Kaps Fototubus für Sony NEX

von Oscar von Stetten

Seit Jahren bin ich ein grosser Fan des Kaps-Fototubus.
Bei korrekter Justage hat er ein ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis und gute Qualität zu bieten.

Nun kam Anfang des Jahres eine aktualisierte Ausgabe von Kaps auf den Markt.
Warum aktualisiert?

Ganz einfach: er wurde auf die Nex-Reihe von Sony, die sich zu Recht grosser Beliebtheit erfreut, berechnet. Die Brennweite muss ein wenig gestiegen sein, denn er ist ein wenig länger als der alte Tubus.

Von aussen sieht man ansonsten nicht viel an Änderung.

Nex dranschrauben und loslegen.
Performance? Ausgezeichnet.
Der Tubus kann vom Zahnarzt selber justiert werden, wenn der Bedarf da ist, andererseits kann er von einem Servicetechniker auch direkt am OPMI justiert werden. Warum das so sein kann? Weil überall mit Toleranzen gearbeitet wird. Und bereits 100µ schon mal über Wohl oder Wehe entscheiden.

Wer über die LiveView-Funktion fokussiert und Fotos macht wird das nicht zwangsläufig brauchen, derjenige der Fotos macht ohne Fokussierhilfe über einen Monitor wird sich über eine einfache Justage freuen.

Ein besonderes Highlight der Neuauflage: Ich konnte Kaps davon überzeugen, auch für Zeiss-Mikroskope ein fixes Zeiss-Attachement zu verwenden. Die alten Tuben bekam zur Grössenanpassung einen Überwurfring mitgeliefert, der über Madenschrauben befestigt wird. Diese Lösung war fehlerbehaftet, so konnte durch ungleichmässiges Anziehen der Madenschrauben die optische Ebene durch Verkanten schon mal schräg gestellt werden. Die mechanische Stabilität war auch nicht zu 100% gegeben.…. Vergangenheit ;-)

Ansonsten hatte ich bisher keinen Fotoadpater am DM, der Belichtungszeiten von bis zu 1/1600 bei ISO400 erreicht. Zwar mit Xenon 180, aber der Adapter hat definitiv Reserven.

Probleme? Ja. Bei höchster Vergrösserung mit maximaler Lichtleistung am DM hat der Tubus eine merkliche Streulichtproblematik. Sieht man das? Ja. Lösung? Ganz einfach, nicht bei höchster Vergrösserung fotografieren. Die einfachste Variante. Macht man sowieso nicht.

Vorteil gegenüber anderen NEX-fähigen Lösungen: Justierbarkeit und vor allem die T2-Adapter können getauscht werden. Wenn man also bereits eine andere APS-C-Kamera sein eigen nennt kann man sich von Kaps den T2-Adapter tauschen lassen und seine Kamera weiterverwenden.

Fazit

Wer vor einer Neuanschaffung oder Aufrüstung steht sollte sich diesen Adapter mal genauer anschauen. Die Bilder sind out-of-the-cam ohne weitere Nachbearbeitung. Ich bin zufrieden.

Schutzhüllen für Mikroskopgriffe – Gib AIDS keine Chance (2)

von Christian Danzl

Einfache, preisgünstige Schutzhüllen für das Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop hat Oscar von Stetten an dieser Stelle schon vorgestellt. Leider sind diese Überzieher nicht für die kleinen Griffe von Kaps geeignet. Hier bin ich bei Praxisdienst fündig geworden. Latex-Fingerlinge 100 Stück zu 0,89 €.

Fiat lux

von Christian Danzl

In meinem Kaps Dental-Mikroskop arbeiten seit Jahren 150W-Halogenbirnen. Eine nach der anderen. Die eine hält länger die andere weniger lang. Es reicht zum Arbeiten, zum Fotografieren so einigermassen mit der Canon Power Shot G2. Das war alles ausreichend
(das live-Bild der Canon war allerdings nicht ausreichend. 320 x 240 Pixel auf einem 23″-LCD-Fernseher mit PAL-Auflösung macht keinen Spass – aber es war besser als nichts). Und die Alternativen waren teuer, nicht viel besser und/oder nicht mehr im Handel. Ich war im großen und ganzen (mehr oder weniger) zufrieden.

Bis der Stuttgarter Zahnarzt Oscar von Stetten mir anbot, sein Xenon Licht und die Video-Kamera zu testen, weil er es momentan nicht im Gebrauch hat. Ein paar Tage später kam ein Paket mit der Post. Darin waren ein Kaps Xenon samt Lichtleiter und die Videokamera von Kaps. Die Kamera mit ein paar Handgriffen eingebaut – dank des modularen Konzepts von Kaps; Die 180W Xenon-Beleuchtung wurde auf die Wandhalterung gestellt und der Lichtleiter angeschlossen.

Erster Eindruck:

LICHT!

Mit allen Vor- und Nachteilen.

Vorteile:

  • Licht. Bis zum Apex, wenn der  Wurzelkanalverlauf es zu lässt. Man hat das Foramen mit 150W Halogen auch gesehen, aber deutlich schlechter und man musste sich sehr anstrengen
  • Farbtemperatur ist dem Tageslicht ähnlicher
  • Verschlusszeiten beim Fotografieren sind verwacklungsunfreundlicher und man kann abblenden um die Schärfentiefe zu erhöhen

Nachteile:

  • Licht. Das Licht ist sehr hell. Zu hell, wenn die Helferin in das OP-Gebiet schauen muss.
    Ein Mitbetrachter-Tubus oder ein Mitbetrachter-Monitor ist unumgänglich.
  • Licht. Auch das längere Arbeiten unter dem starken Licht macht sich bei mir bemerkbar. Besonders, wenn die Umgebungsbeleuchtung nicht angepasst ist.
  • Licht. Zum Thema UV-Belastung beim Behandler und die Folgen habe ich noch nichts finden können. Aber ich bin nicht scharf darauf, mit einem Katarakt in Rente zu gehen, aber mit der Gewissheit etliche Apices besser gesehen zu haben.
  • Licht. Die Patienten sind nicht begeistert, wenn ihnen mal durch Zufall das Xenon-Licht in die Augen gespiegelt wird. Wir habe dieses gelöst durch eine dunkle Schutzbrille für Patienten.
  • Wenn eine Xenon-Lampe kaputt geht, dann tut sie das meistens mit einem riesigen Knall und vielen Scherben – habe ich mir sagen lassen. Bis jetzt funktioniert noch alles.

Fazit:

Schon nach ein paar Tagen war klar: Der Umstieg auf Xenon wird bei meinem Kaps unumgänglich werden…