Reciproc Minima – Die 3. Generation

Reciproc Minima -Die 3. Generation

Endlich.
Am letzten Wochenende wurde das System auf der Densply Sirona World in Boon vorgestellt. Nun darf darüber auch berichtet werden.

Worum geht´s ?

Um VDW Reciproc Minima.

Eine neue Generation des VDW Reciproc Systems ?

Also gewissermaßen Reciproc 3.0 ?

Ja und Nein.

Geblieben ist … die Arbeitsbewegung.

Aber darüberhinaus ist Reciproc Minima keine Weiterentwicklung, sondern man sollte schon von einem neuen System sprechen. Das mit seinen Vorgängern nur die nichtkontinuierliche, teilweise rückgeführte vollrotierende Bewegung gemeinsam hat. So würde man es nämlich physikalisch korrekt beschreiben. Der Ausdruck „Reziproke“ Bewegung hat mir nie gefallen, ich habe früher immer von der GYT, der Ghassan Yared Technique gesprochen, benannt nach seinem Erfinder. Ghassan selbst spricht nun von asymmetric reciprocation, das trifft es – finde ich – sehr gut.

Auf das Original Reciproc-System der ersten Generation folgte Reciproc Blue.

Beide Instrumente nutzen eine wärmebehandelte Legierung. Die blauen Instrumente sind etwas flexibler. Davon abgesehen ist aber der grundlegende Aufbau der Instrumente in beiden Systemen gleichgeblieben.

Nun also Reciproc Minima.
Deutlich anders aufgebaut.
Dünner. Schlanker.

Und ich führe 3 Gründe an, warum ich dieses System gut finde.

1

Minimalinvasive(re) Aufbereitung: Ein wichtiger Punkt. Spätestens das DVT offenbart. Es gibt eine Reihe von Zähnen, bei denen insbesondere im koronalen Wurzelkanalbereich nach konventioneller Kanalaufbereitung nur noch wenig Restdentin verbleibt. Und nein, ich rede nicht vom Cola Bottle Shape-Look nach Gates Glidden-Einsatz, sondern von der Verwendung ganz „normaler“ Aufbereitungsinstrumente mit einem D16-Durchmesser von 1,2 + mm. Das Reciproc Minima System bewegt sich hier im Durchmesserbereich von ca. 0,8 mm. Das sind, je nachdem wie man es betrachtet, rein nominal 0,4 mm weniger oder aber 50 Prozent. Auch der Taper ist deutlich geringer gegenüber Reciproc und Reciproc Blue und liegt zwischen 2 und knapp 4 Prozent. Beim R 25 waren es apikal 8 Prozent. Was Anwendern der warmen Wurzelfüll- Techniken als unverzichtbar angepriesen wurde. 

Aber 1. Wer füllt überhaupt so ab (nur eine Minderheit, machen wir uns nix vor und 2. reichen auch weniger als 8 Prozent aus, das sage ich aus meiner eigenen Erfahrung heraus mit diesen Füllverfahren.

2

Wir haben nun 4 Instrumente statt „1 aus 3“. 
One File Endo, der Hammer Slogan der ersten Reciproc Generationen. Marketingtechnisch genial, ohne Frage. Ich habe nie so gehandelt. Weil es gute Gründe gibt, die dagegen sprechen. Und auch der Sprung vom 25er zum 40er Instrument war mir immer zu gross. Weshalb ich zur Überbrückung zusätzliche Instrumente verwendet habe. Mit Wave One Gold kam bei Maillefer die Wende. Und war für mich der Grund, zu genau diesem System zu wechseln. Dort ist die Abstufung 20 25 35 45 wunderbar gelungen und genauso ist es jetzt auch bei Reciproc Minima.

3

Crown Down oder Step Down ? 

Auch so eine Glaubenfrage.

Ich war immer und bin bis heute Team „Step Down“. Nutze also nach koronaler Aufbereitung initial dünne Instrumente. Nicht jeder profitiert von so einer Vorgehensweise, denn dünn bedeutet zwar biegsam und gut penetrierend, ist aber auch bruchanfälliger. Und einer der großen Vorteile des Original R 25-Instrumentes und einer der Gründe für den enormen Erfolg war ja neben der erstaunlichen Effizienz gerade seine Bruchresistenz. Eigentlich ist es fast unmöglich, ein R25-Instrument zu frakturieren. Bei einem R-Pilot-Instrument ist dies „ich sag mal so“ NICHT auszuschliessen. 


