WURZELSPITZE

Moderne Endodontie, moderne Zahnmedizin

Kampf dem Virus => Schutzbrillen und mehr

Es klingt so einfach.
Man nehme eine Schutzbrille und alles ist gut.
Aber die Tücke liegt im Detail. 

Und da schon jetzt abzusehen ist, dass wir demnächst auch mit Corona weiterbohren werden, gilt es, schnellstmöglichst geeignete Schutzkonzepte einzuführen.

Geeignet heisst. Sicher UND praktikabel.

Ich habe bislang mit Lupenbrille 4,3 TTL, also die mit den langen Linsen,  behandelt.
Die keine hermetische Abdichtung gestattet.
Nicht mal annährend.

Sie ist eigentlich nur eine Sehhilfe mit marginalem Spritzschutz.

Was Anderes muss her in Zeiten wie diesen, aber was ?

Hier meine Maßnahmen und Erfahrungen.

Variante 1
„Fahrradfahrbrille“ von Decathlon. Preis 4,95 Euro. Dichtet deutlich besser ab als die Lupenbrille, aber natürlich nicht hermetisch.  Leichte Spalten, wenigeMillimeter breit. Trotzdem eine Empfehlung, da sie viel von dem abhält, was die Lupenbrille nicht abzuwehren vermag.

Variante 2
Skibrille von Uvex. 17 – 25 Euro (je nach Händler via Amazon)
Ihr Plus. Hermetische Abdichtung, sehr gutes Sichtfeld, beschlägt nicht. Entgegen ihres martialischem  Äußeren auch erstaunlich angenehm zu tragen. Ihr großes Manko. Das Arbeiten  mit dem OP – Mikroskop.  Weil man mit den Augen zwangsläufig weit weg ist von den Okularen ist das Blickfeld auf fast Schlüssellochgrösse reduziert. In Kriegszeiten wäre dies zu Not machbar, aber auf Dauer keine Lösung.

Variante 3
Das Gesichts-Schutzschild aus dem 3D-Drucker. Ich bin dran, habe diverse Protoypen zum Test auf den Weg gebracht und werde zu gegebener Zeit berichten.  Problem auch hier das Arbeiten mit dem OPM. Auf das ich leider ohne Lupenbrille zwingend angewiesen bin, denn ohne Lupenbrille sehe ich, in Jahrzehnten antrainiert und zwischenzeitlich der Altersweitsichtigkeit erlegen, nix mehr.

Variante 4
ist in Vorbereitung und soll all denen helfen, die mit dem Dentalmikroskop arbeiten. Sobald ich kann, werde ich darüber berichten.

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von oben Laserschutzbrille UVEX Schutzbrille Modell Sporttaucher/Skifahrer Decathlon Schutzbrille Modell Radfahrer

 

Ich persönlich glaube im Übrigen, dass uns die größte Gefahr durch Schmierinfektion droht. Deshalb halte ich es für zielführend, die Hände, so gut es geht, aus dem Gesicht fernzuhalten. Fällt mir äusserst schwer, viele meiner Übersprungshandlungen (z.B. der Rodinsche „Denker“ oder „Stan Laurel“ führen mit meinen Fingern automatisch zum Kopf hin. Aus diesem Grund habe ich mich auch sehr schnell mit einer Kopfbedeckung für das Arbeiten arrangiert, auch wenn diese – die Eitelkeit muss zurückstehen – die Frisur  nachhaltig ruiniert. Wir haben – Kreativität ist Trumpf  – mit OP – Tüchern begonnen, die in bester Witwe Bolte – Tradition (allerdings hinter Kopf)  verknotet wurden.  Zwischenzeitlich habe ich zusätzlich schwarze Bandanas erstanden und zwar genau die, welche in meiner Kindheit die Rocker mit ihren Harleys trugen, vor denen uns unsere Mutter immer gewarnt hat. Oder Hulk Hogan in seiner Zeit bei der NWO, was die Sache nicht besser macht. Egal.“Lo scopo santifica i mezzi“ .  Hat Macchiavelli gesagt, aber ich schweife  ab.

Die in der Praxis vorhandenen FFP 3 – Masken sind im Übrigen kein Spass, was den Tragekomfort angeht. Nach einem Vormittag zeichnen diese tiefe Kerben und Wange und Nasenrücken. Eine darüberhinaus sehr schmerzhafte Angelegenheit. Ich bin auf Jeden Fall froh, wenn ich diese zu Behandlungsende loswerden kann, auch wenn ich der guten Sache wegen nicht darauf verzichten werde, solange es keine adäquaten Alternativen gibt.

Das kontaminationsfreie Aus- und Anziehen ist im Übrigen extrem schwierig und wird sinnvollerweise unter ständiger Sichtkontrolle nur vor dem Spiegel durchgeführt. Zur Aufbewahrung habe ich mit dem 3D- Drucker Gestelle gedruckt, die ein sicheres Deponieren und Wiederaufnehmen ermöglichen.

Bilder des Tages

Die Politik als Vorbild 1

 

Die Politik als Vorbild 2

 

 

Ärzte in Italien: „Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Ärzte in Italien: „Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Italiens Mediziner werden gefeiert. Doch viele klagen, sie würden vom Staat alleingelassen. Vor allem die Hausärzte, unter denen es die meisten Covid-19-Todesfälle gibt.
Ein Arzt vor einem provisorischen Covid-19-Hospital am Gemelli-Krankenhaus in Rom, 16. März 2020 © ANDREAS SOLARO/​AFP/​Getty Images

„Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Es vergeht fast kein Tag, an dem in Italien nicht auch unter den Ärztinnen und Ärzten des Landes ein Todesfall vermeldet wird. Es sind Mediziner aus den verschiedensten Disziplinen und manchmal sind es auch Ärzte, die längst in Rente waren, aber in dieser schweren Zeit zurück in den Dienst gegangen sind. Wie zum Beispiel Gino Fasoli, Jahrgang 1946, einst Hausarzt in der norditalienischen Provinz Brescia. Als ihn seine Kollegen im Krankenhaus um Hilfe baten, war er sofort zur Stelle. Fasoli ist am 14. März an den Folgen von Covid-19 in einem Krankenhaus in der gleichnamigen Provinzhauptstadt gestorben.

Der Dachverband der italienischen Ärztekammern hat seine Internetseite mit einem Trauerflor versehen und führt seit dem 17. März eine Liste der verstorbenen Kolleginnen und Kollegen. Am Montag, den 30. März, sind seit Beginn der Epidemie 62 Ärztinnen und Ärzte gestorben, mehr als 2.600 medizinische Pflegekräfte haben sich zudem mit dem Virus infiziert. In den Medien und von der Politik werden sie als Helden gefeiert, doch angesichts der steigenden Todesfälle fragen sich vor allem die direkt Betroffenen, warum ausgerechnet sie, die an vorderster Front stehen, nicht ausreichend vor Covid-19-Infektionen geschützt werden können.

Dieser Frage wurde am Samstag auch in einem Artikel des Corriere della Sera nachgegangen. Darin wird von einer staatlichen Verordnung vom 10. März an die Krankenhäuser des Landes berichtet. Nach dieser sollten bei medizinischem Personal, das Kontakt mit einem erwiesenen oder vermeintlichen Covid-19-Patienten hatte, dabei aber keine Krankheitssymptome zeigt, keine Tests vorgenommen werden.

Riskante Hausbesuche

„Am Anfang dachte man, dass nur Patienten mit Symptomen die Infektion weiterverbreiten würden“, erklärt Luigi Tritapepe am Telefon. Er ist Direktor der Anästhesie und der Intensivstation im römischen Krankenhaus San Camillo Forlanini. Es sei aber auch nicht auszuschließen, meint Tritapepe, dass die Verordnung, zumindest zum Teil, auch mit den knappen Reserven von Testabstrichen zu tun hatte. Rückblickend wäre es besonders am Anfang der Epidemie sinnvoller gewesen, mehr Tests durchzuführen, um die Verbreitung zu begrenzen, „nur waren wir alle vollkommen unvorbereitet und lernen jetzt von Tag zu Tag dazu“.

Für die neue Covid-19-Intensivstation im San Camillo hat er alle seine Mitarbeiter auf das Virus testen lassen. „Weil ich bei null anfangen wollte. Die Gefahr, sich in dieser Station anzustecken, ist eher gering. Wir sind ja von Kopf bis Fuß durch die verpflichtende Schutzausrüstung geschützt.“ Angst hätten sie aber trotzdem alle. Deswegen lebe ein Pfleger seiner Station seit einiger Zeit in einem Hotel, um seine Frau und sein Kind nicht dem Risiko einer Infektion auszusetzen.

„Weitaus gefährdeter aber sind die Kollegen außerhalb der Intensivstation“, gibt Tritapepe zu Bedenken. Der große Fehler, der begangen wurde, war aus seiner Sicht, dass in den Krankenhäusern nicht sofort die Covid-19-Patienten und -Verdachtsfälle von den anderen Patientinnen und Patienten räumlich getrennt wurden. „Das wurde zum Verhängnis für viele unserer Kolleginnen und Kollegen aus anderen medizinischen Abteilungen. Denn sie verfügen nicht über unsere Schutzanzüge und viele wurden auch fachlich nicht vorbereitet“, sagt Tritapepe.

Besonders viele Todesopfer aber zählt man in Italien unter den Hausärztinnen und Hausärzten. 24 haben ihr Leben im Dienst bereits verloren. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir Kanonenfutter sind“, klagt die Mailänder Hausärztin Monica Marabini. „Uns wird befohlen, alle Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, wenn wir mit den Patienten in Kontakt kommen – doch die nötige Schutzkleidung erhalten wir nicht.“ So sei man verpflichtet, Hausbesuche durchzuführen, doch nur mit Mundmaske und Handschuhen ausgestattet, wäre das für beide gleichermaßen ein hohes Risiko, auch wenn der Patient offiziell gar nicht am Virus erkrankt ist. Und dasselbe gelte für die Besuche in der Praxis, obwohl Termine mittlerweile nur mehr in dringenden Fällen und nur nach telefonischer Absprache mit dem Arzt abgemacht würden.

Abstruse Vorschriften für Hausärzte

„Ich habe Mailingliste eingerichtet, damit mir meine Patienten jederzeit schreiben können“, sagt Marabini. Sie kontrolliere sie regelmäßig, bis spät in den Abend hinein. Oft fühle sie sich am Rand der Verzweiflung. „Wir halten Patienten zu Hause, die eigentlich in die Notaufnahme gehören, hängen manchmal eine halbe Ewigkeit am Telefon, um einen Rettungswagen zu bekommen. Am Anfang fand ich die Arbeit der Regierung gut, jetzt nicht mehr.“

Auch Silvestro Scotti, Vorsitzender des Nationalen Verbandes der Hausärzte, würde sich mehr Kompetenz in der Politik und den Behörden wünschen. Wir erreichen ihn telefonisch in seiner Wohnung in Neapel. Er erzählt von Marcello Natali, einem Kollegen und Freund, der Hausarzt in der ersten lombardischen Quarantäne-Zone war. „Das letzte Mal, als ich mit ihm telefonierte, hörte ich, dass seine Praxis voll mit Patienten war und fragte ihn, warum.“ Weil auch Kolleginnen und Kollegen infiziert seien und deren Patienten auf die noch offenen Praxen verteilt worden waren, lautete die Antwort. Natali war 57 Jahre alt, als er am 18. März an Covid-19 starb.

Für unser Gesundheitssystem sind wir Freiberufler“, erklärt Scotti. „Und das bedeutet, dass wir uns Mund- und Augenschutz, Handschuhe und Sicherheitsanzug selbst besorgen müssen.“ Nur, zu bekommen sind sie nicht, denn das, was der Markt hergebe, lande in den Krankenhäusern. Scotti vergleicht die Lage der italienischen Kollegen mit Bildern aus der chinesischen Stadt Wuhan, als dort die Epidemie ausbrach. Sie zeigen, wie Sanitäter in kompletter Schutzkleidung in die Wohnungen der Patienten gehen. „Wir riskieren hier stattdessen jeden Tag unser Leben.“

Und das nicht nur bei den Hausbesuchen, auch die Vorschriften für die Untersuchungen in der Praxis seien abstrus. „Laut diesen soll der Arzt einen verdächtigen Patienten, sobald dieser die Praxis betritt, von den anderen trennen. Als würde der Arzt persönlich jedem Patienten die Türe öffnen“, sagt Scotti. Deswegen erfolgten die Visiten, wann immer es möglich ist, über Video, das Rezept wird dann mit einem Code versehen an die Apotheke geschickt. Jeder müsse sich eben, so gut er kann, selbst schützen, in der Hoffnung, dass man heil aus dem Albtraum herauskommt.

Wenn Epidemiologie und Realität nicht deckungsgleich sind

Mit ruhigen unaufgeregten Worten hat der ehemalige Epidemiologie – Professor der Uni Mainz vorgetragen. Und seine Wirkung damit nicht verfehlt, wie die vielen positiven Kommentare zeigen.

Wer nun geneigt ist, in den – ich prophezeie – in den nächsten Wochen immer stärker werdenden Kanon einzustimmen, dass Covid 19 nicht oder sogar weniger schlimm sei als eine gewöhnliche Grippewelle und wir es uns nicht länger leisten können, die Wirtschaftsleistung des Landes brach liegen zu lassen, zusätzlich abgenickt von den Vielen, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt oder die von Kind und/oder Partner genervt sind, der wird das Video des Emeritus als Fahnenstandarte gut sichtbar wedelnd vor sich hertragen.

Das Problem bei der Sache ist: Man kann gerne Fragen stellen. Darf darüber aber den Grund der Frage nicht ausser acht lassen. Natürlich gibt es keine Studien, die ein bestimmtes Vorgehen (vice versa wohlgemerkt Herr Professor!) rechtfertigen. Und selbstverständlich brauchen wir solche Studien.

Aber was machen wir in der Zwischenzeit?

Da muss man sich dann auf den gesunden Menschenverstand verlassen.
Zur Not auch auf sein Gefühl.

DIE KRISE zeigt, wer führen kann und wer nicht.
Viele Politiker können es nicht, dass wussten wir vorher schon, aber jetzt wird es offensichtlich.

Was sagt nun (mein) gesunder Menschenverstand ?

  1. Schaut auf die  Toten (nicht die Todeszahlen, denn hier gibt es über das gesamte Land gesehen immer einen Nivellisierungseffekt). Wann jemals hatten wir in Norditalien oder in New York eine solche Ansammlung von dramatischen Todesfällen wie heute ? 10 Seiten Todesanzeigen in der kleinen regionalen Zeitung. Die Alten könnten sich erinnern. Ich sage: Geht in die Zeitungsarchive und schaut nach. Wie war das in Zeiten der so viel zitierten Grippewelle 2017/2018?  Das zu eruieren braucht keinen Tag. Und würde uns so viel weiterhelfen.
  2. Es spielt KEINE Rolle ob jemand durch AN Corona oder WEGEN Corona stirbt, Herr Professor. Hier ist der Epidemiologe auf dem einen Auge extrem betriebsblind. Der Herzinfarktpatient, der kein Bett auf der Intensivstation bekommt, weil es bereits besetzt ist, IST tot.
  3. Luftverschmutzung und Alterspyramide und schlechtes Gesundheitssystem in Norditalien? Die Region um Mailand ist kein 3. Welt – Land. So etwas zu suggerieren ist lächerlich. Bei meinen Besuchen dort ist mir nie Smog aufgefallen oder Staub auf den Autos. Die Altersverteilung in Italien weicht nicht von der unsrigen in Deutschland ab und wer in deutschen Krankenhäusern war die letzten Jahren, der weiss, dass der Rotstift dort genau so rigoros angesetzt wurde wie in der Poebene. Den einzigen Vorteil den wir haben, wir haben mehr Intensivbetten. Wesentlich mehr. DAS ist unser Vorteil.

Mein Fazit: Evidenz ist wichtig, aber man muss sie, ihre Wertigkeit betreffend, einordnen. Die Endodontie ist dafür ein sehr gutes Beispiel: Nutzen des Kofferdams in der Endo nicht bewiesen, bis heute.

Okay, lasst ihn weg, dieses unnütze lästige Gummituch.

Ich werde es nicht tun.
Siehe unten.

 

 

A Nurse Shared A Harrowing Photo Of COVID-19 Victims To Show How Horrifying The Outbreak Is

“It is the ghastly reality of what we deal with and where some of us have ended up already,” the New York City nurse said.

 

Inside a truck at an ambulance bay outside a New York City hospital, March 29. The image taken by a nurse has been altered to blur the names of the deceased.

The 38-year-old registered nurse at a Manhattan hospital was nearing the end of his shift Sunday morning when he stepped toward the building’s ambulance bay.

There, a giant refrigerator truck was sitting, ready to carry away those who had died from complications of COVID-19. He walked up to the truck, opened the latch, and snapped a picture.

“I took it to show to people,” said the emergency room nurse. “It is the ghastly reality of what we deal with and where some of us have ended up already.” He asked that neither he nor his hospital be identified for fear of repercussions. BuzzFeed News altered the image to blur the names of the deceased.

Earlier Saturday night, he had sat with a patient and held her hand as she took her last breath. Now, her body lay inside the truck.

“I never had the patience to sit with somebody I’d just met until they took their last breath. But I really liked this lady’s cardigan and pajamas so I decided to stay and get to know her a little,” he said over text message. “Her hair was elegantly done with a sharp, meticulous clip and casually pulled up with a bandana that matched her house clothes. Perhaps if she’d covered her face with it instead, she wouldn’t have ended up here in the first place. But she didn’t die alone.”

One of the many unique horrors of the coronavirus is that its victims are frequently forced to die alone, isolated from relatives and friends, because of its high infection rate.

The nurse’s patient was 71 and otherwise healthy. He described how she gasped for air as she died. He said she had tested positive about a week ago and was sent home, only to return on Saturday with shortness of breath. She asked not to be intubated, and died overnight.

As of Saturday night in New York City, 672 people are known to have died from COVID-19 since the coronavirus outbreak began, with well over 30,000 known to be infected. Hospitals around the city are stretched to the limit, handling a constant influx of patients while running dangerously low on personal protective equipment like masks and gowns for doctors and nurses.

The nurse described a horrific Catch-22. “If we are covid positive, we are expected to work for as long as we are asymptomatic. However we cannot get tested unless we are symptomatic,” he said. “They don’t want to test us because, at the rates we are exposed, we are likely all sick and we don’t know it.”

“We are rationed personal protective equipment to absurdity,” the nurse said. He said they were given “one disposable mask and one disposable gown that we must sign out for, that is expected to be used for five 12-hour shifts before they will be replaced.”

Governor Andrew Cuomo has pledged to deliver more supplies for doctors and nurses, and said his office was “actively looking into” whether CDC guidelines on their use were sufficient. The nurse described a chaotic situation at his hospital, with ever changing rules. “Everything changes from day to day at work,” he said. “They are scrambling to figure out what to do as we go.”

“A week ago we were instructed to take off our masks at work. Now we are being instructed to wear them at all times because so many of us are testing positive.”

Texting on Sunday morning, he said he had to go to sleep, because another long shift awaited him. He couldn’t get the images of the truck out of his head.

“Maybe as a Jew i relate it to all of the Holocaust footage because that’s my only point of reference for such an image of humans,” he said. “[N]ever seen something quite like it.”

Ungewöhnliches Metallfragment

von Jörg Schröder

Das präoperative Bild alleine hätte mir niemals Anlass gegeben in den mesialen Kanälen ein Metallfragment zu vermuten. In diesem Fall war es die Information durch den überweisenden Kollegen.

Ein parapulpärer Stift hatte sich am Ende alio loco durchgeführten mechanischen Kanalpräparation gelöst und war in das große mesiale Kanalorifizium verbracht worden.

Dort liess er sich zwar visualisieren, konnte jedoch nicht entfernt werden.

Nach der Darstellung des koronalen Anteils war ich eigentlich ziemlich sicher, dass das Fragment mit dem Microopener entfernt werden könnte. Weit gefehlt. Es ließ sich zwar bewegen, aber nur hin und her und nicht nach koronal.

Was tun? Zunächst wollte ich versuchen das Fragment vorsichtig mit dem Eddy zu passieren und dadurch nach koronal zu bewegen. Zwar konnte ich in der Spüllösung noch deutliche Anteile des CaOH2 wahrnehmen, aber das Fragment bleib wo es war.

Um es nicht durch weitere oszillierende Versuche in die Kanalwand einzuarbeiten, entschloss ich mich, die Spüllösung mittels ErYAG-Laser zu aktivieren. Nach knappen 10 Sekunden schwamm der parapulpäre Stift im Kavum. Und es war klar, dass der Stift fast ideal der Kanalanatomie angepasst gewesen war! Der distale Kanal war übrigens wohlweislich mit einem Schaumstoffpellet abgedeckt worden!

Es ist immer wieder beeindruckend welche Flüssigkeitsdynamik die Lasereinwirkung auslöst. Die Spüllösung strömt regelrecht von apikal nach koronal. Schön, wenn man diesen Pfeil im Köcher hat.

 

Der unaufhaltsame Dr. Spahn Der Gesundheitsminister hat noch viel vor und ist ein Mann für alle Fälle, meint Leo Fischer

Der unaufhaltsame Dr. Spahn

Der Gesundheitsminister hat noch viel vor und ist ein Mann für alle Fälle, meint Leo Fischer

Von Leo Fischer

Alle Augen- und Ohrenärzte ruhen jetzt auf Spahn. Nein, Spaß: Die gesamte Republik hört und lauscht nun auf den stets leicht verwaschen wirkenden Ahauser, lässt sich von seinen perfekt desinfizierten Händen in Richtung Überleben leiten. Spahn, der sein politisches Engagement stets erfolgreich mit seinem Hauptberuf als IT- und Pharmalobbyist zu verbinden wusste und von Merkel vor allem deswegen ins Gesundheitsministerium weggelobt wurde, »damit der Bub beschäftigt ist«, gewinnt in diesen Tagen etwas unerhört Staatsmännisches. Fast möchte man sagen: Spahn ist erwachsen geworden, hat sich das letzte Grün hinter den Ohren wegradiert und ist jetzt bereit, das Zepter der Macht sicher zu führen.

Leo Fischer war Chef des Nachrichtenmagazins »Titanic«. In dieser Rubrik unterbreitet er der aufgeregten Öffentlichkeit nützliche Vorschläge.

