Quiz du jour 11/16

Von Bonald Decker & Sral heflrchi

 

Zum Wochenende noch ein kurzes Quiz du jour mit der Bitte um eine (Blick)Diagnose…

 

quiz-du-jour-112016-001quiz-du-jour-112016-002quiz-du-jour-112016-003Worum handelt es sich hier? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.

 

Intrakoronale Anatomie unterer Molaren

Von Bonald Decker

 

Nachfolgend ein Fall von heute Vormittag…

Der Zuweiserin war es trotz Nutzung eines Dentalmikroskopes nicht gelungen das mesio-linguale Kanalsystem dieses unteren rechten Molaren ausfindig zu machen. Die drei anderen Systeme hingegen konnten von ihr erfolgreich bearbeitet werden…

 

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Bei der intrakoronalen Inspektion und Diagnostik fiel schnell auf, dass die Kollegin an der falschen Stelle gesucht hatte…

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Beim Auffinden des tatsächlichen Orifiziums haben mir zwei „anatomische“ Aspekte geholfen…

Zum einen die Lage und Ausdehnung der Entwicklungslinie zwischen den mesialen Kanalsystemen, die einen sehr guten Anhalt dafür liefert, wo sich ggf. verborgene Kanalstrukturen sicher auffinden lassen

 

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Ferner die Tatsache, dass alle Zähne der zweiten Dentition ausser obere Molaren symmetrisch aufgebaut sind. Legt man also eine gedachte Linie mittig von mesial nach distal durch den Zahn erhält man weitere Anhaltspunkte zur besseren Orientierung.

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Schon aus diesem Grund konnte die alio loco vermutete Position des lingualen Kanalsystems nicht stimmen…

In diesem Zusammenhang lesenswert ist der Artikel –Die endodontische Landkarte- von Dr. Christian Friedrichs 

„C“ ja – „C“ nein

von Ronald Wecker

Das Ausgangsbild liess an diesem 47 ein c-förmiges Kanalsystem erwarten.

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Das DVT zeigt, dass die Pulpakammer fast vollständig obliteriert war. Am Übergang des oberen zum mittleren Kanaldrittel zweigten in der Folge 3 separate Kanalsysteme nach apikal ab. Nur der distal gelegene Kanal war ansatzweise sichelförmig. D und MB konsultierten apikal, das gemeinsame Foramen mündete nach distal. Die verschiedenen Screenshots vermitteln im axialen Schnitt einen guten Eindruck der räumlichen Beziehung der Kanalsysteme.

Um eine Kofferdamapplikation zu ermöglichen wurde das mit Temp Bond befestigte Provisorium zunächst entfernt und nach entsprechender Konditionierung unter relativer Trockenlegung adhäsiv befestigt.

Die Überwindung der koronalen Obliteration war aufgrund einer kleinen Mundöffnung schwierig, da die Spiegelsicht stark eingeschränkt war. In D warteten fünf weitere Dentikel, von denen einige den Kanalquerschnitt vollkommen blockierten. Von koronal aus breitete sich das Tertiärdentin geradezu zungenförmig nach apikal aus.

Nach intensiver schall- und ultraschallunterstützter Irrigation – der EDDY war hier aufgrund der multiplaneren Krümmungen eine große Hilfe – tauschte sich die Spülflüssigkeit zunächst zwischen D und MB und am Ende auch zwischen MB und ML aus. Beim Trocknen konnte zwar D aus MB heraus vollständig getrocknet werden, in ML sank der Flüssigkeitspegel jedoch nur bis etwas über die Hälfte ab. Dies lässt vermuten, dass die Kommunikation zwischen MB und ML in etwa auf halber Höhe der Wurzellänge erfolgte.

Der in D eingebrachte und gekrümmte Masterpoint lässt eine Aufweitung im apikalen Bereich vermuten. Die Obturation erfolgte in warmer vertikaler Kompakten in D und ML. MB wurde in Squirting-Technik gefüllt.

Ein klassisches „C“ war es nicht. In der Gesamtbetrachtung jedoch dennoch recht komplex.

Stillstand (?)-Update-Update Pat A.R

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit hatte ich hier die Situation des jungen Alex nach Avulsion des Zahnes 11 vor zwei Jahren vorgestellt.

Vor Kurzem konnten wir die Behandlung in der zweiten Sitzung abschliessen. Da das apikale Foramen grösser als 0,6mm war entschlossen wir uns für eine MTA-Apexifikation.  Die Applikation erfolgte wie hier gezeigt. Der im Röntgenbild zu sehende Masterpoint wurde dabei zum Teil verwendet, um den Portland-Zement apikal zu verdichten

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Die künftigen Nachuntersuchungen müssen zeigen, ob die ausgeprägte apikale Parodontitis auf die Therapie anschlägt…

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Zeiss- Lob (2)

von Hans – Willi Herrmann

Der Birnenwechsel am Zeiss Pro Ergo ist kein Hexenwerk.

