Halbe Rahmen

Über Halbe Rahmen habe ich bereits geschrieben.

Nun kann man auch bei Halbe Rahmen einen Spuck-, bzw. Thekenschutz und Gesichtsvisiere ordern.

Die Preise sind moderat und wenn die Produkte nur annähernd die Qualität der Rahmen erreichen, dann sind die Visiere hilfreich.

Wir haben diese für uns geordert und werden berichten.

 

 

Trennwand – Plexiglas

Und wieder ist ein Produkt rar geworden.

Plexiglas.

In Sachsen haben alle Baumärkte geschlossen. Es gibt kein Plexiglas zu kaufen. Nur einige Tischler haben sich darauf spezialisiert Trennwände zu bauen.
Einige Internetversender haben ebenfalls so etwas im Angebot. Minilu.

Bei meiner Suche im Internet bin ich dann in Südtirol gelandet und welch lustiges Ergebnis, die Loeff-System GmbH, mit der ich weder verschwägert, noch verwandt noch bekannt bin, bietet so eine Trennwand an.
Ich habe diese kurzer Hand bestellt. Inklusive Versand €147,00.
Nach 3 Tagen war sie da. Die Verarbeitung ist fast gut. Der Zuschnitt stimmt nicht 100%. Da wir die Mittelscheibe nach oben versetzt haben fällt das nicht auf.

Den Anbieter habe ich dazu per Mail informiert.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen..

Die zahnärztliche Praxis als Infektionsquelle für Patienten und zahnmedizinisches Fachpersonal

