Am vergangenen Freitag und Samstag fand der 28. Berliner Zahnärztetag statt. Wie immer hervorragend besucht, hatte er in diesem Jahr die Endodontie zum Thema. Und- um es vorwegzunehmen-das Ganze wurde inhaltlich sehr gut umgesetzt. Für mich innerhalb von wenigen Wochen nach der Wintertagung in Braunlage der Zahnärztekammer Niedersachsen die zweite Veranstaltung auf Kammerebene, die sich durch ein sehr hohes Niveau und viele renommierte Referenten – in Berlin zumeist als Zweierteams – auszeichnete. Ich teilte mir mit Dr. Helmut Walsch die Bühne zum Thema „Wurzelkanalfüllung – Material und Methoden – Fälle und Fakten“.
Am Ende des Vortrags kam ein mir unbekannter Kollege aus dem Auditorium ans Mikrophon, sprach öffentlich seinen Dank für den Vortrag aus und fügte dann an, dass er sich ausserdem ganz besonders für den Blog „WURZELSPITZE“ bedanken wolle. Er lese täglich mit und hätte durch den Blog mehr gelernt als in seinem gesamten Studium.
Es ist ein nicht zu unterschätzender Aufwand, diesen Blog, wie wir es nun schon im 6. Jahr tun, Wochentag für Wochentag mit Inhalten zu füllen. Um so mehr freut es uns, wenn dieses Engagement entsprechend gewürdigt wird. Ein tolles Lob!
Gerne hätte ich mich auch im Namen meiner Mitautoren Christian Danzl, Christoph Kaaden, Olaf Löffler und Jörg Schröder persönlich bei dem Kollegen bedankt, aber im Trubel des Kongresses bei geschätzt mehr als 500 Teilnehmern im Raum ergab sich nicht die Gelegenheit dazu, weshalb ich diesen Weg wähle, in der Hoffnung, dass sich der betreffende Kollege zur persönlichen Kontaktaufnahme mit mir in Verbindung setzt.
Traditionell zu Beginn des Jahres die „Top Ten“ der meistgelegenen Beiträge in 2013 sowie eine „All Time Greatest“- Liste der meistgelesenen Beiträge (bis 31.12.2013) insgesamt seit Start des WURZELSPITZE- Blogs am 01. November 2008.
Auch diesmal wieder, wie in den Jahren zuvor und damit unangefochten an der Spitze der Jahres Top Ten wie auch der Gesamtliste stellen Devitalisierungsmittel wie Toxavit und Depulpin das Top- Thema. Ich denke, man kann sagen, dass diese Nachfrage von Patientenseite herrührt und den offensichtlich stattfindenden regen Gebrauch solcher Mittel wiederspiegelt.
Ein trauriges Resultat, nachwievor.
Sehr erfreulich finde ich persönlich, dass es in diesem Jahr so viele in 2013 erstmalig gelistete Themen mit hohen Klickzahlen in die Top Ten geschafft haben.
Das zeigt (bei im Übrigen mittlerweile mehr als 1,7 Millionen Besuchen, davon 660.000 in 2013) das nachhaltige Interesse an WURZELSPITZE und das viele, vermutlich die meisten Leser Wiederholungs- und Abonnement- Täter sind.
Interessant auch, daß „Die Mutter aller Fallberichte (!)“ im zweiten Jahr noch höher eingestiegen ist als im Ersterscheinungsjahr 2012.
Getoppt allerdings noch vom Beitrag „Zahnarzt neu in der Schweiz“.
Es scheint, dass das berufspolitische Thema „Auswanderung“ einen nicht unerheblichen Stellenwert hat und die hohe Klickzahl ein Indiz für die Brisanz der Thematik darstellt.
Das Thema Auslandszahnersatz hingegen, vor ein paar Jahren noch ein berufspolitischer Aufreger, scheint nicht mehr nachgefragt zu sein. Man könnte meinen, dass das fehlende Interesse mit einer nicht vorhandenen Nachfrage nach Auslandszahnersatz korreliert. Dabei ist es vermutlich genau umgekehrt und ein Zeichen dafür, dass besagter Auslandszahnersatz sich als Faktum in der deutschen Zahnmedizin etabliert hat.
Mit großem Bedauern stelle ich fest, dass dieser Prozess noch viel viel schneller vorangeschritten ist, als ich es vermutet hatte.
„Where´s the beef“ möchte ich daher heute anführen, als Antwort auf das vor Jahren von mir diesbezüglich in den Raum gestellte“ Quo Vadis Zahnmedizin“.
Die Zahnmedizin als Spiegel unserer Gesellschaft, unserer Welt, unserer Zeit ?
Davon war auszugehen, aber ich halte nachwievor den Weg, Qualität unreflektiert den vorgegebenen finanziellen Resourcen zu opfern, für den falschen. Dies darüberhinaus schönredend zu negieren, ist nichts Neues und bezeichnend für den Geist, der dies initiiert.
Zugleich aber vielleicht die letzte winzige Chance für eine Wende zum Besseren.
Dann nämlich, wenn der 2013 viel beschworene „Wutbürger“ an Hand der im besagten Zusammenhang verwendeten Neusprech – Paraphrasen die ihm vorgesetzten Potemkinschen Dörfer als solche entlarvt. Und erkennt, ähnlich wie in der Banken- und Euro- Frage, daß die vermeintlichen Interessen des Staates mit dem seinen nicht nur nicht deckungsgleich, sondern diametral entgegenlaufend sind.
In diesem Sinne -„Geschichte wird gemacht, es geht voran“ wünsche ich allen WURZELSPITZE – Leser ein hoffentlich gutes, ausserordentliches Jahr 2014.