Allerdings- es gibt eine Reihe von Kanälen, wo dieses R25-Instrument entgegen der Beschwörungen und Verheißungen der Industrie NICHT auf Arbeitslänge geht.

Was dann ?
Dünnere Instrumente werden notwendig.

Das kleinste Instrument im Reciproc Minima-System ist eine R 20. Die springt hier in die Bresche, macht diesen Job sehr gut. Kann das Instrument frakturieren? Ja, das kann es. Aber doch in viel viel geringerem Maße als das bei allen sogenannten „maschinellen „Gleitpfad“-Instrumenten der Fall wäre.

Meine Empfehlung?
Reciproc Minima einmal kennenlernen.
Ausprobieren.
Anwenden.

Vielleicht wird ja eine neue Liebe draus.

Revision 16 und mehr

Der heute 74-jährige Patient wurde uns im Sommer 2025 zur Revision des Zahnes 16 überwiesen. Das Ausgangsröntgenbild zeigt eine Überfüllung mesio-bukkal und eine Begradigung disto-bukkal.

Intraoperativ stellte sich heraus, dass es sich um eine Thermafil-Füllung handelte, die sich in toto sehr gut entfernen liess.

Nach insgesamt zwei Terminen konnten wir folgendes Ergebnis erzielen:

Im Frühling diesen Jahres wurde uns der Patient nun erneut zugewiesen.

Die Nachuntersuchung hatte ergeben, dass nun auch Zahn 15 eine apikale Osteolyse entwickelt hat.

Der Heilungsverlauf bei 16 stellt sich bereits sehr erfreulich dar.

Ich bin guter Dinge, dass wir auch den Nachbarzahn erfolgreich behandeln können…

20 Jahres Kontrollbild

Das war ein Zufallsbild, was wir erhielten. Zahn 37 hatten wir 2006 behandelt.

Das war ein Zufallsbild, das wir erhielten. Zahn 37 hatten wir 2006 behandelt.

Das waren noch Zeiten …
2003 hatten wir das erste Mikroskop angeschafft und nach kurzer Zeit entnervt damit aufgegeben. Nach 3 Monaten Ignoranz desselben hatten wir wegen der hohen Investitionskosten und des Rats eines gewissen Dr. Herrmanns aus Bad Kreuznach doch das Mikroskop wieder aus der Ecke geholt.
2006 war dann schon etwas Routine da und aus dieser Zeit ist der heutige Fall.

Leider haben wir keine Aufzeichnungen mehr und nur aus meiner Erinnerung heraus an den Patienten hier die Rekonstruktion und Bilder.
Der Patient war ziemlich angefressen wegen der länger bestehenden starken Beschwerden und ließ alle seinen Unmut wissen. Deshalb war er in meiner Erinnerung geblieben.
Nach dem ersten Termin waren die Beschwerden vollständig abgeklungen und im zweiten Behandlungstermin konnte die endodontische Therapie abgeschlossen werden.
Für eine neue endodontische Therapie wurde uns das OPTG zugesendet.


ENDO21-Podcast Folge 11,12,13

Letztendlich sind es 4 Podcast- Folgen zum Thema DVT geworden, zuletzt ging es um die Positionierung des Patienten und die Auswahl der DVT- Parameter patienten- und indikationsbezogen. Jetzt mit Folge 13 schlagen Tomas Lang und ich das nächste Kapitel auf: Es geht ums OP-Mikroskop. Blinder Maulwurf oder scharfsichtiger Adler? Um mit Professor Kim zusprechen: „You can only treat, what you can see“

Zu finden bei Spotify und bei Apple Podcasts.

WURZELSPITZE Gipfel 2026 – Rahmen und Ablauf

WURZELSPITZE Gipfel 2026

Die Idee

Ich hatte das Glück als junger Zahnarzt 1999 am ersten Roots Summit in Toronto teilnehmen zu dürfen.
 Als Zuhörer und als Referent. 

