Sturz mit Folgen

von Ronald Wecker

Der siebenjährige Patient glitt bei einem Schwimmbadbesuch aus ca. 2 Meter Höhe von der Sprungbrettleiter ab und schlug ungebremst mit dem Kinn auf. In der Folge kam es zu einer lingual gelegenen Sagittalfraktur des Unterkieferkörpers im Bereich des Zahnes 41.

Aufgrund der anhaltenden starken Beschwerden im Bereich des Unterkiefers wurde der kleine Patient stationär aufgenommen und ein CT angefertigt.

Aus den Beschreibungen der Mutter liess sich für Zahn 41 zumindest eine Subluxation ableiten. Eine gingivale Blutung und eine Beweglichkeit des Zahnes 41 war zu beobachten.

Die chirurgische Behandlung erfolgte in einer großen deutschen MKG-Klinik. Neben einer Osteosyntheseplatte wurden Ober-und Unterkiefer nach Schienung über intermaxilläre Gummizüge ruhig gestellt.

4 Wochen nach dem Sturz stellte sich der Patient bei uns vor:

Das Erstellen eines aussagekräftigen Einzelbildes wird durch die lingual gelegene Osteosysntheseplatte erschwert. Der Apikalbereich von 41 ist aufgrund einer Überlagerung nicht eindeutig zu beurteilen. Aufgrund der noch sehr geringen Mundöffnung gestaltete sich zudem die Positionierung des digitalen Röntgensensors als äussert schwierig.

Klinisch zeigen mit Ausnahme von Zahn 41 alle Frontzähne des Ober- und des Unterkiefers eine eindeutige Kaltsensibilität.

Zahn 41 ist weder auf Kälte noch auf elektrischen Stimulus sensibel. Der Zahn ist weder perkussionsempfindlich noch beweglich. Die Sondierungstiefen liegen innerhalb physiologischer Grenzen. Der Klopfschall ist normal, der Zahn ist nicht diskoloriert.

Nach der Materialentfernung in 8 Wochen wird ein erneuter elektrischer Sensibilitätstest und gegebenenfalls ein weiteres Einzelbild Aufschluss über die zu ergreifenden therapeutischen Massnahmen geben.

Eine Entfernung des im Bruchspalt stehenden Zahnes 41 ist nicht zwingend indiziert.

Weitere Informationen gibt es hier.