Sensorhalter (1)

von Olaf Löffler

Die Anschaffung eines digitalen Kleinröntgengerätes in unserer Praxis wurde langfristig geplant. 

Hauptgründe für mich waren:

  • die sofort mögliche Korrektur der Einstellung bei Überlagerungen oder Fehlprojektionen,
  • die fast zeitgleiche Bilddarstellung und damit einhergehende Zeitersparniss,
  • die Vermeidung von Röntgenchemie,
  • und die Verringerung der Strahlendosis für den Patienten.

Getrübt wurden diese Dinge etwas durch die dem Röntgengerät beiliegenden Sensorhalter. Diese waren zur Positionierung des Sensors im Unterkiefer in Rechtwinkeltechnik ( Bild1) und den Bissflügelhaltern (Bild2) gut geeignet. Jedoch sind diese Plastikteile mit größter Vorsicht zu behandeln um den Bruch der fragilen „Einstellnippel“ zu vermeiden.
In Behandlungssituationen unter Kofferdam waren diese Halter oftmals vollkommen unbrauchbar. 

Nach langem Suchen und Kollegenbefragung, sowie dem Durchstöbern der Zubehörkataloge der verschiedensten Hersteller habe ich nun gut zu positionierende Sensorhalter für die verschiedensten Behandlungssituationen gefunden. Diese werde ich in den nächsten Tagen vorstellen.

Es handelt sich um Halter für den Sensor Kodak 6100.

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (3)

Von Hans – Willi Herrmann

3 Knock Out – Facts zu selbst angemischtem Calciumhydroxid:

1. Ich bin vermutlich zu blöd dazu, aber das selbstangemischte Calciumhydroxid lässt sich mit feinen Kanülen nicht applizieren. Die elegante Spritzenapplikation scheidet also aus.

2. Ich habe 1993 eine 500 Gramm Dose CaOH2 von Merk gekauft.
Kostete damals 51 DM.

Weil jemand 10 Jahre später die Dose mit einem Entsorgungsbehälter für Nadeln verwechselt hatte und eine Nadel – Faden – Kombination darin entsorgte, musste ich im Jahr 2004 oder 2005 (die Dose war immer noch 3/4 voll mindestens)   erneut eine solche Dose kaufen.

Die Dose kostete  nun 51 Euro. Preissteigerung in etwas mehr als 10 Jahren 100 Prozent.

3. Die von Siqueira et. al. empfohlene Glycerin Beimischung (er mixte unter anderem CaOH2, Glycerin und CHKM)  zum Calciumhydroxid lässt den pH -Wert deutlich unter 12 absinken.
Insofern steht die  Frage im Raum, ob die von ihm in seiner 1998er Studie beobachtete Wirksamkeit gegenüber Bakterien dem Calciumhydroxid oder dem zum Glycerin zugemischten CHKM zuzuschreiben ist.

Ein Stückchen Blech

von Hans -Willi Herrmann

Ist es notwendig, über einen Streifen Stahl überhaupt Worte zu verlieren ?
Auf jeden Fall, wenn es um die Interguards der Firma Ultradent geht. 

Ich bin der Meinung, Achtung, dass ist jetzt kein Scherz, die Krankenkassen sollten diese Hilfsmittel den Zahnärzten kostenlos zur Verfügung stellen und ohne Murren ein Honorar bei Anwendung zahlen.
Warum ?
Weil diese unscheinbaren Hilfsmittel den Kassen jede Menge Geld sparen.
Ich finde die Interguards „Klasse“ und setze Sie in jedem Fall ein, in dem ein aproximaler Defekt in unmittelbarer Nähe zum Nachbarzahne einer Bearbeitung mittels rotierendem Diamantbohrers bedarf.

Die Interguards schützen die Nachbarzähne und die haben es nötig.
Nach mehreren Studien von Lussi werden so gut wie fast alle Nachbarzähne (einmal 100%, einmal 95 %) , die im direkten Kontakt zu einer Approximalkavität stehen, bei der Exkavation verletzt. Und dann sind weitere Füllungen vorprogrammiert. Über einen Zeitraum von 7 Jahren entwickeln sich lt. Quist et. al. mehr als doppelt so häufig kariöse Lasionen an solchen Stellen als an unbeschädigten Zähnen.

Ein Interguard separiert diese Bereiche.
Und schützt sie.  Das lässt sich sehr leicht beweisen. Ein Interguard, der im Approximalbereich lagert und nach der Exkavation ohne Zerstörung seiner Oberfläche, also zwar mit Schrammen aber ohne Loch aus dem Mund entfernt wird, hat verhindert, dass der einer Füllung benachbarte Zahn in seiner Integrität verletzt wurde. Kein iatrogener Defekt, keine Füllung, gespartes Geld für das Gesundheitssystem.

Wird der Approximalbereich ganz aufgelöst, so ist es manchmal notwendig, das/den  Interguard mit zwei Fingern in Position zu halten und wer auf Nummer sicher gehen will, der sichert das/den  Interguard gegen Verschlucken/Aspirieren mittels einer Zahnseideligatur.

Zwar gab es schon früher immer wieder Versuche und Empfehlungen, diesen Bereich zu schützen, z.B. durch eine Separierung mit Keilen, mit Hilfe von Tofflemire – Matritzen oder Korund – Stahlbändern, aber nichts funktioniert so einfach und doch zuverlässig wie ein Interguard.

Das Foto zeigt links die schmale Variante, mittig einen Interguard nach Benutzung mit Schleifspuren  und rechts die breite Variante.

Interguard

Im Hamsterrad (3)

von Hans – Willi Herrmann

Am Wochenende hat ein Kollege angerufen, mit dem ich schon längere Zeit nicht mehr telefoniert habe.

Meine Tochter , 9 Jahre alt, war am Telefon.

Ob Sie wisse, wer am Telefon sei, fragte er.

„Natürlich“ sagte sie, mit ihrem immer präsenten lieben freundlichen Lächeln in der leicht singenden Stimme, „Du bist der Donald Becker„.

Wie es ihr in der Schule gefalle und ob sie schon wisse, auf welche Schule Sie demnächst ginge, wollte er wissen.

Und danach: „Weisst Du auch schon, was Du später mal werden möchtest ? “
„Zahnarzt ? Wie der Papa ?“

Wir haben in unserer Familie ein Berufsziel unserer Tochter noch nie thematisiert.
Wofür soll das in ihrem Alter gut sein ? 
In der Schule scheint dies ab und zu ein Thema unter den Kindern zu sein, denn ab und zu hatte Nele uns in letzter Zeit erzählt, dass alle schon wüssten, was sie später mal werden sollen, nur sie nicht. Wir hatten stets geantwortet, sie solle das machen, was ihr Freude mache und dass sie jetzt noch nicht sich auf irgendwas festlegen müsse. 
Unser Kind soll solange wie möglich eine glückliche Kindheit haben. Der Ernst des Lebens kommt früh genug.

Die Antwort, die Nele Donald Becker gab und vor allem, wie sie sie gab, machte mich nachdenklich.