Spahn wollte die Pille danach möglichst rezeptpflichtig halten, denn jeder Embryo hat das Recht, ins beste Gesundheitssystem der Welt hineingeboren zu werden. Spahn war für das Verbot von Abtreibungswerbung, denn schließlich können sich Babys vor der Geburt ja auch nicht informieren. Außerdem war dank Spahn und seiner konsequenten Ausdünnung der Versorgung im ländlichen Bereich der Weg zu den meisten Praxen eh viel zu weit. Gut erinnerlich noch sein Wunsch, in Cafés nicht auf Englisch bedient zu werden: »Wenn ich die Speisekarte nicht verstehe, bestelle ich statt meines Cappuccinos womöglich eine Abtreibung, das ist doch Wahnsinn.«

Spahn fand Hartz IV eine super Sache, bis ihm jemand vorschlug, doch mal einen Monat davon zu leben – mit einem so ernsten Thema mache man keine Witze. Sein Mann, Cheflobbyist bei Burda, sorgte dabei stets für perfekt ausgeleuchtete Homestorys, die hinter denen der britischen Royals nicht zurückzustecken brauchten.

Für jemand, der ursprünglich vorhatte, nur die üblichen Pflichtrunden im Kabinett zu drehen, um sich endgültig fürs obere Management zu qualifizieren, gewinnt Spahn derzeit in erstaunlichem Maß an politischem Profil. Vergessen die anonymen Versuche, die Hinweise auf die Firmen Celesio und DocMorris aus seinem Wikipedia-Eintrag zu löschen; vergessen seine Ideen zu Gesundheits-Apps und längeren Rettungswegen für Notärzte. »Wir gingen bisher davon aus, dass alles schon gut laufen würde und die Leute im Ernstfall viel Ingwertee trinken«, so Spahn. »Hätten wir gewusst, dass es so etwas wie Pandemien wirklich gibt, hätten wir natürlich vorgesorgt.«

Schon hat Spahn angedeutet, Menschen, die beatmet werden müssen, ins Heim stecken zu wollen: »Ich sage klar: Es gibt nicht genug Luft für alle.« Personen mit Beatmungsbedarf sollten sich zunächst eine App herunterladen, die von Spahns neuer Firma »myPandemic« entwickelt wurde. »Hier kann jeder Patient individuell feststellen, ob er wirklich so viel atmen muss, und Techniken entwickeln, wie die Atemfrequenz gesenkt werden kann, bis zum Stillstand. Kostet nichts und entlastet das System!« Ins Heim komme nur, wer die App nicht freiwillig herunterlädt.

»Für Extrawürste ist im Moment kein Geld da, genauso wenig wie für flächendeckende Coronatests. Glauben Sie, wir haben das beste Gesundheitssystem der Welt erschaffen, indem wir Schecks ausstellen?« Vorerst scheiterte ein Vorstoß Spahns, sich Exekutivvollmachten der Kanzlerin, der Bundeswehr und des BND im Krisenfall zu überschreiben: »Die Leute werden sich wundern: Auch Soldaten können krank werden!«

Spahn versteht, dass die Leute Angst vor zu viel staatlichen Repressalien haben. Wenn demnächst Millionen Handydaten von deutschen Bürgern zur Pandemiekontrolle eingesammelt werden, will er deswegen zeitgleich interessante Burda-Medieninhalte auf die Geräte streamen: »Wir fordern etwas, geben, aber auch etwas zurück.« Danke, Dr. Spahn!

Evaluation of Multiple (3-Cycle) Decontamination Processing for Filtering Facepiece Respirators

Den Hinweis auf diese Studie habe ich heute morgen bei Spiegel Online !!! gefunden. In der Politik- Yellow Press sozusagen.

Sieht nicht sonderlich gut aus, was die Wiederaufbereitung von Schutzmasken angeht. Seit 2010 bekannt. Was ist passiert seitdem,  Herr Spahn ?

Shortages of FFRs during an influenza pandemic are likely due to an increase in global demand. The Institute of Medicine reports that a 42-day influenza pandemic outbreak may require over 90 million N95 FFRs to protect workers in the healthcare industry

Die PDF gibts hier.

 

Evaluation of Multiple (3-Cycle) Decontamination Processing for Filtering Facepiece Respirators

Michael S. Bergman1, Dennis J. Viscusi2, Brian K. Heimbuch3, Joseph D. Wander4, Anthony R. Sambol5, Ronald E. Shaffer2

1 URS Corporation, Pittsburgh, Pennsylvania

2 National Institute for Occupational Safety and Health, National Personal Protective Technology Laboratory, Pittsburgh, Pennsylvania

3Applied Research Associates, Tyndall Air Force Base, Florida4Air Force Research Laboratory, Tyndall Air Force Base, Florida5 University of Nebraska Medical Center, Omaha, Nebraska

Correspondence to:
Ronald E. Shaffer, email: RShaffer@cdc.gov

ABSTRACT

Disposable N95 filtering facepiece respirators (FFRs) certified by the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) are widely used by healthcare workers to reduce exposures to infectious biological aerosols. There is currently major concern among public health officials about a possible shortage of N95 FFRs during an influenza pandemic. Decontamination and reuse of FFRs is a possible strategy for extending FFR supplies in an emergency; however, the NIOSH respirator certification process does not currently include provisions for decontamination and reuse. Recent studies have investigated the laboratory performance (filter aerosol penetration and filter airflow resistance) and physical integrity of FFRs following one-cycle (1X) processing of various decontamination treatments. The studies found that a single application of some methods did not adversely affect laboratory performance. In the event that healthcare facilities experience dramatic shortages of FFR supplies, multiple decontamination processing may become necessary. This study investigates three-cycle (3X) processing of eight different methods: ultraviolet germicidal irradiation, ethylene oxide, hydrogen peroxide gas plasma, hydrogen peroxide vapor, microwave-oven-generated steam, bleach, liquid

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Volume 5, Issue 4 – 2010

hydrogen peroxide, and moist heat incubation (pasteurization). A four-hour 3X submersion of FFR in deionized water was performed for comparison (control). Following 3X treatment by each decontamination and control method, FFRs were evaluated for changes in physical appearance, odor, and laboratory filtration performance. Only the hydrogen peroxide gas plasma treatment resulted in mean penetration levels > 5% for four of the six FFR models; FFRs treated by the seven other methods and the control samples had expected levels of filter aerosol penetration (< 5%) and filter airflow resistance. Physical damage varied by treatment method. Further research is still needed before any specific decontamination methods can be recommended.

INTRODUCTION

Properly fitting N95 filtering facepiece respirators (FFRs) certified by the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) are recommended for healthcare workers to reduce inhalation exposures to infectious aerosols, including 2009 influenza A (H1N1) virus1-3. The current global influenza pandemic of 2009 H1N1 heightens concern for effective respiratory protection for healthcare workers. N95 FFRs are certified by NIOSH regulations to have a minimum

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filtration efficiency of ≥ 95% (or ≤ 5% penetration) against a polydisperse sodium chloride aerosol challenge4. The ability of these disposable devices to filter bioaerosols has been addressed in the literature5-10.

Shortages of FFRs during an influenza pandemic are likely due to an increase in global demand. The Institute of Medicine reports that a 42-day influenza pandemic outbreak may require over 90 million N95 FFRs to protect workers in the healthcare industry11. FFR stockpiling serves as a viable contingency plan12, but stockpiles are designed to alleviate a minor shortage and a severe pandemic would be likely to quickly exhaust stockpiled FFRs. Decontamination and reuse of FFRs may provide another solution by extending existing on-hand supplies. In general, NIOSH guidance states that FFR service life is limited by considerations of hygiene, physical damage, and excessive breathing resistance13. Currently, decontamination of disposable FFRs for purposes of reuse is not recommended, primarily because of concerns that decontamination would degrade the performance of the respirator. Additionally, NIOSH respirator certification does not currently include provisions for FFR decontamination and reuse. The Institute of Medicine suggested that simple decontamination techniques (e.g., bleach, microwave radiation, or ultraviolet light) should be researched in an effort to extend the service life of FFRs in the event of an influenza pandemic11.

Preliminary work on the decontamination of N95 FFRs has been published in recent years14-18. Some of this research has focused on whether commonly available decontamination methods were effective at rendering trapped viruses inactive, while other studies have investigated the effects of those decontamination methods on respirator performance. For example, Fisher et al. found that a sodium hypochlorite (bleach) concentration of 0.6% and microwave-oven-generated steam treatments of 45 sec and longer resulted in significant reductions (>4 logs) of viable MS2 virus on FFR coupons16. Vo reported that sodium hypochlorite doses ≥ 8.25 mg/L for 10 min and UV irradiation dose ≥ 7.20 J/cm2 (UV intensity = 0.4 mW/cm2 and contact times ≥ 5 hr) deactivated all MS2 virus applied as droplets to whole, intact FFRs18. Viscusi et al.15 evaluated laboratory performance (filtration efficiency and airflow resistance) of six N95 FFR models and three different P100 models following one-cycle (hereafter referred to as “1X”) processing by five

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Volume 5, Issue 4 – 2010

different decontamination methods: ultraviolet germicidal irradiation (UVGI), ethylene oxide (EtO), hydrogen peroxide gas plasma (HPGP), microwave oven irradiation (dry method, without water to generate steam), and bleach. In that study, the dry microwave treatment caused melting of one N95 model and one P100 model, but did not negatively affect the laboratory performance of the other seven respirator models. Additionally, that study assessed potential health risks to the wearer and potential concerns for timely decontamination processing of large volumes of FFRs by hospitals. The other four decontamination methods did not affect laboratory performance for any of the nine investigated respirator models. The research described above focusing on 1X processing suggests that a single application of some decontamination methods followed by reuse may be possible. However, situations may arise that call for more than one decontamination and subsequent respirator use to further extend supplies.

The primary concern with multiple decontaminations is that it would be more likely than just a single decontamination to degrade the performance of the FFR. One of the most sensitive components of the FFR is the filter medium. In 1995, when 42 CFR 84 replaced 30 CFR 11 as the certification regulation for all non-powered, air- purifying particulate filter respirators, respirator manufacturers began to incorporate electrostatically enhanced filter media into their products as opposed to the older mechanical-type filtration media4. Electrostatic (or electret) filters collect particles by mechanical (nonelectrostatic) mechanisms, but also utilize a static charge on the filter fibers to enhance filtration without significantly increasing the filter’s airflow resistance19-21. Although the filtering efficiency of stored electrostatic filters remains very stable for years12, their performance can decrease upon exposure to industrial aerosols, chemicals, and temperature22-25. For example, in a study of multiple intermittent aerosol exposure, N95 FFR filtration efficiency was reduced to levels < 95% by intermittent loadings of 5 mg sodium chloride aerosol, one day a week over a period of several weeks20. Thus, an evaluation of the effects of multiple processing on FFRs is prudent given that it may become a necessity in the event of a dramatic FFR supply shortage and that multiple processing is likely to be more aggressive than a single treatment in terms of degrading filtration efficiency and/or causing physical damage.

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In this study, three-cycle processing (hereafter termed “3X”) of eight decontamination methods on six FFR models was performed. It was hypothesized that filtration performance, physical integrity, and filter airflow resistance of FFRs after 3X decontamination would be similar to those from control FFRs and FFRs after 1X decontamination (e.g., ≤ 5% filter penetration).

EXPERIMENTAL DESIGN

To be consistent with previous research conducted in our laboratories, the same six N95 respirator models used by Viscusi et al.15 in their evaluation of five decontamination methods were used in this study. The six models [three N95 FFR models (N95-A, N95-B, and N95-C) and three surgical N95 respirator models (SN95-D, SN95-E, and SN95-F)] also constitute a random sampling from N95 FFR models present in the U.S. Strategic National Stockpile. Surgical N95 respirators are NIOSH-approved N95 respirators that have also been cleared by the U.S. Food and Drug Administration (FDA) for use in the healthcare setting26. All respirators were purchased and verified to be from the same respective manufacturing lot at the beginning of the study to minimize any lot-to-lot variation as well as to ensure consistency during FFR filtration performance testing. FFRs used in this study consisted of electrostatically charged polypropylene filters (electret filter media).

Currently no standardized methods exist for the biological decontamination of contaminated FFRs. All of the methods selected for this study are likely to render some viruses and other biological organisms inactive under these conditions, but it is still necessary to demonstrate effectiveness for contaminated FFRs. The experimental conditions and parameters for the eight decontamination methods are summarized in Table 1. All FFRs were removed from their original packaging for testing. For a control set, three samples of each FFR model were submerged for four hours in deionized water, hung on a laboratory peg board and dried for a minimum of 16 hr with the aid of a fan before the treatment was repeated; three cycles of water submersion and drying were performed to be consistent with the three treatment cycles which were performed for the decontaminated FFR. The eight decontamination methods selected for this study include four methods (UVGI, EtO, HPGP, and bleach) which were evaluated in the previous study15, plus four new promising low-temperature decontamination methods: liquid hydrogen

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peroxide (LHP)14, microwave-generated steam (MGS)16, moist heat incubation (pasteurization) (MHI), and hydrogen peroxide vapor (HPV)27. The moist heat conditions were based in part on previous research that found that 80°C dry heat exposures did not affect respirator performance14,15.

All laboratory experiments were conducted under standard laboratory conditions (21 ± 2°C and relative humidity of 50 ± 10%) on triplicate sets of FFRs for the controls and UVGI, MGS, bleach, LHP, and MHI treatments. The EtO and HPGP treatments were performed off site at a university medical center on three consecutive days. The HPV treatments were performed by BIOQUELL (UK), Ltd. at one of their facilities. The EtO, HPGP, and HPV methods each evaluated a set of six FFR samples.

Following treatment, the decontaminated and

control FFRs were evaluated for changes in

physical appearance, odor, and laboratory

performance (filter aerosol penetration and filter

airflow resistance). A Model 8130 Automated

Filter Tester (AFT) (TSI, Inc., St Paul, MN, USA)

was used to measure initial percent filter aerosol

penetration (%P) and filter airflow resistance

(pressure drop in mm H2O column height pressure)

for all post-decontamination and control FFR

samples. The TSI 8130 AFT delivers a solid

polydisperse sodium chloride (NaCl) aerosol that

meets the particle size distribution criteria set forth

in 42 CFR 84 Subpart K, Section 84.181 for

NIOSH certification4. The NaCl aerosol has a

count median diameter (CMD) of 0.075 ± 0.020

μm and a geometric standard deviation (GSD) of

less than 1.86. The mass median aerodynamic

diameter (MMAD) of this aerosol is approximately

300 nm. All tests were conducted with a

continuous airflow of 85 ± 4 L/min and in a similar

manner to be consistent with previousstudies12,14,15,28.

RESULTS AND DISCUSSION

For each FFR model/decontamination treatment combination and controls, the mean and standard deviation of initial filter aerosol penetrations (%P) and the mean and standard deviation of the initial filter airflow resistances are summarized in Table 2. All control and decontamination treatment groups, with the exception of 3X HPGP, had mean %P < 4.01%, which is similar to penetration levels found in untreated and 1X treated respirators from previous studies14,15. For example, %P for the untreated FFRs from the same six models used

35

Treatment

Ultraviolet germicidal irradiation (UVGI)

Ethylene oxide (EtO)

Hydrogen peroxide gas plasma (HPGP)

Hydrogen Peroxide Vapor
(HPV)

Microwave oven generated steam (MGS)

Bleach*

Liquid hydrogen peroxide* (LHP)

Moist heat incubation / pasteurization (MHI)

TABLE I. FFR Treatments
Experimental Conditions and Parameters

UV Bench Lamp (UV-C, 254 nm, 40 W), Model XX-40S (UVP, LLC, Upland, CA). 45-min exposure at intensity 1.8 mW/cm2 (note: one 45-min continuous exposure constitutes the 3X cycle). Test tube racks were placed beneath both ends of the lamp to lift the lamp ~ 25 cm from the working surface of a laboratory hood. The UV intensity was reported as the mean of 27 measurements over the rectangular area used at the surface of the hood using a UVX Digital Radiometer with a model UVX-25 Sensor (254 nm filter) (UVP, LLC, Upland, CA). Only the exteriors of the FFRs were exposed. The duck bill and flat fold style FFRs were placed over beakers to facilitate exposure to the FFR surface.

Amsco® Eagle® 3017 100% EtO Sterilizer/Aerator (STERIS Corp., Mentor, OH) on HI-TEMP setting (55°C); 1-hr EtO exposure (736.4 mg/L) followed by 12-hr aeration. Samples were packaged in Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene-polyethylene Heat Seal Sterilization pouches (six samples per pouch with a chemical indicator strip). All samples were physically accommodated by a single EtO cycle. Samples were processed at a university medical center (one treatment per day in three consecutive days). The same pouch was used for all three treatments.

STERRAD® 100S H2O2 Gas Plasma Sterilizer (Advanced Sterilization Products, Irvine, CA), 59% H2O2,cycle time ~55-min (short cycle); 45°C–50°C. Samples were packaged in Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene–polyethylene Heat Seal Sterilization pouches (six samples per pouch with a chemical indicator strip). Samples were processed at a university medical center (one treatment per day in three consecutive days). The same pouch was used for all three treatments.

Room Bio-Decontamination Service (RBDSTM, BIOQUELL UK Ltd, Andover, UK), which utilizes four portable modules: the Clarus® R HPV generator (utilizing 30% H2O2), the Clarus R20 aeration unit, an instrumentation module and a control computer. The Clarus® R was placed in a room (64 m3). The HPV concentration, temperature and relative humidity within the room were measured by the instrumentation module and monitored by a control computer situated outside the room. Room concentration= 8 g/m3, 15- min dwell, 125-min total cycle time. FFRs were hung on a string stretching across the length of room. Following HPV exposure, the Clarus R20 aeration unit was run overnight inside the room to catalytically convert the HPV into oxygen and water vapor. The treatments were performed in three consecutive days (one treatment per day). Biological indicators containing Geobacillus stearothermophilus spores were placed in five separate locations inside the room and a 6-log spore reduction was measured following the 3X treatment.

Commercially available 2,450-MHz, Sharp Model R-305KS (Sharp Electronics, Mahwah, NJ) microwave oven with revolving glass carousel, 1,100 W (manufacturer rated); 750 W/ft3 experimentally measured; 2-min total exposure duration at a power setting of 10 (maximum power). Two pipette tip boxes placed side-by-side (each 11.7 cm x 8.0 cm x 5.0 cm) filled with 50 mL room-temperature tap water (~ 20°C). FFR is placed outer-side down on top of pipette-tip boxes. FFR samples dried 1 hr between each exposure.

30-min submersion in 0.6% (one part bleach to nine parts of deionized water) solution of sodium hypochlorite (original concentration = 6% available as Cl2). Manufacturing specification: 6.00 ± 0.06% (w/w) available chlorine; Cat No. 7495.7-1, CAS No. 7732-18-5 (Ricca Chemical Company, Pequannock, NJ).

30-min submersion in 6% (one part hydrogen peroxide to four parts of deionized water) solution of hydrogen peroxide. Manufacturing specification: 30% hydrogen peroxide; Cat No. H325-500, CAS Nos. 7722-84-1, 7732-18-5, 12058-66-1 (Fisher Scientific, Fair Lawn, NJ).

30-min incubation at 60°C, 80% RH in a Caron model 6010 laboratory incubator (Marietta, OH). Following the first incubation, the samples were removed from the incubator and air-dried overnight. Following the second and third incubations, samples were removed from the incubator and air-dried for 30 min with the aid of a fan.

*Liquid submersion methods. Following each exposure, FFRs were hung on a laboratory peg board and dried for a minimum of 16 hours with the aid of a fan before repeating the treatment or performing the laboratory aerosol filtration test.

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36

in the study ranged from 0.335% (SN95-E) to 1.57% (SN95-D)15. In this study, the 3X HPGP treatments resulted in mean penetration levels > 5% for four of the six FFR models. For bleach, the 3X treated samples of model SN95-D showed a much larger mean %P (4.01%) compared to 1X bleach-treated samples tested previously [%P (n=3) for 1X = 0.561] for the same model15. The 3X and 1X bleach treatment mean %P values were similar for the other five models. The UVGI and EtO treatments had similar mean %P to 1X treated samples tested previously for the same six models15. As expected, the control FFRs had expected levels of filtration efficiency (all models had mean %P ≤ 2.12), implying that high humidity conditions (as demonstrated by complete submersion in deionized water) should have little or no effect on filtration efficiency of FFRs utilizing electrostatic media.

TABLE II. Filter Aerosol Penetration (%P) and Filter Airflow Resistance (mm H2O) for 3X Decontaminated and Control FFRs*†

UVGI 1.26 ± 0.25 EtO 1.29 ± 0.40 HPGP 4.64 ± 3.09 HPV 1.18 ± 0.20 MGS 1.25 ± 0.31

Bleach 1.38 ± 0.23

LHP 1.52 ± 0.38

MHI 0.90 ± 0.29

Surgical N95 Respirators

SN95-D Control
UVGI 1.59 ± 0.27

EtO 2.55 ± 0.72 HPGP 6.04 ± 5.14 HPV 2.35 ± 0.22 MGS 2.14 ± 0.22 Bleach 4.01 ± 0.47 LHP 3.35 ± 1.26 MHI 2.16 ± 0.10

11.1 ± 0.5 11.9 ± 0.5 11.5 ± 0.8 11.8 ± 0.5 11.1 ± 0.6

11.4 ± 0.3 11.0 ± 0.6 10.7 ± 0.2

16.8 ± 0.8 17.6 ± 1.4 16.9 ± 0.6 14.4 ± 0.2 16.4 ± 0.6 14.4 ± 0.4 12.1 ± 1.0 11.7 ± 0.1 15.0 ± 0.3

7.1 ± 0.2 9.6 ± 0.6 9.5 ± 0.2 9.0 ± 0.4 8.2 ± 0.5 8.8 ± 0.3 8.9 ± 0.6 9.0 ± 0.2 7.9 ± 0.0

9.7 ± 0.3 10.5 ± 0.7 10.5 ± 0.4 10.0 ± 0.4 8.4 ± 0.4 10.1 ± 0.2 10.2 ± 0.5 9.8 ± 0.5 10.1 ± 0.2

FFR
Model Treatment

N95 Respirators

  1. N95-A  Control UVGIEtO HPGP HPV MGS Bleach LHP MHI
  2. N95-B  Control UVGIEtO HPGP HPV MGS Bleach LHP MHI
  3. N95-C  Control

Mean Initial Sodium Chloride Penetration (%P)

0.62 ± 0.19 0.41 ± 0.24 0.34± 0.03 1.71 ±1.04 0.50 ± 0.07 0.08 ± 0.03 0.63 ± 0.12 0.49 ± 0.02 0.43 ± 0.37

0.88 ± 0.12 1.24± 0.22 0.96± 0.137.30± 10.68 0.82± 0.16 1.33± 0.24 1.07 ± 0.22 1.50 ± 0.80 0.70 ± 0.07

2.05 ± 0.33

Mean

Initial Resistance (mm H2O)

8.1 ± 0.3 7.9 ± 0.2 8.0 ± 0.1 7.7 ± 0.3 7.5 ± 0.2 9.5 ± 1.0 6.9 ± 0.1 6.2 ± 1.6 7.5 ± 0.1

10.5 ± 0.4 10.3 ± 0.3 12.0 ± 0.4 10.9 ± 0.2 11.4 ± 0.7 9.9 ± 0.3 10.6 ± 0.5 11.0 ± 0.5 9.9 ± 0.1

10.5 ± 0.0

SN95-E Control
UVGI 0.34 ± 0.40

EtO 0.25 ± 0.09 HPGP 2.50 ± 3.15 HPV 0.44 ± 0.30 MGS 0.52 ± 0.35 Bleach 0.24 ± 0.06 LHP 0.12 ± 0.02 MHI 1.06 ± 0.56

0.64 ± 0.07 EtO 0.75 ± 0.16

HPGP 8.76 ± 8.78 HPV 0.52 ± 0.07 MGS 0.98 ± 0.39 Bleach 0.77 ± 0.13 LHP 0.97 ± 0.29

MHI 0.58 ± 0.07

2.12 ± 0.41

0.63 ± 0.35

SN95-F Control
UVGI 0.66 ± 0.14

*Bold font: mean initial penetration values > 5%.
†n=6 for EtO, HPGP, and VHP. n=3 for all other methods.

