Wissen was kommt und trotzdem Grenzen erfahren.

von Jörg Schröder

Dass ein präoperatives DVT die Behandlung komplexer Kanalstrukturen erleichtern kann wurde hier schon oft gezeigt.

In nachfolgendem Fall ist das mechanische Bearbeiten der Kanalsysteme aber so gar nicht so gelaufen, wie es am DVT sinnvoll erschien.

D verlief koronal stark eingeengt als einzelner Kanal nach apikal. Die dortige Aufgabelung wurde im DVT perfekt dargestellt.

Dennoch war es mir ohne massives Erweitern des Kanals nicht möglich gewesen, die apikale Aufgabelung rotierend zu instrumentieren. Fast 45 Grad vorgebogene Handinstrumente liessen sich nach einigem Üben zwar bis zum Foramen vorbringen, rotierenden Instrumenten – selbst vorgebogenen HyFlex-Feilen – war das nicht vergönnt. So musste ich mich mit der ProTaper-Handfeile S1 begnügen.

Mesial erschien es vom Verlauf der Kanalsysteme zunächst so, dass der Weg über ML der geometrisch einfachere zu sein schien. Praktisch konnte ich aber nur aus MB heraus bis zu einem der beiden Foramina vordringen. Denn auch die apikalen Anteile des MB und des ML zweigten nach der Konfluation wieder auf. MM konfluierte bereits im mittleren Drittel mit MB.

Frustrierend, wenn man den Verlauf „entschlüsselt“ hat und es trotz aller Mühen nicht schafft, die Aufzweigung zu instrumentieren. Das schall- und laserunterstützte Spülen scheint den Sealerspuren zufolge zumindest in D etwas bewirkt zu haben.

Mesial wird das Recall zeigen, ob es gereicht hat.

 

Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (IV)

Von Christoph Kaaden

Circa acht Monate nach dieser bzw. dieser Behandlung erfolgte heute ein weiteres Recall.

Zahn 21 reagiert weiterhin vital auf Kältestimulation.

Auch klinisch stellt sich die Situation erfreulich dar.

In weiteren sechs Monaten wissen wir mehr…

Wie verhalten ? (I)

Von Christoph Kaaden

Heute möchte ich Ihnen eine „Patientenanfrage“ vorstellen und Sie fragen, wie Sie sich verhalten würden (bzw. wie ich mich verhalten soll)…

Folgende SMS erhielt ich letzte Woche am Mittwoch Abend:

„Hallo Dr. Kaaden,kann es sein, dass Ihre Tochter Sophie bei meiner Tochter Sissi in der Klasse 4d ist? Habe gerade Ihren Namen ausgesprochen und meine Tochter meinte, dass eine Klassenkameradin genauso mit Nachnamen heißt…. 

Ich wollte Sie fragen ob meine Frau zu Ihnen in die Behandlung kann? Unser Zahnarzt wollte sie eigentlich zu Dr. XXX in Grünwald schicken, aber die Terminkoordination gestaltet sich etwas kompliziert… Sie hat eine Wurzelspitzenenzündung. 

Mit besten Grüßen AJ“

Als Hintergrund muss man ggf. noch wissen, dass beide unsere Töchter zu Beginn des laufenden Schuljahres die Schule gewechselt hatten…meine private Handynummer hatte der Patient, weil ich ihn vor circa einem Jahr behandelt habe und ihm in diesem Zug eine Nachricht geschrieben hatte.

Ich antwortete:

CK: „Hat Ihre Frau ein akutes Problem?“

Antwort AJ: “ Ja, sie nimmt seit 5 Tagen Clindamycin. Der Zahn ist bereits wurzelbehandelt. Das letzte Röntgenbild wurde vor einem Jahr gemacht“

Daraufhin habe ich der Ehefrau für den darauffolgenden Tag (=Donnerstag) einen Untersuchungstermin freigeräumt und bei dem Hauszahnarzt (ein Freund der Patientin und ferner ehemaliger Klinikkollege aus der Prothetik, der gelegentlich an uns überweist) für weitere Informationen kontaktiert.

Hier sein letztes Röntgenbild mit Erläuterung der Situation:

„Guten Morgen, 

Pat kommt heute zu Euch… 15 WF 2013 / 14 WF 2010. Zystische Aufhellung seit mehr als 3 Jahren bekannt und kommuniziert. Erhaltungswürdigkeit??? 

Das angefertigte DVT (Screenshots zu einem späteren Zeitpunkt) liess den Zahn 15 als ursächlich erscheinen (u.a. übersehenes palatinales Kanalsystem bei sehr tiefer Gabelung).

Ansonsten ergab die klinisch-radiologische Untersuchung keine besonderen Erkenntnisse. Auf der bekannten Schmerzskala gab die Patientin einen Grad 4 an…

wir vereinbarten einen Revisionstermin für die darauffolgende Woche.

