Cuba, quiero bailar la salsa…

„Kuba, ich will Salsa tanzen.“
Sangen die Gibson Brothers.

1979 war das.
Ich war 16.
Und der Song lief in der Tanzschule.

Das Lied ist der Patientin vermutlich ebenfalls noch im Kopf, denn sie ist ein Jahr älter als ich.
Und ihr war sicherlich gar nicht zum Tanzen zumute war, als sie im Januar 2022 im Urlaub auf Kuba von starken Zahnschmerzen an Zahn 47 heimgesucht wurde.

Der Zahn 47 war im Frühjahr 2021 vom Hauszahnarzt wegen einer Karies wurzelkanalbehandelt worden. Auf Kuba wurde der Zahn trepaniert und dann offengelassen.

Zurück aus dem Urlaub sorgte die Patientin einen endoversierten Kollegen auf, der aber nicht weiterkam und dann die Patientin an uns verwies. Sehr zum Unbill des Hauszahnarztes, der zur Patientin sagte, wir könnten auch nichts anderes machen, als er schon gemacht habe.

Die Behandlung bei uns sah zunächst die Entfernung des Metallstiftes in der distalen Wurzel vor, dann die WF- Revision. Der Zahn präsentierte sich mit einer massiven Gangrän im C- förmigen Kanalsystem.

Nach Wurzelkanalfüllung am 07.04.2022, welche die exotische Anatomie des Wurzelkanalssystems offenbart, zeigten die weiteren Nachkontrollen nach 6 Monaten, weiteren 12 und 24 Monaten am 18.11.2022, 17.11.2023 und 21.11.2025 die kontinuierliche Verbesserung der apikalen Knochensituation bis hin zur vollständigen Ausheilung.

WF – Kontrolle

Recall nach 6 Monaten

Recall nach 18 Monaten

Recall nach 42 Monaten

16 mit Problemen

Erstmals stellte sich die Patientin im Frühjahr 2024 in unserer Praxis vor.
Sie hatte Beschwerden am Zahn 16. Diese waren latent da. Nichts Dramatisches, sagte sie, aber so, dass sie auf der rechten Seite nichts Festes mehr kauen konnte.
Vor einigen Jahren wurde der Zahn 16 endodontisch behandelt. Dieser konnte als Ursache identifiziert werden.
Der klinische Befund: 
– Kunststofffüllung om, mit Verfärbungen am Füllungsrand, circumferent,
– Lockerungsgrad 0,
– keine pathologisch erhöhten Sondierungstiefen,
– Perkussionsschmerz okklusal.

Röntgenologisch fiel eine unvollständige, nicht randständige Wurzelfüllung auf. Apikal war im 2D Röntgen palatinal ein verbreiterter Desmodontalspalt erkennbar. Zudem periapikal gelegene Sealerreste. Im angefertigten 3D Bild imponierte distal apikal eine hypodense, weichteildichte Struktur im Sinne einer P. apicalis mit trichterförmiger apikaler Veränderung des Foramen apikale. Mesial apikal zeigte sich ebenso eine hypodense, weichteildichte Struktur.

Die Therapie war eindeutig: Revision 16. Die Patientin wünschte den Erhaltungsversuch.
Nach Anästhesie, präendodontischem Aufbau unter Kofferdam und Entfernung des WF-Materials fiel ein Biofilm um die palatinale Guttapercha auf. Nach Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 % mit Schall und Ultraschall sowie maschineller Aufbereitung bis apikal #25 erfolgte eine CaOH-Einlage.
Zum zweiten Termin nach 14 Tagen berichtete die Patientin über eine geringfügige Besserung. Aber der Zahn war noch nicht belastbar. Es erfolgte keine Wurzelfüllung, sondern die nochmalige Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 % sowie die apikale Aufbereitung mesial und distal bis #35, palatinal bis #45 und danach die Einlage mit CaOHJ. Die palatinal apikal gelegenen Sealerreste konnten nur dezent orthograd entfernt werden.
Die CaOHJ Einlage sollte 3 Monate verbleiben.
Zur Kontrolle nach 3 Monaten berichtete die Patientin über mehr schmerzfreie Zeiten, aber in den letzten 2 Wochen über eine wiederkehrende lästige Beschwerdesituation.
Der Wunsch zur Entfernung des Zahnes kam nun erstmals auf.

Was nun? Was sollte man der Patientin raten oder tun?


50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (39) – Die Baustellenampel

Was haben eine nervige Baustellenampel, Schüler auf dem Zebrastreifen und eine auf Endodontie limitierte Praxis gemeinsam? Mehr, als man denkt. Eine alltägliche Beobachtung auf dem Weg zur Arbeit entpuppt sich als überraschende Parallele zum Praxisalltag – und zeigt, warum weniger manchmal deutlich mehr ist.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein kleiner Eingriff in den Verkehrsfluss den Blick auf Effizienz, Ruhe und strukturiertes Arbeiten verändern kann? Ein scheinbares Ärgernis wird zum Aha-Moment – und offenbart, weshalb klare Wege und definierte Abläufe nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in der Zahnmedizin den Unterschied zwischen Chaos und entspanntem Durchgleiten ausmachen.