von Jörg Schröder

Nachfolgend Gedanken, die in Zusammenarbeit mit meinen Berliner Kollegen Dr. Derk Siebers und Dr. Holger Janssen zu Papier gebracht wurden.
Die letzten Empfehlungen der KZBV und den KZVen mit der Bundeszahnärztekammer (Konferenz in Köln am 17.3.2020) an die Zahnärzte lauten: „Der Praxisbetrieb soll im üblichen Rahmen weiter aufrecht erhalten werden.
Das RKI (Robert-Koch-Institut) stellt keine erhöhten Anforderungen an die Behandlung symptomloser Patienten. Normaler Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel sind aus Sicht des RKI für alle Behandlungen ausreichend.“
In einem weiteren Passus heißt es dann: „Es wird empfohlen, verschiebbare Behandlungen wie Routine-Untersuchungen und PZR während der Schließung von Schulen und Kits bis zum 20.April 2020 nicht durchzuführen und solche Patientenkontakte auf das Mindestmaß zu reduzieren.“
Allein diese Empfehlung ist widersprüchlich und die Umsetzung derselben obliegt jedem einzelnen Zahnarzt – in Abwägung aller für seine Praxis, seine Mitarbeiter und seine Patienten relevanten Fakten. Es handelt sich hierbei keinesfalls um eine dringend gebotene Anweisung, die eine Einhaltung sicherstellen würde.
Insbesondere, da zum jetzigen Zeitpunkt „…keine finanzielle Entschädigung durch Bund oder Land vorgesehen…“  ist. In der „normalen“ Zahnarztpraxis werden üblicherweise zwischen 80 und 95% elektive (Wahl-) Leistungen erbracht, die zum größten Teil für einen überschaubaren Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen verschoben werden können, ohne dass ein Schaden für den Patienten zu erwarten ist.
Das RKI hat bis kurzem immer wieder betont, dass ein Schutz der Bevölkerung durch den üblichen Mundschutz nicht gegeben ist. Allenfalls kann das Tragen eines Mundschutzes eines Infizierten die Verteilung der Viren erschweren. Demgegenüber stellt das RKI aber fest: Handelsüblicher Mundschutz und Handschuhe sind für die zahnärztliche Behandlung ausreichend (s.o.)
Fakt ist, dass das Virus durch u.a. durch Tröpfcheninfektion übertragen wird (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1), 
Zahnärztliche Behandlung ist fast immer mit Spraynebel und Aerosol verbunden. Spraynebel ist  nichts anderes als ein Gemisch aus Tröpfchen unterschiedlichster Größe und Aerosol.  Laut RKI gibt es für eine Übertragung des Virus durch Aerosol „keine Evidenz“. Zu Fragen bleibt, wie das RKI zu dieser Einschätzung kommt? Gibt es keine Übertragung durch Aerosol oder gibt es einfach nur keine Untersuchungen dazu, dann sollte das auch genauso benannt werden.
Der Unterschied zwischen einer Infektion mit Tröpfchen oder Aerosol besteht „logisch“ nur in der Verpackungsgröße der Viren. Entweder befinden sich die Viren in einem bis zu 20µm bis 0,5mm großen Tropfen (https://de.wikipedia.org/wiki/Tropfen) oder in einem Aerosol, in dem die Flüssigkeits- oder Feststoffmenge einen max. Durchmesser von 50µm hat (https://www.pnc-aktuell.de/prophylaxe/story/aerosol-in-der-zahnaerztlichen-prophylaxe–eine-unterschaetzte-gefahr__6198.html). Also bestehen zwischen Tröpfchen und Aerosol eindeutige Schnittmengen. 
Betrachtet man die Empfehlungen des RKI und unserer Zahnärztekammer in Berlin und vergleicht diese mit der weltweit bekannten Literatur (siehe PubMed) so kann man eigentlich nur zu einer Schlussfolgerung kommen.
Diese Empfehlungen sind im Hinblick auf den Erfolg der Maßnahmen der nicht-pharmakologischen Interventionen (NPI) des sog. „Social Distancing“ nicht erfolgversprechend und unverantwortlich. Zum jetzigen Zeitpunkt muss jeder Patient als potentiell infizierter Patient betrachtet werden und – zum Schutz des zahnärztlichen Fachpersonals, der Patienten aber auch zur Verhinderung der unkontrollierten Weiterverbreitung des Virus – auch als solcher behandelt werden.
Um Pflegebedürftige vor dem Ansteckungsrisiko zu schützen, werden bis September keine körperlichen Untersuchungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zur Einstufung in einen Pflegegrad mehr vorgenommen. Auch die gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen häuslichen Beratungsbesuche würden ausgesetzt, so Bundesgesundheitsminister Spahn. Wenn also selbst die körperliche Untersuchung durch im Vollschutz arbeitende Ärzte des MDK eine Gefährdung der Patienten zur Folge haben könnte, wie kann es dann sein, dass nicht mit Vollschutz (FFP3-Maske, Gesichtsvisier, Handschuhe, Einwegbekleidung, Kopfhaube) durchgeführte zahnärztliche Behandlungen, bei denen Aerosol entsteht, risikoarm durchführbar sein sollen?
Zu hinterfragen ist, warum Friseure in Bayern ihren Beruf nicht mehr ausüben dürfen, weil der Mindestabstand von 1,5 m nicht einzuhalten ist – mit Speichel oder Sputum versetztes Aerosol ist dabei sicher weniger häufig als bei einer zahnärztlichen Behandlung – wie kann es dann sein, dass nicht mit Vollschutz (FFP3-Maske, Gesichtsvisier, Handschuhe, Einwegbekleidung, Kopfhaube) durchgeführte zahnärztliche Behandlungen, bei denen Aerosol entsteht, risikoarm durchführbar sein sollen?
Wenn das Robert-Koch-Institut (RKI) von der Wiederverwendung von FFP-Atemschutzmasken nach Tätigkeiten an infektiösen Patienten mit ausgeprägter Exposition zu Aerosolen, z.B. Bronchoskopie  abrät (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ressourcen_schonen_Masken.pdf?__blob=publicationFile), aber jeder nicht symptomatische Patient infektiös sein kann und somit als solcher behandelt werden muss, wie kann es dann sein, dass vom bei zahnärztlichen Behandlungen entstehenden Aerosol keine Gefährdung ausgehen soll?
Alle diese Fragen sollen und müssen wir Zahnärzte eigenverantwortlich für unsere Patienten und unsere Mitarbeiter aber auch für uns selbst und im Sinne einer Eindämmung einer Weiterverbreitung des Virus treffen.
Wenn unsere Regierung eine Verlangsamung der Infektion durch die eingeleiteten Maßnahmen erreichen will, dann ist eine sofortige Schließung der zahnärztlichen Praxen dingend erforderlich.
Selbstverständlich ist eine geregelte Notfallversorgung zu organisieren. Ich werde gerne mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dafür bereit stehen.
Zum jetzigen Zeitpunkt obliegt die Verantwortung für eine Praxis Schließung einzig und allein beim Praxisinhaber unter Abwägung aller für ihn relevanten Faktoren. Das wird aus unterschiedlichsten Gründen zur Aufrechterhaltung des Praxisbetriebs in einem nicht unerheblichen Anteil der Praxen führen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und sind sicherlich nicht nur finanziell begründet (andere Risikoeinschätzung, Nichtakzeptanz der NPI, „Verantwortung“ gegenüber den Patienten und Mitarbeitern u. v. m.).
Diese Empfehlung kann sich extrem negativ auf den Erfolg der NPI auswirken, weshalb eine Anordnung der Schließung der Zahnarztpraxen gefordert werden muss. Dass in diesem Zusammenhang auch über das notwendige „Überleben“ der Praxisstrukturen nachgedacht werden muss, versteht sich von selbst.
Eine Anordnung der Schließung aller Zahnarztpraxen beinhaltet selbstverständlich die Sicherstellung der Notfallversorgung. Hier geht es darum möglichst zentrale, räumlich adäquate Lokalisationen zu bestimmen sowie Zahnärzte und zahnärztliche Mitarbeiter zu rekrutieren die für diesen Notdienst zur Verfügung stehen.
Ich lege meine Hand dafür ins Feuer dass sich innerhalb des zahnmedizinische Fachpersonals ausreichend Freiwillige für diese Notdienst finden werden.
Ich persönlich stehe ab sofort uneingeschränkt hierfür zur Verfügung und bin mir sicher in meinem Praxispersonal ebenfalls Unterstützung zu finden.

