Teamday 2009

von Hans – Willi Herrmann

Am 27. und 28. November 2009 fand in München unser Teamday 2009 statt.

21 Teilnehmer aus 5 Wurzelspitze – Praxen trafen sich zu einem Erfahrungsaustausch zum Thema QM in der Zahnmedizin. Praxisabläufe wurden synchronisiert, gemeinsame Arbeitsanweisungen und Checklisten  in Gruppenarbeit erstellt und abschließend im Kreise aller diskutiert und strategisch abgestimmt.

Unsere Resonanz: Ausgesprochen positiv und daher unbedingt empfehlenswert.

Und darüberhinaus sehr erfreulich (weil es zeigt, dass das Konzept stimmt) – ausnahmslos wurde von Mitarbeiterseite eine zeitnahe Fortsetzung gewünscht und am Ende der Veranstaltung sogleich festgelegt. Im Frühjahr 2010 wird unser nächster Teamday stattfinden.

Apikale Aufhellung (19)

von Ronald Wecker

Das 1 Jahres Endorecall zeigt eine fast vollständige Ausheilung der apikalen Parodontitis nach WSR.

Der Patient stellte sich mit einer chronischen Fistelung über mehrere Monate in unserer Praxis vor. Pathologische Sondierungstiefen sind/waren nicht vorhanden. Der Zahn zeigte eine apikale Druckdolenz auf Palpation und war ansonsten frei von Perkussionsschmerzen.

Die WSR erfolgte ca. 2 Jahre vor unsere Therapie.

In der Leitlinie WSR ist eine röntgenologische oder andersartige Nachkontrolle nicht erwähnt. Unter ergänzende Maßnahmen sind Therapievarianten wie die Schrödersche Lüftung erwähnt.

Wie oft wird eine WSR in der Praxis im Recall nachuntersucht?

Ein weitere Fall ist ein unterer Molar, welcher eine Ausheilungstendenz zeigt. Das retrograde Wurzelfüllungsmaterial ließ sich nicht vollständig von orthograd entfernen. Trotzdem ist die apikale Läsion deutlich radiologisch verringert.
Die Beschwerden des Patienten sind nahezu verschwunden.

Schutzhüllen – Update

von Oscar von Stetten

Nach dem ersten Blogeintrag schreib mich Kollege Christian Danzl aus Bad Reichenhall an und schickte mir den folgenden Link:

http://www.rimbacherlatex.de/med_prod.html#schutzhulle

Daraufhin bestellte ich ein Gros der grössten Schutzhüllen. Ein Gros sind 144 Stück für knapp 13€. Das sind knapp 9 Cent pro Stück. Noch günstiger als die Lösung des Kollegen Hans-Willi Herrmann. Für das ProErgo ist die Lösung leider nicht zu gebrauchen, die Schutzhüllen spannen zu sehr über die Wipptasten, so dass die Hülle bei Betätigung reisst.

Aber: sie passen perfekt über das neue Griffdesign eines Kaps-Mikroskopes. Diese Griffe sind denen des ProMagis/ProDent ähnlich, so dass es auch bei diesen Mikroskopen kein Problem geben dürfte.

Das es die Schutzhüllen in 3 verschiedenen Grössen gibt, werden wohl auch alle anderen Griffe der auf dem Markt verfügbaren Mikroskope mit diesen Hüllen zu versorgen sein. Eine insgesamt überzeugende Lösung, preislich bis her ungeschlagen. Vielleicht eine Überlegung wert.


 

 

Melag Fehler 175

von Hans – Willi Herrmann

Das unser Melag 43 B immer mal wieder meckert und eine mehr oder weniger kryptische Fehlermeldung absetzt, ist jetzt nichts, was uns noch sonderlich schockiert. Schon interessant (oder erschreckend) wie sehr man sich („…glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist…“) in sein Schicksal  fügt. Man gewöhnt sich dran, zumal das Problem, da zumeist banal, oft sofort wieder behoben werden kann.

Heute morgen war das anders.

Fehler 175.

Offener AC Eingang 1.

Nichts geht mehr.

Wie starten erneut, kein Erfolg, Wir „booten“. Schalter aus, Schalter ein. Die Fehlermeldung bleibt.
Hektisches Blättern in der Bedienungsanleitung.

Die Fehlermeldung ist nicht aufgeführt.

Ich suche im Internet. Kein Hinweis.

Wir räumen um in den Schnellsteri und rufen  nach Behandlungsbeginn  bei Altschul – Dental an. Der Techniker blättert kurz im Hintergrund im Manual. Offensichtlich ist seine Auflistung vollständiger als unsere.
Dann der Hinweis: Verblendklappe an der Front abnehmen, Schutzschalter drücken.

Das mache ich und das Gerät geht wieder.
Alles wieder im Lot.

Was bleibt ?

Ein fahler Beigeschmack. 14  Jahre hatten wir unseren Melag – Steri.
Bis auf Türdichtungen, die gewechselt wurden oder vielleicht mal ein Heizstab keine Probleme.  Der Statim, den wir seit 1993 haben, war schon anfälliger. Wir haben mittlerweile den Dritten.

Und jetzt – der Melag 43 B, der ja nun wirklich dauernd irgendein Zipperlein hat. Eigentlich benötigt ein B- Steri, den wir zur Erfüllung der RKI – Richtlinien ja zwangsläufig benötigen, fast zwingend  ein Zweitgerät als Sicherheits – Backup.
Weil das Gerät ja wirklich jeder Zeit kaputtgehen kann.

Verrückt, oder ?

Weil ein bewährtes, zuverlässiges Gerät, das nach 15 Jahren immer noch vollkommen zuverlässig funktioniert, ersetzt werden musss, bedarf es zweier störanfällige Geräte, nur damit mit 3 mal so hohem Einstiegspreis und vermutlich um den gleichen Faktor höheren Unterhalt – und Wartungskosten einigermaßen sicher der Standard erfüllt werden kann, der eigentlich  seit vielen Jahrzehnten sicher und solide vorgegeben war.

Ich wage zu behaupten: Nur mit dem drohenden Zeigefinger des Gerichts im Rücken können Firmen es sich leisten, neue, nicht ausreichend praxiserprobte Gerätegenerationen zu postulieren und auf den Markt zu bringen. Störanfällige Vakuumpumpen ist eine Info, die im Dentalhandel schon vor dem Kauf  solcher Geräte (und ich spreche hier nicht expliziert nur vom Melag, dies ist offensichtlich ein generelles Problem) dem Kunden mitgeteilt wird.

Was kümmert mich die mangelnde Zuverlässigkeit, wenn der Kunde das Gerät so oder so nehmen muss, weil das neue Gerät validierbar ist und das alte nicht.
Und damit sind wir beim Stichwort Validierung.
Grundsätzlich eine wichtige Sache. Aber nicht, nicht, wenn man das Ganze als KO -Argument benutzt, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.
Achtung – für Insider, die auch kritisch um die Ecke denken können. Die Validierung ist die Evidence Based Dentistry des Gewerbeaufsichtsamtes.
Gegen die „Validierung“ kann keiner an.

Und weil´s so schön geklappt hat, geht demnächst die Aktion in eine neue Runde: Das Zauberwort: Innenreinigung der Winkelstücke.
Auch hier berichten die Kollegen, die solche Geräte in der Praxis haben, nichts Gutes. Störanfällige Technik, unzureichender Service, teure Reparaturen. Und all das, ohne dass ein Zusatznutzen überhaupt auch nur andeutungsweise belegt ist. Noch schlimmer – es wurde nicht einmal der Versuch einer praxisrelevanten Untersuchung diesbezüglich unternommen bis dato.

