Die Hygienepauschale für Zahnarztpraxen wird verlängert, darauf haben sich am 30.09.2020 Bundeszahnärztekammer (BZÄK), PKV und Beihilfe verständigt. Grund sind die COVID-19-bedingt nach wie vor erhöhten Hygienekosten.
Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass aufgrund der COVID-19-Pandemie die Kosten für Schutzkleidung und Desinfektionsmaterialien, aber insbesondere auch der administrativen Hygieneaufwand, nach wie vor deutlich erhöht sind.
Pauschale wird zunächst verlängert bis zum 31. Dezember 2020
Ab 1. Oktober bis zunächst 31. Dezember 2020 können Zahnärzte zur Minderung dieser Kostenlast – neben den weiteren Optionen der GOZ – alternativ eine Hygienepauschale berechnen. Die hierfür vorgesehene Gebühren-Nummer 3010 GOZ analog kann allerdings nur noch zum Einfachsatz (= 6,19 Euro) angesetzt werden.
In dem heute vorgestellten Fall stand die Frage aus einer chirurgischen Praxis:
Können wir 36, 46 behandeln und erhalten. Und wurden die Röntgenbilder zugesendet und es wurde erwähnt, daß sich buccal multiple Fistelbildung Pusexudation zeigt. Die Lockerungsgrade sind 0-1 und die Sondierungstiefen sind erhöht.
Wir haben um die Vorstellung des Patienten zur klinischen Untersuchung gebeten.
Was für endodontische Probleme könnte man auf den Bildern erahnen?
Zahn 11 – Diagnostische Röntgenaufnahme vor der endodontischen Behandlung
Ohne DVT würde man hier scheitern. Man glaube mir bitte.
Ein Zahn 11 mit leichter Dunkelverfärbung der klinischen Krone. Ein angefertigtes Röntgenbild offenbart einen vermutlichen Zustand nach Trauma in der Jugend, eine vorhandene apikale Aufhellung, der Wurzelkanal ist fast vollständig obliteriert.
Hier einen Versuch der Trepanation wagen würde zwangsläufig in einer Perforation enden. Knapp 20 mm Blindbohrung, um dann in den unteren 2- 3 Millimetern den Kanal zu finden und nicht eine Via falsa zu produzieren, an einem solchen Tag könnte ich auch 10 Rubbellose kaufen und auf den großen Jackpot hoffen.
Das sind die harten Fakten. Ein paar weiche kommen noch dazu. Der Patient 26 Jahre alt, finanziell auf eigenen und vermutlich eher dünnen Beinen stehend. Die Anreise ? Rund 100 Kilometer. Die Behandlung aus Sicht der gesetzliche Krankenversicherung ein Behandlungsversuch , demnach vom Patenten aus eigener Tasche zu zahlen.
Was tun ? Der Versuch des Zahnerhaltes ist angesichts des Alter des Patienten meines Erachtens diskussionlos zu bejahen, die uns seit ein paar Jahren zur Verfügung stehende Option der DVT – gestützten computergestützten Navigation unter Verwendung einer Bohrschablone die Methode der Wahl. Bliebe noch die Frage, ob man vorher mal den Versuch wagen sollte, zu trepanieren und in den Zahn hineinzuschauen ?
Könnte man dem Patienten doch vielleicht mit geringem Aufwand einen nicht unbeträchtlichen Geldbetrag sparen. Angesichts des DVT – Befundes entscheide ich mich dagegen.
Es erfordert immer etwas Überwindung, blind in einen Zahn hineinzubohren. Besonders, wenn man, wie ich, seit nunmehr fast einem Vierteljahrhundert gewohnt ist, 100 Prozent der endodontischen Arbeit unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskopes durchzuführen. Also taste ich mich vorsichtig heran. Der aufgesetzte Gummistopper signalisiert mir immer wieder die jeweilgen Teilschritte, dann ist Abnehmen der Schablone und in den Zahn hineinschauen angesagt. Das Bohren geht im Übrigen sehr leicht, ohne grosse Kraftanstrengung vonstatten, die Bohrer sind offensichtlich ausreichend scharf. Nur die Initialbohrung muss mittels Diamant und unter Wasserkühlung im roten Winkelstück erfolgen. Mittels wasserfester schwarzer Farbe markiere ich mir mit dem Trepanationsbohrer die Positionierung des Pilotloches.
Farbmarkierung des Pilotbohrers zur Visualisierung der BohrstelleFarbmarkierung des Pilotbohrers zur Visualisierung der BohrstelleFarbmarkierung des Pilotbohrers zur Visualisierung der BohrstelleZahn 11 – Zustand nach Durchdringung des Zahnschmelzes
Im Falle des besagten Zahnes 11 war zwischendrin kein Hinweis auf die ursprüngliche Lage des Wurzelkanals zu sehen und keine noch so kleine Öffnung zu ertasten, es bewahrheitete sich also die Vorgehensweise, auf einen nicht bohrschablonengestützten ersten Versuch zu verzichten.
Ich führte die Bohrung in 3 Etappen durch. Nachdem ich die vorgesehene Bohrtiefe erreicht hatte, konnte der Wurzelkanal penetriert werden.
Zustand nach TrepanationZustand nach Trepanation
Der Rest war Routine. Zumindest bis zur Wurzelkanalfüllung. Das DVT hatte ja die verzweigte Anatomie des Wurzelkanalsystems in den unteren 2-3 Millimetern gezeigt mit einer horizontalen astartigen Spreizung. Jetzt galt es, diese Verzweigungen bestmöglich zu füllen ohne bei vorhandenem großem apikalen Foramen zuviel Überpressung von WF- Material zu verursachen.