Kampf dem Virus! – Was macht ihr mit euren Türklinken…

Vielleicht ein (zu) ironischer Kommentar an dieser Stelle… aber… was macht Ihr mit euren Türklinken, Fahrstuhl-Knöpfen, Wasserhähnen und Toiletten-Betätigungsplatten? Außerdem… das größte Ansteckungsrisiko hat das behandelnde Team, das in der Aerosolwolke sitzt

Lieber Tomas,

wer erst mal mit offenen Augen durch die Welt geht, der weiss, die (Ansteckungs) Gefahr  lauert überall. Was per se nicht schlimm ist, denn unsere beste Waffe im Kampf gegen Keime lautet „Immunsystem“. Der Mensch wäre längst ausgestorben, wenn er es nicht über viele Hunderttausende von Jahren geschafft hätte, entweder den unsichtbaren Feind zu killen, mit ihm in friedlicher Koexistenz oder gar in Symbiose zu leben.

So weit, so gut.

Trotzdem kann es nicht schaden, Grundregeln der Hygiene zu beachten und umzusetzen. Denn wie wir alle schon erfahren haben, gibt es Momente, in denen unser ureigener Organismus den Kampf gegen die Keime nicht gewinnt. Wir werden krank.

Leider hat der Mensch des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts vergessen, dass wir in Zeiten leben, in denen eine uns heute scheinbar banal erscheinende Erkrankung schlimme Auswirkungen (bis hin zur Todesfolge) hatte. Dabei ist das noch gar nicht so lange her. Die ersten Antibiotika sind keine 100 Jahre alt und noch in meiner Kindheit (ich bin  1963 geboren) waren heutzutage belächelte Krankheiten wie Keuchhusten zum Teil lebensbedrohliche Ereignisse. Und Kinderlähmung bundesdeutsche Realität.