Die Auflösung gibt es auf unserer Patreon- Homepage.
Vielleicht auch dort mal vorbeischauen…

Constantin – perforierende externe Resorption nach Trauma

Der heute 15-jährige Constantin erlitt 2019 beim Hochlaufen einer Rutsche ein Frontzahntrauma an Zahn 21 im Sinne einer Dislokation mit unkomplizierter Kronenfraktur.

Im Weiteren wurde der Zahn für einige Zeit geschient und der Zahnhartsubstanzdefekt mittels Kompositfüllung restauriert.

Bis zum März 2025 traten keine Probleme auf. Dann jedoch entwickelte der Junge ein ausgeprägtes Schmerzbild inklusive Schwellung, sodass alio loco nach anfertigen eines Röntgenbildes eine endodontische Therapie eingeleitet wurde.

Röntgenbild Regio 21 mit massiver externer Resorption (März 2025)

Wir sollten schliesslich entscheiden, ob ein Erhaltungsversuch Sinn ergab.

Trotz unklarer Prognose entschieden wir uns mit Patient und Eltern für eine endodontische Therapie.

perforierende externe Resorption Zahn 21
perforierende externe Resorption Zahn 21

Intrakanaläre Blutung aus Perforation

Als medikamentöse Einlage wählten wir Metapex (das beim Einbringen durch die Perforation in das periapikale Gewebe austrat)

Im zweiten Termin wurde die resorptionsbedingt perforierte Apikalregion mit MTA verschlossen und das restliche Kanallumen mit Sealer und Guttapercha aufgefüllt.

MTA Plug und Backfill mit Guttapercha & BC Sealer high flow

Diese Woche stellte sich der Junge zum ersten Recall nach gut sechs Monaten wieder bei uns vor.

Es sieht so aus, als würde die Therapie deutlich anschlagen…

Recall sechs Monate post op (inkl. Resorption des ausgetretenen Metapex)
Prä- vs. 6 Monate post-op

Dentapen – ein Resümee über 4 Jahre

von Olaf Löffler

Vier Jahre lang war der Dentapen ein fester Bestandteil unseres Praxisalltags – begleitet von vielen positiven Patientenreaktionen, technischen Besonderheiten und auch unerwarteten Herausforderungen.

Nun ist seine Einsatzzeit vorerst vorbei, und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen.

Wie hat sich das Gerät im täglichen Einsatz bewährt?
Welche Auswirkungen zeigte es bei Patienten und Behandlern?
Und lohnt sich die Investition überhaupt?

Wer das vollständige Resümee lesen möchte, findet den ausführlichen Artikel auf unserer WURZELSPITZE-Patreon-Seite. Dort veröffentlichen wir regelmäßig zusätzliche Inhalte, Hintergründe und Praxisberichte für alle, die sich für moderne Zahnmedizin und insbesondere die Endodontie interessieren.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Es ist zum Heulen (II)

Letzte Woche Mittwoch folgte also die angekündigte Trepanation und Med.-Einlage (Ledermix).

Das sehr junge Mädchen hat suuuuuuper mitgemacht und so konnten wir die erste Hürde nehmen.

Der Rest wird ein Spaziergang (= Med Wechsel) und dann gilt es „Daumen zu drücken“…

Ein Zahn mit Ansage – Recall

Über diesen Fall habe ich hier berichtet.

Der Patient erschien, wie abgesprochen nach 18 Monaten zum Recall. Der Zahn 25 zeigte sich klinisch symptomlos. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche voranschreitende Heilungstendenz.

Röntgenbild zum Wochenbeginn – oder – Danke DVT

Ist doch ein einfacher Zahn, dieser Zahn 36.

Ja, war er auch.

Aber nur, weil wir dank DVT wussten, wonach und wo wir suchen mussten.

Hier die Röntgenbilder ohne viel Aufhebens.
Röntgenbild 1 vor Behandlungsbeginn ,die Krone war verlustig gegangen.


Dann das Kontrollröntgen nach WF.
Immer noch ein sehr unauffälliger Zahn, wenngleich man in der distalen Wurzel eventuell schon einen zweiten Kanal erahnen kann.

Und die erste WF- Recall-Kontrolle 7 Monate nach Wurzelkanallfüllung, die nun endlich die wahre Anatomie, nämlich 5 Kanäle mit separatem Kanalausgang erkennen lässt, Zwischenzetilich erfolgte die Versorgung des Zahnes mit einer Krone durch den Überweiser. Auf die progrediente Karies distal von Zahn 35 wurde der Patient erneut hingewiesen.

