Fährtenleser

Heute mal eine Vielzahl von Bildern von einem Fall, bei dem wir heute gebeten worden sind, dass bisher fehlende mesio-bukkale Kanalsystem eines unteren ersten Molaren zu finden…

hier die Bilder mit den Erklärungen in Text…

recht schnell stellte sich intraoperativ heraus, dass bisher nicht nur ein Kanalsystem fehlte….

Das verlorene Lachen.

Die junge Patientin (18) stellte sich letztes Jahr bei uns vor.
Nach der Behandlung eines Frontzahntraumas 2016 hatte sich der Zahn schnell dunkel verfärbt. So dunkel, daß ihr niemand Hoffnung auf Besserung machte.
Was genau in der Behandlung erfolgte und mit welchem Ziel, war nicht mehr zu eruieren.
Die Patientin traute sich immer weniger zu lächeln und verlor ihr Lachen.

Wir waren nicht so optimistisch für das Bleaching und klärten die Patientin dazu auch auf.
Wir haben den Zahn endodontisch behandelt, nichts Besonderes. Das große apikale Foramen wurde mit MTA verschlossen und nach der Endo der Zahn mit Ultradent Opalescence Endo in 2 Sitzungen gebleacht. Danach mit CaOH neutralisiert.
Die Patientin hatte bewusst gewartet, bis der Zahn heller als die Nachbarzähne war.
Und plötzlich konnte sie wieder Lachen.

Das Bild und Abschlußröntgenbild entstand vor der Anpassung der koronalen Füllung.
Kein perfekter Fall, aber eine so glückliche, lachende Patientin hatten wir noch nie nach einer Endodontischen Therapie.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Frage im ENDO21 – Podcast zur Patency

Im neuesten ENDO21 -Podcast gehen Tomas Lang und ich der Frage nach, inwieweit das Patency-Konzept bei der Aufbereitung Einzug in unser Behandlungskonzept gefunden hat und welche Gründe uns dazu bewogen haben.

Im Rahmen dessen möchte Tomas gerne wissen, inwieweit das Patency- Konzept an deutschen Universitäten gelehrt wird.

Daher möchte ich hier zu einer Umfrage aufrufen diesbezüglich und würde mich über Antworten in der Sache sehr freuen.

Tiefe Teilung Zahn 15

Heute teile ich eine Revionsbehandlung einer 54-jährigen Patientin, bei der vor einigen Jahren alio loco die endodontische Therapie an Zahn 15 (und auch 14) durchgeführt wurde.

Rö alio loco

Kürzlich begann der Zahn wieder symptomatisch zu werden.

Nach Besprechung aller Optionen entschied sich die Patientin für die Revision.

Intraoperativ zeigte sich eine komplexe apikale Anatomie mit einer tiefen Teilung der Kanalsysteme. In der Vergangenheit war nur der bukkale Anteil behandelt worden.

Nach vollständiger Präparation aller Kanalanteile (bis ISO 35) stellte sich schnell eine Symptomfreiheit ein.

Die Wurzelkanalfüllung erfolgte daraufhin einige Wochen später.

Sealer in Kanalabschnitten
post-op
prä- vs post-op

Ich bin guter Dinge, dass die Therapie auch zukünftig positiv zu bewerten ist…

Caliform von OGNA

Es gibt inzwischen auf dem deutschen Dentalmarkt ein weiteres Calciumhydroxid-Präparat mit Jodoform.
Wir haben es bestellt und kurz getestet. Die Konsistenz ist ähnlich dem Metapex.
Das Material hat eine gleichbleibende Konsistenz und lässt sich daher etwas besser als Forendo Paste von Pulpdent anwenden.



https://wawibox.de/preisvergleich/caliform-spritze-2-5-g-und-20-applikatorspitzen-pissbbb?srsltid=AfmBOoq9UvxOSLI_peXKizX2GjXomdgVtHlHFM3MrHtX3Hpv5NYi5ARD

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Wollen wir einen Blick in die Zukunft werfen, was die Zahnmedizin angeht?

Vor rund zehn Jahren habe ich in meinen Weck, Worscht,Woi – Fortbildungen die Zahnmedizin mit dem berühmten Frosch im Kochtopf verglichen.
Schneller als gedacht und mit in den letzten Jahren exorbitanter Dynamik ist aus diesem Gleichnis für viele Kolleginnen und Kollegen Realität geworden.

Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. 

Einschneidend.

Steigende Kosten. 

Fachkräftemangel.

Immer neue gesetzliche Auflagen.
Gesteigertes Anspruchsdenken der Patienten.

Gleichzeitig Honorare, die sich seit Jahrzehnten kaum bewegt haben. 

Und eine Politik, die der Zahnmedizin bestenfalls gönnerhaft vom Balkon der Staatsresidenz winkt, wenn sie es mal für angebracht findet. Wie den Spatzen, denen man die Krümel vom Frühstückstisch zuwirft.

Die Frage lautet deshalb nicht mehr:
Wird sich etwas verändern?
Die Veränderung läuft längst.

Die eigentliche Frage lautet:
Wer wird zu den Gewinnern gehören?
Und wer nicht?
Ich habe mir darüber viele Gedanken gemacht.
Unbequeme Gedanken. Unorthodoxe Gedanken.
Gedanken, die aus dem Raster herausfallen.
Herausgekommen ist ein Beitrag, der sicher nur einigen wenigen gefallen wird.
Genau die suche ich.