Sie antwortete spontan. Und ruhig.
Ruhig, wie man nur antworten kann, wenn man eine Thematik mit ihrem Für und Wider für sich selbst (weder ein mögliches Berufsziel geschweige denn die Überlegung sie könne/solle beruflich in meine Fusstapfen treten war jemals Geprächsthema in unserem Hause) erörtert hat,  zu einem Ergebnis gelangt ist und mit der Thematik abgeschlossen hat:

„Nein, wenn ich sehe, wieviel Stress Papa und Mama haben, dann möchte ich das nicht.“

Ultracal XS und NaviTip

von Christoph Kaaden und Jörg Schröder

Sicher einer der besten Neuerungen in unserem Behandlungsprotokoll war die Einführung des Calciumhydroxid-Präparates Ultracal XS und den dazugehörigen NaviTips vor einigen Jahren. 
Als negative Begleiterscheinung kann es allerdings immer wieder einmal passieren, dass die Applikationskanüle just beim Einbringen des Materials scheinbar verblockt ist, bzw. sich kein Ultracal applizieren lässt. Dies ist aus verschiedenen Gründen ärgerlich und es wäre schön, diese Schwierigkeit umgehen zu können.

Hier zwei kleine Tipps, die zur Vermeidung dieses Problems ggf. beitragen können.

Zunächst einmal empfiehlt es sich für die Ultracal-Applikation keine „frische“  (und somit „trockene“) Kanüle zu verwenden, sondern eine, die bei diesem Patienten z.B. bereits für die CHX-Spülung verwendet wurde. Vorab ist es ratsam, die in der Kanüle befindliche Restflüssigkeit außerhalb des Zahnes auszudrücken. 
Sollte diese Maßnahme allein noch nicht zu dem gewünschten Erfolg führen, kann man ferner den zähflüssigen Charakter des Ultracals positiv beeinflussen, indem man mit einem Schallscaler (z.B. SonicSys) die NaviTip berührt und gleichzeitig auf den Stempel der Ultracal XS – Spritze drückt.
In vielen Fällen sollten diese beiden kleinen Maßnahme helfen, die Fliesseigenschaften des Ca(OH)2 Präparates positiv zu beeinflussen und so die medikamentöse Einlage wie geplant einbringen zu können… 

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (2)

von Hans – Willi Herrmann

So um das Jahr 1997 meine ich zum ersten Mal gelesen zu haben, dass Calciumhydroxid in bestimmten Fällen nicht die Wirksamkeit entfaltet, die man ihm zugedacht hat.

Mittlerweile ist das eine Riesendiskussion und unterschiedlichste Parteien werden nicht müde, gebetsmühlenartig entweder die Unwirksamkeit oder die hochaktive Potenz dieses Mittels zu unterstreichen.
Merkwürdigerweise geht bei diesen Debatten niemand daher und hinterfragt, inwieweit das Material an sich oder jedoch vielmehr  seine  jeweilige Darreichungsform beziehungsweise die Art der Platzierung einen möglicherweise entscheidenden Einfluss haben auf die Effizienz der medikamentösen Einlage.

Ich habe Calciumhydroxid im Chemieunterricht kennengelernt.
Und später wieder in der Zahnmedizin als Calxyl rot und blau im Gläschen.

Nimmt man einen Universalindikatorstreifen und testet den pH -Wert des Materials, zeigt sich schnell, dass die bröcklige Masse, die sich innerhalb kurzer Zeit nach Öffnung des Gefässes einstellt, zu mehr oder weniger großen Teilen nicht mehr aus CaOH2 als wirksame Substanz allein, sondern auch aus einem nicht unbedeutenden Anteil CaCo3 besteht, weil eine Reaktion mit den Bestandteilen der Umgebungsluft stattfindet. Jeder von uns kennt diese bröcklige Masse, die über Monate  im Gläschen dahinvegetiert.

Die Folge – kein PH -Wert von 12, sondern ein deutlich neutralerer.
Die Wirksamkeit des Materials ist nicht mehr in ihrer vollen Form gegeben. So hatte ich es mit meinen Kenntnissen aus dem Chemieunterricht auch erwartet.

Die Konsequenz daraus: Das CaOH2 selbst anmischen, um damit immer frisches Material zur Verfügung zu haben.

Dies geht zu Lasten die Röntgensichtbarkeit (die nicht mehr gegeben ist, sofern man nicht Bariumsulfat noch zumischt (hab ich nie getan, kann man mit leben, wenn´ s wirkt)).

Ein weiteres Problem bleibt.

Die Frage der Applikation.

Ganz gleich, ob Lentulo, Micro Mega Füllspirale oder EZFill – Spezial – Lentulo.

Haben Sie schon mal Röntgtenbilder gemacht nach Applikation von CaOH2 ? Sie werden möglicherweise erstaunt sein darüber, wie wenig das Material in all die Bereiche vorgedrungen ist, die es ausfüllen soll.

CaOH2 erzielt seine Wirkung nämlich, dass wissen wir heute, vor allem bei direktem Kontakt mit den Bakterien.
Und in vielen Kanälen, in denen das Material lediglich das koronale Drittel ausfüllt, ist dies eventuell nur unzulänglich gegeben.

Warum also wirkt also das Material im Einzelfall nicht ? 
Weil CAOH2 an sich unwirksam ist ?
Kann ich nicht glauben, denn ich habe schon einmal eine Weichteilnekrose (nach Calciumhydroxidapplikation in das periradikuläre Gingivagewebe auf Grund einer vorhandenen Perforation) gesehen.
Was innerhalb von wenigen Sekunden im Zahnfleisch seine Wirkung deutlich sichtbar hinterlässt, dass killt auch Bakterien.

Oder ist CaOH2 scheinbar unwirksam, weil die Voraussetzungen nicht gegeben sind, dass es wirken kann ?

Jetzt die gute Nachricht. 
Mit der Markteinführung von Ultracal XL (Ultradent) hat sich, die Wirksamkeit betreffend, etwas  entscheidend zum Guten gewendet.

In der Ultradent – typischen Applikatorspritze steht ein röntgensichtbares und dauerhaft pH -Wert beständiges Material zur Verfügung, dass in seiner Konsistenz so dünnfließend ist, dass es mit feinen Applikationskanülen eingebracht werden kann.

Von der  Tiefe des Kanals bis zum Kanaleingang ist es damit möglich, das Material zu applizieren.
Ein inniger Kontakt mit dem zu desinfizierenden Kanalinhalt ist damit gegeben.

Von den beiden abgebildeten Kanülen Navi Tip (blau) und capillary tip (purpur) verwenden wir fast immer die zweitgenannte weniger zur Verstopfung neigende Kunststoffkanüle.

 

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (1)

von Hans – Willi Herrmann

 

Wir haben es Alle an der Universität gelernt.

Die medikamentöse Einlage der Wahl ist Calciumhydroxid.
Nur Calciumhydroxid.
Einzig und allein Calciumhydroxid.

Es gibt Kollegen, die ausser Calxyl et. al. nichts Anderes in der Praxis haben und auch keine Notwendigkeit sehen, andere Präparate einzusetzen.

Ich gehöre nicht dazu.

Hier meine Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema:

Auf Grund seines hohen pH -Wertes weist Calciumhydroxid sehr gute desinfizierende Eigenschaften auf.
Aber keinerlei schmerzlindernde Eigenschaften.
Bei einem vorhandenen Entzündungsgeschehen bedeutet dies, dass entzündungsbedingte Schmerzen erst verschwinden werden, wenn nach Ausschalten der Schmerzursache (dafür ist die durchgeführte Wurzelkanalbehandlung bzw. das eingebrachte Calciumhydroxid zuständig) die Selbstheilungskräfte des Körpers das Schmerzgeschehen in den Griff bekommen haben. 
Und das kann erfahrungsgemäß 24 oder 48 oder auch mal 72 Stunden dauern. 
Und das ist der Grund, warum manche Patienten wenige Stunden nach der Behandlung (die Anästhesie hat nachgelassen) eventuell wegen weiterhin vorhandener Schmerzen  die Praxis erneut aufsuchen.
Das möchte ich dem Patienten und mir ersparen.

