Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (II)

Von Christoph Kaaden & Christian Jauernig

 

Letzte Woche habe ich hier von einem Trauma nach Radunfall berichtet.

Trotz tagelang exponierter Pulpa haben wir uns erneut für den Versuch einer Pulpotomie entschieden.

Die Pulpawunde wurde hierbei nach eingehender NaOCl-Desinfektion mit Biodentine abgedeckt. Hierüber platzierten wir zunächst einen selbstadhäsiven Kunststoff.

Pulpotomie nach Radunfall.001

Zustand nach Pulpotomie und Abdeckung der Pulpawunde mit Biodentine

Der notwendige Kompositaufbau wurde im Anschluss von dem WURZELSPITZE Plus Mitglied Dr. Christian Jauernig  gestaltet.

Kompositaufbau nach komplizierter Kronenfraktur und Pulpotomie

Vorher – Nachher

 

Wir werden berichten, wie es in Zukunft weitergeht

So lange haben wir jetzt schon mit dem Coronavirus zu tun, dass man meinen könnte, nun wäre alles gesagt. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Gute verständlich dargestellte Aufzählung für Diskussionen in der Sache. Hilft bei der Argumentation bezüglich der emotional stark aufgeladenen Thematik.


So lange haben wir jetzt schon mit dem Coronavirus zu tun, dass man meinen könnte, nun wäre alles gesagt. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Der Diskussionsstoff nimmt in diesen Tagen wieder zu, weil das Für und Wider, das Wann und das Wie des Ausstiegs aus der Kontaktsperre die Gemüter erhitzt. Die Wellen schlagen hoch, es geht ums Ganze. Angesichts der Schäden für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Löhne, aber auch, weil die Beschränkungen vielen Leuten inzwischen auf die Nerven gehen, ist es menschlich, dass die Emotionen hochkochen. Verständlich, aber sinnlos. Denn wenn wir uns darüber beschweren wollen, dass es so nun wirklich nicht weitergehen kann, dann debattieren wir mit einem Virus. Die Natur hört uns nicht zu.

Angesichts der Argumente, die in diesem einseitig geführten Gespräch von Politikern ebenso zu vernehmen sind wie im Bekanntenkreis, gewinnt man schnell den Eindruck: Wir haben noch immer nicht genug über die Mikrobe und ihr Verhalten gesprochen. Da macht viel Halbwissen die Runde, das gefährliche Folgen haben kann. Also sollten wir uns das, was wir über das Virus wissen, dringend noch einmal vergegenwärtigen – und die Irrtümer auflösen, die nun durch viele Köpfe schwirren.

Der erste Irrtum: Es ist doch alles nicht so schlimm. Gewiss, mehr als 6.000 Tote sind in Deutschland schon gezählt worden, aber zu normalen Zeiten sterben hierzulande jährlich mehr als 900.000 Menschen, da fallen doch 6.000 kaum ins Gewicht: So argumentieren manche Leute – und offenbaren damit nicht nur ihren Zynismus, sondern tappen auch in eine logische Falle. Sie gehen dem trügerischen Eindruck auf den Leim, den vorbeugende Maßnahmen gerade dann entstehen lassen, wenn sie erfolgreich sind. Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht und sich dank frühzeitiger Behandlung auch noch jenseits der Pensionsgrenze intakter Zähne erfreut, der könnte daraus den falschen Schluss ziehen, dass Parodontose völlig überbewertet werde und Karies eine Erfindung der Medien sei. Aufklärung schafft der vergleichende Blick über den Tellerrand: In Ländern, wo der Zahnarzt seine Praxis höchstens auf einem Tuch am Straßenrand ausbreitet, begegnen uns alte Menschen (meistens) ohne Zähne. Muss also doch etwas dran sein am Segen der Prophylaxe. Im Fall von Covid-19 zeigt uns derselbe Vergleich: Wir haben hierzulande nur deshalb relativ wenige Tote zu beklagen, weil die vorbeugenden Maßnahmen Wirkung gezeigt haben. In Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und den USA hat man die Chance nicht im selben Maße gehabt oder sie verspielt. Dort hat das Coronavirus zusammengenommen schon mehr als 150.000 Tote gefordert. Und das Sterben geht weiter. Coronavirus: nicht so schlimm? Um Himmels willen.

Noch tiefer im Sumpf der Fehlinterpretation versinken jene Zeitgenossen, die bereits Realität gewordene Folgen der Viruskrise mit dem gesamten Potential des Schlamassels verwechseln – denn das ist der zweite Irrtum. Zuverlässige Studien liefern uns inzwischen eine heißbegehrte Information: die Infektionssterblichkeit. Ihr können wir entnehmen, wie groß der Anteil der Todesfälle unter allen Menschen ist, die sich mit dem Virus infiziert haben – ob sie nun Symptome zeigen oder nicht (die Dunkelziffer unerkannter Ansteckungen, die ohne nennenswerte Erkrankung verlaufen, ist in diese Quote bereits eingeflossen). Die Ergebnisse der Studien bewegen sich in einem Korridor um die Marke von 0,5 Prozent. Das gestattet uns nun endlich, einen Richtwert zu ermitteln, wie viele Opfer Covid-19 in Deutschland fordern kann.

Was wir bereits wussten: Insgesamt müssten etwa 55 Millionen Menschen (also zwei Drittel der Bevölkerung), die Infektion durchmachen – ob mit Symptomen oder bei bester Gesundheit –, damit das Virus anschließend so häufig an immunen Personen scheitert, dass es zum Erliegen kommt. Auf dem Weg zu dieser Herdenimmunität würden etwa 0,5 Prozent der Infizierten sterben. Solange weder wirksame Medikamente noch ein Impfstoff vorhanden sind, müssten wir also mit mehr als einer Viertelmillion Opfern rechnen.

Aber, hören wir nun von manchen Leuten, diese Menschen wären doch sowieso gestorben! Nicht an Corona. Nur mit Corona. Alte eben oder Kranke, ohnehin dem Tod geweiht, bloß zufällig zur selben Zeit auch mit dem Virus infiziert. Wirklich? Nein, denn das ist Irrtum Nummer drei, und wir können ihn zum Glück schnell aufklären. Dazu schauen wir noch einmal über den deutschen Tellerrand zu den Briten, weil uns hierzulande die erfolgreiche Prophylaxe auch in diesem Fall den Blick auf die Gefährlichkeit des Virus verstellt. Wären Erkrankte tatsächlich an anderen Leiden gestorben als an Covid-19, müsste sich die Zahl der Todesfälle im Jahresverlauf ebenso entwickeln wie in anderen Jahren auch. Tatsächlich sehen wir jedoch das hier:

Gar nichts ist wie immer. Schlagartig stirbt eine Vielzahl von Menschen – inzwischen vermelden die Briten doppelt so viele Tote wie zu normalen Zeiten. Nichts dergleichen ist in den vergangenen Jahren zu beobachten gewesen. Und die Verstorbenen waren an Covid-19 erkrankt. Nicht am Coronavirus gestorben, nur mit ihm? Dieses Gerücht können wir hiermit zu den Akten legen und die Schlussfolgerung auch für Deutschland ziehen: Die Opfer des Erregers, auch die Alten, auch die Kranken, starben am Virus – und vor ihrer Zeit.

Irrtum Nummer vier: Die Ausgangsbeschränkungen seien Quatsch. Die Ansteckungsrate sei ja bereits gefallen, bevor die Kontaktsperre in Kraft trat. Die verordneten Maßnahmen habe man also gar nicht gebraucht. Bei dieser Verkürzung der Sachlage fallen wesentliche Aspekte unter den Tisch. Zum einen greifen hier statistische Effekte, zum anderen gerät Grundsätzliches aus dem Blick: Natürlich wird das Virus nicht von Regierungsbeschlüssen zurückgedrängt – sondern von unserem veränderten Verhalten. Die schlimmen Nachrichten aus Italien, Ausbrüche wie in Heinsberg und der Rückzug von Firmen ins Homeoffice hatten das Leben in Deutschland schon vor Verhängung der Kontaktsperre verwandelt.

Wir erleben das Phänomen übrigens derzeit noch einmal: Bereits in den Tagen vor Beginn der Maskenpflicht war der Mundschutz, bis dato ein eher exotisches Accessoire, auf einmal häufiger zu sehen. Die neue Rechtslage wirkte also schon, bevor sie formal galt. Wir dürfen gespannt sein, ob wir auch hier in einigen Wochen die unsinnige Beschwerde hören, dass die Maskenpflicht nichts bringe, weil ein hilfreicher Effekt ja schon vor dem offiziellen Stichtag zu beobachten gewesen sei. Es ist so leicht, zu kurz zu denken.

Soldaten entladen auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine Antonow-Maschine, die Millionen Schutzmasken aus China nach Deutschland geflogen hat. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa)

Der fünfte und gravierendste Irrtum ist der Vorwurf, dass man den Virologen ja sowieso nichts glauben könne, weil jeder von ihnen etwas anderes erzähle. Dieses Muster kennen wir aus der Klimadebatte: Leugner der Klimakrise graben irgendeinen einsamen Forscher aus, der irgendetwas sagt, was dem Konsens der Wissenschaft zuwiderläuft – und schon können sie über die vermeintliche Uneinigkeit der Experten schwadronieren. Dabei ist es völlig normal, dass an der vordersten Front der aktuellen Forschung heftig debattiert wird. Das ist in allen Wissenschaftszweigen so, auch unter Virologen und Epidemiologen. Nur darf man darüber nicht aus dem Blick verlieren, dass diese Debatte auf einem Berg bereits akzeptierten Wissens ruht – und dass aus dem Disput der Fachleute mit beachtlicher Geschwindigkeit ein Konsens hervorgeht, wenn an einem Thema so intensiv geforscht wird wie an der Krankheit Covid-19. Man kann sich aus den verfügbaren Standpunkten also nicht einfach denjenigen herauspicken, der einem am besten gefällt. Wer es trotzdem tut, dem passt offensichtlich der Konsens nicht ins Weltbild.

Das sind sie, die fünf Irrtümer, die von einigen Leuten geschürt und leider von vielen geglaubt werden. So wächst die Verwirrung: Wahr oder falsch – alles ein Brei. Das macht leider die Bahn für das Virus frei. So, genug der Schulmeisterei.

Lateraler Kanal (2)

Nach eingehender Beratung und DVT Auswertung wurden Behandlungstermine vereinbart.

Wer genau in die DVT Aufnahme geschaut hat konnte eine apikale Veränderung auch am Zahn 46 distal apikal erkennen.

Die Krone für den Zahn 45 hatte der Patient in seinem Geldbeutel. Nach Reinigung und Desinfektion mussten wir allerdings feststellen, daß sie sich nicht mehr passgenau inserieren lässt. Mittels einer Frasacokrone erstellten wir ein Provisoriumsform.
Nach Gingivektomie konnte die distale Präparationsgrenze dargestellt werden. Die Karies an dieser zeigte den möglichen Infektionsweg. Nach Kariesentfernung, Sandstrahlung und adhäsiver Konditionierung wurde 45 präendodontisch aufgebaut.

Die Aufbereitung erfolgte mit Hand- und Nini-Instrumenten. Die lateralen Kanäle konnten nicht sondiert werden.
Für die medikamentöse Einlage verwendeten wir Metapaste. ( Leider macht die Rechtschreibkorrektur immer wieder Metaphase daraus…   :(  )
Dies haben wir erstmals in diesem Fall eingesetzt.
Im angefertigten Kontrollbild konnten wir erkennen, daß der koronal gelegene laterale Kanal gefüllt war.

Nun stellt sich die Frage, bekommen wir das auch wieder heraus und vor allem wie?
Was meinen Sie?

Kampf dem Virus – Der Corona – Workflow – Wie hat Corona unsere Praxis verändert ?

Wo waren Sie, als Kennedy ermordet wurde ?
Diese Frage wurde zum Fanal für ein einschneidendes Ereignis der 60er Jahre.
Etwas, woran sich Menschen noch nach vielen Jahren erinnern konnten.
So intensiv, so einschneidend war die Erfahrung.

Auch ich kenne einen solchen Moment.
Ich war in der Praxis beim Behandeln, ein sonniger Dienstag nachmittag als im Radio bei SWR 3 Stephanie Tücking (Gott hab sie seelig)  die Meldung verkündete, soeben sei ein Flugzeug in einen der beiden Türme des World Trade Centers New York geflogen.
Der 11. September 2001.

Aber noch stärker, da bin ich sicher, wird die Welt sich noch lange lange an den Jahresbeginn 2020 erinnern.  Als COVID 19 sich in der Welt ausbreitete und nichts mehr war wie bisher.

Und man kann jammern, man kann lamentieren, sich ärgern, hinterfragen.
Resignieren. Oder versuchen, aus dieser Situation das Beste zu machen.

Se vogliamo che tutto rimanga come è, bisogna che tutto cambi.“
Wenn wir wollen, das alles bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern!
Sagte der Schriftsteller Guiseppe Tomasi de Lampedusa in seinem Roman „Der Leopard“.

Was also soll/wird sich ändern bei uns in der Praxis ?

Nachfolgend eine kurze, sicherlich noch unvollständige Liste, die aber schon sehr gut zeigt, wo die Reise hingehen soll:

  1. Keine Zeitschriften, keine Getränke
    Seit 30 Jahren sehe ich den Wartebereich unserer Praxis als Wohlfühlort. Kein Lesezirkel, keine abgegriffenen Zeitschriften, sondern hochwertige, neue und vor allem aussergewöhnliche Magazine, für die wir oft gelobt wurden. Mineralwasser, Kaffee. Alles Geschichte. Am Tag 1 weggeräumt. Wird auch so bleiben. Wegen Punkt 6. Bin ich froh drum.
  2. Keine Begleitpersonen
    Wie oft hatten wir das. Einer wird behandelt, aber 1-3 Personen sind in der Praxis dabei. Damit ist jetzt Schluss. Das Beste überhaupt. Wer nicht für die Behandlung benötigt wird (Begleitung für Ältere, Kinder, Menschen mit Handicaps) hat nichts in der Praxis zu suchen. Ich liebe es.
  3. Händedesinfektion
    Der berührungslose Desinfektionsspender hängt seit etlichen Jahren bei uns neben der Eingangstür, er wurde seltenst benutzt. Jetzt ausnahmslos. Na also. Geht doch!
  4. Bestmöglicher Mitarbeiterschutz
    COVID 19 ist in der Zahnarztpraxis vor allem eine Bedrohung für das Team. Daher gilt bestmöglicher Mitarbeiter/Selbstschutz. Wir haben unser Hygienekonzept kritisch hinterfragt und festgestellt: Vieles, was jetzt essentiell wird, machen wir schon seit Jahren. Und ja, wir sind dafür belächelt bis ausgelacht worden (Schubladen mit IKEA – Wäscheklammern aufmachen, der Ellenbogen für die Praxistüren, die abgeklebten Schalter, die Mülltüten  fürs Röntgen, der desinfizierte Finger des Patienten vor/nach Röntgenmessaufnahme  etc. etc. Fakt ist – wir müssen all diese Dinge nicht mehr erlernen oder einführen, die sind bei uns in Fleisch und Blut übergegangen, gehören gewissermassen zu unserer DNA. Aber natürlich lässt sich alles noch erweitern, und das haben wir getan und tun es weiterhin. FFP2 bzw. FFP3 – Masken, MNS und Schutzbrillen für alle und permanent, Kopfbedeckung, zusätzliche Schutzkleidung. Gesichtsschild in 2 Versionen (mit/ohne Lupenbrille). Spritzschutz für das OP – Mikroskop.
  5. ALLES unter Kofferdam
    Unser größter Trumpf. 30 Jahre Erfahrung mit Kofferdam für Alles. kein Problem. Und da wir nur Endo machen, läuft nach der Anästhesie bis zur Okklusionskontrolle alles unter Kofferdam ab. Auch, im Gegensatz zu früher, das Adjustieren der Kauffläche nach Kavitätenverschluss. Hände weg vom Speichel ist unsere Devise und wir befolgen diese konsequent. Mehr Sicherheit, Areosol betreffend, geht nicht.  Ein gutes Gefühl. Für mich und mein Team.  A pro pos Team. Wir sind in Zeiten von Corona aus Mitarbeiterschutz zum 4 händigen Arbeiten zurückgekehrt. Das ist nicht optimal, und das 6 händige Arbeiten fehlt mir sehr, aber ein Kompromiss, den ich im Moment gerne eingehe, um die Kontaktzeit im Team mit Patienten so gering wie möglich zu halten.
  6. 1PP
    1PP- Steht für die 1 PATIENTEN PRAXIS. Wer s cooler mag sage auch gerne 1PO – One PEE OH. ONE PATIENT OFFICE. Heisst. Nur ein Patient in der Praxis.  Keine  Wartezeit. Der Patient kommt und wird sofort in sein Behandlungszimmer geführt. Nur in den seltensten Fällen nimmt er kurz im Wartebereich (der nur noch 3 Stühle beinhaltet) Platz, aber er begegnet niemandem mehr, der nicht in die Praxis gehört. Ich liebe es. Warum ? Datenschutz erfüllt ! 100 Prozent. Keiner mehr, der irgendwas hört, sieht, was er nicht mitbekommen darf.
  7. Abrechnungsgesellschaft
    Ich habe mich all die Jahre dagegen gewehrt, weil unsere Klientel (wir sind in der Provinz, auf dem Land und haben es mit einfachen, ehrlichen Leuten zu tun) immer die Rechnungen gezahlt hat. Totalausfälle in den 27 Jahren vielleicht 2 oder 3. Da lohnt sich die Abrechnungsgesellschaft nicht. Aber. Die Zeiten ändern sich. Und ich merke auch, dass die Jungen anders ticken. Die private Zusatzversicherung will nicht zahlen?  Dann zahl ich auch nicht, seh ich gar nicht ein.  Und  mit Corona? Unklare Zukunft. Ich gehe jetzt den Weg. Und werde berichten, wie es sich entwickelt.
  8. Respekt!
    Die Corona – Krise hat 2 Dinge gezeigt. 1. Wir sind – kein Schreibfehler, ich habe immer schon bewusst diese Wortwahl gebraucht – NICHT SYSTEMIMMANENT. Als Steigerung von „nicht systemrelevant“. Systemrelevant bedeutet ja, hier hat jemand sich Gedanken gemacht, in Erwägung gezogen und ist dann zum Schluss gekommen, dass die angebotene Leistung nicht wichtig genug ist. Nicht systemimmanent hingegen bedeutet, wir sind so unwichtig, das von Seiten der Politik  im Rahmen der Corona – Krise niemand auch nur an die Zahnärzte gedacht hat. Wir sind de facto ausserhalb des Systems. SO siehts aus, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. Wir sind raus. Beziehungsweise wieder dort, wo wir Jahrhunderte lang waren. Beim fahrenden Volk der Zahnreisser auf Rummelplätzen oder bei den Bardern, sprich den Friseuren.  Das Verrückte ist. Haareschneiden kann jeder, wenn Not am Mann (m/w/d) ist. Zahnmedizin keiner. KEINER.Wie also ist zu erklären, dass man dennoch glaubt, uns wie Lakaien behandeln zu können, das trifft auf Politik wie auf den Patienten gleichermaßen zu ?
    Ganz einfach.
    Weil wir Alles mit uns machen lassen.Und die Politik das weiss. Siehe TI. Wie ich im Vorfeld der TI- Einführung schrieb. Die TI ist der Lackmustest für die nächsten 10 Jahre, die Zahnmediziner betreffend. Halten Sie still, lacht sich die Politik ins Fäustchen, denn sie hat die Zahnärzte im Sack.Und die Patienten ?
    Fordern!Warum?
    Weil sie es können.
    Auch das ist die ebenso banale wie harte Antwort.
    Weil wir es mit uns machen lassen.Ich sage.
    Wir tun alles, um den Patienten bestmöglich zu behandeln. Geben Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Rahmen vor.
    Der Patient kann wählen.
  9. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen. Fordert Respekt! Von den Patienten! Von Euch selbst! Wenn ihr, das, was ihr tut, respektiert und dafür einsteht, dann werdet ihr bestehen! Und noch ein Tipp aus aktuellem Anlass. SO sieht Protest in Frankreich aus!
  10. Weniger Arbeit, mehr Leben.
    Die Corona- Krise hat eins gnadenlos gezeigt.
    Das Leben wartet nicht und nimmt auch keine Rücksicht auf Irgendwas.
    Ein prall gefülltes Bankkonto, ein schönes Seniorentum, ja selbst ein möglichst frühes Rentenalter nützt nichts, wenn uns ein Virus plötzlich und unerwartet vorher dahinrafft. Also – JETZT ist das Leben und das findet vor allem außerhalb der Zahnarztpraxis statt.