Wollen wir wetten,  dass die Innenreinigung der Winkelstücke  trotzdem demnächst Standard werden wird.
Und das vermutlich zu einem Zeitpunkt, an dem die  Beta – Phase, die gegenwärtig eine ganze Reihe von Zahnarztpraxen in den Frust treibt, noch lange nicht abgeschlossen sein wird.

Ultraschall – Prothesenreinigung (3) Renfert Sympro

von Hans – Willi Herrmann

Über Prothesenreinigung hatten hier wir in der letzen Zeit Beiträge zu den Geräten von Hager und Werken und Schütz Dental.
Noch eine drittes Gerät stand uns zum Test zur Verfügung: Das Sympro der Firma Renfert.

Ganz neu auf dem Markt.
Gutes Produktdesign.

Ist normalerweise für mich ein Plus.
Wirkte aber in diesem Falle nicht.

Denn ein Prothesenreinigungsgerät muss nicht gut aussehen, es muss seine Arbeit machen. Und da es im Labor steht, ist die Aussenwirkung eher gering und daher wünsche ich mir vor allem ein Gerät, das hervorragende Ergebnisse liefert und nicht kaputt geht.

Das Aussehen ist dann nebensächlich oder anders formuliert. Ein schönes Aussehen kann schlechte Ergebnisse oder mangelhafte Haltbarkeit nicht wettmachen.
Aber halten wir dem Sympro einmal zu gute, dass es eben nicht nur gut aussieht, sondern auch gut und ausdauernd funktioniert. Und es weist neben seinem schicken Design noch als Feature einen gegenüber den bisher besprochenen Geräten schrägen Einbau der Spülkammer auf. Dadurch soll sich die Prothese leichter drehen während des Reinigungsvorganges, was die Effektivität erhöhen und die Bearbeitungszeit abkürzen soll.

Dann der erste Patient: Dessen Prothese – eine Herausforderung.

Das Ergebnis (nach vom Hersteller empfohlener Arbeitszeit): „Geht so“.

Also doch das Schütz – Gerät ?  Ist das schöne Design des Sympro nur glitzernde Hülle ?

Heute, nach rund 4 Wochen Testbetrieb sieht das anders aus: Die Reinigung der Prothesen fällt zufriedenstellend aus. Und dies ist bitteschön  im positiven wortwörtlichen Sinne zu verstehen. Es gibt Verunreinigungen, die das Gerät ( wie alle anderen Geräte auch) nicht entfernen kann.

Alles andere geht ab. Wir lassen die Prothesen in der Regel 45 – 60 Minuten im Gerät, danach sind die Prothesen sauber.

Kommen wir zur Zwischenwertung nach  4 Wochen: Bis jetzt ist alles gut.
Ich hoffe, das bleibt so.

Maschineller Gleitpfad -Chancen und Risiken

Von Jörg Schröder

Auf der Jahrestagung der DGEndo 2006  in Dresden habe ich, wie sicher mancher andere auch, gestaunt als Michael Arnold während der Livebehandlung sein Vorgehen beim initialen Aufbereiten von engen und zum Teil obliterierten Kanälen demonstrierte. Das sofortige Verwenden rotierender NiTi-Instrumente ohne vorher einen Gleitpfad mit Handinstrumenten zu erarbeiten erschien mir unvorstellbar kühn.

Durch die Abfolge bestimmter Instrumente mit unterschiedlichem Durchmesser und unterschiedlicher Konizität gelingt es, nach Darstellung des Eingangs selbst sehr enger Kanäle diese erheblich schneller und mit meines Erachtens geringerer Veränderung des Originalverlaufs aufzubereiten, als mir dies mit Handinstrumenten möglich ist.

Mittlerweile ist dieses Vorgehen fester Bestandteil meines Aufbereitungskonzepts geworden. Nach der Kanaldarstellung mittels Munce-Rosenbohrern oder Ultraschallinstrumenten setze ich eine ProFile 15/04 vollrotierend ein. Die Instrumentenspitze wird bei mit Spülflüssigkeit gefluteter Zugangskavität mit leichtem Druck auf den Kanaleingang aufgesetzt und dann „pickend/tupfend“ nach apikal bewegt. Die aktive Schneidephase beträgt ca. 1 Sekunde. Danach wird das Instrument wieder etwas zurückgezogen und erneut für ungefähr eine Sekunde eingesetzt. Die ständige visuelle Kontrolle des Instruments während der Einsatzphase und die Inspektion der Instrumentenspitze im Mikroskop ist von großer Wichtigkeit um Deformationen rechtzeitig zu erkennen und das Instrument gegebenenfalls zu verwerfen.

Nach dem Erarbeiten der ersten 2-3 mm kommt bei mir eine ProFile 20/04 und wenn diese die Arbeitslänge der 15/04 erreicht hat, eine ProFile 15/06 zum Einsatz. Anschliessend beginnt diese Sequenz mit Einsatz der 15/04 erneut. Das wiederholte Einsetzen der Abfolge 15/04, 20/04 und  15/06 ermöglicht ein allmähliches Vordringen bis ins apikale Drittel. Die Instrumente schneiden jedes Mal nur in einem Bereich von 2-3 mm und arbeiten nie auf voller Länge. Doch dieses Vorgehen ist nicht ohne Risiko. Zu großer Druck, zu langes Verharren (mehr als eine Sekunde) oder das aktive Schneiden auf zu großer Länge können sehr schnell zu Instrumentenfrakturen führen.

Anbei ein Beispiel von dieser Woche. Der zwischen MB und ML gelegene und bei der alio loco durchgeführten Wurzelkanalbehandlung nicht aufbereitetete Kanal war mit oben beschriebenen Verfahren in ungefähr 4 Minuten patent.

Bei der Revision der bereits obturierten mesialen Kanalsysteme kam es beim Entfernen mit der oben beschriebenen Arbeitsweise zu 2 Frakturen an der Spitze von 2 fabrikneuen ProFile 15/06.

Ein klassisches Beispiel für eine Torsionsfraktur. Die Spitze des Instruments wird fixiert und es kommt nach einem Aufdrehen zu einer Fraktur im weiter koronal gelegene Teil. Die Drehmomentkontrolle versagt an dieser Stelle, da die Drehmomente für das Arbeiten des jeweils dicksten Instrumentenanteils ausgelegt sind.

Bevor diese Technik am Patienten zum Einsatz kommt empfehle ich daher, das Vorgehen an extrahierten Zähnen einzuüben. Der maschinell erstellte Gleitpfad hält nämlich nicht nur Chancen bereit, sondern birgt bei nicht korrekter Vorgehensweise auch erhebliche Risiken.

Das nenne ich Service!

Von Jörg Schröder

Im Sommer gab es hier auf Wurzelspitze einen Bericht des Kollegen Wecker in dem ein Stiftentfernungs-System (Thomas-System) vorgestellt wurde. Bezogen hatte er das gesamte Kit über ein niederländisches Dentaldepot, Hofmeester Dental B.V. in Amsterdam. Die Kaufempfehlung und die dazugehörige Bezugsquelle stammte von Marga Ree, einer in meinen Augen weltweit herausragenden praktisch tätigen Endodontologin.

Meine eigene Bestellung lief damals vollkommen problemlos ab. Innerhalb einer Woche war das ersehnte Päckchen in meiner Praxis, die Rechnung konnte per Banküberweisung beglichen werden. Der Gesamtpreis lag deutlich unter dem, der für das bauartgleiche Ruddle-System hier in Deutschland aufgerufen wurde.

