Als wir diesen Fall behandelt haben, gab es Wurzelspitze nicht. Wurzelspitze ging am 01.11.2008 online. Das ich noch 2022 Beiträge schreibe hätte ich nie gedacht…
Nun zu dem Fall. Der Patient stellte sich mit einer akuten Pulpitis in unserer Praxis vor. 37 zeigte ein Crack distal. Funktionell gab es einige Probleme und der Patient benutzte seine Zähne zum Stressabbau. Schlechte Voraussetzungen für einen langen Zahnerhalt. Hinzu kam, daß er erwähnte nur einen befristeten Aufenthalt in Leipzig zu haben. Er bat uns ihm zu helfen, da in seinem Heimatland (GB) lange Wartezeiten auf Termine bestehen. Den Erhalt des Zahnes 37 wollte er mit allen Mitteln versuchen.
Nach präendodontischem Aufbau erfolgte die Aufbereitung des Wurzelkanalsystems mit Profile und Protaper. Die Spülung erfolgte mit EDTA und NaOCl 5% unter Ultraschallanwendung. Die Wurzelfüllung gelang mit AH+ und Guttapercha warm-vertikaler Obturatopnstechnik. Für die Messaufnahmen verwendeten wir damals noch Silberstifte. Diese erwiesen sich kontrastschärfer in der analogen Röntgentechnik. 2006 hatten wir den ersten Kodak 6100 Sensor im Einsatz und stellten die Silberstiftverwendung bald ein.
Auf Grund der funktionellen Problematik und der vorhandenen Goldrestaurationen erfolgte die prothetische Therapie mit Goldteilkrone 37 und 36 ( das Inlay hatte distal eine Sekundärkaries ).
2007 erfolgte noch ein 3 Monatsrecall.
Vor einigen Wochen rief uns der Patient an und wollte von uns behandelt werden. Er hätte dasselbe Problem nun am Zahn 47, wie damals am Zahn 37. Es ist immer wieder schön zu sehen, daß Behandlungen erfolgreich verlaufen sind, obwohl man in der Prognose unsicher war.
Über die 3 Musketiere und was es mit unseren Endo- Motoren zu tun hat, habe ich hier, hier und hier bereits geschrieben.
Wer die Geschichte der 3 Musketiere kennt, der weiß, das Charles de Batz de Castelmore, genannt Comte d’Artagnan, der eigentliche Star des Romans von Alexandre Dumas, gar kein Musketier ist.
Zumindest nicht zu Beginn der Schilderungen. Die furios beginnen, weil dieser junge, ungestüme Haudegen gleich am ersten Tag seiner Ankunft in Paris mit allen 3 Musketieren derart aneinander gerät, das diese ihn, jeder unabhängig voneinander, zum Duell herausfordern.
Passt insofern gut zum Eighteeth E-connect S Motor. Der, mit einem Preis von unter 1000 Euro und der Möglichkeit vollrotierender und reziproker Arbeitsbewegung plus eingebautem Apexlokator den etablierten Mitbewerbern den Fehdehandschuh entgegenschleudert.
Was der Motor nicht aufweisen kann – um das im Gegensatz zu seinen hochdekorierten Konkurrenten augenfälligste Merkmal gleich zu Beginn zur Sprache zu bringen – einen Design-Award. Ich erwähne das nur der Vorständigkeit halber. Und kann berichten: Er muss sich trotzdem nicht verstecken. Ist kein hässliches Kind.
Hat dafür aber ein Feature, das keiner der Mitbewerber bieten kann. Das in den Gerätekorpus integriertes Display, welches den jeweilig einzustellenden Modi ein bestimmtes Instrument namentlich zuweisen kann. Heisst konkret – Wenn man vollrotierend mit der ProTaper Ultimate arbeiten möchte, wählt man „ProTaper“ im Display aus. Und nicht Programm 1 CW 400 4.2Ncm. Oder „WaveOne Gold“ statt Programm 3 CCW 140FW 90 RW. Das Wechseln zwischen den verschiedenen Modi gelingt kinderleicht. Und bedarf keines zusätzlich bereitzuhaltenden Ipads zur Steuerung.
Ein riesiges Plus im Behandlungsalltag. Fehlende Design Awards definitiv überkompensierend. Warum?
Ich weise noch mal aus gegebenem Anlass darauf hin, dass wir mehrere Iconnect Drive und XSmart IQ – Motoren parallel betreiben und (auf Grund von Interferenzen in der Kommunikation Motor Ipad) gezwungen sind, jedem Motor fix eine bestimmten Antriebsbewegung zuzuweisen.
Im Gegensatz zum Eighteeth E-connect S Motor. Der, angesichts der vorhandenen Modi-Auswahl am Handstück, ohne Probleme im gleichen Fall mit unterschiedlichen Instrumenten-Typen im Wechsel betrieben werden kann.
Zwei Motoren, von der mit der Materie vertrauten Assistenz im Wechsel bestückt und angereicht, ermöglichen dem Behandler ein ebenso effizientes wie ergonomisches Arbeiten. Das diese zwei Motoren, wie oben erwähnt, nicht mehr, vielleicht sogar weniger noch kosten als einer der etablierten Motoren, ist ein weiteres, nicht von der Hand zu weisendes Argument für den jungen Wilden, der auf Marco Polos Spuren aus seiner fernöstlichen Heimat zu uns kommt.
2 d Artagnan ´s gegen 5 bis 7 Musketiere, die mir zur Zeit zu Diensten sind ? Damit ist das Duell in der Wirtschaftlichkeit eigentlich schon entschieden. Zugunsten des Eighteeth E-connect S Motors.
Allerdings – Was zählt, ist auf dem Platz. Sei es der grüne Rasen eines klimaanlagengekühlten WM-Fussballstadions im Wüstensand oder der neblige Duellierplatz im Pariser Morgengrauen. Daher rate ich, den Eighteeth – Motor nicht unbesehen zu kaufen, sondern ihn in die Hand zu nehmen und im reziproken Motor-Modus laufen zu lassen.
Warum ? Er vibriert. Und wackelt.
Deutlich mehr als seine Mitbewerber.
Was- man beachte das nachfolgende Video – ins Auge fällt. Spürbar ist.