Die WF- Kontrollaufnahme lässt mich in diesem Fall mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits können wir uns freuen, den Fall zunächst erfolgreich abgeschlossen und den Zahn erhalten zu haben. Aber ist das Ergebnis im Hinblick auf die apikalen Verzweigungen des Wurzelkanals adäquat ? Einzelne sichtbare Seitenkanäle reichen nicht aus, um Absolution zu erteilen. Wird es genügen, eine Heilung zu erzielen ?
Gemeinsame Analogabrechnungsempfehlung von BÄK, PKV-Verband und den Trägern der Kosten in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen nach beamtenrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder für die Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie vom 01.10.2020 bis zum 31.12.2020:
Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie, je Sitzung analog Nr. 245 GOÄ, erhöhte Hygienemaßnahmen, zum 1,0fachen Satz
Die Abrechnungsempfehlung gilt ab dem 01.10.2020 bis zum 31.12.2020 und ist nur bei unmittelbarem, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt anwendbar. Bei Berechnung der Analoggebühr nach Nr. 245 GOÄ kann ein erhöhter Hygieneaufwand nicht zeitgleich durch Überschreiten des 2,3fachen Gebührensatzes für die in der Sitzung erbrachten ärztlichen Leistungen berechnet werden. Die Nr. 245 GOÄ analog ist nicht berechnungsfähig, sofern eine stationäre Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus nach § 108 SGB V erfolgt und für diese Krankenhäuser nach Maßgabe des Krankenhauszukunftsgesetzes entsprechende Hygienezuschläge vereinbart worden sind.
Endodontische Behandlungen an Prämolaren? Einfach, oder? Eine Wurzel, ein Kanal oder an oberen 4’ern zwei Wurzeln mit zwei Kanälen.
OK, manchmal eine wenig eng, aber sonst: straight forward.
Das es in Wirklichkeit nicht so ist, wissen alle, die häufig endodontische Behandlungen unter dem Mikroskop durchführen.
Anamnestisch war zu erfahren, dass alio loco die endodontische Behandlung bereits begonnen wurde, aber aufgrund von „Schwierigkeiten“ nicht abgeschlossen werden konnte. zur Beratung brachte die Patientin dieses Bild mit.
Auffällig war die Länge und starke mesiale Krümmung der Wurzel.
Eine über viele Jahre erworbene Skepsis ließ mich ein eigenes Einzelbild anfertigen. Dies zeigte im unteren Wurzeldrittel gleich zwei Instrumentenfagmente, die offenbar die Schwierigkeiten erzeugten, von denen berichtet wurde.
Im DVT war ersichtlich, dass es koronal der beiden, am Beginn der deutlichen mesialen Krümmung gelegenen Fragmente eine Aufgabeln und ein nicht bearbeitetes linguales Kanalsystem gab.
Nach Modifikation der Zugangskavität (Erweiterung und Neigung nach distal) und Darstellung der Kanaleingänge war es möglich, das koronalere der beiden Fragmente zu visualisieren und mittels vorgebogener Endosonore-Feile zu entfernen.
Da das apikale Fragment nur zu tasten war, habe ich, anstatt versuchen es zu entfernen das Fragment vom bisher unaufbereiteten lingualen Kanalsystem aus passieren können.
Die apikale Aufbereitung erfolgte ausschliesslich mit vorgebogenen Handinstrumenten in enger Abfolge (008, 010, 012, 015, ProTaper Hand S1, S2, F1, F2). Trotz intermittierender Schall- und laserunterstützter Irrigation war es mir nicht möglich das Fragment zu entfernen. Die Masterpointaufnahme zeigt, dass ich es zwar lockern konnte, es aber dann weiter nach apikal verbracht hatte, ohne dabei den Kanal zu blockieren. Glück gehabt!
Nachdem der vorgebogene Masterpoint erfolgreich einprobiert worden war, erfolgte die Obturation.
Was die Behandlung deutlich erschwerte war die linguale Neigung und die Kleinheit der klinischen Krone, die das Visualisieren der tieferen Kanalabschnitte deutlich erschwerte.
Vor Kurzem habe ich hier einen Fall nach reparativer endodontischer Behandlung vorgestellt, bei dem wir zusätzlich ein Bleaching durchgeführt haben.
Heute also ein weiterer Fall, bei dem diese Therapie „notwendig“ wurde…
interessant fand ich, wie sich das MTA intrakanalär darstelle…
MTA während der Entfernung mit Rosenbohrern; obgleich die koronale Schicht komplett abgebunden hatte war das darunterlegende Material zum Teil noch „weich“. Wenn man die Röntgenbilder genau betrachtet kann man meinen, dass das MTA zum Teil resorbiert bzw. ausgewaschen wurde…Intrakanaläres vitales Gewebe nach RETBiodentine intrakoronal nach Kunststoffabdeckung
Das anschliessende Bleaching erfolgte wieder mit Opalescence Endo. Laut Patientin war die Verfärbung innerhalb von Stunden entfernt…
Das Material knapp ist und man improvisieren muss, habe ich im Rahmen der zahnmedizinischen Ausbildung und Tätigkeit im real existierenden Sozialismus erleben dürfen.
Niemals hätte ich damit gerechnet, daß mich diese Erfahrungen wieder einholen.
Nun ist es soweit. Einmalhandschuhe sind rar. Bestellungen werden automatisch gekürzt. Es gibt Zuteilungen. Das sind dann, wenn man Glück hat noch Vinylhandschuhe.
Das ist wie Schlangestehen nach Bananen und wenn man dran ist gibt es keine mehr, dafür aber Äpfel.