Durch häufigen Einsatz verloren die stirnfräsenden Trepanbohrer der Größe 3 und 4 mittlerweile zunehmend an Schneidfreudigkeit. Drei massive Si-Pal-Stifte gaben ihnen vor 4 Wochen den Rest.

Also kurz ins Internet und die Telefonnummer des Depots ausfindig gemacht. 6 Minuten später war alles erledigt. Der kompetente Mitarbeiter nahm meine Bestellung auf und fragte noch gleich nach, ob denn bereits ein konkreter Patiententermin bestünde. Da das komplette Nachrüst-Set mit allen Trepanbohrern, das ich bestellen wollte, nicht sofort verfügbar war, bot er mir an aus einem Originalset die von mir am dringendsten benötigten Trepanbohrer der Größe 3 und 4 noch am gleichen Tag zu versenden, damit „mein“ Set wieder voll einsatzfähig wäre. 3 Tage später waren die Ersatzteile da.

Das nenne ich Service!

Apikale Aufhellung (18)

von Wonald Recker

Zum Endorecall haben wir letzte Woche einen Patienten zum 3 Monatsrecall einbestellt, der uns von einem Kieferchirurgen überwiesen wurde. Ich freue mich, daß es immer mehr chirurgische Kollegen gibt, die der endodontischen Revision oder Erstbehandlung eine Chance geben ohne gleich zu resezieren.

Hier nun der Fall.
Unterkiefer Molar ohne pathologischen Sondierungstiefen, leichter Druckschmerz auf Palpation apikal, Sensibilität fraglich und für den Patienten vollkommen symptomlos.
Zufallsbefund vor ZE Versorgung.

Es ist keine vollständige Ausheilung erkennbar. Jedoch ist eine deutliche Heilungstendenz radiologisch zu erkennen. Das 6 Monatsrecall werde ich hier wieder einstellen.

Das endodontische Recall gestaltet sich in unserer Praxis generell sehr schwierig, bzw mit großem personellen Einsatz. Unsere Praxissoftware biete alle möglichen Recalls an Prophylaxe, Kieferorthopädie, Vorsorge etc..
Nur ein Zahn- und gleichzeitig Patientenbezogenes Recall finde ich bei Dampsoft beispielsweise nicht. Für die Implantologie wäre dies durchaus sinnvoll. Denn auch in solchen Fällen kann es sein, daß im Laufe der Zeit ein weiteres Implantat dazukommt.

Heilungstendenz

Licht

 

von Oscar von Stetten

Auf der Industrieausstellung bei der DGEndo-Tagung fiel mir sofort auf dem Stand der Firma Jadent ein sehr heller Lichtspot auf. Dann habe ich auch noch auf dem Mikroskoparm die Aufschrift „LED inside“ (abb1) entdeckt.

Sehr spannend, wurde ich just am Tag vorher von einem Teilnehmer nach einer Beleuchtungsalternative zu Halogen, Xenon oder Metallhalide gefragt. Mein Wissensstand war, dass LED noch nicht so weit war. So kann man sich täuschen.

Das Licht ist sehr hell und das obwohl die nominellen Werte nicht so berauschend klingen. Aber dennoch, der Spot war blendend. Neugierig wie sich das Licht klinisch bewährt bat ich Jadent um eine Leihstellung. Diese erfolgte am Dienstag, leider wurde das Mikroskop am Donnerstag wieder abgeholt. Damit bleib mir nicht genug Zeit, Fotos mit dem Mikroskop zu schießen um über die Belichtungszeit eine halbwegs vernünftige Einschätzung zu erhalten. Aber das wird sicher nachgeholt werden.

Was ich aber sagen kann (nach 7 Behandlungen mit diesem Mikroskop): exzellent. Das Licht ist hell genug bis zur 16x Vergrösserung, um damit noch ordentlich arbeiten zu können. Erstaunlich. Das Beste: keine Lüftergeräusche, keine Hitzeentwicklung, alles im Standard-Lichtkasten des Kaps montiert.  Meine Hand hielt ich etwa 2 min. über dem Lichtaustritt und hatte keine Verbrennungen 3. Grades.

Beim Xenon würde ich mich das nicht trauen ;-)

Flugs den Leuchtkasten aufgeschraubt und mal nach der LED-Zelle geschaut. Verblüffend. Verblüffend klein. Sehr klein sogar für die Lichtmenge und den guten Eindruck. Kein Vergleich mit den Zusatzgeräten für Xenon. (abb 2,3)

Von oben fotografiert sieht man die Zelle mit einer Sammellinse.  Offensichtlich reicht die Linse aus, um das Licht gut und gleichmässig in den Lichtleiter zu schicken. Dieser ist auch nicht mehr den Hochtemperaturen wie beim Xenonlicht ausgesetzt, was der Langlebigkeit sicher zugute kommt. (abb4)

Man bemerkt sofort, der Durchmesser ist kleiner als bisher. Was Luft nach oben lässt.  (abb5)

Vorläufiges Fazit:

Die LED-Beleuchtung hat mich begeistert. Es hat viele Vorteile, wie z.B. eine lange Lebensdauer, keine Hitzeentwicklung, keine lauten Lüftergeräusche. Das Spektrum des Lichtes ist angenehmer, tageslichtähnlicher als Xenon, was aber in der Natur der Sache liegt.

Weiterer Vorteil: gute Integration im Gerät. Kein zusätzlicher Leuchtkasten, kein zusätzlicher Stromanschluss mehr, keine Fernbedienung o.ä.

Die momentan verfügbare Lösung zeigt, dass es prinzipiell geht und dass diese Art des Lichts auch einsetzbar ist. Wenn man das Kaps mit einem Mitbwerber von der Beleuchtungseite vergleicht, fällt auch die verschiedene Farbtemperatur auf.

 

Aber Vorsicht: Es geht dabei ausschliesslich um die Farbtemperatur, um nichts anderes. Ein weiterführender Vergleich zwischen diesen zwei Geräten scheidet aus mehreren Gründen aus. Definitiv. Ein ungleicher Vergleich, so in etwa zwischen einem Passat und einem Bentley.

Würde ich es mir kaufen? Um eine definitive Empfehlung auszusprechen habe ich nicht lange genug mit dem Gerät gearbeitet. Aber das erste Gefühl ist gut. Und meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

 

They just fade away – Garrison die Dritte

von Christian Danzl

Von den Garrison 3-D Matritzen wurde hier schon berichtet. Auch über die Möglichkeit, weit offene Approximalräume wieder ordentlich mit Komposit zu versorgen. Inclusive strammem Kontakt.
Wie aber schon früher beschrieben ist die Verbindung von hartem Kunststoff zum weichen Material an den Arbeitsenden dem Praxisalltag nur bedingt gewachsen. Schon nach wenigen Sterilisationsvorgängen löste sich die Verbindung der beiden Kunststoffe schleichend, was durch weitere Aufenthalte im Autoklaven zum Totalverlust der Verbindung führte. Leider.

Man kann die Spannringe zwar noch einsetzen, aber der Approximalraum wird nicht mehr sauber gestaltet und für einen strammen Kontakt muss man ein wenig tricksen.
Schade eigentlich.

Karies behandeln oder nicht ? Die ganze Geschichte…

von Hans – Willi Herrmann

Vor kurzem hatten wir an dieser Stelle eine Abstimmung: 3 Vestibuläre Läsionen bei einem jugendlichen Patienten und die Frage:  Behandeln oder noch abwarten ?

76 % stimmten für die Behandlung aller 3 Läsionen,
21 % für die Behandlung zweier Läsionen,
2 % für die Behandlung einer Läsion und
1 % dafür, das generell noch weiter abgewartet werden soll.