Ärgerlich nur, wenn 10 Minuten nach Inbetriebnahme das neu installierte Licht erneut ausgeht.  Doch ein tiefergehender Fehler, der eines Service- Technikers bedarf ?

Die sprichwörtliche „Ka Ching“ – Registrierkasse im Kopf fängt an zu rattern.

Anfahrt, Technikerstunden, Ersatzteile ?
Etwa sogar eine Steuerplatine ?
Damit wären wir auf jeden Fall gefühlt deutlich 4 stellig.
Sofern der Techniker überhaupt zeitnah verfügbar wäre.

Eine Email und kurze Zeit später die Antwort meines Zeiss-Kontaktes mit der Telefonnummer einem Technik- Ansprechpartner.

Zunächst die von Callcentern bekannte Warteschleife, aber im Gegensatz zum heute Ubiquitären schnelle Verbindung und Weiterleitung. Die gründliche Telefondiagnose gibt zunächst keine zielführenden Hinweise, aber das Erörterte bringt mich wenige Minuten später zur Lösung – ich schreibe eine weitere Email, jetzt direkt an den Techniker:

Könnte es sein, dass ein nichtdrehender  Lüfter die Ursache des Problems sei, das Abdunkeln mit einer Hitzeschutzschaltung in Verbindung steht ? Mir war beim Auseinanderbauen aufgefallen, dass der Lüfter an einer Stelle des Gehäuses entlangschabte.

Könnte schon, so die Antwort,  was auch die Zeit von etwa 10 Minuten Betriebsdauer erklären würde, aber warum sollte der Lüfter sich nicht mehr drehen, sofern kein Fremdkörper diesen blockiert ?

Es stellte sich heraus, dass zwar kein Fremdkörper vorhanden, jedoch der federnd aufgehängte Lüfter sich leicht verkantet hat, an einer Stelle der Rotoraussenwand ein Hauch zu nahe gekommen ist und nicht mehr anläuft. Ein wenig den Lüfter wieder in Zentrik gebracht, dazu genügt ein kurzes Zurechtrücken, erledigt er nun wieder wie gewohnt seinen Job.

Ein sicherlich ebenso seltener wie bizarrer Zwischenfall, umso erfreulicher die Tatsache, dass das Problem via Telefon erfolgreich gelöst werden konnte.

Danke an Zeiss, insbesondere an die Herren Mario Köhler, Jürgen Ott,
Gregor Woltschenko für die schnelle und kostensparende Problemlösung.

 

Zeiss – Lob (1)

Es scheint, dass das leidige Thema nun endgültig vom Tisch ist – Die Rede ist vom Pro Ergo Handgriff- Problem. Anfang  des Jahres wurden bei den Kunden, die diesbezüglich Schwierigkeiten hatten, in einer konzertierten Aktion die Handgriffe getauscht.

Heute kann ich vermelden, dass besagter Fehler nicht mehr auftaucht.
Weder bei mir, noch bei den anderen 4 Behandlern in Wurzelspitze- Praxen, die davon betroffen waren.

Ich bin froh, dass Zeiss das Problem lösen konnte und möchte an dieser Stelle mein Lob aussprechen dafür, dass man allen Betroffenen eine adäquate Lösung zukommen liess, anstatt, wie heute leider zu oft praktiziert, den Kunden mit seinem Problem allein zu lassen.

 

 

Gegen die Funkstille…

von Bonald Decker

hier mal wieder ein Beitrag über einen Behandlungsfall mit Recall.

Kurz zur Vorgeschichte.

Der 57-jährige Patient hatte vor einigen Jahren eine prothetische Neuversorgung durchführen lassen. Gut eine Woche vor der Erstvorstellung bei uns hatte dann Zahn 35 ein erhebliches Schmerzbild produziert (moderate Schwellung, Aufbissempfindlichkeit etc.)

gegen-die-stille-001Durch die vom Zuweiser iniziierte systemische Antibiose waren die Beschwerden jedoch recht schnell rückläufig.

Die endodontische Behandlung wurde dann wie bei uns „üblich“ zweizeitig durchgeführt.

Die Füllung des bis 35.06 präparierten Wurzelkanalsystems erfolgte mit Guttapercha und Sealer (AH plus). Das Abschlussröntgenbild lässt anhand der Sealerspuren eine komplexe laterale  Anatomie im mittleren Wurzeldrittel vermuten.

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Zwei Jahre später stellte sich der Patient nun wieder bei uns vor. Zu unserer aller Freude zeigt die Nachkontrolle der Behandlung ein sehr erfreuliches Ergebnis.

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2207 Schritte

von Hans – Willi Herrmann

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Jede noch so lange Reise…
… beginnt mit einen einzigen Schritt.

Sagt ein altes chinesisches Sprichwort.

Klingt banal, ist aber viel Wahres dran.