Of the 36 samples that underwent HPGP processing, nine samples had %P levels > 5%.

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Interestingly, high penetration results for these samples were observed to be associated with the stacking order of the FFRs in the sample pouch (six FFR samples were stacked in a Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene- polyethylene pouch along with a chemical indicator strip). We do not know conclusively that the HPGP was able to penetrate all FFR samples in the stack, however we do know that HPGP penetrated the pouch because of the color change of the chemical indicator strip. Of the six FFR models tested, the stacking order was documented for only three models (this is because the apparent stacking order phenomenon was not noticed until after several samples had been tested). Of these three models with known stacking order, N95-B, N95-C, SN95-D, six samples of 18 total samples (6 of 18 = 33%) had %P > 5%. These six samples were located either at the top, bottom, or one sample away from the top or bottom of the stack. This suggests that the samples physically located in the middle of the stack were shielded from the harsh processing conditions. Interestingly, no packing effects were observed in the previous study15, in which STERRAD® 100S 55 min short cycle (45°C–55°C) HPGP processing (1X) was performed off-site by a commercial vendor specializing in low-temperature decontamination. In that study15, each individual FFR sample was packaged in a Mylar/Tyvek® pouch (i.e., one FFR per pouch) along with a chemical indicator strip and changes in filtration performance were not statistically different from the controls. In that study, the chemical indicator strip also showed penetration of HPGP into the pouch. Both studies also used a hydrogen peroxide of similar concentration (59% and 58% for the 3X and 1X experiments, respectively). Aside from the differences in how the FFRs were packaged, no other differences between the methods were apparent.

Follow-up experiments were done at the HPGP conditions used here to better understand possible shielding effects; the only difference in equipment was that the follow-up experiments used a different brand of pouch (Converters® Low Temperature Sterilization Tyvek®/polyethylene terephthalate — polyethylene pouch). Twenty-four respirators from two of the six models (N95-B and SN95-D) were packaged individually for 3X HPGP processing. In one set of experiments the same pouch was used for all three cycles, while in the other set of experiments a new pouch was used for each cycle. For N95-B, the mean %P after 3X HPGP

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processing was 32.4% and 19.5%, respectively for the two conditions, while mean %P was 4.76% and 4.41% for SN95-D. Compared to the stacked processing (i.e., six FFR per pouch) there was a slight improvement in filtration performance (i.e., reduced %P) for SN95-D, but still half of the replicates had %P values > 5%. These results further suggest that those FFRs that receive the highest exposure to the 3X HPGP processing conditions (e.g., top or bottom of the stack) were most likely to experience the large degradation in filtration performance. However, additional studies are still needed to better understand which HPGP processing conditions cause changes to respirator filtration performance as the reported heating cycle of the method (45°C–55°C) does not reach temperatures known to affect filtration performance and similar effects were not observed for LHP or HPV .

For all treatment and control groups, mean initial filter airflow resistance measurements were < 17.6 mm H2O. These results are similar to those found with untreated and 1X decontaminated FFRs reported previously15. EtO, HPGP, HPV, and UVGI decontamination were the only methods that did not cause any observable physical changes to the FFRs. In previous 1X HPGP treatments, FFRs exhibited slight tarnishing of metallic nosebands14,15; however, this effect was not observed in the 3X treatments. The specific reason for the difference in effects is unknown, however the samples were packaged differently for the 1X and 3X processes as described earlier in this section.

Two methods (MGS and MHI) caused all SN95-E samples to experience partial separation of the inner foam nose cushion from the FFR. Two of the SN95-D samples experienced a slight melting of the head straps following the first 2-minute cycle. Some concerns have been raised about possible sparking during microwave heating caused by the metallic FFR nose bands. In these experiments where water basins were placed in the microwave with the FFR, no sparking was observed. Sparking has previously been observed only one time in our laboratory when microwaving an FFR for one minute without using a water basin.

Bleach exposure caused various effects: for all FFR models, metallic nosebands were slightly tarnished and visibly not as shiny when compared with their as-received counterparts. For those models with staples (N95-B, N95-C, SN95-E and SN95-F)

38

staples were oxidized to varying degrees. Three models (N95-A, SN95-E, and SN95-F) had discolored (yellowed) inner nose pads. The nose pad of model SN95-E samples dissolved (only 50% remained). Discoloring of other areas of the FFR were observed in models SN95-F (bleeding of printed ink lettering), SN95-E (material adjacent to nose pad became yellowed), and SN95-D (area adjacent to nose clip discolored). Following air- drying between exposure cycles (at least 16 hr), all FFRs which were exposed to bleach were dry to the touch and all still had a characteristic bleach odor, which is consistent with previous findings15. For those models which had staples (N95-B, N95- C, SN95-E and SN95-F), liquid hydrogen peroxide treatment caused staples to oxidize to varying degrees; this effect was not observed following the 3X HPGP and HPV treatments.

The ability to safely decontaminate and reuse FFRs under emergency conditions, such as FFR supply shortages, is an emerging field of study necessitating further investigation. The findings from this preliminary study, while promising, are exploratory and the data presented here are applicable only to the FFR models tested under the specified treatment conditions. This study did not evaluate FFR filtration efficiency of actual bioaerosols following a decontamination treatment, which is a relevant concern. Additionally, this study did not evaluate the ability of each treatment condition to inactivate infectious biological organisms (such as H5N1 or 2009 H1N1 influenza virus) from contaminated FFR or evaluate the effect on fitting characteristics of decontaminated FFR after 1X and 3X decontamination. These topics will be the subject of future manuscripts by our research groups.

CONCLUSIONS

This research investigated the effects of three cycles (3X) of decontamination processing on the laboratory performance and physical integrity of NIOSH-certified N95 FFR. All control and treatment groups, with the exception of 3X HPGP, had mean initial filter penetration of ≤ 4.01%. Only the 3X HPGP processing caused levels higher than expected of initial aerosol penetration (>5%) in 9 of 36 (25%) samples. These observations may be associated with the FFR stacking order inside the HPGP processing pouches, because those samples most exposed to processing conditions degraded the most. Initial airflow resistance values were as expected (≤17.6 mm H2O) for all decontamination methods and control samples. Further research is

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needed before any specific decontamination methods can be recommended for any specific FFR model.

ACKNOWLEDGEMENT

The authors wish to express our sincere gratitude to Dr. William King (NIOSH), Edward Fries (NIOSH), Colleen Miller (NIOSH), and Dr. Saber Yezli (BIOQUELL (UK) Ltd.) for their suggestions and contributions. The Technical Support Working Group (TSWG) is acknowledged for providing funding.

DISCLAIMER

The findings and conclusions in this report are those of the authors and do not necessarily represent the views of the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH). Mention of company names or products does not constitute endorsement by NIOSH.

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40

AUTHORS’ ADDRESSES

Michael S. Bergman URS Corporation
626 Cochrans Mill Road P.O. Box 18070 Pittsburgh, PA 15236

Dennis J. Viscusi and Dr. Ronald E. Shaffer National Institute for Occupational Safety and

Health
National Personal Protective Technology Laboratory
626 Cochrans Mill Road
P.O. Box 18070
Pittsburgh, PA 15236

Brian K. Heimbuch
Applied Research Associates
104 Research Road
Building 9719
Tyndall Air Force Base, Fl 32403

Dr. Joseph D. Wander
Air Force Research Laboratory Detachment 2, 139 Barnes Drive Suite 2
Tyndall Air Force Base, FL 32403

Anthony R. Sambol
Department of Pathology & Microbiology University of Nebraska Medical Center 42nd and Emile Street
Omaha, NE 68198

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Zitat des Tages 20200328

Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Dentalhygienikerinnen haben von allen Berufsgruppen das höchste Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Wer wüsste besser, was dieses Risiko bedeutet, wie man mit ihm umgeht und wie man es reduzieren kann als der Zahnmediziner Prof. Dr. Zhuan Bian, der Dekan der School of Stomatology der Universität von Wuhan? Seine Klinik liegt schließlich in der Stadt, von der im Dezember 2019 jene Pandemie ihren Ausgang nahm, die sich inzwischen auf alle Kontinente ausgebreitet und in vielen Ländern Gesellschaft, Wirtschaft und das öffentliche Leben insgesamt zum Stillstand gebracht hat.

Die Botschaft von Professor Bian ist eindeutig: „Aufgrund der besonderen Merkmale zahnärztlicher Verfahren, bei der eine große Anzahl von Tröpfchen und Aerosolen erzeugt werden können, sind die Standard-Schutzmaßnahmen der täglichen klinischen Arbeit nicht wirksam genug, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern, insbesondere wenn sich Patienten in der Inkubationszeit befinden oder nicht wissen, dass sie infiziert sind.“ Es gibt Hinweise, dass die Viren auf Oberflächen sowie in Aerosolen überleben und infektiös bleiben können. Auch infizierte, aber asymptomatische Patienten können die Erreger weitergeben. „Diese Eigenschaften machen die Kontrolle der Epidemie zu einer großen Herausforderung“, betonte der chinesische Zahnmediziner.

Gedanken zum Wochenende

Am 27. Februar schrieb ich in einem Emailforum, es ging um die Rolle der wirtschaftlichen Eliten

Die Eliten ?
Machen genau das, was wir alle machen sollten. 
DIE können das. Zu Hause bleiben. Müssen ja nicht arbeiten. Den öffentlichen Nahverkehr meiden. Privatjet. Auf die Ranch in Colorado oder die Privatinsel zurückziehen. Wenn’s sein muss, Monate lang. Wir sind pleite. 
Update März 2020
Die reichen New Yorker ziehen sich zurück in die Hamptons, die dortigen Delikatessenläden erleben einen verfrühten Boom ohne Ende  (normalerweise geht die Sommer Saison dort erst mit dem memorial day am 25. Mai los) . Die Leute in der Bronx fahren weiterhin mit dem vollbesetzten Bus in der Gegend rum.
Und kommen dann in Krankenhäuser mit 3. Welt-Standard und ohne Schutzausrüstung für das medizinische Personal.
Kleine Ergänzung. Mit WIR sind pleite, meinte ich Deutschland, nicht die Zahnärzte in D. WIR (die Zahnärzte) werden nicht pleitegehen. Höchstens der eine oder andere.  Genauso wie der eine oder andere das Virus nicht überleben wird. Who cares.
Aber es gibt eine Zeit nach der akuten Welle, aber mit Corona.
Und schon jetzt kann man sagen, da sprechen die Zeichen aus Berlin seit langer langer Zeit und jetzt wieder eine eindeutige Sprache.
Hilfe vom Staat wird es ebensowenig geben wie eine adäquate Anerkennung dessen, was wir tun.
Zahnmedizin ist NICHT systemimmanent.  Aerosol ??? Egal. MNS nicht wirksam ? WEITERBOHREN!!!! VERSORGUNGSAUFTRAG!!! Unsere gottverdammte Pflicht für unser Land  tun. Das klingt doch jetzt schon sehr stark nach 1917 oder Ende 1944.
Zahnmedizin IST (in den Köpfen der Politik) Ästhetik, Kosmetik. Maximal ein Nice to Have, für das kein Platz ist in schlechten Zeiten. Je früher man sich als Zahnarzt auf diese Situation einstellt, um so besser.
Aber die Zahnärzte haben erst kürzlich wieder bewiesen mit ihrem widerstandslosen Abnicken der TI -Infrastruktur, dass sie weiterhin bereit sind, sich allem zu fügen, was Ihnen von Amts Wegen verordnet wird.
Und bitte dran denken.
In 1 – 1,5 Jahren.
Die Corona -Krise wird juristisch RETROSPEKTIV bewertet werden.Und damit meine ich nicht das Politikversagen, da wird man sich hinterher gegenseitig loben und preisen und bei Fehlern auf die Experten verweisen, denen man vertraut hat. Zitat „wenn der Experte schon falsch liegt, worauf hätte ich mich denn sonst berufen können!“ Nein, mit retrospektiv meine ich die Beurteilung der Schuld zum Beispiel beim Tod von Praxismitarbeiten, die sich irgendwo angesteckt haben können, aber dies natürlich IN der Praxis  erlitten.Stichwort Spraynebel.
Der Richter wird fragen, haben sie alles an Schutzmassnahmen ergriffen ?MNS ???? Lautes Lachen

FFP 2 ? Warum nicht FFP 3? Nicht vorhanden ? Hätte man kaufen können, hätte man im Vorrat haben müssen ! ZU teuer ? Was sind 17,50 Euro gegen ein Menschenleben.

Wurden NUR nicht aufschiebbare Behandlungen gemacht ?
Befragung der Praxiskolleginnen ?
Was wurde damals gemacht ? ZST ? Füllungen ? ZE neu ? Alles keine nicht aufschiebbare Behandlung mit Spraynebel !

Selbst wenn es nicht zu juristischen Schritten kommen sollte, wird das Bild der Zahnärzte in der medialen Öffentlichkeit dadurch geprägt werden, dass wider den Anordnungen der Behörden weitergearbeitet wurde und damit das Leben von Patienten und Mitarbeitern aus niederen Motiven (Geldgier) leichtfertig und verantwortungslos gefährdet wurde.

Kurze Ergänzung noch. Eine Kollege fragte mich:Meintest Du „systemrelevant“?

Nein, Systemimmanent.
Wir sind nicht mal im System DRIN.

Es wird nicht mal drüber nachgedacht, ob und wieweit wir von Bedeutung sind, sonst würde man zumindest den Schein wahren und uns (Versprechungen von) Brotkrumen zukommen lassen. Wie der MdB schon schrieb. WIR HABEN keine Verdienstausfälle. WIR können alles nachholen.

Da ist nicht mal ein Funke Empathie vorhanden.

Wer noch einen Funken zweifelhafte Hoffnung hatte, die Politik würde sich der Zahnärzte annehmen, der dürfte hier eines Besseren belehrt werden.

Antwort eines MdB auf eine Anfrage eines zahnärztlichen Kollegen

Wer noch einen Funken zweifelhafte Hoffnung hatte, die Politik würde sich der Zahnärzte annehmen, der dürfte hier eines Besseren belehrt werden.

 

Sehr geehrter Herr XXX,

Sie bekommen von mir als Ihrem Wahlkreisabgeordneten eine Antwort. Aus organisatorischen Gründen, beantwortet nur der Abgeordnete, in dessen Wahlkreis derjenige, der uns eine Zuschrift sendet, wohnt, diese.

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich, und soweit ich weiß, auch alle anderen in Berlin befindlichen Abgeordneten der CDU-Landesgruppe, werden dem kompletten Gesetzespaket, das sich über zahlreiche Einzelgebiete erstreckt und mehr als 600 Seiten umfasst, zustimmen. Wir tun dies aus Verantwortung für das Land und seine Menschen. Menschen, die derzeit je nach Familienstand infolge vielfacher Kurzarbeit mit 67% oder 60% ihres Nettoeinkommens auskommen müsse, die darum bangen , ob ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt, die sich sorgen, ob sie ihre Miete noch bezahlen können oder die aufgrund der Selbstständigkeit aktuell keine Einnahmen erzielen und darauf angewiesen sind, dass ihnen der Staat mit einem wenige tausend Euro umfassenden Sofortprogramm unter die Arme greift.

Wir erleben viel Solidarität durch individuellen Verzicht und die Bereitschaft, Opfer zu bringen, wo es keine hundertprozentige Entschädigung gibt. Das darf man auch von jedem Bürger und jeder Bürgerin erwarten. Das dürfte auch in dem von Ihnen geschilderten speziellen Fall der Erstattung von Verdienstausfall bei nicht durchgeführten zahnärztlichen Behandlungen so sein.

Deren Einschränkung durch nicht uneingeschränkte zur Verfügungstellung von Schutzkleidung ist nicht anders zu lösen, da wir diese ganz überwiegend für Akutbehandlungen benötigen. Was zahnärztliche Behandlungen anbelangt, sollte jeder nur die durchführen lassen, die aufgrund einer Schmerzsituation unaufschiebbar sind. Routinemassnahmen sind jedoch nicht aufgehoben, sondern aufgeschoben. Der gegenwärtige Einnahmeausfall wir also später wieder ausgeglichen.

Dem heutigen Paket nicht zuzustimmen, wäre verantwortungslos, auch wenn damit nicht jedes Detailproblem oder jede vermeintliche Ungerechtigkeit beseitigt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen“

Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur und die Folgen der Nichtbehandlung (I)

Von Christoph Kaaden

 

Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Frakturen nach dentalem Trauma zählen eigentlich zu den „milden“ traumatischen Verletzungen.

Eigentlich.

Sie setzten aber voraus, dass diese auch adäquat behandelt werden…

hier ein aktueller Fall und die Folgen der Nichtbehandlung…

zu den Hintergründen:

Der zwölfjährige Joshua erlitt vor zwei Jahren beim Radfahren ein Frontzahntrauma, bei dem er sich an den Zähnen 11 und 21 eine unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur zuzog.

Die Therapie damals bestand darin, die scharfen Kanten zu glätten.

So „bestritt“ Joshua die letzen zwei Jahre:

Letztes Wochenende entwickelte der Junge leider eine Schwellung in der Region der Oberkiefer-inzisivi, die ihn dazu veranlasste, am Montag seinen Hauszahnarzt aufzusuchen.

Hier das dort angefertigte Diagnose-Röntgenbild:

Die Aufnahme verdeutlicht das Ausmaß der vormaligen Verletzung mit den Folgen einer Pulapnekrose und apikaler Parodontits bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum.

Die Therapie des Kollegen bestand in der Einleitung einer endodontischen Behandlung.

Hier seine intraoperativ angefertigte „Meßaufnahme“:

Aufgrund der apikalen Situation mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum erfolgte daraufhin die Überweisung zu uns.

So stellte sich das Ganze bei der Erstvorstellung dar:

 

mehr zu diesem Fall in den nächsten Wochen…

In zwei Briefen schreibt ein Top-Virologe seinen Kindern, wie sie sich und ihre Familien vor Corona schützen können (Brief 1)

Deutsche Ärztin in Wuhan: „ Was aus Ihren Erfahrungen würden Sie den Menschen in Deutschland gerne mitgeben?“

Wir werden bald wieder frei sein“

Es geht voran: Ärzte von temporär errichteten Krankenhäusern in Wuhan verabschieden sich voneinander und verlassen die Stadt. Mehrere Tage in Folge hat es dort keine Neuinfektionen gegeben.(Foto: AFP)

Die deutsche Ärztin Silja Zhang steht seit mehr als zwei Monaten in Wuhan unter Quarantäne. Sie erzählt, was sie in ihrem Alltag rettet – und warum der Blick auf ihr Heimatland sich wie eine Zeitreise anfühlt.

Vor acht Jahren ist die deutsche Ärztin Silja Zhang, 36, von München nach Wuhan gezogen. Seit mehr als 60 Tagen steht sie in der Elf-Millionen-Stadt unter Quarantäne, und das bedeutet in ihrem Fall: Sie darf ihre Wohnung, in der sie mit ihrem chinesischen Mann und zwei Hunden lebt, nur in absoluten Notfällen verlassen. Essen bestellt sie online, Sport treibt sie zu Hause, täglich joggt sie auf ihrem Heimtrainer. Bewegung, erzählt sie, sei ungeheuer wichtig, auch, um abends müde zu sein und nicht in gedanklichen Abwärtsspiralen zu versinken. Ein Gespräch darüber, wie die vergangenen zwei Monate sie verändert haben, mit welchem Blick sie auf ihre Heimat Deutschland schaut – und was ihr nun Hoffnung macht.

SZ: Wie würden Sie Ihr Leben in den vergangenen knapp zwei Monaten in einem Satz beschreiben?

Silja Zhang: Es war und ist eine Zeit der Prüfung der persönlichen Charakterstärke.

In Wuhan wurde die Quarantäne am 23. Januar verhängt. Wenn Sie jetzt auf die aktuellen Entwicklungen in Deutschland schauen: Ist das wie ein Blick in die Vergangenheit?

Absolut. Eine Epidemie erfolgt ja auch in der psychologischen Wahrnehmung in Stadien: Zunächst nimmt man sie nicht ernst, aber wenn die ersten Krankheits- oder Todesfälle auftreten, besonders in Bevölkerungsgruppen, die oft als unantastbar erscheinen wie Schauspieler, Politiker oder medizinisches Personal, werden die Menschen nervös. Die ersten Tage zu Hause nach einer Ausgangssperre sind dann aufregend, man muss sich ja erst einmal in der neuen Situation zurechtfinden. Auch in Wuhan wurde von den Balkonen aus gesungen. Aber das ebbt schnell wieder ab. Die Menschen, so habe ich es empfunden, wurden über die Zeit ungeduldiger, teilweise sogar aggressiv. Und irgendwann verfällt man in eine gewisse Lethargie und hofft nur noch auf ein Ende. Ja, ich sehe die gleichen Stufen jetzt auch in Italien und Deutschland, wenn auch vielleicht nicht ganz so extrem ausgeprägt.

Coronavirus

Im Zentrum

Seit einem Monat ist Wuhan abgeschottet. Im Epizentrum der Coronavirus-Krise zahlen Zehntausende Kranke den Preis für Pekings Vertuschung.