Freitag früh um 7:09 erhielt ich dann vom Ehemann folgende SMS:

„Guten Morgen Dr. Kaaden,vielen Dank, dass der Termin für meine Frau so rasch geklappt hat. Sie hat seit gestern Abend leider unerträgliche Zahnschmerzen trotz Ibuprofen 800. Was könnten wir da machen? Beste Grüße AJ“

Da ich an diesem Freitag nicht in der Praxis war sondern u.a. (virtuelle) Vorlesungen an der Uni hielt schlug ich dem Ehemann vor, dass seine Frau als Erstmassnahme ein stärkeres Schmerzmittel nehmen sollte (Novalgin) und sich ferner an Ihren Hauszahnarzt und Freund wenden möge…

Um 13.56 dann diese SMS:

Hallo Dr. Kaaden. Das Novalgin schlägt bei meiner Frau leider nicht an. Kennen Sie irgendeinen Spezialisten wo meine Frau heute hingehen könnte? Unser Hauszahnarzt hat sich auf unsere Kontaktaufnahme nicht gemeldet. Beste Grüße AJ“

Was nun? Wie würden Sie sich verhalten?

Ich bin gespannt…

Recall

immer wieder laden wir von uns behandelte Patienten zu einem Recall ein.
Wirtschaftlich betrachtet ein Wahnsinn. ( ä1, Rö2 ). Die Patienten kommen mitunter nicht, sagen nicht ab und man hat eigentlich genügend Patienten die auf einen kurzfristigen Termin warten. Wir hofften mit einer SMS Erinnerung mehr zu erreichen. Diese hat sicher die Vergesslichen erinnert. Aber es gibt trotzdem noch einiges an Ausfällen.

Wir wissen nicht, warum der Patient nicht kommt.
Ist der Zahn entfernt, ist der Zahn so schmerzfrei, daß er vergessen wurde samt Termin, oder, oder, oder.
Wir lassen uns nun häufiger Röntgenbilder vom HZA zusenden und befunden diese. Ist häufig auch nicht optimal.
Nun schrieb uns ein Patient noch vor der SMS eine Mail:

Sehr geehrter Herr Dr. xxxx,
Sehr geehrtes Praxisteam,
ich habe am 24.11. um 8 Uhr 30 einen Kontrolltermin den ich absagen muss, ich befinde mich auf Montage in Brandenburg und kann den Termin nicht wahrnehmen. Ich bitte um Entschuldigung, möchte Ihnen auf diesem Wege noch mal herzlich für Ihre perfekte Arbeit danken, ich bin sehr froh das Sie mich von meinen Schmerzen befreit haben…..
DANKE
für Sie und Ihr Team alles Gute, bleiben Sie gesund.
Mit freundlichen Grüßen 

xxxx

Das ist eine Nachricht die uns freut und hilft auch wenn wir kein Röntgenbild haben werden. Deshalb werde ich zukünftig die Patienten, welche nicht kommen, bitten, uns mitzuteilen ob es Probleme gab oder gibt.
Hier der Fall.

Zahn 21, weit offener Apex, große apikale Aufhellung

Den heutigen Fall möchte ich vorstellen auf Grund unseres WURZELSPITZE Plus Live-Meetings vergangenen Mittwoch. Ein Thema, das ausführlich besprochen wurde, war das Handling von MTA im Zusammenhang mit weit offenen Apices, also zum Beispiel bei Zustand nach WSR oder Frontzahntrauma bei jugendlichen Frontzähnen. Handling des MTA ´s per se (Konsistenz, Applikation in den Kanal hinein), die Anwendung von intrakanalären Einlagen und der Einsatz von Kollagen als apikale Barriere kamen zur Sprache. Mit teils sehr konträren Vorgehensweisen. Viele Wege führen nach Rom. Viel aber auch ins Nirgendwo und der Talk bestätigte die Wichtigkeit der Idee, Behandlungsoptionen bis ins kleinste Detaill vorzustellen, damit der Zuhörer anschliessend in eigener Praxis erfolgreich das präsentierte „Rezept“ nachkochen kann.

Nachfolgend ein paar Röntgenbilder und Fotos zu einem Fall, den ich in der letzten Woche behandelt habe und der wunderbar zur Thematik passt.