Dort traf ich auf Weltklasse-Referenten der Endodontologie.

Auf Halbgötter und Popstars der Wurzelkanalbehandlung. 

Menschen wie Gary Carr, John Mc Spadden, John Stropko.
Fred Barnett. Joe Dovgan, Ken Serota.
Grossartige Praktiker, die nicht nur Wissen teilten, sondern Haltung, Begeisterung und Großzügigkeit jenseits persönlichen Egos.

Dieses Erlebnis und die Wege, die sich daraus ergaben, haben meinen beruflichen Weg nachhaltig geprägt. Heute, in auf Endodontie limitierter Praxis, dem Ende meines Berufslebens langsam entgegenblickend möchte ich etwas davon zurückgeben. Ich möchte den Staffelstab weiterreichen.

Wen wir suchen, wen wir ansprechen wollen: Passionierte Behandlerinnen und Behandler.

Dabei gilt:
Passioniert bedeutet nicht zwingend erfahren.
Es zählt der Wille.
Die Begeisterung für Endodontie.
Der Wunsch, besser zu werden.
Die Bereitschaft, auch über Suboptimales zu sprechen.

Ganz besonders möchte ich daher die passionierten Jungen ansprechen.
Diejenigen, die brennen.
Die Fragen stellen.
Die gestalten wollen.

Unser Treffen – ich nenne es in Anlehnung an das ROOTS SUMMIT den WURZELSPITZE Gipfel 2026 – soll kein Kongress sein.
 Es soll ein Forum sein.

Ein Ort, an dem Erfahrung und Neugier sich begegnen.
Ein Ort, an dem man nicht glänzen muss, sondern wachsen darf.
Ein Ort, an dem der Staffelstab weitergereicht wird.

Ich freue mich auf leidenschaftliche Kolleginnen und Kollegen – und auf zwei Tage, die bleiben.

Das WURZELSPITZE Gipfeltreffen als Ort der persönlichen Begegnung, der offenen Gespräche und einem echtes Kennenlernen.
Vorträge und intensive Diskussionen in bewusst kleinem Kreis.

Vortragsdauer: 15 – 30 Minuten
Im Anschluss: Ausführliche Diskussion. Ehrlich. Kritisch. Kollegial. 
Und immer wohlwollend.

Die Eckdaten

Das WURZELSPITZE Gipfeltreffen ist eine Non Profit Veranstaltung – Alle Referenten tragen ohne Honorar vor. Daher laufen auf als Teilnahmegebühr nur die Umlage der Kosten für Veranstaltungsort und Verpflegung. Unter 200 Euro vermutlich und das Sterne-Menue am Freitag Abend ist da inbegriffen.

11 Referenten

Hans-Willi Herrmann

Christoph Kaaden

Olaf Löffler

Jörg Schröder

Nils Widera

Ines Goch

Torsten Brüning

Bernd Frank

Georg Benjamin

Bastian Herz

Peter Golonka

Das Themenspektrum reicht vom endodontischen Trauma über die Endo Revision in Erfolg und Misserfolg hin zu präventiven gesundheitlichen Massnahmen, die BehandlerInnengesundheit betreffend. Und wir werfen auch einen Blick über die Landesgrenzen hinweg nach Österreich und Frankreich. Ich selbst rede über Erfolgsmodelle für Zahnarztpraxen in der Zukunft und blicke zurück und berichte über die Dinge, die ich rückblickend heute garantiert anders machen würde.

Unser Limit von 36 Teilnehmern wurde erreicht.
Wir sind ausgebucht ! 

Von jetzt an also nur noch Warteliste für Kurzentschlossene. 
Ruhig trotzdem noch melden!

Denn es kommt immer mal vor, das einer der Teilnehmer kurzfristig absagen muss. Und da die Nachfrage weiterhin anhält, versuche ich, noch ein paar Plätze zusätzlich zu ermöglichen. Der limitierende Faktor ist nicht der Tagungsort, vielmehr das Catering. Aber vielleicht finden wir diesbezüglich noch eine Lösung.