ELM – Welche Apexlokatoren nutze ich und vor allem – wie nutze ich diese ????

Apexlokatoren gehören längst zur Standardausstattung – doch wer täglich damit arbeitet, kennt ihre Eigenheiten: nervöse Anzeigen, abweichende Messwerte, unsichere Grenzbereiche.
In meinem neuen Beitrag exklusiv für unsere Patreon-Unterstützer zeige ich, welche Geräte sich in meiner Praxis langfristig bewährt haben, warum der Wechsel vom Root ZX zum Root ZX Mini nicht nur technisch, sondern organisatorisch Sinn ergab – und weshalb das Raypex 6 plötzlich positiv überraschte, obwohl seine Vorgänger alles andere als überzeugend waren.

Außerdem erkläre ich, wie wir in der Praxis mit der systemimmanenten 95 %-Problematik umgehen – und wie wir über viele Jahre grundsätzlich mit zwei Geräten parallel gemessen haben, aber ohne dadurch Zeit zu verlieren.

Und schließlich: Das eine Gerät, das inzwischen fast alle anderen ersetzt hat – und das ich uneingeschränkt empfehlen kann, eine Aussage, die ich – wer mich kennt, weiss – nicht leichtfertig getroffen habe.

RET nach 1,5 Jahren – Johanna

Im Februar 2024 haben wir bei der heute 13-jährigen Johanna eine reparative endodontische Therapie durchgeführt.

Prä-OP

Hier der Verlauf.

Post-OP

Gestern war das junge Mädchen zur 1,5 Jahres-Nachkontrolle da.

Wie wertet ihr den Verlauf und wie soll es weitergehen?

Rändelschraube

Über den Beycodent Sensorhalter hatte ich erstmals 2009 geschrieben.
Inzwischen gab es einige Beiträge dazu.
Bis heute ist der Halter bei uns im Einsatz für Röntgenaufnahmen im Oberkiefer.
Leider wurden in den Jahren einigee technische Änderungen vorgenommen, welche für mich wenig sinnvoll erschienen. Im letzten gekauften Halter wurde die Rändelschraube (hier von Jörg Schröder beschrieben) durch eine Imbusmadenschraube ersetzt. Leider konnte der Halter damit nicht wirklich gut fixiert werden. Über Jahre haben wir damit gekämpft, bis letztens der Halter mit Sensor kurz vor der Aufnahme herausgefallen ist.

Manchmal muss so etwas passieren um ein latentes, nerviges Problem endgültig zu lösen.
Nach etwas Rechersche fand ich Rändelschrauben M4 aus Edelstahl, bestellte diese und ersetzte die Kunststoffrändelschrauben der alten Halter und die Madenschrauben der neuen Halter.

Hygienisch ist dies den Kunststoffschrauben nun überlegen. Die Befestigung der Halter ist nun komfortabel und funktioniert einwandfrei.
Falls jemand dies nachtun möchte, hier die Beschreibung der Schrauben.

Ganter Normelemente | Flache Rändelschrauben | Rändelschrauben
(niedrige Form) | DIN 653-M4-12-NI | 4 Stück | Edelstahl | Gewinde: M4x12

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ELM-Kriterien – Was einen guten Apex-Lokator wirklich ausmacht

Elektronische Längenmessung – für viele eine Selbstverständlichkeit in der modernen Endodontie. Schnell, präzise, zuverlässig. Zumindest in der Theorie.
In der Praxis aber kennen wir alle diese Momente: springende Anzeigen, unruhige Signale, widersprüchliche Werte. Und plötzlich steht die Frage im Raum: Woran liegt’s – am Gerät, an der Technik oder an uns?

Die Wahrheit ist komplexer, als die bunten Prospekte versprechen. Denn ein Apex-Lokator ist kein Messschieber, sondern ein sensibles bioelektrisches System, das mit wechselnden Leitfähigkeiten, Flüssigkeiten und Frequenzen jongliert.
Doch welche Geräte liefern wirklich stabile, reproduzierbare und klinisch verlässliche Ergebnisse? Und warum reicht die reine „Messgenauigkeit in Millimetern“ oft nicht aus, um Qualität zu beurteilen?

In unserem neuen Beitrag werfen wir einen Blick hinter die glänzenden Oberflächen moderner Apex-Lokatoren. Wir sprechen über Dynamik, Reaktionsverhalten, Stabilität – und darüber, was wirklich zählt, wenn man dem Gerät blind vertrauen möchte.

Den vollständigen Beitrag findet ihr exklusiv auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Seite – für alle, die verstehen wollen, was ihr Apex-Lokator misst, warum er es misst – und wann man ihm besser nicht trauen sollte.