Die 21 jährige Patientin, Tochter eines Klassenkameraden sucht auf Wunsch der Eltern am 15. Juni diesen Jahres mit der Bitte um Rat bezüglich der Entfernung der Weisheitszähne unsere Praxis auf. Im angefertigten OPG findet sich als Zufallsbefund der Zahn 21 mit ausgedehnter apikaler Aufhellung und Zahn 22 mit stark vorangeschrittener Wurzelresorption. Letzeres ist leidlich bekannt, weil zur Abschlussbesprechung der vor einigen Jahren durchgeführten KFO – Behandlung der behandelnde Kieferorthopäde die Patientin beiläufig darauf hinwies, sie würde vermutlich irgendwann mit diesem Zahn Probleme bekommen. Im Zahnfilm wie im 3D Röntgenbild zeigt sich eine ausgedehnte apikale Knochendestruktion, ein Trauma in der Jugend, den Zahn 21 betreffend, ist nicht bekannt, aber anzunehmen. Die endodontische Behandlung erfolgte bei uns zunächst am 23.06.2020 mit Eröffnung des Zahnes 21, initialer Wurzelkanalbehandlung, intensiver Spülung (schall- und laseraktiviert) sowie abschliessender Ledermix- Einlage und Cavitätenverschluss mit Teflon/Cavit/Glasionomerzement. Die telefonische Nachfrage am nächsten Tag ergibt Schmerzfreiheit und unauffällige Ergebnisse. Jedoch am 29.06. Wiedervorstellung, wegen Schmerzen und einer leichten vestibulären Schwellung in regio 21,22. Ich inzidiere, minimaler Pusabfluss. Am 03.08. erfolgt die geplante Weiterbehandlung, wie immer in solchen Fällen mit einer 16 wöchigen Calciumhydroxid- Einlage. Bei der Wiedereröffnung des Zahnes am 16.11. zeigt sich am Foramen apicale eine deutliche und erstaunlich feste Reossifizierung, die auch Manipulationsversuchen mit einem Terauchi-Instrument widersteht. Die WF in Form eines apikalen MTA – Verschlusses erfolgt in gleicher Sitzung. Eine Überpressung von MTA in den periapikalen Raum wird vermieden, ein Kollagenwiderlager ist nicht notwendig. Der Backfill mittels warmer Guttapercha und Sealer, von uns immer am Tag danach geplant, wird wegen Totalstillstand der Praxis (Saugmaschine defekt) dann am 20.11.2020 durchgeführt. Im WF- Kontrolle- Zahnfilm ist ein beginnende ossäre Reossifikation zu erahnen. Das Feedback der Patientin am Tag danach. Alles okay!

Kronen-Wurzelfraktur

von Jörg Schröder

Kronen-Wurzelfrakturen gehören für mich mit zu den herausforderndsten Behandlungen im Bereich der dentalen Traumatologie. Zum einen, weil die davon betroffenen Patienten zumeist recht jung sind und zum anderen weil uns diese Patienten häufig erst mit deutlichem Zeitverzug aufsuchen.

Die Herausforderung liegt in der Notwendigkeit die oftmals äquicrestal oder leicht subcrestal gelegenen Frakturen so darzustellen, dass das Fragment im Idealfall adhäsiv wiederbefestigt werden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Patienten im Alter zwischen 6 und 10 Jahren das Wurzelwachstum oftmals nicht abgeschlossen ist und ein Vitalerhalt zumindest der intraradikulären Pulpaanteile ein wünschenswerter Behandlungsausgang wäre.

Somit sind die pulpaerhaltenden Massnahmen und das Reattachment meist in einer Sitzung zu erbringen. Die Compliance der jungen Patienten hoch zu halten und dennoch konzentriert zu arbeiten empfinde ich als besonders anstrengend, da ich nach aussen den Lockeren gebe und mich aber innerlich – auch bei optimaler Vorplanung –  höchst angespannt fühle.

In nachfolgendem Fall war das Fragment alio loco als Erstmassnahme im Schmelzbereich befestigt worden, um in einem zweiten Behandlungsschritt dann endodontisch behandelt zu werden. Da das Wurzelwachstum bei diesem 9-jährigen Jungen bereits deutlich vorangeschritten war, hatte der endodontisch erfahrene Überweiser von einem reparativen Verfahren im Sinne einer Revitalisierung Abstand genommen. Es wurde vereinbart, dass zunächst die Wurzelfüllung bis ins mittlere Wurzeldrittel erfolgen solle, damit dann in unserer Praxis das Reattachment durchgeführt werden konnte.

Leider löste sich wenige Tage nach der Obturation das Fragment und wurde im Notdienst stark disloziert adhäsiv verankert, sodass nun neben dem geforderten chirurgischen Freilegen noch das Problem der Fragmentpassung zu lösen war.

Die Detektion der vorhandenen Kompositmassen erfolgte mittels einer LED-Lampe die Licht einer Wellenlänge von 405nm emittiert. Fluoreszierende Komposite stellen sich dabei in einer gletschereisblauen Farbe dar. Dieses Verfahren wurde von Thomas Connert et. al. im Dental Traumatology beschrieben:

Evaluation of a Fluorescence‐aided Identification Technique (FIT) for removal of composite bonded trauma splints

Nachdem das Komposit labial abgesprengt werden konnte, wurde das Fragment durch Verkanten der Kürette im Bruchspalt gelöst. Nach Entfernung (Vorsicht!: immer mit dem Sauger großen Abstand halten!) desselben wurde auch die palatinale Gingiva mobilisiert, wobei die Papilla inzisiva umschnitten wurde.