Für mich stellt sich die Frage, was überblicken die Gesundheitspolitiker und Standesvertreter noch?
Wozu brauchen wir ein QM, wenn einfachste Dinge im Arbeitsschutz nicht gewährleistet sind.
Handschuhe gibt es jetzt als Schnäppchen. 100 Stck. für 18,80€+Ust. – Netdental.
Wer seine Angestellten und sich selbst schützen will, der zahlt das schon. Für die Gesundheit ist nichts zu teuer.
Der Patient wurde uns überwiesen und betonte, daß er nun alle Zähne unbedingt erhalten will. Er möchte keinen Zahn verlieren und erwartet, daß wir ihm dabei helfen werden.
4 Zähne standen auf der Wunschliste des Überweisers.
27 stand dabei an erster Stelle. Im Zahnfilm und im OPTG erschien der Zahn apikal nicht beurteilbar. Im angefertigten DVT stellte sich pal. eine apikale Veränderung nahe an die Conchae nasales inf. dar. die buccalen Wurzeln zeigten sich apikal an der raumgreifenden Veränderung pal. apikal beteiligt. Der Zahn 27 war umsymptomatisch, die Sondierungstiefen erhöht und der Lockerungsgrad war 0. Die prothetische Versorgung wurde als Langzeitprov. benutzt.
Postendodontisch ist geplant, das Brückenglied 26 mit einem Implantat zu ersetzen.
Die Behandlung wurde durch geringe die Mundöffnung bei einer Arbeitslänge von knapp 25mm erschwert. Die Aufbereitung, Desinfektion und Füllung erfolgte in 2 Sitzungen.
In den Röntgenrecalls war eine Beurteilung der apikalen Veränderung nicht möglich. Der Patient war beschwerdefrei. Für die Implantation 26 wurde ein DVT notwendig. Deshalb konnten wir die apikale Situation am 27 kontrollieren.
In diesen Aufnahmen war eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.
Hätten wir dies ohne DVT erkannt – eindeutig nein.
Seit vielen Jahren nutze ich Teflon als Isolierungsmaterial in der Endo. So lange schon, daß ich mich nicht einmal mehr erinnern kann, ob ich die Idee dazu von einer Fortbildung in USA mitgebrachte habe. Eher glaube ich, das mir die Idee von Winfried Zeppenfeld zugetragen wurde und das Ganze muss mehr als 12 Jahre her sein.
Wir nutzen zwei Arten von Teflon. Deutsches und italienisches.
Wobei der Name nichts darüber aussagt wo das Material hergestellt wurde. Vielmehr, dass das eine immer im BAUHAUS Heimwerkermarkt in Bad Kreuznach, das andere im OBI in Brixen/Südtirol gekauft wird. Letzeres ist feiner und kommt daher meist in filigranen Zugangskavitäten zum Einsatz.
Dann kam der Lock Down und unsere Vorräte an italienischem Teflon gingen zu Ende. Ohne Chance des Nachkaufs. Wir nutzten notgedrungen ausschließlich das deutsche Teflon, aber in den entsprechenden Situationen fehlte sein südländliches Pendant und wurde schmerzlich vermisst.
Jetzt habe ich bei Amazon ein Material gefunden, das dem italienischen Teflon entspricht. Zehn Rollen für unter 9 Euro, was den ohnehin günstigen Preis des Originals sogar noch unterbietet. Viel wichtiger ist aber, dass nun vermutlich das Material permanent zur Verfügung steht.
Nach Südtirol fahren werden wir weiterhin. Nur die OBI Besuche werden weniger werden.
Dieser 11 wurde durch mehrere endodontische Behandlungsversuche und die nachfolgenden restaurativen Massnahmen in seiner Hartsubstanz sehr stark reduziert.
Nach der Neuversorgung mit einer vollkeramischen Krone und der in diesem Zusammenhang erfolgten Insertion eines Glasfaserstiftes entwickelte die Patientin eine palatinal gelegene Schwellung und eine bukkale Fistelung.
Nach der Auswertung der klinischen und radiologischen Befunde sprach ich die Empfehlung aus, den Zahn aus Gründen der besseren Vorhersagbarkeit entfernen zu lassen und eine implantologische Behandlung durchführen zu lassen. Die Frage der Patientin, ob den nicht irgendeine Möglichkeit bestünde den Zahn zu erhalten, beantwortete ich à la Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber … .
Die bei der Präparation des Stiftbettes aufgetreten Perforation nach palatinal lag subcrestal und wäre mit MTA vorhersagbar zu verschliessen.
Die Obturationsmassen sollten angesichts der Weite des Kanalsystems zu entfernen und die nachfolgende Desinfektion problemlos möglich sein.
Unter Umständen liesse sich das kranial und palatinal der Wurzelspitze gelegene Fremdmaterial orthograd entfernen. Falls nicht und würde sich beim Reclam eine fehlende Ausheilung im Periapkalbereih zeigen, so wäre das Fremdmaterial durch einen mikrochirurgischen Eingriff zu entfernen.
Die Empfehlung meinerseits lautete jedoch : implantologische Versorgung.
Nach einer Woche teilte uns die Patientin mit, dass sie den Erhaltungsversuch wünsche.
Derselbe erfolgte zweizeitig. Zu meiner großen Überraschung fehlte intrakanalär jegliches Obturationsmaterial. Stattdessen gab es zwei Glasfaserstifte, die beide bis ins Parodont reichten. Während sich der palatianl perforierende Stift noch recht angenehm entfernen liess, war das Reduzieren des bis apikal reichenden Stiftes mittels Muncebohrern und Endosonore-Feile schon ein blutdrucksteigerndes Unterfangen.