Freitag 19. Juni 2026
18:00 Uhr
Kennenlernen und Wiedersehen

Abendessen 4 Gänge Menue 
Restaurant Meisenheimer Hof, 55590 Meisenheim/Glan

Samstag 20. Juni 2026 09:00 – 16:00 Uhr

WURZELSPITZE Gipfel 2026
Haus des Gastes, Kurhausstraße 22-24, 55543 Bad Kreuznach

Nach 16:00 Uhr – open end
Fakultativ

I Fedelissimi

Incontro Amici WURZELSPITZE

Wie schon bei DIE3 – Es gibt einen harten Kern, oder wie man im Italienischen sagen würde „I Fedelissimi“ die nach offiziellem Ende der Veranstaltung noch zusammensitzen und das Geschehen des Tages im vertrauten Kreis bei Abendessen und Getränken vertiefen und ausklingen lassen.

Intrusion & mehr

im Jahr 2017 erlitt Lea ein Frontzahntrauma an den Zähnen 11 und 21…

hierbei kam es zu einer lateralen Dislokation mit komplizierter Kronenfraktur an Zahn 11 sowie zu einer ausgeprägten Intrusion an Zahn 21.

Während bei 11 zunächst eine entsprechende Behandlung einleitet wurde, bestand bei 21 die Hoffnung auf eine spontane Reeruption des Zahnes. Da diese auch eine Woche nach Trauma nicht zu verzeihen war erfolgte schliesslich die chirurgische Repositionierung. Uns oblag es in der weiteren Folge die endodontischen Behandlungen der beiden Inzisivi durchzuführen…

wie die weitere Abfolge zeigt muss eine Intrusionsverletzung nicht zwangsläufig mit einer Ersatzresorption einhergehen…

es sieht so aus, als hätte Lea damals „Glück im Unglück“ gehabt.

Recall Herodontics 10 Jahre

Dieser Fall wurde  hier vorgestellt.
Man kann diesen Fall sicher in die Kategorie: „Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“ einordnen.

Wir haben wieder Recallbilder und möchte diese Ihnen nicht vorenthalten. Inzwischen sind einige Jahre vergangen. Die verschiedensten klinischen Fotos entstammen verschiedenster Kameras und Fotografen.

Unterkiefer-Prämolar mit 2 Kanalsystemen

Untere Prämolaren mit zwei oder mehr Kanalsystemen kommen bei uns im Jahr selten vor…

kürzlich war es mal wieder so weit.

Dem Zuweisen war nach seiner Messaufnahme aufgefallen, dass sich das Instrument nicht „mittig“ in der Zahnwurzel befand.

Messaufnahme alio loco

Er vermutete daraufhin ein weiteres Kanalsystem und verwies den Patienten an uns.

Tatsächlich zeigte sich ein bisher unbehandelter lingualer Anteil…

hier die weitere Abfolge´…

die Präparation erfolgte bis zu einer Größe 25/08.

Mastepoint Aufnahme
Post-op
prä- vs. post-op

Recall 11 Jahre

Über diesen Fall hatten wir bereits mehrmals berichtet. Hier sind die Ausgangsbefunde und der Verlauf noch einmal zu erkennen. Nun haben wir das aktuelle 11 Jahresrecall bei Symptomlosigkeit und einer glücklichen Patientin.

Es war ein SAF- Fall, beim Vergleich der alten Röntgenbilder fiel mir eine SAF-Mess Aufnahme von 2015 noch einmal auf. Der Kofferdam war damals von 14-24 befestigt, deswegen keine Kofferdamklammer im Röntgenbild.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Diese Fortbildung liegt mir besonders am Herzen…

Diese Fortbildung liegt mir besonders am Herzen…

Es heisst, Glück gebührt dem Tüchtigen.

Aber es gibt sicherlich auch viele Tüchtige, die an der Erfolgslosigkeit ihres Lebens verzweifeln.

Ich hatte Glück.

Grosses Glück als junger Zahnarzt 1999 am ersten Roots Summit in Toronto teilnehmen zu dürfen.
Als Zuhörer und als Referent.

Dort traf ich auf Weltklasse-Referenten der Endodontologie.

Auf Halbgötter und Popstars der Wurzelkanalbehandlung.

Menschen wie Gary Carr, John Mc Spadden, John Stropko.
Fred Barnett. Joe Dovgan, Ken Serota.
Grossartige Praktiker, die nicht nur Wissen teilten, sondern Haltung, Begeisterung und Großzügigkeit jenseits persönlichen Egos.