Nichts, was ein fest zupackender Griff der Hand nicht kompensieren könnte, soviel sei dazugesagt. Wie sehr diese Eigenheit in die Kaufentscheidung miteinfliesst, muss jeder für sich selbst entscheiden.
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Eine Erstbehandlung stand an. Eigentlich Grund zur uneingeschränkten Freude. Aber die Auswertung des DVT ließ die Freude eher in Anspannung umschlagen.
Multiplanare Krümmungen in den drei bukkalen Kanalsystemen warteten. Und ich würde es noch nicht einmal der vorangegangenen Behandlung zurechnen können, dass ich die Aufbereitung nicht vollständig schaffen konnte.
In solchen Fällen freue ich mich, mit dem OGP- (Optimal Glide Path)Modus meines TriAutoZX2 ein Vorgehen zur Hand zu haben, mit dem ich recht sicher die maschinelle Aufbereitung durchführen kann.
Mit 02-getaperten Feilen (EndoWave von Morita, Hersteller ist FKG) stehen zudem Feilen zur Verfügung, die in in Verbindung mit dem Design der Schneiden (ähnlich dem RACE von FKG) eine maschinelle Aufbereitung definitiv erleichtern. Zudem kann ich hier bis ISO 30 mit dem Taper 02 arbeiten. Wie Handfeilen nur erheblich flexibler. In Kombination mit HyFlex-Feilen können so auch anspruchsvolle Geometrien aufbereitet werden.
Die Frage war, wie konnte es trotz korrekt eingestellter Arbeit- und Spülkanülenlänge zu einer starken Blutung aus dem Bereich der Wurzelspitze kommen.
Es muss ein größerer Seitenkanal/lateraler Kanal im Bereich des apikalen Wurzeldrittels vorliegen. Durch die Irriflex wird die Spüllösung lateral aus der Kanüle gepresst. Liegt diese Öffnung zufällig in der Nähe des lateralen Kanals, kann es zu einer dezenten NaOCl-Überpressung kommen. Die Folge kann eine Blutung sein.
Im weiteren Verlauf der Behandlungsdokumentation Röntgen WF sieht man, was bereits auf dem Ausgangsbild zu sehen ist. Es ist ein entsprechender Seitenkanal vorhanden.
Dienstag dieser Woche sind wir gebeten worden den Zahn 17 einer 20-jährigen Patientin mit asiatischen Wurzeln final zu behandeln. Ihr Hauszahnarzt (gleichzeitig auch ihr Chef) hatte vor einiger Zeit mit der Therapie begonnen, nachdem der Zahn u.a. aufgrund einer ausgeprägten vestibulären Karies pulpitisch geworden war…
Prä-op nach alio loco begonnener Behandlung
die intrakanaläre Anatomie stellte sich dabei wie eine Art Schultüte dar.
Das apikale Foramen war sehr gut einsehbar.
Aufgrund des Durchmessers entschied ich mich für einen apikalen MTA plug.
Nachfolgend dieser Behandlungsschritt in bewegten Bildern…
Im der letzten Monat hatten wir eine heftige Blutung an einem Frontzahn 22 nach einer Natriumhypochloritspülung kurz vor der geplanten Wurzelfüllung. Die Blutung verlief derartig heftig, daß wir diese nicht so stillen konnten um die WF durch zuführen. Der Patient hatte dabei kurz Beschwerden im Sinne eines Elektroimpulses. Wir verwenden NaOCl in 3% Lösung, die Irriflex Spülkanülen und zur Aktivierung den Eddy. Da wir in diesem Fall Totalfill BC Sealer verwenden wollten ist die Natriumhypochlritspülung die Abschlußspülung. Die Irriflex war auf Arbeitslänge – 1mm eingebracht und es wurde ohne Druck gespült. Nach ca. 10 Sekunden verspürte der Patient den kurzen Schmerz und zeitgleich entstand die Blutung. Nach einer CaOH Einlage vereinbarten wir einen neuen Termin.
Der Zahn zeigte kein extrem großes apikales Foramen, die Aufbereitung erfolgte bis #35, AL -0,5mm.
Was könnte die Ursache für die Blutung gewesen sein, wenn man auf korrekt eingestellter AL spült und kein großes apikales Foramen hat?
Über die unterschiedlichen Endo-Handstücke habe ich hier und hier schon berichtet. Heute möchte ich die verschiedenen Geräte in ihren Eigenschaften näher beschreiben und gegenüberstellen.
Handstück 1 VDW Connect Drive „Artos“ Dentsply X-Smart IQ „Porthos“
Das erste seiner Art. Und eine Offenbarung, als es endlich auf den Markt kam. Denn bis dahin war es keinem Hersteller gelungen, einen funktionierenden kabellosen Antrieb für die Reziprok-Bewegung auf den Markt zu bringen. Das Problem für ein solches Akku- Gerät ist es, die ausreichende Leistung bereit zu stellen. Diesbezüglich ist das formschöne (IF Design Award 2016) und mit wertiger Haptik daherkommende Handstück bis heute unerreicht. Es ist kraftvoll und vibrationsarm (dem Punkt kommt später noch eine besondere Bedeutung zu).
Angesteuert wird das Gerät via Ipad-App. Das sieht cool und modern aus. Beeindruckt am Messestand.
Im Alltag erschwert es aber eher das Arbeiten. Umständlich. Dann der Hygiene-Aspekt. Am problematischsten jedoch – bei mehreren simultan betriebenen Geräten kommen sich die Geräte in ihrer Ipad-Anbindung in die Quere. Und auch im Alleinbetrieb bricht die Verbindung Ipad <=>Handstück immer mal wieder zusammen. Weshalb wir relativ schnell dazu übergegangen sind, die Handstücke im einmalig festgelegten Modus zu verwenden und auf die Tablets gänzlich zu verzichten.
Für reziproke Instrumente funktioniert das. Weil alle Instrumente mit einer einzigen Parameter- Einstellung betrieben werden.
Für rotierende Instrumente klappt das nicht. Bedeutet – Diese Motoren – wir haben 3 davon in Benutzung – sind einzig und allein den VDW Reciproc und den Maillefer WaveOne Gold-Instrumenten vorbehalten.
