Wie sich die Aufnahmen ähneln…

Von Bonald Decker

Bei der ersten Betrachtung dieses alio loco angefertigten Röntgenbildes hatte ich ein kurzes Déjà-vu.

Prä-op

Prä-op

Die Aufnahme mit den Befunden erinnerte mich stark an diesen zurückliegenden Fall (inkl. Teil II und Recall ).

Tatsächlich waren eine Reihe der „Parameter“ sehr ähnlich. Als entscheidender Unterschied zu dem vorherigen Bericht fand sich in diesen Fall jedoch (zum Glück) keine Perforation des Kanalsystems.

Via falsa mit "beinahe-Perforation" bei zu weit bukkal angulierter Trepanationsöffnung

Via falsa mit „beinahe-Perforation“ bei zu weit bukkal angulierter Trepanationsöffnung

Wie zumeist fand sich der Eingang in das Kanalsystem deutlich weiter palatinal, als von dem Vorbehandler vermutet.

Abfolge der Kanaldarstellung

Abfolge der Kanaldarstellung

Nach Darstellung und initialer Katheterisierung des Kanalsystems erfolgte die weitere Behandlung in insgesamt zwei Terminen dann ohne weitere Besonderheiten.

post-op

post-op

Als Fazit bei einem solchen Oberkiefer-Frontzahn bleibt für mich:

„Sollte es bei Trepanation und Auffinden des Kanalsystems Probleme geben, empfiehlt es sich den Blick Richtung palatinal (statt bukkal) zu richten.“ 

prä-op vs. post-op

prä-op vs. post-op

Zukünftige Nachuntersuchungen müssen noch belegen, welchen Einfluss der deutliche Zahnhartsubstanzverlust durch die initiale „Kanalsuche“auf die langfristige Prognose des Zahnes hat.

Ich werde berichten…

Implantat versus Zahn – reloaded (I)

Von Bonald Decker

Nachdem ich 2010 bereits unter der Überschrift „Implantat versus Zahn“ über diesen ungleichen „Kampf“ berichtet habe, möchte ich dieser Thematik heute einen weiteren Beitrag widmen.

Aus aktuellem Anlass.

Die Überweisung des 63-jährigen Patienten erfolgte durch eine kieferchirurgische Praxis mit Bitte um Weiterführung der endodontischen Behandlung des Zahnes 24. Als Diagnose stand auf der Überweisung:“Infiltrat ausgehend von Zahn 24„.

Zwei Wochen zuvor war in der zuweisenden chirurgischen Praxis Regio 25 eine Implantation durchgeführt worden. Gut eine Woche später beklagte der Patient daraufhin eine Schwellung Regio 24 sowie eine erhebliche Aufbiss- und Perkussionsempfindlich des Zahnes 24.

Endo vs Zahn reloaded (I).001

Als sich der Patient erstmalig bei uns vorstellte waren die akuten Symptome durch die begonnene Wurzelkanalbehandlung (laut Zuweiser: Trepanation und medikamentöse Einlage) und die systemische Antibiotikagabe (quasi) abgeklungen.

Klinisch und radiologisch stellte sich die Ausgangssituation für uns initial wie folgt dar:

Antibiotika und

Nach Entfernung der provisorischen Füllung wurde schnell klar, dass der Zahn neben einer möglichen Schädigung durch die Implantation ein weiteres Problem in Form einer Perforation des Pulpakammerbodens aufwies.

Implantat vs Zahn

Die Mesialkippung des Zahnes hatte wohl eine Fehleinschätzung hinsichtlich der zu wählenden Lage der Trepanationsöffnung begünstigt. Die eigentlichen Orifizien fanden sich deutlich weiter distal…

Als bisher positiv anzumerken ist, dass mittels endometrischer Längenmessung kein Anhalt für eine mögliche (laterale) Verletzung der Wurzel durch die Implantation zu verifizieren war. Eine ferner zusätzlich angefertigte Röntgenmessaufnahme erlaubte keine aussagekräftige Beurteilung der Situation…

Unsere bisherige Therapie lautete daher: Darstellung und chemo-mechanische Reinigung der Kanalsysteme und Verschluss des (scheinbar) knöchern begrenzten Perforationsdefektes mittels MTA. Bei Beschwerdefreiheit ist der Abschluss der Behandlung mittels Wurzelkanalfüllung und adhäsiver Deckfüllung vorgesehen…

ich werde berichten..

Für den Patienten bleibt „festzuhalten“: „Ein Unglück kommt selten allein.“