die Kollegin/denKollegen, dass sie/er sich der Aufgabe, der Verpflichtung des Helfens in einer unvorhergesehenen Ausnahmesituation gestellt hat. Es wäre in der Hauptstadt ein Leichtes gewesen, an eine ortsansässige Uniklinik zu verweisen, aber wäre dem Patienten damit gedient gewesen ?

Ausserdem – ganz pragmatisch – ich habe schon ganz andere Traumafälle gesehen, die wesentlich suboptimaler gelöst wurden.
Insofern wäre es für mich okay gewesen, wenn besagtes Kind mit besagtem Befund unsere Praxis zu Weiterversorgung aufgesucht hätte.

So gesehen Frau/Herr Nordlicht bin ich – was Sie vielleicht überraschen wird – viel viel näher bei Ihnen als beim Autor. Und ich verstehe ihren Unmut. „Was erlauben Strunz“. Soll er doch vor seiner eigenen Tür kehren, der Kollege Schröder.

Ausserdem – auch ein in die Diskussion eingebrachtes „Primum nihil nocere“, ebenso wenig wie ein „Was würdest Du bei deinen eigenen Kindern tun“, bringt uns in der Sache nicht wirklich weiter. Beides im realen Leben lediglich frommer Wunsch, wirklichkeitsfremde Philosophie. Dafür wiederum habe ich während des Studiums zu oft in Zahnärztekindermünder geschaut.

Wir könnten ewig so weiterdiskutieren.
Es würde nichts Substanzielles bringen.

Nicht wegzudiskutieren ist hingegen die Notwendigkeit, zu informieren.

Zum einen den Patienten bzw. dessen Sorgepflichtige. Und hier geht es nicht um Richtlinien, um Leitlinien, um ein „Kann man, muss man aber nicht.“ Sondern um eine gesetzliche Verpflichtung, wie diese im seit Februar 2013 gültigen Patientenrechtegesetz niedergeschrieben ist.

Zum anderen die Kollegen hier. Denen man sagen möchte: Schaut her, es gäbe vielleicht eine Möglichkeit, den Zahn vital zu erhalten, ihn durch körpereigene Wachstumsprozesse fester, stabiler zu machen, als es der beste Wurzelstift bislang jemals könnte. Das wäre doch eine tolle Sache, jeden Versuch wert, zumal der Weg dorthin gar kein so schwieriger ist, wenn man weiss, wie ´s geht.

Revitalisierungs/Revaskularisierungsbemühungen sehe ich im Übrigen kritisch.
Auch dies aus ganz unterschiedlichen Gründen, die im Detail aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würde.

Aber hier ging es um einen möglichen Versuch der Vitalerhaltung.
Mit MTA arbeite ich seit 2001. Gerne erzähle ich die Anekdote, dass ich das Material (mit vagen Hinweisen für den Verwendungszweck und null Info, die Verarbeitung betreffend) in einer zu drei Vierteln gefüllten Filmdose angeliefert bekam. Genug MTA, um ein ganzes Berufsleben damit arbeiten zu können, sofern wir damals  gewusst hätten, wie teurer dieses Material in den Handel kommen wird. Nicht ahnend mischten wir es  (man kennt das, einem geschenkten Gaul…) sehr großzügig an, mit Häufchen, wie wir das vom Phosphatzement her gewohnt waren. Bis das Material dann auf den Markt kam als kommerzielles Produkt war unser Döschen schon fast leer, aber – zurück zum eigentlichen Thema – über 15 Jahre sind eine lange Zeit und MTA als Therapeutikum hat sich bewährt, eine direkte Überkappung auch größerer Defekte ist keine experimentelle Zahnheilkunde mehr.

Wenn demnach im vorliegenden Falle eine andere Therapieform als eine wie auf immer geartete direkte Überkappung mit MTA oder ähnlichen Stoffen zur Anwendung kam, dann sollte dies zumindest als wohlüberlegte Entscheidung getroffen worden sein.

Pro WK, contra P.

Und damit sind wir bei der Essenz  des Blogbeitrages vom letzten Freitag.
Ungeachtet der Art und Weise der Diktion (lassen sie uns dieses emotionale Moment bitte nun ausblenden und gestehen wir Herrn Schröder wohlwollend einen „schlechtgelaunten Tag“ zu) steht dort die Aussage, dass dieser Zahn möglicherweise einer anderen Therapieform hätte zugeführt werden können, die folgende positiven Aspekte (man beachte den nachfolgenden Konjunktiv) hätte mitsichbringen können: Vitalerhaltung der Pulpa, Dicken- und Längenwachstum der Wurzel.

Und das sind allesamt wünschenswerte Eigenschaften, bewirkt durch eine Behandlung, die zu einer Verbesserung, einer Reparaturheilung führen könnte. Ein – hier erübrigt sich jegliche Diskussion – wünschenswertes Ergebnis.

Vor 15 Jahren, vor MTA, unvorstellbar.
Heute ? Machbar. Punkt.

Welchen Weg gehen, wie nun sich entscheiden ?

Das wiederum ist offensichtlich vom Wissensstand der Behandler, von seinem klinischen Können, seiner Erfahrung und Ausstattung abhängig.