Die schlechte Nachricht – Die VDW Connect Drive/Dentsply X-Smart IQ Motoren sind nicht mehr im Handel erhältlich. Einen Nachfolger aus dem gleichen Konzern gibt es bislang nicht.
Warum ??? Zu oft defekt möglicherweise ? Wir hatten noch Glück im Großen und Ganzen. Nur selten mussten wir die Handstücke zu VDW zum Service geben. Batteriekapazität erschöpft, defekte Ladestecker, Risse im Gehäuse waren unsere Reklamationsgründe. Ich kenne aber Kollegen, bei denen die Handstücke wesentlich öfter als bei uns in Reparatur waren. Ein großes bis sehr grosses Ärgernis.
Handstück 2 Morita TriAuto ZX 2 „Aramis“
Zum Morita TriAutoZX 2-Gerät bin ich auf Umwegen bzw. um ein paar Ecken herum gekommen. Dabei spielte weniger die Tatsache eine Rolle, das wir trotz aller Sympathie für die „reziproken“ Instrumente Reciproc und WaveOne Gold auch vollrotierende Nickel- Titan-Instrumente einsetzen, denn für diesen Zweck haben wir eine ganze Reihe akkubetriebener Motoren in der Praxis griffbereit. Vielmehr benötigte ich einen Motor, der es erlaubt, ein reziprokes Instrument im Linkslauf vollrotierend zu bewegen. Das nutze ich nämlich, um Calciumhydroxid-Einlagen aus dem Kanal herauszubefördern.
Das formschöne (German Design Award 2019) und mit wertiger Haptik einherkommende Morita-Handstück kann genau das. Es lässt ich dank eines integrierten Displays gewissermaßen „on the fly“ während der Behandlung umschalten. 8 verschiedene individuell einstellbare Modi sind möglich. Geschwindigkeit, Drehmomentgrenzwert, Rechts/Linkslauf und diverse Apexlokator-Funktionen lassen sich auswählen und festhalten. Die Längenmess-Funktion nutze ich nicht. Dafür aber zwei besondere Motor-Funktionen mit Alleinstellungsmerkmal, die ich nicht mehr missen möchte. Die OTR (Optimum Torque Reverse) -Funktion als smarte „Sicherheits“-Funktion, sofern eine bestimmte Drehmoment- Grenze überschritten wurde. Ich nutze diese Bewegung entgegen ihrer ursprünglich zugedachten Rolle zur zielgerichteten apikalen Präparation von Wurzelkanälen. Und damit bildet das Morita TriAutoZX 2 eine gute Synthese aus vollrotierend und reziprok. Gewissermaßen das Beste zweier Welten. Im Normalfall wird das Instrument vollrotierend arbeiten und dadurch können die als Folge der Aufbereitungsarbeit entstandenen Dentinspäne durch den Förderschneckeneffekt der Schneidspirale nach koronal aus dem Kanal herausbefördert werden. Wird der instrumentenspezifische Drehmomentgrenzwert überschritten, wechselt das Handstück in eine Vor/Zurück-Rotation. Entlastet man dann das Instrument, indem man den Druck auf das Handstück reduziert, so wechselt der Motor wieder in die Vollrotation. Behält man hingegen die Druckbelastung bei, ohne das Instrument zu stark in den Kanal hineinzupressen, so sucht sich das Instrument wie von den reziproken Instrumenten gewohnt, von selbst seinen Weg nach apikal. Kurze Druckreduktionen von Zeit zu Zeit ermöglichen den automatischen Dentinabtransport, weil das Handstück wieder in den Vollrotations-Modus zurückkehrt. So kann man sich schrittweise nach apikal vorarbeiten.
Für die dünnen NiTi – Instrumente zur initialen maschinellen Erschliessung des Wurzelkanals nutze ich hingegen fast immer die OPG (Optimun Glide Path)-Funktion des Motors.
Was ist das? Kurz gesagt – eine richtige Reziprok-Funktion, demnach eine reine Hin und Her-Bewegung, die zum Ende eines Präparationszykluses das Instrument ein wenig aus dem Kanal herausrotiert. Dadurch lässt sich ein Festfressen der Instrumente zu verhindern, auch dieser Punkt wird später, im nächsten Teil dieser Artikelreihe, noch bedeutsam sein. Nur mit der OGP-Funktion lassen sich maschinelle Gleitpfad- Instrumente wirklich bruchsicher einsetzen.
Ein wichtiges Feature und aus meinem Behandlungsworkflow nicht mehr wegzudenken.
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Sicher hätte man die Brücke von 11-23 bei dieser 74-jährigen Patientin entfernen können, um die Wurzelschraube herauszulösen. Und ja: der Randschluss der Krone an 11 ist nicht ideal.
Andererseits wird die Konstruktion noch ein Weile in situ sein, sofern die endodontische Behandlung langfristig Erfolg zeigt.
Schwierig war der Umstand, dass die Achse der Schraube und die der Krone nicht kongruierte.
Die Überlegung war daher zunächst den koronalen Teil der Schraube vom eigentlichen Gewinde zu trennen und dann die Schraube zu lösen.
Mit einem diamattierten FG-Schleifer und der U-File gelang dieses. Nun konnte der verbliebene Schraubenanteil von den vier Retentionsarmen „befreit“ werden, die die Schraube noch am Drehen hinderten.
Der Rest war dann recht simpel. Schraube entfernen per Ultraschall und die durch eine arretierte interne Resorption entstandene Lagune und dan apikalen Kanalanteil desinfizieren.
Ärgerlich, dass es mir nicht gelungen ist, die Obturation so perfekt blasenfrei zu realisieren, wie das Einbringen der medikamentösen Einlage.
Dass die Obturation kürzer erscheint, als das radiologische Ende der Wurzel, hängt mit der Lage des Formates an der schräg anresorbierten Wurzel zusammen.