Will man dem Patienten in kürzerer Zeit von seinen Schmerzen befreien, kann dies eventuell durch  systemisch oder lokal eingebrachte schmerz -oder entzündungshemmende Medikamente geschehen.
Es gibt Therapieschemata, die z.B. eine Schmerzmitteleinnahme des Patienten nach der Behandlung generell als sinnvoll ansehen. 
Ich verfahre so nicht und stelle bei meinen Patienten fest, dass diese nur in Ausnahmefällen Schmerzmittel nach der Behandlung zu sich nehmen, obwohl prinzipiell jeder unserer Patienten die Möglichkeit dazu hätte. 

Ich bevorzuge in den entsprechenden Fällen  lokale Darreichungsformen, also ein Antibiotika- Corticoid – Kombi -Präparat (bei uns Pulpomixine).

Wann ich im Rahmen der Erstbehandlungssitzung welches Material verwende zeigt nachfolgendes Flußdiagramm.

 

Automix-Kanülen: Fluch oder Segen?

von Oscar von Stetten


In den heutigen Zeiten spielen die Praxiskosten eine nicht unwesentliche Rolle. Neben den Lohn- und Raumkosten stellen die Materialkosten, zumindest bei mir, den drittgrößten Posten in meiner BWA dar.

Nun nutzen wir in unserer Praxis ausschließlich Automix-Produkte, weil diese einige Vorteile bieten:

  • Gleich bleibende Mischungsverhältnisse, unabhängig von der Tagesform
  • immer die gleiche Konsistenz
  • blasenfreie Mischung 
  • sauberes Arbeiten ohne „Geschmiere“ auf Papierblöckchen oder Glasplatten
  • Applizierhilfen in Form verschiedener Spitzenaufsätze

Auf der Fachdental in Stuttgart stolperte ich über die Aussage eines Beraters „in den Mischkanülen sitzt nur ganz wenig Material.“ Wie viel genau, das konnte er nicht sagen.

Nun habe ich mal nachgemessen. Exemplarisch für die zwei bei mir in der Praxis genutzten Mischkanülen.

Es war für mich erschreckend, welche Menge in der Kanüle verbleibt. In den kleinen Anmischkanülen, die von vielen Kollegen in der Endodontie für das adhäsive Verschließen der Zugangskavität benutzt werden, verbleiben 0,43g in der Kanüle. Die Mengen sieht man auf Abb2-2. Zusätzlich muss noch das „Ausbluten“ berechnet werden (die Menge, bis die Mischung vorne an der Mischkanüle auch stimmt). Das bedeutet: pro Anmischvorgang fällt knapp 1/18 der in der Spritze enthaltenen Menge als Abfall an.

In den großen Mischkanülen verbleiben 1,25g. Bei einer Spritzengröße von 50g immerhin nur noch 1/40. Diese Menge sieht man nicht auf Abb2. Nach 0,6g habe ich aufgehört, da setzte sich der Schwabe in mir durch.

In Euro umgerechnet bedeutet das:

Kleine Automix Spritze (MultilinkAuto opaque): 
Preis: 141,90€+ 19%MwSt: 168,86€

1g=18,76 €

Abfall: knapp 8€

Grosse AutomixSpritze (MultiCore Flow):
Preis: 129,50€ + 19%MwSt: 154,10€
1g=3,08€

Abfall: knapp 4€

Was bedeutet das jetzt für den täglichen Betrieb?

Die kleinen Spritzen zu 9g werden aus meiner Praxis verbannt.  Vor allem dieses Material, welches mir vom Handling und Ergebnis her sehr gut gefallen hat. Und ich überlege ernsthaft, auch die Automixspritzen aus meiner Praxis zu verbannen (zumindest für das Multicore). An der Materialwahl werde ich nur für die unterste Abdeckschicht meiner Zugangskavität das Material ändern. Ich benutze gerne ein helles, opaques Material, da im Falle einer Revision das gezielte Abtragen des Kunststoffes deutlich einfacher fällt als mit dem Multicore in A3, zum anderen weil ich dem Überweiser auf diese Art ein optisches Signal setze: bis hierher präparieren, nicht weiter.

Und warum keine Mischansätze mehr?
Weil ich für den Preis des Abfalls eine CapilaryTip mit einer Skini Syringe verwenden kann (Kosten 1,02€), diese mir eine blasenfreie Einfüllung meines Materials ermöglicht und auf ungleiche Weise ergonomischer anzuwenden ist. 

Nach diesem Schreck werde ich nun sukzessive alle Materialien in der Praxis auf diese Art und Weise durchforsten. Ich bin schon gespannt, welche Überraschungen auftauchen.

 

Teilmatritzen

von Oscar von Stetten

Oft hat man in der Praxis mit tief zerstörten Zähnen zu tun, die vor einer endodontischen Behandlung aufgebaut werden müssen. Für diesen Zweck habe ich ein Teilmatrizensystem gesucht, welches auch ausreichend große Matrizenbänder hat. Nach einiger Suche bin ich auf das Contactmatrix-System gestoßen. Hier gibt es verlängerte Matrizenbänder, die mir auch noch in grosser Tiefe eine gute Adaptation ermöglichen. Die Matrizenbänder sind in der Lage, einen guten, bauchigen Kontaktpunkt automatisch zu erzeugen und sind bleitot, so dass sie mit einem Kugelstopfer noch besser an den Nachbarzahn zu adaptieren sind.

Das System kann hier  geordert werden, es gibt auch Probepackungen.

Ich für meinen Teil bin mit diesem System sehr zufrieden, auch bei normalen Kunststofffüllungen.

Fläschchen können (Zahn-)Leben retten!

von Jörg Schröder

Die diesjährige Jahrestagung der schweizerischen Gesellschaft für Endodontie (SSE) fand am 16. und 17. Januar in Basel statt. Auf dem mit 400 Teilnehmern sehr gut besuchten Kongress war  der Vortrag von Andreas Filippi mein persönliches Highlight.
 
Er  stellte in seiner sehr praxisorientierten Präsentation die ART (Antiresorptive und Regenerative Therapie) des Zahnunfall-Zentrums der Universität Basel vor. Er wies insbesondere darauf hin, dass die parodontale Schädigung avulsierter, intrudierter oder palatinal dislozierter Zähne der für das Überleben des Zahns bestimmende Faktor ist, da eine ausbleibende oder inadäquate Therapie der parodontalen Verletzung das Risiko von resorptiven Prozessen stark erhöht. 
Zu den Säulen der ART gehören :
1. Die Verbreitung der Zahnrettungsbox/Dento Safe  in der Öffentlichkeit. 80% der Zahnunfälle ereignen sich in Schulen oder Sportvereinen.
Eine Stationierung der kleinen Fläschchen in diesen Institutionen verkürzt die Rettungskette erheblich. Die Handhabung ist denkbar einfach (Flasche auf, Zahn rein) und kann von jedem Laien problemlos durchgeführt werden. Die Flasche enthält eine Nährstofflösung, die das Überleben parodontaler Zellen für 24 h ermöglicht. Die Haltbarkeit der Lösung beträgt 3 Jahre. Die Zahnrettungsbox kann für ca. 20 € in jeder Apotheke bestellt werden.

2. „Regeneration“ der parodontalen Zellen. Nach „Eintreffen“ des Zahns in der Praxis soll dieser insgesamt mindestens 30 Minuten in der Zahnrettungsbox lagern. Zwischenzeitlich erfolgen klinische und röntgenologische Untersuchung, Diagnose und z.B. das vorsichtige Entfernen des Koagulums aus der Alveole.