Und genau darum geht hier, Herr Pohl.
Deshalb wurde der Beitrag geschrieben. Um aufzuzeigen, dass neben der durchgeführten Vitalextirpation auch andere Therapiemöglichkeiten, mit potentiellen Vorteilen existieren.

Insofern würde ich mich freuen, wenn – von dem Umstand der sicherlich politisch unkorrekten Art der Kollegenschelte durch den Autor abgesehen – Einigkeit erzielt werden könnte, dass der Versuch der Vitalerhaltung in wie im vorliegenden Fall vorhandenen klinischen Situationen ein erstrebenswerter sei.

Und wenn nur ein Zahn zukünftig durch diese Info gerettet (im Sinne von Vitalerhalten) werden kann (auch das ist rein hypothetisch, denn es werden mehr sein), dann hat sich besagter Beitrag gelohnt.

Leider habe ich aber auch diesmal den Eindruck gewonnen, dass es Ihnen (Herr Pohl) um viel viel mehr als das bislang Erörterte geht. Und ich gestehe an dieser Stelle, dass ich Ihnen in ihren Ausführungen (im Gegensatz zu Frau/Herrn Nordlicht, die/den ich sehr gut verstehen kann) ) nicht zu folgen vermag.

Weiterhin möchte ich anführen, dass ich ihrer noch so oft geäußerten Kritik an der formellen Gestaltung von Beiträgen und dem nachfolgend geäußerten Wunsch nach einem wissenschaftlichen Schreibstil nicht nachkommen kann. Ich bin auch nicht gewillt, meine Beiträge so niederzuschreiben, dass diese ihre wohlwollende Zustimmung finden könnten. Weil der dafür notwendige Zeitaufwand in keinem Verhältnis steht zu dem bisschen mehr an praktischem Nutzen für die Kollegen.

Sie wollen wissenschaftliche Beiträge ?
Material und Methoden. Ergebnisse. Diskussion. Zusammenfassung, Quellenangaben ?

Sorry.
Geht nicht.
Keine Zeit.

Geht doch. Werden sie sagen.

Dann zeigen sie es mir.
Schreiben sie für uns ein paar Musterartikel.
Gehen sie voran. Weisen sie uns den Weg.

Ich werde folgen, sobald sie uns  den Beweis des Machbaren geliefert haben.
Der fehlt mir nämlich.

Bislang.

Wissen sie, was mir aufgefallen ist.
Das unser Blog WURZELSPITZE und ihre Zahnunfall- Seite fast zur gleichen Zeit im November 2008 auf Sendung gegangen sind.

In den vergangenen bald 8 Jahren haben wir 2185 Beiträge verfasst.
Selbstverständlich unvollkommen im universitär wissenschaftlichen Sinne.

Verspotten sie uns als dilettantische Dentisten, die besser bei ihren Leisten geblieben wären. Aber ich wage, zu behaupten und das deckt sich mit den Inhalten ihrer Seite, dass WURZELSPITZE nur ein Bruchteil des heutigen Inhaltes besäße, wenn wir kongruent mit ihren Forderungen unter wissenschaftlichen Vorgaben geschrieben hätten.

Was ich nicht verstehe: Auf ihrer Homepage haben sie  die Möglichkeit der Vitalerhaltung von Zähnen mit Substanzdefekten wie nachfolgend zitiert beschrieben:

Schützen von freiliegenden Zahnnerven
Wenn ein Zahnkronenstück abgeschlagen wird, liegt manchmal der Zahnnerv frei. Dies erfordert eine spezielle Behandlung beim Zahnarzt, damit der Zahnnerv sich nicht entzündet und abstirbt. Der Zahnnerv wird mit einem speziellen Medikament abgedeckt, bevor das Bruchstück wieder angeklebt wird oder der Zahn mit Füllungsmaterial wieder aufgebaut wird. In manchen Fällen muß vorher ein Teil des Zahnnerven entfernt werden.

Das ist aber genau das, was Jörg Schröder in seinem Beitrag angeführt hat.

Warum also – wie so oft – ihre harsche Kritik ?
Weil ein Behandler einen anderen Behandler kritisiert hat ?

Das wiederum steht in konträrem Gegensatz zu ihrem Auftreten, das exemplarisch an heutigem Kommentar zitiert, in Wortwahl und Inhalt weit über das hinausgeht, was hier Anlass der Diskussion war:

„Wohlwissend, das die internationale Traumaconnection, angeführt von Don Jens und seinen Capos, Übles im Schilde führt“ So, was führen sie denn Übles im Schilde???
Ich denke einmal, dass sich „Don Jens“, der immerhin das 80. Lebensjahr überschritten hat, die kürzlich erst noch in Polen getroffen hatte, die sich mehr um seine offenbar demenzkranke Lebenspartnerin sorgen muss, sich einfach nicht mehr wehren kann gegen seine „Capos“. Der Anfang vom Ende kam mit der Übernahme der Verantwortlichkeiten durch Martin Trope, Lars Andersson und nunmehr Ihrem Spezi Cohenca, denn diese lügen und betrügen, wo sie nur können… Oder sind Sie nun geläutert und verdammen unseren lieben Kollegen Cohenca? Naja, manche merken es eben früher, andere etwas später…