Ende letzten Jahres ( November 2021) haben wir den Fotona Skypulse Versa bestellt. Lange Zeit waren wir sehr zurückhaltend in Anschaffung eines Er:YAG Lasers. Der Nutzen erschien uns nicht angemessen. In den letzten Jahren haben sich einige Veränderungen ergeben, so daß wir das Thema aufmerksamer betrachteten. Ist diese Behandlungsoption ein Gewinn, eine Bereicherung? Das möchte ich aus meiner persönlichen Sicht in der kommenden Zeit eruieren und meine Erfahrungen in Wurzelspitze mitteilen. Was versprach ich mir? Eine Verbesserung der Kanaldesinfektion und Reinigung. Insbesondere in apikal nicht mehr mechanisch zu erreichender Strukturen im Revisionsfall, in stark obliterierten Kanalstrukturen und schwierigen Kanalanatomien eine ausreichende Desinfektion zu erreichen. Deshalb wanderte mein Augenmerk nur auf einen Er:YAG Laser.
Warum Fotona? Mich interessierten die in der Literatur erwähnten Verfahren PIPS® (Photon Induced Photoacoustic Streaming) und SWEEPS® (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) als Weiterentwicklung von PIPS®. Ich wollte nicht mit ähnlichen Einstellungen an anderen Lasern arbeiten, sondern die beschrieben Verfahren möglichst ohne Improvisieren umsetzen zu können.
Demnächst mehr zu diesem Thema und natürlich Fälle.
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Heute Nachmittag kommt der gerade sieben Jahre alt gewordene Yannick zu uns.
Im Sommer sollte bei ihm ein Mesiodens entfernt werden.
Leider stellte sich intraoperativ heraus, das eine andere Zahnanomalie vorlag…
aber sehen und lesen Sie selbst…
hier ein Auszug des behandelnden Chirurgen:
“ In Regio 21 stellte sich zunächst palatinal der Verdacht auf eine überzählige Zahnanlage dar.
Beim Versuch der Entfernung am 13.06. zeigte sich eine Verschmelzung mit dem Zahn 21
Somit wurde der palatinale Anteil zu zwei Drittel abgetragen. Hierbei wurde die Pulpa punktförmig eröffnet. Es erfolgte eine direkte Überkappung mit Kerr Life und Aufklärung der Mutter über die besondere Situation.
Wie gestern (16.11.2022) mit Frau Kollegin xxx besprochen ist nun eine endodontische Behandlung des Zahns vorgesehen.
Für Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.
Der heutige Fall ist ein Beispiel dafür, was die menschliche Natur alles erträgt.
Unerwartet besuchte die Patientin uns, nach 2013 wieder. Sie hatte wieder ein Zahnproblem, wie sie sagte. Sofort hatte ich die Behandlung aus dem Januar 2008 vor meinen Augen. Einer der Fälle, der Demut lehrte und fast sofort zu Schweißausbrüchen führt. Wie kam es dazu?
46 sollte entfernt und ein Implantat gesetzt werden. Der HZA konnte den Zahn nach der endodontischen Behandlung nicht verschließen, ohne daß die Patienten Beschwerden bekam. Dazu kam eine vollständige Obliteratione in der mesialen Wurzel laut Röntgenaufnahme. Der Kieferchirurg fragte bei uns nach, ob es eine Chance gebe 46 zu erhalten. DemKollegen erklärte ich, daß man unter mikroskopischer Kontrolle das gebildete Reizdentin erkennen würde und damit die Erschließung der Kanalstruktur möglich wäre. Daraufhin wurde uns die Patientin überwiesen und es kam zur Behandlung. Ein DVT gab wir nicht und war zu dieser Zeit auch noch nicht Usus.
Im koronalen Drittel der mesialen Wurzel konnten wir die obliterierten Strukturen nachverfolgen. Im mittleren Wurzeldrittel konnte ich nur noch wenig erkennen. Damals arbeitete ich mit einem Kaps SOM 32 in Halogenlicht. Das Xenonlicht war in der Reparatur, da es Tage zuvor mit lautem Knall ausgefallen ist… Kraft meiner Wassersuppe traute ich mir die Behandlung trotzdem zu. Um eine Perforation zu vermeiden versuchte ich durch das einbringen von Guttapercha aus der Obturapistole die ungefähre Lage zu erkennen und ein Perforation auszuschließen. in mehreren 2-3h Sitzungen ertastete ich mich so bis in die Nähe des apikalen Wurzeldrittels. Nach jeder Behandlungssitzung war ich schweißgebadet und verfluchte innerlich meine Aussage zur kontrollierten Aufbereitung obliterierter Kanäle und das defekte, fehlende Xenonlicht.
Die mesialen Kanäle habe ich mit ProRoot MTA gefüllt, ich war mir nicht mehr sicher ob ich nicht doch eine Stripperforation erzeugt hatte. Distal erfolgte die WF mit Guttapercha in modifizierter Schildertechnik. Toll war das Ergebnis nicht und demutsvoll erstatte ich meinem chirurgisch tätigen Kollegen Bericht.
Was würde ich heute machen? 1. Nie ohne 3D Röntgen eine Molarenrevision, schon gar nicht mit obliterierten Kanalstrukturen! 2. Ohne apikale Veränderung (im DVT), nicht einen derartigen Substanzverlust erzeugen. ( Vor allem im koronalen Wurzeldrittel!!) 3. Nie ohne lichtstarke Beleuchtung am Mikroskop arbeiten und entsprechend lichtstarke Spiegel verwenden. 4. Immer eine zurückhaltende realistische Prognose abgeben.
Niemals hätte ich erwartet, daß der Zahn so lange funktioniert – ohne Infraktur. Eine tiefe Verbeugung vor der biologischen Standhaftigkeit der Zahnsubstanz.
Die Patientin kam ein Jahr nach der Behandlung von 46 auch mit dem 36 zu uns. Diesen haben wir auch „recallt“ nach 13 Jahren.
Man möge mich altmodisch nennen, aber ich habe bisher – die Endodontie betreffend – immer einen grossen Bogen um die stattliche Anzahl an Produkten aus dem Reich der Mitte gemacht, die sich mittlerweile im deutschen Markt tummeln. Ich habe nichts grundsätzlich gegen Produkte aus China. Man denke nur an die vielen Apple-Geräte, die seit ewigen Zeiten bei mir in Haus und Praxis ihren Dienst verrichten. Und wer glaubt, dass in China produzierte Waren mit den Produkten der sogenannten ersten Welt grundsätzlich nicht mithalten können, dem sei einmal ein Besuch dortiger moderner Fertigungsstätten empfohlen. Die in diesem unserem Lande vorhandene Arroganz, das am deutschen Wesen und mit deutschen Fabrikaten die Welt genesen werde, wird schlagartig der Erkenntnis weichen, das WIR uns mittlerweile ganz weit hinten anstellen müssen, weil uns die sogenannte gelbe Gefahr schon längst locker überholt und in die Tasche gesteckt hat.