3. Tetracyclin, systemische Anwendung:  Doxycyclin  für 7-10 Tage. Als ungefährerer Anhaltspunkt dient folgende Vorgabe: Kinder erste Gabe 100mg, dann täglich 50 mg, Erwachsene 1 Tag 200mg, dann täglich 100mg als Erhaltungsdosis. Die Bakterien teilen sich alle 20 Minuten daher soll die erste Gabe Doxycyclin mindestens innerhalb der ersten 3 h nach Replantation erfolgen !

4. Tetracyclin, topische Anwendung:  Tetracyclin hat einen antiresorptiven Effekt. Die Apotheke des Vertrauens ist in der Lage,  1mg Tetracyclin in kleine Kapseln abzufüllen. Der Inhalt einer Kapsel wird in ein steriles Gefäss/Schale mit  20 ml steriler Kochsalzlösung gegeben und in Lösung gebracht. Der Zahn wird 5 Minuten lang, kurz vor der Replantation in diese Lösung eingelegt. Der Effekt auf Zähne ohne abgeschlossenes Wurzelwachstum ist enorm: Ohne topische Tetracyclinanwendung revaskularisieren 30% dieser Zähne; mit Tetrycyclin sind es 60%!

5. Emdogain®:  Durch Emdogain heilen Zementdefekte und Zementoblastenschäden besser! Es bildet sich azelluläres Wurzelzement.

6. Steroide: topische Anwendung am Zahn. Osteoklasten werden durch Steoride inhibiert . Die Dosierung beträgt 40 μg Dexamethason/ml Flüssigkeit.

Die Abfolge ist :  1. 15 Minuten in Steroidlösung, 2.  5 Minuten in Tetracyclinlösung, 3. Emdogain®-Applikation. 4. Replantation
Um den Ablauf in der Praxis im Notfall zu vereinfachen, habe ich das Vorgehen bei traumatischen Zahnschäden, nach Verletzungsart unterteilt, auf laminierten Flowcharts festgehalten. So kann selbst im grössten Stress das Richtige zur richtigen Zeit getan werden. 
Übrigens: im Hockeyclub meiner Tochter habe ich bereits DentoSafes gespendet, ebenso in der Schule und im Hort.
Denn dieses Fläschchen kann Zahn-Leben retten.

Wurzelspitzenresektion (4)

Fortsetzung des Behandlungsfalles.

Nach Aushärtung des MTA wurde der Wurzelkanal mit Chlorhexidinlösung 2% gereinigt und anschließend mit dem Airsonic sandgestrahlt.
Nach Entfernung der Pulverreste, Ätzung wurde ein DT Light Post ( VDW ) mit Adhese ( Ivoclar ) und Multicor Flow ( Ivoclar ) eingeklebt.
Die koronale Stumpfrekonstruktion erfolgte ebenfalls mit Multicore.

Der Versorgung mit einer Krone erfolgte unmittelbar.
Zum Abschluss erfolgte die röntgenologische Kontrolle. Im 1 Jahresrecall ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.

Die orthograde Revision eines resezierten Zahnes sollte immer unter mikroskopischer Vergößerung erfolgen.
Durch die zunehmende Verbreitung der dentalmikroskopischen Behandlung und auf diese Art der Behandlung spezialisierte und eingespielte Behandlungsteams wird solch eine  mikroinvasive Therapieform dem Patienten neue Möglichkeiten des Zahnerhaltes eröffnen.

 

Wurzelspitzenresektion (3)

Fortsetzung des Behandlungsfalles.

Nachdem die gesundheitliche Lage des Patienten sich gebessert hatte, wurde die Behandlung weitergeführt.

Das Wurzelkanalsystem wurde mittels ultraschallunterstützter Natriumhypochloridspülungen gereinigt. Die Wurzelkanalwände wurden unter mikroskopischer Kontrolle microinvasiv mit Ultraschall präpariert und die vorhandenen Sealerreste entfernt. Nachder abschließenden Kanaldesinfektion erfolgte das Einbringen von Kollagenflies um ein apikales Widerlager zu schaffen. Gegen dieses erfolgte nun die Applikation von weißem Pro Root MTA (Dentsply). Nach dem Platzieren des MTA-Plugs erfolgte eine Röntgenkontrolle.

Danach wurde weiteres MTA appliziert und mit Ultraschall verdichtet. Zur optimalen Aushärtung wurde ein feuchtes Schaumstoffpellett auf das MTA aufgelegt und der Zahn provisorisch für mindestens 24 Stunden versorgt.

 

Kontrollaufnahme MTA Plug

Wurzelspitzenresektion (2)

Die Fortsetzung des Behandlungsfalles.

Nach Entfernung des Silberstiftes unter Kofferdam und der Sekundärkaries wurde der Zahn provisorisch versorgt und ein schnellstmöglicher Termin zur Weiterbehandlung vereinbart.  Aufgrund plötzlicher gesundheitlicher Probleme des Patienten verzögerte sich die Behandlung um ein halbes Jahr.
Die nun angefertigte Röntgenaufnahme ließ eine Vergrößerung der apikalen Veränderung vermuten. Der Patient hatte subjektiv keine Zunahme der Beschwerden bemerkt.

Z.n. Silberstiftentfernung

Wurzelspitzenresektion (1)

Zustand nach Wurzelspitzenresektion mit apikaler Veränderung.

Oftmals erscheinen Patienten in unserer Praxis mit Symptomen einer Periodontitis apicalis nach länger zurückliegender Wurzelspitzenresektion.

-> Sollte nun eine erneute Resektion oder die Behandlung von orthograd erwogen werden?             
An Hand eines hier geschilderten Falles möchte ich die mögliche orthograde Behandlung eines solchen Falles darstellen.
Diese Behandlung erfordert Erfahrung im Umgang mit dem Dentalmikroskop, denn es muss in 10 – 20 facher Vergrößerung gearbeitet werden. Unbedingt sollten bei diesen mikroinvasiven Verfahren die Abstützung der Unterarme auf einem entsprechenden Behandlerstuhl mit einstellbaren und fixierbaren Armstützen erfolgen. Dies sind Voraussetzungen, welche sich in meiner Praxis bewährt haben und uns die Behandlung erleichterten.
Zunächst die klinische Ausgangssituation und das angefertigte Röntgenbild.
Der Patient erschien mit einer dezementierten Frontzahnkrone ohne Beschwerden.
Das Röntgenbild ließ eine apikale Veränderung in Form einer P. apicalis erkennen. Die 2 Jahre vorgegangene WSR erfolgte wegen eines nicht entfernbaren Silberstiftes.
Die klinische Untersuchung ergab keinen vertikalen oder horizontalen Perkussionsschmerz. Im Vestibulum war ein deutlicher Palpationsschmerz zu verzeichnen.
Die Sensibilität war negativ und Sekundärkaries erkennbar.

 

 

Teflonband

von Christian Danzl

In der heutigen Zeit, kann man sich ein Leben ohne Teflon (PTFE) fast schon nicht mehr vorstellen:

  • beschichtetes Kochgeschirr
  • Gore-Tex Kleidung
  • Zahnseide
  • wartungsfreie Lagerhülsen
  • und vieles mehr

Auch in der Zahnmedizin ist Teflon im Einsatz, zum Beispiel als Nahtmaterial oder als Membran in der Implantologie und der Parodontologie. Ganz schön teuer, so eine Membran von der Größe einer 2 Euro-Münze, aber Medizinprodukte haben eben ihren Preis.