„Die Ausführungen sind ausführlich,“ Na klar, die Thematik ist komplex, und wenn man Daten bringt, „wie immer“, dann muss man eben ausführlicher bleiben… Ich weigere mich eben, ohne Fakten an der Wahrheit vorbei zu „argumentieren“…

„unsachlich, wie immer“ Unsachlich??? Mit den vielen Daten und Fakten??? Liefern Sie doch bitte eine einzige Publikation… Aber nein, die gibt es nicht… außer, natürlich, irgendwelche Leitlinien, die auf den Studien aufsetzen von Leuten, die Sie zu Recht kritisieren…

„und zielen vorrangig darauf ab andere Kollegen und deren Arbeit in einem schlechten Licht darzustellen.“
Nee, das ist mir jetzt wirklich zu blöde. Wer hat denn mit dieser Mistkritisiererei angefangen??? Muß ich Sie nochmals auf den ersten Beitrag hinweisen? Und auf meinen ersten Beitrag, der diese Ihre erste Kritik sehr zurückhaltend auf das Korn nimmt und erstmal die Grundlagen der Diagnostik abfragt. Wenn Sie diese nicht liefern können… Es ist halt so, dass es wesentlich ist zu wissen, ob man mit erhöhter Nekroserate der Pulpa zu rechnen hat. Und es ist entgegen Ihrer Aussage, „Lockerung oder Dislokation hätten nur einen einzigen Effekt auf die Vorgehensweise: Überlegungen hinsichtlich einer Schienung. Sensibilitätstests sind zum beschriebenen Zeitpunkt irrelevant, weil nachweislich ohne Aussagekraft binnen Tagen, manchmal sogar Wochen, Perkussionstest ohnehin“ eben genau nicht so, wie die Daten aus der zitierten Andreasenstudie belegen… Wenn Sie diese Hinweise allerdings (mangels Wissen?) ignorieren und um mehr betteln, dann bekommen Sie das natürlich….

„Besten Dank für unterhaltsame Momente und alles Gute.“ Gerne, immer wieder, solange Sie sich selbst so demontieren möchten… ich habe ein dramatisch ausgeprägtes Helfersyndrom.

Für mich verdichtet sich immer mehr der Eindruck, dass Sie einen Privatkrieg führen.
Ich weiss nicht, wer Ihnen offensichtlich Unrecht angetan hat.

Aber wir waren es nicht.

 

Turbinenschlauch aus dem Zubehörhandel

von Christian Danzl

In der Zahnarztpraxis fällt übers Jahr doch immer etliches an Reparaturen an. Einiges geht nie kaputt, anderes sehr oft. Es gibt einige essentielle Sachen, die sind gut und preisgünstig ersetzt werden können, und bei einigen tut es immer richtig weh.
So auch beim Turbinenschlauch. Diese ca. 600,- für einen Turbinenschlauch tun mir immer sehr weh, da es meistens nur eine Kleinigkeit ist, die den Schlauch unbrauchbar macht. Beim KaVo-Schlauch war es bei mir öfters nur die Aussenhülle, die gerissen ist. Man kann die Hülle kürzen und neu montieren, aber halt auch nicht beliebig oft, irgendwann muss ein neuer her, weil das Depot die Reparatur verweigert.

Aber auch so einen Schlauch gibt es über das bekannte Online-Vergleichsportal von dental-direkt-shop.
Für weniger als die Hälfte.

Der wurde kurzerhand bestellt.
Etwas kürzer als das Original. Schade eigentlich, denn zu lange war mir der Schlauch noch nie und die Kosten für 10-15 cm mehr Schlauch plus Innenleben kann so dramatisch nicht sein.
Der Rest schaut sehr ähnlich aus, das Teil, das an der Turbine sitzt, ist farblos, und nicht schwarz eloxiert und an den Steckern ist etwas mehr Metall verbaut, als beim Original.

Funktioniert, bis jetzt – also ca. ein viertel Jahr – problemlos.
Wie lange, weiss ich nicht. Die fehlenden 5 cm haben sich bis jetzt nicht negativ bemerkbar gemacht.

Herstellungsort?
Keine genaueren Angaben, was auf das Reich der Mitte schliessen lässt…

Zubehör

Zubehörhandel

KaVo

KaVo

Original KaVo

Unwissen schützt vor Schaden nicht

von Ronald Wecker

Betrachte ich Bilder wie das nachfolgende und lese, welche Massnahmen bei diesem jungen Patienten in einem Berliner Standort einer über ganz Deutschland verteilten Klinik-Kette ergriffen wurden, um die Folgen eines Traumas zu behandeln, kann ich nur den Kopf schütteln. Denn hier verschlechtert offensichtliches Unwissen die Prognose.

Komplizierte Kronenfraktur, nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum , kurz nach dem Trauma in der oben genannten Einrichtung erschienen und was wird als Therapie durchgeführt? Natürlich eine Vitalexstirpation. Standard eben.

Direkte Überkappung? Partielle Pulpotomie? Zervikale Pulpotomie? Nie gehört, offensichtlich. Mit allen Konsequenzen für den jungen Patienten.

Dabei ist es so einfach:

S2k-Leitlinie der DGZMK aus 2016

Dental-Trauma-Guide

AcciDent – Trauma App  für iPhone

AcciDent – Trauma App für Android

Da ist es schwer, gelassen zu bleiben.