Wo sehen Sie Unterschiede?

In Deutschland können sich die Menschen immer noch vergleichsweise frei bewegen. Sie dürfen ihre alltäglichen Besorgungen machen, einige leben in Häusern mit Gärten. In China wohnt die Mehrheit in Hochhäusern, die Menge der Menschen pro Quadratkilometer in den Großstädten ist einfach um ein Vielfaches höher. Hier mussten die Quarantänemaßnahmen viel strenger durchgeführt werden, um bei der Menge der Menschen langsam die Kontrolle zu gewinnen. Quarantäne in Wuhan bedeutet: Außer in Notfällen darf man gar nicht mehr vor die eigene Haustür.

Wie sieht Ihr Tag jetzt aus?

Ich habe als Ärztin in der Klinik ausländische Patienten versorgt, die sind nun fast alle ausgeflogen worden. Also bin auch ich zu Hause. Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, jeden Tag ganz diszipliniert zu verbringen. Ich stehe früh morgens auf, mache den Haushalt, versuche, mich körperlich und mental zu fordern. In unserer Wohneinheit bestellen wir ein- bis zweimal die Woche Lebensmittel online, die teilweise durch Freiwillige an die Tür geliefert werden, teilweise aber auch draußen am Haupteingang der Wohnanlage abgeholt werden müssen. Ich jogge jeden Tag mindestens 90 Minuten auf dem Heimtrainer und mache außerdem noch Krafttraining. Man muss sich ausreichend bewegen, um sich abzulenken und abends müde genug zu sein.

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Silja Zhang, deutsche Ärztin in Wuhan(Foto: privat)

Weil sonst die Gedanken kreisen?

Ja, um nicht in eine Abwärtsspirale zu gelangen. Das wäre auch mein Rat: Körperlich, geistig, seelisch – man muss sich um sich selbst kümmern und versuchen, in die Zukunft zu blicken. Irgendwann wird die Lage wieder besser werden. Auch wichtig: Nur begrenzt online sein. Es ist gut und notwendig, informiert zu sein, aber es darf nicht darin ausarten, seine Gedanken nur noch um das Virus kreisen zu lassen. Auch die Rückbesinnung auf einen Glauben oder sogar das Lesen der verstaubten Bibel kann helfen – wir sind ja nicht die ersten Menschen, die durch eine schwere Zeit gehen. Mir zumindest hat mein Glaube Kraft gegeben.

Sie sind Ärztin, Ihr Mann Arzt. Wann haben Sie begriffen: Das wird eine schwere Zeit?

An der Uniklinik in Wuhan behandeln wir jeden Tag 10 000 Patienten allein in der Ambulanz. Wir haben gemerkt, dass eine neue Erkrankung da ist und sie vermehrt auftritt. Mitte Januar sagte mein Mann zu mir: Die Situation ist wirklich ernst. Wir müssen uns auf etwas gefasst machen.

In Ihrer Rede hat Angela Merkel vergangene Woche an die Bevölkerung appelliert: „Es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst.“ Haben die Deutschen das aus Ihrer Sicht zu lange nicht gemacht?

Es ist ein Privileg, in einem reichen, sicheren Land wie Deutschland aufzuwachsen und dort leben zu können. Aber auch das realisiert man erst, wenn man in die Welt zieht und andere Lebensumstände sieht. Die Bevölkerung im asiatischen Raum war einfach von Anfang an sehr vorsichtig, weil die Erinnerung an Sars und Mers noch sehr in den Köpfen der Menschen ist. Dadurch waren eigentlich alle ohne Zögern bereit, sich an die strengen Maßnahmen zu halten. Sie hatten einfach Angst vor einer Wiederholung.

Coronavirus

Wuhan nimmt langsam die Arbeit wieder auf

Am Ausgangspunkt der Pandemie laufen jetzt die Autofabriken wieder an. Das könnte insbesondere deutschen Konzernen helfen. Doch es stellen sich auch viele Fragen.  Von Christoph Giesen, Peking

Was aus Ihren Erfahrungen würden Sie den Menschen in Deutschland gerne mitgeben?

Es ist keine normale Grippe! Covid-19 scheint deutlich infektiöser und lebensgefährlicher zu sein. Und sie mag vor allem für Ältere und Immungeschwächte gefährlich sein, aber hier in China haben wir genügend schwere Verläufe und auch Todesfälle bei vermeintlich jungen, ab 20-Jährigen, gesunden Menschen erlebt. Selbst wenn Sie keine Älteren oder Immungeschwächte in Ihrem Umfeld haben, dann bleiben Sie wenigstens zu Hause, um die Ausnahmesituation in Deutschland nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Ich wünschte mir, jeder könnte einmal einen Tag in einer Klinik in Italien oder China erleben. Was dort abläuft, gleicht einem Krieg. Bei uns wurden teilweise ganze Familien ausgelöscht, weil sich eine Person infiziert hatte und alle anderen ansteckte.

Wie ist die aktuelle Lage in Wuhan? Gibt es Lockerungen der Quarantäne?

Wir hatten jetzt fünf Tage in Folge, an denen es keine neue Erkrankung gab. Das gibt Hoffnung. Es gibt zaghafte Erleichterungen. Wenn man ein Gesundheitszeugnis vorlegen kann, ist es in Ausnahmefällen erlaubt, nach draußen zu gehen. Die Körpertemperatur wird aber trotzdem weiterhin an den Ausgängen der Wohnviertel gemessen. Berichte in den Medien über eine Öffnung der Stadt kann ich leider noch nicht bestätigen.

Wann glauben Sie, gibt es wieder einen Alltag?

Wir erwarten, dass wir nicht vor Anfang April in die Normalität zurückkehren werden. Die Stadt soll offiziellen Angaben zufolge mindestens 14 Tage ohne Neuinfektion überstehen. Aber dass der Rest des Landes jetzt langsam wieder die Arbeit aufnimmt, erleichtert uns das Leben auch sehr. Unsere Versorgung ist sichergestellt, und das zeigt uns: Auch wir werden bald wieder frei sein.

Was werden Sie dann als Allererstes machen?

Einen langen Spaziergang mit meinem Mann und unseren beiden Hunden am Strand des Yangtse-Flusses. Und ich freue mich auf das erste Treffen mit meinen Kollegen. Wir haben uns zu lang nicht mehr gesehen.

© SZ.de/marli

37 mit akuten Beschwerden

Die Patientin, ca. 40 Jahre, kam mit akuten Beschwerden.
37 zeigte eine deutliche Aufbissempfindlichkeit, schmerzte beim Kauen und reagierte schmerzhaft auf laterale Perkussion. Die Sondierungstiefen waren erhöht. Der Lockerungrad ist Null.

Der HZA hatte den Zahn nicht erhalten wollen oder können.
Das angefertigte Röntgenbild und das mitgebrachte OPTG zeigen einige Probleme.

Welche sehen Sie? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.

 

Es gibt auch immer wieder gute Nachrichten in Zeiten von Covid 19

Es wird sich gekümmert !
Um die Zahngesundheit !

Aus dem Zahnärzteblatt 01 20, dem offiziellen Mitteilungsblatt der Landeszahnärztekammer Rheinland – Pfalz.

Der Präsident der Landeszahnärztekammer höchstpersönlich informiert in einem Filmbeitrag für den TV Sender ARTE über die richtige Zahnpflege und die Tücken selbstgemachter Zahnpasta.

Prävention ist wichtig !
Ihr gebührt ein hoher, vielleicht der höchste Stellenwert. Die vornehmste Aufgabe der medizinischen Profession ist es doch, sich selbst bzw. das eigene Handeln im Krankheitsfalle überflüssig zu machen.

Das Bild zeigt in eindrucksvoller Weise, was ich seit über 25 Jahren predige. Kein LKW- Fahrer dürfte 8 Stunden am Tag in solch unergonomischer Haltung hinter dem Steuer seines LKWs sitzen. Man beachte die dreifache Torsion der Wirbelsäule.  Solche Bilder, die ubiquitär auftauchen in Berichten aus der Zahnmedizin, sind einer stiller Schrei nach dem OP- Mikroskop. Das nicht nur per se gesundheitsschonend wirkt, wenn man es anwendet, sondern darüberhinaus von Nutzen ist, weil es dem Behandler Behandlungsweisen antrainiert, die er – weil verinnerlicht – auch beim Arbeiten mit Lupenbrille anwendet. Das indirekte Arbeiten über Mundspiegel. Das gerade aufrechte Sitzen. Und vieles mehr.

Ein eindringliches Plädoyer für mehr Ergonomie.

BTW Die Aufnahmen erscheinen hochaktuell.
Der Mangel an Schutzbekleidung in Zeiten von Covid – 19 ist offensichtlich auch an der Landeszahnärztekammer nicht spurlos vorbeigegangen. Wie sonst wäre zu erklären, dass die Behandlung ohne Handschuhe und Mundschutz vorgenommen wird.

 

Zitat des Tages 20200323 Jens Spahn „Wir tun alles, damit Sie gut und sicher arbeiten können“

Das Bundeskabinett hat am Montag den Schutzschirm für Kliniken und Praxen beschlossen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn trat mit wiederholtem und ausdrücklichen Dank an Ärzte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen vor die Presse.

Der Minister würdigte die Leistungen von Ärzten, Ärztinnen, Pflegekräften und allen, die im Gesundheitswesen tätig sind.

Jens Spahn:„Wir brauchen Sie. Wir sind dankbar für Ihren Einsatz, und wir tun alles, damit Sie gut und sicher arbeiten können“.

Die zahnärztliche Praxis als Infektionsquelle für Patienten und zahnmedizinisches Fachpersonal

von Jörg Schröder

Nachfolgend Gedanken, die in Zusammenarbeit mit meinen Berliner Kollegen Dr. Derk Siebers und Dr. Holger Janssen zu Papier gebracht wurden.
Die letzten Empfehlungen der KZBV und den KZVen mit der Bundeszahnärztekammer (Konferenz in Köln am 17.3.2020) an die Zahnärzte lauten: „Der Praxisbetrieb soll im üblichen Rahmen weiter aufrecht erhalten werden.
Das RKI (Robert-Koch-Institut) stellt keine erhöhten Anforderungen an die Behandlung symptomloser Patienten. Normaler Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel sind aus Sicht des RKI für alle Behandlungen ausreichend.“
In einem weiteren Passus heißt es dann: „Es wird empfohlen, verschiebbare Behandlungen wie Routine-Untersuchungen und PZR während der Schließung von Schulen und Kits bis zum 20.April 2020 nicht durchzuführen und solche Patientenkontakte auf das Mindestmaß zu reduzieren.“
Allein diese Empfehlung ist widersprüchlich und die Umsetzung derselben obliegt jedem einzelnen Zahnarzt – in Abwägung aller für seine Praxis, seine Mitarbeiter und seine Patienten relevanten Fakten. Es handelt sich hierbei keinesfalls um eine dringend gebotene Anweisung, die eine Einhaltung sicherstellen würde.
Insbesondere, da zum jetzigen Zeitpunkt „…keine finanzielle Entschädigung durch Bund oder Land vorgesehen…“  ist. In der „normalen“ Zahnarztpraxis werden üblicherweise zwischen 80 und 95% elektive (Wahl-) Leistungen erbracht, die zum größten Teil für einen überschaubaren Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen verschoben werden können, ohne dass ein Schaden für den Patienten zu erwarten ist.
Das RKI hat bis kurzem immer wieder betont, dass ein Schutz der Bevölkerung durch den üblichen Mundschutz nicht gegeben ist. Allenfalls kann das Tragen eines Mundschutzes eines Infizierten die Verteilung der Viren erschweren. Demgegenüber stellt das RKI aber fest: Handelsüblicher Mundschutz und Handschuhe sind für die zahnärztliche Behandlung ausreichend (s.o.)
Fakt ist, dass das Virus durch u.a. durch Tröpfcheninfektion übertragen wird (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1), 
Zahnärztliche Behandlung ist fast immer mit Spraynebel und Aerosol verbunden. Spraynebel ist  nichts anderes als ein Gemisch aus Tröpfchen unterschiedlichster Größe und Aerosol.  Laut RKI gibt es für eine Übertragung des Virus durch Aerosol „keine Evidenz“. Zu Fragen bleibt, wie das RKI zu dieser Einschätzung kommt? Gibt es keine Übertragung durch Aerosol oder gibt es einfach nur keine Untersuchungen dazu, dann sollte das auch genauso benannt werden.
Der Unterschied zwischen einer Infektion mit Tröpfchen oder Aerosol besteht „logisch“ nur in der Verpackungsgröße der Viren. Entweder befinden sich die Viren in einem bis zu 20µm bis 0,5mm großen Tropfen (https://de.wikipedia.org/wiki/Tropfen) oder in einem Aerosol, in dem die Flüssigkeits- oder Feststoffmenge einen max. Durchmesser von 50µm hat (https://www.pnc-aktuell.de/prophylaxe/story/aerosol-in-der-zahnaerztlichen-prophylaxe–eine-unterschaetzte-gefahr__6198.html). Also bestehen zwischen Tröpfchen und Aerosol eindeutige Schnittmengen. 
Betrachtet man die Empfehlungen des RKI und unserer Zahnärztekammer in Berlin und vergleicht diese mit der weltweit bekannten Literatur (siehe PubMed) so kann man eigentlich nur zu einer Schlussfolgerung kommen.
Diese Empfehlungen sind im Hinblick auf den Erfolg der Maßnahmen der nicht-pharmakologischen Interventionen (NPI) des sog. „Social Distancing“ nicht erfolgversprechend und unverantwortlich. Zum jetzigen Zeitpunkt muss jeder Patient als potentiell infizierter Patient betrachtet werden und – zum Schutz des zahnärztlichen Fachpersonals, der Patienten aber auch zur Verhinderung der unkontrollierten Weiterverbreitung des Virus – auch als solcher behandelt werden.
Um Pflegebedürftige vor dem Ansteckungsrisiko zu schützen, werden bis September keine körperlichen Untersuchungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zur Einstufung in einen Pflegegrad mehr vorgenommen. Auch die gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen häuslichen Beratungsbesuche würden ausgesetzt, so Bundesgesundheitsminister Spahn. Wenn also selbst die körperliche Untersuchung durch im Vollschutz arbeitende Ärzte des MDK eine Gefährdung der Patienten zur Folge haben könnte, wie kann es dann sein, dass nicht mit Vollschutz (FFP3-Maske, Gesichtsvisier, Handschuhe, Einwegbekleidung, Kopfhaube) durchgeführte zahnärztliche Behandlungen, bei denen Aerosol entsteht, risikoarm durchführbar sein sollen?
Zu hinterfragen ist, warum Friseure in Bayern ihren Beruf nicht mehr ausüben dürfen, weil der Mindestabstand von 1,5 m nicht einzuhalten ist – mit Speichel oder Sputum versetztes Aerosol ist dabei sicher weniger häufig als bei einer zahnärztlichen Behandlung – wie kann es dann sein, dass nicht mit Vollschutz (FFP3-Maske, Gesichtsvisier, Handschuhe, Einwegbekleidung, Kopfhaube) durchgeführte zahnärztliche Behandlungen, bei denen Aerosol entsteht, risikoarm durchführbar sein sollen?
Wenn das Robert-Koch-Institut (RKI) von der Wiederverwendung von FFP-Atemschutzmasken nach Tätigkeiten an infektiösen Patienten mit ausgeprägter Exposition zu Aerosolen, z.B. Bronchoskopie  abrät (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ressourcen_schonen_Masken.pdf?__blob=publicationFile), aber jeder nicht symptomatische Patient infektiös sein kann und somit als solcher behandelt werden muss, wie kann es dann sein, dass vom bei zahnärztlichen Behandlungen entstehenden Aerosol keine Gefährdung ausgehen soll?
Alle diese Fragen sollen und müssen wir Zahnärzte eigenverantwortlich für unsere Patienten und unsere Mitarbeiter aber auch für uns selbst und im Sinne einer Eindämmung einer Weiterverbreitung des Virus treffen.
Wenn unsere Regierung eine Verlangsamung der Infektion durch die eingeleiteten Maßnahmen erreichen will, dann ist eine sofortige Schließung der zahnärztlichen Praxen dingend erforderlich.
Selbstverständlich ist eine geregelte Notfallversorgung zu organisieren. Ich werde gerne mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dafür bereit stehen.
Zum jetzigen Zeitpunkt obliegt die Verantwortung für eine Praxis Schließung einzig und allein beim Praxisinhaber unter Abwägung aller für ihn relevanten Faktoren. Das wird aus unterschiedlichsten Gründen zur Aufrechterhaltung des Praxisbetriebs in einem nicht unerheblichen Anteil der Praxen führen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und sind sicherlich nicht nur finanziell begründet (andere Risikoeinschätzung, Nichtakzeptanz der NPI, „Verantwortung“ gegenüber den Patienten und Mitarbeitern u. v. m.).
Diese Empfehlung kann sich extrem negativ auf den Erfolg der NPI auswirken, weshalb eine Anordnung der Schließung der Zahnarztpraxen gefordert werden muss. Dass in diesem Zusammenhang auch über das notwendige „Überleben“ der Praxisstrukturen nachgedacht werden muss, versteht sich von selbst.
Eine Anordnung der Schließung aller Zahnarztpraxen beinhaltet selbstverständlich die Sicherstellung der Notfallversorgung. Hier geht es darum möglichst zentrale, räumlich adäquate Lokalisationen zu bestimmen sowie Zahnärzte und zahnärztliche Mitarbeiter zu rekrutieren die für diesen Notdienst zur Verfügung stehen.
Ich lege meine Hand dafür ins Feuer dass sich innerhalb des zahnmedizinische Fachpersonals ausreichend Freiwillige für diese Notdienst finden werden.
Ich persönlich stehe ab sofort uneingeschränkt hierfür zur Verfügung und bin mir sicher in meinem Praxispersonal ebenfalls Unterstützung zu finden.

Coronavirus: Deutschlands Unfähigkeit fast einzigartig

Den nachfolgenden Text habe ich bei HEISE online gefunden.
Einer IT- Plattform.

Coronavirus: Deutschlands Unfähigkeit fast einzigartig

Gegen jede wissenschaftliche Evidenz verzichtet man auf den Einsatz von Masken und schneller Diagnostik

Die Corona-Krise stellt einen weltweiten Kompetenztest für Regierungen dar. Für den, der die eigenen Dokumente (S. 59) nicht kennt, wäre daher wenigstens Lernen von den anderen angebracht.

Jeder, der einen Mausklick ausführen kann, sieht, dass die zeitliche Entwicklung der Infektionen in folgenden Ländern wesentlich günstiger verläuft: China, Taiwan, Singapur, Hongkong, Japan, Russland. Ein detailliertes Studium der dort angewendeten Maßnahmen könnte man den Verantwortlichen sicher empfehlen, zwei Dinge stechen jedoch hervor: Die in Deutschland fehlenden Atemschutzmasken und die langsame Ausführung der Tests.

Vorsicht vor der Luft!

Es ist bizarr, dass die wissenschaftliche Evidenz für die Wirkung von – auch einfachen – Atemschutzmasken nicht umgesetzt wird, ganz offensichtlich um die Versäumnisse der Verantwortlichen zu kaschieren.

Taiwan stellt der derweil 10 Millionen Masken am Tag her und garantiert jeder Privatperson ausreichend Masken, während in Deutschland auch exponierte Personengruppen wie Ärzte und Pfleger, Polizisten, Kassierer, Apotheker, Paketboten bis jetzt ungeschützt herumlaufen – eine Coronaparty, die auch bei Ausgangssperren andauert.

Spätestens seit dem Webasto-Cluster, bei dem eine Indexpatientin direkt vier weitere Personen über die Raumluft ansteckte, ist es vollkommen klar, dass die hohe Infektiosität nicht alleine durch Anhusten kommen kann, sondern Aerosole mit dem Virus sich länger in der Luft halten können. Sogar eine Ansteckung im Freien bei einem Marathon wird vermutet.

Beschwichtigungsmedien

SARS breitete sich beispielsweise über ein Abluftrohr eines Apartments aus, die über geöffnete Fenster in andere Wohnungen eindrang, weiterer Hintergrund hier. Demgegenüber verkündet Corona-Oberaufklärer Christian Drosten im NDR: „Das ist nicht so, dass so ein Virus als Wolke in der Luft steht und stundenlang bleibt und sich auch noch in den Nachbarraum verteilt.“ Genau das wurde gerade nachgewiesen. Die Zerfallszeit von Drostens Aussagen scheint noch kürzer zu sein als die Verdopplungszeit des Virus.

Im Übrigen sollte neben den potentiellen „Superspreadern“ unbedingt jeder am Arbeitsplatz und am besten jeder eine Maske im öffentlichen Raum tragen.

Stalltür schließen, wenn die Pferde weg sind

Ein zweites deutsches Charakteristikum sind die extrem langsamen Tests von Anfang an. Jedem Vernunftbegabten muss klar sein, dass Infektionsketten nach mehreren Tagen nicht mehr sind, trotzdem wird an dieser Strategie bis jetzt festgehalten.

Russland baut ein Massentestsystem von 700 Stationen auf, das in 30 Minuten ein Testergebnis liefern soll – möglichst für alle. In Deutschland ist keine solche Strategie erkennbar. Dies wird Folgen haben. Im Moment steuern wir auf die Situation in Italien zu. Zugegebenermaßen habe ich Länder mit „psychopathischen Regierungen“ (so Nassim Taleb, sehr lesenswert) nicht berücksichtigt.

Aber dass Deutschland seinen Zeitvorsprung vor Italien zu verspielen droht, ist erschreckend: Italiens Zuwachs in den letzten 4 Tagen war 14 Prozent (4. Wurzel aus 53578/31506 =1,14), Deutschlands 24 Prozent (4. Wurzel aus 22364/9376=1,24).

Freunde erkennt man in der Not

Eine Lektion für Länder zu lernen, wer Freunde sind, bietet die Corona-Krise ebenfalls. Trump will deutschen Impfstoff exklusiv für USA kaufen, Deutschland blockiert Schutzmasken für die Schweiz, die EU verweigert Italien Hilfe, Russland schickt Ärzte dorthin, China schickt nach Italien Beatmungsgeräte und Schutzmasken, die teilweise von Polen und Tschechien gestohlen werden. Darüber wird zu gegebener Zeit zu sprechen sein.

Dr. Alexander Unzicker ist Physiker, Jurist und Sachbuchautor. Sein Buch „Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur – Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten“ erschien 2019 im Westend-Verlag.

Hier das Ergebnis unserer Covid 19 Umfrage

Hier das Ergebnis unserer Umfrage bei WURZELSPITZE.
Wie haltet ihr es mit der Praxisöffnung ?