Bedauerlich.

Käme das Material von der Rolle, wie wir es als Dichtungsband vom Installateur kennen und im Baumarkt – Regal finden, dann könnten wir uns noch eine Reihe weiterer zahnmedizinischer Anwendungen vorstellen:

Als kleiner, kostengünstiger Helfer in der Zahnmedizin liesse es sich zum Beispiel einsetzen zum:

  1. Abdichten von Kofferdam.
    Das Anlegen von Kofferdam an stark zerstörten Zähnen ist oft eine Herausforderung.
    Wenn die Klammer endlich sitzt, hält das Gummi nicht dicht, weil der Zahn eine Einziehung hat.
    Faden legen ist oft, aber nicht immer eine Lösung.
    Besonders wenn es darum geht 1-2 mm zu überbrücken.
    Ein Teflonband (analog zum Dichtungsband aus dem Baumarkt) liesse sich zusammendrücken und rollen und damit gut zu Abdichtung einsetzen.  Vorteile:
    – sterilisierbar
    – klebt nicht an Bonding oder Komposit
    – leicht stopfbar und wieder entfernbar
    – man kann mit dem Diamantschleifer in das Teflon hineinpräparieren, ohne, dass es – wie der Retraktionsfaden – herausgezogen wird
    – billig 
     
  2. temporärer Verschluss von Wurzelkanäleingängen: 
    – bei der Aufbaufüllung
    – bei der Entfernung von frakturierten Instrumenten
    – Als Isolator zwischen medikamentöser Einlage und provisorischer Füllung
     
  3. Sichern und Konturieren von Matrizen oder Kofferdam im Approximalbereich.

Schade, dass die Materialien bei Obi keine Medizinproduktezulassung haben, sonst könnte man dieses Klempnerband hervorragend in der Zahnmedizin einsetzen.

Teflonband auf der Rolle

 

Teflonband

zusammengedreht und -gedrückt

Im Hamsterrad (2)

von Hans – Willi Herrmann

Kürzlich habe ich in einer Patientenkarteikarte geblättert eines Patienten, der am ersten Tag meiner Selbstständigkeit in meiner Praxis war.

Ich bin nun seit fast 16 Jahren in eigener Praxis niedergelassen.
Wenn ich meine Einträge aus der Anfangszeit mir anschaue, fällt sofort ins Auge, wie schön geschrieben ich meine Karteikarteneinträge damals gemacht habe.

Und heute – Fast unleserlich.
Die Eintragungen dahingekritzelt, in aller Eile.
Gehetzt, getrieben von dem Stress des Berufsalltags.

Und das hat nichts damit zu tun, dass ich einfach damals als Praxisanfänger nichts zu tun hatte.

Ich habe 1993  eine Alterspraxis übernommen. Und  –  hatte von Tag 1 an einen ausgefüllten Bestellplan. 

Trotzdem gab es damals mehr Zeit als heute.

Wenn ich nur an die Quartalsabrechnung denke. Unsere erste Quartalabrechnung haben wir noch mit handschriftlich eingetragenen Krankenscheinen gemacht. Da war die Praxis 2,5 Tag zu.

Dann kam der Krankenscheinausdruck mit Nadeldrucker auf Endlospapier.  Die Abrechnung ging in einem Tag über die Bühne.

Und heute ? Dank EDV und Diskettenabrechnung oder Online -Abrechnung bedarf die Abrechnung keinerlei Ausfallzeiten in der Praxis, sie wird „en passant“, nebenbei erledigt.

Eine gute Sache ?

Teils, teils.

Mein Praxisvorgänger hatte bei 4 Quartalen 12 Tage im Jahr Freizeit, Urlaub oder zumindest Zeit, sich den Dingen in der Praxis zu widmen, die im Tagesgeschäft immer liegen bleiben.

Heute brauchen wir die Zeit am Stuhl, in der Behandlung, um kostendeckend arbeiten zu können. Die Preissteigerungen der letzten 15 Jahre auffangen zu können.

Was kostete der Liter Benzin 1993 ? 72 Cent. Und 2008 ? Waren wir schon bei den berühmten 3 Mark 10, von denen „Ich geb Gas, ich will Spass“ – Markus in den 80er Jahren glaubte, dass er es nie erleben würde, dass diese Vision einmal wahr werden würde.

Wir brauchen die gewonnene Zeit, um die vielen Regulatorien und bürokratischen Nebenschauplätze bedienen zu können. 

Ein Antrag für eine einfache Zahnersatzversorgung ? Dass können schon mal 12 Blätter Papier sein, die man ausdrucken muss. Oder mehr, wenn man seiner Aufklärungspflicht in extenso nachkommen möchte.

Machen wir uns nichts vor: Der Stress ist nicht geringer geworden in den letzten Jahren, da geht es uns nicht anders als unseren Patienten. Überall wird gestrichen, eingespart, rationalisiert. Aber nicht wie früher, offensichtlich, als der REFA – Mann mit der Stoppuhr am Fliessband stand. Nein. Heute funktioniert soetwas sozialverträglich.  Arbeitnehmer gehen in Ruhestand und ihre Stelle wird nicht mehr besetzt. Die Arbeit, die anfällt, muss von den verbliebenen Kollegen mitgemacht werden.

Oder es gibt neue zusätzliche Aufgaben (wie z.B. alle Massnahmen, die mit Einführung der neuen RKI – Richtlinien hinzugekommen sind), die dann eben einfach so zum ohnehin schon straffen Pensum an Arbeit noch einmal hinzukommen. 

So werden Umdehung um Umdrehung die Daumenschrauben fester und fester angezogen.
Und das Hamsterrad dreht sich schneller und schneller.

Schutzbrille, die Zweite

von Christian Danzl

Auch bei uns in der Praxis waren Schutzbrillen ein Thema. „Gelandet“ sind wir inzwischen bei 3M, Modell 2720.

UV-Schutz, Anti-Beschlag- und Anti-Kratz-Beschichtung. Gewicht 24g. Die Scheibe aus Polycarbonat ist verfügbar in klar, gelb und grau (leider nicht in orange, um das blaue Licht der Polymerisationslampe rauszufiltern).

Ein Verschleiss ist bei unseren Brillen bis jetzt nicht zu bemerken.

Preis: von 5,75 bis ca. 10,-€
Zu beziehen über:
Conrad
Amazon
Medikalprodukte 

3M 2720

Bohrerständer – Kleine Helfer

Von Hans – Willi Herrmann

 

Wo wir es gerade gestern von kostengünstigen Dingen hatten, die uns in der Praxis das Leben erleichtern, gleich noch so ein positives Beispiel.

Ein Tipp von Zahnarzt Michael Logies, Wallenhorst. 

M & W Bohrerständer aus Kunststoff. 

Wir haben im Hinblick auf die RKI – Richtlinien für jede Patientenbehandlung eigene Bohrerständer, die sterilisiert und in Steri – Folie eingeschweisst  aufbewahrt werden.

Auch hier gibt es eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Modelle/Systeme.
Die Ständer, die wir verwenden, sind nicht optimal (die hätte man vermutlich mir erst  „backen“ müssen), aber für den überwiegenden Teil der Arbeiten (schätzungsweise für über 95 % der Fälle)  sind die Ständer in Ordnung.
Bohrer mit unterschiedlichen Schäften (FG  – Schaft und Winkelstück – Schaft) finden darin Platz und auch Bohrer mit moderater Überlänge. Es gibt die Ständer in 3 Farben, so dass 3 unterschiedliche Bestückungen gut sichtbar unterschieden werden können.