Unverhofft und nicht oft.

von Jörg Schröder

Behandlungsfälle mit einer internen Resorption sind in meiner Praxis eher rar gesät.

Im nachfolgenden Fall wurde das präoperative DVT mit einem Volumen von 8×8 cm gewählt, um die eigentlichen Protagonisten die Zähnen 14,15,36 und 26 abzubilden. Der 11 stand überhaupt nicht im Fokus.

Da immer alle abgebildeten Zähne und die im DVT erfassten Strukturen auf pathologische oder ungewöhnliche Strukturen hin überprüft werden, fiel die intraradikuläre Lyse im 11 sofort ins Auge.

Anamnestisch gäbe es einen Sportunfall vor ca. 16 Jahren, an den sich der heute 53jährige Patient erinnerte. Beschwerden gab es nie. Nur veränderte der Zahn seine Farbe etwas mehr in Richtung eines wärmeren Farbtons.

Solange eine interne Resorption zu keiner Perforation geführt hat und in einer maximal leicht gekrümmten Wurzel lokalisiert ist, lässt sie sich mit Sicherheit vorhersagbarer therapieren als ihr externes Pendant.

Ist das Pulpagewebe entfernt, stoppt die interne Resorption.

Dabei ist beim Erreichen der Resoptionslakune aufgrund der sehr guten Vaskularisierung mit einer deutlichen und langanhaltenden Blutung zu rechnen. Diese kann jedoch mit einem Mix aus schallbetriebener Irrigation und intrakanalärer Anästhesie mit einem adrenalinhaltigen Anästhetikum  gut beherrscht werden.

Während das koronale Kanaldrittel nur nekrotisches Gewebe enthielt, war selbst in dem stark obliterierten Mittelteil noch durchblutetes Gewebe enthalten. Nach initialer Instrumentierung wurde das mittlere Drittel mit Gates-Glidden-Drills bis zu Größe 4 erweitert, um nachfolgend die Resorptionslakune besser einsehen zu können. Der apikal gelegene Kanalanteil war rundlich und konnte nach Entfernung des Resorptionsgewebes unter endometrischer Kontrolle aufbereitet werden.

Während der apikale Anteil mit einem auf 3,5 mm gekürzten Guttaprcha-Cone gefüllt wurde (aufgebracht auf einen verlängerten Microopener, die exakt benötigte Länge wurde am DVT ermittelt) wurde die Resorptionslakune in Squirting-Technik gefüllt.

Der „Look“ ist sicher durch die Präparation mit den Gates-Glidden-Instrumenten ungewöhnlich. Hier war mir jedoch die Sicht in den Resorptionsbereich wichtiger, als die radiologische Ästhetik.

Ordentliche Perforation

Von Christoph Kaaden

Der zuweisende junge Kollege hatte mich am Telefon schon vorgewarnt…

„Ich glaube, ich habe den Zahn bei dem Trepanationsversuch perforiert…“

Was soll ich sagen…

er hatte auf jeden Fall mal recht mit seiner Annahme…

Prä-OP

Schräg gerichteter Blick in die Kavität. Bei dem Trepanationsversuch wurde auch der unter der Furkation liegende Knochen um ca. 2-3 mm an Höhe reduziert.

Im ersten Termin erfolgte zunächst das Auffinden der Kanalsysteme mit nachfolgender Präparation und Injektion einer medikamentösen Einlage. Nach Applikation eines resorbierbaren Widerlagers (Kollagen) erfolgte zum Abschluss der Therapie dann die Perforationsdeckung mittels Biodentine.

Im darauffolgenden zweiten Termin konnte dann bei Beschwerdefreiheit die Obturation mittels hydraulischem Zement und Guttapercha sowie Verschluss der Zugangskavität mittels Komposit durchgeführt werden.

Masterpoint- und Downpack-Aufnahme 

Post-OP mit Blick auf Biodentine-Deckung 

Prä-OP vs Post-OP

Die Zeit muss zeigen, ob durch die „ordentliche Perforation“ eine dauerhafte Schädigung der Bifurkation entstanden ist…

 

 

Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (I)

Von Christoph Kaaden

 

Am Montag dieser Woche stellte sich ein 31-jähriger Mann bei uns vor, der am vorherigen Freitag einen Radunfall hatte (durch Autofahrer beim Abbiegen übersehen)…

Neben einer offenen Fraktur der rechten Zeigefingers mit Teilverlust der Fingerkuppe erlitt er ferner ein dentales Trauma in der oberen Front. Hierbei wurde laut Patient Zahn 21 stark nach palatinal disloziert. Ferner brach ein Teil der Zahnkrone des rechten Schneidezahns ab…

Die Erstversorgung mit Repositionierung von 21, „direkter“ Überkappung von 11 und Schienung erfolgte in einem kieferchirurgischen Notdienst. Eine Röntgendiagnostik erfolgte nicht.

Nachfolgend sehen sie die Eindrücke und Befunde der klinisch-radiologischen Untersuchung …

dabei hatte ich ein gewisses Déjà-vu und  musste zwangsläufig an diese Situation denken…

 

ich werde weiter berichten…

 

Zitat des Tages 20200422 Jens Spahn

Von Selbstreflexion keine Spur, das war zu erwarten…

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich während der Regierungsbefragung im Bundestag gegen Kritik am aktuellen Krisenmanagement gewehrt. Noch nie hätten in der Geschichte der Bundesregierung „in so kurzer Zeit, unter solchen Umständen, mit dem Wissen, das verfügbar ist und mit all den Unwägbarkeiten so tiefgreifende Entscheidungen getroffen werden müssen“, sagte der CDU-Politiker. „Ich bin immer ganz neidisch auf diejenigen, die schon immer alles gewusst haben“, sagte Spahn. In den vergangenen Wochen hätten wir alle viel dazu gelernt und es werde „eine Phase kommen, wo wir alle feststellen werden im Nachhinein, dass man vielleicht an der ein oder anderen Stelle falsch gelegen hat“. Das halte Spahn in einer Zeit wie der jetzigen für „vergleichsweise normal“.

Lateraler Kanal

Der Patient kam auf Überweisung mit akuten Beschwerden.
Den Hauszahnarzt kennen wir nicht. Es war die erste Überweisung. Der Patient hat sich informiert und um die Überweisung gebeten. Erst letztes Jahr wurde ein Zahn mit ähnlichem Befund entfernt. Einige Jahre zuvor wurden 22 Kronen eingesetzt.

Der HZA hat die Krone am Zahn 45 entfernt, den Zahn trepaniert und wieder provisorisch verschlossen.

Im Röntgenbild zeigte sich ein j-förmige mesio-apikale Aufhellung. Der erste Verdacht ist -Längsfraktur. Klinisch zeigten sich keine erhöhten Sondierungstiefen, bzw. eine einzeln sonderbarer Knocheneinbruch mesial.
Im angefertigten DVT konnten die Ursachen für diese j-förmige Aufhellung deutlich dargestellt werden – mindestens 2 laterale Kanäle.

Weiter geht es mit diesem Fall nächste Woche.

Zurück zur Normalität ? Das sind unsere Massnahmen !

Heute, am Montag, dem 20. April ist unser erster Arbeitstag post Corona.
Seit dem 16. März bis heute hatte uns Corona mehr oder weniger stark im Griff. Wir hatten 5 Tage Quarantäne, dann Kurzarbeit, zuletzt Osterurlaub.

Jetzt soll es – mit geänderten Rahmenbedingungen – wieder losgehen.
Aus der Überlegung heraus, dass uns CORONA eine ganze Zeit lange begleiten wird. Und untätig und hypnotisiert wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren uns nicht weiterbringt.  Wir wollen daher versuchen, bestmöglich gerüstet unseren Job zu machen. Hilft ja nix.

Und ich vermute vielen, die hier mitlesen, geht es ebenso.
Die Notwendigkeit zu arbeiten, aus den unterschiedlichen Beweggründen, ist da.
Wie wird damit umgegangen ?

Was mich interessiert:

Was werdet ihr, liebe WURZELSPITZE-Leser konkret anders machen ?

Lasst uns unsere Erfahrungen, Gedanken, Ideen niederschreiben, zusammenfassen, austauschen.
Jede Kleinigkeit zählt und ist hilfreich.

Als Resultat dieses Beitrags soll am Ende eine Leitfaden stehen, der allen Lesern als Orientierung dienen kann, wie im täglichen Ablauf mit der Gesamtsituation sinnvollerweise umgegangen werden kann.

Zur Diskussion und als  Einstieg in die Thematik   möchte ich einen Beitrag von Tomas Lang stellen, der sein infolge Corona verändertes Praxis/Hygienekonzeot in einem Beitrag hier vorgestellt hat.

Stichtag für die Veröffentlichung hier an dieser Stell: 01. Mai 2020

 

 

 

 

Folgen iatrogenen Traumas

von Jörg Schröder

nach 4 Jahren festsitzender kieferorthöpädischer Behandlung und Einordnung des ehemals sehr weit vestibulär stehenden Zahnes 13 steht dieser Zahn zwar wieder in der Reihe, aber ….

Arzt über Corona-Patienten„Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit“

Arzt über Corona-Patienten„Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit“

Cihan Celik behandelt Covid-19-Kranke in Darmstadt. Hier spricht der Mediziner über seine Erfahrungen mit der neuartigen Viruserkrankung.
Ein Interview von Julia Köppe
Cihan Celik: Der 33-Jährige betreut eine Isolierstation für Covid-19-Patienten am Klinikum Darmstadt

 

Cihan Celik

„Wenn man sich die Sauerstoffwerte anguckt, erschrickt man“

 

37 mit akuten Beschwerden (3)

Den Fall haben wir hier und hier vorgestellt.

Wir haben uns im Vorfeld entschieden, die Behandlung des Isthmus abhängig vom klinischen Bild zu entscheiden. Sollten klinisch Gewebreste erkennbar sein, dann wird der Isthmus aufgezogen. Sollten wir keine Hinweise sehen, machen wir das abhängig von der Zugänigkeit in den apikalen Bereich des Isthmus.

Nach Anästhesie, erfolgte die Gingivaexcision mesial. Anschließend wurde ein Kofferdam von 38-43 inseriert und der Zahn präendodontisch mit sequentieller Matritzentechnik aufgebaut. Der Isthmus war klinisch im mikroskopischen Bild koronal verschlossen. Die apikale Aufzweigungen konnten sondiert werden.
Nach Aufbereitung und schall- und ultraschallaktivierter Desinfektion erfolgte eine CaOH Einlage. Als Spüllösungen kamen 3% NaoCl und 10% Zitronensäure zum Einsatz.
2 Wochen später erfolgte nach abschießender Desinfektion die thermische Obturation des Zahnes 37. Der Zahn war inzwischen symptomlos.

Anbei die Bilder und Röntgebilder der Behandlung.

Demut und Respekt!

Zwei ganz kurze stechende Schmerzen in meinem Zahn 26  beim Frühstück.
Ich kannte so etwas nicht, aber es war auszuhalten. Ich bin 56  und hatte Gott sei Dank noch nie in meinem Leben Zahnschmerzen. Auch – oder sollte ich sagen gerade nicht an diesem Zahn, der seit mehr als  40 Jahren sich als Zustand nach direkter Überkappung darstellt. Damals – in den 70ern – wurde mit sehr dickem Diamanten und Turbine exkaviert. Und zwar in exakt der Zeit, welche die Assistentin benötigte, um den Phosphatzement für die Unterfüllung anzurühren.  Die vorhandene Amalgamfüllung, bukkal und palatinal standen nur noch schmale Restwände, war möglicherweise genauso alt. Vielleicht auch  im Studium noch einmal erneuert, also immerhin mehr als 30 Jahre minimal auf dem Buckel, wobei ich – aus meiner rudimentären Erinnerung heraus- gebeten hatte, den Phosphatzement in situ zu lassen. Angesichts der vorhandenen P hatte ich seitdem entschieden – never change a running system – den Zahn solange es geht, in seinem Zustand zu belassen.

Vital war er in all den Jahren geblieben. Die vorhandene Zahnhalssensibilität, die jedes Eissessen und kalte Getränke zur Qual machte, ein untrügliches Zeichen.

Während ich meine frühmorgentliche Nahrungsaufnahme fortsetzte, die Zeitung überflog und dabei überlegte, ob nach all den Jahren eine Sekundärkaries der Grund für die Beschwerdeproblematik sein könnte und ich ein Zahnfilm zur Kariesdiagnostik noch in Erwägung zog, fühlte meine Zunge plötzlich eine rauhe Kante auf der palatinalen Seite des Zahnes.

Jetzt war alles klar.
Eine Fraktur, auf/unter Gingivaniveau reichend.

Das Bruchstück war nicht aufzufinden, ich musste es verschluckt haben, ohne das mir dies aufgefallen war, ich hatte nicht einmal bemerkt, wie es sich gelöst haben könnte.

Mindestens 15 Jahre her war meine letzter invasiver Kontakt beim Zahnarzt.
Jetzt liege ich auf dem Stuhl und harre der Dinge, die da kommen werden.

Um es kurz zu machen.
Es war furchtbar.

Nein, es tat nichts weh, aber die Bohrgeräusche.
Die Hölle. Das rote Winkelstück mit Diamant und Hartmetallfinierer noch schlimmer als das grüne Winkelstück mit dem Rosenbohrer.

Ich empfinde das als Folter.
Barbarische Folter.
Die Geräusche. Die Vibration. Das Hämmern und Rattern.
Und gleichzeitig bin ich unglaublich dankbar, das es jemanden gibt, der mir meinen Zahn erhält. Wieder in Ordnung bringt. Mich schmerzfrei behandelt. Das ich hinterher wieder gut kauen kann. Nicht mit einer Zahnlücke umherlaufen muss, Keine Zahnschmerzen habe.

