Ein Problemzahn.

Wir haben gelernt, dass es so genannte Problem- oder Risikobären gibt. Es wurde da ausführlich über Bruno berichtet. (https://de.wikipedia.org/wiki/Problembär)
Als ich das lass, musste ich sofort an den einen oder anderen Patientenfall denken, der sich als Problem darstellt.

Es stellte sich mir die Frage: Gibt es Problemzähne?

An dieser Stelle muss ich sagen: Ja, für mich gibt es diese.
Dabei meine ich nicht Zähne mit nur schwierigen Anatomien, wie man sie bei Unterkiefer-Prämolaren oder Unterkiefer-Frontzähnen beispielsweise finden kann.
Für mich sind Problemzähne Zähne mit schwierigen Anatomien + großflächigen Aufbauten bzw. Dentin-/Schmelzverlusten bei kompromittierten Patienten (Störungen im Immunsystem).

Einen Patienten mit so einem Zahn möchte ich heute vorstellen.

Im Januar 2025 stellte sich der Patient in unserer Praxis vor. Weihnachten 2024 ist dem Patienten ein großes Stück Zahn abgebrochen. Im zahnärztlichen Notdienst wurde eine endodontische Behandlung begonnen und der Zahn großflächig mit Cavit abgedeckt.

Mit dem Ziel der Zahnerhaltung stellte sich der Patient bei uns vor.
Der Zahn 15 zeigt eine Schmelz-/Dentinfraktur mit Verlust der palatinalen Wand. Vestibulär imponiert ein großes Fistelmaul. Die Sondierungstiefen sind erhöht, zirkulär 4–5 mm.
Der Lockerungsgrad ist 0.
Es bestehen keine Beschwerden und kein Perkussionsschmerz.
Der Patient berichtet über einen Diabetes Typ 1 mit Insulinpflicht seit der Jugendzeit.

Wie schätzen Sie meine Prognose Problemzahn anhand der Befunde und röntgenologischen Aufnahmen ein?