Vorsicht Falle (1) – Infraktur

von Ostidlad Wucker

Dieser Fall überrascht, wenn man das Ausgangsbild nicht genau anschaut und die entsprechende präendodontische Diagnostik ungenügend ist.

Die Patientin stellte sich mit einer Schwellung und aktiver Fistel am Zahn 21 vor. Die stark erhöhten Sondierungstiefen labial deuteten bereits eine Fraktur hin. Der Zahn wurde  mehrfach wurzelbehandelt. Die palatinale Attrition lässt eine funktionell bedingte Überbelastung als eine mögliche Ursache der Fraktur und internen Resorption erscheinen.

Intrakanalär zeigte sich ein bereits gefüllter Frakturspalt.

Ein zur Implantatplanung angefertigtes DVT stellt die ossäre Situation mit den verbliebenen WF-Resten nach der intrakanalären Diagnostik und den Frakturspalt dar.
Ein präendodontisches DVT hätte durch die WF-Artefakte vermutlich keine Fraktur so deutlich darstellen können.

Was tun (II) – Abschluß

Von Bonald Decker

Ich hatte Ihnen vor einiger Zeit in zwei zurückliegenden Beiträgen hier und hier von der Behandlung der  zehnjährigen Jule berichtet. Heute möchte ich Ihnen den bisherigen Abschluss der Therapie vorstellen.

Nach ingesamt zwei Stunden in zwei Terminen erfolgte die Obturation des komplexen Kanalsystems mittels Guttapercha & Sealer sowie der adhäsive Verschluss der Zugangskavität mittels Komposit. Da sich der Durchmesser des apikalen Foramens kleiner also ISO 060 darstellte wurde auf eine MTA Anwendung verzichtet.

Anfang 2017 wird sich Jule zur Nachkontrolle wieder bei uns vorstellen. Ich hoffe sehr, das ich Ihnen dann einen guten Heilungsverlauf zeigen kann…

 

Endo-Activator-Alternativen im Selbstbau

von Hans – Willi Herrmann

Was in Bozen 2007 beim Südtiroler Endodontie- Oktober seinen Anfang nahm,

als Stephan Gäbler seinen Endo Activator Alternative Schallzahnbürsten-Pattern Resin-Adapter-Selbstbau im Frühstücksraum des Hotel Laurin in einem mit Teepulver eingefärbtem  Wasserglas präsentierte (es müsste sogar ein Video – Dokument bei WURZELSPITZE des denkwürdigen Zusammenkommens geben, wer es zufällig entdeckt, der möge mir den Link mitteilen, damit ich ihn hier einstellen kann),

mündete nach vielen Jahren in einem professionellen Produkt, welches nur die wenigsten, die damit gearbeitet haben, je wieder herzu geben bereit sein werden.

Ich spreche vom „Eddy“, hervorgegangen aus Winfried Zeppenfelds Zeppinator.

Aber wie lange hat ´s gedauert ? Lange, sehr lange.

Heute – 8 Jahre später – sähe die Ausgangssituation vielleicht besser rosiger aus, denn wir sind im 3D- Druck Zeitalter angekommen.

2008 noch als Nerd – Spielerei belächelt, dient es auch in der Zahnmedizin heute immer mehr der Verwirklichung kreativer Ideen. Der von Marcus Leineweber, Nils Widera und Stephan Gäbler ersonnene Fragremover ist ein Beispiel hierfür, die nachfolgend aufgeführte Idee des spanischen Kollegen Alejandro Pagán Ruiz, aus einer landelsüblichen Waterpik Flosser und einer Greater Taper Guttapercha-Spitze ein GuttaActivator 3D- Gerät zur Aktivierung von Spülflüssigkeiten zu machen, ein anderes.

Ich freue mich auf die vielen kreativen Ideen, die zeitnah noch kommen werden, um dann in hilfreichen professionellen Problemlösungen aus der Praxis für die Praxis aufzugehen.

 

 

Sanyo E6/E60 Nachfolger – Olympus Stylus Tough TG 4 – Teil 3

von Christian Danzl

Nachdem die Kamera hier und hier schon beschrieben wurde, hier nun der Test ausserhalb der Praxis.

