Saving hopeless teeth (VI), Apikale Aufhellung (9) – Zahn 21 mit Fistel, WSR, SSA, tiefen Taschen und Resorption

von Donald Becker

Der Patient, männlich, Ende 40 kam zu uns mit Beschwerden und einer zeitweilig auftretenden Fistel an Zahn 21.

Der Zahn war überkront, mit SSA.

Im Röntgenbild zeigte sich eine insuffiziente WF und apikal  war vermutlich Zustand nach WSR.

Was tun mit dem Zahn ?
Extrahieren ?

Vieles sprach dafür, eigentlich fast alles.

Die missglückte WSR.
Die Fistel.
Die Resorption.
Der vorhandene SSA.
Die tiefen Taschen.

Der Patient wünschte dennoch unbedingt den Versuch des Zahnerhaltes und so entfernte ich zunächst die Krone.
Anschließend den Stiftstumpfaufbau.
Wäre früher undenkbar gewesen, heute und in diesem Falle dank Dentalmikroskop und spezieller Ultraschallinstrumente kein Problem.

Danach wurde die insuffiziente Wurzelfüllung entfernt.
Die vorhandene Infektion war nun offensichtlich, angesichts der  schmierigen Pampe im Wurzelkanal.

Abschließend erfolgte eine medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid.
Die sich, unerwartet, aus dem Sulcus unter dem Kofferdam rausdrückte.

Grund dafür war offensichtlich ein Defekt in der Wurzel.
Gott sei Dank keine vertikale Wurzelfraktur, wie im ersten Moment vermutet.

Nach Aufklappung zeigte sich palatinal ein Riss und Resorptionen. Unerheblich ob primär extern oder intern.
Fakt war, es bestand eine Verbindung zwischen Sulkus und Zahninnerem.

Mit mikrochirurgischen Ultraschallansätzen wurde im Bereich der Frakturlinie und der Resorptionen eine Kavitätenpräparation durchgeführt und der Defekt adhäsiv mit Flow – Komposit verschlossen.

Im Rahmen der WF  – Sitzung wurde zunächst apikal  Pro Root MTA white eingebracht. Weiter koronal erfüllte die Defektfüllung im Bereich der internen Resorption mit Guttapercha aus der Beefill – Injektionspistole, abschließend wurde ein Glasfaserstift als Makrofüller und Retentionsgeber in eine Kompositmatrix eingebettet.

Es erfolgte eine Präparation für die provisorische Krone und die Eingliederung dieser markierte das Ende der Behandlung,

Heute. mehr als 12 Monate später ist die Krone immer noch in situ.
Sie kann sich, obwohl für dieses langen Zeitraum nicht konzipiert, immer noch  noch sehen lassen.

Die Taschentiefen sind zirkulär auf 2 mm zurückgegangen, die Fistel, die über Jahre hinweg bestanden hatte, verschwand schnell und tauchte nie wieder auf.

Der Zahn ist nun bereit für die definitive Kronenversorgung, die im Laufe des Jahre erfolgen soll.

Silikonmaterial als Schablonenmaterial für die Provisorienherstellung

von Stefan Verch

Wenn die Methode gewählt wird, die Provisorien direkt im Mund mit einem Kompositzweiphasenmaterial herzustellen, stellt sich die Frage des Materials, mit dem die Schablone für diese Technik hergestellt werden soll. Das Material sollte möglichst schnell aushärten; es sollte hart, gut und exakt reponierbar, im Wiederholungsfalle auch Wochen später einsetzbar und fräsbar sein, so daß man für Teilkronen auch über die Präpgrenze hinaus einen Schnappeffekt der Provisorienwand erzielen kann. Dafür fräst man in der Schablone entsprechende Bereiche aus und gestaltet das Provisorium absichtlich dicker.

Nach langer Suche bin ich auf ein knetbares Silikon für den Laborbereich gestoßen, das alle Eigenschaften erfüllt und zudem recht preiswert ist.
Es ist Sioplast Lab 90 Shore 053245 Bestellnr M+W Dental oder direkt vom Hersteller Müller – Omicron.
Wenn man ein wenig mehr Härter hinzuknetet, ist es innerhalb kürzester Zeit sehr hart; die Reponierbarkeit ist sehr gut, da es hart und unnachgiebig ist, selbst größere Spannen mit einem im Verlauf der Behandlung dann reduzierten endständigen Pfeiler lassen sich über die Passform des Alveolarfortsatzes sehr gut mit einer solchen Silikonschablone versorgen.
Die Fräsbarkeit ist im Trägerlöffel sehr gut.
Wir lagern die PV – Schablonen über Monate und könne im Falle eines zerstörten Provisoriums sehr gut einen Ersatz herstellen.

Silikon für Provisorium