Das gilt im Übrigen nicht nur für China. Sondern für viele Länder Asiens. Schon mal in den letzten 10 Jahren ein Fahrrad gekauft ? Da steckt nämlich fast immer „Made in Taiwan“ drin. Japan und Südkorea ? Hält man sich deren Attitude des „Gescheit und Entschlossen Anpacken“ vor Augen – wie sie dort an den Tag gelegt wird, wie wir diese auch mal – in den 50 bis 80er Jahren des letzten Jahrhunderts allerdings – vorweisen konnten, muss man realistischerweise selbstkritisch reflektieren: Wenn es hart auf hart kommt…sind wir hoffnungslos im Hintertreffen.
In der Endo hatte ich aber bislang den Eindruck, das man dort noch nicht über das Stadium des „Äusserlich Kopieren, was dann wirklich drin steckt, ist nicht so wichtig und geht niemanden was an“ – hinausgekommen ist. Billige Kopien, die allerdings zumindest rein äusserlich dem Original auf den ersten Blick ähnlich sahen. Was ich in dem Zusammenhang vor Jahren auf der IDS gesehen hatte, liess mich vor meinem geistigen Auge die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Wenn es um das professionelle Arbeiten geht, dann zahlt es sich nicht aus, das Risiko einzugehen, eine vermeintlich günstige Kopie dem bewährten Produkt vorzuziehen.
Ganz egal, wieviel weniger die Kopie kostet.
Zahnärzte (m/w/d) lasst euch nicht von den scheinbar möglichen Einsparungen verleiten.
Was nützt die billigere Endo-Feile, wenn diese im Wurzelkanal frakturiert ? Was nützt ein noch so günstiger Apex – Lokator, wenn dieser Fehlmessungen produziert, aus denen dann falsche Arbeitslängen resultieren ?
Wer wenig Geld hat, der kann es sich nicht leisten, billige Sachen zu kaufen. Wer hat das gesagt? John Ruskin ? Recht hat er, der Mann.
Ich denke, meine Gedankengänge die Gemengelage betreffend, sind nun hinreichend dargelegt.
Warum also schreibe ich das Alles ? Seit Mai diesen Jahres setze ich nun wider allen Einführungen routinemäßig mein erstes China Endo-Gerät in der Praxis ein. Wie kam es dazu ? Stefan Ernst, Geschäftsführer der abaVital GmbH hat mich kontaktiert, ob ich nicht einmal Eightteeth-Geräte ausprobieren möchte…
Mit ihm war ich über nun schon etliche Jahre hinweg in losem Kontakt. Weil ich sehr lange nun schon mit den ebenfalls von ihm vertriebenen hygiene-fähigen Purekeys-Tastaturen und Computermäusen arbeite.
Ich hatte – der Blick ins WURZELSPITZE Archiv gibt Auskunft – 2014 eine ganze Reihe unterschiedlicher sogenannter hygienefähiger Tastaturen ausprobiert. Davon gibt es etliche, aber besagte Hygienefähigkeit geht fast immer mit suboptimalen bis grottig schlechten Schreibkomfort einher.
Herausragend diesbezüglich und zwar mit grossem Abstand die lobenswerte Ausnahme- die Purekeys -Tastatur. Und ich kann sagen, das nach nunmehr 7 Jahre diese Tastaturen nachwievor ohne Ausfälle ihren Dienst verrichten. Tolle Hilfsmittel !
Grosse Vorschusslorbeeren also erstmal. Beziehungsweise die Hoffnung, das es sich mit den von Stefan Ernst beworbenen Eigthteeth – Geräte genauso positiv darstellt.
Was sehr schön wäre. Weil sich einige unserer Endo-Motoren zumindest im Feldtest als nicht ausreichend langlebig und sehr reparaturintensiv erwiesen hatten. Und ich hatte noch Glück diesbezüglich. Andere Nutzer berichteten über kurzfristige Ausfälle und einem wenig kundenorientierten After Sale-Service des Herstellers.
Auch wenn ich persönlich diesbezüglich nichts Nachteiliges berichten kann, so beunruhigt mich der Umstand, das die Produktion eines meiner Lieblings Endo-Motoren mittlerweile eingestellt wurde. Und kein Nachfolgemodell in Sicht ist. Ein Totalausfall der Motoren wäre der GAU für uns. Stützt sich doch die Ergonomie unseres endodontischen Arbeitens auf den Einsatz multipler akkubetriebener und damit kabelloser Aufbereitungsmotoren, sowohl für die vollrotierende wie für die sog. „reziproke“ Aufbereitung.
Der Eighteeth E-connect S als kabelloser Endomotor erfüllt diese Voraussetzungen. Mehr noch, er enthält darüber hinaus integriert noch einen Apex- Lokator zur elektrometrischen Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge.
Um es vorweg zu nehmen. Ich nehme ihn nur zur Aufbereitung, nicht zur Längenmessung. So wie ich es mit allen meinen Aufbereitungsmotoren, die eine interne Apex-Lokator-Messmöglichkeit boten, ebenfalls gehandhabt habe.
Eingesetzt haben wir den Motor mit unseren WaveOne Gold- und Reciproc-Instrumenten. Und antreten musste dieser gegen die von uns reziprokierend eingesetzten Platzhirsche von VDW und Maillefer. Den Dentsply Sirona X-Smart IQ und den VDW Connect Drive. Sowie gegen das Morita TriAuto ZX 2 für die vollrotierend eingesetzten Instrumente.
Ein unfairer Vergleich ? Äpfel mit Birnen verglichen ?
Bekommt man doch gleich zwei Eighteeth E-connect S zum Preis eines der gerade aufgeführten Premium-Hersteller – Varianten. Und da ist noch gar nicht berücksichtigt, das die WURZELSPITZE-Leser mittels Gutscheincode ABAVITAL von Herrn Ernst 5% auf alle Angebote von Eighteeth erhalten. Sofern bei EINFACHDENTAL (einfachdental.de) bestellt wird, hierzu muss die Bestellung per Mail an info@einfachdental.de erfolgen.