  1. Einsatz an Land:
    Problemlos. Ein Sucher fehlt mir persönlich, da im hellen Umgebungslicht die Darstellung Bildschirm teilweise schlecht zu sehen ist.
    Der Akku ist kein Wunder, was Kapazität angeht, das ist aber mit einem oder zwei Wechselakkus problemlos behebbar. Gibt es von Fremdherstellern für wenig Geld. Ob die Stossunempfindlichkeit auf hartem Boden hält, was sie verspricht, musste ich noch nicht testen, jedoch hielt sie dem Fall aus einem Meter Höhe auf meinen großen Zeh deutlich besser aus, als der Zeh selber (Nagel ist nach 4 Wochen immer noch blau, löst sich aber Gott sei Dank nicht ab).
  2. Einsatz beim Schwimmen/nasser Bereich:
    Bewährt hat sich eine schwimmfähige Handschlaufe. Die original Olympus trägt die Kamera locker und geht nicht unter (ist auch Sinn der Sache, ich hab’s aber vorher getestet).
    Beim Schwimm-Einsatz, also Kamera mal im mal über Wasser, zeigt sich ein altes Problem (wie auch bei anderen UW-Kompaktkameras): Kondenswasser.
    Da die Kamera normalerweise in normaler Umgebung (Temperatur und Luftfeuchtigkeit), ist natürlich auch eine gewisse Feuchtigkeit in der Kamera. Sobald die Kamera in Wasser kommt und abgekühlt wird, kondensiert die Feuchtigkeit im kältesten Teil der Kamera, und das ist beim Schwimmen oder nass/trocken-Wechsel meist der Wassertropfen aussen auf der Frontscheibe vor der Linse, der selber verdunstet und somit abkühlt.
    Mist, wenn die Scheibe vor der Linse trüb ist. Also, wenn die Kamera aus dem Wasser kommt, kontrollieren, dass kein Wasser auf der Linse ist, denn es dauert etliche Minuten, bis der Nebel wieder verschwindet.
    Andere Möglichkeit: Kameragehäuse offen mit ein paar Päckchen Silicagel in einer Plastiktüte lagern, bis sie gebraucht wird.
  3. Einsatz unter Wasser:
    Kondensproblem ist hier weniger vorhanden, da die Kamera gleichmässig abgekühlt wird, also keine „Kälteinseln“ auf der Frontscheibe entstehen und das Metallgehäuse schneller abkühlt, als die Frontline aus Glas.
    Größtes Problem unter Wasser: Der Bildschirm ist schlecht zu erkennen, besonders, wenn man von schräg oben draufschaut (und das ist beim Schnorcheln meist der Fall). Das heisst Bildauschnitt, Focus und Bildkontrolle ist unter Wasser schwierig bis nicht möglich. Hier also „aus der Hüfte schiessen“ und ein paar mehr Fotos machen, es wird schon was dabei sein.
    Und. In kälteren Gewässern sinkt die Lebensdauer des Akkus rapide ab. Also nur mit vollem Akku unter Wasser gehen, denn auch der Akkuwechsel mit (salz)wasser-nasser Kamera ist nicht zu empfehlen.
    Die Bedienung der Kamera unter Wasser funktioniert ohne Handschuhe gut, mit wird es sehr schwierig.

Allgemein:
Die TG-4 kann, wie schon beschrieben, raw-Dateien speichern. Allerdings nur im Einzelbildmodus. Im Serienbildmodus bleibt die Auflösung bei 16 MP, allerdings wird als JPEG gespeichert. In den schnellen Serienbildmodi (Hi1 und Hi2) geht die Auflösung auf 3 MP JPEG zurück.
UW-Blitzeinsatz (mit oder ohne FD-1)  ist nur sinnvoll im klaren Wasser, sonst treten die Schwebeteilchen zu sehr in den Vordergrund.
Nach dem Salzwassereinsatz muss die Kamera in Süsswasser gereinigt werden.
Und die Deckel möglichst nur bei trockener Kamera mit trockenen Händen öffnen.

Fazit:

Passt.
Die Bildqualität über, wie unter Wasser, ist gut, gemessen an Objektiv und Sensorgröße.
Und einen Arbeitsspeicher, der 5 fps in 16 MP raw abspeichert, kann man in einer Kamera dieser Größe und Preisklasse nicht erwarten. Ich bin schon froh um den raw-Modus.
Die Bedienbareit (kleine Tasten) unter Wasser könnte nach meinem Geschmack besser sein.
Eine nette kleine Kamera für die Praxis, die aber auch gut und gerne mit in den Badeuralub genommen werden kann.
Die nächst höhere Qualitätsstufe (z.B. bei einer Sony alpha 6300, 24 MP raw, 11 fps, 4K video) wäre eine spiegellose Systemkamera mit Unterwassergehäuse. Der Preis vervierfacht sich dann aber.
Hier noch ein paar Beilspielbilder der TG-4:

 

Ende einer Dienstfahrt

von Ronald Wecker

Nachdem der Patient nach systemischer Antibiose vor einem Jahr beschwerdefrei war, kam es im Juni diesen Jahres vorbeugend alio loco zu einer / bzw. mehreren endodontischen Interventionen. Anschliessend verschlechterte sich das Beschwerdebild.

Klinisch imponieren zwei bukkal gelegene Fistelöffnungen ohne Exsudation. Der Zahn ist sehr gering erhöht beweglich. Die Sondierungstiefen liegen innerhalb physiologischer Grenzen.

Das der Erfolg der endodontischen Bemühungen ausblieb, verwundert angesichts der DVT Bilder nicht.

Erstaunlich die horizontal verlaufende Fraktur in der distalen Wurzel.

Implantat

von Olaf Löffler

Heute eine Frage an die Wurzelspitzeleserinnen und Leser.
Was für ein Implantat ist auf dem Röntgenbild zu sehen. Es scheint kein verschraubtes Abutment zu haben.
Unsere Vermutung: Nobel direct posterior

Vielen Dank  für Ihre Hilfe und Unterstützung.