Sie kosten nicht die Welt. 6,90 Euro. Und das ist, angesichts der Tatsache, dass diese Teile durch die Sterilisation leiden,  nach einer gewissen Zeit unansehlich werden und aus optischen Gründen ausgetauscht werden müssen, ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Wir verwenden die Bohrerständer seit 1,5 Jahren. Bisher ohne Probleme.
Ich denke, dass ist ein Zeitrahmen, nachdem man schon einmal eine Empfehlung abgeben kann.

 

Bohrerständer M&W

Led ION Update

von Hans – Willi Herrmann

Rund 3 Monate arbeite ich jetzt schon mit der Led ION Plus Leuchte von Sigma Dental.

Ausnahmslos.
Könnte ich noch darauf verzichten ?

Nur wenn ich einen adäquaten Ersatz hätte.

Aber „Ganz Ohne“ auskommen  ?
Keine Chance, es geht nicht mehr.

Die Led ION fällt nicht zur Last beim Tragen, sie ist für mich de facto nicht auffällig, nicht spürbar.
Ich kann damit den ganzen Tag arbeiten, ohne dass ihre Gewicht sich negativ bemerkbar macht. Das war mit dem von mir verwendeten Lupenleuchte auf Halogenbasis und mit Glasfaserleiter nicht so. Hier war nach längerer Tragezeit das zusätzliche Gewicht spürbar, ja teilweise sogar richtig lästig.

Am deutlichsten wir all dies mir bewußt, wenn der  Leuchten – Akku aufgebraucht ist und zum Nachladen ans Stromnetz muss.

Dann stehe ich ziemlich im Dunkeln. Ein Ersatz – Akku wäre vermutlich sinnvoll (der Mitbewerber „Starmed“ bietet so etwas standardmäßig an).
Auf der kommenden IDS werde ich bei Sigma – Dental einmal nachfragen,was so was kostet. Ich vermute, es wird nicht billig sein.
Bis dahin hängen wir den einzig vorhandenen Akku jeden Abend ans Ladegerät zum „Auftanken“.

Im Alltagsgeschäft geht das manchmal,  aus welchen Gründen auch immer, vergessen.
Die Folge ist,  am nächsten Tag, mitten in der Arbeit, geht das Licht aus. Und dann können 1- 2 Stunden, bis der Akku wieder aufgeladen ist, sehr lange sein… Gefühlte Ewigkeiten.

Ein Kollege erzählte mir vor einigen Wochen, dass er die Wärmeentwicklung der Lampe als zumindest so hoch empfindet, dass es für ihn zwar akzeptabel,  aber doch unangenehm spürbar ist.  Ich für meine Person bemerke das nicht in dieser Dimension. Vielleicht ist  an meiner Lupenbrille die Leuchte weit genug von meiner Stirn entfernt montiert, so dass die Wärmestrahlung nicht so sehr ins Gewicht fällt.
Auch hat er ein gewisses Nachlassen der Akkuleistung gegen Ende des Arbeitstages registriert. 
Das stelle auch ich anekdotisch ab und zu mal fest, jedoch ist dies bisher bei uns,  einen vollen Startakku vorausgesetzt, nicht so drastisch, dass es störend ins Gewicht fallen würde. Möglicherweise nimmt dieses Phänomen im Laufe der Zeit mit zunehmendem Ermüdungseffekt des Akkus zu.
Ich werde gegebenenfalls berichten.

Alles in allem ist die Led ION sicherlich kein Fehlkauf, selbst wenn, vorausgesetzt, ich bekomme sie irgendwann einmal in die Finger, die Starmed  – LED – Leuchte den positiven Eindruck der LED ION noch übertreffen sollte.

Auslandszahnersatz – Hart, aber fair ?

von Hans – Willi Herrmann

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 02.01.2009 mit der Überschrift „Der Lückenfüller“ gibt es ein paar interessante Zahlen und auch Denkweisen zu Auslandszahnersatz.

Wer ihn liest, der wird nicht umher kommen, zu realisieren, dass Auslandszahnersatz angesichts  knapper Geldbeutel bei Krankenkassen und Versicherten die  Schmuddelecke des Globudent – Skandals vergleichsweise schnell verlassen hat.

Man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, dass Auslandszahnersatz seinen Platz in der deutschen Zahnmedizin beibehalten und darüber hinaus noch deutlich stärkere Verbreitung finden wird. Alle Zeichen, sogar die Stimmen in der Zahnärzteschaft, weisen in diese Richtung.

Was in dem Artikel steht, klingt vordergründig gut.
Eine ganze Reihe von positiv besetzten Schlüsselworten tragen subliminal dazu bei, Vertrauen in diese Art von Gesundheitsdienst aufzubauen. Ob geschicktes Marketing oder Fakten, ich kann es nicht beurteilen, denn ich habe noch nie Auslandszahnersatz in Auftrag gegeben und war auch noch nicht vor Ort in einer solchen Produktionsstätte. Aber ich weiss,  auf jeden Fall wird der Artikel in der Tageszeitung weiter dazu beitragen, dass die Hersteller von Auslandszahnersatz neue Kunden gewinnen werden, sowohl Zahnärzte als auch Patienten.

Es ist die Macht des Faktischen, des pekuniären Vorteils, die letztendlich dazu führen wird.
So sicher wie das Amen in der Kirche.

Nun ist also auch die Zahntechnik in Deutschland letztendlich im globalen Zeitalter angekommen.
Schöne Neue Welt.

Ich zitiere den Beitrag aus der „Süddeutschen“ bewusst nicht. Weil ich nicht mehr als notwendig dazu betragen will, einen Trend zu unterstützen, von dem ich nicht weiss, inwieweit er zum Vorteil gereicht.

Dass wir uns nicht falsch verstehen.
Natürlich wird diese Entwicklung einer ganzen Reihe von Patienten, Zahnärzten, Zahntechnikern, Kaufleuten und anderen beruflich an dieser Entwicklung Beteiligten (bis hin zum Mediengestalter, der die Werbebroschüren entwirft und dem Flughafenmitarbeiter, der den Container aus dem Jumbo rollt)  zum wirtschaftlichen Vorteil gereichen.
Aber er wird auch Nachteile mit sich bringen.
Für Andere.

Und keiner von uns weiss, was unter dem Strich dabei rauskommt. 

Wir sind dabei, eine Überraschungstüte aufzumachen.
Wir wissen nicht, was drin ist.
Ich hoffe, dass es nicht eine Büchse der Pandora ist, die wir öffnen.

Wer aber auf jeden Fall Verlierer dieser Entwicklung ist, dass kann ich schon heute sagen. 

Es sind die deutschen Zahntechniker.

Denn diese kämpfen einen ungleichen Kampf.

Analysieren wir einmal ganz nüchtern: Warum wird Auslandszahnersatz nachgefragt ?

Er ist billiger. Ein einfacher, aber nachhaltiger Grund.

Ist er für den Zahnarzt billiger ? Nein, dass ist er nicht. 
Ein Zahnarzt gewinnt gegebenenfalls einen Wettbewerbsvorteil dahingehend, dass er gegenüber seinem Kollegen vor Ort kostengünstiger eine Leistung anbieten oder Patienten als Kunden gewinnen kann, die nicht soviel Geld ausgeben wollen oder können.
Ein Zahnarzt verdient jedoch per se kein Geld daran, dass er dem Patienten billigeren Zahnersatz anbieten kann. 

Verdienen, also Geld sparen demnach die Patienten, die Krankenkassen, der Staat.