Wie also schneidet der vermeidliche Underdog ab ??? Das Resümee in einem knappen Satz: Die Motoren haben sich bewährt. WUMMS. Werden routinemäßig von uns eingesetzt. DOPPEL-WUMMS.
Aber – weder den Eightteeth- noch den Geräten von Dentply/Sirona oder Morita wird Gerechtigkeit angetan, wenn ich meine Erfahrungen auf diese wenigen Sätze reduziert zusammenfasse.
Was braucht es ? Eine differenzierte Betrachtung, die Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen in fairer Weise berücksichtigend.
Nächsten Dienstag ist es soweit.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Das beschriebene Eighteeth- Gerät wurde mir kostenlos für den Praxistest zur Verfügung gestellt.
Insuffiente Erstversorgung nach Frontzahntrauma. Kunststoffschiene herausnehmbar für einige Wochen als Splint. Irgendwann Pulpanekrose 22 und externe Resorption mit durchgehendem Knochendefekt. Ankylose des 21 mit knöcherner Ersatzresorption und externer Wurzelresorption nach Horizontalfraktur der Wurzel.
Wie es hätte gehen können zeigt 11. Horizontalfraktur mit teils knöcherner, teils bindegwebiger Ausheilung.
Hier ein Fall aus der Kategorie – Kein Kanal- von gestern.
Bei der heute 43jährigen Patientin wurde der retiniert und verlagerte 23 vor vielen Jahren aufwändig kieferorthopädisch eingestellt. Leider zeigte sich vor einiger Zeit, dass der Zahn eine ausgeprägte apikale Parodontitis entwickelt hatte.
Der (mutige) Trepanationsversuch der Zuweiserin brachte leider nicht den gewünschten Erfolg.
Zur weiteren Behandlung wurde die Patientin schlussendlich an uns verwiesen.
Nachfolgend einige Impressionen der gestrigen 60-minütigen Behandlung…
Röntgenbild alio loco vor BehandlungsbeginnIntraoperatives Röntgenbild – alio locoKlinische AusgangssituationKleinflächige Perforation distalBlick in Kavität mit erkennbarer ObliterationBlick in Kavität nach Trocknung Kanaleingang nach initialer DarstellungInitiale PräparationNach fertiger Präparation – sollte die weitere koronal befindliche Obliteration entfernt werden? Masterpoint-Aufnahme nach Präparartion bis 35.06
Diese beide Unterkieferprämolaren (Zahn 45 und Zahn 34) sind zeitgleich bei uns in der Praxis letzte Woche aufgetaucht. Einer davon ist ein besonderes Exemplar. Die Frage an die geschätzte Leserschaft – Welcher der beiden und was finden wir hier vor ?
Die häufig als retrograde Füllung verwendeten Zemente lassen sich mittels Ultraschall vorhersagbar zerkleinern. Auch wenn es mitunter viele kleine Partikel sind, die es zu entfernen gilt.
Bei einer retrograden Amalgamfüllung ist es jedoch wichtig, diese möglichst in großen Teilen zu entfernen, damit nicht viele Metallpartikel in das periapikale Gewebe verbracht werden.
Um da zu erreichen, kürze ich das Ende der Endosonore-Feile mit einem Seitenschneider ein klein wenig, um so eine sehr scharfe Kante zu erzielen.
Dann kann die retrograde Füllung in zwei >Teile geteilt werden, die dann ortsgrad geborgen werden können.
Schön zu sehen, dass das Recall eine knöcherne Konsolidierung der periapikalen Gewebe zeigt. Schade, dass es nicht gelungen ist, keine Partikel zu versprengen.
Nächster Rückschlag für das eRezept: Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) setzt die Einführung der elektronischen Verschreibung aus. Hierzu sehe man sich wegen der Haltung des Bundesdatenschutzbeauftragten gezwungen, teilte die KV am Donnerstag in Dortmund mit. Der Datenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) hatte im September sein Veto gegen den Plan zur Nutzung von Versichertenkarten eingelegt.
Westfalen-Lippe ist die einzige Pilotregion in Deutschland, in der das eRezept im großen Stil eingeführt werden sollte. Anfang September stiegen 250 Praxen ein, diese Zahl sollte schrittweise erhöht werden – dies geschieht nun aber nicht mehr.
Bisher kann man das eRezept nur über sein Handy beziehungsweise über einen Ausdruck abrufen. Für eine App braucht man eine PIN von seiner Krankenkasse – die bekommt man nur nach einer persönlichen Verifizierung vor Ort bei seiner Kasse oder in der Post. Offenbar ist vielen das Prozedere zu mühsam, Anträge für die PIN gab es nur wenige.
Bei der schleppenden Einführung kommt erschwerend hinzu, dass die Skepsis in der Ärzteschaft groß ist. In diesem Jahr wurden bisher nur rund 525.000 Digitalverschreibungen eingelöst. Zum Vergleich: Pro Jahr werden in Deutschland circa 500 Millionen Verschreibungen als rosa Zettelchen ausgestellt – der Anteil der Digitalverschreibung ist also verschwindend gering.
Auf freiwilliger Basis können in Deutschland zwar alle Praxen das eRezept anbieten, von einer flächendeckenden Anwendung ist das Produkt aber weit entfernt. Mit der Pilotregion Westfalen-Lippe sollte die Digitalverschreibung neuen Schwung bekommen – die dortige Kassenärztliche Vereinigung hatte sich bereiterklärt, die Einführung aktiv zu begleiten und Schritt für Schritt mehr Praxen einzubinden. Schleswig-Holstein sollte ebenfalls voranschreiten, brach dies bei Arztpraxen wegen Datenschutzbedenken zur geplanten Nutzung von SMS und E-Mails aber ab.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte hatte im Falle von Westfalen-Lippe befürchtet, dass es in der geplanten Form Datenmissbrauch in Apotheken geben könnte. Notwendige technische Nachrüstungen mit Updates für Konnektoren – also Routern – und die Apotheken-Software dauern wohl bis Mitte 2023. So lange wollte die KVWL nicht warten und zog nun die Reißleine.