Ich habe diese Abstimmung gestartet (vielen Dank für die Beteiligung), weil für mich der unbedingte Behandlungsbedarf der 3 Läsionen gegeben war, aber ein Kollege, der um Zweitmeinung gebeten wurde,  lediglich für die eventuelle Behandlung eines Zahnes plädiert hatte. Ich wollte die Entscheidung hierüber auf eine breitere Basis stellen. Aber hier die ganze Geschichte:

Der Jugendliche, keine 17 Jahre alt, kam im Frühherbst zur 01 in die Praxis.

Maximal 3 Jahre war er bei uns und nur sehr unregelmäßig zur Kontrolle erschienen. Jeweils schlechte MH, immer mit  weichen Belägen in den schwieriger zugänglichen Zahnbereichen.
MH – Hinweise zeigten keine Änderung seines Verhaltens. Die weißen Entkalkungsgirlanden  an den Zahnhälsen gaben den Weg vor.
Und jetzt, nach längerer Abwesenheit  diese kariösen Läsionen.

Für mich war jede von Ihnen behandlungsbedürftig.

Die Mutter, bei der Untersuchung dabei,  sichtlich aufgeregt.

„Wieso soviele Löcher ? Es war doch bisher nie was ???“
Skepsis in ihrem Gesicht. Aber sogleich auch der ausgeprägte Wille zum sofortigen Handeln.
Jetzt muss etwas passieren. Unbedingt.

So schnell wie möglich. Die Passivität der letzten Jahre weicht energischem Aktionismus.

Ob wir nicht heute die Behandlung gleich durchführen können ?
Wir können nicht.

Dann aber noch diese Woche !?!?!?!

Ich schüttele verneinend den Kopf.

Mutter und Sohn  gehen nach draussen  zur Terminplanung. Weil wir auf viele Wochen hin ausgebucht sind, versuchen wir, so schnell wie möglich einen Termin freizueisen. Schwer genug, aber als zusätzliches Problem kommt hinzu, dass der Terminkalender des Jugendlichen nur wenig Flexibilität zulässt. Die Schule, dann die Hobbys, Sport, viel Spielraum bleibt nicht. Nach mehr als 5 Minuten und zähem Ringen sind zwei Termine gefunden. Nach 5 Wochen der erste, nach 9 Wochen der zweite. 2 Zähne sollen behandelt werden und je nach Zustand dieser Läsionen der 3. Zahn weiter beobachtet oder darf dann ebenfalls behandelt werden. Damit ist die Mutter des Jungen einverstanden.

Wenige Tage später.

Anruf der Mutter. Sie hätte den Jungen bei einem anderen Kollegen vorgestellt. Sie sagt es nicht, aber es ist naheliegend, dass sie nach einem schnelleren Termin gesucht hat oder der Diagnose nicht traute.

„Der Kollege  sei der Meinung, dass nur ein Zahn behandelt werden müsse, die beiden anderen Läsionen können ruhig noch beobachtet werden.“

Eine schwierige Situation. Ich kann die Mutter ein wenig verstehen. Normalerweise ist man geneigt, dem zu glauben, der für das Abwarten plädiert. Denn – wer auf ein „Geschäft“ verzichtet, erhält dadurch einen Vertrauensbonus. Aber im vorliegenden Fall eine krasse Fehlentscheidung. Von der ich nichts weiss, denn vom Telefonat erfahre ich erst Tage später.

Aber ich will nicht vorgreifen.

Die Mutter möchte nach der Konsultation durch den Kollegen den ersten der beiden Termine absagen. Der zweite könne aber beibehalten werden.

Macht das Sinn ?
Eigentlich nicht. Man sollte erwarten, dass der erste Termin beibehalten und der zweite Termin, sofern nicht mehr notwendig, gestrichen wird.

Ich vermute, dass der Junge beim Kollegen deutlich schneller Termine bekommen hat.
Und rechne nicht damit, dass er zum Behandlungstermin erscheinen wird.

Wider Erwarten taucht er 10 Wochen später auf.
Mit den 3 Löchern.
Keine Behandlung bisher.

Ich bin irritiert und frage nach. Der Kollege habe keine Behandlungsnotwendigkeit gesehen und gesagt, er, der Junge,  solle in 6 Monaten wiederkommen, heißt es jetzt.

Ich repariere den ersten Defekt, der sich von der vestibulären Seite nach approximal ausdehnt.
Die Karies geht unterminierend weit in den Zahn rein. Jetzt kann eigentlich kein Zweifel mehr bestehen, dass ein Behandlungsbedarf vorliegt.  Aber da war ja die Aussage der Mutter. Maximal ein Zahn sei behandlungsbedürftig.
Aber heute ist die Mutter nicht mitgekommen. Ich würde am liebsten Fotos machen nach Exkavation, aber die Zugänglichkeit ist erschwert und wir haben bereits kräftig überzogen, der Zahn war zeitaufwändiger als geplant.

Ich rufe die Mutter an und frage nach der Auskunft des Kollegen: Sie antwortet, sie sei beim Untersuchungstermin nicht dabei gewesen und ihr Sohn habe möglicherweise etwas missverstanden.

Ich erläutere ihr noch einmal, dass eine dringende Behandlungsbedürftigkeit besteht und frage, warum sie den ersten Termin abgesagt habe.
Sie antwortet, sie habe keinen Termin abgesagt.

????

Ich schaue in der Karte: Keine Notiz diesbezüglich.
Mist. Ich halte Rücksprache mit der Mitarbeiterin, die das Gespräch geführt hat und verbinde die beiden. „Ach ja, richtig“, sagt die Mutter, „jetzt erinnert sie sich wieder“.

Wir brauchen einen neuen Termin.
Schnellstmöglich. Eigentlich keine Chance. Aber da wäre Donnerstag, nächste Woche, nachmittag. Der Tag ist freigehalten. Für die  DG Endo – Jahrestagung. Ich beschliesse erst zur Mitgliederversammlung um 17.00 Uhr anzureisen und gebe dem Jungen den Termin, weil ich darin die einzige Chance sehe, zeitnah die Defekte behandeln zu können.

Und dann ist es ist Donnerstag, 15.00 Uhr.

Wer ist nicht da ?
Unser junger Patient.

Er kommt 40 Minuten zu spät. „Der Zug ist sonst immer pünktlich“, ist die knappe Entschuldigung.

Mein Zeitplan ist dahin. Normalerweise müsste ich den Termin verschieben, aber ich weiss, dass in absehbarer Zeit kein passender Termin frei sein wird.

Also behandle ich.
Den Zahn 17.

Das ist der Zahn, der von 21 % der Kollegen als „Noch abwarten“ einstuft worden war. Wobei ich sicher bin, dass viele der Kollegen, wenn sie diesen Zahn „live“ gesehen hätten, ebenso vehement wie ich für die Behandlung gestimmt hätten.
Denn wie sich schnell zeigt, ist der  Zahn 17 ist nicht nur vestibulär und distal, sonder auch okklusal in der Fissur massiv entkalkt. Und zwar derart, dass die letztendliche Füllung mehr als drei Viertel des Zahnes abdecken wird.

Die eingeschränkte Mundöffnung und die Kippung des Zahnes erlauben nicht das reguläre Einführen des Winkelstückes.
Die Behandlung muss unter Dentalmikroskop – Kontrolle und mit den Röder – Mini – Spiegeln erfolgen, weil dies die einzige Möglichkeit ist, über indirekte Sicht beim Bohren die entsprechenden Stellen überhaupt einsehen zu können.
Extrem schwierige Trockenlegung.

