Andere Notdienste im Blog

von Hans – Willi Herrmann

Durch Zufall (bei WordPress gibt es eine Auflistung der neuesten Artikel, die eingestellt wurden, und wenn die Überschrift mich anspricht, klicke ich drauf) bin ich auf einen ärztlichen Kollegen gestossen, der ebenfalls über seinen Notdienst berichtet.
Nicht schön, was es da von den Ärzten zu lesen gibt. Aber gut, dass Blogs wie jener zeigen, dass es eine Wahrheit jenseits der politischen Orwellismen gibt, die im Web 2.0 geäußert werden kann.
Und damit die heimischen Wände und  den Zahnärztestammtisch an Reichweite überschreitet.

Besagter Arztkollege, der sich selbst Dr. Geldgier nennt, kam zum Blog, weil er sich den Frust seines Notdienstes von der Seele schreiben wollte. Der für 4.50 Euro pro Stunde sein Telefon auf Rufbereitschaft stehen lassen soll, und das Ganze eine Woche lang.

Hallo Dr. Geldgier, der nächste Absatz ist für Sie: Diese Woche,  am Sonntag, wurde die verstopfte Toilette meiner Schwiegereltern repariert.
Wochenend – Aufschlag.
100 Prozent. Wir reden von 150 Euro, Baby. Wieviel bekommen sie noch mal pro Stunde am Wochenende mehr , Dr. Geldgier ? 4  Euro 50 ?

Und jetzt bitte keine Diskussionen, über Toiletten, die man reinigen muss, und wie schlimm das ist, und das es ja jeder selbst machen kann, wenn er das Geld nicht ausgeben will.
Es geht hier um den Wochenendzuschlag von 100 Prozent, der im handwerklichen Bereich ohne Wenn und Aber, maximal noch schulterzuckend,  gesellschaftlich akzeptiert wird.

Ich gönne dem Handwerker seine Mehreinnahmen. Aber 4 Euro 50 für einen Arzt, der an Heiligabend übers Land fährt ? Jedem Politiker muss klar sein, dass dies nicht sein darf. Und machen wir uns nichts vor. Die Politiker kennen diese Zahlen. Diese Infos, das Wissen über diese Zustände sind den Politikern seit vielen Jahren bekannt.

Geändert an diesen Verhältnissen wird nichts.
Und welchen Schluss zieht man daraus ?
Es interessiert die Politiker nicht die Bohne.


Berufsverkehr

von Hans – Willi Herrmann

Am Dienstag  musste ich für einen Tageskurs (zusammen mit David Sonntag) nach Frankfurt.

Auf dem Hinweg habe ich 2 Stunden gebraucht.
Um Punkt Sieben aus dem Haus, um 8:58 Uhr kam ich an bei der LZK Hessen.

Eine Strecke, die ich normalerweise in der Hälfte der Zeit bewältige.

Ich stand 3 mal im Stau.
Nach jeweils  8,20 und 35 Minuten Fahrt. Zuletzt mehr als eine halbe Stunde.

Es wird viel gejammert über die Nachteile der Selbstständigkeit. Und mag sein, dass einiges dran ist an dem, was kritisiert wird.
Aber Tage wie gestern zeigen. Im Gegensatz zu vermutlich 99 % der Berufstätigen haben Selbstständige viel viel mehr als alle Anderen die Wahl.

Zum Beispiel die Wahl, die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz und  ihr privates Umfeld miteinander zu kombinieren.

Wer will, kann seine Praxis ins eigene Haus verlegen. Oder in den Pfälzerwald, nach Malle oder Dubai.

Das können offensichtlich die Leute, die sich morgen für morgen ins Rhein Main – Gebiet quälen, nicht.
Vielleicht gewöhnt man sich dran, aber mal ehrlich,schön ist anders.

Die Baustelle am Mainzer Ring wird noch bis Ende 2010 vorhanden sein.
Und die Baustelle auf der Schiersteiner Brücke (die einzige Alternative) vermutlich auch fast so lange.
Hohes Frustrationspotential für die Armen , die tagtäglich sich in ihren Blechkolonnen Richtung Mainhattan quälen.

Was bleibt hängen ?
Heute morgen bin ich fröhlich zur Arbeit gefahren. Denn die paar Kilometer im Auto, hab ich mir gesagt, sitz ich doch auf einer Backe ab.