Unser gesundheitliches Glück ist also, man sollte es nie ganz verdrängen, ein zerbrechliches. Und dies gilt es in Zeiten von Antibiotika – Resistenzen besonders zu berücksichtigen.

Die größte Gefahr droht jedoch von „neuen“ Krankheiten.
Krankheiten, die wie Ebola, HIV, SARS und eben jetzt Covid -19 die Artengrenze überspringen. Und damit einen Organismus befallen, der, im Gegensatz zu seinem Wirt (Fledermaus, Affe, Schleichkatze oder was auch immer) noch nie Kontakt zu ihm hatte. Auch das gab es früher schon. Da hat die Natur das Problem aber von selbst gelöst. Die Befallenen starben, ohne dass sie (mangels Mobilität) den Erreger weitergeben konnten.

Heute ist die ganze Welt ein Dorf.

Der Fluch der Globalität ist also nicht nur die Bedrohung vieler unserer Arbeitsplätze, sondern möglicherweise unser aller Leben. So gesehen bekommt die Floskel von der „Gelben Gefahr“ eine ganz andere Bedeutung.

Solche Horror-Szenarien haben es bis nach Hollywood geschafft. Ob Outbreak oder World War Z. Im Kino eine spannende Fiktion, die jedoch wie immer einen wahren Kern beinhaltet. Wir gruseln uns und lachen darüber, wenn der Film zu Ende ist.

Im wahren Leben verlassen wir das Kino unseres Daseins im Holzpyjama, um eine Metapher aus deiner Heimat zu verwenden.

Wie also bestmöglich  schützen?

Die Antwort ist simpel, die Umsetzung jedoch schwierig.
Jede Person, jede Oberfläche ist als potentiell infektiös anzusehen.

Bedeutet.

Menschen meiden.
Abstand halten.
So wenig wie möglich anfassen.
Nix mit den Händen anfassen.
Wenn mit den Händen anfassen, nur mit Handschuhen.

Um auf deine Fragen zurückzukommen.

Händeschütteln ? Mache ich schon seit 30 Jahren nicht. Und ja, ich werde blöd angeschaut, insbesondere in Arztpraxen und Krankenhäusern, wo man eigentlich auf sehr viel Verständnis stossen sollte, erntete ich oft entsetzte Blicke. „Was ist denn das für ein PSYCHO !!!“ DAS allerdings wird sich jetzt, zumindest temporär, ändern.

Fahrstuhlknöpfe ? Ellenbogen! Oder der Schlüssel aus dem Schlüsselbund.

Genau wie das IPad des Amazon- Lieferanten ? Unterschrift mit Schlüssel ! Interessanterweise registrieren die Fahrer sofort und anerkennend, daß es jemand anders macht.

Tastenpad des Geldautomaten? Genauso. Schlüssel. Ihr versteht das Prinzip. Oder, wenn nicht zur Hand. Alles nur mit dem kleinen Finger der linken Hand. Den hab ich nämlich nie im Gesicht, um mich zu kratzen, wenn´s juckt.

Türgriffe ?
In der Praxis zu den Behandlungszimmern haben wir Schwingtüren. Die stosse ich schon immer mit den Ellenbogen auf. Als Erstmassnahme haben wir über die normalen Türgriffe Fingerlinge drübergezogen. Das dient aber nur als Gedankenstütze. Nur dort darf man den Griff angreifen. Mit Handschuhen. Merksatz: Gummi auf Gummi! Wohlgemerkt, bei all dem geht es um den Gesundheitsschutz meiner Mitarbeiter und mir. Es geht nicht um den Patienten hier, der ist für sich selbst verantwortlich.

Wer den Türgriff ohne Handschuh anfasst Merksatz: „IST DAS EKLIG !!!!“ muss danach seine Hände desinfizieren.

Das Problem bei der Händedesinfektion ist, dass die Hände auf diese Maßnahmen sehr empfindlich reagieren. Deshalb hat jeder Mitarbeiter von mir eine eigene Dose mit Handcreme bekommen, die sich bei mir persönlich in den letzten Jahren als extrem hilfreich erwiesen hat.  Generell ein Grund mehr, die Handschuhe permanent zu tragen. Und – im zweifelsfalle kontaminiert jeder nur seine eigene Cremedose.

