Wann ist gross genug gross genug ?

von Hans – Willi Herrmann

Woher weiss ich eigentlich, wann ich einen Wurzelkanal apikal genügend aufbereitet habe und zur WF übergehen kann ?

Wenn man mit  Endodontisten spricht, dann fällt an dieser Stelle das Stichwort „Apical Gauging“.
Ein endodontischer  Mythos. Genau wie „Patency“ oder „Tug Back“.

Unter Apical Gauging versteht man das näherungsweise Ausmessen des Wurzelkanaldurchmessers am apikalen Endpunkt der Aufbereitung.

Möglichkeit 1: Man verwendet Lightspeed – Instrumente.

Damit habe ich 1997 angefangen.
Heute mache ich das nur noch selten.

Und Lightspeed – Instrumente hat kaum einer in der Praxis.

Also besser Möglichkeit 2 ? Einsatz von ISO – Handinstrumenten ?

Das mache ich so gut wie gar nicht. Dann doch lieber Lightspeed. Wobei, auch das kann man nicht so pauschal sagen, das hängt vom Durchmesser ab. Egal, wie ist nun die Vorgehensweise ?

Machen wir es fest an einem Beispiel. Ich habe mit der Basissequenz der Mtwo – Instrumente den Wurzelkanal bis zu einem 25/.06 -Instrument aufbereitet und will nun wissen, ob ich mit der Aufbereitung hin zu höheren Durchmessern noch fortfahren muss oder nicht.

Dann könnte ich vorgehen, wie im nachfolgenden Flussdiagramm beschrieben. Welche Variante man wählt, hängt vom Gusto des Anwenders ab.

Achja, dann gibt es noch Möglichkeit 3. Die ist zwar noch etwas  arbiträrer, kommt aber bei mir am häufigsten zum Einsatz.
Doch dass an einem anderen Tag.

Hier nun das Flussdiagramm.

Dauerhaft

von Hans – Willi Herrmann

Wie lange arbeite ich eigentlich schon mit rotierenden Nickel – Titan – Instrumenten ?

14  Jahre. Zu Beginn, 1996, 1997  kannte ich 4 unterschiedliche Systeme.
ProFile, Quantec, Lightspeed, Miti Rotofile.

Wieviele verschiedene RNTI – Instrumentensysteme gibt es heute auf dem deutschen Markt ?

Keine Ahnung, aber sicherlich mehr als 30.

Wieviele davon habe ich bereits getestet ?

Fast alle.

Soweit sogut.

Aber nur ganz ganz wenige davon habe ich auf einer wiederkehrenden Basis längere Zeit benutzt.

Eigentlich nur 4 Stück.

ProFile.
Damit habe ich angefangen.
Und – ich finde es immer noch gut und setze es – zumindest in bestimmten Fällen – nach 14 Jahren immer noch und gerne ein.

Zeitweilig habe ich ProFile und Lightspeed – Instrumente miteinander kombiniert.
1997 habe ich damit begonnen, bis 2001 so gearbeitet. Zu einer Zeit also, da Hybrid – Technik noch kein feststehender und allgemeingültiger Begriff war, geschweige denn es alle“immer schon so gemacht haben“.
2001 kam Protaper auf den Markt und hat einen großen Teil der Aufbereitungsarbeit der Kombi /ProFile und Lightspeed übernommen.
Lightspeed wurde fast immer hinfällig.
Ich nutzte nach 2001  die Lightspeed – Instrumente nur noch selten zur Aufbereitung, aber noch – immer mal wieder – als Apical Gauging – Instrument.
Die Anwendung von ProFile wurde auf die initiale koronale und apikale und die finale apikale Aufbereitung reduziert.

2004 dann kam ich in Kontakt mit Mtwo.
Und setzte die Instrumente zunächst in der Kombi ProFile und ProTaper, mit Auftauchen der Mtwo 35/.06 und 40/.06 dann weitestgehend allein ein.

Und dabei ist es bis heute geblieben.

Für irgendein anderes der Systeme gab es nie eine ausgeprägte individuelle Indikation. Kein besonderes Qualitäts- oder sogar Alleinstellungsmerkmal, dass es gerechtfertigt hättte, dieses System zusätzlich aufzunehmen oder gar eines der bewährten Systeme dagegen einzutauschen.
Das ist  keine Wertung per se und soll keines der nichtgenannten Instrumentensysteme abwerten.
Viele Wege führen nach Rom , aber in meiner Arbeitsumgebung muss ein neues System  besser sein als das bestehende, sonst macht es keinen Sinn, zu wechseln.

Und warum schreibe ich das ?

Weil es für RNTI – Einsteiger sicherlich nicht das dümmste ist, mit einem dieser bewährten Systeme anzufangen.
Ganz gleich mit welchen Marketing-Getöse  Hersteller für ihre neuen, innovativen Produkte werben.

ProTaper. Mtwo.
Damit würde ich als Einsteiger meine ersten Erfahrungen sammeln.
Wenn etwas über viele Jahre vorne dabei war, dann kann es nicht ein totaler Fehlgriff sein.

Try  the best, forget about the rest.