Saughilfe

von Christian Danzl

Ich möchte es mal vorsichtig formulieren:

Amalgam steht nicht im Ruf der Gesundheit des Menschen zuträglich zu sein.

Aber, wie überall, muss man auch hier die Kosten/Nutzen-Relaton sehen, und so kann jeder Patient für sich entscheiden, ob dieses Füllungsmaterial für ihn in Frage kommt, oder nicht.
Der Patient hat ja die Wahl.
Der Zahnarzt und das zahnärztliche Personal meist nicht.

Oder haben Sie jemals einen Patienten weggeschickt, weil Sie die Amalgamfüllung aus Gründen der Quecksilberbelastung nicht entfernen wollen?
Wahrscheinlich nicht.
Somit bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, die Belastung für Zahnarzt und Personal so gering wie möglich zu halten.

Eine Möglichkeit ist ein spezielle Absaugkanüle, die den, beim Ausbohren entstehenden Spraynebel, möglichst vollständig absaugt. Die Schutzkappe wird über den Zahn gestülpt, sie dichtet das Arbeitsgebiet nach unten ab, von oben ist sie offen, um mit den Instrument an den Zahn zu gelangen.
Den Tip bekam ich von einem netten Kollegen im Ort.

Die Clean Up – Absaugkanüle.

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Weitere Möglichkeiten, sich, das Personal und den Patienten zu schützen auf den Homepage der International Academy of Oral Medicine an Toxicology, IAOMT. Ob die, auf dieser Seite dargestellten Möglichkeiten oder Vorschläge zum Schutz vor Quecksilber/Amalgam, sinnvoll, notwendig oder übertrieben sind, muss auch wieder jeder für sich selber entscheiden. Jedenfalls ist es wert, die Sache einmal zu überdenken.

Bezugsquelle für Gold-Mundschutz

von Bodald Necker

Hier die Bezugsquelle für den „Quecksilber-Schutz“ (link) aus dem Artikel Zahnarzt beim Zahnarzt (2).
Versand über Prohy-Dent.

Quecksilberbelastung

von Christian Danzl

In den letzten Tagen bekamen wir eine telefonische Anfrage, ob wir extrahierte Zähne mit Amalgamfüllungen in der Praxis hätten.
Haben wir. Sobald ein Molar der Parodontitis zu Opfer fällt, wird er desinfiziert und aufgehoben. Man braucht sie eben hin und wieder um neue Feilensysteme zu testen oder ähnliches.

Die Firma Grimm Aerosol Technik – die eigentlich spezialisiert ist auf Feinstaubmessung – war auf der Suche nach Möglichkeiten um Quecksilberbelastung zu testen. Eine Zahnarztpraxis bietet sich hier natürlich an.

Am nächsten Tag kam ein Techniker der Firma mit einem Messgerät, welches die Quecksilberkonzentration der Luft messen kann.

Der erste Test war ein kleiner Plastikbeutel 4×6 cm mit 2 Zähnen darin. Einer davon hatte eine sehr große Amalgam-Füllung.
Wert: 0,14 mg/cbm
Nach kurzem Reiben der Zähne aneinander stieg der Wert auf 0,688 mg/cbm. Nach ca. 15 min war der Wert wieder auf auf 0,140 gefallen.

2. Test: Raumluft eines Behandlungszimmers, wo vor ca. 15 min eine Amalgamfüllung ausgebohrt wurde.
Wert: 0,006 mg/cbm, eine weitere Messung nach 5 min ergab noch einen Wert von 0,003.

3. Test: Die Schublade wo der Duomat Amalgamanmischer bis vor 5 Jahren ca.20 Jahre seinen Dienst verrichtete.
Klappe auf, Messschlauch eingeführt, Klappe zu.
Ergebnis: 0,01 mg/cbm
Wohlgemerkt: Seit 3 Jahren wird in dieser Praxis kein Amalgam mehr gelegt, und der Duomat ist seit mindestens 5 Jahren nicht mehr in der Praxis.

Wenn ich mir die Werte so ansehe, bin ich nicht sonderlich beruhigt. Zumal der Quecksilberdampf sich sehr schnell verflüchtigt, wie auch der Techniker bestätigte.
Die Spitzenwerte beim Entfernen einer Füllung wären durchaus noch interessant, und zwar da gemessen, wo der Behandler und die Helferin die Luft zum Atmen „absaugen“.

Ich schätze, es werden weitere Messungen folgen…