Dieses Erlebnis und die Wege, die sich daraus ergaben, haben meinen beruflichen Weg nachhaltig geprägt. Heute, in auf Endodontie limitierter Praxis, dem Ende meines Berufslebens langsam entgegenblickend möchte ich etwas davon zurückgeben. Ich möchte den Staffelstab weiterreichen.

Deshalb lade ich ein zu einer besonderen Veranstaltung nach Bad Kreuznach:

Eine Non-Profit-Veranstaltung nach Vorbild des ROOTS Summit I.
Von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen.

Ohne kommerziellen Hintergrund.
Ohne Industrieprogramm.
Ohne Hierarchien.

Die entstehenden Kosten werden transparent und neutral auf die Teilnehmer umgelegt. Es gibt keine Referentenhonorare, so bleiben die reinen Sachaufwendungen.

Das Konzept

Freitagabend 19. Juni 2026 18:00 Uhr
Gemeinsames Abendessen im Meisenheimer Hof.
Ein Sternerestaurant – bedeutet nicht nur sehr gutes Essen, sondern vor allem auch ein schöner Ort für persönliche Begegnung, offene Gespräche und echtes Kennenlernen.
Referentinnen und Referenten sind als Dankeschön hierzu eingeladen.

Samstag 20. Juni 2026 09:00 Uhr – 16:00 Uhr
Vorträge und intensive Diskussionen in bewusst kleinem Kreis.

Als Vortragsthemen stehen für jeden Vortragenden zur freien Auswahl:

Mein schönstes Endo-Erlebnis und/oder Mein größter Endo-Albtraum

Gerne aber auch freie endodontische Themenwahl

Vortragsdauer: 15 – 45 Minuten
Im Anschluss: ausführliche Diskussion. Ehrlich. Kritisch. Kollegial. Und immer wohlwollend.

Wen wir suchen, wen wir ansprechen wollen: Passionierte Behandlerinnen und Behandler.

Dabei gilt:
Passioniert bedeutet nicht zwingend erfahren.
Es zählt der Wille.
Die Begeisterung für Endodontie.
Der Wunsch, besser zu werden.
Die Bereitschaft, auch über Suboptimales zu sprechen.

Ganz besonders möchte ich daher die passionierten Jungen ansprechen.
Diejenigen, die brennen.
Die Fragen stellen.
Die gestalten wollen.

Dieses Treffen – ich nenne es den WURZELSPITZE Gipfel 2026 – soll kein Kongress sein.
Es soll ein Forum sein.

Ein Ort, an dem Erfahrung und Neugier sich begegnen.
Ein Ort, an dem man nicht glänzen muss, sondern wachsen darf.
Ein Ort, an dem der Staffelstab weitergereicht wird.

Ich freue mich auf leidenschaftliche Kolleginnen und Kollegen – und auf zwei Tage, die bleiben.

Im bewußt kleinen Kreis. Denn nur hier entsteht die Offenheit, die wir uns wünschen. Nur so werden aus Vorträgen Gespräche. Und aus Gesprächen Impulse.

Heisst aber auch.
Keine Ahnung wer kommen möchte, aber ich werde auch mit 3 Teilnehmern diese Veranstaltung durchführen.

Weil ich weiss.
Es wird jemand dabei sein, der meinen Staffelstab aufnimmt…

Wer sich angesprochen fühlt bitte melden via Kommentarfunktion oder per Mail an h2w2@gmx.de


ENDO 21-Podcast Folge 10 – Das DVT in der Endodontie Teil II

Im zweiten Teil unseres DVT-Zwiegesprächs geht es im ENDO 21-Podcast um die Frage, ob und warum auch einfach zu behandelnde Zähne von einer DVT-Aufnahme profitieren können. Tomas Lang und ich reden über das Stadt-Landgefälle in der Endo, über die Positionierung der Trepanationsöffnung bei Oberkiefer-Frontzähnen und ein wenig über die Kunst, der Kunst willen im Bezug auf die dentale Realität.  Zu finden bei Spotify und bei Apple Podcasts.

Herodontics xtreme

Heute mal ein sehr extremer Fall.