Und der sein Handwerk beherrscht.
Ich nenne es Uhrmacherkunst.
Auf kleinstem Raum präzise Verrichtungen zu machen. Viele viele genau abgestimmte Handgriffe und Zureichungen, die wie Zahnräder ineinandergreifen müssen, um am Ende ein adäquates Produkt schaffen zu können.

Und ich blicke auf meine beiden Gegenüber, Zahnarzt und Assistenz.
Mit FFP 2 – Mundschutz, Schutzbrille, OP-Haube, Schutzkittel.
Keine 40 cm von mir entfernt. Das Aerosol, mein Aerosol benetzt meine Wange, meine Stirn, meine Brille. Ein potentieller COVID 19 – durchtränkter Spraynebel. Ich wurde vor kurzem COVID – 19 negativ getestet, aber wieviele Patienten können das von sich sagen. Und bin ich es immer noch ?
Seit dem Test sind 2,5 Wochen vergangen.

Und ich denke: „Danke, das ihr mich behandelt!“
Vor 150 Jahren hätte ich über viele Tage elendige Schmerzen erdulden müssen, die Behandlung – ganz gleich ob Füllung oder Extraktion – ohne Anästhetikum, wäre ein Qual gewesen. Und im Mittelalter wäre ich vielleicht an einem  sich mit der Zeit einstellenden Abszess gestorben.

Und ich frage mich.
Was läuft eigentlich falsch bei den Patienten ?
Die doch ebenso empfinden müssten.

Wo ist der Respekt, die Anerkennung ?
Warum erfährt man dies heute nur noch von den wenigsten Patienten ?

Heutzutage erfährt der Friseur, der Nagel-Designer, der Tätowierer mehr Wertschätzung als der Arzt oder der Zahnarzt.

Achten Sie einmal drauf, wie die Leute von diesem Personenkreis sprechen, wieviel Anerkennung, die kreative Leistung betreffend  diesen Personen zugesprochen wird. Was an Geld dafür locker gemacht hat, inwieweit eine Wartezeit am „Behandlungstag“ ohne Aufhebens toleriert wird  und wie die aufzuwendenden Geldbeträge als sinnvoll und angebracht investiert eingeordnet werden. Auch von Patienten, welche die Abrechnung einer Carpule Anästhestikums für 87 Cent als nicht rechtmäßig anprangern, weil dies von der privaten Krankenkasse nicht erstattet wird.

Es wird Zeit, dass sich was ändert.

 

Halbe Rahmen

Über Halbe Rahmen habe ich bereits geschrieben.

Nun kann man auch bei Halbe Rahmen einen Spuck-, bzw. Thekenschutz und Gesichtsvisiere ordern.

Die Preise sind moderat und wenn die Produkte nur annähernd die Qualität der Rahmen erreichen, dann sind die Visiere hilfreich.

Wir haben diese für uns geordert und werden berichten.

 

 

Oberkiefer Eckzahn mit ungewöhnlicher „Resorption“ (III)

Von Christoph Kaaden

 

Circa vier Wochen nach Abschluss der Behandlung des Zahnes 13 kontaktierte uns die Patientin erneut. Dieses Mal beklagte sie Schmerzen unklarer Genese in Regio 22.

Hier das daraufhin angefertigte Einzelzahnröntgenbild:

Aufgrund des unklaren Ausprägunggsgrades der distal erkennbaren Resorption (Sensibilität positiv, BOP +++) fertigten wir auch von dieser Region ein kleinvolumiges DVT an.

Als „Nebenbefund“ lässt sich auch das Behandlungsergebnis von Zahn 13 nochmals dreidimensional bewerten…

 

Die weitere Behandlung des Zahnes 22 stelle ich in zukünftigen Beiträgen vor…

 

Zitat des Tages 20200410 – Eine Schande für unser Gesundheitssystem

 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

Mit einem 85-Milliarden-Budget hat es die Schweiz – was die Anzahl Corona-Patienten pro 1 Million Einwohner betrifft – weltweit auf Rang 2 geschafft. Gratuliere! Was für eine Schande! Grundlegendes und billiges Material fehlt in der Schweiz nach 14 Tagen. Das kommt davon, wenn selbsternannte «Gesundheitspolitiker», «Gesundheits-Ökonomen» und IT-Experten Milliarden in Projekte wie e-Health, elektronische Gesundheitskarte, überteuerte Klinik-Informationssysteme (man frage einmal das Kantonsspital Luzern!), tonnenweise Computer und «Big Data» investieren und so vollkommen zweckentfremdet Milliarden aus dem Gesundheitswesen abziehen. Und Ärzteschaft und FMH sind buchstäblich zu blöd, endlich einmal dagegen aufzustehen. Sie lassen sich lieber jede Woche als Abzocker und Kriminelle titulieren. Die Schweiz muss endlich untersuchen, wie viel von 1 Million Kassengelder noch für medizinische Leistungen aufgewendet werden, welche direkt dem Patienten zugutekommen und wie viel Geld zweckentfremdet in Branchen-fremde Lobby-Vereinigungen fliesst, die sich schamlos am 85-Milliarden-Kuchen bereichern, ohne je einen Patienten gesehen zu haben.

Wenn ein Corona- Artikel lesenswert und als Zusammenfassung der Lage geeignet ist, dann dieser

Ich weiss, man will (oder kann) von COVID – 19 schon nichts mehr lesen. Das gilt fürs Schreiben im Übrigen genau so ;-)

Wenn ihr Euch aber noch einmal aufraffen könnte, dann investiert die 10 Minuten in den Artikel hier unten. Für Artikel- Querleser und für Leser mit knappem Zeitbedarf habe ich wichtige Aussagen rot markiert

 

COVID-19 – eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt – Bild: Sandro Diener

DMZ – FORSCHUNG / MEDIZIN / POLITIK ¦
GASTKOMMENTAR von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

 

Überlegungen eines besorgten Schweizer Bürgers

 

Vorwort: wieso nehme ich überhaupt Stellung?

Aus 5 Gründen:

1. bin ich mit meiner Stiftung «EurAsia Heart – A Swiss Medical Foundation» seit mehr als 20 Jahren in EurAsien tätig, habe fast ein Jahr in China gearbeitet und seit 20 Jahren eine kontinuierliche Verbindung zum «Union Hospital of Tongji Medical College/Huazhong University of Science and Technology» in Wuhan, wo ich eine meiner vier Gastprofessuren in China habe. Die 20-jährige Verbindung zu Wuhan habe ich auch in den jetzigen Zeiten konstant aufrechthalten können.

2. ist COVID-19 nicht nur ein Problem der mechanischen Beatmung, sondern betrifft das Herz in ähnlicher Weise. 30% aller Patienten, welche die Intensivstation nicht überleben, versterben aus kardialen Gründen.

3. ist die letzt-mögliche Therapie des Lungenversagens eine invasiv-kardiologische, respektive kardiochirurgische: die Verwendung einer «ECMO», der Methode der «extrakorporellen Membran-Oxygenation», d.h. die Verbindung des Patienten mit einer externen, künstlichen Lunge, welche bei diesem Krankheitsbild die Funktion der Lunge des Patienten so lange übernehmen kann, bis diese wieder funktioniert.

4. bin ich – ganz einfach – um meine Meinung gefragt worden.

5. sind sowohl das Niveau der medialen Berichterstattung wie auch sehr viele Leser-Kommentare nicht ohne Widerspruch hinzunehmen und zwar in Bezug auf Fakten, Moral, Rassismus und Eugenik. Sie benötigen dringend einen Widerspruch durch zuverlässige Daten und Angaben.

Die dargelegten Fakten entstammen wissenschaftlichen Arbeiten, welche ein «peer-review» durchlaufen haben und in den besten medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind. Viele dieser Fakten waren bis Ende Februar bekannt. Hätte man diese medizinischen Fakten zur Kenntnis genommen und wäre man fähig gewesen, Ideologie, Politik und Medizin zu trennen, wäre die Schweiz heute mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer besseren Lage: wir hätten pro Kopf nicht die zweitmeisten COVID-19-positiven Leute weltweit und eine bedeutend kleinere Zahl an Menschen, welche ihr Leben im Rahmen dieser Pandemie verloren haben. Zudem hätten wir mit grosser Wahrscheinlichkeit keinen partiellen, unvollständigen «Lock-down» unserer Wirtschaft und keine kontroversen Diskussionen, wie wir hier wieder «herauskommen».

Anmerken möchte ich noch, dass alle wissenschaftlichen Arbeiten, die ich erwähne, bei mir im Original erhältlich sind.

 

1. Die Zahlen in den Medien

Es ist verständlich, dass alle das Ausmass dieser Pandemie auf die eine oder andere Art erfassen möchten. Nur, die tägliche Rechnerei hilft uns nicht weiter, da wir nicht wissen, wie viele Personen lediglich folgenlos Kontakt mit dem Virus hatten und wie viele Personen tatsächlich krank geworden sind.

 

Die Anzahl asymptomatischer COVID-19 Träger ist wichtig, um Vermutungen über die Ausbreitung der Pandemie machen zu können. Um brauchbare Daten zu haben, hätte man jedoch zu Beginn der Pandemie breite Massentests durchführen müssen. Heute kann man nur noch vermuten, wie viele Schweizer Kontakt mit COVID-19 hatten. Eine Arbeit mit einer amerikanisch-chinesischen Autorenschaft hat schon am 16. März 2020 publiziert, dass auf 14 dokumentierte mit 86 nicht-dokumentierten Fällen von COVID-19-positiven Personen zu rechnen ist. In der Schweiz muss man deshalb damit rechnen, dass wohl 15x bis 20x mehr Personen COVID-19-positiv sind, als in den täglichen Berechnungen dargestellt wird.

Um den Schweregrad der Pandemie zu beurteilen, bräuchten wir andere Daten:

  • eine exakte, weltweit gültige Definition der Diagnose «an COVID-19 erkrankt»: a) positiver Labortest + Symptome; b) positiver Labortest + Symptome + entsprechender Befund im Lungen-CT; oder c) positiver Labortest, keine Symptome, aber entsprechende Befunde im Lungen-CT.
  • die Anzahl hospitalisierter COVID-19-Patienten auf der Allgemeinabteilung
  • die Anzahl COVID-19-Patienten auf der Intensivstation
  • die Anzahl beatmeter COVID-19-Patienten
  • die Anzahl von COVID-19-Patienten am ECMO
  • die Anzahl an COVID-19 Verstorbenen
  • die Anzahl infizierter Ärzte und Pflegepersonen

Nur diese Zahlen ergeben ein Bild vom Schweregrad dieser Pandemie, respektive von der Gefährlichkeit dieses Virus. Die aktuelle Anhäufung von Zahlen ist derart ungenau und hat einen Touch von «Sensations-Presse» – das letzte, was wir in dieser Situation noch brauchen.

 

2. «Eine gewöhnliche Grippe»

Handelt es sich hier nur um «eine gewöhnliche Grippe», die jedes Jahr vorüberzieht und gegen die wir üblicherweise «nichts» unternehmen – oder um eine gefährliche Pandemie, welche rigide Massnahmen benötigt?

Um diese Frage zu klären, muss man bestimmt keine Statistiker fragen, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Die reine, statistische Beurteilung dieser Pandemie ist sowieso unmoralisch. Fragen muss man die Leute an der Front.

Keiner meiner Kollegen – und ich natürlich auch nicht – und niemand vom Pflegepersonal kann sich erinnern, dass in den letzten 30 oder 40 Jahren folgende Zustände herrschten, nämlich dass:

  1. ganze Kliniken mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen;
  2. ganze Intensivstationen mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen;
  3. 25% bis 30% der Pflegenden und der Ärzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen;
  4. zu wenig Beatmungsgeräte zur Verfügung standen;
  5. eine Patientenselektion durchgeführt werden musste, nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil wegen der schieren Anzahl an Patienten schlicht das entsprechende Material gefehlt hat;
  6. die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe – ein uniformes – Krankheitsbild aufgewiesen haben;
  7. die Todesart jener, die auf der Intensivstationen verstorben sind, bei allen dieselbe ist;
  8. Medikamente und medizinisches Material auszugehen drohen.

Aufgrund von 1-8) ist es klar, dass es sich um einen gefährlichen Virus handelt, der dieser Pandemie zugrunde liegt.

Die Behauptungen, eine «Influenza» sei genau gleich gefährlich und koste jedes Jahr gleich viele Opfer ist falsch. Zudem ist die Behauptung, man wisse nicht, wer «an» und wer «wegen» COVID-19 sterbe, ebenso aus der Luft gegriffen.

 

Vergleichen wir Influenza und COVID19: hat man das Gefühl, bei Influenza seien immer alle Patienten «wegen» Influenza gestorben und nie einer «mit»? Sind wir Mediziner im Rahmen der COVID-19-Pandemie nun alle plötzlich so verblödet, dass wir nicht mehr unterscheiden können, ob jemand «mit» oder «wegen» COVID-19 stirbt, wenn diese Patienten eine typische Klinik, typische Laborbefunde und ein typisches Lungen-CT aufweisen? Aha, bei der Diagnose «Influenza» waren natürlich alle immer hellwach und haben immer die ganze Diagnostik bemüht und waren immer sicher: nein, bei der Influenza sterben alle «wegen» und nur bei COVID-19 viele «mit».

 

Zudem: wenn es in einem Jahr in der Schweiz angeblich 1600 Influenza-Tote gab, so sprechen wir über 1600 Tote über 12 Monate – ohne präventive Massnahmen. Bei COVID-19 gab es jedoch 600 Tote in 1(!) Monat und das trotz massiver Gegenmassnahmen. Radikale Gegenmassnahmen können die Verbreitung von COVID-19 um 90% senken – man kann sich also vorstellen, welches Szenario ohne Gegenmassnahmen herrschen würde.

 

Zudem: in einem Monat wurden in der Schweiz >2200 Patienten wegen COVID-19 hospitalisiert und es wurden gleichzeitig bis zu 500 Patienten auf verschiedenen Intensivstationen hospitalisiert. Nie hat jemand von uns auch nur annähernd solche Zustände im Rahmen einer «Influenza» gesehen.

 

Im Rahmen einer «gewöhnlichen» Influenza erwerben ca. 8% der Betreuenden ebenfalls eine Influenza, aber niemand stirbt daran. Bei COVID-19 werden 25% bis 30% der Betreuenden infiziert und das ist mit einer signifikanten Mortalität verbunden. Dutzende von Ärzten und Pflegepersonen, die COVID-19 Patienten betreut haben, sind an derselben Infektion verstorben.

 

Zudem: suchen Sie einmal die harten Zahlen zu «Influenza»! Sie werden keine finden. Was sie finden, sind Schätzungen: ca. 1000 oder 1600 in der Schweiz; ca. 8000 in Italien; ca. 20’000 in Deutschland. Eine FDA-Studie (US Food and Drug Administration) hat untersucht, wie viele der 48’000 Influenza-Toten eines Jahres in den USA wirklich wegen klassischer Influenza-Pneumonie gestorben sind. Resultat: alle möglichen Krankheitsbilder wurden unter «Tod durch Pneumonie» subsummiert, so z.B. auch die Lungenentzündung eines Neugeborenen, der bei der Geburt Fruchtwasser in die Lunge aspiriert hat. Die Anzahl der effektiv «wegen Influenza verstorbenen» – Patienten sank in dieser Analyse dramatisch weit unter 10’000 ab.

 

Auch in der Schweiz kennen wir die genaue Anzahl von Patienten nicht, die jährlich an Influenza versterben. Und dies trotz Dutzender massiv überteuerter Datenerfassungs-Systeme; trotz sinnloser Doppel- und Triple-Erfassung der Daten durch Kliniken, Krankenkassen und Gesundheitsdirektionen; trotz eines sinnlosen und überteuerten DRG-Systems, das nur Nonsens produziert. Wir können nicht mal exakt die Zahlen von hospitalisierten Influenza-Patienten pro Monat liefern! Aber Millionen und Milliarden für überteuerte und kontraproduktive IT-Projekte verschwenden.

 

Aufgrund des aktuellen Wissensstandes kann man insgesamt nicht von einer «gewöhnlichen Grippe» reden. Und deshalb ist die widerstandslose Durchseuchung der Gesellschaft auch kein Rezept. Ein Rezept, notabene, welches Grossbritannien, die Niederlande und Schweden versucht und nacheinander aufgegeben haben.

 

Aufgrund des aktuellen, mangelhaften Wissensstandes sagen auch die Zahlen des Monats März überhaupt nichts aus. Wir können glimpflich davonkommen, oder eine Katastrophe erleben. Rigide Massnahmen bewirken, dass die Kurve der Kranken flacher verläuft. Es geht aber nicht nur um die Höhe der Kurve, es geht auch um die Fläche unter der Kurve und diese repräsentiert am Ende die Anzahl Toter.

 

3. «Es sterben nur alte und kranke Patienten»

Prozentzahlen – Nebendiagnosen – Moral und EUGENIK

Das Alter der in der Schweiz Verstorbenen liegt zwischen 32 und 100 Jahren. Zudem gibt es einige Studien und Berichte, welche zeigen, dass auch Kinder an COVID-19 verstorben sind.