 

Unbild des Tages

Von Bonald Decker

 

Der siebenjährige Erstklässler Adi hatte sich Mitte August auf einer Wasserrutsche Zahn 21 totalluxiert. Nach (nahezu) perfekter Erstversorgung im Schwimmbad (Zahn wurde nach weniger als zehn Minuten in eine Zahnrettungsbox transferiert) erfolgte die Replantation und „Schienung“ beim Notfallzahnarzt (circa eine Stunde nach Trauma). Gestern stellte sich der junge Patient erstmals bei uns vor:

Das Optrasculpt Pad – Instrument zur Composite- Ausformung

von Gregor Sonin

Komposite in der Zahnheilkunde gibt es schon seit einer gefühlten Ewigkeit, und sind aus dem klinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Leider gibt es aber auch seit einer gefühlten Ewigkeiten bei den Anwendern Schwierigkeiten bei der Verarbeitung, besonders bei den hochviskösen Kompositen. Unterschiedliche Füllstoffe und Monomerzusammensetzungen sollen das Kompositmaterial mal fester, mal weicher, mal weniger klebrig usw. machen, und der Markt bietet aktuell eine unüberschaubare Fülle an Produkten an. Grundsätzlich suchen alle Zahnärzte das perfekte Material für alle Situationen im Mund, gepaart mit geringstem Schrumpfungs/ Spannungs – und Verarbeitungsstress: das Material soll sich zum einem bewegen und perfekt adaptieren lassen, andererseits jedoch still stehen bleiben wenn man es will. Gleichzeitig soll es sich farblich perfekt an die Zahnhartsubstanz anpassen, ohne ein unnötiges Inventar mit einer Vielzahl verschiedener Farben in der Praxis vorhalten zu müssen.

Und wo hier gerade das passende Schlagwort fiel: unnötiges Inventar.

Wir alle haben in unseren Praxen eine Ecke mit dem „Schrein des Vergessens“, wo sich Geräte oder Produkte auftürmen, von denen man gerne vergessen würde, dass man jemals Geld dafür ausgegeben hat. Viele Errungenschaften sehen in der Produktbroschüre oder am Messestand so eindrucksvoll aus, dass man sich eine Optimierung im Praxisalltag damit erhofft, nach dem Kauf wird man aber sehr oft  von der klinischen Praxis eingeholt und das Produkt erfüllt nicht die in es gesetzten Erwartungen und verstaubt ungenutzt in der Schublade.

Umso erfreulicher ist es, wenn ein simples Produkt gleich in mehrerer Hinsicht positiv auffällt. So geschehen gleich mit zwei Neuerungen auf dem Markt, dem Optrasculpt Pad (http://www.ivoclarvivadent.de/de-de/handinstrumente/optrasculpt-pad) von Ivoclar Vivadent und den Sof-Lex Polierräder von 3m Espe (http://oralcare.3m-campaign.com/soflex/home/).

Das Optrasculpt Pad Instrument vereint mehrere Funktionen: es hat an einem Ende einen normalen flachen Spatel und am anderen Ende eine Öse wo ein in zwei Größen verfügbares und an Kompositen nicht klebendes Schaumstoffpad mit Kunststoffverstärkung eingeklickt wird. Zusätzlich sind an den Seiten des Instrumentengriffes Winkellinien und ein Lineal zur Verbesserung der Orientierung angebracht. Diese sollen bei komplizierten Neugestaltungen behilflich sein, wo umfangreiche Veränderungen die normalerweise genutzen Referenzpunkte unbrauchbar machen, so zum Beispiel bei Zahnverbreiterungen oder Verlängerungen der gesamten Oberkieferfront.

Was das Optrasculpt Pad aber für den klassischen Praxisalltag so brauchbar macht, ist wirklich dieses Schaumstoffkissen. Ich habe ein paar Fotos einer kleinen Testreihe gemacht um zu verdeutlichen was das Kissen so besonders macht.

Auf einer Glasplatte habe ich eine Reihe von gebräuchlichen Kompositen mit insgesamt vier verschiedenen Intrumenten bearbeitet um zu zeigen wie sich die einzelnen Komposite verhalten. Ich habe bewußt zwei „ältere“ Komposite mit in die Auflistung genommen, das Estelite Sigma von Tokoyama Dental aus dem Jahre 2007 und das Filtek Z250 von 3m Espe von 1999. Diese älteren und bewährten Komposite sind für ihre „selbstnivelierenden, selbstglättenden Eigenschaften“ bekannt, und das Estelite Sigma unter anderem für eine hervorragende Glanzretention. Der Füllkörperanteil wurde  bei neueren Kompositentwicklungen immer mehr erhöht, um noch bessere Produkteigentschaften wie erhöhte Druckfestigkeit oder reduzierte Schrumpfkraftspannung zu erreichen, was aber auf Kosten des Handhabung ging. Venus Diamond von Heraeus Kulzer ist eines dieser Hochleistungskomposite, aber viele Anwender erlebten das Problem von kleinen Porositäten die sich bei der Politur durch das Einpressen von Polierschleifteilchen unschön präsentierten. Heraeus reagierte auf die Anwenderbemerkungen mit einer Reduzierung der Viskosität und brachte es als Venus Pearl heraus, opferte dafür aber ein paar gute Eigenschaften. Der neuste Schrei im Dentalmarkt sind aktuell stopfbare Bulkfill-Komposite, die eine nochmal deutlich reduzierte Schrumpfkraftspannung vorweisen sollen, die aber vom Handling erneut Hindernisse aufwerfen: sie sind relativ weich, manchmal leicht klebrig und zeigen sehr wenig Selbstglättung.