Aus der palatinalen Perforation trat spontan Pus aus. Apikal kam es nur zu einer kurzfristigen Blutung. Nach ausreichender Irrigation wurde CaOH2 eingelegt und der Zahn adhäsiv verschlossen.
Zu Beginn der zweiten Sitzung zeigte sich der Zahn 11 beschwerdefrei. Somit stand der Obturation nichts mehr im Weg. Zunächst wurde die apikale Perforation nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA verschlossen. Nachfolgen wurde die palatinale Perforation in gleicher Weise versorgt. Das Entfernen des periapikalen Fremdmaterials gelang weder in der ersten, noch und er zweiten Behandlungssitzung. Die Patientin wurde daher nochmals auf die mögliche Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs hingewiesen und angehalten, sich mit dem behandelnden Kieferorthopäden in Verbindung zu setzen, um den palatinalen Retainerdraht erneuern zu lassen.
Mehr als drei Jahre nach Abschluss der Behandlung stellte sich die mittlerweile ins Ausland gezogene Patientin erneut in unserer Praxis vor. Während das 2D-Kontrollbild nur das mittlerweile lageverändete Fremdmaterial, jedoch keine apikale Aufhellung erkennen liess, zeigte das kleinvolumige DVT eine deutliche Aufhellung um das Fremdmaterial herum und eine vollständige knöcherne Ausheilung im Bereich der palatinalen Perforation. Klinische ar der Zahn vollkommen beschwerdefrei, hatte sich jedoch – ein Retainerdraht wurde von kieferorthöpädischer Seite als nicht notwendig erachtet – mangels Retention um ca. 1mm elongiert.
Beim kurz auf das Recall durchgeführten mikrochirurgischen Eingriff wurde, um das palatinal des Apex vorhandene Fremdmaterial zu erreichen, die Wurzelspitze um ca. 1 mm gekürzt. Zusammen mit der Breite der Free ergab sich ein ausreichend weiter Zugang, um mittels feiner Handinstrumente die periapkal vorhandenen Fremdmaterialien zu entfernen.
Hierbei handelt es sich nicht, wie von mir vermutet um Guttapercha, sondern um ein anthrazitfarbenes zementähnliches Material, vielleicht ein MTA-ähnliches Material.
Beeindruckend finde ich den Umstand, dass im postoperativen Einzelbild vom im OP-Situs deutlich sichtbaren knöchernen Defekt so gut wie nichts zu erkennen ist. Und jetzt beurteile jeder für sich selbst, wie verlässlich die Beurteilung der periapikalen Knochenstrukturen im Einzelbild ist.
Praxis geöffnet trotz Corona? Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Arzt
Weil er trotz Corona-Symptomen in seiner Praxis weiter Patienten behandelt – und angesteckt – haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Arzt aus dem Kreis Deggendorf (Bayern). Im Raum steht der Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung.
Während er auf das Testergebnis wartete, behandelte der Arzt weiter Patienten. Das wird ihm nun vorgeworfen.
Der Fall machte in dieser Woche Schlagzeilen: Zunächst musste eine Realschule geschlossen werden, weil eine Schülerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Dann stellte sich heraus: Sie hat sich vermutlich in einer Arztpraxis angesteckt. Ihr Hausarzt hatte seine Praxis weiterhin geöffnet, während er auf das Ergebnis eines Corona-Tests wartete. Dieser fiel positiv aus – die Praxis wurde daraufhin geschlossen. Doch da hatten sich die Schülerin und vier weitere Patienten bereits angesteckt. Mehr als 270 Menschen mussten in Quarantäne.
Der Landrat Christian Bernreiter (CSU) zeigte sich gegenüber den Medien empört, hat bereits Strafanzeige gestellt. „Das ist natürlich verantwortungslos, mir fehlen die Worte“, sagte er dem „Bayerischen Rundfunk“. Anfang September soll der Arzt nach Erkenntnissen der Gesundheitsbehörden typische Corona-Krankheitsanzeichen an sich bemerkt haben. Bis zum Vorliegen des positiven Corona-Tests habe er jedoch den Praxisbetrieb nicht eingestellt, sondern lediglich im Praxisbetrieb „eine FFP2-Maske verwendet“ haben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der Arzt habe sich, so heißt es, bei einer Feier oder einem Chorwochenende in Tschechien angesteckt.
Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ wies der Internist die schweren Vorwürfe des Landratsamts zurück. „Ich kann mir das nicht erklären. Ich habe mehr getan, als eigentlich vorgeschrieben ist“, wird er zitiert.
Das Landratsamt geht davon aus, dass der Arzt trotz eines konkreten Verdachts weiter praktiziert habe. Doch genau das weist der Arzt zurück: Es habe zwar in seinem Bekanntenkreis einen Corona-Fall gegeben, woraufhin er sich und seine Familie habe testen lassen. Symptome habe er aber nicht gehabt. „Ich wollte ohne konkreten Verdacht auf der sicheren Seite sein“, erklärte er dem Blatt. Erst nach dem positiven Testergebnis sei ihm aufgefallen, dass er sich in den Tagen zuvor leicht abgeschlagen gefühlt habe.
Die Bayerische Landesärztekammer kritisierte gegenüber dem „BR“ das Verhalten des Arztes. Auch Ärzte sollen sich bei Corona-Verdacht oder einem positiven Test isolieren, betonte die Kammer. Abweichungen seien nur bei Kontaktpersonen der Kategorie 1 möglich, etwa in Betrieben der kritischen Infrastruktur. Sollte der Arzt gegen die Berufsordnung verstoßen haben, könne der Ärztliche Bezirksverband eine Rüge aussprechen und eine Geldbuße verhängen.