 

Ob wegen COVID-19 nun 0.9% oder 1.2% oder 2.3% versterben ist sekundär und bloss Futter für Statistiker. Relevant ist die absolute Anzahl an Toten, die diese Pandemie verursacht. Sind 5000 Tote weniger schlimm, wenn sie 0.9% aller COVID-19-Träger darstellen? Oder sind 5000 Tote schlimmer, wenn sie 2.3% aller COVID-19-Träger darstellen?

 

Angeblich beträgt das durchschnittliche Alter der verstorbenen Patienten 83 Jahre, was von vielen – von zu vielen in unserer Gesellschaft – wohl als vernachlässigbar abgetan wird.

 

Die lässige Grosszügigkeit, wenn andere sterben, ist in unserer Gesellschaft nicht zu übersehen. Das andere, das sofortige Geschrei und die immediaten Schuldzuweisungen, wenn es einem selber oder nächste Angehörige trifft, kenne ich zur Genüge.

 

Alter ist relativ. Der eine US-Präsidentschafts-Kandidat ist heute 73 und der andere ist 77 Jahre alt. Mit guter Lebensqualität ein hohes, selbstbestimmtes Alter zu erreichen, ist ein hohes Gut, für das wir in der Schweiz ins Gesundheitswesen investiert haben. Und es ist das Resultat der Medizin, dass man auch mit drei Nebendiagnosen bei guter Lebensqualität ein hohes Alter erreichen kann. Diese positiven Errungenschaften unserer Gesellschaft sind nun plötzlich nichts mehr wert, sondern, mehr noch, nur noch eine Last?

 

Zudem: wenn 1000 über 65-Jährige oder 1000 über 75-Jährige untersucht werden, die bisher meinten, sie seien gesund, haben nach einem gründlichen Check wohl >80% neu 3 „Nebendiagnosen“, besonders wenn es sich um die weit verbreiteten Diagnosen „hoher Blutdruck“ oder „Zucker“ handelt.

 

Gewisse Medien-Artikel und Leser-Kommentare – viel zu viele, meiner Meinung nach – überschreiten bei dieser Diskussion jede Grenze, haben den üblen Geruch der Eugenik und es kommen Erinnerungen an bekannte Zeiten auf. Muss ich wirklich jene Jahreszahlen nennen? Es erstaunt mich, dass unsere Medien nicht bemüht sind, in dieser Sache einmal Klartext zu schreiben. Es sind ja unsere Medien, welche diese erbärmlichen Meinungsäusserungen in ihren Kommentarspalten publizieren und so stehen lassen. Und ebenso erstaunlich ist, dass die Politiker es nicht für notwendig erachten, einmal eine klare Stellungnahme zu diesem Punkt abzugeben.

 

4. Diese Pandemie war angekündigt

War die Schweiz minimal auf diese Pandemie vorbereitet? NEIN.

Hat man Vorkehrungen getroffen, als COVID-19 im China ausgebrochen ist? NEIN.

Hat man wissen können, dass eine COVID-19-Pandemie über die Welt ziehen wird?

JA, SIE WAR ANGEKÜNDIGT UND DIE DATEN LAGEN BIS MÄRZ 2019 VOR.

  1. SARS war 2003.
  2. MERS war 2012.
  3. 2013 hat der Deutsche Bundestag Katastrophen-Szenarien diskutiert: wie bereitet sich Deutschland auf Katastrophen, z.B. Überschwemmungen vor. In diesem Rahmen wurde auch diskutiert, wie Deutschland auf eine zukünftigen SARS-Pandemie reagieren muss! Ja, im Jahre 2013 hat der Deutsche Bundestag eine SARS-Corona-Pandemie in Europa und Deutschland simuliert!
  4. In 2015 wurde eine experimentelle Gemeinschaftsarbeit von Forschern aus drei US-Universitäten, Wuhan und einem italienischen Forscher aus Varese, der in Bellinzona ein Labor hat, publiziert. Diese produzierten synthetisch hergestellte Corona-Viren im Labor und infizierten damit Zellkulturen und Mäuse. Grund der Arbeit: man wollte einen Impfstoff respektive monoklonale Antikörper produzieren, um gegen die nächste Corona-Pandemie gewappnet zu sein.
  5. Ende 2014 hatte die US-Regierung Forschung an MERS und SARS wegen der Gefährlichkeit für Menschen für ein Jahr ausgesetzt.
  6. 2015 hielt Bill Gates eine weit beachtete Rede und meinte: die Welt sei auf die nächste Corona-Pandemie unvorbereitet.
  7. 2016 erschien erneut eine Forschungsarbeit, welche mit Corona-Viren hantierte. Das «Summary» dieser Publikation muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn es handelt sich hier um die perfekte Beschreibung dessen, was aktuell abläuft:
  8. “Focusing on SARS-like CoVs, the approach indicates that viruses using the WIV1-CoV spike protein are capable of infecting human alveolar endothelium cultures directly without further spike adaptation. Whereas in vivo data indicate attenuation relative to SARS-CoV, the augmented replication in the presence of human Angiotensin-Converting-Enzyme Typ 2 in vivo suggests that the virus has significant pathogenic potential not captured by current small animal models.”
  9. Im März 2019 wurde in der epidemiologischen Studie von Peng Zhou aus Wuhan gesagt, dass u.a. aufgrund der Biologie der Corona-Viren in den Fledermäusen („bat“) in China vorausgesagt werden kann, dass es in Kürze eine erneute Corona-Pandemie geben werde. Mit Sicherheit! Man könne nur nicht genau sagen wann und wo, aber China werde der hot-spot sein.

Im Prinzip waren das 8 KONKRETE, DEUTLICHE WARNUNGEN INNERHALB VON 17 JAHREN, dass so etwas kommen wird. UND DANN KOMMT ES TATSÄCHLICH! Im Dezember 2019, 9 Monate nach Peng Zhou’s Warnung. Und die Chinesen informieren die WHO nachdem sie 27 Patienten mit atypischer Pneumonie ohne Todesfall gesehen haben. Noch am 31. Dezember beginnt die Reaktionskette von Taiwan, die aus insgesamt 124 Massnahmen bestand – alles bis zum 03. März 2020 publiziert. Und nein, es wurde nicht auf Taiwanesisch-chinesisch in einer Asiatischen Medizinischen Zeitschrift publiziert, sondern unter Mitarbeit der University of California im „Journal of American Medical Association“.

 

Das Einzige was man tun musste: ab dem 31. Dezember 2019 „bat + coronavirus“ in «PubMed», der U.S. National Library of Medicine, eingeben und alle Daten lagen vor. Und man musste nur die Publikationen bis Ende Februar 2020 verfolgen, um zu wissen, 1) was auf uns zukommt und 2) was zu tun ist.

 

Uzbekistan hat im Dezember ihre 82 Studenten aus Wuhan zurückbeordert und alle in Quarantäne gesteckt. Am 10. März habe ich von Uzbekistan aus, weil ich nach meiner Meinung gefragt worden war, die Schweiz gewarnt: Parlamentarier, Bundesrat, BAG, Medien. 

 

Und was hat die Schweiz seit der Meldung China’s an die WHO am 31. Dezember 2019 gemacht? Unsere Landesregierung, unser BAG, unsere Experten, unsere Pandemiekommission? Es sieht so aus, dass sie nichts mitbekommen haben. Natürlich, die Situation ist heikel. Sollte man die Bevölkerung informieren? Panik säen? Wie vorgehen? Was man wenigstens hätte tun können: die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten der Chinesischen und Amerikanisch-Chinesischen Wissenschaftler studieren, die in den besten Amerikanischen und Englischen Medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind.

 

Man hätte wenigstens – und das wäre ohne Information an die Bevölkerung, ohne Panik zu säen, machbar gewesen – man hätte wenigstens das notwendige medizinischen Material auffüllen können. Dass die Schweiz mit ihrem 85-Milliarden-schweren Gesundheitswesen, in welchem eine durchschnittliche 4-köpfige Mittelstandsfamilie die Krankenkassen-Prämien nicht mehr bezahlen kann, nach 14 Tagen lauem Gegenwind an der Wand steht, über zu wenig Masken, zu wenig Desinfektionsmittel und zu wenig medizinischem Material verfügt, ist eine Schande. Was hat die Pandemie-Kommission gemacht? Wenn das keine PUK braucht. Aber keine, die nur mit Politkern besetzt ist.

 

Und so hat sich das behördliche Versagen bis heute fortgesetzt. Keine der von Singapur, Taiwan, Hongkong oder China erfolgreich eingesetzten Massnahmen wurden angewendet. Keine Grenzschliessung, keine Grenzkontrollen, jeder konnte und kann immer noch problemlos in die Schweiz immigrieren ohne überhaupt kontrolliert zu werden (habe ich am 15. März selber so erfahren).

 

Es waren die Österreicher, welche die Grenze zur CH geschlossen haben und es war die italienische Regierung, welche Ende März endlich die SBB gestoppt hat und so weiter und so fort. Und noch heute gibt es keine Quarantäne für Personen, die in die Schweiz einreisen.

 

Wurde die Forschungsgruppe von Antonio Lanzavecchia in Bellinzona konsultiert? Antonio Lanzavecchia, der an den oben erwähnten Forschungsarbeiten zu den synthetisch hergestellten Corona-Viren als Co-Autor beteiligt war? Wie kann es sein, dass Hr. Lanzavecchia am 20. März in einem kleinen Tessiner TV-Sender sagt, dass dieses Virus extrem ansteckend und extrem resistent sei – das BAG am 22. März, 2 Tage später also, von einem «Silberstreifen am Horizont» schreibt?

 

Wie kann es sein, dass eine gemischt Amerikanische-Chinesische Autorenschaft am 06. März im «Science» publiziert, dass nur eine kombinierte Grenzschliessung und eine lokale Ausgangssperre effektiv sind, dann aber die Verbreitung des Virus um 90% einzudämmen vermögen – das BAG und Bundesrat aber mitteilen, dass Grenzschliessungen nichts bringen, «weil sich die meisten sowieso zu Hause anstecken» würden.

 

Das Maskentragen wurde für nicht notwendig befunden – aber nicht, weil dessen Effektivität nicht bewiesen wäre. Nein, weil man schlicht nicht genügend Masken zur Verfügung stellen konnte. Man müsste lachen, wenn es nicht so tragisch wäre: statt die eigenen Versäumnisse einzugestehen und sie immediat zu korrigieren, hat man lieber den Deutschen Botschafter einbestellt. Was hat man ihm gesagt? Dass das 85-Milliarden-schwere Schweizer Gesundheitswesen keine Masken hat, um seine Bürger, Pflegende und Ärzte zu schützen?

 

Die Serie von peinlichen Pannen lässt erweitern: Hände-Desinfektion! Empfohlen, da wirksam und schon zu Zeiten der Spanischen Grippe empfohlen. Haben wir von unseren Entscheidungsträgern je gehört, welche Desinfektionsmittel denn wirksam sind und welche nicht? Haben wir nicht, obwohl am 06. Februar 2020 ein Summary von 22 Arbeiten im «Journal of Hospital Infection» publiziert worden ist, welches schon damals berichtete, dass Corona-Viren bis zu 9 Tage auf Metall, Plastik und Glas überleben können und welche drei Desinfektionsmittel das Virus innert 1(!) Minute killen und welche nicht. Natürlich konnte man das richtige Desinfektionsmittel nicht konkret empfehlen: der Bürger hätte dann gemerkt, dass gar nicht genug davon vorhanden ist, weil das Pandemie-Lager, welches Ethanol (62%iges bis 71%iges Ethanol killt Corona-Viren innerhalb einer Minute) bereithalten sollte, 2018 aufgelöst worden war.

 

Als die Schwierigkeiten der Pandemie auch für das BAG offensichtlich wurden, liess man verlauten, dass Patienten, welche auf die Intensivstation müssten, sowieso schlechte Chancen hätten. Dies im klaren Widerspruch zu 4 bis dahin publizierten wissenschaftlichen Arbeiten, welche übereinstimmend berichten, dass 38% bis 95% aller Patienten, die auf die Intensivstation mussten, nach Hause entlassen werden konnten.

 

Ich will hier keine weiteren Punkte erwähnen. Klar sind zwei Dinge: die Pandemie wurde seit 2003 mindestens 8x angekündigt. Und nachdem ihr Ausbruch am 31. Dezember 2019 der WHO gemeldet worden war, hätte man 2 Monate Zeit gehabt, die richtigen Daten zu studieren und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Taiwan zum Beispiel, dessen 124 Massnahmen früh publiziert worden sind, hat am wenigsten Infizierte und Todesfälle und hat keinen «Lock-down» der Wirtschaft durchführen müssen.

 

Die Massnahmen der Asiatischen Ländern wurden aus politischen und diffusen Gründen als für uns nicht machbar qualifiziert. Einer davon: das Tracking Infizierter. Angeblich unmöglich und das in einer Gesellschaft, die ihre privaten Daten ohne Probleme an iCloud’s und Facebook auslagert. Tracking? Wenn ich jeweils in Tashkent, Peking oder Yangon aus dem Flugzeug steige, dauert es 10 Sekunden und Swisscom heisst mich im jeweiligen Land willkommen. Tracking? Nein gibt es bei uns nicht.

 

Hätte man sich besser orientiert, hätte man gesehen, dass gewisse Länder ohne rigide Massnahmen ausgekommen sind. In der Schweiz hat man allenfalls semi-rigide oder gar keine Massnahmen ergriffen, sondern hat die Bevölkerung im eigentlichen Sinne durchseuchen lassen. Rigidere Massnahmen wurden zu spät ergriffen. Hätte man reagiert, hätte man vielleicht keine solchen Massnahmen ergreifen müssen – und könnte sich die aktuellen Diskussionen um einen «Ausstieg» ersparen. Von den ökonomischen Folgen will ich gar nicht reden.

 

5. Politische Aspekte – Propaganda

Warum hat man nicht nach Asien geschaut? Es gab genug Zeit. Oder anders: wie hat man nach Asien geschaut? Die Antwort ist klar: arrogant, ignorant und besserwisserisch. Typisch europäisch, oder sollte ich sagen, typisch schweizerisch?

 

Xi Jinping war noch nett, als er meinte, Europa sei wegen seines «Narzissmus» innert kürzester Zeit das weltweite Zentrum der Pandemie geworden. Ich würde hinzufügen: wegen seiner Arroganz, seiner Ignoranz und seines unsäglichen Besserwissertums.

 

In den Kommentarspalten haben immer mehr Leser unserer Medien bemerkt, dass wir vielleicht aufhören sollten, andere konstant zu belehren, wenn wir selber pro Kopf mit Spanien zusammen die höchste Rate an COVID-19-positiven Leuten und eine der höchsten Sterberaten haben.

 

Europa scheint unbelehrbar. Amerika – zumindest seine Wissenschaftler und ein Teil seiner politischen Journalisten – haben anders reagiert. Amerika hat die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten Chinesischer Autoren anerkannt und sie in ihren besten Medizinischen Zeitschriften publiziert. Selbst im «Foreign Affairs», der wichtigsten Essay-Zeitschrift zur internationalen Politik finden sich Arbeiten mit Überschriften wie: «Was die Welt von China lernen kann»; und «China hat eine App und der Rest der Welt braucht einen Plan»; ferner, dass die «internationale Kooperation der Wissenschaftler ein Beispiel dafür sei», wie man in anderen Bereichen «multipolar zusammenarbeiten müsse» und wie die Welt nun einmal «interconnected» sei. Selbst der oft zitierte Anthony Fauci, Trump’s Chef-Virologie, rühmte im «Foreign Affairs» die Zusammenarbeit mit den Chinesischen Kollegen.

 

Dass die US-Politführung das nicht umgesetzt hat, ist nicht das Problem der Wissenschaftler, welche, inklusive WHO, die exzellente Arbeit der Chinesen vor Ort lobten: «the Chinese know exactly what they do»; «and they are really, really good at it».

 

Dagegen veröffentlichte das Deutsche Magazin DER SPIEGEL einen Artikel mit der Überschrift «Tödliche Arroganz» und damit meinten sie nicht Amerika, sondern das überhebliche Europa.

 

Was sind die Fakten?

  1. Nach der SARS-Epidemie hat China ein Überwachungsprogramm installiert, welches eine auffällige Häufung atypischer Lungenentzündungen so früh wie möglich melden sollte. Als 4 Patienten in diesem Land mit seiner gigantischen Bevölkerung in kurzer Zeit eine atypische Lungenentzündung zeigten, hat das Überwachungssystem Alarm ausgelöst
  2. Nachdem bei 27 (andere Quellen sagen: 41) Patienten in Wuhan eine atypische Pneumonie diagnostiziert worden war, aber noch kein einziger Todesfall vorlag, hat die chinesische Regierung am 31. Dezember die WHO informiert.
  3. Am 07. Januar 2020 hat dasselbe Team von Peng Zhou, welches im März 2019 vor einer Corona-Pandemie gewarnt hatte, das vollständig definierte Genom des verursachenden Virus an die Welt weitergegeben, damit so schnell wie möglich weltweit Test-Kits entwickelt, eine Impfung erforscht und monoklonale Antikörper hergestellt werden können.
  4. entgegen der Meinung der WHO haben die Chinesen Wuhan im Januar mit einem «travel ban» und einer Ausgangssperre lahmgelegt.
  5. Ich erspare es mir, auf die anderen Massnahmen einzugehen, welche in China getroffen worden sind. Nach Meinung internationaler Forschungsteams hat China mit diesen früh und radikal einsetzenden Massnahmen Hunderttausenden von Patienten das Leben gerettet.
  6. am 31. Dezember 2019 hat Taiwan alle Flüge aus Wuhan gestoppt. Die weiteren 124 Massnahmen Taiwans sind im «Journal of American Medical Association» publiziert – rechtzeitig. Man hätte sie nur zur Kenntnis nehmen müssen.