Deswegen habe ich die oben genannten Vertreter mit in die Testreihe aufgenommen, um einen gewissen Überblick zu ermöglichen. Zum Testaufbau: ich habe 6 Komposite (Reihe 1.Estelite Sigma Quick, Reihe 2. Venus Pearl, 3. Venus Diamond, 4. Filtek Supreme XTE, 5. Filtek Bulk Fill SZ, 6. Filtek Z250) in vier Spalten eingeteilt, und von links beginnend mit einem Heidemannspatel, einer Sonde, dem Kerr Compothixo und dem Optrasculpt Pad geformt. Was auffällt ist die deutlich sichtbare Selbstglättung bei Estelite (1) und Filtek Z250 (6), und die bereits erwähnten Porositäten bei Venus Diamond (3) die auch in abgeschwächter Form beim Pearl sichtbar sind, die kurioserweise bei beiden am stärksten bei der schallaktivierten Modellation mit dem Compothixo auftrat. Das Filtek Bulkfill SZ zeigte gar keine Selbstglättung und keinerlei Fließverhalten bei der Modelation, die Eindrücke der Sonde in der zweiten Spalte sind selbst nach langer Wartezeit unverändert.

Was dieser Versuchsaufbau zeigen soll?
Das sich Anwender nicht wundern sollten, wenn sie jahrelang z.B. mit Estelite Sigma Quick und dem Konzept von Jason Smithson nur mit Sonde und Applikator (http://www.dentistrytoday.com/restorative/6718-qthe-simplified-conceptq-predictable-posterior-composites ) gearbeitet haben, plötzlich nicht mehr so unbeschwert arbeiten können.

Womit wir wieder bei dem Kissen vom Optrasculpt sind: in der letzten rechten Spalte der Versuchsreihe mit dem Optrasculpt Pad Instrument sieht man nämlich, dass alle Komposite eigentlich gleich aussehen. Dem Kissen ist es egal welches Komposit benutzt wurde, es liefert immer ein homogene, gleichmäßige Oberfläche, was besonders bei Frontzahnrestaurationen ungemein von Vorteil ist.

In einem weiteren Beitrag werde ich ein paar Beispiele zeigen, bei denen das Optrascupt Pad – Instrument zum Einsatz kam und  das dessen Einsatz  nicht nur auf Glattflächen im Oberkieferfrontzahnbereich beschränkt bleiben muss. Und auch die bereits erwähnten Sof-Lex Polierräder von 3m Espe werden ihren Einsatz haben.

 

Externe Resorption

von Ronald Wecker

Beim Betrachten des Ausgangsbildes diese 46 fällt sofort der scharf abgegrenzte Defekt im Bereich der distalen Wurzel auf, der in seiner klaren Abgegrenztheit an einen Zustand nach Resektion erinnert.

An eine chirurgische Intervention konnte die Patientin sich jedoch nicht erinnern und auch klinisch zeigten sich keine Narben einer Schnittführung.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig.

Die Kontamination der Wurzelschraube war geradezu beeindruckend. Nach Entfernung der im apikalen Wurzeldrittel „schwimmend“ gelagerten Guttapercha zeigte sich das apikale Foramen weit. Die beiden mesialen Kanalsysteme konfluierten.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Das nach medikamentöser Einlage angefertigte Einzelbild zeigt das CaOH2 innerhalb der Wurzelkontur. Auf der 2 Monate später erstellten Masterpointaufnahme ist zu erkennen, dass sich nunmehr rationales Material jenseits des Foramens befindet. Dieses Phänomen kann häufig bei ausgedehnten periapikalen Lysen beobachtet werden. Eine sichere Erklärung dafür habe ich nicht.

Die Obturation in D erfolgte mittels MTA. Mesial in warmer vertikaler Kompaktion.

Bereits 6 Monate nach Abschluss der Revisionsbehandlung ist eine deutliche Reduktion der periapikalen Aufhellung zu erkennen.

 

RECALL – Hätten Sie es gesehen?

von Ostidald Wucker

Diesen Fall haben wir hier erstmals vorgestellt und an dieser Stelle die nachfolgende Behandlung (2012) beschrieben.
Den Zahn beobacheten wir im endodontischen Recall. Wir konnten eine Heilungstendenz nach der Behandlung in den ersten Jahren erkennen. Die unscharfe Kontur der Wurzelspitze in den letzten Aufnahmen ließ differentialdiagnostisch eine externe Resorption und/bzw. eine Stagnation der Heilung vermuten.

Eine DVT-Aufnahme stellte uns den aktuellen röntgenlogischen Befund nach der Therapie im 4 Jahresdrecall dar. Röntgenlogisch ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar. Wir werden den Verlauf weiter kontrollieren und hier berichten. Im Moment sind keine weiteren Eingriffe geplant.

Der Patient ist beschwerdefrei, hat keine Aufbissbeschwerden, gibt allerdings ein ganz minimales Gefühl auf laterale Perkussion an. Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, der Lockerungsgrad ist 0.

Anbei die Bilder.