Kofferdam  ?  Vergessen Sie es. Nicht mal dran zu denken. Kein Platz, keine Retention bei subgingival reichender Kavitätenlage.
Das Anlegen der Matritze allein dauert rund 10 Minuten. Jetzt darf keiner wackeln. Wir arbeiten 6 händig. Amalgam wäre sicherlich mit einem geringeren Stressfaktor zu verarbeiten, aber (muss ich es erwähnen ?),  es soll nicht verwendet werden.

Nach 70 Minuten ist die Behandlung des einen Zahnes 17 zu Ende.
Und wir sind es auch.

Die Mutter hat nach 2 Dritteln der Behandlung zum Telefonieren das Behandlungszimmer verlassen und taucht bis Behandlungsende nicht mehr auf. Ihr einziger Kommentar, kurz bevor sie das Behandlungszimmer verlässt.  „Jetzt weiss ich,was erhöhter Zeitaufwand in der Rechnung bedeutet“.

Um 17:35 Uhr treffe ich Wiesbaden ein, rund 1,5 Stunden später als geplant.

Tools und Toys

von Oscar von Stetten

Noch vor zwei Jahren kam ich von einer DGEndo-Tagung nach Hause und blickte am Montagmorgen in die „sorgenerfüllten“  Gesichter meiner Mitarbeiterinnen.
Was brachte der Chef wieder Neues mit, wie würde sich das Behandlungsprotokoll nun wieder ändern?

Wie gesagt, früher war es so.
Diese Woche war es nicht so.

Zurück aus Wiesbaden hatte ich nichts Neues im Gepäck. Weder eine Änderung des Behandlungsprotokolls noch ein zusätzliches Werkzeug. Das liess mich heute morgen selber stutzen.
Nichts Neues mehr? Bin ich innovationsfeindlich oder gar bequem geworden?
Oder schon so eingefahren, dass ich nichts mehr ändern will?

Retrospektiv muss ich sagen, weder noch. Bei genauer Betrachtungsweise habe ich in der Industrieausstellung nichts für mich selber gefunden, was in meinen Augen noch eine signifikante Verbesserung in meinem Behandlungsprotokoll bringen würde.
Was nicht heissen mag, des es in allen Punkten perfekt wäre.
Detailverbesserungen, sicher. Aber nicht mehr die Knüller wie vor drei oder vier Jahren. Umso mehr liegt mein Augenmerk seit geraumer Zeit auf Verbesserung unserer Ergonomie, des Workflows im und um das Behandlungszimmer. Und da gibt es immer noch viel zu tun, obwohl meine Damen sehr motiviert sind und viele gute Ideen haben.

Die Miscea-Armatur ist mir gleich ins Auge gesprungen.
Leider habe auch ich es  zeitlich nicht geschafft, mich näher mit dieser zu beschäftigen.
Umso mehr freue ich mich, einen Test von Hans-Willi Herrmann zu diesem doch nicht günstigen Teil zu lesen.
Kann es kaum erwarten.

Seiler Mikroskope in Deutschland

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit wurden bei WURZELSPITZE  hier und hier Seiler – Mikroskope erwähnt.

Sicherlich einer der günstigsten Wege, an ein Mikroskop für die Zahnmedizin heranzukommen.

In Deutschland werden diese Geräte von Cumdente als Cumdente – Mikroskope vertrieben.
Es gibt zur Zeit 2 Varianten, die in Deutschland angeboten werden.

Mal schauen, ob Cumdente bereit ist, eines ihrer Geräte zum Test meinen Zeiss – Mikroskopen beiseite zu stellen.
Ich werde mal den Vorschlag machen und den Link zum Blogbeitrag an Cumdente senden.

Baisch Hygenius

von Hans – Willi Herrmann

An dieser Stelle möche ich Herrn Uwe Bauer von Grill und Grill Dental in Frankfurt Dank sagen.

Wir kennen uns seit 20 Jahren und in dieser Zeit habe ich ihn stets als kompetenten und hilfsbereiten Dental – Profi kennengelernt.

Immer wieder kommt der eine oder der andere von uns mit einer Neuentdeckung im Dentalmarkt daher, die es zu bewerten, auszuprobieren gilt.
Manchmal muss ich seine Euphorie ein wenig dämpfen.
Aber im vorliegenden Fall war es genau umgekehrt.

Ich kam von der Fachdental in Frankfurt 2007 zurück und wollte für alle meine Zimmer Baisch Desinfektionsmittelspender kaufen.
Normalerweise kein Auftrag, den man einfach so ablehnt.

Aber Uwe sagte:  „Ich verkaufe Dir die Spender nur sehr ungern.
Nur wenn Du sie unbedingt haben möchtest“.
„Warum ?“

„Weil es Probleme mit der einwandfreien Funktion geben kann. Nicht in jedem Fall und Baisch ist diesbezüglich sehr kulant, aber trotzdem, vielleicht solltest Du noch ein wenig warten.“

Ich wartete und ließ es bei einem Gerät als Praxistest bewenden.
Und dieses gab leider nach knapp einem Jahr den Geist auf.

Und deshalb bin ich froh, das ich nicht alle meine Räume damit ausgestattet habe.

Trotzdem glaube ich an die Sinnhaftigkeit des Konzeptes.
Und werde mit Miscea einen neuen Versuch wagen.

Allerdings nur, wenn Uwe Bauer mich nicht davon abhält.

Miscea Armatur

von Hans – Willi Herrmann

Dieses Produkt hat zu Recht den Red Dot Award für herausragendes Design bekommen.
Es sieht wirklich sehr sehr gut aus, wenn man bedenkt, worum es hier geht und was die Alternative dazu gegenwärtig ist.

Bei Miscea handelt es sich aber darüber hinaus mE um die erste vollständige und konsequent zu Ende gedachte Lösung, Händereinigung und Händedesinfektion in die Praxis einzubinden. Die berührungsfreie Bedienung schließt eine Kreuzkontamination von vorneherein aus.

Einziges Manko: Der Preis. Fürs Geld einer Armatur kriegt man 20 konventionelle Desinfektionsmittel – Spender.

Trotzdem – Ich bin sofort bereit, das Geld dafür auf den Ladentisch zu legen, wenn – das Gerät dauerhaft einwandfrei funktioniert.

Warum ich dies schreibe ?
Weil ich in der Praxis ein Produkt eines anderen Herstellers habe, das nach gar nicht so langer Zeit den Geist aufgegeben hat.
Und dafür war jenes Gerät  mit (aus der Erinnerung heraus) einem Preis von   250 – 300  Euro einfach zu teuer.

Ein kurzes Video zur Miscea – Armatur findet sich hier.

Für eine genaue Betrachtung war in der Industrieaustellung der Endodontie – Jahrestagung in Wiesbaden keine Zeit.
Ich werde mir die Armatur aber definitiv in Ruhe noch einmal anschauen und diese auf Herz und Nieren testen.

Heute fällt „Wurzelspitze“ aus

von Hans – Willi Herrmann

Der Grund: Die Jahrestagung der endodontischen Fachgesellschaften in Wiesbaden.

Gestern, am ersten Tagungstag mussten Stühle in den vollen Saal gebracht werden.
Über 400 Teilnehmer.
Respekt.

Zum dritten Mal in Folge wurden die Erwartungen, die Zuhörerzahl betreffend, nicht nur erfüllt, sondern wieder übertroffen.

Mal sehen, ob das nächstes Jahr in Berlin getoppt werden kann.
Im Moment sieht es danach aus.