Anschliessend wurden allen an der Wurzel und am Fragment anhaftenden Weichgewebe entfernt. Das Fragment wird in der Zwischenzeit immer nass gelagert (sterile Kochsalzlösung). Die Kompositreste auf dem Fragment verhinderten die korrekte Positionierung, sodass erneut die Fluoreszenz-Methode zur Erkennung der anhaftenden Kunststoffmaterialien eingesetzt wurde. Die Entfernung gelang mittels scharfer Kürette und viel Geduld.

Aufgrund idealer Hämostase konnte nun die zahnseitige Bruchfläche konditioniert werden.

Die Konditionierung des Fragmentes erfolgt idealerweise zuvor. Die Lagerung des Fragmentes sollte bei Verwenden eines dualhärtenden Bondings unter Lichtschutz erfolgen. Nach adhäsiver Befestigung mittels dualhärtendem Komposit wurden die geringen Überschüsse entfernt und die durch Schmelzaussprengung verursachten Hartsubstanzdefizite mittels Flowkomposit ergänzt. Den Abschluss nach fast 2 Stunden bildete der Nahtverschluss mit monofiler Naht der Stärke 7/0.

 

Notfall – Fragmententfernung

Die Fragmententfernung ist bei gut einsehbaren Fragmenten zu einem Routinefall geworden.

Letzte Woche hatten wir so einen Fall. Im ersten Moment waren wir, insbesondere ich erstmal ziemlich ratlos.
Uns ist ein großes Fragment abgebrochen. Nach der Wurzelfüllung.
Vom Hitzeplugger ist das (apikale), bzw. untere Stück abgebrochen und im Handstück der Obturation Unit verblieben. Der Mitarbeiterin ist das nicht aufgefallen.
In der Vorbereitung der nachfolgenden Behandlung mit Wurzelfüllung entstand nun ein Problem. Zum Glück haben wir noch ein Zweitgerät. Der Zeitverzug war trotzdem da. Die Konzentration auf den nächsten Fall war weg…

Am Abend dann die Diagnostiksitzung. Erstmal das Teil aufgeschraubt, um festzustellen, so kommt man nicht an das Problem heran.
Unter mikroskopischer Kontrolle ließ sich dann schnell feststellen, da steckt noch etwas drin.
Mittels Ultraschall vorsichtig agierend, tat sich nichts.
Ein Fall für den Fragremover. Nach 2 Minuten war alles erledigt und raus.

Ich möchte nicht wissen, was an Reparaturkosten entstanden wäre.

Game over

Von Christoph Kaaden

Vor vier Jahren stellte sich der nachfolgende Patient erstmals bei uns vor.

Damals ging es um den Zahn 36.

Ausgangsröntgenaufnahme alio loco 2016

Die Behandlung nach Pulpanekrose erfolgte zweizeitig und führte zu folgendem Endergebnis.

Post-op Röntgenaufnahme 2016

Dieses Mal wünschte der Patient unsere Einschätzung hinsichtlich des Zahnes 47 der auf dem OPG auffällig geworden war…

Auch die alio loco angefertigte Einzelaufnahme liess nichts Gutes erwarten…

Das daraufhin angefertigte kleinvol. DVT zeigte dann das volle Ausmass der externen Resorption…

an der Stelle war leider

“ Game over“

Wir haben den Patienten aber ermutigt Zahn 36 nun endlich prothetisch weiterversorgen zu lassen!

Damit es bei diesem Zahn nicht irgendwann ähnlich lauten muss…

Covid-19

Es ging schon eine ganze Weile. In Leipzig sind besonders wenig Covid-19 Fälle.
In Sachsen die geschützte Großstadt.
Ist das so?

Es erschien nicht logisch und kaum erklärbar.
Bis ich diesen Artikel las.

Und zur selben Zeit hatten wir erste Informationen erhalten, daß wir in der Praxis infizierte Patienten behandelt haben. Zuerst kam die Info vom Patient. 5 Stunden später kam die Meldung vom Gesundheitsamt. Nach dem wir unsere Schutzmaßnahmen erwähnten, ffp2-Maske für Behandler und Assistenz, 1% ige H2O2 Mundspülung des Patienten für 1 Minute, Behandlungen weitgehend unter Kofferdam, Rezeption Spuckschutz und Nasen/Mundschutz, kein Kontakt im Wartebereich mit weiteren Personen, P 2,5 Partikelfilter im Behandlungsbereich und Wartebereich und zwingende berührungsfreie Händedesinfektion beim Praxiseintritt wurde uns gesagt: Sie können weiter behandeln keine weiteren Maßnahmen notwendig. Kein Test.
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Test erfolgt. Die Assistenz zeigte Symptome einer Tonsillitis allerdings bereits vor Covidkontakt, die Behndlerin war symptomfrei. Beide Tests waren negativ.
(Der Covid-19 Kontakt erfolgte bei einer Wundrevision ohne Kofferdam.)