Zur Vorgeschichte … die 65-jährige Patientin hatte vor einiger Zeit pulpitische Beschwerden an Zahn 45 entwickelt. Ihr Zahnarzt und Ehemann leitete daraufhin eine endodontische Therapie an Zahn 45 ein.

Leider kam es während des Vorgangs zu einer Perforation.

„Messaufnahme“ alio loco

Der daraufhin konsultierte MKG-Chirurg empfahl statt einer invasiven Therapie (wie hätte die wohl aussehen sollen – ausser man hätte den Zahn entfernt???) den Versuch der Zahnerhaltung…

anhand der Röntgenaufnahmen ein tollkühnes Unterfangen…

Interessanterweise stellte sich die Perforation intrakoronal weniger imposant (und quasi reizfrei) als gedacht dar.

Die Reparatur erfolgte mittels Biondentine, welches vorsichtig gegen das vorhandene Weichgewebe moduliert wurde…

Perforation vor und nach Deckung (intrakoronaler Guttapercha plug zur Vermeidung einer Kanalverlegung)

Das eigentliche Kanalsystem zu finden war kein wirkliches Problem (man suche idR immer lingual!)

initialer Kanaleingang vs. fertiger Präparation

im zweiten Termin erfolgte schliesslich die Obturation des Kanalsystems.

Beim Anblick des Abschluss-Röntgenbildes war ich von der Darstellung des Perforationsverschlusses selber überrascht.

Masterpoint-Aufnahme

Es bleibt aber festzuhalten… es handelt sich hier um:

“ Herodontics xtreme „…

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis – Fälle (2)

Diese Fälle sind sehr speziell, zeigen lediglich welche Möglichkeiten die LAI bieten kann. Es gibt keine Evidenz dafür. Wir werden die Fälle weiter verfolgen und hier einstellen, insoweit wir es möglich ist.

Der zweite Fall.
Die Patientin möchte den Zahn 36 mit aller Macht erhalten. Sie möchte keinen Versuch auslassen.
36 wurde vor einiger Zeit endodontisch therapiert. Dabei ist ein Instrument frakturiert. Apikal mesial besteht der Verdacht einer P. apicalis. Im Rahmen eines Sanierungskonzeptes soll der Zahn 36 überkront werden.
Im angefertigten DVT ist die Wurzelanatomie und Lage des Instrumentenfragmentes erkennbar.
Die Entfernung des Fragmentes haben wir als möglich eingestuft. Die Aufbereitung der apikal gelegenen Kanalstruktur gelingt nur mit Glück von der kontralateralen – bukkalen Kanalstruktur. Trotzdem sollten wir die Behandlung durchführen.
Nach präendodontischem Aufbau, Entfernung der Wurzelfüllung und Desinfektion des Kanalsystems mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% erfolgte die Darstellung des Instrumentenfragmentes. Mittels Schlingentechnik und Fragremover ließ sich das sehr festsitzende Fragment nicht entfernen. Nach Ultraschallpräparation wurde das Fragment gelockert und der koronale Anteil konnte entfernt werden.

Der Rest des Fragmentes war nach einiger Zeit mit Ultraschall darstellbar und konnte entfernt werden. Der weitere Kanalverlauf war blockiert.
Von der bukkalen Kanalstruktur gelang die Instrumentierung des apikalen Anteils nicht. Die mesiobukkalen und mesioingualen Kanalsysteme zeigten eine Konfluation. Nach Ca(OH)₂-Einlage versuchten wir 2 Wochen später erneut, ohne Erfolg, das Kanalsystem mechanisch aufzubereiten.
Mittels LAI, 2 × 30 s Sweeps, 200 mJ/Puls, 600 mW, Zitronensäure 10 % und Sweeps, 2 × 30 s Sweeps, 200 mJ/Puls, 600 mW. NaOCl 3 % versuchten wir, die apikale Kanalstruktur chemisch zu erschließen.
Die Wurzelfüllung erfolgte mesial mittels einer Squirtingtechnik mit erwärmter Guttapercha und Totalfill-BC-Sealer. Im abschließenden Röntgenbild sind die mit Sealer gefüllte Kanalstruktur sowie ein Sealerpuff erkennbar.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.