Warum ist Auslandszahnersatz billiger ?
Im vorliegenden Fall einer Firma, die Zahnersatz in China herstellen lässt, sind es nicht die Materialkosten.
Denn das Material wird laut Aussage der Betreiber aus Deutschland bezogen.

Man spart also bei den Lohnkosten und den Produktionskosten.
Die Gehälter der Mitarbeiter sind niedriger.
Die Kosten für die Errichtung und den Unterhalt der Produktion.
Man muss weniger Abgaben an den Staat zahlen als bei uns.

Zahnersatz ist ein arbeitsintensives Produkt, dass individuell hergestellt werden muss.

Das bedeutet gegenüber standardisiert zu fertigenden Produkten einen hohen Lohnkostenanteil. Durch deutlich niedrigere Lohnkosten und die generell niedrigere Gesamtkostenstruktur lassen sich  bei Auslandszahnersatz höhere Versandkosten und die dafür notwendige Vetriebs – und Managementstrukturen aus den Ersparnissen überkompensieren.

Und der Zahntechniker in Deutschland ?
Produziert hier.
In „Good Old Germany“.
Bei ortsansässigen Kosten. Seinen Lebensunterhalt betreffend, seine sozialen Abgaben. 

Egal, wen kümmerts ?
Wer Auslandszahnersatz gut findet, dem sei gesagt, dass dies sein gutes Recht ist. 
„Der Preis ist heiss“, „Geiz ist geil !“ und „Ich bin ja nicht blöd“.  
Und warum sollte ein Zahnersatz aus dem Ausland per se schlechter sein als aus Deutschland.
Wer dies unterstellt, der verhält sich im höchsten Maße weltfremd, überheblich, arrogant.

Aber.
Jeder, der Auslandszahnersatz fordert.
Oder sogar einfordert.
Der sei angehalten, sich vor Augen zu halten.
Was ist, wenn das Produkt meines täglichen Arbeitens und damit mein Gelderwerb plötzlich von Jemandem deutlich kostengünstiger hergestellt wird, weil man ihm weniger Kosten aufbürdet.
Finde ich das dann immer noch so toll ? 

Wenn man nur ein wenig Phantasie aufbringt, dann kann man für viele viele Bereiche Szenarien konstruieren, die dem nahe kommen. 

Ich denke zum Beispiel an den  Automobilbauer bei Audi, dem gesagt wird, wir können das Auto, dass Du baust, in Ungarn billiger produzieren. Wir legen nun dein Werk in Deutschland still.

Wird nicht kommen ?
Hoffentlich. Aber wie war das mit dem Handyproduzenten, der seine Produktion nach Rumänien verlegt hat ?

Okay, Produktion ist ein einfaches Beispiel. Wird mich schon nicht treffen, denkt Derjenige vielleicht, der  nicht in der Produktion arbeitet. Sondern im Dienstleistungsbereich.
Und Deutschland wird dann einfach immer mehr  zu einem  Dienstleistungsland.

Funktioniert aber nur, wenn irgendjemand noch bereit und in der Lage ist, diese Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen und zu bezahlen. Wird schwierig mit Hartz 4.
Und – auch Dienstleistungsbereiche kann man outsourcen.
Callcenter im Ausland. Kein Problem. Hatte ich schon des öfteren in den letzten 2,3 Jahren am Telefon.

Was gegenwärtig in der Zahntechnik passiert, ist nur ein Puzzlesteinchen einer Entwicklung, die langsam und schleichend zu einem weiteren Ausbluten und mit gewisser zeitlicher Verzögerung nachfolgend als nächste Stufe eine Eskalationskaskade zu einer weiteren Destablisierung unseren sozialen Systems und letztendlich unserer Gesellschaft führen wird.

Wer denkt, dass wir Geld sparen werden durch diese Entwicklungen, der irrt.

Wir werden Geld verlieren auf längere Sicht.
Und noch viel viel mehr als Geld.

Nämlich wieder ein weiteres Stückchen an Sicherheit.

„Die fetten Jahre sind vorbei“.
Nichts mehr wird so sein wie früher.  Auch dass war schon immer so.
„Die einzige Konstante ist der  Wandel“.

Aber früher hatten wir mehr Grund zur Annahme, dass das Neue das Bessere sein wird.

Wie immer in solchen Situationen rufen viele Leute nach dem Staat.
Der es richten soll.
Ich persönlich sehe die Aufgabe des Staates nicht darin, Jemandem, der selbst verschuldet  (und wie im Falle der gegenwärtigen Bankenkrise aus Gewinnmaximierung und Habgier, weil er den Hals nicht vollkriegen konnte) sich in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht hat, auf Kosten der Allgemeinheit unter die Arme zu greifen.
Damit er, stande pede wieder zu gewohnten Verhaltensmustern zurückkehren kann.

Die Aufgabe des Staates ist es jedoch, seine Bürger zu protektieren.

Es darf nicht sein, dass ein Staat seine Steuerzahler, also diejenigen, die ihn unterhalten, durch die Auflagen, die er Ihnen macht, die Lebensumstände, die er Ihnen auferlegt, dazu bringt, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, ihrer Arbeit nachzukommen.

Soll der Staat also Auslandszahnersatz verbieten ?
Das wäre lächerlich.

Oder zumindest zu einem Protektionismus der Schutzzölle zurückkehren ?
Der Gedanke  ist vordergründig, in bierseliger Stammtischatmosphäre  sicherlich reizvoll, aber nicht machbar. 
Aber lassen sie uns einen Moment darüber nachzudenken, die Idee als Gedankenmodell aufgreifend, Augen öffnend.
Wie wäre es im  Umkehrschluss, wenn der Staat seinen einheimischen Bürgern die gleichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzubieten würde wie den Leistungserbringern im Ausland. 

Ach, das geht nicht, sagen Sie. Der Staat hat Kosten, die er tragen muss, und wenn er den Preis für seine Leistung  (nicht anders sind ja Steuern) senkt, dann ginge er pleite.
Dann sagen Sie  dass bitte auch mal dem  Zahntechniker, der sich im heimischen Bad Irgendwo bemüht, seinen Betrieb am Laufen zu halten.  Der gerade von seinem langjährigen Geschäftspartner, einem ortsansässigen Zahnarzt, mitgeteilt bekommen hat, dass sich der Patient für die günstigere Brücke aus China entschieden hat. Und dass davon auszugehen ist, dass von nun an der Satz  „Tut mir leid, aber sie waren zu teuer“ noch deutlich öfters zu hören sein wird  in nächster Zukunft.

Was also ist zu tun ?
Pflicht ist ein hartes Wort. Ein altmodisches Wort. Ein ungeliebtes Wort. Und in diesem unserem Lande, historisch bedingt, negativ besetzt. Dem bin ich mir bewußt, wenn ich sage: Es ist die Pflicht des Staates, seinen Bürgern gegenüber, diese nicht Situationen auszusetzen oder von diesen einzufordern, die ungleich schlechter sind als die Derjenigen, die dem Staate nicht angehören.

Auf ein kleinsten Nenner gebracht, auf eine Mindestmaß, dass nicht unterschritten werden darf, bedeutet dies, im Hinblick auf die Zahntechnik: Der Staat sollte sich jeder Forderung nach billigerem Auslandszahnersatz enthalten. Er sollte dies weder propagieren, noch es zulassen, dass andere Institionen dies propagieren. 