„Bankrotterklärung für die Digitalisierung“
„Die Entscheidung des Datenschützers ist eine Bankrotterklärung für die Digitalisierung im Gesundheitswesen generell und speziell in der ambulanten Versorgung“, sagte KVWL-Vorstand Thomas Müller. Das angestrebte Ziel, dass 25 Prozent aller Verschreibungen von gesetzlich Versicherten elektronisch erfolgen, könne nicht erreicht werden.
Durch die Entscheidung des Bundesdatenschutzbeauftragten sei der angestrebte Fortschritt für Patienten, Ärzte und alle weiteren Beteiligten in Frage gestellt. „Wir fordern erneut eine rein digitale Lösung – nur dann kann eine Fortsetzung des Rollouts durch die KVWL erfolgen“, sagte Müller.
Die Gematik äußerte sich enttäuscht. Man bedauere die Entscheidung der KVWL, die Einführung des eRezepts vorläufig nicht weiter zu forcieren. Das eRezept werde aber bundesweit weiterhin genutzt, stellte sie heraus. Seit Anfang Oktober hätten mehr als 3700 Arztpraxen eRezepte ausgestellt, die in mehr als 9200 Apotheke eingelöst worden seien. Die Anzahl der für die App „Das E-Rezept“ ausgegebenen PIN sei zwar noch niedrig, aber Berichte von Patienten bestätigten die Vorteile des komplett papierlosen Wegs.
eRezept mit eGK „ab Mitte 2023“
Der Ausdruck von eRezepten soll 2perspektivisch die deutliche Ausnahme sein“, betont die Gematik. Die von der KVWL geforderte eGK-Lösung soll es demnach „ab Mitte 2023“ geben, heißt es. Zur Entwicklung einer dafür notwendigen technischen Lösung stehe die Gematik „im engen Austausch mit den Gesellschaftern, dem BfDI und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)“.
Mehr als 60 Prozent der gesetzlich Versicherten besäßen mitterweile eine moderne Gesundheitskarte. Es werde geprüft, „inwieweit niedrigschwellige Zugangswege den Versicherten den digitalen Übertragungsweg zugänglicher machen“.
Die nächsten Schritte für die bundesweite Einführung des eRezepts werden die Gesellschafter der Gematik – neben dem Mehrheitseigner Bundesgesundheitsministerium auch Interessenorganisationen aus der Gesundheitsbranche – bei einer ihrer nächsten Versammlungen abstimmen. Das Ziel einer flächendeckenden Einführung im Jahr 2023 bleibe bestehen, so die Gematik.
Die Umstellung von Papierrezept auf Digitalverschreibung ist ein Großvorhaben im deutschen Gesundheitswesen, das bereits Startprobleme hatte. Ein Pilotprojekt in Berlin-Brandenburg verlief im vergangenen Jahr weitgehend im Sande, eine bundesweite Testphase begann später als geplant. Die eigentlich für Januar 2022 vorgesehene Pflichteinführung wurde abgebrochen. Die freiwillige Einführung mit Pilotregionen, wo die Motivation in der Ärzteschaft relativ hoch ist, entwickelt sich nun ebenfalls zum Rohrkrepierer.
Der Stopp kommt allerdings nicht überraschend: Die Vertreterversammlung der KVWL hatte bereits beschlossen, dass die KVWL aus der Einführungsphase aussteigt, sollte die Einlösung des eRezepts über die elektronische Gesundheitskarte bis Ende November nicht möglich sein. Im Interview mit dem änd hatte KV-Vorstand Müller Ende Oktober betont, dass diese Entscheidung bindend sei – und zugegeben, dass er eine Lösung in diesem knappen Zeitrahmen für unwahrscheinlich hält.
KBV spricht von richtiger Entscheidung
KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel bezeichnete die Entscheidung der KVWL am Donnerstag als „konsequent und richtig“. Nun müsse die Gematik eine mit dem Datenschutz kompatible eGK-Lösung finden. Dies könne ein oder zwei Quartale dauern. „Dann kann das Projekt mit umso mehr Verve in die Fläche gebracht werden“, so Kriedel in einem Videostatement:
Gegossene Stiftaufbauten entferne ich am liebsten mit dem Thomas-System.
Weil es so vorhersagbar ist.
Im Falle dieses unteren seitlichen Schneidezahnes jedoch musste ich mehrere Register ziehen.
Zu Beginn lief alles nach Plan. Der Stift wurde zunächst im Umfang reduziert und dann mit dem Trepanbohrer im koronalen Anteil zum perfekten Zylinder umgeformt. Nachfolgend konnte dann der Gewindeschneider aufgeschraubt werden.
Bereits die zur besseren Kraftverteilung eingebrachte Silikonscheibe ließ an der Überlappung der freien Enden erkennen, dass der Abstand zwischen 33 und 31 so klein war, dass die nun noch benötigte Spreize nicht eingesetzt werden kann, ohne Gefahr zu laufen, den grazilen 31 zu beschädigen.
Also galt es nun, die Zementfuge mittel Endosonore- Feile zu desintegrieren und dann mit einem dickeren Ultraschallansatz den Stift zu lockern. Zwar fing er an zu zittern, wollte aber partout nicht aus dem Kanal heraus. Dann schlug die Stunde des Gewindeschneiders zum zweiten Mal. Kurz aufgeschraubt hielt ich wenige Sekunden später den Stiftaufbau und er Hand.
Nach Entfernung aller Obturationsmaterialien wurde das apikal weite Foramen nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA verschlossen. Das mittlere Drittel wurde in Squirting-Technik gefüllt. Abschliessend wurde eine Glasfaserstift adhäsiv eingesetzt und die provisorische Krone eingesetzt.
Und hier noch unserer jüngster Fall aus der obigen Rubrik.
in diesem Fall kommt „erschwerend“ hinzu, dass es sich bei dem Patienten um einen zahnärztlichen Kollegen (in Weiterbildung zum Kieferorthopäden) handelt.