Wasserhähne ? Im Behandlungszimmer kein Problem, aber auf den Toiletten ?
Alles eine Frage des Handlings.  Tür öffnen mit dem Ellenbogen. Papiertuch für das Abschliessen der Toilette und die Toilettenabdeckung.  Ellenbogen für das Toilettenwasser. Papiertuch für den Wasserhahn. Seifenspender sind berührungsfrei. Papiertuch für Aufschliessen der Toilette, Aufmachen der Toilettentür, Verschliessen der Toilettentür. 

Jetzt der Spraynebel bei der Behandlung.

Zum einen. Schutzbrille für die Augen. Und eins weiss ich jetzt schon. Ich werde auch nach COVID – 19  nicht mehr darauf verzichten. Wir verwenden seit langem Fahrradbrillen von Decathlon, die sind preisgünstig und schliessen gut ab. Ich habe die Brillen für jeden Mitarbeiter farblich kodiert, jeder hat so seine eigene Brille. Die Brillen bleiben den ganzen (Behandlungs)Tag auf. Anfangs ungewohnt, aber wie schon geschrieben, ich möchte die Brille schon jetzt nicht mehr missen. Schalter (zum Auslösen der Röntgengeräte) haben wir abgeklebt, Röntgengeräte haben wir eingetütet. Schon seit mehr etwa 8 Jahren machen wir das so. Und was mich besonders freut. 50 gute Gründe sich auf Endodontie zu spezialisieren – Der Kofferdam. Ich bin jetzt dazu übergegangen, nach der Anästhesie, die gesamte Behandlung von A – Z unter Kofferdam durchzuführen. Kein Kontakt mehr mit potentiell infektiöser Schleimhaut bis zur Okklusionskontrolle nach Verschluss der Zugangskavität. Bislang haben wir  den Kofferdam früher schon wieder abgemacht und zum Beispiel die Füllung zum Verschluss der Zugangskavität nicht unter Kofferdam ausgearbeitet.

Und ich bin froh, dass ich unsere Morita Soaric-Behandlungseinheiten mit dem freiprogrammierbaren Fusspedal steuern kann. Kein Touchpad, das angegriffen werden muss.

Und dadurch, dass wir die genannten Dinge schon teilweise seit vielen Jahren so machen, sind diese Handlungsweisen in Fleisch und Blut übergegangen. Wie müssen also nicht ad hoc uns neue ungewohnte Verhaltensweisen antrainieren, was, wie wir alle wissen, aus der liebgewonnenen Gewohnheit heraus, konsequent nicht immer funktioniert.

Noch eine Anmerkung zur Coronavirus – Diskussion an sich.
Ich sehe das Ganze ähnlich einer politischen Auseinandersetzung oder Glaubensfrage. Man wird den Gegenüber nicht vom eigenen Standpunkt überzeugen können, sofern die Auffassungen zu sehr differieren. Ein Deutschnationaler wird nicht „Die Linke“ wählen und das gilt natürlich vice versa.

Soll heißen.
Wer meint, der Corona-Virus ist nicht anderes als ein leichter Schnupfen wird über diejenigen, die im Covid-19 die mögliche gottesgesandte Geißel zur Ausrottung der Menschheit sehen, nur verständnislos den Kopf schütteln.

Ich habe bei unseren „Weck, Worscht, Woi“ – Seminaren unsere Vorgehensweise bei intraoralen Röntgenaufnahmen vorgestellt. Wir desinfizieren den Zeigefinger des Patienten vor der Aufnahme und nach der Aufnahme. Und die Reaktion einzelner Teilnehmer eingefangen. Der Blick in Gesichter spricht Bände. „Jetzt ist er vollkommen abgedreht!“ Trotzdem bin ich jetzt froh drüber, dass wir das so machen. Denn machen wir uns nichts vor. Es ist unmöglich, ein zahnärztliches Behandlungszimmer keimfrei zu kriegen im Sinne einer adäquaten Wiederaufbereitung. Der bessere Weg daher – die Kontamination von vorne herein zu vermeiden.