Dentalmikroskopersatzkondom

von Hans – Willi Herrmann

Auch ich habe mir seit geraumer Zeit Gedanken gemacht,was die  Kreuzkontaminationsproblematik im Hinblick auf das Arbeitsgerät „Dentalmikroskop“ angeht. Vom Hersteller gibt es entweder keine Angebote oder aber (wie beim Pentero) Vorschläge, die bei Preisen von 15 Euro für eine Schutzhülle nicht durchführbar sind.

Letzter Stand unserer Bemühungen vor der jetzigen Lösung: Melitta – Transparent – Folie. Funktioniert, geht von der Aussenwirkung aber höchstens als künstlerisch wertvoll durch und dauert annähernd so lange wie Christo für den Reichstag gebraucht hat. Votum: „Nur solange wir nichts Besseres haben“ und „Wir suchen weiter“.

Fingerlinge ? Zu klein.

Die Idee mit den Kondomen ist gut, wir haben uns trotzdem für eine andere Variante entschieden. Zum einen, weil, als wir es damals ausprobierten,  unser Kondom –  Testmodell zwar funktionierte, aber seine Herkunft nicht so geschickt leugnen konnte, wie es bei Oscar von Stettens Vorschlag der Fall ist. Um ehrlich zu sein, war bei unserer Version die Hülle auf den ersten Blick als zweckentfremdet zu erkennen.

Ging gar nicht.
Der zweite Grund, noch wichtiger. Wir wechseln nach jedem Patient die Hülle. Und drittens. Die Lösung sollte sowohl mit dem Pro Magis als auch mit dem Pro Ergo funktionieren.

Unsere Lösung: Protektionshüllen der Bluephase – Lampe. Über die Griffe gezogen, soweit die Hüllenform dies gestattet. Überstand mit der Schere abgekürzt. Fertig.

Kosten ? 12 Cent pro Hülle.

Berufsverkehr

von Hans – Willi Herrmann

Am Dienstag  musste ich für einen Tageskurs (zusammen mit David Sonntag) nach Frankfurt.

Auf dem Hinweg habe ich 2 Stunden gebraucht.
Um Punkt Sieben aus dem Haus, um 8:58 Uhr kam ich an bei der LZK Hessen.

Eine Strecke, die ich normalerweise in der Hälfte der Zeit bewältige.

Ich stand 3 mal im Stau.
Nach jeweils  8,20 und 35 Minuten Fahrt. Zuletzt mehr als eine halbe Stunde.

Es wird viel gejammert über die Nachteile der Selbstständigkeit. Und mag sein, dass einiges dran ist an dem, was kritisiert wird.
Aber Tage wie gestern zeigen. Im Gegensatz zu vermutlich 99 % der Berufstätigen haben Selbstständige viel viel mehr als alle Anderen die Wahl.

Zum Beispiel die Wahl, die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz und  ihr privates Umfeld miteinander zu kombinieren.

Wer will, kann seine Praxis ins eigene Haus verlegen. Oder in den Pfälzerwald, nach Malle oder Dubai.

Das können offensichtlich die Leute, die sich morgen für morgen ins Rhein Main – Gebiet quälen, nicht.
Vielleicht gewöhnt man sich dran, aber mal ehrlich,schön ist anders.

Die Baustelle am Mainzer Ring wird noch bis Ende 2010 vorhanden sein.
Und die Baustelle auf der Schiersteiner Brücke (die einzige Alternative) vermutlich auch fast so lange.
Hohes Frustrationspotential für die Armen , die tagtäglich sich in ihren Blechkolonnen Richtung Mainhattan quälen.

Was bleibt hängen ?
Heute morgen bin ich fröhlich zur Arbeit gefahren. Denn die paar Kilometer im Auto, hab ich mir gesagt, sitz ich doch auf einer Backe ab.

Robert Enke ist tot

von Christoph Kaaden

Robert Enke, Torwart von Fussball-Bundesligist Hannover 96 und erster Anwärter auf den Posten des Nationaltorhüters der kommenden Fussballweltmeisterschaft 2010 ist am 10.11. 2009  gestorben. Bewahrheiten sich die aktuellen Pressemitteilungen, dann hat Robert Enke für sich den Freitod gewählt.

Diese Meldung ist bestimmt nicht nur für mich unfassbar. Ein ähnliches Schicksal eines aktiven Sportlers hat es im deutschen Sport meines Wissens nach bis dato nicht gegeben.

Mein besonders Mitgefühl gilt seiner Frau, die nach dem Verlust der gemeinsamen Tochter vor einigen Jahren nun den Tod Ihres Ehemannes hinnehmen muss.

Ich wünsche Frau Enke, der Familie und den Hinterbliebenen insbesondere in den nächsten Wochen und Monaten viel Kraft den Verlust Ihrer geliebten Person Robert Enke zu realisieren und ansatzweise zu verarbeiten. Auch wenn dies unmöglich erscheint.

Saving hopeless teeth (XI) – apikale Aufhellung (17)

von Bonald Decker

diese Patientin stellte sich erstmals im Sommer 2004 mit Beschwerden an Zahn 36 bei einer Zahnärztin vor. Nach einigen klinischen Untersuchungen und dem Anfertigen einer Röntgenaufnahme wurde der Patientin mitgeteilt, dass der Zahn aufgrund der ausgeprägten apikalen Parodontitis nicht erhaltungsfähig sei. Daher erfolgte die Überweisung zu einem Oralchirurgen mit der Bitte um Entfernung des Zahnes.

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Entgegen des ursprünglichen Therapievorschlages liess die Patientin über 3 Jahre verstreichen, bevor sie sich im Herbst 2007 bei uns vorzustellen. Zu diesem Zeitpunkt imponierte klinisch eine bukkale Fistel; radiologisch musste eine sehr deutliche Progredienz der apikalen Parodontitis diagnostiziert werden.

Obwohl eine deutliche Verschlechterung der Situation seit 2004 offensichtlich war, sahen wir trotzdem eine berechtigte Möglichkeit, den Zahn durch eine Wurzelkanalbehandlung erhalten zu können. Diese wurde in anschliessenden Terminen durchgeführt, bei denen der Zahn chemo-mechanisch gereinigt wurde. Nach einer mehrmonatigen medikamentösen Einlage mit Ca(OH)2 erfolgte anschliessend die Wurzelkanalfüllung und der adhäsive Verschluss der Zugangskavität.

Bereits ein Jahr nach Therapiebeginn zeigte sich bei der Nachkontrolle im Herbst 2008 eine deutliche Heilungstendenz, woraufhin die Patienten einer prothetischen Neuversorgung des Zahnes zustimmte.


Auch bei der weiteren Nachkontrolle 2009 scheint die gewählte Therapie erfolgsversprechend zu sein. Bei absoluter klinischer Beschwerdefreiheit zeigt sich radiologisch (trotz geringfügigem Sealer Puff) eine fast vollständige Remission der apikalen Aufhellung.

Als kleiner „Nebenbefund“ (s.h. Pfeil) sieht man besonders in dieser exzentrischen Kontrollaufnahme, dass es während der Präparation des Wurzelkanalsystems zu einer ungewollten Stufenbildung gekommen ist. Durch den Einsatz eines vorgebogenen Nickel-Titan-Instrumentes im manuellen Einsatz gelang es damals, die Stufe soweit zu nivellieren, dass eine weitere maschinelle Präparation der Apikalregion möglich wurde. Aber mehr zu dieser Vorgehensweise in einem späteren Beitrag… ;-)

Jetzt gilt es erst einmal sich über das bisherige Therapieergebnis zu freuen…




LED ION – Batterieproblem

von Hans – Willi Herrmann

Seit etwas mehr als einem Jahr arbeite ich mit dem LED ION Licht von Sigma Dental.
Und bin immer noch sehr zufrieden.