Zwei Wochen später hatte eine Assistenz Covid-19 Kontakt ohne Sicherheitsabstand, ohne Mundnasenschutz über 3-4 Stunden am Vortag und 5 Tage zuvor mit der selben Person. Sie hatte keine Symptome. Das Gesundheitsamt hat uns nicht informiert.
Ein PCR Test wurde von mehreren Ärzten abgelehnt. Trotz der Zusage durch die LZK Sachsen, daß für jeden Mitarbeiter ein Test pro Woche möglich ist.
Die Mitarbeiterin musste nach einer langen Arztodysee zum 30km außerhalb liegenden Flughafen (Testcenter) fahren um sich testen zu lassen.
Der Test war negativ.
Nun frage ich mich nicht mehr, warum wir weniger Fallzahlen haben. Es wird wahrscheinlich auch weniger getestet. 

Eine Woche später diese Meldung:

COVID-19: Sachsens Zahnärzte dürfen sich selbst und Personal testen
Ab sofort haben Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte in Sachsen die Möglichkeit, SARS-CoV-2-Antigentests als sogenannte PoC-Antigen-Tests (Point-of-Care-Antigen-Schnelltests) ausschließlich für sich selbst und das Praxispersonal eigenverantwortlich direkt in den eigenen Praxisräumen durchzuführen – und dies einmal wöchentlich. Dabei dürfen nur Antigen-Tests verwendet werden, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte listet.
Es wird dringend empfohlen, den Schnelltest nur bei asymptomatischen Mitarbeitern durchzuführen. Personen, die Symptome zeigen und/oder mit Infizierten persönlichen Kontakt hatten, sollten sich immer an das Gesundheitsamt oder eine ärztliche Praxis für einen PCR-Test wenden.

Es sind noch nicht alle Abrechnungsmodalitäten geklärt. Laut KZV Sachsen steht jedoch fest, dass lediglich die Sachkosten für den Antigen-Schnelltest in Höhe der Beschaffungskosten von maximal 7 Euro je Test, abzüglich 3,5 % Verwaltungskosten erstattet werden. Vermutlich wird die Abrechnung je Quartal erfolgen.
In jedem Fall ist ein Nachweis über den angewendeten Test zu führen und die KZV Sachsen rät, Rechnungen, Lieferscheine und Testnachweise für die Abrechnung aufzubewahren.

 

Quintessenz für mich: Schütze Dich selbst mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Niemand anderes macht das für Dich und verlass Dich nicht auf Versprechungen.

Tests sind nicht einfach zu bekommen und Antigentest benötigen immer eine Bestätigung im positiven Fall durch einen PCR Test. 

 

 

Eure Fragen ? Wir antworten! LIVE! (2)

Morgen abend ist es soweit.

Mittwoch 18.11.2020

20 Uhr.

Eure Fragen ? Wir antworten! LIVE!

Das Ganze findet statt via GOTO Meeting.
Wer teilnehmen möchte, sollte sich vorab die App herunterladen.
Das Ganze funktioniert auf PC und Apple Desktops sowie auf mobilen Geräten wie Ipad und Iphone, auf anderen Smartphones vermutlich auch, aber nicht getestet bislang.

Und es ist vermutlich sinnvoll für Alle, die etwas wissen wollen, gegebenenfalls Fotos und Röntgenbilder bereitzuhalten, damit wir uns diese zusammen anschauen können.

Den Zugangscode findet man bei WURZELSPITZE Plus. Hier.

Wir sind gespannt.
Sollte es gut laufen, wird es noch in diesem Jahr – kurz vor Weihnachten – eine weitere Episode geben.

Planung leicht gemacht

von Jörg Schröder

Das DVT in der Endodontie. Anfangs heiß diskutiert und teilweise mehr als nur kontrovers diskutiert.

Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt. Und das DVT mein Denken geändert.

Die Planung der Behandlung erfolgt am Bildschirm:

Die voraussichtliche Arbeitslänge wird bestimmt. Abzüglich eines Sicherheitsbehaltes können so durch die Mitarbeiterinnen pro Kanalsystem vorab die rotierenden Instrumente für den maschinellen Gleitpfad vorbereitet werden. Wobei Krümmung und Anordnung im Raum das Feilen-System bestimmen.

Die Lage der Kanaleingänge und die zu erwartenden Kanalquerschnitte können erfasst und das Vorgehen exakt geplant werden. Welche Instrumente werden bei der Aufbereitung des koronal sehr schmalen und mehrere Orifizien aufweisenden distalen Kanalsystems notwendig sein. In welcher Reihenfolge werden diese eingesetzt?