Ich erkläre, warum ich trotz aller Schwierigkeiten ausgesprochen optimistisch auf die Zukunft der Zahnmedizin blicke.
Warum ich die klassische GKV-Einzelpraxis in ihrer heutigen Form für ein Auslaufmodell halte.
Warum MVZ zwar einiges besser können – aber längst nicht alles.
Und warum ich überzeugt bin, dass die beste Zukunft weder dem Investor noch der Politik gehört.
Sondern denjenigen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die bereit sind, ihre Praxis völlig neu zu denken.

Ob ich mit meinen Einschätzungen richtig liege?
Das werden wir in ein paar Jahren sehen.

Ich bin bereit dafür.

Bis dahin lade ich Euch ein, mit mir gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu werfen.
Die vollständige Analyse und den Raum für Diskussion auch heikler Themen findet Ihr bei WURZELSPITZE Patreon.

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis – Fälle (5)

Der Patient stellte sich mit latenten Beschwerden bei uns auf Eigeninitiative vor.

17 sollte eine neue Krone bekommen. Nach Abnahme der Krone wurde festgestellt: Der Zahn lebt nicht mehr. Es begann eine endodontische Behandlung, plötzlich kam man nicht mehr weiter und die Behandlung wurde abgebrochen. Der Patient stellte sich nach Internetrecherche bei uns vor.

Klinisch zeigte sich 17 ohne provisorische Krone mit pro. Verschluss, Lockerungsrad 0, keine erhöhten Sondierungstiefen und Beschwerden auf Perkussion vertikal und lateral.
Im Röntgen zeigte sich in der distalen Wurzel der Verdacht auf Instrumentenfragmente. Apikal imponierte eine größere Osteolyse, die im DVT in ihren Ausmaßen erkennbar war.

Nach präendodontischem Aufbau, initialer Desinfektion mit NaOCl 3 % der Zugangskavität und vorhandenen Kanalstrukturen erfolgte die Darstellung der Instrumentenfragmente. Dies konnten mit Ultraschall gelockert werden. 
Mittels LAI, 2 × 30 s Sweeps, 200 mJ/Puls, 600 mW wurden die gelockerten Fragmente entfernt. Nach einer Ca(OH)₂-Einlage erfolgte in der zweiten Sitzung die Wurzelfüllung und der adhäsive Verschluss nach entsprechender Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 %.
In den Röntgenbildern zeigte sich nach 6 und 12 Monaten eine deutliche Heilungstendenz.

Es ist zum Heulen (III)

Laras Geschichte begann im Herbst 2025.

Nach zweimaliger medikamentöser Einlage und einigen Nachkontrollterminen zeigte sich die Situation stabil. Die Fistel war durch die Massnahmen verheilt und auch die Resorption war zum Stillstand gekommen. Eine Ankylose liegt nicht vor.

Daher haben wir heute den Zahn mittels MTA-Apexifikation verschlossen.

Recall Januar 2026

Jetzt gilt es weiter Daumen zu drücken, dass die achtjährige ihren Zahn noch möglichst lange behalten kann…

Prä- vs. post-op

Wir sehen Lara in sechs Monaten wieder…

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis – Fälle (4)

Ein weiterer Fall aus der Reihe LAI – (Laser Assisted Irrigation).
Der Patient wurde uns mit der Bitte der endodontischen Therapie 45 und 36 überwiesen.
Als der Patient sich bei uns vorstellte, bestanden keine akuten Beschwerden mehr am Zahn 45.
Wochen vor dem Termin war es aber ziemlich heftig, laut Patient.
Nun imponierte eine Fistel, 45 zeigte keinen Lockerungsgrad, dezent erhöhte Sondierungstiefen und eine insuffiziente Kunststofffüllung.

In der Diagnostik konnte anhand des Rö. und des DVT die komplexe Kanalanatomie dargestellt werden. Bereits das Ausgangsröntgenbild mit der nicht mittenzentrierten WF lies dies erahnen.
Wie kann man dieses Kanalsystem erschließen und reinigen?

Für uns war dies so zu beantworten: Das, was mechanisch verschließbar ist, erschließen und die anderen Bereiche nicht mechanisch chemisch/physikalisch reinigen.
Dies war einer unserer ersten Fälle, die wir mit der LAI angingen.
Die Guttapercha entfernten wir mit einer Hedströmfeile #15. Die Desinfektion erfolgte initial mit NaOCl 3 % mit Eddy. Zuvor erfolgte der präendodontische Aufbau.
Nach Gleitpfaderstellung mit vorgebogenen Handinstrumenten #08, #10 erfolgte die Aufbereitung mit Profile 15.04, WaveOne Gold #20. Die Instrumentation erfolgte immer im mit im Kanal stehenden Spülmittel (EDTA 17 %) und zwischen den Instrumentenwechseln wurde EDTA mit Eddy angewendet.
Danach erfolgte die Desinfektion mit NaOCl 3 % und Eddy. Abschließend setzen wir den Laser mit der LAI: 1 × 20 s Sweeps, 200 mJ/Puls, 600 mW. Nach 20 Sekunden mussten wir abbrechen, da eine Blutung von apikal entstand. Es erfolgte eine CaOH-Einlage und ein Termin in 4 Wochen zur Kontrolle.


Eine Heilungstendenz war nach 4 Wochen nicht erkennbar. Nach weiteren 4 Wochen konnte man dies eher vermuten.

Die Wurzelfüllung erfolgte mit erwärmter Guttapercha und Totalfill-BC-Sealer. Im abschließenden Röntgenbild sind die mit Sealer gefüllte Kanalstrukturen sowie ein Sealerpuff erkennbar. Im 6 Monatsrecall ist die Heilungstendenz deutlich erkennbar.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.