 

Tag des Frontzahnes II – Recall Fall II – Update

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit hatte ich Ihnen hier und hier einen Frontzahn-Revisionfall vorgestellt. Zuletzt mit der Frage, wie Sie weiter vorgehen würden.

Nachfolgend möchte ich nun einige der als Kommentar gestellten Fragen beantworten und das weitere Procedere zeigen:

Eine falsch positive Sensibilitätsprobe des Zahnes 22 hatte ich (für mich) in der Vergangenheit  wiederholt ausgeschlossen (=bei Erstvorstellung, vor WF von Zahn 21, bei Recall 6 und 10 Monate). Eine apikale Parodontitis ausgehend von diesem Zahn kam für mich also nicht in Frage.

Zum Zeitpunkt der Revisionsbehandlung war die Patientin 31 Jahre alt. Ein Frontzahntrauma im „klassischen“ Sinne lag in der Vergangenheit nicht vor. Die Patientin gab an, dass sie sich die Zähne in der Vergangenheit auf Wunsch ihres damaligen Freundes mit Veneers bzw. Kronen hatte versorgen lassen. Die weitere endodontische Problematik dieser Region habe sich dann in der weiteren Folge entwickelt.

Die klinische Untersuchung der Zähne (Taschensondierung und Lockerungsgrad etc.) ergab zu keinem Zeitpunkt wirkliche Besonderheiten. Bei der prothetischen Restauration ergab sich für mich keinen Anhalt für Randundichtigkeiten (oder (Sekundär) Karies), weswegen diese vorab nicht entfernt wurde. Die intrakanaläre Diagnostik ergab zum Revisionszeitpunkt keinen Anhalt für eine Vertikalfraktur. Der vom mir damals erzielte apikale Aufbereitungsdurchmesser betrug 40.06. Bei der Wiedervorstellung zehn Monate nach Revisionsabschluss imponierte  eine deutliche apikale Druckdolenz an Zahn 21.

Unter anderem aufgrund der geschilderten Befunde entschieden Patientin und ich als Nächstes ein chirurgisches Vorgehen zu wählen.

Hier das Abschlussröntgenbild der alio loco durchgeführten (mikrochirurgischen) Wurzelspitzenresektion (inkl. retrograder MTA-Füllung ).

Zustand nach Revisionsbehandlung und nachfolgend alio loco durchführter WSR an Zahn 21

Laut Chirurgin seien intraoperativ keine Besonderheiten aufgefallen.

Alle Beteiligten hoffen nun, dass die zukünftigen weiteren Recalls nun erfreulicher ausfallen als die letzten…

ich werde weiter berichten.

NiTi – Neuheiten – Herbst

von Hans – Willi Herrmann

In wenigen Wochen wird in München im Rahmen eines Opinion Leader Meetings die 2.Generation der VDW Reciproc -Instrumente vorgestellt werden.

Die Reciproc Blue.

Und es bleibt nicht das einzige neue Instrument bis zum Jahresende.

So hat FKG angekündigt, voraussichtlich noch im September,  spätestens bei der DGET -Jahrestagung im November in Frankfurt  eine Weltneuheit zum Thema „Aufbereitung“ zu präsentieren.

Komet F6 Reciflow

Dritter im Bunde (bis jetzt) die Firma Komet, die mit R6 ReziFlow ein eigenes reziprokes Instrument präsentieren wird. Während VDW beim bereits gewohnten 3 Instrumente -System 25,40,50) bleiben wird und Maillefer mit dem Wave One Gold System Instrumente in 20er, 25er, 35er und 45er Durchmesser anbietet, fächert Komet die Abstufung noch feiner in 25.06,30,06,35.06 und 40.06 auf.

Man darf gespannt sein.
Falls Sie jetzt nach meinen Erfahrungen fragen.
Fehlanzeige, ich habe mit den Komet – Instrumenten, die wie die anderen Reziprok- Instrumente auch als Instrumente zur Einmalanwendung konzipiert wurden, jedoch ohne einen bei Hitzeeinwirkung aufquellenden Plastikring im Schaft daherkommen,  noch nicht am Patienten gearbeitet.

Morita DVT Vergleich (3De versus F40)

von Olaf Löffler

DVT-Aufnahmen des 3De haben mich sehr beeindruckt. Unglaublich, was man darauf alles erkennen konnte. Unser F40 sah nach der Installation dagegen lau aus. Daraus ergab sich die Diskussion, was könnte die Ursache sein.

Der Kupferfilter, welcher im F40 vorhanden ist um die weiche Strahlung zu verringern, wurde irgendwann als mögliche Ursache angesehen. Dann kam die Softwareversion als Ursache dazu und so blieb bei mir haften, daß die Filter in der älteren Software wahrscheinlich besser sind.
Ich habe die Gelegenheit genutzt und Herrn Fleer von Morita darauf angesprochen. Er versprach mir das abzuklären.
Es kam zu einer Testkopfaufnahme durch Moritatechniker in meiner Praxis. Eine Aufnahme mit dem 3De Gerät von dem selben Kopf hatten die Mitarbeiter von Morita mitgebracht.
Danach haben wir beide Aufnahmen verglichen. Die Einstellung der Software auf vergleichbare Werte war mühsam und nicht 100% möglich.

Welche ist für Sie die bessere Aufnahme – A oder B?

A

B