Welches Kanalsystem wird bei konfluierenden Kanälen zuerst aufbereitet? Bei abrupten Krümmungen entscheidend um eine Stufenbildung oder gar eine Fraktur zu verhindern.

So geplant, verliert so manche Aufgabe ihren Schrecken.

Welche Hürden galt es in vorliegendem Fall zu meistern?

D war extrem obliteriert, wies koronal mehrere Orifizien auf, alle Kanäle konfluierten im mittleren Drittel um nach der Konfluation rundlich und in deutlicher Krümmung nach apikal zu verlaufen.

MB war hier der Kanal, der den geschmeidigsten Weg nach apikal aufwies. Daher wurde absolut kein Versuch unternommen aus ML zuerst nach apikal zu gelangen. Selsbt als MB bis 20/04 aufbereitet worden war, gelang es nicht eine vorgebogene 008 um die Konfluation zu bewegen. Erst als MB bis 30/04 erweitert war, konnte der apikale Anteil des mesialen Kanalsystems aus ML heraus instrumentiert werden, um ein gleichmässigens Zusammentreffen von MB und ML zu erzielen.

Leider konnte ich die Umfrage, welches Gerät ich aus der brennenden Praxis retten würde, nicht ganz korrekt beantworten. Mein Dream-Team ist definitiv mein Mikroskop und unser hochauflösendes DVT.

Face Shield V 2.0

Zu Beginn des Jahres war ich froh, auf unseren 3D- Drucker zurückgreifen zu können.
Mit Bordmitteln (FDM 3D- Drucker, PLA- Material und Plastikfolie) wurde mein Team schnell mit Gesichtsschildern zur Covid – Prophylaxe ausgestattet.

Die funktionierten.
Gut.

Lediglich eine Assistentin hatte das Pech, ihr Gestell immer wieder zu zerbrechen.
Kürzlich kam sie mit einem Gesichtsschild an, das ihr Ehemann bei Amazon bestellt hatte. Und was soll ich sagen. Das Teil ist ganz hervorragend. Keines dieser zu Beginn der Pandemie häufig anzutreffenden Billigprodukte, die preislich ambitioniert angeboten wurden.

Es schützt sehr gut, macht einen stabilen Eindruck, lässt sich bequem tragen, beschlägt nicht und man kann sogar unsere China – Lupen-Brille drunter tragen.

Kostenpunkt 16 Euro + Versand.
Dafür lohnt sich, bei deutliche besserem Handling, der Selbstdruck nicht.
Ich habe das gesamte Team damit ausgerüstet.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Frontzahn-„Welle“ (I)

Von Christoph Kaaden

Von der Häufung gleichgearteter Behandlungen innerhalb kurzer Zeitabstände habe ich in der Vergangenheit hier, hier oder hier berichtet.

Insbesondere in dieser Woche erfasst uns die Frontzahn-„Welle“. Ich werde in zukünftigen Beiträgen über die genauen Hintergründe der einzelnen klinischen Fälle berichten.

Hier also schon mal die 10 (!) Situation die wir in dieser Woche behandelt bzw. erstuntersucht haben in der Reihenfolge, wie diese bei uns „stattfanden“.

Ausgangssituation – Rö-Bild alio loco – vor prothetischer Neuversorgung bei Zustand nach endodontischer Behandlung und nachfolgender Resektion mit Beschwerdefreiheit

Leider entwickelte der Zahn kurz nach Eingliederung der definitiven Krone eine Fistel…

Übersehene laterale Aufhellung als Ursache der rekurrenten Beschwerden

Wir führten nach eingehender Beratung der Patientin (ärztliche Kollegin) eine Revision durch. U.a. Corona-bedingt verzögerte sich der Abschluss der Behandlung erheblich.

Positiv zu vermerken ist, dass der lange Zeitraum der Behandlungspause dazu geführt hat, dass bereits eine klare Heilungstedenz erkennbar ist…

Bei dem zweiten Patienten am Montag handelt es sich um den 10-jährigen Carlos.

Hier der sehr umfassende Arztbericht der Überweiserpraxis

Alio loco angefertigtes Diagnose-Röntgenbild

Fall III des Montags war der Behandlungsbeginn einer Revision bei Zustand nach endodontischer Vorbehandlung und Resektion

Alio loco angefertigtes Diagnose-Röntgenbild

Als klinisch etwas „tricky“ gestaltete sich die Entfernung des „unorthodox“ eingebrachten Glasfaserstiftes.

Der „Durchbruch“ gelang mittels diamantiertem Ultraschallansatz der schliesslich zu einer Lockerung des adhäsiven Verbunds führte.