Jahrelang tut sich nix. Und dann entwickelt ein Thema eine plötzliche Dynamik und es geht voran. Man sollte öfters ein wenig über den eigenen praxisinternen Tellerrand und die eingeschliffenen Abläufe hinwegschauen, es würde sich vermutlich auszahlen.
Worum geht´s ?
Um einen Nachzügler, die Kofferdam-Abdichtmassen betreffend. Voco Clip Flow. Das Material nutzt Olaf Löffler schon seit Jahren.
Seit JAHREN!!!
Jetzt endlich habe ich mich durchgerungen, es zu testen.
Hier meine Eindrücke im Vergleich zu den anderen Materialien. Starten wir mit dem Fazit: Voco Clip Flow ist ein sehr nützliches Material. Es dichtet nämlich den Kofferdam gut ab, selbst wenn dieser, zum Beispiel bei den Röntgenmessaufnahmen, hin und her bewegt wird. Voco Clip Flow ist relativ flüssig, deutlich weniger viskös zumindest als Meta Biomed´s Next Temp LC und auch etwas flüssiger als Ultradent´s Block Out LC Resin. Das ist nicht ganz optimal, aber mit wenig Eingewöhnung sicherlich gut handhabbar. Und nur, wenn man die anderen Materialien vorab kennen- und lieben gelernt hat, dürfte das negativ sich bemerkbar machen.
Auffälliger schon, das Material ist transparent. Eine Einfärbung wäre besser. Selbst Next Temp LC, lediglich blassblau daherkommend, ist um Klassen besser diesbezüglich.
Und wie sieht es mit der Entfernbarkeit aus ? In toto, die Kofferdamklammerzange nutzend, funktioniert das wunderbar. Das Material ist leicht nachgiebig, solange man also die Kofferdamklammerzange ansetzen kann, ist das Ablösen ein Kinderspiel.
Was gibt nun letztendlich den Ausschlag ? Wir werden 2 Materialien vorhalten. Block Out LC Resin ist nicht mehr der Platzhirsch, aber nachwievor gesetzt, weil es sehr fest ist. Hilfreich in Situationen, in denen eine zusätzliche Stabilisierung von Nutzen ist. Es kostet 5,17 Euro pro Gramm. Voco Clip Flow kostet 6,45 Euro pro Gramm. Next Temp LC liegt gegenwärtig bei 5,75 Euro, zu diesem Preis mein Material der Wahl. Der reguläre Preis liegt bei 9,32 Euro und sobald dieser zum Tragen kommt muss neu gewichtet werden.
Möglicherweise wird Voco Clip Flow dann auch bei uns Einzug halten. Danke Olaf !
Ein Zahn aus der Reihe „5 mal Anatomie“ fehlt noch. Er tauchte ebenfalls in besagten 4 Tagen auf, allerdings nicht im Rahmen einer Behandlung sondern als Recall. Auch er zeigt eine besondere Anatomie, die sich allzuoft verbirgt und er stützt meine These, daß Unterkieferprämolaren zu den schwersten endodontisch zu behandelnden Zähnen gehören.
Umso erfreulicher, daß es in diesem Falle eines zum Zeitpunkt der Behandlungsübernahme stark symptomatischen Zahnes (Schmerzskala 8) gut geklappt hat, wie die entsprechenden Recall – Kontrollen im Abstand von 7 und 19 Monaten post WF zeigen.
Der Kanalabgang war mit dem Dentalmikroskop nicht auszumachen, ohne DVT wäre ich hier vermutlich gescheitert. Typischer Zahn, der nach WF im Röntgenbild gut aussieht, aber der Patient (m/w/d) kommt in die Praxis und klagt unerklärlicherweise über Beschwerdepersistenz.
Zahn 35 bei Behandlungsübernahme 04.07.2018Zahn 35, Röntgenmessaufnahme ,Patency im mesiolingualen KanalZahn 35, MasterpointWF- Kontrolle 06.11.2018Zahn 35, 7 Monate post WF, 03.06.2019, Glasfaserstift in situ.Zahn 35, WF – Kontrolle 19 Monate post WF, 30.06.2020
Letzten Montag, im Rahmen einer Telefonkonferenz, ging es darum, wie es mit WURZELSPITZE im Jahr 2021 weitergehen soll. Gott sei Dank genau einen Tag vor der „ungehörigen“ Diskussion auf Endonews, sonst wäre unsere Entscheidung vermutlich nicht so spontan positiv ausgefallen.
(Endonews, ein Forum im Übrigen, das ich 1999 gegründet habe, demnach seit über 20 Jahren der endodontischen Weiterbildung dient und, solange ich es geleitet habe, einen regen Erfahrungsaustausch beinhaltete, jetzt nur noch ein Schatten seines ursprünglichen Selbst ist)
Hier das Ergebnis unserer Besprechung und., um es vorwegzuschicken, es sind ausnahmslos gute Nachrichten:
Wir werden WURZELSPITZE in 2021 weiterführen. Wie mit Wiederaufnahme von WURZELSPITZE geschrieben, wollen wir Jahr für Jahr entscheiden auf Grund des Zuspruchs, den WURZELSPITZE erfährt (oder auch nicht) als Gradmesser, ob wir ein weiteres Jahr das Forum betreiben oder nicht. Und rückblickend auf 2020 sind wir zu dem Schluss gekommen, daß wir gerne das Blog ein weiteres Jahr betreiben wollen.
Die Veranstaltung „Die DREI reden über…“, ein neuartiges Veranstaltungsformat zur Endodontie mit Christoph Kaaden, Jörg Schröder und mir, Ha-Wi Herrmann war zum 12.. September 2020 geplant. Ist Corona wegen ausgefallen.