Ohne Zweifel hat die «Command and Control»-Struktur Chinas initial zu einer Unterdrückung relevanter Informationen geführt, umgekehrt jedoch später bei der Begrenzung der Pandemie umso effektiver funktioniert. Der Umgang mit dem Augenarzt Li Wenliang ist schrecklich, passt jedoch zu solchen Ereignissen. Als 1918 der amerikanische Landarzt Loring Miner in Haskell County im US-Bundesstaat Kansas mehrere Patienten mit Grippesymptomen sah, welche an Heftigkeit alles Bisherige übertrafen, hat er sich an den „United States Public Health Service“ gewandt und um Unterstützung gebeten. Diese wurde im verweigert. Drei Patienten von Haskell County wurden zum Militärdienst eingezogen. Albert Gitchell, der Küchenunteroffizier – der Patient NULL – verbreitete das Virus in jener Kompanie, für die er kochte und die nach Europa verlegt wurde. 40 Tage später gab es in Europa 20 Millionen Infizierte und 20’000 Tote. Die 1918 Pandemie hat mehr Tote verursacht, als der 1. Weltkrieg.

 

Die Klagen des Westens über die «Behandlung» von Li Wenliang sind berechtigt, aber triefen von Doppelmoral, weiss man doch, welches Schicksal Whistleblower im Westen mit seinen tollen Werten widerfahren. Auch die US-Regierung versuchte, medizinische Informationen zu filtern, indem die führenden Virologen Amerikas von Trump angewiesen worden waren, jede öffentliche Aussage zuvor mit Mike Pence, dem Vize-Präsidenten, zu besprechen, was im kürzlich erschienen «Science» unter dem Titel «Do us a favor» als «unacceptable» bezeichnet und mit China verglichen worden ist.

 

Politik ist das eine, die wissenschaftlichen Arbeiten sind das andere. Bis Ende Februar 2020 sind derart viele, exzellente wissenschaftliche Arbeiten mit Chinesischen und gemischt Amerikanisch-Chinesischen Autoren erschienen, dass man hätte wissen können, um was es bei dieser Pandemie geht und was man vorkehren sollte.

 

Warum hat man alles verpasst?

Weil weder Politiker, noch Medien und die Mehrzahl der Bürger nicht fähig sind, in einer solchen Situation Ideologie, Politik und Medizin zu trennen. Eine virale Pneumonie ist ein medizinisches und kein politisches Problem. Dank des politisch-ideologisch begründeten Ignorierens medizinischer Fakten hat sich Europa in kürzester Zeit selber zum weltweiten Pandemie-Zentrum gemacht – mitten drin die Schweiz mit der zweithöchsten pro Kopf Infektionsrate.

 

Politik und Medien spielen hier eine besonders unrühmliche Rolle. Statt sich auf das eigene Versagen zu konzentrieren, wird die Bevölkerung durch ein fortgesetztes, dümmliches China-Bashing abgelenkt. Dazu kommen, wie immer, Russland-Bashing und Trump-Bashing. Man muss Trump keinesfalls mögen – aber bis die USA bezüglich der COVID-19-Todesfälle pro Kopf gleichauf mit der Schweiz liegt, müssen sie 30’000 Tote haben.

 

Wie kann man konstant andere Länder kritisieren, wenn man mit dem zweitteuersten Gesundheitswesen der Welt pro Kopf am zweitmeisten Infizierte hat und weder genügend Masken, noch genügend Desinfektionsmittel, noch genügend medizinisches Material vorweisen kann? Die Schweiz wurde von dieser Pandemie nicht überrascht – nach dem 31. Dezember 2019 hat man mindestens 2 Monate Zeit gehabt, die dringendst notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Und zu diesem Verhalten haben die Medien beileibe genug dazu beigetragen. Die mediale Berichterstattung erschöpft sich im Schönreden, was Bundesrat und BAG veranlassen sowie im Kritisieren anderer Länder.

 

Beispiele von dümmlichem China-Bashing gibt es genug: «die Chinesen sind schuld»! Wer so etwas behauptet, versteht nichts von Biologie und Leben überhaupt. «Alle Pandemien kommen aus China»: die Spanische Grippe war in Tat und Wahrheit eine Amerikanische Grippe, HIV kam aus Afrika, Ebola kam aus Afrika, die Schweinegrippe aus Mexico, die Cholera-Epidemie der 60er-Jahre mit Millionen von Toten aus Indonesien und MERS aus dem Nahen Osten mit Zentrum Saudi-Arabien.

 

Ja, SARS kam aus China. Aber die Chinesen haben im Gegensatz zu uns gelernt, wie «Foreign Affairs» am 27. März 2020 schreibt: «Past Pandemics Exposed China’s Weakness. The Current One Highlights Its Strengths”.

 

Wenn konstant behauptet wird, die Zahlen, welche China zur COVID-19-Pandemie veröffentlicht, seien sowieso alle beschönigt, was heisst dann das? Heisst das, dass wir deshalb nichts unternehmen müssen? Oder heisst es nicht viel mehr, dass es sich – sind dies Zahlen wirklich beschönigt – um eine noch viel gefährlichere Pandemie handelt, für die wir in Europa Vorkehrungen treffen sollten? So viel zur Logik von sinnlosem, politischem Nach-Geplapper.

 

Mit konstanten Aussagen wie «die Chinesen lügen sowieso nur» «Taiwan kann man nichts glauben»; «Singapur, eine Familien-Diktatur, lügt sowieso» kommt man dieser Pandemie nicht bei. Auch hier agiert die US-Zeitschrift «Foreign Affairs» – bestimmt nicht per se China-freundlich – intelligenter, wie man am 24. März 2020 lesen kann: «The U.S. and China Could Cooperate to Defeat the Pandemic. Instead, Their Antagonism Makes Matters Worse”. Und am 21. März: “It Takes a World to End a Pandemic. Scientific Cooperation Knows No Boundaries – Fortunately”.

 

Ich kann die Kritik von Lukas Bärfuss nur begrüssen. Insbesondere seine Aussage:

«Warum die entsprechenden Fabriken nicht mehr in Biberist stehen. Sondern in Wuhan. Und ob dieses Allokationsproblem vielleicht nicht nur Zellulose betrifft, sondern auch Information, Bildung, Nahrung und Medikamente».

Diese Aussage trifft ins Schwarze und demaskiert unsere Arroganz und Ignoranz.

 

Reicht es nicht, dass der Westen zu Beginn dieser Pandemie hochnäsig und mit einer gewissen Schadenfreude nach China geschaut hat? Muss jetzt die Unterstützung der westlichen Staaten durch China auch noch bösartig diffamiert werden? China hat bis heute 3.86 Milliarden Masken, 38 Millionen Schutzanzüge, 2.4 Millionen Infrarot-Temperatur-Messgeräte und 16’000 Beatmungsgeräte geliefert. Nicht Chinas angeblicher Weltmachtsanspruch, sondern das Versagen der westlichen Länder hat dazu geführt, dass der Westen buchstäblich am medizinischen Tropf Chinas hängt.

 

6. Woher stammt dieses Virus?

Auf unserem Globus gibt es ungefähr 6400 Säugetier-Arten. Fledermäuse (bats) und Flughunde machen 20% der Säugetier-Population aus. Es gibt 1000 verschiedene Arten von Fledermäusen und Flughunden. Es sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können, was ihren grossen Bewegungsradius erklärt.

 

Fledermäuse und Flughunde beherbergen eine Unzahl von Viren. Wahrscheinlich sind Fledermäuse und Flughunde in der Entwicklungsgeschichte die Eintrittspforte von Viren in den Stammbaum der Säugetiere gewesen.

 

Es gibt zahlreiche gefährliche Viren, welche von den «Bats» auf den Menschen übergesprungen sind und für viele Krankheiten verantwortlich sind: Masern, Mumps, Tollwut, Marburg-Fieber, Ebola und andere, seltenere, nicht weniger gefährliche Krankheiten. Auch bei anderen Säugetieren haben von «Bats»-stammende Viren immer wieder zu Massensterben in der Schweine-, Hühner- oder Vogelzucht geführt.

Dies sind entwicklungs-geschichtlich Jahr-Millionen alte biologische Vorgänge. Auch in der DNA gesunder Menschen finden sich Reste von viraler Gensequenzen, die über die Jahrtausende «eingebaut» worden sind.

 

SARS und MERS haben die Forschung an Corona-Viren intensiviert, gerade weil man mit einer baldigen, neuen Corona-Viren-Epidemie, respektive Pandemie gerechnet hat. 22 der 38 bekannten und noch lange nicht definitiv klassifizierten Corona-Viren wurden von chinesischen Forschern in extenso studiert, siehe u.a. Peng Zhou’s Publikation zur Epidemiologie der «bat coronaviruses in China» sowie die anderen, oben erwähnten Publikationen Amerikanischer Autoren. Peng Zhou hat im März 2019 eine baldige, neue Corona-Epidemie vorausgesagt und zwar aus folgenden Gründen:

 

Die Tatsache, dass viele dieser Viren – Corona-Viren, aber auch Ebola- oder Marburg-Viren – zusammen in diesen «Bats» hausen und zufällig genetisches Material austauschen können

Obwohl nicht bewiesen, hat Peng Zhou auch die Essgewohnheiten der Chinesenangesprochen, welche die Wahrscheinlichkeit einer Transmission dieser Viren von Tieren auf den Mensch erhöhen. Peng Zhou hat in seinem Artikel vom März 2019 vor einer Corona-Pandemie gewarnt. Und er schrieb, dass er nicht sagen könne, wann genau und wo diese Pandemie ausbrechen würde, aber dass China mit grosser Wahrscheinlichkeit ein «hot-spot» sein werde. So viel zur wissenschaftlichen Freiheit notabene. Peng Zhou und seine Gruppe aus Wuhan haben weitergeforscht und sie waren es, die bereits am 7. Januar das Genom von COVID-19 identifiziert und der ganzen Welt mitgeteilt hatten.

 

Es gibt 4 Theorien, wie dieses Virus auf den Menschen übergesprungen ist:

  1. hohe Biodiversität in China;
  2. hohe Anzahl an «Bats» in China;
  3. hohe Bevölkerungsdichte in China = nahes Zusammenleben zwischen Tier und Mensch;
  4. hohe genetische Variabilität der «Bats», d.h. eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich das Genom einzelner Coronavirus-Typen spontan im Rahmen zufälliger Mutationen verändern kann;
  5. hohe aktive genetische Rekombination von Corona-Viren, heisst: Corona-Viren verschiedener Typen tauschen untereinander Genom-Sequenzen aus, die sie dann für den Menschen aggressiver machen können;

Das Besondere an diesen Tatsachen ist, dass Corona-Viren zusammen mit dem Ebola-Virus auf ein und demselben «Bat» leben können, ohne dass die Fledermaus erkrankt. Einerseits ist dies wissenschaftlich interessant, weil vielleicht Immunmechanismen gefunden werden können, die erklären, wieso diese Fledermäuse nicht erkranken. Diese Immunmechanismen gegenüber Corona-Viren und dem Ebola-Virus könnten Erkenntnisse liefern, die für den Homo sapiens von Bedeutung ist. Anderseits sind diese Tatsachen beunruhigend, weil man sich vorstellen kann, dass sich aufgrund der hohen, aktiven, genetischen Rekombination ein Supervirus bilden kann, welches eine längere Inkubationsdauer als das aktuelle COVID-19-Virus, aber die Letalität des Ebola-Virus aufweist.

 

SARS wies eine 10%ige Mortalität auf, die Mortalität von MERS betrug 36%. Es war nicht das Verdienst des Homo sapiens, dass SARS und MERS sich nicht so schnell ausgebreitet haben, wie jetzt COVID-19. Das war einfach nur Glück. Die Behauptung, dass ein Virus, welches eine hohe Mortalität habe, sich nicht ausbreiten könne, weil es ja viel zu schnell seinen Wirt umbringe, war zu den Zeiten richtig, als eine „infizierte“ Kamelkarawane von X’ian Richtung Seidenstrasse losgezogen ist und wegen der hohen Mortalität in der nächsten Karawanserei gar nicht mehr ankam. Heute geht das Ruckzuck. Heute sind alle massivst vernetzt. Ein Virus, das in 3 Tagen tötet, geht trotzdem um die Welt. Alle kennen Peking und Shanghai. Ich kenne Wuhan seit 20 Jahren. Keiner meiner Kollegen und Bekannten hat je etwas von Wuhan gehört. Aber hat man gesehen, wie viele Ausländer es in Wuhan – in einer Stadt, die „niemand“ kennt – gab und wie sie blitzschnell in alle Weltregionen verteilt wurden? Das ist die heutige Situation.

 

7. Was wissen wir? Was wissen wir nicht?

Wir wissen,

dass es sich um ein aggressives Virus handelt;

  1. Das COVID-19-Virus ist von einer Fledermaus direkt auf den Menschen übertragen worden. Dasjenige Virus, welches in Frage kommt und genetisch zu 96% mit dem aktuellen «COVID-19» Virus übereinstimmt, kann jedoch von seiner Struktur her nicht an das «Angiotensin-Converting-Enzyme» (ACE) Typ 2 in der Lunge andocken. Das Virus benötigt aber dieses Enzym, um in die Lungenzellen (und in die Zellen des Herzens, der Niere und des Darmes) eindringen und diese zerstören zu können.
  2. Ein COVID-19-Virus sprang vom Pangolin, einem Malaysischen Säugetier mit Schuppen, welches illegal in China eingeführt worden sei, auf den Menschen und war zunächst nicht Krankheits-erregend. Im Rahmen konsekutiver Mensch-zu-Mensch-Transmissionen hat sich dieses Virus an die beim Menschen vorliegenden Rahmenbedingungen dank Mutation oder Adaptation angepasst und konnte schliesslich an den ACE2-Rezeptor andocken und in die Zellen eindringen, womit die Pandemie «startete».
  3. Es gibt einen Elternstamm dieser beiden COVID-19-Viren, der bis anhin leider unentdeckt blieb.
  4. Es handelt sich um ein synthetisches Labor-Virus, denn genau daran wurde geforscht und der biologische Mechanismus der Krankheits-Erregung ist ja im Detail schon 2016 beschrieben worden. Die angefragten Virologen verneinen natürlich diese Möglichkeit, können sie aber auch nicht ausschliessen, nachzulesen im eben publizierten «Nature Medicine»: «The proximal origin of SARS-CoV-2» von Kristian Andersen.

Was wir nicht wissen:

  1. ob nach durchgemachter Infektion eine Immunität vorliegt, oder nicht. Gewisse Daten weisen darauf hin, dass der Mensch ab dem 15. Tag Immunglobuline der G-Klasse entwickeln kann, welche eine erneute Infektion mit demselben Virus verhindern sollten. Aber es ist noch nicht definitiv bewiesen;
  2. wie lange eine allfällige Immunität schützen könnte;
  3. ob dieses COVID-19-Virus stabil bleibt, oder ob sich im Herbst analog der üblichen Grippe-Welle erneut ein leicht verändertes COVID-19 über ganze Welt verbreitet, gegen welches keinerlei Immunität vorliegt;
  4. ob uns die höheren Temperaturen des Sommers helfen, weil die Hülle des COVID-19 bei höheren Temperaturen instabil ist. Hier muss erwähnt werden, dass das MERS-Virus sich im Nahen Osten in den Monaten Mai bis Juli verbreitet hatte, als die Temperaturen höher waren, als sie bei uns je sind;
  5. wie lange es dauert, bis eine Population so durchseucht ist, dass der R-Wert <1 ist:
  6. Wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt 1 Million Zürcher testet, sollen aktuell angeblich 12% bis 18% COVID-19 positiv sein. Um der Pandemie ihren Pandemie-Charakter zu nehmen, müsse der R-Wert <1 sein, d.h. circa 66% der Bevölkerung müssen mit dem Virus Kontakt gehabt und Immunität entwickelt haben. Niemand weiss, wie lange, wie viele Monate es dauern wird, bis die Durchseuchung, die aktuell 12% bis 18% betragen soll, 66% erreicht hat! Aber man kann davon ausgehen, dass die Weiterverbreitung des Virus von 12% bis 18% auf 66% der Bevölkerung weiterhin schwerkranke Patienten generieren wird.
  7. wir wissen also nicht, wie lange wir mit diesem Virus zu tun haben werden. Zwei Berichte, welche der Öffentlichkeit nicht zugänglich sein sollten (U.S.- Government COVID Response Plan sowie ein Bericht des Imperial College London) kommen unabhängig voneinander auf eine „Lock-down“-Phase von bis zu 18 Monaten;
  8. und wir wissen nicht, ob uns dieses Virus epidemisch/pandemisch oder vielleicht sogar endemisch beschäftigen wird;
  9. wir haben nach wie vor keine anerkannte und breit anwendbare, definierte Therapie; eine solche haben wir auch bei der Influenza nie präsentieren können.
  10. Vielleicht sollten Behörden und Medien einmal die Fakten auf den Tisch legen, statt alle zwei Tage Meldungen von einer scheinbar erfolgreichen Impfung, die nicht mehr weit weg ist, zu präsentieren.