So begann exakt auf den Tag genau vor 8 Jahren am 01. November 2008 der erste Beitrag unseres WURZELSPITZE – Blogs. Und führte weiter an:

Und es gibt einen (lustigen) Hollywood – Film mit Bill Murray (das wäre dann die zeitgemäße Sprichwortvariante), in welchem dieser seinen Psychologen in den Urlaub verfolgt und in den Wahnsinn treibt. Eines der Schlagworte dieses Films sind „Babyschritte“. Babyschritte, die der Psychologe seinem Patienten nahelegt, um zum Ziel zu kommen.

Und um genau solche Sachen geht es hier.

Als erster von „… hoffentlich vielen Schritten, vielen Artikeln und Beiträgen rund um die Endodontie.

Endodontie – das ist das, was man im Volksmund als Wurzelkanalbehandlung kennt. Und – um es gleich vorwegzunehmen, die Wurzelkanalbehandlung hat sich enorm verändert in den letzten 5,10,15 Jahren. Sie ist mit dem, was als Horrorszenario noch in den Köpfen der Patienten umherspukt, nicht mehr zu vergleichen.

Und auch wenn jeder dieser Blog – Beiträge nur einen einzigen Babyschritt darstellt, so ist meine begründete Hoffnung, dass viele dieser Schritte – allein oder in ihrer Gesamtheit – den interessierten Leser, ganz gleich ob Behandler oder Patient, voranbringen.

Von Nutzen sein werden.

Nun sind es genau 2207 Schritte geworden.
In einem Rutsch durchgelaufen, von kurzen Pausen in der Urlaubszeit mal abgesehen.

Da ist es an der Zeit, einmal innezuhalten.
Anlass, zurückzublicken, auf besagte mehr als 2200 Beiträge,
750.000 Besuche Interessierter pro Jahr, 65000 – 80.000 pro Monat, macht zuletzt durchschnittlich 2499 Besuche pro Tag. Wenn man bedenkt, dass eine endodontische Firma von Weltformat im Rahmen eines Key Opinion Leader-Meetings letzte Woche stolz bekannt gegeben hat, dass die firmeneigene Homepage weltweit 13.000 Besuche pro Monat aufweisen kann, dann sind die von uns erzielten Zahlen für eine deutschsprachige Site als ausserordentlich zu bezeichnen.

Und natürlich würde es sich anbieten und wäre selbstverständlich der Bedeutung des Jubiläums mehr als würdig, das Erlebte detailliert Revue passieren, es angemessen hochleben zu lassen.

Aber wir sind, ohne drüber sprechen zu müssen, übereinstimmend  zu dem Schluss gekommen,  es bei den aufgezählten Fakten zu belassen und möchten vielmehr stattdessen kurz und knapp an dieser Stelle vermelden, dass es ab morgen  WURZELSPITZE in der Form,  wie es bislang war, nicht mehr geben wird.

Das klingt viel dramatischer als es ist, denn – das ist die gute Nachricht –  mit WURZELSPITZE wird es in modifizierter, sprich unregelmäßiger Form weitergehen.
WURZELSPITZE wird nicht verschwinden. Die vorhandenen Inhalte bleiben auch zukünftig verfügbar.

Wir werden weiterhin schreiben.
Worüber wir wollen.

Wann wir wollen.
Zunächst vermutlich erst mal gar nicht.
Oder wenig.  Dann wieder mehr. Bestimmt. Immer mal wieder. Versprochen. Naja, zumindest nehmen wir uns das fest vor.

So oder so jedoch: Wir geben das Staffelholz weiter.
An die Jungen. Die Wilden und Hungrigen.

Wie wir es waren.
Damals.
Vor 20 Jahren.

Eure Zeit ist jetzt. Wir möchten möglichst Viele aufrufen, es uns nachzutun.

Schreibt !
Fotografiert !
Dreht Videos !

Und laßt euch nicht entmutigen von den  wenigen beckmessernden Lautstarken, den Besserwissern und Besserkönnern, die mit vielen vielen Worten nicht müde werden, euch zu erzählen, wie ihr es denn unbedingt machen solltet, wie sie es selbstverständlich so viel besser machen würden, allerdings merkwürdigerweise -oder auch nicht – diesbezüglich bis dato nie etwas Konkretes folgen ließen.

Wir warten auf Euch, bei der 2207er Marke.
Um Euch „High 5“ abzuklatschen.
Mit Euch gemeinsam weiterzulaufen.
Oder Euch wehmütig hinterherzuschauen, wenn ihr, längst unseren Schuhen entwachsen und mit Riesenschritten, damit fortfahrt, ich zitiere Steve Jobs,  „eine Delle im Universum zu hinterlassen“.

Wir sind gespannt.

Eure

Christian Danzl, Ha-Wi Herrmann,  Christoph Kaaden, Olaf Löffler, Jörg Schröder