Was wir sehr schade finden, denn wir glauben an das Format. Und möchten weiterhin es stattfinden lassen.
2021. Keiner weiss, welche Dimension Corona dann haben wird, aber wir sind zuversichtlich, bis dahin ein Hygienekonzept liefern zu können, dass uns Präsenzveranstaltungen abhalten lässt. Vermutlich wird Alles mit deutlich weniger Leuten stattfinden als vor Corona. Wir werden genau planen müssen, mit vielen Unbekannten im Raum, was die Sache nicht einfacher macht, aber – wir wollen es. Falls genügend Leute es auch wollen.
Ihr fragt – Die Drei antworten – Der Live-Chat. Eine neue Idee. Ein WURZELSPITZE Plus – Experiment. Vielleicht wie der Elternsprechtag in der Schule. Nur mit dem Unterschied, das man nicht mit einem schlechten Bauchgefühl einläuft in Sorge, was Filia oder Filius wohl angestellt haben können. Es geht um Fragen. Eure Fragen. Egal welche. Zum Thema Endo und drumherum. Im Dialog. Fragt uns ein Loch in den Bauch. Zeigt uns Fotos. Röntgenbilder. 45 Minuten lang. Live.
In diesem Sinne: Auf ein spannendes, interessantes, informatives Endo-Jahr 2021!
Angesichts der strategischen Bedeutung dieses 18 als distaler Pfeiler einer viergliedrigen Brücke und des geringen knöchernen Angebotes in Regio 16 und 17 erschien der Versuch des Zahnerhaltes auch angesichts der ausgeprägten periapikalen Pathologie als sehr sinnvoll.
Die Behandlung wurde allerdings durch einen stark ausgeprägten Würgereiz erschwert, der noch nicht einmal ein suffizientes präoperatives Einzelbild zuließ. An intraoperative Röntgenbilder war noch nicht einmal im Ansatz zu denken.
So wurde die Behandlung im „Cowboy“-Stil durchgeführt.
Kein Überprüfen der Arbeitslänge mittels Messaufnahme, was angesichts der großen apikalen Lyse mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Messungenauigkeit (Eintreten von Flüssigkeit aus dem Periapikalbereich führt zu einer falsch positiven Längenmessung) nicht gerade blutdrucksenkend bei mir wirkte. Zudem schwebte immer das Damoklesschwert des einsetzenden Würgereizes über der gesamten Behandlung. Die Muße intraoperative Bilder anzufertigen, hatte ich nicht.
Umso erfreulicher das Ergebnis des Recalls 14 Monate nach Abschluss der endodontischen Behandlung.
Die junge Sophie war zehn, als sie vor drei Jahren ein Frontzahntrauma beim Radfahren erlitt. Hierbei wurden laut Zuweiserin die Zähne 21 und 22 disloziert.
Als wir die Patientin erstmals sahen hatte sich an Zahn 21 eine deutliche apikale Parodontitis ausgebildet.
Die Behandlung erfolgte zweizeitig und benötigte in der Summe zwei Stunden.
Die Apikalregion wurde im zweiten Termin mit MTA verschlossen und das weitere Kanallumen anschliessend mit erwärmter Guttapercha und Sealer aufgefüllt.
Radiologische Kontrolle des MTA plugsAbschlussröntgenbild nach Obturation des Kanalsystems und Verschluss der Zugangskavität mit Komposit
Diese Woche erreichte uns das Kontrollbild der zuweisenden Kinderzahnarztpraxis. Es sieht aus, als wäre die Behandlung von vor 18 Monaten erfolgreich gewesen…
Recall Aufnahme der Zuweiserin 1 1/2 Jahre nach Behandlung Prä-op vs. 1 1/2 Jahre post-op
In dieser Reihe möchte ich Beispiele von ergonomischen Verbesserungen vorstellen, welche durch Kolleginnen und Kollegen im Selbsthilfeverfahren entwickelt und umgesetzt wurden.
An Hand dieses Gastbeitrags von Oliver Schäfer sehen wir, daß die Ergonomie in der Praxis optimiert werden kann und es schafft Anregungen für weiter Verbesserungen in der eigenen Praxis.
Mich störte während der Behandlung -neben der fehlenden Ablage für Endomotor, Ultraschall und co- insbesondere der Kabelsalat. Das RootZX war dabei häufig Anlass für „Verknotungen“, weshalb ich eine eigene Rinne als Kabelführung anlegte. So kommen sich zumindest Turbine, Mikromotor und RootZX nicht mehr in die Quere. Um das Kabel im Schrank schnell und ordentlich zusammenzurollen, verwenden wir automatische Kabelaufroller wie sie bspw. für Kopfhörerkabel verfügbar sind. Schließlich stand ich vor der Aufgabe mein neu angeschafftes Guttasmart System im Schrank unterzubringen, was allein aufgrund der Dimensionen nur liegend möglich war. Auch hier musste zunächst 3D Druck und später CNC-Fräsung her.
In der Schule habe ich nie Goethes Faust gelesen. Und daher erst später erfahren, wie viele Sprichwörter diesem Werk entnommen wurden.
„Das also ist des Pudels Kern“ ist vermutlich das bekannteste Zitat.
Aber auch, zumindest unter Medizinern bekannt: „Blut ist ein besonderer Saft!“
Und dann natürlich die „Gretchenfrage“. Sie bezeichnet als Gattungsbegriff eine direkte, an den Kern eines Problems gehende Frage, welche die Absichten und die Gesinnung des Befragten aufdecken soll. Sie ist dem Befragten meistens unangenehm, da sie ihn zu einem Bekenntnis bewegen soll, das er bisher nicht abgegeben hat. In Faust I wendet sich Gretchen an Faust und möchte wissen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“
Womit wir beim Thema wären – Ich bringe wieder einmal 3 Fälle mit, bei denen, weil im Frontzahnbereich angesiedelt, die Frage nach einem DVT sich eigentlich von vorneherein verbietet.