8. Was können wir aktuell tun?

Die Frage nach den besten Lösungsansätzen kann ich auch nicht beantworten. Ob die Schweiz die Pandemie überhaupt noch eindämmen kann, oder ob die Durchseuchung der Bevölkerung unbeeinflusst weiterläuft, weil man initial alle Massnahmen verschlafen hat, ist möglich.

 

Wenn dem so ist, kann man nur hoffen, dass wir diese „Politik“ nicht mir zu vielen Toten und Schwerkranken bezahlen. Und dass nicht zu viele Patienten an den Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion leiden, wie z.B. einer „dank“ COVID-19 neu erworbenen Lungenfibrose, einem gestörten Glucose-Metabolismus sowie neu auftretenden kardiovaskulären Erkrankungen. Die langfristigen Konsequenzen einer durchgemachten SARS-Infektion sind bis 12 Jahre nach angeblicher Heilung dokumentiert. Hoffen wir, dass sich COVID-19 anders verhalten wird.

 

Die Aufhebung des „Lock-down“, respektive die Rückkehr zur dem, was wir als normal empfinden, ist sicherlich der Wunsch eines jeden. Welche Schritte bei der Rückkehr zur Normalisierung mit nachteiligen Folgen verbunden sein werden – d.h. mit einem Wieder-Aufflammen der Infektionsrate – kann niemand voraussagen. Jeder Schritt Richtung Lockerung ist im Grunde genommen ein Schritt ins Unbekannte.

 

Wir können nur sagen, was nicht machbar ist: eine aktive Durchseuchung der nicht-Risiko-Gruppen mit dem COVID-19-Virus ist mit Sicherheit ein absolutes Hirngespinst. Es kann nur Leuten in den Sinn kommen, die keine Ahnung von Biologie, Medizin und Ethik haben:

  1. kommt es mit Sicherheit nicht in Frage, Millionen von Gesunden Mitbürgern absichtlich mit einem aggressiven Virus zu infizieren, von welchem wir eigentlich überhaupt nichts wissen, weder das Ausmass der akuten Schädigung, noch die Langzeitfolgen;
  2. je grösser die Anzahl Viren pro Population, desto grösser die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Mutation, welche das Virus noch aggressiver machen könnte. Also sollten wir sicher nicht aktiv mithelfen, die Anzahl Viren pro Population zu erhöhen.
  3. Je mehr Leute mit COVID-19 infiziert sind, desto wahrscheinlicher wird es, dass sich dieses Virus noch „besser“ an den Menschen adaptiert und noch desaströser wird. Es wird ja angenommen, dass das bereits einmal passiert ist.
  4. bei staatlichen Reserven von angeblich 750 Milliarden, ist es ethisch und moralisch verwerflich, aus blossen wirtschaftlichen Überlegungen Millionen von gesunden Personen zu infizieren.
  5. Die gewollte Infizierung gesunder Leute mit diesem aggressiven Virus würde eines der fundamentalen Prinzipien der gesamten Medizingeschichte aus reinen, kurzfristigen ökonomischen „Bedenken“ akut aushebeln: das Prinzip des „primum nil nocere“. Ich würde mich als Mediziner weigern, an einer derartigen Impfaktion überhaupt teilzunehmen.

Die Bestimmung der COVID-19 IgM- und IgG-Antikörper-Konzentration im Blut geht scheinbar mir der Neutralisierung des COVID-19-Virus einher. Die quantitative und qualitative Diagnostik dieser Antikörper wurde bis jetzt nur in einer kleinen klinischen Studie mit 23 Patienten untersucht. Ob die Massenbestimmung der Antikörper im Blut einen kontrollierten «Lock-down» sicherer machen, indem sich vorerst nur nicht mehr ansteckende und nicht mehr ansteckbare Personen frei bewegen können, kann derzeit nicht beantwortet werden. Ebenso unklar ist, wann diese Methode klinische valide und breit anwendbar sein wird.

 

9. Zukunft

Diese Pandemie wirft viele politische Fragen auf. „Foreign Affairs“ mit Donald Trump und Anthony Fauci auf dem Cover schreibt am 28. März 2020 dazu: „Plagues Tell Us Who We Are. The Real Lessons of the Pandemic will be Political“.

 

Diese politischen Fragen werden nationaler und internationaler Art sein.

 

Die ersten Fragen werden ganz bestimmt unser Gesundheitswesen betreffen. Mit einem 85-Milliarden-Budget hat es die Schweiz – was die Anzahl Corona-Patienten pro 1 Million Einwohner betrifft – weltweit auf Rang 2 geschafft. Gratuliere! Was für eine Schande! Grundlegendes und billiges Material fehlt in der Schweiz nach 14 Tagen. Das kommt davon, wenn selbsternannte «Gesundheitspolitiker», «Gesundheits-Ökonomen» und IT-Experten Milliarden in Projekte wie e-Health, elektronische Gesundheitskarte, überteuerte Klinik-Informationssysteme (man frage einmal das Kantonsspital Luzern!), tonnenweise Computer und «Big Data» investieren und so vollkommen zweckentfremdet Milliarden aus dem Gesundheitswesen abziehen. Und Ärzteschaft und FMH sind buchstäblich zu blöd, endlich einmal dagegen aufzustehen. Sie lassen sich lieber jede Woche als Abzocker und Kriminelle titulieren. Die Schweiz muss endlich untersuchen, wie viel von 1 Million Kassengelder noch für medizinische Leistungen aufgewendet werden, welche direkt dem Patienten zugutekommen und wie viel Geld zweckentfremdet in Branchen-fremde Lobby-Vereinigungen fliesst, die sich schamlos am 85-Milliarden-Kuchen bereichern, ohne je einen Patienten gesehen zu haben. Und natürlich braucht es endlich eine adäquate Qualitätskontrolle medizinischer Leistungen. Auf die weiteren Massnahmen im Rahmen der Reorganisation des Schweizerischen Gesundheitswesens möchte ich hier nicht eingehen.

 

Die internationalen Fragen betreffen vor allem unser Verhältnis zu China und den Asiatischen Ländern überhaupt. Kritische Stellungnahmen: ja. Aber konstantes, dümmliches „Bashing“ anderer Nationen kann kein Rezept dafür sein, globale Probleme gemeinsam anzugehen – von „Lösen“ möchte ich gar nicht sprechen. Anstatt sinnlose Propaganda nachzuplappern, sollte man sich vielleicht einmal mit Autoren auseinandersetzen, die tatsächlich ausgewogen auf hohem Niveau etwas zu sagen haben, so z.B.:

  • Pankaj Mishra: „Aus den Ruinen des Empires“
  • Kishore Mahbubani: „The Asean Miracle. A Catalyst for Peace“
  • „Has the West lost it?“
  • „Can Asians think?“
  • Lee Kuan Yew: „One man’s view of the world“
  • David Engels: „Auf dem Weg ins Imperium“
  • Noam Chomsky: „Wer beherrscht die Welt“
  • Bruno Macàes: „The Dawn of Eurasia“
  • Joseph Stiglitz: „Reich und Arm“
  • Stephan Lessenich: „Neben uns die Sintflut“
  • Parag Khanna: „Unsere asiatische Zukunft“

 

Lesen heißt noch lange nicht, allen diesen Autoren in allem Recht zu geben. Aber es wäre für den Westen – inklusive die Schweiz – von grossem Wert, Besserwisserei, Ignoranz und Arroganz hier und dort durch Fakten, Verständnis und Kooperation zu ersetzen. Die Alternative besteht ja nur darin, zu versuchen, unsere vermeintlichen Konkurrenten früher oder später in einem Krieg zu eliminieren. Was man von dieser „Lösung“ halten soll, kann jeder selber entscheiden.

 

In diesem Sinne kann man nur darauf hoffen, dass sich die Menschheit eines Besseren besinnt. Träumen ist immer erlaubt.

 

Die Herausforderungen sind global. Und die nächste Pandemie steht vor der Tür. Und diese wird vielleicht durch ein Super-Virus verursacht werden und ein Ausmass annehmen, das wir uns lieber nicht vorstellen möchten.

Fundstück des Tages 20200410

Mein koreanischer Freund Ian, der in den USA lebt, hat mir dieses Bild aus der New York Times geschickt mit der Bitte, wir sollen gut auf uns aufpassen. Gerne hätte ich diesmal drauf verzichtet, ganz vorne dabei zu sein…

 

 

Externe Wurzelresorptionen (VI)

Von Christoph Kaaden

 

Gestern habe ich hier die klinische Behandlungsabfolge von Sophia vorgestellt.

Hier noch  die radiologische Abfolge der Behandlungsschritte:

 

 

Trennwand – Plexiglas

Und wieder ist ein Produkt rar geworden.

Plexiglas.

In Sachsen haben alle Baumärkte geschlossen. Es gibt kein Plexiglas zu kaufen. Nur einige Tischler haben sich darauf spezialisiert Trennwände zu bauen.
Einige Internetversender haben ebenfalls so etwas im Angebot. Minilu.

Bei meiner Suche im Internet bin ich dann in Südtirol gelandet und welch lustiges Ergebnis, die Loeff-System GmbH, mit der ich weder verschwägert, noch verwandt noch bekannt bin, bietet so eine Trennwand an.
Ich habe diese kurzer Hand bestellt. Inklusive Versand €147,00.
Nach 3 Tagen war sie da. Die Verarbeitung ist fast gut. Der Zuschnitt stimmt nicht 100%. Da wir die Mittelscheibe nach oben versetzt haben fällt das nicht auf.

Den Anbieter habe ich dazu per Mail informiert.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen..

Externe Wurzelresorptionen (V)

Von Christoph Kaaden

 

Fast sieben Jahre ist es her, dass wir Sofias vormals avulsierten Zähne endodontisch behandelt haben. In der weiteren Folge kam es zu der erwarteten Ersatzresorption mit Ankylose. Als weiterführende Therapie erfolgte damals eine Zahntransplantation.

So stellte sich die Situation im Jahr 2017 dar.

Vor Kurzem konnte nun die kieferorthopädische Behandlung abgeschlossen und die Zähne mit Komposit aufgebaut werden.

Sie sieht die Situation nun klinisch aus:

 

Kampf dem Virus – Update FFP 2-Masken

Die Zahnärztekammer hat uns 15 FFP 2- Masken zukommen lassen.

Naja, zukommen lassen ist vielleicht nicht ganz zutreffend, denn die Kosten von ca. 6 Euro pro Maske werden von unserem Konto abgezogen, aber immerhin, wir haben nun solche Masken.

Das große Plus, sie sind angenehm weich.
Ein Traum im Vergleich zu den FFP 3 ´s, die wir die ganze Zeit getragen haben.
Und sie schliessen seitlich gut ab, liegen dicht an.

Der große Nachteil. Beim Ausatmen presst sich die Luft an der Nase seitlich vorbei.
Die Schutzbrille beschlägt sofort.
An ein Arbeiten unter dem OPM ist nicht zu denken.

Also die Taucherbrille geschnappt.
Und durchs Schlüsselloch gearbeitet unter dem OPM. Geht. Aber gut ist anders. Dann kommt der Laser. Und es fehlt die Laserschutzbrille.  Work around ? Immer schön auf den Fernsehmonitor schauen beim Lasern.
Geht.
Nur sehr ungewohnt.
Man muss höllisch aufpassen, nicht doch gewohnheitsmäßig durchs Mikroskop zu schauen.

Irgendwann kristallisiert sich dann die gegenwärtige Lösung heraus.
FFP 2 Maske und Laserschutzbrille fürs Mikroskop. Die beschlägt nämlich nicht. Und dichtet fast so gut ab wie die Fahrradbrille.

Bei COVID-19 – Patienten oder Verdacht auf SARS CoV-2 Infektion  wäre es  FFP3 und Taucherbrille.

Noch ein Update. Wir testen jetzt den von mir ersonnenen und mittels 3D-Druck realisierten Gesichtsschutz. Sollte er sich bewähren, werde ich nach Ostern hier bei WURZELSPITZE die 3D Druck-Dateien für Alle zum Download bereitstellen.

 

 

 

Zitat des Tages 202004- LZK Hessen Videotext – Alles wird gut, wir haben Handinstrumente

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Die Aussagen der Landeszahnärztekammer  muss man Satz für Satz sich vor Augen führen.

Gefahr sehr sehr gering ?

Für wen ? Schon mal an Behandler und das Team gedacht, Herr Frank?

Nicht nötig, auf geplante Behandlungen zu verzichten ????
Was bitte sind denn unsere Behandlungen , die im Terminbuch stehen ?
Die sind doch ALLE  geplant ?????

Hygienemanagement so gut, das ein Infektionsrisiko so gut wie ausgeschlossen ist ?
Ist das nicht die gleiche LZK, welche die Wiederaufbereitung von Schutzmasken empfohlen hat und auch die Behandlung von COVID 19-Patienten selbst bei fehlender Schutzkleidung, Versorgungsauftrag und so.

Und das Beste zum Schluss. Zahnärzte könnten mit Handinstrumenten arbeiten.
Na, viel Spass bei der Kronenpäp morgen.

Röntgenbefund

von Jörg Schröder

Erst die Befragung der Patientin brachte hier Licht ins Dunkel.

Was ist die Ursache dieser ungewöhnlichen Strukturen?

Offener Brief an das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland

Offener Brief an das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland

 

Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn – persönlich

Friedrichstraße 108
10117 Berlin

poststelle@bmg.bund.de

 

Sicherstellungsauftrag zweiter Klasse – Solidarität ja, aber nicht für alle

Sehr geehrter Minister Spahn,

mit Dankbarkeit und Überzeugung stelle ich mich jeden Tag auf den Balkon und klatsche all denjenigen zu, die in diesen, für uns alle schwierigen Corona-Zeiten Hilfsbereitschaft zeigen, sich für unsere Mitmenschen einsetzen, ihrer Arbeit im Rahmen des Sicherstellungsauftrages nachgehen und großartiges für unsere Gesellschaft leisten!

Ich klatsche aber auch inbrünstig für all diejenigen, die keine Solidarität erfahren, die einfach vergessen werden und die bewusst neben dem hochgepriesenen Rettungsschirm platziert werden. Dazu gehören auch meine wunderbaren Mitarbeiter, die sich trotz Sorge um Ihre Familien, um sich selbst und um Ihre Umgebung täglich bei mir in der Praxis einfinden, um Schmerzen zu lindern, Patienten nicht allein zu lassen und Ihrer Versorgungsverpflichtung nachzukommen.

„Ich habe den Beruf der Zahnarzthelferin bewusst gewählt, ich bin mir der Hygienerisiken schon immer bewusst gewesen und unter Einhaltung unserer Hygiene- und Arbeitsschutzrichtlinien hatte ich bisher keine Bedenken. Ich liebe meine Praxis und unsere Patienten, aber was derzeit abgeht macht mir große Angst. Und jetzt lässt uns die Politik auch noch im Corona-Regen stehen. Wie ungerecht und warum?“ fragt mich dieser Tage eine Mitarbeiterin.

Seit Wochen bemühen wir uns um die Besorgung ausreichender Schutzkleidung mit wenig Erfolg, wir folgen den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes und den Anweisungen unserer Standesorganisationen, den uns auferlegten Sicherungsauftrag ernst zu nehmen. Wir stehen jeden Tag für unsere Patienten zur Verfügung und sind für Notfälle gerüstet. Wir verfolgen die Nachrichten und erleben eine Welle von Hilfsbereitschaft und auch die Politik wirft mit großen Worten um sich. Wir müssen zusammenhalten, Solidarität ist wichtig – offensichtlich aber nicht für alle!

Am 23. März 2020 beschließt das Bundeskabinett die Entwürfe für Gesetzespakete zur Unterstützung des Gesundheitswesens bei der Bewältigung der Corona-Epidemie. Sie als Bundesgesundheitsminister erläutern vollmundig:

„Gesundheitswesen stützen, damit es noch besser schützen kann“. Dabei werden alle systemrelevanten Gesundheitsbereiche aufgeführt – einzig die Zahnarztpraxen werden nicht erwähnt und schlichtweg ausgeschlossen.

(siehe: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2020/1-quartal/gesetzespakete-corona-epidemie.html)

Ein unfassbarer Skandal!

Das Coronavirus hält sich vor allem im Mund- und Rachenraum auf, es nimmt von dort aus seinen Lauf über die viel beschriebene Tröpfchenübertragung. Abstand halten ist für das zahnmedizinische Personal und die Behandler nicht umsetzbar. Jegliche Behandlung ist für beide Seiten – Patient wie Praxisangehörige – ein unkalkulierbares Risiko, welches nur durch aufwendige Maßnahmen minimiert wird.

Ohne eine Debatte über die Wertigkeit der Fachrichtungen anzustoßen, sollte man rein sachlich feststellen, dass es medizinisches Personal in diversen Bereichen gibt, die nicht ansatzweise einem Patienten-Kontakt in dem Maße ausgesetzt sind, wie wir Zahnärzte und unsere MitarbeiterInnen. Trotzdem werden aber alle anderen medizinischen Fachrichtungen durch den Rettungsschirm geschützt.