Wer wissen möchte, wieviel Leute konkret jeweils wofür gestimmt haben, der teilt einfach die Prozentzahlen durch 4.

 

Coronavirus Disease 2019 (COVID-19): Emerging and Future Challenges

Der Kollege Andreas Söhnel aus Greifswald hat (vielen Dank hierfür) auf diesen Artikel hingewiesen

Coronavirus Disease 2019 (COVID-19): Emerging and Future Challenges
for Dental and Oral Medicine
L. Meng1, F. Hua2 , and Z. Bian1

Lesenswert!
Wer wenig Zeit hat, sollte zumindest ab dem Abschnitt

Recommended Measures during the COVID-19 Outbreak

von Seite 3 unten bis zum Ende des  Artikel lesen.

Wie wäre es, wenn wir, Alle zusammen, an Hand dieses Artikels eine Checkliste/Leitfaden für unsere Praxis aufstellen würden ?

Nutzt bitte die Kommentare zum Zusammentragen!

 

Hier die PDF zur Info.

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Geld, wenn Praxis zu ? Hier spricht der Medizinrechtler

Krieg ich Geld vom Staat, wenn meine Praxis, der Corona- Virus  Krise geschuldet, zu ist? Das interessiert uns wohl alle. Aber wohlfeile Einschätzungen von juristischer Laienseite her sind reine Spekulation.

Nachfolgend die Einschätzung eines Medizinrechtlers.
Wer bislang pessismistisch (oder sollte ich sagen realistisch) die Chancen für Geld vom Staat als sehr gering eingeschätzt hat, der wird sich vermutlich im nachfolgenden Artikel bestätigt sehen.

 

© kwm · kanzlei für wirtschaft und medizin · Partnerschaftsgesellschaft mbB Münster · Berlin
18.03.2020

Corona, Entschädigungsleistungen und Kurzarbeit – Sollte ich meine Praxis schließen?

Die Corona-Krise ist ernst. Im Stundentakt flattern neue Hiobsbotschaften durch die Newsticker. Maß- nahmen, die noch vor wenigen Tagen in Anbetracht der im deutschen Recht heiligen Grundrechte un- denkbar gewesen wären, werden in diesen Tagen nacheinander ergriffen. Von Betretungsverboten für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen über die flächendeckende Einstellung des Betriebs von Schulen und Kindertagesstätten bis hin zur nun auch in vielen Teilen der Republik Realität gewordenen Schließung des Einzelhandels steigt die Eskalationsstufe rasant an.

Auch Ärzte und Zahnärzte sind von der Frage umtrieben, wie es mit dem Praxisbetrieb weiterlaufen soll. Von einigen Stellen wird angeraten, die Praxen nur noch phasenweise für Schmerzpatienten oder Notfälle zu öffnen und sie im Übrigen zu schließen – so exemplarisch am 17.03.2020 von der Kassenzahnärztli- chen Vereinigung Berlin.

Kann man solchen Empfehlungen bedenkenlos folgen? Erhalten die Praxen dann eine Entschädigung? Wie hoch fällt eine solche gegebenenfalls aus und was ist mit Mitarbeitergehältern? Die Antworten auf diese Fragen: Ernüchternd.

I. Empfehlungen von K(Z)Ven oder Kammern

Zuallererst ist festzuhalten, dass weder die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen noch die Kammern – sei es auf Bundesebene oder in den einzelnen Regionen – die Befugnis haben, Praxisschließungen anzu- ordnen. Vor diesem Hintergrund – und das sei in aller Deutlichkeit hervorgehoben – ist es sinnlos, sich den Petitionen anzuschließen, die im Netz verbreitet werden und auf eine Schließungsverfügung der Pra- xen durch Kammern oder K(Z)Ven angelegt sind.

Das erste Statement ist also: Selbst wenn von Seiten der Kammern oder der K(Z)Ven eine Schließung von Praxen empfohlen werden sollte, handelt es sich hierbei nicht um eine rechtsverbindliche Anordnung, der ein Praxisinhaber Folge zu leisten hätte.

II. Freiwillige Praxisschließung

An diese Erkenntnis knüpft nahtlos eine Folgefrage an: Was geschieht denn, wenn ein Praxisinhaber einer solchen Empfehlung folgt und seine Praxis vorläufig schließt? Die harte, aber ehrliche Antwort: Alles bleibt, wie es ist, nur eben ohne Praxiseinnahmen! Da die Praxisschließung auf einem freiwilligen Entschluss des Praxisinhabers beruht, ist der Sachverhalt juristisch nicht anders zu beurteilen, als wenn er die Praxis aus anderen Gründen vorübergehend geschlossen hätte. Daran vermag es auch nichts zu än- dern, dass die Schließungsentscheidung von berufsständischen Organisationen nahegelegt wurde.

In der Konsequenz bedeutet das: Die Praxiskosten laufen weiter – insbesondere also Miete, Gehälter oder laufende Bezugsverpflichtungen –, während auf der Einnahmenseite nur Ebbe zu verzeichnen ist. Es mag zwar an der einen oder anderen Stelle die Möglichkeit geben, Zahlungen unter Verweis auf das gleich- zeitige Ausbleiben der Gegenleistung zu verweigern. Insgesamt gilt aber voraussichtlich, um es unabhängig von moralischen Fragen prägnant auszudrücken: Wer stoppt, verliert!

III. Praxisschließung infolge behördlicher Anordnung

Auch nach den aktuellsten Erlassen der Landesregierungen sind Arzt- und Zahnarztpraxen noch verschont geblieben von Schließungsverfügungen, wie sie etwa den Einzelhandel oder in weitem Umfang auch den gastronomischen Bereich betreffen. Führt man sich allerdings vor Augen, wie sich die Ereignisse derzeit überschlagen, lassen sich gerade in Bezug auf Zahnarztpraxen entsprechende Anordnungen oder jeden- falls Betriebsbeschränkungen für die Zukunft kaum ausschließen. Was also gälte im Fall der behördlich angeordneten Praxisschließung?

Zuerst wird man an dieser Stelle anders als im Hinblick auf die Empfehlungen von berufsständischen Organisationen den Unterschied zu beachten haben, dass einer solchen Ordnungsverfügung zu folgen wäre. Ob die Schließung einer Praxis rechtmäßig wäre, steht dabei auf einem anderen Blatt. Nebenbei: Dasselbe gilt auch für die Schließung lokaler Geschäfte. Ob die von den Landesregierungen und den örtlichen Ordnungsbehörden bemühte Rechtsgrundlage in § 28 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes ausreichend ist, um die ergriffenen Maßnahmen zu rechtfertigen, ist derzeit völlig unklar.

Ungeachtet dieser juristischen Frage, die in der post-Pandemie-Zeit aller Voraussicht nach viele Gerichte beschäftigen dürfte, kommt es auch hier wieder zum wirtschaftlichen Stillstand der Praxis. Gibt es denn nun in dieser Konstellation Entschädigungszahlungen?

Bei dieser Fragestellung scheiden sich derzeit die Geister. Problematisch ist hier vor allem, dass die im Infektionsschutzgesetz angelegten Entschädigungsansprüche auf die Schließungen von Betrieben aller Voraussicht nach keine Anwendung finden werden. Der insoweit maßgebliche § 56 des Infektionsschutz- gesetzes findet nämlich nur Anwendung auf Personen, die als Ausscheider, Ansteckungsverdächtige, Krankheitsverdächtige als sonstige Träger von Krankheitserregern infektionsschutzrechtlichen Berufsverboten oder Quarantänisierungen unterworfen werden und dadurch einen Verdienstausfall erleiden. Ob diese Voraussetzungen im Hinblick auf die Schließungen von Praxen erfüllt sein werden, obwohl kein persönliches Berufsverbot und keine Quarantäne angeordnet wurden, ist zumindest fraglich.

In Ansehung dessen ist es umso gefährlicher, wenn etwa die Kassenärztliche Bundesvereinigung in einem Hinweisblatt zu Entschädigungsleistungen verlautbaren lässt, dass Ärzte Anspruch auf Entschädigung hätten, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt werde. Solche Aussa- gen sind in dieser Pauschalität irreführend, da sie darüber hinwegtäuschen, dass gerade im Fall der be- hördlichen Praxisschließung – auch wenn diese auf infektionsschutzrechtlichen Gründen beruht – der Anspruch auf Entschädigung keineswegs gesichert ist.

 

In diesem Dunstkreis sind auch Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorprogrammiert: Sind die Gehälter fortzuzahlen oder ruhen die Ansprüche während der Dauer der Schließungsanordnung? Die Beantwortung dieser Frage orientiert sich daran, ob die Schließung von Praxen in das Betriebsrisiko fällt, das der Arbeitgeber zu tragen hat. Von manchen Stimmen werden Epi- und Pandemien als allgemeine Gefahrenlagen angesehen, die man mit dem Betriebsrisiko des Arbeitgebers nicht in Verbindung bringen könne. Die sich hiergegen richtende überwiegende Meinungsströmung ist, dass die hohe Frequenz potenziell infektiöser Kontakte in der besonderen Eigenart einer (Zahn-)Arztpraxis angelegt sei. Diese besondere Eigenart rechtfertige die Zuordnung von Epidemien und Pandemien zum Betriebsrisiko des Arbeitgebers und damit dessen Pflicht zur Fortzahlung der Gehälter.

Sollten die Behörden Entschädigungsleistungen in diesen Fällen versagen, lässt sich zwar über die Gel- tendmachung von Staatshaftungsansprüchen nachdenken. Bei sämtlichen Überlegungen wird jedoch zu beachten sein, dass die derzeitigen Maßnahmen den Staat wirtschaftlich belasten werden, wie wohl keine andere wirtschaftliche Krise je zuvor. Es wird sich also auch in praktischer Hinsicht erst einmal zeigen müssen, ob Bund und Länder die erheblichen Forderungen der Betriebe und Arbeitnehmer – man denke nur beispielhaft an Kurzarbeit, Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz und eventuelle Staats- haftungsansprüche – überhaupt befriedigen können.

IV. Was ist mit Kurzarbeitergeld?

Der Rettungsanker bleibt für viele Praxen derzeit das Kurzarbeitergeld. Der Gesetzgeber hat insoweit ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem viele Betriebe so unterstützt werden sollen, dass sie möglichst auf Kündigungen verzichten können.

Zur hintergründigen Erläuterung:

Man spricht von Kurzarbeit, wenn ein Arbeitgeber infolge eines erheblichen Arbeitsausfalls die Arbeitszeit seiner Arbeitnehmer und äquivalent hierzu das entsprechende Gehalt den betrieblichen Anforderungen entsprechend kürzt. Für Arbeitnehmer folgt hieraus oft ein beträchtlicher Liquiditätseinsturz, den die So- zialleistung „Kurzarbeitergeld“ abfedern soll. Der Arbeitgeber muss das Kurzarbeitergeld für seine Ar- beitnehmer im Vorhinein (!) beantragen. Die Höhe des Kurzarbeitergelds richtet sich nach der Differenz zwischen dem Nettobetrag, den der Arbeitnehmer normalerweise erzielt hätte und dem Nettobetrag, den ihm der Arbeitgeber während der Kurzarbeitsperiode auszahlt. Letzterer Betrag beläuft sich im schlimms- ten Fall auf null Euro, wenn die Kurzarbeit zu einer Verringerung der Arbeitszeit – und damit des Gehalts – auf null Stunden führt. Das Kurzarbeitergeld deckt sodann in der Regel 60 % bzw. bei Arbeitnehmern mit Unterhaltspflichten für Kinder 67 % der durch die Kurzarbeit entstandenen Nettoentgeltdifferenz ab.

Grundvoraussetzung für die Beantragung von Kurzarbeitergeld ist dabei, dass es im arbeitsrechtlichen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitsnehmer eine rechtliche Grundlage für die Anordnung der Kurzarbeit gibt. Eine solche kann sich in Betriebsvereinbarungen, Tarifverträgen oder dem jeweiligen Arbeitsvertrag finden. Um betriebsbedingten Kündigungen vorzubeugen wird derzeit aber auch reger Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, eine Nachtragsvereinbarung zum bestehenden Arbeitsvertrag ab- zuschließen, um das Instrument der Kurzarbeit kurzfristig zu etablieren. Der Vollständigkeit halber sei hervorgehoben, dass es noch weitere Voraussetzungen für die Gewährung von Kurzarbeitergeld gibt. Die Darstellung sämtlicher Aspekte würde indessen den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Zu raten bleibt sämtlichen Beteiligten in diesem Zusammenhang, einen kühlen Kopf zu bewahren und einvernehmlich für jede Seite erträgliche Verhältnisse zu schaffen.

V. Fazit

Aus wirtschaftlicher Perspektive sei nachdrücklich empfohlen, eine Praxis nicht im Sinne einer Kurzschluss- reaktion zu schließen. Der medizinische Sektor ist derzeit noch nicht von hoheitlichen Anordnungen be- troffen, sodass die Entscheidung über eine Schließung bei den einzelnen Praxisinhabern liegt. Man sollte in diesem Kontext auf keinen Fall dem Trugschluss unterliegen, etwaige Empfehlungen von Kammern oder Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen seien rechtsverbindliche Schließungsverfügungen. Leistet man den Empfehlungen Folge, wird man die wirtschaftlichen Konsequenzen selbst zu tragen haben.

Auch im Übrigen sind die Aussichten auf Entschädigungsleistungen bei – glücklicherweise noch nicht angedachten – behördlichen Praxisschließungen unsicher. Ratsam dürfte es sein, im Fall der Fälle vor- sichtshalber Ansprüche auf Entschädigungen bei der zuständigen Behörde geltend zu machen. Möglich- erweise wird die Verwaltungspraxis in diesem Kontext auch eine großzügige Auslegungsroutine entwi- ckeln. All dies wird abzuwarten sein.

Vorerst sollte der Gedanke der Praxisschließung jedoch zunächst durch die Überlegung ersetzt werden, ob zumindest für Teile der Arbeitnehmer Kurzarbeit angeordnet werden könnte. Die entsprechenden Ge- spräche sollten sodann umsichtig und behutsam geführt werden – Streitigkeiten sind derzeit sicher das Letzte, was man in Anbetracht der ohnehin schon prekären Lage zusätzlich braucht.

Björn Papendorf, LL.M. Dr. Maximilian KoddebuschMaster of Laws (Medizinrecht) Rechtsanwalt

Wie sagt mein Freund Olaf immer – Vom Osten lernen, heißt Siegen lernen

Wie das Coronavirus in Asien erfolgreich bekämpft wird

 

Strenge Regeln haben dafür gesorgt, die ausufernde Verbreitung von Covid-19 in Taiwan und Singapur zu verhindern und die Infektionsraten in Südkorea, Hongkong und Japan niedrig zu halten – oder zu verlangsamen
von Kathrin Hille und Edward White

Wenn Su Ih-jen die neuesten Coronavirus-Statistiken betrachtet, kann er nicht umhin, stolz zu sein. Mit nur 59 bestätigten Infektionen und einem Todesfall am Sonntag hat Taiwan es geschafft, einen großen Ausbruch der Krankheit zu verhindern, die das benachbarte China stellenweise lahmgelegt hat. Abgesehen von den Masken, die die meisten Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen, geht das Leben wie gewohnt weiter.

Die Erfahrung steht in krassem Gegensatz zum Jahr 2003, als Professor Su als damaliger Direktor des taiwanesischen Center for Disease Control an vorderster Front für die Eindämmung des schweren akuten Atemwegssyndroms SARS kämpfte, das dann verheerende Auswirkungen auf das Land hatte. Die Stimmung in Taiwan unterscheidet sich auch drastisch von der in Europa und den USA, wo spürbar mit Panik und Verunsicherung reagiert wurde, als die Pandemie – für viele überraschend – vor der eigenen Haustür ankam.

„Die Situation in anderen Ländern ist vergleichbar mit der Lage, in der wir uns in den ersten Wochen der Ausbreitung von SARS in Taiwan Anfang 2003 befanden“, sagt Professor Su. „Sie sind nicht gewappnet, sie haben keine Erfahrung.“

Die gute Nachricht für die westlichen Regierungen, die nun ganz unterschiedlich reagieren, ist die Tatsache, dass die von Taiwan und anderen asiatischen Ländern in den vergangenen drei Monaten ergriffenen Maßnahmen die Auswirkungen der Krankheit nachweislich verlangsamen und sogar abschwächen.

Zügiges und energisches Handeln entscheidend

Frühzeitige Reisebeschränkungen, aggressives Testen und die Überprüfung von Kontakten sowie strenge Quarantänebestimmungen waren entscheidend. Eine allgemeine Gesundheitsversorgung, klare Managementstrukturen für die Reaktion des öffentlichen Gesundheitswesens und eine proaktive Kommunikation, um die Bevölkerung an Bord zu holen, waren ebenso hilfreich. Diese Richtlinien haben dafür gesorgt, das Virus in Taiwan und Singapur einzudämmen und die Infektionsraten in Südkorea, Hongkong und Japan zu verringern oder zu verlangsamen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat anderen Ländern vorgeschlagen, von China zu lernen. Sie lobte die Volksrepublik für „die vielleicht ehrgeizigsten, agilsten und aggressivsten Bemühungen zur Eindämmung von Krankheiten in der Geschichte“. Jedoch glauben einige Gesundheitsexperten, dass Asiens Demokratien wie Taiwan und Südkorea bessere Vorbilder für den Umgang mit der Pandemie in westlichen Ländern abgeben, weil ihre politischen Systeme sich von dem chinesischen unterscheiden.

„Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg unserer Reaktion war die Transparenz“, sagt Chang Shan-chwen, ein führender Experte für Infektionskrankheiten. Er ist Vorsitzender des beratenden Expertengremiums des Central Epidemic Command Center, einem Krisenzentrum, das für die Reaktion Taipehs auf die Krankheit verantwortlich ist. „In [Chinas] autokratischem System wird jeder Bürger zu Hause bleiben, wenn man ihm das sagt. Aber das ist in freien und demokratischen Ländern nicht so leicht zu erreichen.“

Asien hat selbst aus der SARS-Epidemie gelernt

Die schlechte Nachricht für die westlichen Regierungen ist, dass eine wichtige Komponente der asiatischen Antwort auf das Virus nicht kopiert werden kann. Ihr Ansatz ist geprägt von den traumatischen Erinnerungen an andere Epidemien der Region – vor allem an SARS. Deswegen waren die Regierungen besser vorbereitet, um schnell und energisch zu handeln. Die Bevölkerung war viel kooperationsbereiter.

Die Erfahrungen mit SARS und anderen Epidemien in jüngster Zeit sowie die rasche Ausbreitung des Coronavirus in China haben so auch Südkorea ein „Gefühl der Dringlichkeit“ und von „sozialer Höflichkeit“ eingeflößt, sagt die koreanische Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin Leighanne Yuh von der Korea University. „Da Südkorea bereits solche Ausbrüche erlebt hat, weiß man, was zu tun ist und wie ernst die Gefahr ist“, fügt sie hinzu. „Schauen Sie zum Vergleich auf die USA, die diesen Dingen nicht wirklich ausgesetzt waren. Die Reaktion dort fällt ganz anders aus.“

Für Südkorea, das neben China in Asien die meisten Corona-Fälle verzeichnete, war der Test möglichst vieler Menschen ein Eckpfeiler in der Strategie der Seuchenbekämpfung. In Drive-in-Einrichtungen sind Beamte in weißen Schutzanzügen zu beobachten, die von Fahrern und Insassen der Fahrzeuge Flüssigkeitsproben nehmen. Die Testergebnisse kommen binnen weniger Stunden zurück. Damit wurde ein Ansturm auf die Krankenhäuser verhindert, wo die Ansteckungsgefahr noch größer gewesen wäre.

Corona, Entschädigungsleistungen und Kurzarbeit – Sollte ich meine Praxis schließen?

Aus Endonews hier ein Hinweis auf die rechtliche Situation

 

9 Jahres Recall nach RET Behandlung

Von Christoph Kaaden

 

Hier mal wieder eine längerfristige Nachkontrolle einer unserer regenerativen Endodontie-Maßnahmen:

Auch wenn das MTA radiologisch nicht „sexy“ aussieht hat es wohl den gewünschten Zweck erfüllt.

Kampf dem Virus – Info zu Kurzarbeitergeld

Was Kurzarbeitergeld angeht ist mein Wissenstand de facto bei Null.
Und das geht vermutlich nicht nur mir so.

Hier habe ich eine Reihe von interessanter und wichtiger Infos zum Thema gefunden. Eine hilfreiche Zusammenstellung, finde ich.

 

Unverhofftes Recall

Welch ein unverhoffter „Glücksfall“.

Nicht für den Patienten, nein für uns. Und das gleich zwei mal.
1. Wir bekommen endlich unser Recallbild.
Der Patient kam nicht zum vereinbarten Recalltermin. Auf mehrmalige telefonische Rückrufe wurden wir einfach „weggedrückt“. Das war sehr schade.
Aber nun stand er plötzlich da. Schmerzen am Zahn 45.
35 ist symptomfrei.

2. Wir behandeln eventuell den kontralateralen Zahn 45.
Der HZA war allerdings schon dran. Aber das kommt später…

Hier hatten wir den Fall bereits beschrieben.

Kampf dem Virus – Der Covid- Test

Ich war heute beim Covid – Test.

Ich war letzte Woche wegen eines Vortrages in Wien. Und hatte letzte Woche Kontakt mit Kollegen aus Österreich und Norditalien. Nach der Rückkehr trockener Husten (war vorher schon leicht da, aber jetzt zusätzlich  leichtes Engegefühl in den oberen Bronchien, Halsweh und Frösteln. Kein Schüttelfrost bislang. Kopfweh. Aber subfebrile Temperaturen.

Der Test fand statt in der umfunktionerten Turnhalle der Stadt.
Der Parkplatz davor abgesperrt. Ich bin pünktlich zum Termin und muss nicht warten. Es empfangen mich 5 Personen. Alle in Biohazard- Ausrüstung. Version Fukoshima. Von Kopf bis Fuß, Vollvermummung.  Fotos machen nicht erlaubt.  Aber es sieht aus wie im Hollywood-Film.

Für den Abstrich bei mir.

Und ich denke.
Und wir Zahnärzte, mit dem ganzen Spraynebel, der bei uns herrscht, sitzen da mit Mund- Nasenschutz, normaler Brille und in Tag für Tag-Arbeitskleidung. Und reden drüber, wie wir unsere Masken recyceln.

Zweierlei Maß, oder ?

 

Und Ha-Wi, was denkst DU über das Wodarg-Video ?