Klinische Impressionen der Revision mit erkennbaren Glasfaser- und Guttaperchaanteilen nach Entfernung mittels Ultraschall

Die nächste Patientin war ein 19-jähriges Mädel, dass vor zwei Jahren beim Skifahren ein Frontzahntrauma erlitten hatte.

Klinischer imponierte mittlerweile eine deutliche Verfärbung die sich auch bei der Trepanation des Dentins deutlich präsentierte…

Diagnose-Röntgenbild (alio loco) und klinischer Blick auf das stark verfärbte Dentin bei der Trepanation

Die nächste 26-jährige Patientin konnte sich an kein Trauma in der jüngeren Vergangenheit erinnern…

während die Nachbarzähne eindeutlich vital reagierten zeigte Zahn 31 alle klinisch-radiologischen Zeichen eine Nekrose mit apikaler Pathologie…

Ausgangsröntgenbild (alio loco)

Bei dem nachfolgenden 67-jährigen Patienten stellte sich die Situation aufgrund seiner Vorerkrankungen (metastasierendes Prostata-CA mit geplanter Bisphosponat-Therapie) als etwas komplizierter dar.

Eine Entfernung weiterer Zähne soll unbedingt vermieden werden…

OPG (alio loco)
Zahn 32 mit apikaler Parodontitis und stark obliterierten Kanalsystemen

Als nächstes in der Woche stand die Behandlung eines 12-jährigen Jungen an, bei dessem Eckzahn eine ungewöhnliche Resorption evident geworden war. Klinisch und radiologisch hätte ich diese eigentlich als primär extern eingestuft… obgleich die „Eintrittspforte“ inzisal zu liegen schien…

Klinische Impressionen der Resorption

Bei dem Eckzahn dieser 66-jährigen Patientin gelang es dem Zuweiser nicht das Kanalsystem aufzufinden…

Diagnose-Röntgenaufnahme (alio loco)

Bevor es zu einer Perforation kam überwies er die Patientin zu uns…

Zustand nach Trepanationsversuch (Röntgenbild alio loco)

Fall Nummer neun ist wieder ein Traumafall.

Leider ist die Prognose der unphysiologisch gelagerten Zähne nicht optimal…

Und auch in dem 10. Fall war eine traumatische Verletzungini Form einer unkomplizierten Kronenfraktur der Grund für eine anstehende Behandlung…

Diagnose-Röntgenbild vor ca. 1 Jahr
12 Monate später zeigt sich eine eindeutige apikale Parodontitis an Zahn 41

Demnächst berichte ich Ihnen also weiter von dieser Frontzahn-„Welle“…

stay tuned…

CD in der Praxis für DVT mit Patientendaten bedrucken.

Häufig kommen Patienten in unsere Praxis mit der Fragestellung: Erbitte DVT …

Das DVT erstellen und die entsprechende Datei auf eine CD zu brennen ist keine große Hürde. Diese CD wurde dem Patienten ausgehändigt.
Die Beschriftung erfolgt mit einem Folienschreiber.

Der Patient zahlt in der Regel einen dreistelligen Betrag dafür und bekommt ein Papiertütchen mit einer selbstgebrannten CD und schwer lesbarer Beschriftung.
Das entsprach nicht meinen Vorstellungen.

Weiter im WURZELSPITZE Plus – Beitrag geht es hier.

Eure Fragen ? Wir antworten! LIVE!

Mittwoch
18. November.
20 Uhr.

Ein neues Format für die WURZELSPITZE Plus-Teilnehmer.

Wie soll ´s aussehen ?

Die Idee ist, dass vermutlich Jeder der hier Mitlesenden ein paar Dinge hat, wo er für einen Rat dankbar wäre. Das kann ein Patientenfall sein, eine Frage zur Praxisorganisation oder vielleicht eine bestimmte endodontische Vorgehensweise betreffend.

Also – fragt uns. Egal, was euch auf dem Herzen liegt.
Am 18. November, um 20 Uhr stehen wir 45 Minuten lang Rede und Antwort.
Live.
Per Telekonferenz.

Wie findet Ihr die Idee?
Schreibt uns in die Kommentare.
Gerne auch schon Ideen. Worüber sollen wir reden ?

Eure Fragen . Wir antworten LIVE 18.11.2020
Mi., 18. Nov. 2020 20:00 – 22:30 (CET)

Nehmen Sie an meinem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teil.

https://global.gotomeeting.com/join/125825589

Zugangscode: 125-825-589

Wie hältst Du es mit dem Haarriss?

von Jörg Schröder

Eine Gretchenfrage zum Wochenbeginn.

Was empfehle ich den Patienten, deren Beschwerden an einem Zahn mit (noch) vitaler Pulpa mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Haarriss ausgehen, der in der Pulpakammer endet?

Wann empfehle ich die Extraktion? Wann entscheide ich mich für einen Erhaltungsversuch?