Ich möchte dennoch fragen: Braucht es ein DVT ? Wer würde bei welchem Zahn ein DVT anfertigen ? Wie sähe die Behandlung der Zähne aus ? Mit und ohne DVT. Soll einmal jeder für sich selbst überlegen.
Die Antworten bitte in die Kommentare.
Am Freitag gibts an dieser Stelle die DVT ´s.
Zahn 12, Fraktur klinische Krone, Hauszahnarzt findet Kanal nicht, Patientin wünscht ZahnerhaltZahn 11, symptomlos, apikale AufhellungZahn 21, Endo alio loco vor wenigen Jahren, soll WF- Revision wegen Dunkelfärbung klinische Krone
Traurig, aber eine häufig anzutreffende Situation.
Nach durchgeführter endodontischer Behandlung wurde dieser Eckzahn bei der Durchführung der Vorbohrung für einen Zirkonoxidstift lateral perforiert.
Ein Umstand, der angesichts der mit großer Sicherheit auftretenden Missempfindung und der begleitenden Blutung zumindest stutzig machen sollte. Dem Stift wurde angesichts des fehlenden Ferrules offensichtlich nicht viel zugetraut.
Wie sonst erklärt sich sonst die Präparation einer muldenförmigen Auflage in die distaopalatinale Fläche der vollkeramischen Krone des 12. Eine parodontalhygienisch nicht zu lösende Situation, zumal es nur eine Auflage mit entsprechend bakteriell kontaminierten Spalt zwischen Extension 13 und Auflage 12 war.
Um eine Abheilung der parodontalen Gewebe insbesondere distal des 12 zu ermöglichen, wurde der durch die Muldenpräparation entstandene Defekt an 12 adhäsiv ergänzt, bevor die endodontische Behandlung des 13 begonnen wurde. Nach präendodontischem Aufbau konnte dann Kofferdam gelegt und der Zirkonxidstift entfernt werden.
Die Entfernung erfolgte, wie immer bei Zirkonoxidstiften, mittels Ultraschallansätzen. Aufgrund der bestehenden Fistelung wurde nach Reinigung der Perforationsstelle CaOH2 eingelegt und der Zahn temporär verschlossen. Um ein ungewolltes Dezementieren der temporären Krone zu vermeiden, befestige ich in Fällen stark reduzierter Hartsubstanz einen Glasfaserstift adhäsiv und befestige die temporäre Krone mit RelyXUniCem.
In der zweiten Behandlungssitzung war die Fistelung vollständig abgeheilt und der Zahn beschwerdefrei. Nach Einzelzahnisolierung erfolgte dann die erneute Trepanation, wobei der ausreichend weit dimensionierte Glasfaserstift einen fast nicht erwähnenswerten Umweg bedeutete.
Nach Darstellung der Perforation – die ursprünglich vorhandenen Wurzelfüllmaterialien hatte ich bewusst belassen, um eine Verbringen von MTA-Bestandteilen in den Originalkanal zu verhindern – wurde diese mit MTA verschlossen und dasselbe mit Ultrablend abgedeckt. So kann ein Auswaschen des aufgrund der geringen Schichtstärke hier ein wenig anfälligeren MTA verhindert werden.
Erfreulich das Recall nach 7 Monaten. Erstaunlich, wie die voranschreitende Ausheilung die bei der medikamentösen Einlage offensichtlich herausgepressten CaOH2- Anteile „zusammengeschoben“ hat.
Nachdem ich den Kommentar von „fepunkt“ zu meinem Beitrag „Dens invaginatus“ wortreich beantwortet hatte, kam mir ein Fall aus dem vergangenen Jahr in den Sinn, bei dem ich die Invagination „nur“ versäubert und -weil die Pulpa positiv auf den elektrischen Sensibilitätstest reagierte und das DVT keine apikale Pathologie erkennen – abschliessend adhäsiv verschlossen hatte.
Die Fotodokumentation zeigt die komplexen Verbindungen der einzelnen Hohlräume.
Um eine sichere Obturation der am tiefsten hinabreichenden Kaverne zu erreichen, habe ich dort BC Sealer und erwärmte Guttapercha eingesetzt. Der koronale Anteil wurde in Adhäsivtechnik verschlossen.
Die nachfolgende 58-jährige Patientin wurde uns von ihrem Hauszahnarzt geschickt. Der Zahn 36 war vor einigen Jahren alio loco endodontisch behandelt worden. Jetzt beklagte die Patientin eine zunehmende Ausfbissempfindlichkeit sowie eine Blutung am Zahnfleischsaum bei der Zahnpflege.
Hier zeige ich Ihnen die Röntgenaufnahmen des Zuweisers.
Aufgrund der geringen Aussagekraft der Einzelzahnaufnahme ist von dem Kollegen zusätzlich ein kleinvolumiges DVT angefertigt worden.
Leider ist die Auflösung des verwendeten Gerätes mässig gut.
Es war für mich zu erahnen, dass bei der Vorbehandlung das mesio-linguale Kanalsystem unbehandelt geblieben war.
Während sich in der Bifurkation ferner eine Aufhellung zeigte war an den Radices keine Pathologie erkennbar…
bis zu diesem Zeitpunkt liess sich also für mich nicht zweifelsfrei klären, woher die Furkationsbeteiligung stammte.