Und auf keinen Fall, wie gegenwärtig dies defacto der Fall ist, gesetzliche  Strukturen schaffen, die einen solchen Auslandszahnersatz fördern oder mittlerweile sogar, betrachtet man die suggestiven Schriftstücke der Krankenkassen, zwischen den Zeilen dies einfordern. Das geht zu weit. Ist nicht fair.

Mag sein, dass dies hart ist für den Staat, dem damit kurzfristig Geld verloren geht.

Aber es wäre fair, seinen Bürgern gegenüber. 
Denn Zahntechnik „ist überall“. 
Und auch Zahntechniker sind Bürger.

Einmalpuster – Top oder Flop (3)

von Hans – Willi Herrmann

Mit den Erfahrungen, die Pro – Tip – Kanülen betreffend, stehe ich offensichtlich nicht alleine da.

Gestern, bei einem Autoren – Treffen, stellte sich heraus, dass auch Olaf Löffler und Christian Danzl mit den Spritzenansätzen gearbeitet hatten und dabei ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen sind, dass  „noch Potential nach oben“ drin ist, dieses System betreffend. Letztendlich waren es die Schwierigkeiten bei der Applikation, die jeden von uns veranlasst haben, wieder von dieser Lösung Abstand zu nehmen.

Gegenwärtig ist in keiner der 3 Praxen das System mehr im Einsatz.

Feilenhalter

von Christian Danzl

Vor nicht allzu langer Zeit ging es hier im „Wurzelspitze“ –  Blog unter der Überschrift „Zugeschaut – mitgebaut“  um den kostengünstigen Eigenbau eines Endo-Feilenhalters.
Hier nun – quasi als das offizielle Gegenstück zum zweckentfremdeten Approximalbürstenhalter von Curaden-  das Vorbild von YDM.

Es gibt den Feilenhalter in zwei Versionen. Bei der einen Version  ist das Arbeitsende nach vorne, bei der anderen  nach hinten gekröpft. 60° und 120°. Weiterlesen

Einmalpuster – Top oder Flop (2)

von Hans – Willi Herrmann

Seit einigen Wochen haben wir die Pro Tip – Pusteransätze gegen das Riskontrol – System der Firma Aceton getauscht.
Einfach aus dem Beweggrund heraus, dass wir mit Pro Tip zwar leben könnten, aber  nicht hundertprozentig zufrieden waren. 

Vor einigen Jahren, unmittelbar bei Markteinführung hatte ich mir das Riskontrol – System schon mal angeschaut, die Ansätze aber nicht als besonders hochwertig wahrgenommen. Als die Bestellung in der Praxis eintraf, war ich zunächst einmal erstaunt über die Materialbeschaffenheit der Kanülen. Ich hatte diese ganz anders in Erinnerung, nämlich aus weicherem Kunststoff, einem haptisch anders gearteten Material. Sicherlich eine Sinnestäuschung. Vermutlich war die Kanüle schon immer so wie jetzt, egal, die „neue Version“ gefällt mir besser ;-) Weiterlesen

Einmalpuster – Top oder Flop (1)

von Hans – Willi Herrmann

Um es vorweg zu nehmen.

Und – weil wir gestern gerade von Dingen gesprochen haben, die nicht mehr genutzt in dunklen Schubladen ein jämmerliches Dentalrentner – Dasein fristen.
Heute geht es in diesem Blog um einen Flop: Im letzten Jahr haben wir unsere Luftpuster an den Behandlungseinheiten von sterilisierbaren Mehrfachansätzen auf Einmalansätze umgestellt.

Beide Arbeitsmodelle (Sterilisation und Einmalanwendung) sind möglich und so haben wir uns entschlossen (weil uns keine Erfahrungswerte bis dahin vorlagen), die Probe auf s Exempel zu machen und „side by side“ die Vor- und Nachteile der zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen auszuprobieren.

Von den zwei zur Auswahl stehenden Einmalansätzen haben wir zunächst die Pro Tip – Ansätze der Firma Loser ausprobiert.
Warum die Wahl zunächst auf dieses System fiel ?

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Kamera – Dinosaurier (1) Sanyo E6

von Hans – Willi Herrmann

Allzuoft kommt es vor: Für die Praxis wird ein neues Gerät gekauft und es ist nicht gerade billig. Wie das nun mal so ist, wenn ZAHNMEDIZIN irgendwo drauf steht. 
Das wäre noch zu verschmerzen, man gewöhnt sich halt dran im Laufe der Zeit und dann tuts nicht mehr ganz so weh, wenn man wieder mal mit dem nicht ausgesprochenen aber stets vorausgesetzten Verweis auf die bis zur Obergrenze auszureizende Kaufkraft des DENTAL – Marktes kräftig zur Kasse gebeten wird.
Aber dann erfüllt das teure Gerät nicht die Erwartungen, die einen zum  Kauf bewogen haben.
Und so verstaubt das exklusive Teil  alsbald in irgendeiner Schublade irgendeines Praxisschranks, um dann über viele viele Jahre immer mal wieder in die Hand genommen und anschließend doch wieder in eben diese Schublade zurückgelegt zu werden. 
Schlußendlich – bei einer Inventur, vermutlich im Rahmen der Praxisübergabe, wird es dann mit großem Kopfschütteln darüber, wie man für so einen Mist Geld ausgeben konnte, entsorgt werden.

Der umgekehrte Fall ist eher selten, aber dann umso lobenswerter.
Ich spreche von ebenso nützlichen wie kostengünstigen Hilfsmitteln, bei denen es einfach Spass macht, damit zu arbeiten und man sich auch nach längerer Zeit immer wieder über die erzielten Ergebnisse freut.

Wie bei der Sanyo E6 Kamera, einer digitalen „point and shoot“ –  Kamera, die so unscheinbar ist, dass diese selbst im Hinblick auf für ihre eigentlichen Bestimmung, der unkomplizierten Schnappschussfotografie, extrem wenig Beachtung beim Käufer gefunden hat. Weiterlesen

Herr der Ringe

von Christian Danzl

Um bei Kompositfüllungen einen ordentlichen Approximalkontakt herzustellen, haben sich bei mir in der Praxis Teilmatritzen bewährt. Ich verwende das System von Garrison, weil es mir aufgrund der zierlichen „Füße“ am besten gefallen hat.

Es war aber bisweilen umständlich, wenn die kleinen Füße in Leere gegriffen haben, z.B. wenn die Kavität approximal weit offen, und der Zahn stark zerstört war. Ein klassischer Fall hierfür sind Zähne, die zur endodontischen Behandlung aufgebaut werden sollen. Dann ist die Wiederherstellung der Zahnform  und eines Kontaktpunktes mit viel Aufwand verbunden.

Hier sind andere Systeme vielleicht im Vorteil.

Jetzt gibt es im Garrison – Systemangebot einen Ring, der schon einen Approximalbereich vorgibt und die Teilmatritze auch in kniffligeren Fällen bei ausgedehnteren aproximalen Defekten  in die passende Form bringt. Die Füße sind mit Kunststoff und Silikon ausgeformt. 
Zur Papille hin sind die Füße hohl, um Platz für einen Interdentalkeil zu lassen. 

Mein Fazit – Die Herstellung eines strammen, anatomisch ausgeformten Kontaktpunktes in besagten Problemfällen geht mir nun leichter von der Hand.

Wie lange allerdings dieser Kunststoff-Silikon-Verbund im Praxisalltag hält, wird sich zeigen.

Und – mit knapp 90,- € für zwei Ringe sind diese allerdings nicht im Sonderangebots – Regal zu finden.

3 Ringe

3-D Ring

"Füsse" aus Kunststoff-Silikon-Verbund

auf einem Frasacomodell

im Patientenmund