Seit etwa 2 Monaten taucht allerdings nun zunehmend das Phänomen auf, daß die Akkuleistung auch nach Volladung nicht mehr ausreicht, über den gesamten Arbeitstag hinweg ausreichend Licht zur Verfügung zu stellen. Nach der Mittagspause wird es gegen Abend hin zunehmend dunkler.

Sieht so aus, als dass ich um den Kauf eines neuen Akkus nicht umhinkomme, denn ohne dieses Lupenlicht geht gar nichts mehr.

Ich bin gespannt, was der Akku kosten wird.

Einmalpuster Riskontrol – das Update

von Hans – Willi Herrmann

Vor ein paar Wochen erreichte mich eine Mail, in der ich um meine Erfahrungen mit den Riskontrol – Ansätzen der Firma „Acteon“ gefragt wurde.

Ob sich die Ansätze bewährt hätten ?
Und ob sie eine zuverlässige Trennung Wasser Luft zuließen, damit es nicht im Rahmen von Komposit- Restauration zu Kontaminationen kommen könne.

Ich kann beides positiv bestätigen.

Die Riskontrol – Ansätze  lassen sich einfach wechseln. Sie sitzen dennoch fest und sind dicht. Die Qualität ist gleichbleibend gut, es gibt keinen Ausschuss.  Und Wasser kommt nur raus, wenn man es wünscht. 

Kurz und knapp. So sehr uns die von Loser vertriebenen „Pro Tip“ – Ansätze enttäuschten, die Riskontrol – Ansätze haben uns kein einziges Mal im  Stich gelassen.
Wir bestellen sie immer wieder nach, wenn sie zur Neige gehen.  Und das ist es, was zählt, oder ?

Zahnmedizin bei YOUTUBE

von Hans – Willi Herrmann

Bei meiner Airflow – Recherche stieß ich zufällig auf das Video von „Laserzahnarzt“. Das war der Kollege mit der bakteriellen Zahnvermehrung.

Und wie das so bei Youtube ist, klickt man sich danach weiter von Video zu Video.

Hier ein kleiner Querschnitt der Netzfundstücke der Woche. Alle Statements sind Originalzitate aus den Videos.

„Die Ordination zum Wohlfühlen“ und „heimeliges Ordinationsambiente“ (Wien). Weitere Zahnarztpraxen in Bitterfeld und München.

Eine Zahnarztpraxis in Ungarn.

Die Superreichen und der internationale Jet Set gehen in die Praxis am Flughafen Düsseldorf.

Einzigartig ? Gibts im Flughafen Frankfurt meines Wissens schon seit vielen Jahren.

Kinderzahnparty bei Zauberzahn mit Zauberwind.

Der coolste Zahnarzt von Berlin.

Überhaupt finde ich es  interessant, zu sehen, was heute alles als Statements publiziert werden darf. Nein, ich korrigiere mich, ich finde das ausgesprochen traurig. Ich kenne noch die Zeiten, in denen die Zahnärztekammern akribisch über die Größe von Praxisschildern wachten. Seit der Zahnarzt Dr. Michael Vorbeck für seine 1996 in Netz gestellte „virtuelle Zahnarztpraxis“ von der Zahnärztekammer abgemahnt wurde und er vor Gericht zog, hat sich die Internet – Landschaft (und darüber hinaus die gesamte Werbelandschaft) grundlegend geändert.

Ich finde dies eine ätzende Entwicklung. Heute darf offensichtlich Jeder (fast) Alles erzählen.

Über Kommentare zum Thema und den Beiträgen würde ich mich freuen.

Zum Schluß noch mal eine reinrassige Werbung, nicht über Zahnmedizin, sondern mit Zahnmedizin als Medium.

Wie schreibt ein Zuschauer in den Youtube – Kommentaren: „Disgusting“. Er hat recht !

Gib AIDS keine Chance

von Oscar von Stetten

Mich hat immer wieder die empfindliche Oberfläche der ProErgo-Handgriffe gestört.

Und das diese, egal wie motiviert die Damen pflegen, über kurz oder lang unansehnliche Flecken zeigt.

Zudem die Oberfläche von Kippschaltern und Knöpfen durchbrochen wird, was eine Nischenbildung bedeutet. Da die Griffe elektronische Bauteile enthalten, fällt eine Tauchdesinfektion oder ein TD-Gang leider aus. Bei operativen Eingriffen wollte ich zudem nicht mit meinen evtl. Blut-kontaminierten Handschuhen die Griffe bedienen.

Nach mehreren Versuchen mit z.B. Mikrowellenkochbeuteln, Steri-Schläuchen, Frischhaltefolien kam mir eine andere Idee.
Fingerlinge erwiesen sich als zu klein. Es gibt aber eine andere Art von Fingerlingen, die deutlich grösser sind. Zwar nicht beim Dentaldepot zu erstehen, aber hier:  http://www.kondomotheke.de. Und zwar unter der Bezeichnung Plain-End Silke-Latex. Der Vorteil: Kein Reservoir. Damit nicht direkt als das erkennbar, was es wirklich ist: ein Kondom. Naturgummi, per Wischinfektion desinfizierbar,  kommt morgens auf den Griff, fliegt Abends wieder runter.

Der Preis?
Bei Abnahme einer 100er Packung 0,46€ pro Stück. Verschmerzbar. Neue Griffe für das ProErgo? Ich habe nicht gefragt, aber sicher deutlich mehr als die „Fingerlinge“. Meine Damen haben nach den ersten skeptischen Blicken und Gelächter die  Fingerlinge akzeptiert. Weil es die Rüstzeit für das Zimmer um sicher 2-3 Minuten senkt. Die Zeit, die sie früher mit dem peniblen Wischen der Handgriffe zu gebracht haben.

Macht es mich nun schneller, kann ich mehr Patienten behandeln. Nein, sicher nicht. Aber es entspannt meine Damen ein wenig. Und damit auch mich ;-)

 

Spiegelauflage selbstgemacht

Von Jörg Schröder

Der Einblick in die apikalen Kanalabschnitte unterer Molaren gestaltet sich aus unterschiedlichen Gründen oftmals schwierig: eine reduzierte Mundöffnung, die Lingual- bzw. Mesialkippung des zu behandelnden Zahns oder eine Krümmung im apikalen Kanaldrittel erschweren nicht nur die visuelle Inspektion sondern auch das kontrollierte Arbeiten mit Hand- oder Ultraschallinstrumenten unter Sicht.

Häufig muss aufgrund eingeschränkter Platzverhältnisse auf sehr kleine Spiegel zurück gegriffen werden. Nur eine lagestabile  Positionierung  des Spiegels erlaubt ein kontrolliertes Arbeiten in der Tiefe des Kanals. Kann der Spiegel nicht ruhig gehalten werden, gerät die Instrumentenspitze aus dem Fokus. Gerade die kleinen Spiegel neigen jedoch dazu nach dem „Anlegen“ von der Auflagefläche wegzurutschen.

Abhilfe schafft hier ein einfacher Trick:

1. Der Spiegel wird so platziert, dass der zu bearbeitende Kanalabschnitt scharf dargestellt ist.

2. Das einzusetzende Instrument wird so in den Kanal eingebracht, dass die geplante Bewegung unter Sicht im Spiegel nachverfolgt werden kann.
3. Nach erneuter Überprüfung der Spiegelposition wird unter und hinter dem Spiegel eine kleine Menge Opaldam aufgebracht und lichtgehärtet.