Was die Leute angeht, die Geld vom Staat wollen für ihre Forschung, hat er recht.
Was die Testung angeht, dass man keine Viren finden kann, wenn man, wie in der Vergangenheit nicht danach sucht, hat er auch recht. Seine These ist, dass das Covid schon immer da war. Und demnach ca. 15 % der Toten eines Winters auf dieses Virus unerkannt zurückgehen.

Was er aber in keinster Weise berücksichtigt.
Wann hatten wir jemals (in einem vergleichsweise milden Winter) eine solche Konzentration an schwerwiegenden Fällen und Toten in so kurzer Zeit in Italien. Grippe-Tote verteilen sich über einen größeren Zeitraum, da gab es NIE solche Peaks wie jetzt. Gab es jemals zuvor in unserer sensationslüsternen Zeit Berichte von überfüllten Intensiv-Stationen und Triage (wie im Kriegs-Szenario?)

Und welchen Grund hat China, das schon eine Zeit lang am Rande der Rezession steht (siehe wegbrechende Auto und Iphone – Käufe in China), seine Wirtschaft total zu lähmen, in dem es einen Virusfall konstruiert??? Wäre das Virus nicht virulent und aggressiv, hätten die Forscher die chinesische Regierung soviel mahnen können, wie sie wollten, es hätte niemanden in der Politik interessiert.

Das Gute ist.
Wenn Wodarg recht hat, ist der Spuk in weniger als 4 Wochen vorbei. Und niemand muss was machen und niemand braucht Angst zu haben.

In den nächsten 2 Wochen wird sich zeigen, dass/ob wir hier in Deutschland keine Probleme kriegen werden.
Der einzige Indikator, der valide ist, sind die Todeszahlen.

Alles andere ist epidemiologische Onanie.
Es ist nämlich vollkommen unerheblich, wieviele Menschen infiziert sind und wie hoch die Dunkelziffer ist, am Ende zählt die Anzahl der Särge.

Denn ein harmloses Virus, dass schon lange vorhanden ist (BTW warum sind wir dann nicht alle schon immun dagegen?) und dazukommend die vielen Sicherheitsmassnahmen, die wir jetzt durchführen, dann dürfte ganz schnell deutlich werden, dass – wie er schon schrieb, des Kaisers neue Kleider – es keine erhöhte Anzahl an Toten geben wird.
Es wäre schön gewesen, wenn er erklärt hätte, warum das in Italien aus dem Ruder läuft, aber diese Antwort ist er schuldig geblieben.

UND – Das Virus muss – stimmen die Aussagen Wodargs – definitiv jahreszeitsensitiv sein, denn wir hatten NIE Grippe – Epidemien im Sommer.

Corona – Virus – die andere Sicht

Der frühere Bundestagsabgeordnete und ehemalige Leiter des Flensburger Gesundheitsamtes Dr. Wolfgang Wodarg ist ein unbequemer Kopf, der schon in der Vergangenheit immer wieder mit provokanten Äußerungen aufgefallen ist.  Im Video erklärt er seine Sicht der Dinge, die Corona- Krise betreffend. Sein Fazit: „Des Kaisers neue Kleider“

 

 

Umfrage bei WURZELSPITZE. Wie haltet ihr es mit der Praxisöffnung ?

Das Schwierige an der Coronavirus – Epidemie ist unter anderem ihre Neuartigkeit.
Es gibt nichts bis sehr wenig, woran man sich als Hilfestellung orientieren könnte.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Bandbreite der Handlungsmöglichkeiten eine sehr breite ist, die Zahnarztpraxis betreffend. Von der sofortigen Schließung bis zu einem „business as usual“ ist alles möglich und der Praxisbetreiber ist zudem gefangen in einem engen Korsett an finanziellen Rahmenbedingungen und kammerrechtlichen Zwängen.

Wie verhält sich die WURZELSPITZE – Gemeinschaft in dieser Frage. Ich habe eine anonym gehaltene Umfrage erstellt, um ein Stimmungsbild einzufangen und bitte um rege Beteiligung sowohl bei der Abstimmung als auch in den Kommentaren.

Take Our Poll

Coronavirus kann durch Bargeld übertragen werden

Unter Berufung auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor, dass das Coronavirus theoretisch durch Bargeld übertragen werden kann. Die WHO empfiehlt dringend, die Hände zu waschen und nicht das Gesicht zu berühren, wenn man mit Bargeld bezahlt.

„Die WHO gibt keine strengen Empfehlungen ab, dass Bargeld nicht verwendet werden darf, aber theoretisch kann Bargeld auch ein Kanal für die Übertragung von Viren sein. Viren bleiben einige Zeit auf Papier und Plastik aktiv“, so Rospotrebnadzor in einer Erklärung.

Nach Angaben der WHO beträgt die Lebensdauer des Coronavirus auf Papier drei bis vier Tage, auf Kunststoff bis zu neun Tage. An Kreditinstitute ausgegebene Banknoten werden mindestens 14 Tage ab dem Datum des Eingangs bei der Bank von Russland aufbewahrt. So erhalten Kreditinstitute saubere Banknoten. Aber nicht alle Banknoten gehen sofort an Banken.

Wer mit einer Kreditkarte bezahlt, muss auch die Desinfektionsregeln bei der Eingabe von PIN-Codes beachten. Kontaktlose Zahlungen seien daher die sicherste Zahlungsmethode, heißt es in dem Bericht. Rospotrebnadzor empfahl auch nach jedem Arbeitstag oder Besuch an öffentlichen Orten Telefone – besonders Smartphones – zu desinfizieren.

 

 

 

COVID 19 – Informationen zum Personal

 

Schön zu sehen, dass die SSO unseren Vorsorgemassnahmen in der Praxis weitestgehend gefolgt ist ;-)

Allerdings setzen wie bei allen Mitarbeitern Mundschutz und Schutzbrille ein.

 

Informationen zum Personal

Das Personal ist durch das strikte Befolgen der gängigen Hygienemassnahmen und das übliche Tragen des Mundschutzes in der Zahnarztpraxis genügend geschützt, auch wenn ein Behandler mit dem Coronavirus infiziert sein sollte.

Sowenig Personal am Patienten einsetzen wie möglich
Gesundes Personal ohne Patientenkontakt oder genügendem Abstand trägt keine Maske

Personal muss auch gegenseitig Distanz halten, beispielsweise durch grössere Abstände bei Mahlzeiten, an Bürotischen oder in Personalsitzungen etc.

Krankes Personal soll zu Hause bleiben und 48 Std. nach Abklingen der Symptome, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind, wieder zur Arbeit erscheinen.

Aerosolverursachende Arbeiten wo möglich vermeiden (Vermeidung von Ultra-schall oder Air-Flow bei der Dentalhygiene, stattdessen Anwendung des Hand-Scalings)

Zusätzliche praxis- und patientenspezifische Massnahmen

Strikte Einhaltung der gängigen zahnärztlichen Hygienemassnahmen: gründliches Händewaschen mit Seife, regelmässige korrekte Händedesinfektion, Behandlungshandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille, minutiöse und regelmässige Oberflächendesinfektion unter Einhaltung der geforderten Einwirkzeit sowie Einhaltung der weiteren Hygienemassnahmen gemäss QSS der Praxis

Alles, was vom Praxispersonal und Patienten berührt wird regelmässig mit Seifenwasser abgewaschen oder desinfiziert (Türgriffe, Rezeptionstisch, usw.)

Zimmer nach jedem Patienten gründlich lüften

Der Empfang ist idealerweise mit einer Glasscheibe als Aerosol- oder Spukschutz ausgerüstet Zeitschriften und Zeitungen im Wartezimmer entfernen

Die Patienten werden in der Regel direkt in den Behandlungsraum gebracht. Ausnahmsweise maximale Aufenthaltszeit im Wartezimmer 15 Minuten und Abstand zwischen den Patienten von 2 Metern

Den Patienten muss ermöglicht werden vor Beginn der Behandlung die Hände zu waschen oder zu desinfizieren

Etwas längere Termine einschreiben: max. 1 Patient pro Behandlungsstuhl (ohne Prophylaxeeinheiten) Begleiter warten nicht in der Praxis

Die vier Fehler im Umgang mit dem Coronavirus: ein aufschlussreicher Rück- und ein kleiner Ausblick

Die vier Fehler im Umgang mit dem Coronavirus: ein aufschlussreicher Rück- und ein kleiner Ausblick

Am Anfang waren wir allzu selbstzufrieden, nun sind wir panisch. Was genau ist geschehen – und wie geht es weiter?

Niall Ferguson

In der Panik der Pandemie begehen wir eine Menge Kategorienfehler.

Unser Geist scheint heute im Hinblick auf das, was unsere Körper befallen könnte, in einem Zustand grosser Konfusion zu sein. Plötzlich fürchten wir uns vor dem unsichtbaren, aber anscheinend allgegenwärtigen Coronavirus. Wir bemühen uns, klar zu denken und folgerichtig zu handeln – aber es gelingt uns längst nicht immer.

Als ich die Leser dieser Kolumne vor eineinhalb Monaten erstmals davor warnte, sie sollten sich auf eine Pandemie des Coronavirus vorbereiten, wurde ich weithin als verschroben angesehen. Inzwischen sagt laut einer kürzlich veröffentlichten CNN-Umfrage eine Mehrheit der Amerikaner, es sei zumindest einigermassen wahrscheinlich, dass jemand in ihrer örtlichen Gemeinschaft in den nächsten Wochen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert werde. So ändern sich abrupt die Zeiten.

Ende Januar wies ich die Kunden meiner Beratungsfirma Greenmantle darauf hin, dass die «Finanzmärkte das Ausmass des wirtschaftlichen Rückgangs in China, das mit dem Coronavirus – und Pekings verspäteter aggressiver Reaktion darauf – verbunden sei, noch nicht eingepreist haben». Nur eine Minderheit nahm das ernst; noch vor zwei Wochen machte sich jemand über mich lustig und bezeichnete mich als stirnrunzelnden Spielverderber.

Die Stirn lege ich in der Tat weiterhin in Falten. Dafür gibt’s gute Gründe: Ungeachtet des Pfeifens im Walde sind US-Aktien letzten Freitagnachmittag um 20 Prozent unter ihren Höchststand gefallen.

Die ersten beiden Kategorienfehler

Doch wo liegen die Denkfehler? Der erste Kategorienfehler, den ich derzeit beobachte, betrifft die vielen Investoren, die angesichts der extremen Volatilität des Marktes in der letzten Woche – die es mit den finanziellen Zuckungen von 1987, 2001 und 2008 aufnehmen kann – zu dem Schluss kommen, es handle sich um eine Finanzkrise. Sie erwarten deshalb, dass Zentralbanker und Finanzminister so damit umgehen, wie sie es in der letzten Finanzkrise getan haben.

Doch hier handelt es sich nicht um eine echte Finanzkrise, sondern um einen Notstand der öffentlichen Gesundheitsfürsorge mit finanziellen Symptomen. Währungstechnische und steuerliche Anreize können die Pandemie wahrscheinlich ebenso wenig aufhalten, wie eine Quarantäne der Wall Street die grosse Bankenpanik vom September 2008 aufgehalten hätte. Kein noch so grosser Betrag an quantitativen Lockerungen und Defizitfinanzierung kann eine Rezession in Amerika abwenden, wenn Covid-19 sich exponentiell in der Bevölkerung ausbreitet und wenn die Kombination aus vorsichtigen Absagen und Verbraucherpanik einen grossen Teil der wirtschaftlichen Aktivität lahmlegt.

Ein früherer – zweiter – Kategorienfehler war die Verwechslung von Demagogie und Führerschaft. Ich war bekanntlich keiner von denen, die trotzig auf «Trump – niemals» beharrten, nachdem der derzeitige Insasse des Weissen Hauses 2016 die Vorwahlen der Republikaner gewonnen hatte. Ich war eher einer, der «Trump – zuweilen schon» dachte; jemand, der mit allen geziemenden Vorbehalten in Hinblick auf Trumps Charakter und Temperament anzuerkennen bereit war, dass die Methoden dieses Präsidenten mit seiner zügellosen, instinktiven Art eine Verbesserung gegenüber der Aussen- und Wirtschaftspolitik seines Vorgängers gebracht hatten.

Doch es war stets eine Krise zu erwarten, die die Mängel dieses Präsidenten ans Licht bringen würde – und sie ist ausgerechnet in dem Jahr eingetreten, in dem er seine Wiederwahl anstrebt. Vor zwei Wochen meinte ich, Covid-19 stelle eine tödliche Gefahr für seine Präsidentschaft dar. Am letzten Donnerstag schlossen sich die Vorhersagemärkte meiner Ansicht an, als Joe Biden zum Favoriten für die Wahl am 3. November wurde.

Fehler drei: Seien wir auf der Hut

Nichtsdestoweniger kommt es mir vor, als hätte ich Peter Wehners letztes Stück in «The Atlantic» – «Die Präsidentschaft Trumps ist vorüber» – schon zuvor einige Male gelesen. Genau, das war Steve Bannons Aussage im August 2017, als er als Chefstratege des Präsidenten abgesetzt wurde. Zahlreiche weniger interessante Gestalten haben sie seither verwendet – und lagen falsch.

Das bringt mich zum dritten potenziellen Kategorienfehler. Ist Kalifornien – oder der Staat New York – Italien? Wenn ja, bin ich auch der Ansicht, dass Trump erledigt ist. Aber sind wir uns dessen sicher? Werden die Auswirkungen des Coronavirus für einige US-Staaten wirklich ebenso verheerend sein wie für Italien?

Inzwischen geht man in weiten Kreisen davon aus, dass es so sein wird. Deswegen kam es in vielen unserer örtlichen Supermärkte zu Panikkäufen bei Mitteln zur Händedesinfektion und bei Toilettenpapier. Deshalb verlässt eine erhebliche Zahl meiner Freunde Kalifornien und New York und begibt sich in Staaten, die ihrer Meinung nach weniger stark von der Pandemie betroffen sein werden. Am Samstag erlebte der John F. Kennedy Airport einen Ansturm von Menschen, die das gemacht haben, was Menschen in Seuchenzeiten seit alters her getan haben: Sie fliehen aus der Grossstadt (und verbreiten das Virus).

Wenn ganz Amerika den Weg Italiens geht, dann wird es unter Berücksichtigung der Gesamtbevölkerung 95 000 bestätigte Fälle von Covid-19 und fast 7000 Tote geben. Die kriegsähnlichen Szenen in manchen italienischen Kliniken werden in San Francisco und New York erneut aufgeführt werden – und sie könnten sogar schlimmer ablaufen, da in Amerika etwas weniger Klinikbetten pro Kopf vorhanden sind als in Italien.

Das Rätsel in den USA

Ein Rätsel ist, warum das nicht bereits geschieht. Zwischen dem 1. Dezember und dem 5. Februar ging annähernd die gleiche Zahl von Flügen von Wuhan nach Rom (28) und Paris (23) wie nach San Francisco und New York (jeweils 23). In der Tat lag Amerika laut Recherchen von Netzwerk-Wissenschaftern an der Northeastern University in Massachusetts auf dem fünften Rang der Länder mit der grössten Wahrscheinlichkeit, Covid-19 aus China einzuführen – nach Thailand, Japan, Taiwan und Südkorea. Für Italien lag das Risiko erheblich niedriger. Ausserdem hätte Amerika gemäss einem neuen Aufsatz des gleichen Teams das lokale Auftreten von mehr als 50 Infektionen pro Tag schon früher als Italien erleben müssen.

Doch obwohl die Kurve der bestätigten Fälle in den USA etwa so steil aussieht wie die in Italien, scheint eine zeitliche Verzögerung vorzuliegen. Einige haben die Hypothese geäussert, Amerika liege etwa 11 Tage hinter Italien, weshalb San Francisco am 26. März so weit sein wird wie Mailand im Moment. Doch was steckt dahinter?

Eine auf der Hand liegende Erklärung ist die katastrophale Langsamkeit, mit der Amerika es geschafft hat, funktionsfähige Tests auf Covid-19 verfügbar zu machen. Doch auch ohne Testergebnisse sollte man erwarten, dass in amerikanischen Kliniken schon weit mehr Menschen erkranken und sterben. Es ist ja nicht so, dass ältere Amerikaner im Schnitt gesünder sind als ihre italienischen Zeitgenossen – ich würde meinen, eher das Gegenteil sei der Fall. Eine bessere Erklärung, die ich zwei deutschen Ökonomen verdanke, läuft darauf hinaus, dass die soziale Vernetzung in Italien sich vielleicht von der Amerikas unterscheidet, soweit es um allgemeine Geselligkeit und körperliche Nähe geht und vor allem auch, was die Interaktionen zwischen den jüngeren und den älteren Generationen angeht.

Der wichtige vierte Fehler

Ein vierter und letzter Kategorienfehler ist es, eine echte Pandemie mit Science-Fiction zu verwechseln. So, wie es eine zu schwache Reaktion war, Covid-19 als bloss eine weitere Grippe abzutun, ist es eine Überreaktion, zu glauben, wir befänden uns jetzt in dem Film «Contagion» oder dem Roman «Das Licht der letzten Tage».

Wir treten in die Panikphase der Pandemie ein. Paradoxerweise ist das gut so – denn nur ein paar Wochen mehr Selbstzufriedenheit wären wirklich ein weiterer folgenschwerer Fehler gewesen.

Niall Ferguson ist Senior Fellow am Zentrum für europäische Studien in Harvard und forscht gegenwärtig als Milbank Family Senior Fellow an der Hoover Institution in Stanford, Kalifornien. Der obenstehende Essay ist eine Kolumne, die Ferguson für die britische «Sunday Times» verfasst hat – sie erscheint hier exklusiv im deutschen Sprachraum. Wir danken der «Sunday Times» für die Möglichkeit des Wiederabdrucks. – Aus dem Englischen übersetzt von Helmut Reuter.

Traumspätfolge

von Jörg Schröder

Der Fall an sich ist beinahe kurios, das zugrunde liegende Verhalten an der Tagesordnung.

Nichtstun nach Trauma. Abwarten wird empfohlen. Bis etwas passiert.

Wie auch in  diesem Fall. 3 Jahre nach dem Trauma zeigte sich beim mittlerweile 11-jährigen Patienten eine vestibuläre Fistelung. Der Zahn war massiv gelockert. Ersttherapie? Schienung. Klar.

Dann die endodontische Therapie. Mit einer Form der lateralen Kompaktion. Mit folgendem Ergebnis:

Die Behandlung in unserer Praxis erfolgte zweizeitig. Die Schwierigkeit bestand in der Entfernung des weit nach periapikal verbrachten Fremdmaterials. Da dieses mit dem Weichgewebe verbacken war, kam ein Debrider nicht in Frage. Aber wir haben ja noch das Lasso.


Als Proof-of-Concept wurde das koronal gelegene Material auf dieselbe Weise entfernt. Dann das periapikale Stück. Gelungen. Im ersten Versuch.

Der Rest der Behandlung war wieder Standard: CaOH2, in der zweiten Sitzung kollagenes Widerlager und MTA-Verschluss. Jetzt fehlen nur noch die erfolgreichen Recalls.

Neue Beitragsreihe bei WURZELSPITZE Plus -Wirtschaftlichkeitsprüfung

Wer wie ich so dumm ist, im Rahmen einer auf Wurzelkanalbehandlung spezialisierten und limitierten Praxis seine Kassenzulassung noch nicht abgegeben zu haben, der wird über kurz oder lang mit dem Prüfwesen der KZV und der GKV – Kassen konfrontiert werden.

Über die Erfahrungen, die ich in diesem Zusammenhang gemacht habe, möchte ich berichten. In einer neuen Beitragsreihe für WURZELSPITZE Plus:

„Die Wirtschaftlichkeitsprüfung“.

Ich bin sicher, dass die von mir gemachten Erfahrungen und die Berichte über die Art und Weise, wie in diesen Sitzungen verfahren wird, wertvolle Informationen für Jeden (m/w/d)  darstellen, sollte er/sie/es einmal in eine ähnliche Situation kommen.

30 Jahre und kein bisschen weise…

Im Juni 1990 habe ich in Mainz mit dem Staatsexamen mein Studium abgeschlossen.  Und die Behandlungsdefizite im Rahmen der Studentenausbildung, sowie mein Wunsch, zu lernen und besser zu werden, haben mich letztendlich auf den Weg gebracht.

Der Rest ist Geschichte.

Fast Forward.
30 Jahre später.

Wo ist die Zeit hin ?
Und was hat sich getan, was hat sich verändert ?

Scheinbar viel, wenn ich mich bei meinen Besuchen diverser Universitätskliniken im In- und Ausland umschaue. Technik vom Feinsten. OP- Mikroskope, Intraorale Kameras, Cerec, Scanner, DVT´s.

Und dann aber doch nichts.
Die Patientin hat ihre Tocter mitgebracht. Die studiert im 9. Semester Zahnmedizin und würde gerne mal zuschauen. Da freu ich mich. Und frage nach dem Studienort. Mainz, meine Alma Mater.  Wir anästhesieren. UK – Leitung. Zahn 37. Ich erkläre und kläre auf, die Anästhesie betreffend. Dann legen wir Kofferdam an. „Das kennen sie ja von ihrer Tochter!?!“  „Nein ???“ Assistenz und Zahnarzt schauen sich fassungslos an. „Wann soll denn in der Kons im Studentenkurs Kofferdam angelegt werden ?“ frage ich die angehende Zahnärztin. „Eigentlich nur bei der Endo“ ist die Antwort. „Es dauert einfach zu lange, deshalb soll bei allen anderen Maßnahmen kein Kofferdam gelegt werden“. Sagen die Kursassistenten.

So war das schon zu unserer Zeit.

Ein Wort.
UNGLAUBLICH.

Dens gemi­natus

Von Christoph Kaaden

 

Heute möchte ich Ihnen eine sehr seltene Zahnanomalie vorstellen, die wir kürzlich diagnostizieren durften.

Der achtjährige Til ist uns von seiner Kieferorthopädin zur Beurteilung überwiesen worden.

Klinisch imponierte eine sehr breite klinische Krone des Zahnes 11 mit ausgeprägter bukkaler und palatinaler Kerbe.

Hier das uns übermittelte OPG:

Da Zahn 12 radiologisch erkennbar ist gingen wir von einer Gemination aus.

 

Diese Zahnkeimpaarung ist eine unvollständige Teilung eines Zahnkeimes während des Glockenstadiums in der embryonalen Odonto­genese.