Unter diesem Aspekt bitte noch die nachfolgenden Tipps zur Kontaminationsprophylaxe sehen. Also im Sinne eines „Kann man machen, muss man aber nicht, wenn man es zu abgedreht findet“.

Standgefäss, Greifpinzette für Dinge, die aus Schubladen geholt werden müssen.

Öffnen der Schublade ? Mit der IKEA-Wäscheklammer.Machen wir seit ?10? Jahren so. Oder schon länger.  Denn wer desinfiziert die rund 20 Schubladengriffe der Hinterkopfzeile nach jedem Patienten ?
Jede dieser IKEA-Wäscheklammern lässt sich hunderte Male sterilisieren.

Und jetzt noch zwei Neuerungen aus aktuellem Anlass.
Ihr dürft gerne den Kopf schütteln.

Ich habe mit dem 3D – Drucker mir Ständer gedruckt und bei AMAZON grell orange leuchtende Kugelschreiber bestellt. Das sind die Kugelschreiber, mit denen nur die Patienten schreiben. Die Kugelschreiber werden im Ständer an die Patienten übergeben und vom Patienten dort wieder hineingesteckt.

Und ich habe Hüllen gedruckt für die Griffe unserer Türen, die über normale Griffe verfügen. Die Hüllen schiebe ich über den Türgriff, wenn ich die Tür öffnen möchte. So bleibt meine nicht behandschuhte Hand unkontaminiert. Sobald ich ein 3D- Druck- Material gefunden habe, dass sich dauerhaft ohne Nachteile sterilisieren lässt, werde ich diese Hüllen als permanente Schutzhülle über den Griffen der Türen zum Aufbereitungsbereich, der meine beiden Behandlungszimmer verbindet,  belassen und diese nach jedem Patienten wechseln. Bei 5-6 Patienten am Tag kein Problem. Auch hier wieder – 50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren. bei 20 oder 30 Patienten am Tag wird das ganze schon wieder nicht durchführbar, zumindest wird es zur unrealistischen Forderung.  Im Moment bekommt jeder Mitarbeiter, der möchte, eine solche Hülle als seine persönliche Hülle zur Verfügung gestellt. Mit dieser Hülle lässt sich die Tür kontaminationsfrei öffnen und schliessen, die Tür zu – und aufschliessen und der Wasserhahn in der Personaltoilette, der nicht berührungsfrei bedient werden kann, auf – und zusperren.

Zu Hause haben wir Vola-Armaturen.
Hierfür habe ich ebenfalls mittels 3D Druck einen kleinen Aufsatz gedruckt, mit dem sich die Armaturen im Falle eines Falles bedienen liessen.

Wird uns das Alles vor einer Infektion schützen ?
Es wird es nicht, da mache ich mir gar keine Hoffnungen.

Aber ich möchte versuchen, diese Infektion so weit wie möglich herauszuzögern, um über die Grippe- Welle hinwegzukommen. Hier sehe ich die eigentliche Gefahr, die Doppelinfektion, mal ganz abgesehen davon, dass eine richtige Virus-Grippe (ich hatte dies vor 2 Jahren zum ersten Mal, bin nicht wehleidig, aber das hatte mich eine Woche ausgeknockt) keine harmlose Sache ist, zumindest in meinem Alter. Als junger Mensch steckt man so etwas besser weg.

Die erwähnten Maßnahmen nützen uns bei beiden Keimen.

Noch eine meines Erachtens wichtige Nachricht zum Schluss. Die Zahl der Neuerkrankungen in China nimmt sichtbar ab. Sollte dies nicht auf eine Manipulation der Regierung zurückzuführen sein, sondern der Realität entsprechen, wären wir in 2 Monaten mit Covid – 19 de facto durch. Und zwar mit vergleichsweise geringem Schaden.