4. So entsteht eine stabile Spiegelauflage die ein reproduzierbares Einsetzen ermöglicht.

Das zeitaufwändige und mitunter nervige Korrigieren der Spiegelposition gehört der Vergangenheit an.

Thomas Endo Cart

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich das „neue“ Thomas Endo Cart in Augenschein nehmen können.

Ich fand s gut. War positiv überrascht.

Zwar kann man nicht von einem „designten“ Gerät sprechen. Hier ist das Cart 2 Dekaden hinter dem heutigen Standard zurück. Und die Oberflächen / Materialgestaltung ähneln US – Produkten ala Obtura oder ASI.
Soll heißen, wenn wir bei einem Auto wären – Kunstleder, Billig Wurzelholz – Imitat auf dem Armaturenbrett und aussen noch „Woody“ – Plastikfolie in Holzimitat aufgeklebt.

Wollen wir das ?  Beim Auto nicht.

Und beim Cart ?
Ich will es so sagen – ich habe die zwei Vorgänger des Thomas – Carts kennengelernt.
Auch diese eine gute Sache dahingehend, dass sich endlich auch bei uns in Deutschland ein Hersteller gefunden hat, der den Endodontisten eine auf ihr Aufgabengebiet abgestimmte Lösung angeboten hat. Allerdings sahen diese Carts  zusammengestückelt aus. Funktion einwandfrei, professionelle Erscheinung nein.

Und sogesehen ist dieses Cart ein gewaltiger Schritt vorwärts.
Dieses Cart ist professionell, soll heißen „aus einem Guss“. Nicht zusammengenagelt, sondern fugenlos zusammengefügt. Bestückt mit soliden Geräten, die sich im Praxisalltag schon längere Zeit bewährt haben.

Und damit die erste wirkliche Möglichkeit in Deutschland, einen bestehenden Behandungsstuhl zum Endostuhl umzurüsten, upzudaten.

Ich habe bislang keine Ahnung , was das Cart kostet.

Ich werde nachfragen und Herrn Thomas bei der Gelegenheit mitteilen: „Ich finds gut“.

Bewegte Bilder (4)

Von Jörg Schröder

In den vergangenen Wochen wurde an dieser Stelle bereits über erste Erfahrungen in der Videodokumentation mit  FullHD-Camcordern berichtet.

Trotz aller Freude über die schönen Videosequenzen muss ich aber feststellen, dass der benötigte Bearbeitungsaufwand angefangen vom Herunterladen in FullHD-Qualität bis zum fertigen Videoclip trotz der guten Software iMovie09 erheblich ist.

Nutzt man die zur Verfügung stehenden Tools auch nur ansatzweise aus (Bildausschnitt so platzieren, dass die Übergänge ruckelfrei erscheinen, Bearbeiten der Tonspur, Anlegen von Hintergrundmusik, das Herausfiltern der aussagekräftigsten Videosequenzen) dann ist für einen Clip von ca. 4 Minuten Länge mit einer Gesamtbearbeitungsdauer von mindestens 90 – 120 Minuten zu rechnen.

Daher wird in meinen Augen die Fotodokumentation weiterhin ihre Berechtigung haben. Das Einbinden der klinischen Bilder in die Überweiserschreiben oder eine zeitnahe Nachbesprechung der erfolgten Behandlung mit dem Patienten ist problemloser in den Praxisablauf zu integrieren.

Für die zahnärtzliche Fortbildung eröffnet sich jedoch mit dem Medium FullHD-Video eine große neue Welt.

Anstatt ein klinisches Bild wortreich zu erläutern (wie z.B. das Einbringen von MTA auf der Pluggerspitze, das Verdichten mittel steriler Papierspitzen) vermittelt ein Video die zu transportierende Botschaft besser und eleganter. Zudem besteht die Möglichkeit für den Referenten bei vorhandener Internetanbindung auf einen großen Pool von Videos zuzugreifen, ohne dass dafür nennenswerter Speicherplatz benötigt wird. YouTube und ähnliche Plattformen machen es möglich.

Ich bin überzeugt davon, dass dies erst die Spitze des Eisbergs ist, die wir sehen und das Videodokumentation in einigen Jahren einen festen Platz in vielen Praxen haben wird.

Turmbau zu Babel

von Hans – Willi Herrmann

Eine Mutter mit ihren beiden Kindern im Wartebereich der Praxis.

Mit einem diabolischen Lächeln dreht der Junge, 8 Jahre alt, in Zeitlupe den Kopf zur Seite.
Er steht vor einem riesigen Turm aus Holzbausteinen, fast größer als er selbst.

Er sucht den Blick unserer Mitarbeiterin und findet ihn.
Erst als er sich ihrer Aufmerksamkeit vollkommen sicher ist, tritt er vehement gegen die untersten Bausteine des Turms.
Mit einem riesigen Lärm, der durch Mark und Bein geht, fällt der Turm in sich zusammen, während der Junge den Blick nicht von der Mitarbeiterin abwendet, um ihre Reaktion zu testen.

Wenige Minuten später ist der Turm schon wieder zur alten Höhe angewachsen.

Wieder sucht der Junge den Blickkontakt  der Anderen. Erneut grinst er, während er sich mit seinem Fuss erneut der Turmbasis nähert.

Seine Schwester, 2 Jahre älter, wendet sich an die Mutter, die in einer Lifestyle Zeitschrift liest. „Mama, sag dem Tim, er soll aufhören.“.

Darauf die Mutter, ohne auch nur den Blick von der Zeitschrift zu wenden:
„Warum ? Lass ihn.
Die sind selbst schuld, wenn sie hier Bauklötze hinstellen.“


 

Der erste Geburtstag – Wurzelspitze ist 1 Jahr alt

von Hans – Willi Herrmann

Vor einem Jahr genau startete WURZELSPITZE mit diesem Beitrag.
321 Beiträge und 1030 tags haben sich angesammelt in dieser Zeit.
Wir beenden das erste Jahr mit einem Tageshoch von 895 Besuchen, mehr als 3000 Besuchen pro Woche und über 9000 Besuchen im Monat.
Und freuen uns über das Interesse der Leser, die zustimmenden Zuschriften.

Und wir möchte uns bedanken bei den Gastautoren Andreas Habash, Benno Jaspers, Oscar von Stetten, Stefan Verch und  Harald Vögele für ihre Beiträge zum Blog.

Knapp 60. 0000 Besuche insgesamt.
Das ist mehr, als realistischerweise zu erwarten war.
Das freut uns.
WURZELSPITZE funktioniert. Wie wir es angenommen hatten. Viel viel besser, als uns pessimistische Stimmen beim Start entgegengehalten hatten.
Und  – wir haben durchgehalten. Denn das mit Abstand Schwierigste an einem solchen Blog ist es,  Tag für Tag, ohne Ausnahme einen Beitrag für den Blog bereitzustellen.

60.000 Besuche.
Das klingt viel.

Ist es aber nicht. Es ist ausgesprochen wenig, angesichts der Tatsache, dass selbst belanglose Allerwelts – Blogseiten mit Mainstream- Themen nicht 9000 Besuche im Monat, sondern am Tag aufweisen.

Realistisch betrachtet ist das  Fazit nach dem ersten Jahr, dass das hier Geschriebene (ungeachtet der ausserordentlichen Wachstums) unter Ausschluss der zahnmedizinischen Öffentlichkeit das Licht des Computerbildschirms erblickt.

Aber noch fehlen 40.000 Klicks bis zu unserer selbstgesetzten Marke.
Erst dann wird Bilanz gezogen.