Im Röntgenbild ist deshalb nur eine gemeinsame Pulpa zu erkennen, welche sich jedoch koronal aufspalten kann . Die unvollständige Teilung führt in der Regel zu einer mehr oder weniger deutlichen Kerbe im Inzisalkantenbereich. Gepaarte Zähne können bis doppelt so breit sein wie der entsprechende Einzelzahn. Die Vorkommenshäufigkeit beträgt 0,1 bis 0,3%. Am häufigsten sind Zahnkeimpaarungen bei unteren Inzisiven und Eckzähnen beider Dentitionen zu beobachten. Die Anzahl Zähne im entsprechenden Kiefer ist normal, wenn die Zahnkeimpaarung als ein Zahn betrachtet wird.

Differentialdiagnostisch ist zur Zahnkeimpaarung die Zahnverschmelzung (Fusion oder unechte Zahnkeimpaarung) abzugrenzen. Eine Zahnverschmelzung  entsteht,wenn zwei benachbarte Zahnkeime während der Kronen- und/oder Wurzelbildung zusammenwachsen. Im Gegensatz zur Zahnkeimpaarung sind bei einer Zahnverschmelzung röntgenologisch immer zwei getrennte Pulpakammern erkennbar Bei einer Zahnverschmelzung fehlt ein Zahn im entsprechenden Kiefer, falls die verschmolzenen Zähne als ein Zahn betrachtet werden (1).

Hier noch das angefertigte DVT der Region

Es gilt jetzt zu planen, wie das weitere Vorgehen bei ausgeprägtem Platzmangel sein wird…

ich halte Sie auf dem Laufenden.

 

Literatur

1) Zahnanomalien; Schaffner M, Stich H, Lussi A: Schweiz Monatsschr Zahnmed Vol. 123 11/2013

Kurz berichtet – Z.n. WSR – Revision mit minimalinvasivem Zugang

Die endodontischen Behandlungen des Zahnes 36 haben bereits einiges an Zahnsubstanz  gekostet. Trotz Revision und Resektion blieb im Bereich der mesialen Wurzel eine P. apicalis bestehen.

Die Patientin möchte den Zahn gerne erhalten.
Auf Grund des Substanzverlustes und der distal apikal nahezu optimalen Situtation haben wir uns hier für ein Revision der mesialen Wurzel entschieden. Sollte sich klinisch ein Befund ergeben, der die nur mesiale Revision ausschließt, würden wir die Behandlung des gesamten Wurzelkanalsystems durchführen.
In der Behandlung war der kariesfreie und adhäsiv verschlossene distale Bereich des Pulpenbodens erkennbar. Demzufolge beschränken wir uns auf das mesiale Kanalsystem.

Nach Eröffnung der Restauration und Revision der 2 mesialen Kanäle erfolgte der apikale Verschlug mit ProRoot MTA und apikalem kollagenem Widerlager.
Im ersten Recallbild konnten wir eine deutliche Heilungstendenz erkennen und sind optimistisch für die Zukunft.

 

Neue Rubrik bei Wurzelspitze Plus – 1 Frage – 3 Ratschläge

Das zahnmedizinische Arbeiten könnte so schön sein.
Wären da nicht die Tag ein Tag aus sich in penetranter Redundanz einstellenden  Probleme und Tiefschläge mannigfaltiger Art.

Zumeist ist dann guter Rat teuer.
Aber eben nicht zur Stelle.
Keiner da, den man Fragen könnte.

Und machen wir uns nix vor, der monatliche Zahnärzte-Stammtisch mit den immer wiederkehrenden Beteuerungen, dass man genau dieses Problem gar nicht kennt, oder natürlich souverän damit umgeht, bringt uns in der Sache auch nicht weiter.

Weshalb wir alle schon lange nichts mehr gefragt haben  und dann irgendwann auch dazu übergegangen sind, nur noch hinzugehen, wenn unsere Anwesenheit zwingend erforderlich ist.

Hier setzt die neue WURZELSPITZE PLUS – Rubrik „1 Frage – 3 Ratschläge“ an. Schildert uns euer Problem.
Wir werden erzählen, wie wir damit umgingen.

Und weil eben nicht nur ein „Dr. Sommer“ seinen Senf zum Thema abgibt, sondern immer 3 von uns Stellung beziehen, entsteht ein möglicherweise buntes Kaleidoskop von Einblicken. Gegebenenfalls aber auch ein ziemlich einheitliches und demnach als fundierter Leitfaden dienendes Statement in der Sache.

Den beispielhaften Anfang macht folgende Praxissituation

Nach erfolgreicher Fragmententfernung erhielt ich folgende Email:

Sehr geehrter Dr. Herrmann,

meine Krankenkasse übernimmt die im Anhang aufgeführten Leistungen nicht. Z. B sei hier die Fragmententfernung mit einer Ziffer angegeben, die wohl in der Zahnarztabrechnung nicht existiert.
Diese Leistung sei mit dem erhöhten Faktor GOZ 2410 abgegolten.
Ich bitte freundlichst um Ihre geschätzte, fachmännische, schriftliche Stellungnahme, die ich dann an die UKV weiterreichen kann.
Die Rechnung habe ich erstmal ohne die beiden Abrechnungsziffern überwiesen.
Vielen Dank
Freundliche Grüße

Udo Undankbar

Wie damit umgehen ?

Die Antwort gibt s bei WURZELSPITZE Plus

Und wer selbst eine Frage hat, der nutzt einfach das nachfolgende Kontaktformular.
Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen.

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Vielen Dank für deine Antwort. ✨

 

Messaufnahme – mit oder ohne?

von Jörg Schröder

Erst kürzlich auf Georgs „Saure-Zähne-Blog“ diskutiert:

Ist eine Messaufnahme notwendig? Immer? Oder eher ein anekdotisches und tradiertes Agieren?  Für die Älteren wie mich.

Aus forensischer Sicht, wie erst kürzlich auf dem Berliner Zahnärztetag von Prof. Bürklein ausgeführt, scheint sie sehr wichtig zu sein.

Aus anatomischer Sicht hilft sie Sachverhalte zu klären, die sich zumindest im 2D-Röntgenbild noch nicht einmal erahnen lassen.

Aus physikalischer Sicht –  die Endometrie zeigt unter bestimmten Bedingungen nicht korrekt an – hier seien einmal stellvertretend Seitenkanäle, periapikale Exsudation oder sehr weite Foramina genannt -, scheint sie sehr sinnvoll zu sein. Ein elektrisch leitender Masterpoint ist noch nicht verfügbar.

Aus behandlungstaktischer Sicht – welche Kanäle verlaufen wie im Raum und ist die endometrische Anzeige plausibel? – ist sie für mich häufig sehr wichtig, da auch unser sehr hochauflösendes DVT nicht jede im Mikroskop erkennbare Struktur auflösen kann. Die Messaufnahme ist entscheidend bei der Auswahl meines Feilensystems, beeinflusst in gewissem Masse die Aufbereitungsgröße und hilft, die optimale Obturationstechnik auszuwählen.


Dennoch ist eine Messaufnahme nicht immer möglich. Entweder ist ein intraoperatives Einbringen des Sensors ist aufgrund der Tatsache, dass der Klammerzahn zugleich der zu behandelnde Zahn ist, aufgrund der Platzforderung der Kofferdamklammer und einer sehr starken Zungenmuskulatur nicht möglich oder gefährdet den Sitz der Klammer (hier seien ausgedehnte präendodontische Umformungen beschliffener  Zähne mittels Adhäsivtechnik als Beispiel genannt) nicht möglich,

oder das Platzieren des Sensors ist zunächst nur nach Lokalanästhesie und ohne Kofferdam möglich – hier ist wohlgemerkt nur das präoperative Bild gemeint durchzuführen und intraoperativ: siehe Absatz zuvor.

Und in solchen Fällen verzichte auch ich auf eine Messaufnahme (Instrumentenkontrastaufnahme/ Masterpoints). Und messe jedes einzelne Instrument händisch endometrisch nach. Und nur, wenn alle Messungen immer gleich ausfallen, die taktile Rückmeldung (Tug-Back) stimmt, der Papierspitzentest positiv verläuft (keine Blutung/ Exsudation zu visualisieren) obturiere ich. Wissend, dass es dünnes Eis ist auf dem ich mich bewege.

 

 

Update Letalitätsrate COVID – 19 Stand 07.3.2020

Es gibt ja ganz unterschiedliche Zahlen, die Letalitätsrate von Covid – 19 betreffend.

Legt man die Zahlen auf der Homepage der John Hopkins University zugrunde, dann kommt man, die Gesamtsituation betreffend, auf einen Wert von rund 3.44 Prozent.

Das mag zwar arithmetisch korrekt sein, spiegelt aber möglicherweise die Realität nicht wieder. Weiss natürlich keiner, daher gilt es, präzise die Details zu beobachten. Trauen kann man heutzutage keiner Statistik mehr. Allerdings – die Regierung Südkoreas setzt auf eine sehr transparente Informationspolitik und setzt eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen schnell und konsequent um. Vergleicht man die dort vorliegenden Zahlen, dann kommt man bei gegenwärtig 7041 Erkrankten (immerhin Platz 2 in der Weltrangliste)  auf 43 Tote, das entspricht einer Letalitätsrate von 0,61 Prozent, damit wären wir zwar etwas höher als bei der „normalen“ Grippe, aber sicherlich ganz weit von dramatischen Zahlen entfernt.

Allerdings – wäre immer noch jeder 200. Erkrankte.
Ich hoffe, dass ein warmes Frühjahr dem Ganzen ein Ende bereitet.

 

Kampf dem Virus – Deutsche Realität März 2020

Gestern
In der regionalen Tageszeitung.

Lächelnde Mitarbeiterin einer Arztpraxis vor Ort. Gut, das das Gesundheitsamt im Moment vermutlich bis an die Grenze eingespannt ist.  Desinfektionsspender wird mit der Hand bedient, hängt so hoch, dass eine Bedienung mit dem Ellenbogen nicht möglich ist. Den Arm der Mitarbeiterin zieren Uhr und diverse Armbänder.

 

Heute
Oberarzt Chirurgie eines örtlichen Krankenhaus zur Behandlung. Er berichtet. Desinfektionsmittel in den öffentlich zugänglichen Spenders des Krankenhauses sind nach maximal 10 Minuten gestohlen.

Fluch und Segen!

von Jörg Schröder

Das DVT. Mal wieder.

Eigentlich schön, vorher zu wissen, was auf einen zukommt. Manchmal erhöht es aber auch den Puls des Behandlers.

Dieser 26 zeigte eine irreversible Pulpitis mit beginnender apikaler Pathologie und zunehmender klinischer Symptomatik.

Welche Kanalsysteme durchfahre ich an einem 26 zuerst? Die mesialen. Weisen diese doch sehr häufig interessante Verläufe auf. Daher stellte sich dieses Mal eine gewisse Erleichterung und Lockerheit bei der Auswertung der 3D-Diagnostik ein. Getrennte Foramina und keine Kommunikationen. Danach der P. Kleine apikale Krümmung nach distopalatinal, aber vorhersagbar beherrschbar. Nun ja, der DB sollte straight forward sein.

Weit gefehlt. Eine unsymmetrische tiefe apikal Aufgabelung in einen längeren DB und einen kürzeren und abrupter gekrümmten DP. Puuh! Das war eine Herausforderung.

 


Während die Aufbereitung von MB1, MB2 und P in der gewohnten Weise (maschineller Gleitpfad, Längenmessung, Messaufnahme, Masterpoints) erfolgte, war mir klar, dass der DB viel Handarbeit erforderte. Insbesondere der DP, da die Strecke nach der apikalen Aufgabelung eine recht kurze war.  Nach Bestimmung der Kanallänge BIS zur Aufgabelung wurde diese Strecke maschinell bis 35/06 erweitert, ohne den Weg zu den Foramina zu beschreiten.

Dann erfolgte eines erstes Scouten mittels deutlich vorgebogenem und auf die vermutliche Arbeitslänge (Bestimmung im DVT!) eingestellten ISO 008 Reamer. Es schlossen sich ProTaper Handinstrumente S1, S2 und F1 an, um den DB zu erweitern. Da DP und DB in etwa 180 Grad entgegengesetzt verliefen, musste ich die vorgebogenen anschliessend nur noch um 180 Grad „verdreht“ in den DB einführen, um dann mit der ISO 008 den noch leicht klemmend „gehenden“ DP zu instrumentieren. Die Arbeitslänge war laut DVT 1 mm kürzer als der DB und siehe da. Als die eingelaserte Längenmarkierung des Instrumentes die 18-mm-Marke erreichte, zeigte das RootZX-Display der Behandlungseinheit das Erreichen der Arbeitslänge an.

Aufgrund der kurzen Wegstrecke des DB und dem unwahrscheinlichen Gelingen des Einführen zweier Gutteperchapoints, entstand die Idee den apikalen Kanalanteil per Squirting-Technik zu füllen. Dies gelang erst im zweiten Durchgang der Erwärmung, wie der Vergleich von Backfill und WF-Kontrolle zeigt.

Hätte ich die apikale Aufgabelung ohne DVT erkannt? Unwahrscheinlich. Aber mein Puls wäre in gesünderen Regionen geblieben.

Kampf dem Virus – die Schizophrenie der Hygienestringenz

Man helfe mir.
Ich weiss nicht weiter.

Wer wie ich die letzten 30 Jahre am zahnärztlichen Gesundheitswesen aktiv teilgenommen hat, dem ist der Trend zur resoluten Umsetzung eines alle Bereiche unseres Fachgebietes  umfassenden Qualitätsmanagements nicht verborgen geblieben. Vorsichtige Formulierung, man könnte es auch schärfer zu Blatte bringen.

Ich liebe QM. Lebe QM. So sehr, dass mir mitweilen sogar eine gewisse Zwanghaftigkeit in der Sache unterstellt wird. Ich schreibe dies, um ganz klar zu sagen, dass ich QM- Bestrebungen grundsätzlich und vorbehaltlos positiv gegenüberstehe.

Aber selbst unter diesen Voraussetzungen kann nicht verneint werden, dass – bei der Konzentration auf immer neue und feinere Details in der Sache – der Blick für das Ganze und Wesentliche in vielen Aspekten verloren gegangen ist.

Gestartet in eigener Praxis bin ich 1993. Mit einem (N) – Autoklaven (es gab damals noch nichts anderes) und dem Ansatz, alle Instrumente für die Patientenbehandlung zu sterilisieren. ALLE. Auch alle Bohrer und Diamanten. Und die Handstücke. Weshalb wir uns, sobald es im Markt erschienen war, zusätzlich eine Assistina und einen Schnellsterilisator zulegten. Der N – Steri, ein Melag, hielt gefühlt mehr als 15 Jahre, ohne Probleme, vom Schnellsteri kauften wir schon 3 oder 4 Stück, weil diese im Laufe der Zeit den Geist aufgaben.

Heute haben wir 2 B-Sterilisatoren, einen DAC und einen Thermodesinfektor. Und gerade im Hinblick auf letzteren die Feststellung gemacht, dass dieser unsere Instrumente bei genauer Betrachtung, welche mittels  OP – Mikroskop eine zwangsläufige ist, gegenüber der 20 Jahre lang durchgeführten manuellen Reinigung nicht besser, sondern schlechter aussehen lässt. Daran ändert auch die fortlaufende Wartung und Validierung nichts. Wir finden immer wieder Ablagerungen von Reinigungsmittelrückständen, die eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich machen. Eine offensichtliche kognitive Dissonanz zu den Versprechungen der Gerätehersteller und der Befürworter des Einsatzes solcher Reinigungsketten in Sinne validierter Aufbereitung. Und viele andere Beispiele lassen sich nennen, die zwar formalargumentativ nicht negiert werden können, deren Wirksamkeitsnachweis oder konkreter Nutzen jedoch nirgends bewiesen ist. Wurde durch den Wechsel vom N -Steri zum B- Steri die Infektionsgefahr auch nur in wenigen Fällen besser abgewehrt ? Schützt ein validierbares Folienschweissgerät gegenüber seinem analogen und nicht netzwerkfähigen Pendant – einwandfreie Funktion beider vorausgesetzt –  auch nur in einem einzigen Fall besser vor Infektionen ?

Vollends bizarr entgleist dann die zu bewertende Situation, wenn im Rahmen einer Praxisbegehung die Lagerung von in Sterilisationsfolie eingeschweissten Gegenständen jeglicher Art in verschlossenen Schränken im gleichen Raum mit Sterilisatoren als NICHT ZULÄSSIG eingestuft wird, weil der Dampf der in 3 – 5 Metern Entfernung entfernt aufgestellten Sterilisatoren durch die Ritzen der sorgsam verschlossenen Tür des Vorratsschrankes hindurchdringen und danach die Sterilisationsfolie bereits aufbereiteter Instrumente penetrieren und damit eine Kontamination erzeugen könnte. Man beachte den Konjunktiv ! KÖNNTE ! Evidenz ? Wissenschaftlicher Nachweis des Ereignisses per se ? Wahrscheinlichkeit der Infektion auf dieser Kontamination basierend? Vollkommen irrelevant. Mehr noch. Es reicht schon die Abwesenheit eines Insektengitters vor dem Fenster des Aufbereitungsraumes, um mit der Schliessung der Praxis zu drohen.

Und eine fehlende Masernschutzimpfung muss 2021 mit der Kündigung der Mitarbeiter quittiert werden.

Und dann ist es da.
Das Corona – Virus.

Plötzlich wäre das falsche Wort, wurde doch schon Ende Dezember 2019 über den Ausbruch dieser Seuche berichtet.
Und seit 2012 gibt es einen offiziellen Bericht der Bundesregierung, der sich mit den Folgen einer solchen Virus- Pandemie analog zum SARS-Virus beschäftigt und das nun ablaufende Szenario erschreckend genau vorhersagt.

Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung (wegen fehlender Schutzmassnahmen, fehlender Kapazitäten und wegsterbender First Responder, Arzt und Assistenzpersonal.  Über 3 Jahre hinweg 7,5 Millionen Tote.

9 Jahre wäre Zeit gewesen, dem sich entgegenzustellen.
Nichts ist passiert.

Nichts, Herr Spahn. Wir sind nicht vorbereitet, haben keinerlei Schutzkleidung, keine Schutzmasken. Massnahmen, die sich in China als zwingend notwendig und hochwirksam erwiesen haben, wie Testung von Infektionsverdächtigen, Quarantäne der Infizierten und aller ihrer Kontaktpersonen finden bei uns nicht statt.

Stattdessen zeigt sich schon in  Woche 1 der offiziellen Deutschland-Epidemie von Covid -19 die de facto Bankrotterklärung des Spahnschen „Deutschland ist bestmöglich vorbereitet“  Krisenmanagements. Die bayrische Gesundheitsministern erklärt, Ärzte seien für die Stellung von Schutzausrüstung selbst verantwortlich.  Wir erfahren, dass unsere seit 30 Jahren verwendeten Mund- Nasen- Schütze nicht infektionsprophylatisch wirksam wären (wofür tragen wir diese denn dann seit 3 Dekaden), FFP 3- Masken seien notwendig. Diese sind nicht lieferbar, weshalb nach wenigen Tagen nun FFP – 2 Masken ausreichend seien. Die ebenfalls nicht lieferbar sind, weshalb von offizieller Seite verlautet wird, man versuche schnellstmöglich solche Masken aus dem Ausland zu bekommen.  Zwar „ohne CE Zeichen“ aber angesichts der Situation verzichte man  auf die „Originalzitat „Deutsche Gründlichkeit“.

Anleitungen werden ausgegeben, wie diese Masken wiederaufbereitet werden sollen. Und das auch bei Fehlen adäquater Schutzkleidung die Behandlung von Patienten nicht verweigert werden dürfe und dies ich zitiere „Fast schon den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfülle“.

Ich halte fest.
Während in Zeiten, in denen keinerlei infektiöse Bedrohung überhaupt vorhanden ist, selbst die kleinste auch nur theoretisch denkbar Möglichkeit einer Infektionschance mit den nur erdenklich schärfsten Sanktionen geahndet wird und jegliches  erdenkliche Infektionsrisiko ausgeschaltet werden muss…

(vor Sterilisation von Wurzelkanalinstrumenten müssen die Silikonstopper auf dem Schaft entfernt werden, weil sich darunter Keime verstecken könnten, die Mundspiegel müssen vor Sterilisation auseinandergeschraubt werden und getrennt vom Spiegelschaft sterilisiert werden, weil in den Schraubenwindungen in der Tiefe des Innern des Spiegelschaftes sonst Keime der Sterilisation entgehen könnten.)

…wird in Zeiten einer weltweiten Pandemie mit einer Letalitätsrate von zur Zeit 3,44 Prozent (Homepage John Hopkins University , Verhältnis Infizierte /Tote 95748:3286 Stand 05.03.2020) die Wiederaufbereitung von Mundschützen gestattet, die Quarantänerichtlinien für medizinisches Personal per Dekret Mufti gelockert und die Behandlung von Patienten ohne ausreichende Schutzkleidung entgegen aller Vorgaben des Arbeitsschutzes unserer Mitarbeiter als verpflichtend durchzuführende Massnahme angeordnet.

Unfassbar.
Der Blick nach Südkorea zeigt, dass Politiker sehr wohl in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen, sowohl weit vorausschauend wie auch kurzfristig zu treffen. Dort wurde als Reaktion auf die letzte Infektionsserie vor 5 Jahren eine umfassender Maßnahmenkatalog an Verbesserungen umgesetzt. Und frühzeitige Unterbrechung von Infektionsketten durch Schliessungen von Schulen, Kindergärten und Massenveranstaltungen veranlasst.

Wo bleibt der Aufschrei der Ärzte, der Zahnärzte ?
Sind wir  doch durch den ubiquitär vorhandenen Spraynebel besonders gefährdet.
In  Frankreich weigern sich die Mitarbeiter des Louvre und die französischen Busfahrer, ohne ausreichenden Schutz ihre Arbeit anzutreten.

Und wir.
Schnallen uns, ohne auch nur zu murren, unsere auf der Heizung getrockneten Masken des Vortages um und gehen wieder arbeiten.
Einer muss ja…

Man helfe mir.
Ich weiss nicht weiter.

Gehen wir demnächst auch wieder gefolgsam mit dem Gewehr in der Hand in den sicheren Tod, wenn es die Politik uns vorgibt ? Eine diesbezügliche Tradition und Verlass in der Sache ist uns Deutschen ja nicht abzusprechen.

Und dann lesen  wir das hier.
Transmission routes of 2019-nCoV and controls in dental practice.