Der Zahn würde in seiner vormaligen Praxis von seinen beiden Chefs „anbehandelt“. Leider gelang es nicht eine Gängigkeit des Kanalsystems zu erzielen…
Der Patient selber brachte die Möglichkeit des kieferorthopädischen Lückenschlusses
Bisher habe ich an meinem Büro einen Applecomputer (Mac Mini) benutzt, der in 2 Welten zu Hause war. Die Macumgebung eignete sich sehr gut um Präsentationen und Vorträge zu gestalten, die Windowsumgebung war notwendig um Abrechnungssoftware, Röntgensoftware und ähnliche zahnarztspezifische Programme zu nutzen. Das lief alles ganz gut bis Windows 10 kam. Nichts wurde besser, nur anders und vor allem langsamer.
Der Mac Mini 2012 (2,3 GHz Intel Core i7, (GB RAM) geht bei der Nutzung von i-Dixel unter Parallels in die Knie. Fehlermeldungen treten auf und i-Dixel konnte nur noch in der Webversion genutzt werden. Der Umgang damit ist zwar ähnlich der Origonalsoftware, aber nicht ganz gleich, so daß der Workflow leidet. Dank i-Dixel Web konnte ich etwas abwarten und beobachten, was sich an neuen Dingen in Cupertino tat.
Mein Wunsch war mehr Power und einen möglichst energieeffizienten Rechner.
Der Mac Studio mit dem M1 Max Prozessor und 32GB RAM geriet in mein Blickfeld und wir haben diesen bestellt. Parallels haben wir auf die Version 18 aktualisiert und danach die vorgeschlagene Windows 11 ARM Version installiert. Die bisherige Windows 10 Version funktioniert mit den neuen M1 Prozessoren (ARM) nicht. Das gelang überraschend gut. Man muss sich nur an die vorgegebenen Schritte von Parallels halten. Danach haben wir Dampsoft installiert und zusätzlich unsere Carestream Software Version 6.14.7.3. Zuvor wurde den Mac Studio ins Praxisnetzwerk integriert. Carestream haben wir nur zur Bilddarstellung ohne Sensor installiert und es lief einwandfrei. mir erschien es deutlich schneller als in der Version auf dem betagten Mac Mini. Dampsoft zeigte keine wirklich erkennbaren Schnelligkeitsvorteile, was aber sicher auch an unserer 1GB Netzwerkumgebung liegt. Der Mac Studio ist mit 10GB Ethernetschnittstelle ausgerüstet und zu mehr Datendurchsatz in der Lage. Windows 11 ARM schien gebremst zu laufen. Besonders aufgefallen sind Grafikprobleme im Zusammenspiel mit Dampsoft im Coherence Modus. Es blieben Rahmen der Macumgebung stehen und behinderten die Darstellung im Windowsfenster. Das war sehr störend. Von Morita bekamen wir zudem diese Info: Die i-Dixel Hauptsoftware ist nur für x86 Prozessoren freigeben.
Parallels nutzt in der einfachen Version allerdings nur 4 Prozessorkerne und max. 8GB RAM. Dazu braucht man keinen Mac Studio mit 10‑Core CPU und 32 GB. In der Businessedition ist mehr Leistung einstellbar, jedoch ist Parallels dann nur im Jahres- ABO erhältlich. Ob die Leistung dann deutlich besser wird kann ich nicht sagen.
Wir haben uns letztendlich gegen ARM Prozessoren entschieden.
Wahrscheinlich werden bald web-basierte Softwareversionen unserer Abrechnungssoftware erscheinen. Dann werden Betriebssystem Emulationen uninteressant. Wir haben einen iMac im Refurbished Store mit Intelprozessor gekauft und konnten damit noch mal die Entscheidung Mac oder Windows heraus schieben.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen bzw. die Art der Zuwendung explizit benennen.
Über meine Gedanken, die Sinnhaftigkeit und im Falle meiner Praxis die Notwendigkeit eines konsequenten Recalls betreffend, habe ich hier nachgedacht.
Und bin zu folgender Entscheidung gelangt: Wir werden alle Recalls eines bestimmtem Zeitraumes an einem einzigen Tag (bzw. Vormittag) im Monat, konkret bei uns ein Freitag vormittag von 8- 12 Uhr, zusammenfassen.
Vorausgegangen war eine betriebswirtschaftliche Analyse. Mit einer, nein mit zwei fetten Überraschungen.
Ad 1: Der Recall mit allen seinen in Rechnung zu bringenden Leistungen bringt 55 Euro beim GOZ – Patienten. Und beim scheinbar defizitär entlohnenden BEMA – Patienten? Rund 52 Euro.
Wo ist er hin, der vielleicht ehemals vorhandende, offensichtlich längst dahingeschmolzene, aber nachwievor von den Medien kolportierte und in den Köpfen der Politik und bundesdeutschen Öffentlichkeit im Gedächtnis unauslöschlich verankerte, scheinbar so enorme Vorteil eines PKV-Patienten gegenüber seinem armen Kassen- Analogon.
Ad 2: Es sollte möglich sein, bei entsprechender Organisation der Behandlungsabläufe, den Recall-Tag betriebswirtschafltich rentabel zu gestalten. Was zu beweisen wäre…
Ermutigt hierzu haben mich die durchweg positiven Erfahrungen, die wir im Rahmen der Einführung unseres UDB-Tages gemacht haben. UDB steht für Untersuchung, Diagnose, Beratung und seit ein paar Jahren nun schon ist hierfür der Mittwoch bei uns reserviert. An diesem Tag wird nicht endodontisch behandelt. Sondern es werden ausschließlich neue Patientenfälle angenommen. Die Beschränkung auf diese eine Tätigkeit hat die Effizienz unseres Arbeitens an diesem Tag definitiv erhöht und zudem die eigentliche endodontische Behandlung an den anderen Tagen ruhiger, strukturierter und damit ebenfalls noch effizienter werden lassen. Ausserdem zeigt sich am Ende eines UDB- Tages, ob man auch diese scheinbar defizitäre Verrichtung in ein finanziell akzeptables Konstrukt überführen kann. In anderen Worten , auf den Punkt gebracht, UDB soll, muss und kann sich lohnen.
Und genau dies möchte ich auch mit dem Recall-Tag beweisen.
Die Idee, 3 Behandlungszimmer, 3 Patienten pro 15 Minuten.
Nächste Woche werde ich berichten, wie es uns ergangen ist…