Infrage kamen in einen Augen folgende Möglichkeiten:
Infraktur bzw. Längsfraktur
Perforation
Laterale Anatomie in Form eines Seitenkanals
Intra-koronal/kanalär fanden sich keine Besonderheiten und die Revision konnte routinemässig durchgeführt werden…
Masterpoint-Aufnahme nach Revision mit deutlich erkennbarer Osteolyse in Bifurkation
Einige Wochen später war die Fistel abgeheilt und die Patientin beschwerdefrei.
Bei der Wurzelkanalfüllung zeigte sich dann der Grund für die Furkationsbeteiligung.
Grosser Seitenkanal nach Wurzelkanalfüllung als Ursache der Osteolyse in der Bifurkation
Ich bin gespannt, wie das Recall in sechs Monaten ausfallen wird…
Irgendwo im Regal bei mir muss noch ein Buch von Reinhardt Winkler stehen. DAS Standardwerk zum Thema Kofferdam, damals, in den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts.
An ein darin beschriebenes Abdichtmaterial für den Kofferdam kann ich mich nicht erinnern. Nur an die Kofferdamligatur. Und an das Invertieren des Kofferdams mittels Luftpuster. Hat bei mir so gut wie nie geklappt. Vielleicht habe ich zu schnell aufgegeben und Übung macht den Meister, aber, ganz ehrlich, wenn ´s nicht auf Anhieb geht, dann ist vielleicht auch die Methode an sich zu überdenken. Denn – Kofferdam soll ja helfen, nicht behindern.
Was kam danach ?
1 Cavit. Naja. Dichtet leidlich hab, hält noch weniger. 3 von 10 Punkten.
2 Oraseal Von Ultradent. Auf Zellulose- Basis. Über Jahre unser Standard-Material. Dichtet super ab, nimmt Feuchtigkeit auf und „klebt“ am Kofferdam. Zumindest nach unten hin. Nach oben hin eher bröckelig.
Dennoch – 2 Daumen hoch. Über viele Jahre hinweg unser Material der Wahl. Der Preis – wie oft bei Ultradent – ambitioniert. Aber – wenns hilft … 6 von 10 Punkten.
Oraseal und Opaldam, Seite an SeiteAbdichtung mit Oraseal im Bereich der Klammerbranchen
3 Opaldam Ebenfalls von Ultradent. Auf Komposit- Basis. Wie hat es sich bewährt ? So la la. Hält initial, nix bröckelt weg. ABER – Grosses Manko. Wenn der Kofferdam bewegt wird, dann löst sich die Klebung. UND – bei geringster Feuchtigkeit am Kofferdam erfolgt keine Abdichtung.
4 von 10 Punkten. Und für den Preis, der dafür aufgerufen wird, definitiv nichts, was wir aus einem brennenden Haus retten würden.
Compositkrone nach EKR Krone und Kariesentfernung, Oraseal und Opaldam im Doppelpack
4 Block Out Auch von Ultradent. Eigentlich ein Material für die Zahntechnik zum Ausblocken beim Tiefziehschienen. Eine Empfehlung der ACTA Universität Amsterdam. Denen war Oraseal viel zu teuer. Deshalb kannte das auch keiner, als in meiner Gastvorlesung das Material in meinen Fotos zu sehen war. Originalzitat: „Wir sind eine Universität. Wir sind arm.“
Block Out hält super. Und dichtet, dafür, daß es ein Composit ist, erstaunlich gut auch in schwierigen Situationen ab. Stabilisert die Kofferdamklammer bei wenig Retention.
Alles in Allem mit Abstand das beste Material bislang. 8 von 10 Punkten. Eigentlich 9 von 10 Punkten, aber wegen seines großen Mankos – Off Label Use, keine Zulassung für intraoral – gibt es Punktabzug.
5 Next Temp LC. Von Meta Biomed.
Ein provisorisches Füllungsmaterial auf Composit- Basis, lichthärtend. Beispielweise für Inlay- Kavitäten. Blassblaue Farbe. Leicht elastisch, leicht klebrig. Und wunderbar zu gebrauchen als Abdichtmaterial für die Kofferdam- Anwendung.
Ist nicht meine Idee. Sondern eine Empfehlung von Dr. Jenner Argueta, ein endodontischer Kollege aus Guatemala und Meta Biomed Opinion Leader. Und was soll ich sagen ? Dieses Material hat es geschafft, aus dem Stand heraus sich in unserer Praxis als Block Out-Alternative zu etablieren.
Warum? Die leichte Klebrigkeit sorgt für einen innigen Verbund zwischen Kofferdam und Material. Auch wenn der Kofferdam bewegt wird, bleibt das Material in Position.
Das funktioniert bei NextTemp LC besser als bei jedem anderen der genannten Materialien.
9 von 10 Punkten. Gegenüber Block Out ein weniger schwerer zu entfernen – erwähnte ich schon, es ist klebrig ? Und auch weicher als Block Out und widersetzt sich so etwas mehr dem Abnehmen.
Aber in der Regel kann man es mittels Kofferdamklammerspannzange samt der Kofferdamklammer in toto entfernen. Bliebe noch der Preis. Hier ist Block Out nachwievor unschlagbar, aber dennoch hat sich NextTemp LC einen festen Platz in unserer Praxis gesichert, wir wählen fallspezifisch das eine oder das andere und müssten wir uns für eines der beiden Materialen entscheiden, wäre es NextTemp LC. Weil ??? Es diesen kleinen Tick besser ist.
Vom Meta Biomed Deutschland gibt es im Übrigen für begrenzte Zeit ein Einführungsset. Enthält 3 Spritzen a 2 Gramm. Kostet 29 Euro.