Peng X1, Xu X1, Li Y1, Cheng L1, Zhou X2, Ren B3.
Author information
Abstract
A novel β-coronavirus (2019-nCoV) caused severe and even fetal pneumonia explored in a seafood market of Wuhan city, Hubei province, China, and rapidly spread to other provinces of China and other countries. The 2019-nCoV was different from SARS-CoV, but shared the same host receptor the human angiotensin-converting enzyme 2 (ACE2). The natural host of 2019-nCoV may be the bat Rhinolophus affinis as 2019-nCoV showed 96.2% of whole-genome identity to BatCoV RaTG13. The person-to-person transmission routes of 2019-nCoV included direct transmission, such as cough, sneeze, droplet inhalation transmission, and contact transmission, such as the contact with oral, nasal, and eye mucous membranes. 2019-nCoV can also be transmitted through the saliva, and the fetal-oral routes may also be a potential person-to-person transmission route. The participants in dental practice expose to tremendous risk of 2019-nCoV infection due to the face-to-face communication and the exposure to saliva, blood, and other body fluids, and the handling of sharp instruments. Dental professionals play great roles in preventing the transmission of 2019-nCoV. Here we recommend the infection control measures during dental practice to block the person-to-person transmission routes in dental clinics and hospitals.

 

 

 

Oberkiefer Eckzahn mit ungewöhnlicher „Resorption“ (I)

Von Christoph Kaaden

 

Heute möchte ich Ihnen den Fall einer 24-jährigen Patientin vorstellen.

Zur Vorgeschichte:

Die Patientin berichtete, dass vor ca. 10 Tagen im Rahmen der Prophylaxe-Behandlung erstmals der dunkel verfärbte Zahn 13 inklusive vestibulärer Fistel besonders auffällig geworden sei. Daraufhin sei dort das nachfolgende Einzel-Röntgenbild angefertigt worden:

 

Der behandelnde Hauszahnarzt diagnostizierte eine interne Resorption und empfahl eine zeitnahe endodontische Behandlung durch ihn.

Da bereits die Eltern und die jüngere Schwester bei uns in Behandlung waren stellte sich die junge Frau zur Zweitmeinung bei uns vor.

Dabei reagierte der verfärbte Zahn 13 auf sämtliche Stimulationen negativ; die weiteren Befunde waren ausser der vestibulär gelegenen Fistel ohne Besonderheiten.

Hier unser Einzelzahn-Röntgenbild:

 

Die weitere Befragung ergab, dass die Fistel erstmals vor ca. 10 Jahren aufgetreten sei und diese in wechselnden Zeiträumen „kommt und geht“. Die Patientin hatte diesem „Phänomen“ keine besondere Bedeutung zugemessen, das sie zu keinem Zeitpunkt Schmerzen verspürte.

Kurz vor dem ersten Auftreten seien die Zähne 14 und 24 aus kieferorthopädischen Gründen entfernt worden und ein kieferorthopädisches Miniimplantat im ersten Quadranten platziert  worden (Region unklar).

Ältere Röntgenaufnahmen der Vorbehandlungen liessen sich leider nicht mehr beziehen.

Das von uns erstellte DVT stellte sich so dar:

 

Was geht Ihnen bei der Betrachtung der Aufnahmen etc. durch den Kopf?

Welche Therapie mit Vorgehen schlagen Sie der jungen Patientin vor?

Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

 

Kurz berichtet – Z.n. WSR

Die Patientin wurde uns 2012 überwiesen.

Der Zahn 46 verursachte latent Beschwerden. Trotz Wurzelkanalbehandlung und schmerzhafter Wurzelspitzenresektion kommt keine Ruhe hinein berichtete die Patientin.
( Ich liebe unsere Autokorrektur, die wiederholt aus schmerzhaft scherzhaft macht…)
Nach eingehender Beratung und Hinweis auf die Schwierigkeit der Behandlungssituation hat sich die Patientin für einen letzten Erhaltungsversuch entschieden.

Nach Entfernung der Restauration, präendodontischem Aufbau und Revision der 4 Kanäle erfolgte der apikale Verschlug mit ProRoot MTA und apikalem kollagenem Widerlager.
Offensichtlich war nun alles in Ordnung. Wir sahen die Patientin jetzt nach 8 Jahren ungeplant wieder.
46 zeigte apikal keinen pathologischen Befund und ist symptomfrei.

Die prothetische Therapie zeigt merkwürdige DIfferenzen im Verglich zum Ausgangsbild.
Wir haben der Patientin kürzere Recalls empfohlen. Dem war sie allerdings nicht aufgeschlossen, trotz Befunderklärung. „Ist doch seit Jahren alles gut, befand sie…“

 

Kampf dem Virus! – Was macht ihr mit euren Türklinken…

Vielleicht ein (zu) ironischer Kommentar an dieser Stelle… aber… was macht Ihr mit euren Türklinken, Fahrstuhl-Knöpfen, Wasserhähnen und Toiletten-Betätigungsplatten? Außerdem… das größte Ansteckungsrisiko hat das behandelnde Team, das in der Aerosolwolke sitzt

Lieber Tomas,

wer erst mal mit offenen Augen durch die Welt geht, der weiss, die (Ansteckungs) Gefahr  lauert überall. Was per se nicht schlimm ist, denn unsere beste Waffe im Kampf gegen Keime lautet „Immunsystem“. Der Mensch wäre längst ausgestorben, wenn er es nicht über viele Hunderttausende von Jahren geschafft hätte, entweder den unsichtbaren Feind zu killen, mit ihm in friedlicher Koexistenz oder gar in Symbiose zu leben.

So weit, so gut.

Trotzdem kann es nicht schaden, Grundregeln der Hygiene zu beachten und umzusetzen. Denn wie wir alle schon erfahren haben, gibt es Momente, in denen unser ureigener Organismus den Kampf gegen die Keime nicht gewinnt. Wir werden krank.

Leider hat der Mensch des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts vergessen, dass wir in Zeiten leben, in denen eine uns heute scheinbar banal erscheinende Erkrankung schlimme Auswirkungen (bis hin zur Todesfolge) hatte. Dabei ist das noch gar nicht so lange her. Die ersten Antibiotika sind keine 100 Jahre alt und noch in meiner Kindheit (ich bin  1963 geboren) waren heutzutage belächelte Krankheiten wie Keuchhusten zum Teil lebensbedrohliche Ereignisse. Und Kinderlähmung bundesdeutsche Realität.

Unser gesundheitliches Glück ist also, man sollte es nie ganz verdrängen, ein zerbrechliches. Und dies gilt es in Zeiten von Antibiotika – Resistenzen besonders zu berücksichtigen.

Die größte Gefahr droht jedoch von „neuen“ Krankheiten.
Krankheiten, die wie Ebola, HIV, SARS und eben jetzt Covid -19 die Artengrenze überspringen. Und damit einen Organismus befallen, der, im Gegensatz zu seinem Wirt (Fledermaus, Affe, Schleichkatze oder was auch immer) noch nie Kontakt zu ihm hatte. Auch das gab es früher schon. Da hat die Natur das Problem aber von selbst gelöst. Die Befallenen starben, ohne dass sie (mangels Mobilität) den Erreger weitergeben konnten.

Heute ist die ganze Welt ein Dorf.

Der Fluch der Globalität ist also nicht nur die Bedrohung vieler unserer Arbeitsplätze, sondern möglicherweise unser aller Leben. So gesehen bekommt die Floskel von der „Gelben Gefahr“ eine ganz andere Bedeutung.

Solche Horror-Szenarien haben es bis nach Hollywood geschafft. Ob Outbreak oder World War Z. Im Kino eine spannende Fiktion, die jedoch wie immer einen wahren Kern beinhaltet. Wir gruseln uns und lachen darüber, wenn der Film zu Ende ist.

Im wahren Leben verlassen wir das Kino unseres Daseins im Holzpyjama, um eine Metapher aus deiner Heimat zu verwenden.

Wie also bestmöglich  schützen?

Die Antwort ist simpel, die Umsetzung jedoch schwierig.
Jede Person, jede Oberfläche ist als potentiell infektiös anzusehen.

Bedeutet.

Menschen meiden.
Abstand halten.
So wenig wie möglich anfassen.
Nix mit den Händen anfassen.
Wenn mit den Händen anfassen, nur mit Handschuhen.

Um auf deine Fragen zurückzukommen.

Händeschütteln ? Mache ich schon seit 30 Jahren nicht. Und ja, ich werde blöd angeschaut, insbesondere in Arztpraxen und Krankenhäusern, wo man eigentlich auf sehr viel Verständnis stossen sollte, erntete ich oft entsetzte Blicke. „Was ist denn das für ein PSYCHO !!!“ DAS allerdings wird sich jetzt, zumindest temporär, ändern.

Fahrstuhlknöpfe ? Ellenbogen! Oder der Schlüssel aus dem Schlüsselbund.

Genau wie das IPad des Amazon- Lieferanten ? Unterschrift mit Schlüssel ! Interessanterweise registrieren die Fahrer sofort und anerkennend, daß es jemand anders macht.

Tastenpad des Geldautomaten? Genauso. Schlüssel. Ihr versteht das Prinzip. Oder, wenn nicht zur Hand. Alles nur mit dem kleinen Finger der linken Hand. Den hab ich nämlich nie im Gesicht, um mich zu kratzen, wenn´s juckt.

Türgriffe ?
In der Praxis zu den Behandlungszimmern haben wir Schwingtüren. Die stosse ich schon immer mit den Ellenbogen auf. Als Erstmassnahme haben wir über die normalen Türgriffe Fingerlinge drübergezogen. Das dient aber nur als Gedankenstütze. Nur dort darf man den Griff angreifen. Mit Handschuhen. Merksatz: Gummi auf Gummi! Wohlgemerkt, bei all dem geht es um den Gesundheitsschutz meiner Mitarbeiter und mir. Es geht nicht um den Patienten hier, der ist für sich selbst verantwortlich.

Wer den Türgriff ohne Handschuh anfasst Merksatz: „IST DAS EKLIG !!!!“ muss danach seine Hände desinfizieren.

Das Problem bei der Händedesinfektion ist, dass die Hände auf diese Maßnahmen sehr empfindlich reagieren. Deshalb hat jeder Mitarbeiter von mir eine eigene Dose mit Handcreme bekommen, die sich bei mir persönlich in den letzten Jahren als extrem hilfreich erwiesen hat.  Generell ein Grund mehr, die Handschuhe permanent zu tragen. Und – im zweifelsfalle kontaminiert jeder nur seine eigene Cremedose.

Wasserhähne ? Im Behandlungszimmer kein Problem, aber auf den Toiletten ?
Alles eine Frage des Handlings.  Tür öffnen mit dem Ellenbogen. Papiertuch für das Abschliessen der Toilette und die Toilettenabdeckung.  Ellenbogen für das Toilettenwasser. Papiertuch für den Wasserhahn. Seifenspender sind berührungsfrei. Papiertuch für Aufschliessen der Toilette, Aufmachen der Toilettentür, Verschliessen der Toilettentür. 

Jetzt der Spraynebel bei der Behandlung.

Zum einen. Schutzbrille für die Augen. Und eins weiss ich jetzt schon. Ich werde auch nach COVID – 19  nicht mehr darauf verzichten. Wir verwenden seit langem Fahrradbrillen von Decathlon, die sind preisgünstig und schliessen gut ab. Ich habe die Brillen für jeden Mitarbeiter farblich kodiert, jeder hat so seine eigene Brille. Die Brillen bleiben den ganzen (Behandlungs)Tag auf. Anfangs ungewohnt, aber wie schon geschrieben, ich möchte die Brille schon jetzt nicht mehr missen. Schalter (zum Auslösen der Röntgengeräte) haben wir abgeklebt, Röntgengeräte haben wir eingetütet. Schon seit mehr etwa 8 Jahren machen wir das so. Und was mich besonders freut. 50 gute Gründe sich auf Endodontie zu spezialisieren – Der Kofferdam. Ich bin jetzt dazu übergegangen, nach der Anästhesie, die gesamte Behandlung von A – Z unter Kofferdam durchzuführen. Kein Kontakt mehr mit potentiell infektiöser Schleimhaut bis zur Okklusionskontrolle nach Verschluss der Zugangskavität. Bislang haben wir  den Kofferdam früher schon wieder abgemacht und zum Beispiel die Füllung zum Verschluss der Zugangskavität nicht unter Kofferdam ausgearbeitet.

Und ich bin froh, dass ich unsere Morita Soaric-Behandlungseinheiten mit dem freiprogrammierbaren Fusspedal steuern kann. Kein Touchpad, das angegriffen werden muss.

Und dadurch, dass wir die genannten Dinge schon teilweise seit vielen Jahren so machen, sind diese Handlungsweisen in Fleisch und Blut übergegangen. Wie müssen also nicht ad hoc uns neue ungewohnte Verhaltensweisen antrainieren, was, wie wir alle wissen, aus der liebgewonnenen Gewohnheit heraus, konsequent nicht immer funktioniert.

Noch eine Anmerkung zur Coronavirus – Diskussion an sich.
Ich sehe das Ganze ähnlich einer politischen Auseinandersetzung oder Glaubensfrage. Man wird den Gegenüber nicht vom eigenen Standpunkt überzeugen können, sofern die Auffassungen zu sehr differieren. Ein Deutschnationaler wird nicht „Die Linke“ wählen und das gilt natürlich vice versa.

Soll heißen.
Wer meint, der Corona-Virus ist nicht anderes als ein leichter Schnupfen wird über diejenigen, die im Covid-19 die mögliche gottesgesandte Geißel zur Ausrottung der Menschheit sehen, nur verständnislos den Kopf schütteln.

Ich habe bei unseren „Weck, Worscht, Woi“ – Seminaren unsere Vorgehensweise bei intraoralen Röntgenaufnahmen vorgestellt. Wir desinfizieren den Zeigefinger des Patienten vor der Aufnahme und nach der Aufnahme. Und die Reaktion einzelner Teilnehmer eingefangen. Der Blick in Gesichter spricht Bände. „Jetzt ist er vollkommen abgedreht!“ Trotzdem bin ich jetzt froh drüber, dass wir das so machen. Denn machen wir uns nichts vor. Es ist unmöglich, ein zahnärztliches Behandlungszimmer keimfrei zu kriegen im Sinne einer adäquaten Wiederaufbereitung. Der bessere Weg daher – die Kontamination von vorne herein zu vermeiden.

Unter diesem Aspekt bitte noch die nachfolgenden Tipps zur Kontaminationsprophylaxe sehen. Also im Sinne eines „Kann man machen, muss man aber nicht, wenn man es zu abgedreht findet“.

Standgefäss, Greifpinzette für Dinge, die aus Schubladen geholt werden müssen.

Öffnen der Schublade ? Mit der IKEA-Wäscheklammer.Machen wir seit ?10? Jahren so. Oder schon länger.  Denn wer desinfiziert die rund 20 Schubladengriffe der Hinterkopfzeile nach jedem Patienten ?
Jede dieser IKEA-Wäscheklammern lässt sich hunderte Male sterilisieren.

Und jetzt noch zwei Neuerungen aus aktuellem Anlass.
Ihr dürft gerne den Kopf schütteln.

Ich habe mit dem 3D – Drucker mir Ständer gedruckt und bei AMAZON grell orange leuchtende Kugelschreiber bestellt. Das sind die Kugelschreiber, mit denen nur die Patienten schreiben. Die Kugelschreiber werden im Ständer an die Patienten übergeben und vom Patienten dort wieder hineingesteckt.

Und ich habe Hüllen gedruckt für die Griffe unserer Türen, die über normale Griffe verfügen. Die Hüllen schiebe ich über den Türgriff, wenn ich die Tür öffnen möchte. So bleibt meine nicht behandschuhte Hand unkontaminiert. Sobald ich ein 3D- Druck- Material gefunden habe, dass sich dauerhaft ohne Nachteile sterilisieren lässt, werde ich diese Hüllen als permanente Schutzhülle über den Griffen der Türen zum Aufbereitungsbereich, der meine beiden Behandlungszimmer verbindet,  belassen und diese nach jedem Patienten wechseln. Bei 5-6 Patienten am Tag kein Problem. Auch hier wieder – 50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren. bei 20 oder 30 Patienten am Tag wird das ganze schon wieder nicht durchführbar, zumindest wird es zur unrealistischen Forderung.  Im Moment bekommt jeder Mitarbeiter, der möchte, eine solche Hülle als seine persönliche Hülle zur Verfügung gestellt. Mit dieser Hülle lässt sich die Tür kontaminationsfrei öffnen und schliessen, die Tür zu – und aufschliessen und der Wasserhahn in der Personaltoilette, der nicht berührungsfrei bedient werden kann, auf – und zusperren.

Zu Hause haben wir Vola-Armaturen.
Hierfür habe ich ebenfalls mittels 3D Druck einen kleinen Aufsatz gedruckt, mit dem sich die Armaturen im Falle eines Falles bedienen liessen.

Wird uns das Alles vor einer Infektion schützen ?
Es wird es nicht, da mache ich mir gar keine Hoffnungen.

Aber ich möchte versuchen, diese Infektion so weit wie möglich herauszuzögern, um über die Grippe- Welle hinwegzukommen. Hier sehe ich die eigentliche Gefahr, die Doppelinfektion, mal ganz abgesehen davon, dass eine richtige Virus-Grippe (ich hatte dies vor 2 Jahren zum ersten Mal, bin nicht wehleidig, aber das hatte mich eine Woche ausgeknockt) keine harmlose Sache ist, zumindest in meinem Alter. Als junger Mensch steckt man so etwas besser weg.

Die erwähnten Maßnahmen nützen uns bei beiden Keimen.

Noch eine meines Erachtens wichtige Nachricht zum Schluss. Die Zahl der Neuerkrankungen in China nimmt sichtbar ab. Sollte dies nicht auf eine Manipulation der Regierung zurückzuführen sein, sondern der Realität entsprechen, wären wir in 2 Monaten mit Covid – 19 de facto durch. Und zwar mit vergleichsweise geringem Schaden.

 

 

 

Herausgeangelt!

von Jörg Schröder

Ein häufiger Nebenbefund bei Zähnen, die bereits erfolglos orthograd endodontisch und nachfolgend endo-chirurgisch behandelt wurden, stellen im Periapikalbereich befindliche Fremdmaterialien dar. Nicht selten sind die retrograden Füllungsmaterialien ganz oder in Teilen disloziert und erfüllen ihre abdichtende Funktion nicht mehr.

Während unmittelbar unter dem Neo-Foramen gelegene Materialien sehr vorhersagbar über den zuvor „beräumten“ Kanal entfernt werden können, sieht es bei nicht unter dem Foramen gelegenen Fremdkörpern bereits deutlich schwieriger aus.

Conditio sine qua non für eine orthograde Entfernung ist hier die präoperative 3D-Diagnostik per DVT. Nur so lässt sich die Position der zu entfernenden Materialien in Relation zum Foramen erfassen und geeignete Entfernungstechniken ausgewählt werden.

Warum sollten diese Materialien entfernt werden? Weil sie in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle deutliche Spuren bakterieller Kontamination aufweisen.

Wie gelingt es, das nicht Sichtbare sicht- und entfernbar zu machen?

Im DVT können die Abstände der Materialien zum Rand des Neo-Formens und die Position im Raum recht genau bestimmt werden.

Nachfolgend ist ein wenig Geduld gefragt, um das zur Entfernung ausgewählte Instrument, hier ein Microopener, so zu individualisieren, dass es zum einen durch den in der Weite weitgehend unveränderlichen Kanalquerschnitt passt und zugleich geeignet ist, dass Material zu hinterfahren und in das foraminale „Sichtfenster“ zu bewegen.

Da die retrograde Präparation weiter ist, als der Kanalquerschnitt, gilt es dann, die retrograden Füllungen per Ultraschall-Feile zu zerkleinern. Nur so kann das Material orthograd entfernt werden. Auch hier ist Vorsicht geboten, um es nicht unbeabsichtigt in den zum Teil großen periapikalen Entzündungsbereich zu verschieben.

Der nachfolgende Behandlungsfall zeigt das oben Beschriebene.

Anamnestisch gab der Patient an, im späten Jugendlichenalter ein Frontzahntrauma erlitten zu haben. Die durchgeführte endodontsiche Behandlung schlug fehl, weil offensichtlich die dritte Dimension des Kanals deutlich unterschätzt wurde. Die Obturation erfolgte in lateraler Kompaktion, wie die Bilder eindrucksvoll zeigen.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Nach Entfernung aller Fremdmaterialien wurde CaOH2 eingelegt und die Zugangskavität adhäsiv verschlossen. Zu Beginn der zweiten Behandlungssitzung, 3 Wochen später, war die zuvor bestehende vestibuläre Fistelung bereits abgeheilt.

Die Obturation erfolgte nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mittels MTA.

Interessant zu sehen, wie die Obturation auch die noch verbliebenen apikalen Anteile der retrograden Präparation ausgefüllt hat.

Kampf dem Virus! – Unser Blick in die Zukunft

Hier ein Live Ticker aus Südkorea in englischer Sprache.

Diese Seite ist gewissermaßen unser Blick in die Zukunft.

Wenn sich hier die Verhältnisse  zum Bessern kehren, dann dürfen wir davon ausgehen, dass sich auch bei uns (mit entsprechender Verzögerung) die Wende anbahnt. Wie schon erwähnt. Südkorea ist von den Landes-Eckdaten (was asiatische Staaten angeht) mit Deutschland verhältnismäßig gut vergleichbar. Die Stringenz in den Maßnahmen, die Bekämpfung betreffend, ist deutlich besser als bei uns, die Bevölkerungsdichte dafür höher. Das Klima ist ähnlich. Es gibt kalte Winter und Schnee.

 

Kampf dem Virus! Was macht Südkorea ?

Wie geht man in Südkorea mit dem Virus um?

Ein Blick über den Tellerrand der deutschen Realität ist immer interessant.

Immerhin hat man die letzte Infektion vor 5 Jahren zum Anlass genommen, Dinge zu ändern.

Maximale Transparenz ? Smartphone App, die vor Infizierten in der Umgebung warnt ?

Unser Bericht an die Bundesregierung ist von 2012. Und was ist passiert ? Nix.

Südkorea hat im Moment trotz aller Maßnahmen 3500 Infizierte. Bin gespannt, wie sich die Zahlen bei uns entwickeln. Ich google mal. Südkorea hat 52 Millionen Einwohner. Die Konzentration auf Großstädte ist aus meiner Sicht höher, aber das ist nur meine subjektive Wahrnehmung aus einem einmaligen Besuch bislang. Wetterverhältnisse sind ungefähr wie bei uns, also kalter Winter.

Bin gespannt, wo wir in 3 Wochen stehen.

Was mit Hoffnung gibt.
In China scheint das Virus nicht mehr SO stark, sprich „unterexpotentiell“  zu wachsen.

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