Warum wird die Zahnmedizin hier so bewusst diskriminiert und ausgegrenzt frage ich Sie nachdrücklich?

Unsere zahnmedizinischen Mitarbeiter und zahnärztlichen Behandler sind einem ungleich höheren Risiko ausgesetzt: Bei den Behandlungen kommen Turbinen und Winkelstücke sowie Ultraschallgeräte zum Einsatz – und das mit einem Maximalabstand von ca. 25 – 40 cm. Wir arbeiten direkt am offenen Mund des Patienten. Die entstehenden Aerosole ausgehend aus dem Mund des möglicherweise infizierten Patienten sind potentielle Virenverteiler aus der direkten Nähe!

Unsere zahnmedizinischen AssistentInnen und wir Zahnärzte gehören nachweislich zu der am höchsten gefährdeten Berufsgruppe!

(siehe: https://www.krankenhaushygiene.de/ccUpload/upload/files/2020_03_22_DGKH_Mitteilung_Ausgangssperre_RKG_Konzept.pdf)

Zurecht und mit großem Verständnis werden daher aktuell nur notwendigste Behandlungen durchgeführt. Dies wird auch von unserer Standesorganisation und den Gesundheitsämtern empfohlen. Diese machen aktuell gar Praxisbegehungen und teilen Verwarnungenaus, sollten andere Behandlungen als Notfälle durchgeführt werden. Die Folge: Patienten sagen ihre Termine reihenweise ab und in den deutschen Zahnarztpraxen brechen die Umsätze bis zu 100% ein. Vor allem dann, wenn aufgrund nicht beziehbarer und mangelnder Schutzausrüstung die Praxen komplett schließen müssen.

Dies ist besonders fatal, da eine Schließung im Grunde genommen rechtswidrig ist. Zahnarztpraxen gehören explizit zur systemrelevanten Berufsgruppe und eine Schließung kann nur von den Behörden angeordnet werden.

Wir sind es gewohnt unter strengen Hygieneauflagen zu arbeiten und haben unsere Hilfe zur Schulung von Aushilfspersonal auch in Kliniken angeboten. Wir stehen dem Gesundheitswesen mit Überzeugung zur Verfügung, wenn der Katastrophenfall ausgerufen wird und die Kompetenz unserer Mitarbeiter und von uns Zahnärzten gebraucht wird.

Warum wird nun die am besten in der Hygiene ausgebildete Fachgruppe bestraft und warum werden wir anders bewertet, als zum Beispiel Psychologen oder niedergelassene Ärzte, die völlig neutral betrachtet keinen so intensiven Kontakt zu den Patienten haben?

Auch haben Zahnarztpraxen einen aufwendigen Betriebs-, Geräte- und Behandlungsstuhlaufwand, hohe Mieten, Personalkosten, Fix- und Materialkosten. Dagegen fallen die Einnahmen, wie bei anderen Unternehmen auch, derzeit nahezu komplett weg. Warum wird nur uns zugemutet, unsere Mitarbeiter, trotz Kurzarbeit und Urlaubsabbau, möglicherweise entlassen zu müssen, da uns die ungleich höheren Kosten im Vergleich zu anderen niedergelassenen ärztlichen Kollegen die Liquidität entzieht?

Etwa über 350.000 Mitarbeiter, Zahnarzthelfer- und Zahnarzthelferinnen, ZahntechnikerInnen und ZahnärztInnen sind in Deutschland betroffen – all diese werden von der Bundesregierung als „nachrangig“ relevant eingestuft. Selbst bei der Verteilung von Schutzausrüstungen werden wir nicht berücksichtigt.

Seit Jahren kämpfen wir um Fachpersonal, wir bemühen uns um optimale Ausbildung, wir bezahlen übertariflich, sind mehr als engagiert in der Fort- und Weiterbildung und auch im Auftrag der sozialen Pflegeeinrichtungen unterwegs. Nun sollen all diese Bemühungen ins Leere laufen?

Das leidenschaftliche Engagement unserer Angestellten wird durch die Ignoranz Ihres Ministeriums sowie der Bundesregierung vor den Kopf gestoßen. Die Zukunft nach Corona bzw. die kommenden Zeiten mit Corona werden eine andere sein. Noch weniger motivierte Mitarbeiter werden wir zur Verfügung haben, Zahnarztpraxen werden Insolvenz anmelden müssen und das Gejammer wird dann groß sein, wenn Zahnschmerzen der Bevölkerung, einschließlich der Politiker, nicht mehr adäquat behandelt werden können und wir uns zukünftig alle zahnlos anlächeln. Unser Sicherstellungsauftrag ist in Gefahr!

Ganz abgesehen von den vielen ganzheitlichen Aspekten, die von der Mundhöhle und dem Kauorgan ausgehen und die sich im Notfall – gerade bei Coronapatienten multiplizieren.

Als Mitglied der Leitlinienkommission „Parodontitis und Diabetes“ der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-Mund-Kieferheilkunde) in Kooperation mit der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) sind mir die unmittelbaren Zusammenhänge und Auswirkungen auf den gesamten Organismus sehr präsent.

Wachen Sie bitte auf und stellen uns ebenso unter den Rettungsschirm – nicht besser, nicht schlechter! Nur gleichberechtigt, entsprechend unserer systemrelevanten Aufgaben im Gesundheitswesen und behandeln uns nicht als Berufsgruppe zweiter Klasse!

Wir werden unsere Patienten über den Skandal solange informieren und keine Ruhe geben, bis auch wir ernstgenommen und entsprechend geschützt werden:

#wirerhalteneuremundgesundheit #weloveourdentists #ichvertrauemeinemzahnarzt #weloveourstaff #wecareforyourteeth #wecareforyourmouthhealth #Ilovemypatients #weloveourpatients #wecareforouremployees #wirsorgenunsumunseremitarbeiter

 

In Erwartung Ihres schnellen Handelns, hochachtungsvoll und mit besten Grüßen,

bleiben Sie gesund,

Dr. Siegfried Marquardt

 

 

Dr. Siegfried Marquardt

Spezialist für Implantologie (BDIZ-EDI, EDA)

Spezialist für Ästhetik und Funktion in der Zahnmedizin (DGÄZ)

Zertifizierter Sportzahnarzt (DGSZM)

Direktor des SSC Tegernsee

Lehrbeauftragter der APW / DGZMK

Lehrbeauftragter der DGÄZ / Uni Greifswald

Geschäftsführender Gesellschafter der Z.a.T. FortbildungsGmbH

 

Adelhofstrasse 1

83684 Tegernsee

info@dr-marquardt.de

 

DR. HONTSCHIKS DIAGNOSE – Maskerade

DR. HONTSCHIKS DIAGNOSE

Maskerade

vonBernd Hontschik, erschienen in der Frankfurter Rundschau

Wie wir in den „Krieg“ gegen das Corona-Virus geraten sind: ein Blick zurück im Zorn.

Ist es in diesen Zeiten erlaubt, den Blick zurück zu richten? Ja, es ist nicht nur erlaubt. Es ist sogar bitter nötig, denn allzu schnell wird vergessen sein, wie wir eigentlich in diesen „Krieg mit dem Virus“ geraten sind.
Vor mehr als sieben Jahren erschien im Januar 2013 die Bundestagsdrucksache 17/12051: Eine geradezu hellseherische Risikoanalyse von Bundesinnenministerium und Robert-Koch-Institut (RKI) über ein schwerwiegendes Seuchenereignis durch ein neuartiges Coronavirus. Neben Quarantäne und Hygiene wurde in der Aufzählung notwendiger Schutzmaßnahmen dem „Einsatz von Masken, Brillen und Handschuhen“ erhebliche Bedeutung zugemessen. Passiert ist danach nichts.
Vor drei Jahren provozierte Bill Gates im Februar 2017 auf der Münchner Sicherheitskonferenz die versammelten Mächtigen dieser Welt damit, dass in naher Zukunft eine „hochgradig tödliche globale Pandemie auftreten“ werde, die „in der Lage ist, Millionen von Menschen zu töten, die Weltwirtschaft zum Stillstand zu bringen und die einzelnen Nationalstaaten ins Chaos zu stürzen.“ Passiert ist danach nichts.

Seit Anfang Januar konnten wir vom sicheren Sofa aus die verzweifelten Bemühungen in Wuhan verfolgen, eine tödliche Seuche in den Griff zu bekommen. Zehntausende Chinesen erkrankten, Tausende starben. Aber das war ja weit weg. Man beruhigte uns. Deutschland sei ja nicht China. Wir seien hier auf alles bestens vorbereitet.

Vor acht Wochen, Anfang Februar, warnte eine schwäbische Firma das Bundesgesundheitsministerium vor Engpässen bei der Versorgung mit Masken und Schutzkleidung. Passiert ist nichts. Man könne nicht alle eingegangenen Hinweise in seinem Haus bearbeiten, und man habe sich nicht vorstellen können, dass es mit einem „Cent-Produkt“ einen solchen Mangel geben könne, sagte Jens Spahn dazu im ZDF. Bis heute empfiehlt er das Tragen vom Atemmasken nicht. Das ist kein Wunder, denn er hat ja auch keine besorgt. Sechs Millionen Atemmasken sind in Kenia verschwunden, keiner weiß wohin. Ein Flugzeug aus China voller Atemmasken landet in Frankfurt, es wird von zwei Ministern empfangen – wann hat es das schon einmal gegeben?

Bis heute sind Krankenhäuser nur unzureichend und Arztpraxen fast gar nicht mit professioneller Schutzkleidung und Atemschutzmasken ausgerüstet. Arztpraxen müssen schließen, weil die Corona-Infektion auch vor ihnen nicht Halt macht. In Alters- und Pflegeheimen ist die Versorgung noch katastrophaler. Die Atemschutzmasken, die so viel Krankheit und Tod hätten verhindern können, wurden von Anfang an ignoriert. Dabei ist die Frage nach der Wirksamkeit von Atemmasken ungefähr so albern wie die Frage nach der Wirksamkeit von Fallschirmen – auch hier fehlt der Doppelblindversuch.

Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer schrieb vor wenigen Tagen an den Gesundheitsminister: „Seit Wochen arbeiten die ambulant tätigen Kolleginnen und Kollegen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne angemessenen Schutz. Die Pflegekräfte besuchen zu pflegende ältere Menschen im Wesentlichen zu Hause und bewegen sich damit ungeschützt unter der am stärksten vom Risiko eines tödlichen Verlaufs behafteten Patientengruppe. Hausärzte, die in ihrer Praxis täglich mit unter Umständen infizierten Patienten gezwungenermaßen ohne Schutzmasken Kontakt haben, müssen gleichwohl die normale Versorgung von zahlreichen Altenheim-Patienten gewährleisten. Der Fall einer Ketteninfektion in einem Altenheim in Würzburg mit neun Toten ist ein warnendes Beispiel.“

In der FAZ sagt der hessische Ministerpräsident Bouffier am vergangenen Sonntag: „Gesundheit hat 100 Prozent Vorrang“. Ich kann mich in meinem ganzen Leben als Arzt nicht daran erinnern, dass die Gesundheit schon jemals 100 Prozent Vorrang hatte, nicht bei der Privatisierung von Krankenhäusern, nicht bei der Streichung von 50 000 Stellen in der Pflege, nicht bei der Schließung von Krankenhäusern, von Kreißsälen, von Kinderkliniken, nicht beim Nachtflugverbot, nicht beim Tabakwerbeverbot, nicht beim Dieselskandal, nicht beim Tempolimit und schon gar nicht bei der größten aller Katastrophen, dem Klimawandel.

Und auch jetzt, im „Krieg“ mit dem Virus, kann keine Rede davon sein, dass Gesundheit 100 Prozent Vorrang hat. Es wird vielmehr ein Bürgerrecht nach dem anderen ausgesetzt, es geraten immer mehr Menschen in verzweifelte Situationen, sehen sich existentiellen wirtschaftlichen Bedrohungen ausgesetzt, Ermächtigungsgesetze werden durch Parlamente gepeitscht, der Datenschutz wird außer Kraft gesetzt – der ist ja sowieso nur gut für Gesunde, sagt Jens Spahn – und inzwischen gibt es sogar Grenzen innerhalb Deutschlands. Das alles war noch nie da, und die Angst wird größer, dass wir unsere Gesellschaft nach diesem „Krieg“ nicht mehr wiedererkennen werden.

Die zur Zeit täglich als unsere großen Retter auftreten, haben völlig versagt. Deswegen ist der Blick zurück so wichtig.

Dr. med. Bernd Hontschik ist Chirurg und Publizist. http://www.medizinHuman.de

Zitat des Tages 20200404 – Gesetzentwurf Telematik

Jeder – ob Ärzte, Krankenhäuser oder Apotheken – ist für den Schutz der von ihm in der Telematikinfrastruktur verarbeiteten Patientendaten verantwortlich. Die Details dazu werden mit dem Gesetzentwurf lückenlos geregelt.

Zitat des Tages 20200403 Damit in postfaktischen Zeiten nicht vergessen geht, wer was wann gesagt hat

Jens Spahn, 03.04.2020

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität. Es ist gut, dass wir hier schnell und vorausschauend eine sichere Lösung für mögliche Lieferengpässe finden konnten. Es werden gleichzeitig alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern.“

 

Achim Theiler via Email an das BMG am 05.02.2020

Glaubt man Achim Theiler, sind an der Misere unter anderem schwere Versäumnisse des Bundesgesundheitsministers schuld. Theiler ist Geschäftsführer des Buchloer Unternehmens Franz Mensch, das Hygienebekleidung, Mundschutz und Atemschutzmasken für Krankenhäuser und Ärzte herstellt und vertreibt. „Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört“, sagt Theiler. Dennoch seien die Behörden seit Wochen untätig geblieben. „Das ist grob fahrlässig und verschärft die Krise unnötig.“

Bereits am 5. Februar hatte sich Theiler per E-Mail an den Bundesgesundheitsminister gewandt und darauf hingewiesen, dass es in Kürze zu bedenklichen Engpässen bei der Versorgung mit Schutzmasken für Krankenhäuser kommen werde und dazu aufgerufen, die Versorgung der Kliniken voranzutreiben. Die E-Mails liegen dem SPIEGEL vor. Es gehe darum, die Vorräte der Krankenhäuser, Rettungsdienste und alle anderen davon betroffenen Dienste an solchen Produkten zu prüfen und möglichst Ware bei den entsprechenden Herstellern zu reservieren.

Die Politik reagiert auf Corona – Gesetzentwurf der Landesregierung NRW

Wow.
Die Schweine in Orwells Farm der Tiere könnten noch was lernen, so scheint es, wenn man sich diesen heute eingebrachten

Gesetzentwurf
der Landesregierung

Gesetz zur konsequenten und solidarischen Bewältigung der COVID-19- Pandemie in Nordrhein-Westfalen und zur Anpassung des Landesrechts im Hinblick auf die Auswirkungen einer Pandemie

anschaut. Ich habe mir bemerkenswert erscheinende Passagen rot markiert

 

So heisst es in

§ 14
Verfügbares Material und medizinische Geräte
(1) Die zuständigen Behörden nach § 3 können medizinisches, pflegerisches oder sanitäres Material einschließlich der dazu gehörigen Rohstoffe sowie Geräte für die medizinische und pflegerische Versorgung sicherstellen, soweit dies zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufgrund der besonderen Situation in der epidemischen Lage dringend erforderlich ist. Für die nach Satz 1 sichergestellten Gegenstände besteht ein absolutes Verfügungsverbot im Sinne des § 134 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
(2) Die zuständigen Behörden nach § 3 können für inhaltlich klar bestimmte Materialien oder Materialgruppen ein Verbot erlassen, diese Materialien zu verkaufen oder sich anderweitig zu ihrer schuldrechtlichen Überlassung zu verpflichten, soweit dies zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung erforderlich ist. Absatz 1 Satz 2 gilt für die von einem Verbot erfassten schuldrechtlichen Verträge entsprechend.
(3) Die zuständigen Behörden nach § 3 können anordnen, dass Material, das nach Absatz 1 sichergestellt wurde oder nach Absatz 2 mit einem Verpflichtungsverbot belegt ist, zu einem behördlich nach Satz 2 festzulegenden Preis an das Land, eine Kommune oder eine andere von der zuständigen Behörde benannte juristische oder private Person, die in die medizinische oder pflegerische Versorgung eingebunden ist, verkauft wird. Der nach Satz 1 festzusetzende Preis hat sich nach dem üblichen Verkaufspreis des jeweiligen Gegenstandes zu richten, den dieser vor dem Beginn des Infektionsgeschehens, das zur Feststellung der epidemischen Lage nach § 11 führte, hatte.
7
(4) Hat eine der zuständigen Behörden nach § 3 angeordnet und öffentlich bekannt gemacht, dass zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung inhaltlich eindeutig bestimmte Mengen eines Materials, einer Materialgruppe oder bestimmter medizinische Gerätebenötigt werden, haben Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen oder sonstige juristische Personen, die
1. einen Bestand derartiger Materialien besitzen, der über den Eigenverbrauch innerhalb eines Jahres oder den Bedarf für den eigenen medizinischen oder pflegerischen Versorgungsauftrag während eines Zeitraums von drei Monaten hinausgeht, oder
2. über Geräte verfügen, die nicht unmittelbar zur eigenen gesundheitlichen Versorgung oder zur Erfüllung eines eigenen medizinischen oder pflegerischen Versorgungsauftrags benötigt werden,
unverzüglich gegenüber der zuständigen Behörde eine Meldung in Textform abzugeben.
(5) Das für das Gesundheitswesen zuständige Ministerium kann durch Rechtsverordnung über die in Absatz 4 genannten Meldepflichten hinausgehende Meldepflichten anordnen, wenn das für die Ermittlung von Verfügbarkeit und Bedarf an Materialien und Geräten im Sinne des Absatz 1 dringend erforderlich ist.

