Update BZÄK Dank hoher Hygienestandards

Gott sei Dank !

Wir sind grundsätzlich sicher !

Grundsätzlich !!!

Ich muss lachen.
Erinnert mich an einen Filmklassiker mit Curd Froebe als deutscher General (die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten), der ein Flugzeug manövieren will, obwohl er noch nie in seinem Leben ein solches jemals gesteuert hat: „Es gibt nichts, was ein Deutscher Offizier nicht kann! Lesen Sie die Dienstvorschriften und dann fliegen Sie!!!“

Hier die Pressemitteilung:

Dank hoher Hygienestandards sind Kontrolltermine und Behandlungen in Zahnarztpraxen in Deutschland grundsätzlich sicher. Darauf weisen Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) aus aktuellem Anlass noch einmal ausdrücklich hin. Hintergrund des gemeinsamen Appels der zahnärztlichen Bundeskörperschaften war verkürzte Medienberichterstattung über eine aktuelle, jedoch nicht landesspezifische Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte kürzlich dazu geraten, solange von nicht dringenden Zahnbehandlungen abzusehen, bis die Übertragungsrate von Covid-19 „ausreichend“ gesunken sei.

Wie die Zahnärzteschaft bereits vor Tagen klargestellt hatte, trifft diese allgemeine Empfehlung für weltweit 193 Staaten nicht auf Zahnarztpraxen in Deutschland zu. Entsprechende Pressemeldungen hatten die ursprüngliche WHO-Empfehlung irreführend und ohne den nötigen Kontext wiedergegeben. Die WHO hat die Empfehlung mittlerweile mit einer weiteren Aussendung korrigiert. Die Empfehlung zielte ausschließlich auf ein intensives, unkontrolliertes Übertragungsszenario ab – ein Szenario, das nicht zur aktuellen Situation der meisten europäischen Länder und insbesondere nicht zu Deutschland passe.

Bis heute ist nach Angaben von BZÄK und KZBV in Deutschland kein Infektionsgeschehen in zahnärztlichen Praxen dokumentiert, welches eine solche Empfehlung rechtfertigt. Die beiden Bundesorganisationen forderten Patienten und Versicherte einmal mehr auf, eine Versorgung durch Zahnärztinnen und Zahnärzte für den Erhalt und die Verbesserung der Mundgesundheit wahrzunehmen und nicht aus unbegründeter Angst vor Ansteckungen mit Corona zu verschieben. Andernfalls bestehe das Risiko, dass sich die Mundgesundheit durch das Entstehen von Karies, Zahnstein oder durch parodontale Erkrankungen unter Umständen dauerhaft verschlechtere und damit auch die allgemeine Gesundheit gefährdet.

BZÄK und KZBV haben auf Sonder-Websites unter http://www.bzaek.de/coronavirus und http://www.kzbv.de/coronavirus zahlreiche gesicherte Informationen zum Thema SARS-CoV-2 für Praxen und Patienten zusammengetragen.

5 mal Anatomie (4)

Der Prämolar 34 trägt eine Teleskopkrone. Er gehört nicht in die 5 mal Anatomie-Aufzählung. Ist gewissermassen ausser der Reihe. Der reguläre Fall, den ich für heute vorgesehen hatte, muss noch eine Woche warten, denn dieser Fall hier von gestern morgen passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Die Hauszahnärztin kommt nicht bis nach apikal und überweist.
Der Zahnfilm lässt Besonderheiten vermuten.


Das DVT bringt Klarheit.

Ein apikaler Split.
In der Tiefe verborgen.
Da nützt auch das Dentalmikroskop nichts. Die Mikrotrepanationsöffnung, der Teleskopversorgung geschuldet, erschwert die Situation zusätzlich.

Um so erfreulicher gelingt mit entsprechender Vorgehensweise die Penetration beider Kanäle bis zum Apex. In der ersten Sitzung kann der bukkale Kanal vollständig auf Arbeitslänge aufbereitet werden, in der zweiten Sitzung soll nun der linguale Kanal folgen. Ich bin zuversichtlich, die eigentlichen Schwierigkeiten sind schon überwunden und freue mich auf den Fall.

Tipp des Tages?
Welchen Kanal zuerst aufbereiten?
Das würde ich von der Art der maschinellen Aufbereitung abhängig machen.
Vollrotierende NiTi´s ? Dann würde ich mit dem schwieriger zugänglichen Kanal anfangen.
Wir arbeiten mit reziproken Instrumenten. Da ist es ganz klar zuerst der leichter zugängliche Kanal.

Die Patientin erscheint zur zweiten Sitzung. Mit minimal beweglicher Telekopkrone. Der Zahn ist frakturiert. Auf Gingivaniveau. Ferrule ? Für eine Teleskopkrone zu wenig auf Dauer.

Schweren Herzen räumen wir unseren Behandlungsplatz wieder auf und ich schreibe einen Arztbrief an die Überweiserin, in der ich für die Extraktion des Zahnes plädiere.

Es gibt schönere Montagmorgen, unsere Zahnmedizin betreffend.
Immerhin. Ist es nicht toll, dass wir durch diese schmale Öffnung, wie im Foto zu sehen, in der Lage waren, zwei voneinander getrennte Wurzelkanäle zu behandeln ?