Heisst.
Wenn ich aus der  gegenwärtigen Pandemie meine Lehre ziehe und das wichtige Material (Schutzkleidung, Desinfektionsmittel) mir zukünftig auf Vorrat hinlege, nützt mir das nicht. Ich muss meine Vorräte melden und abgeben.

 

§ 15
Verpflichtung zum Einsatz medizinischen und pflegerischen Personals
(1) Die zuständigen Behörden nach § 3 können von Personen, die zur Ausübung der Heilkunde befugt sind oder über eine abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, im Rettungsdienst oder in einem anderen Gesundheitsberuf verfügen, die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen verlangen, soweit das zur Bewältigung der epidemischen Lage nach § 11 dringend erforderlich und angemessen ist. Die Behörden können jede Person nach Satz 1 unter gleichen Voraussetzungen auch zur Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen an Einrichtungen der medizinischen oder pflegerischen Versorgung zuweisen und verpflichten.
(2) Maßnahmen nach Absatz 1 sind nur zulässig, wenn die Landesregierung zuvor durch Rechtsverordnung neben der epidemischen Lage einen erheblichen Mangel an medizinischem oder pflegerischem Personal festgestellt hat. Ist ein Beschluss der Landesregierung nicht rechtzeitig möglich, entscheidet das für das Gesundheitswesen zuständige Ministerium. Die Entscheidung ist im Ministerialblatt zu veröffentlichen und baldmöglichst durch eine Verordnung der Landesregierung zu bestätigen oder aufzuheben
(3) Bei Personen, die in einem laufenden Anstellungs- oder Dienstverhältnis stehen, ist die Verpflichtung in Abstimmung mit dem Arbeitgeber oder Dienstherren der verpflichteten Person auszusprechen und auch ihm gegenüber wirksam. Dieser kann dem Einsatz nur widersprechen, wenn er auf den Einsatz der Personen zur Aufrechterhaltung einer Dienstleistung angewiesen ist, die der gesundheitlichen oder pflegerischen Versorgung der Bevölkerung oder der Sicherung anderer unverzichtbarer Versorgungsstrukturen in der epidemischen Lage dient. Für Mitglieder von Feuerwehren gilt, dass der jeweils zuständige Aufgabenträger für den Brandschutz der Verpflichtung mit befreiender Wirkung widersprechen kann, wenn aufgrund der Heranziehung eines oder mehrerer Mitglieder seiner Feuerwehr die Gewährleistung des Brandschutzes wesentlich beeinträchtigt ist.
(4) Die nach Absatz 1 in Anspruch genommenen Personen haben, soweit die Verpflichtung nicht nach Absatz 3 erfolgt, für ihre Tätigkeit einen Erstattungsanspruch, der sich an einer tariflichen Vergütung für Beschäftigte des Landes Nordrhein-Westfalen für eine vergleichbare Tätigkeit orientiert. Die Geltendmachung darüber hinausgehender Einkommenseinbußen ist möglich. Im Fall einer Verpflichtung nach Absatz 3 hat der Arbeitgeber einen Anspruch auf Ersatz der ihm für den Zeitraum der Dienstverpflichtung entstehenden Kosten. Ersparte Aufwendungen oder weiterlaufende Refinanzierungen sind anzurechnen.
(5) Erstattungsansprüche im Falle einer Inanspruchnahme sind
1. bei einer Anordnung nach Absatz 1 Satz 1 von der in § 8 Absatz 1 Satz 1 genannten Behörde auf Kosten des Landes abzurechnen, oder
2. bei einer Anordnung nach Absatz 1 Satz 2 von derjenigen Einrichtung zu tragen, der die Person zugewiesen wurde.
(6) Die zuständige Behörden nach § 3 können die Gemeinden als Träger der Feuerwehren, die anerkannten Hilfsorganisationen, die Verbände der freien Wohlfahrtspflege und andere vergleichbare Institutionen verpflichten, ihnen kostenfrei Namen, Alter, Kontaktdaten sowie den jeweiligen Ausbildungsstand ihrer Mitglieder zu übermitteln, die über eine medizinische oder pflegerische Ausbildung oder eine Ausbildung in einem sonstigen Gesundheitsberuf verfügen und nicht schon unmittelbar in der Versorgung erkrankter oder pflegebedürftiger Personen tätig sind. (7) Die zuständigen Behörden nach § 3 können die Ärztekammern und die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe verpflichten, ihnen kostenfrei Namen, Alter, ärztliche Fachrichtung und Kontaktdaten ihrer aktiven oder bereits im Ruhestand befindlichen Mitglieder zu übermitteln, die nach Maßgabe der zuständigen Behörden geeignet sind, einen für die Bewältigung der epidemischen Lage nach § 11zusätzlich erforderlichen ärztlichen Personalbedarf zu decken.

Heisst.
Bei der nächsten Pandemie werden die Ärzte und Zahnärzte (und sogar die oder gerade die im Ruhestand) dienstverpflichtet. Natürlich spielt dann wieder keine Rolle, ob die adäquate Schutzkleidung vorhanden ist. Denn, was adäquat ist, entscheidet der Staat.

§ 16
Eingriff in Grundrechte, Entschädigung
(1) Durch Anordnungen gemäß der §§ 12 bis 15 können die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes) und der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes) eingeschränkt werden.

Heisst.
Du wirst gezwungen, Dinge zu tun, die deiner Gesundheit zuwiderlaufen. Beispiel Tschernobyl oder Fukushima.  Oder Arbeit im Krankenhaus ohne Schutzkleidung.  Ist Alles staatlich legitimiert.
(2) Soweit eine Maßnahme nach diesem Gesetz enteignende Wirkung hat, kann der hiervon Betroffene eine angemessene Entschädigung in Geld verlangen.

§ 17
Sofortige Vollziehbarkeit
Rechtsbehelfe gegen Maßnahmen und Anordnungen nach diesem Gesetz haben keine aufschiebende Wirkung.

 

Heisst.
Du kannst ruhig klagen. Nutzt Dir aber nicht. Weil du erst machen musst, was man DIr sagt.

BTW Zuwiderhandlung ? Weigerung ? Geldstrafe bis 500. 000 Euro.

 

 

 

Hürdenlauf – Revision nach Resektion

von Jörg Schröder

Mitunter stellen sich, insbesondere bei durchzuführenden Revisionen, eine Vielzahl von Hindernissen in den Weg.

Die Beurteilung der Machbarkeit und die genaue Planung des Vorgehens wird, wie so häufig, durch das präoperative DVT enorm vereinfacht.

Während das also loco angefertigte Einzelbild zwar die vorhandene Wurzelschraube erkennen lässt, offenbart das DVT die stark von der Zahnachse abweichende Insertionsrichtung.

Die Form des weiter apikal liegenden Fremdkörpers ist auf den ersten Blick ungewöhnlich. bei genauer Betrachtung des koronalen Anteils fällt ein kleiner, weniger röntgendichter sichelförmiger Anteil auf. Das führt zu der Vermutung, dass es sich um einen zum orthograden gedachten intraoperativen Verschluss nach WSR handelt. Die Firma Metaux Precieux hatte ein solches System meines Wissens nach Mitte der 1990’er Jahre im Angebot. Der Titankegel weist am koronalen Ende eine zylindrische Vertiefung als Aufnahme der Platzierungshilfe auf. Daher die projektionsbedingt sichelförmige, geringer röntgendichte Struktur.

Und genau da setzt die Entfernungstechnik an. Ein möglichst stumpfer Ultraschallansatz mit einem Durchmesser etwas kleiner als der Innendurchmessers des Hohlraumes wird in kreisenden Bewegungen eingesetzt.

Zuvor galt es jedoch die zementierte Wurzelschraube soweit aus dem Zement herauszupräparieren, dass nachfolgend mit einem diamantierten Instrument die Schraube in der Hälfte durchtrennt und dann das apikale Teil entfernt werden konnte.

Nach wenigen Sekunden des oben beschriebenen Ultraschalleinsatzes ist ein solcher Kegel in aller Regel gelockert. Die Entfernung aus dem Zahn geht am besten mit der Mikroabsaugung (Capillary Tip), wenn sich der Titan-Kegel nicht durch die Spülung nach oben bewegen lässt. Auch der Einsatz der laserunterstützten Spülung kann hier Sinn machen.

Nachdem nun der Weg nach apikal frei war, ging es an des Zerlegen des retrograden Verschliusses mittels Endosonore-Feilen. Erschwerend war hier der Umstand, dass es sich um Ketac-Silver handelte, sodass das Zerstäuben erheblich erschwert war.

Ausserdem war der periapikale Raum deutlich größer als das Füllungsmaterial und so kam es, dass sich das Stück sogar 360 Grad rotieren, aber nicht einfach entfernen liess. Nach fast 25 Minuten gelang es, das Stück so im Formalen einzuklemmen, dass ich es nach und nach so zerkleinern konnte, dass ich es nach orthograd entfernen konnte.

Nach der medikamentösen Einlage erfolgte die radiologische Kontrolle derselben.

14 Tage später war die bis dahin seit längerem bestehende bukkale Schwellung abgeheilt, der Zahn beschwerdefrei. Das weitere Vorgehen entsprach dann meinem Standardvorgehen. Kollagenes Widerlager und apikaler Verschluss mit MTA. Nun bin ich auf das Recall gespannt.

 

Info des Tages 20200402

Post von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, heute im Briefkasten.

 

Und vom BMG kommt diese Info

Zu wenig Schutzausrüstung

BMG empfiehlt Mehrfachnutzung von Masken

Die Regierung muss offenbar vor der Macht des Faktischen einknicken: Nachdem immer wieder Schutzausrüstung versprochen, aber keine oder zu wenig zu bekommen war, empfehlen Gesundheits- und das Arbeitsministerium jetzt, Schutzmasken für medizinisches Personal mehrfach zu verwenden.

 

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch. Schutzausrüstung sei aber in Zeiten der Pandemie ein knappes Gut. „Hier gilt es jetzt pragmatische und zielführende, aber dennoch sichere Lösungen zu finden, um die Versorgung des medizinischen Personals mit Atemmasken mit Filterfunktion (FFP2 und FFP3) zu gewährleisten.“ Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit hätten daher dem Krisenstab der Bundesregierung ein neuartiges Wiederverwendungsverfahren von Atemschutzmasken vorgeschlagen.

Zukünftig gebe es die Möglichkeit, eine begrenzte Wiederaufbereitung (maximal dreimal) von Atemschutzmasken insbesondere mit Filterfunktion (FFP2 und FFP3) durchzuführen. Dazu seien besondere Sicherheitsauflagen einzuhalten: „Das neue Verfahren erfolgt durch das ordnungsgemäße Personifizieren, Sammeln und Dekontaminieren der Masken durch Erhitzen. Es kann in Ausnahmefällen, wenn nicht ausreichend persönliche Schutzausrüstung vorhanden ist, in den Einrichtungen des Gesundheitswesens mit vorhandenen Mitteln kurzfristig umgesetzt werden, ohne das Schutzniveau zu senken.“

Gleichzeitig würden weiterhin „alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern“, betonte Spahn.

Gelten soll künftig:

1. MNS-Masken können nach geeigneter Wiederaufbereitung bei 65-70 Grad Celsius wiederverwendet werden.

2. FFP2/3 Masken mit CE Kennzeichnung oder solche, die nach dem Prüfgrundsatz der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) zugelassen sind, können ebenfalls nach Hitzebehandlung wiederverwendet werden.

3. FFP2/3 Masken aus den USA, Kanada, Australien oder Japan sind vor Wiederaufbereitung einem Schnelltest zur Temperaturbeständigkeit zu unterziehen.

Masken chinesischer Herkunft dürfen bei Importen aktuell den größten Mengenanteil ausmachen. Sie fallen in die Nummer 2 und können unter den genannten Bedingungen wiederaufgearbeitet werden.

 

 

Beide Zitate sind Orwellsche Neusprech vom Feinsten.

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität“, aber ihr müsst ohne diesen Schutz arbeiten, euch und eurer Personal einem Infektionsrisiko aussetzen, vor dem uns die chinesischen Kollegen eindringlich warnen als das Schlimmste und Dümmste was wir tun können  und wenn was passiert, dann, das sagen wir jetzt schon, seid ihr selber und ganz allein nur ihr schuld.

 

Oberkiefer Eckzahn mit ungewöhnlicher „Resorption“ (II)

Von Christoph Kaaden

 

Ich habe hier vor einiger Zeit von einem Eckzahn mit ungewöhnlicher „Resorption“ berichtet.

Tatsächlich handelte es sich nach unserer Meinung um eine Perforation durch das vormals gesetzte Mini-Implantat. Leider liessen sich keine älteren Röntgenaufnahmen finden, um diese Theorie final zu belegen…

Gemeinsam mit der Patientin haben wir uns zunächst für ein konservatives Vorgehen mit dem orthograden Versuch der Perforationsdeckung und Wurzelkanalfüllung entschieden.

Die Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge erfolgte hierbei primär anhand der DVT-Vermessung.

Die apikal und koronal der Perforationen gelegenen Kanalabschnitte würde mittels Guttapercha und Sealer (Total fill) gefüllt.

Das Einbringen des vorab gekürzten Guttapercha-Points für die Apikalregion erfolgte wie hier vorgestellt.

Der Bereich der Perforationen  wurde mittels MTA verschlossen.

Hier einige Impressionen bzw. die entsprechenden Röntgenbilder.

Klinische Situation bei Trepanation des Zahnes. Beide Perforationen waren durch die Zugangskavität einsehbar.

Abschluss-Röntgenbild

Kostenfreie Webinare

Ich bin von der Firma VDW auf nachfolgende kostenfreie Webinare hingewiesen worden.

Gerne teilen wir diese Information.

 

Viel Vergnügen bei:

 

Modul 1 – Der endodontische Notfall – Effiziente Therapie bei potenziell infizierten Patienten

Termin: 03.04.2020, 14:00 – 14:45 Uhr

Referent: Prof. Dr. David Sonntag

Mit nachfolgendem Link können Sie sich anmelden: https://vdw.adobeconnect.com/epa7qvwerklp/event/event_info.html

Modul 2 – Zugangskavität und Gleitpfad –

Termin: 22.04.2020, 16:00 – 16:45 Uhr

Referent: Dr. Christoph Zirkel

Modul 3 – Reziproke und rotierende Aufbereitung mit neuen Legierungen

Termin: 29.04.2020, 16:00 – 16:45 Uhr

Referent: Prof. Dr. David Sonntag

Modul 4 – Desinfektion des Kanalsystems

Termin: 06.05.2020, 16:00 – 16:45 Uhr

Referent: Dr. Christoph Zirkel

37 mit akuten Beschwerden (2)

Trotz vorgehender erfolgloser Behandlungsversuche möchte die Patientin den Zahnerhalt.
Vor Behandlungsbeginn steht in unserer Praxis ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Patienten an. Dazu nutzen wir alle diagnostischen und bildgebende Verfahren die vorhanden und uns zugänglich sind.
In diesem Fall ist ein 3D Röntgenaufnahme mit folgender Indikationststellung notwendig:
1. ungewöhnliche Kanalanatomie – C-förmiges Kanalsystem, bzw. konfluirende Wurzeln
2. Perforationverdacht im distalen Kanaleingangsbereich.
3. Alternativplanung – Implantation.

Im angefertigten DVT war das c-förmige Kanalsystem zu erkennen. Die distale und mesiale Wurzel sind nicht separat. Koronal ist eine Obliteratione im Bereich der Isthmen zu vermuten. Im apikalen Wurzelbereich ist das c förmige Kanalsystem im DVT zu erkennen.
Mesial und distal konfluieren anastosmoßenartig. Distal apikal ist ein knickartige Verbindung zu einem Port of Exit zu erkennen. (Apokalypse lässt grüßen ;) ).
Eine Perforation konnte 
ausgeschlossen werden. Ein Anhalt für eine konterverändernde Resorption ist nicht zu erkennen. Apikal imponiert eine hypodense, weichteildichte, abgegrenzte Struktur im Sinne einer P. apicalis.

Zunächst ist zu klären ist 47 restaurierbar. Wir werden den Zahn mit sequentielle Matritzentechnik präendodontisch aufbauen und danach die Desinfektion und Aufbereitung des Kanalsystems beginnen.

Behandlungstechnisch stellt sich die Frage: Sollte man die obliterierten Isthmen mit Ultraschallinstrumenten aufziehen?
Wie ist Ihre Meinung?