Aufgrund unklarer Beschwerden im rechten Oberkiefer wurden im nachfolgendem Behandlungsfall alio loco die Zähne 15,16 und 17 anbehandelt.

Zahn 16 wurde trepaniert und ein endodontische Behandlung eingeleitet. Die stark obliterierten mesialen Kanalsysteme MB1 und MB2 konnten nicht, DB zur Hälfte und P vollständig erschlossen werden. Nach der Einlage von CaOH2 persistierten die Beschwerden weiterhin.

Bei Zahn 15 wurde die vorhandene Teilkrone entfernt und durch eine kurzzeitprovisorische Füllung „ersetzt“.

Die Krone an 17 wurde entfernt, der Zahn trepaniert und nachdem die Kanalsysteme nicht erschlossen werden konnten wurde nur die Zugangskavität kurzzeitprovisorisch verschlossen.

Nach klinischer Untersuchung (deutliche Perkussionsempfindlichkeit mit palpatorischer Druckdolenz an 16, geringe Perkussionsempfindlichkeit 15, dort positiver Sensibilitätstest) und Auswertung des DVT habe ich folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:

  • adhäsive Restauration Zahn 15, bei Rissgeschehen tiefe „Pulpotomie“, da die vollständige Erschliessung der apikalen  Aufgabelung zu zeitaufwändig wäre.

  • Medikamentöse Einlage CaOH2 und klinische Reevaluation der Beschwerden.
  • Einzeitige endodontische Behandlung Zahn 16 in gleicher Sitzung.
  • Einzeitige endodontische Behandlung Zahn 17 in gesonderter Sitzung.

Klinisch imponierte an Zahn 15 ein von der mesialen Randleiste startender und das Pulpakammerdach vollständig durchziehender Haarriss, der auf Höhe des mesialen Gingivarandes in die Pulpakammer eintritt und ab dort nicht weiter verfolgt werden konnte.

Nach initialer Aufbereitung bis zur Konfluation – nach schall- und ultraschallunterstützter Irrigation kam es zu einem Flüssigkeitsaustausch zwischen B und P – wurde CaOH2 eingelegt und die Zugangskavität adhäsiv verschlossen. Aufgrund der im gleichen Termin noch geplanten endodontischen Behandlung von Zahn 16, habe ich die Approximalräume nicht so präzise gestalten können, sodass der distale Kontaktpunkt zu 16 nicht vorhanden ist.

In Zahn 16 waren MB1 und besonders MB2 stark obliteriert, sodass die Gesamtbehandlungsdauer die 3-Stundengrenze knapp erreichte.

Welche Entscheidung treffen Sie im Hinblick auf die weitere Behandlung des 15? Auf die Rückmeldungen bin ich gespannt.

Ende Gelände

von Jörg Schröder

Wir schreiben das Jahr 2020. Mikroskopgestützte Endodontie ist sehr mehr als 20 Jahren bekannt. Und dennoch werden immer wieder Behandlungsversuche unternommen, die ohne Mikroskop zum Scheitern verurteilt sind. Denen man das zugrunde liegende Risiko bereits im präoperativen Bild ansehen kann. Wenn man genau hinschaut.

Und das Fremdschämen-Gefühl stellt sich bei mir dann ein, wenn der Patient von der Vielzahl der Behandlungsversuche berichtet, die zum aktuellen Zustand geführt haben.

Beeindruckend der Unterschied zwischen der also loco durchgeführten Messaufnahme und meinem am Beratungstag erstellten Einzelbild. Da schwante mir schon nichts Gutes.

Das DVT zeigt das ganze Ausmass der Zerstörung. 4 mm subcrestal liegt der tiefste Punkt der iatrogenen Perforation. Der Originalkanal wurde auf ebendieser Strecke gestrippt. Der Zahn mesiolingual geradezu pulverisiert.

Ich habe dem Patienten (Selbstzahler) zum Implantat geraten.

Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (III)

Von Christoph Kaaden

Letzte Woche habe ich hier über die Montage unserer Centro-Säule berichtet.

Das Gros des Projektes betreute Mario Horvart, der bereits beim Neustart 2012 unser ProErgo montiert hatte. Mittlerweile hat er sich selbstständig gemacht.

Um das Pico an die Centro-Säule umzusetzen war es notwendig einen längeren Arm und Lichtleiter zu benutzen. Bei der Centro-Säule handelte es sich um ein gebrauchtes Modell, welches Mario Horvart erstanden hatte.

Als sehr zeitaufwändig stellte sich die Anbindung der Mikroskop-Kamera mittels HDMI- Kabel an den Flatscreen dar.

Insgesamt dauerte die Montage von 8:00 bis 18:00.

Geplant waren ursprünglich circa sechs Stunden.

Leider war es wegen des fehlenden Adapters nicht möglich auch das digitale Röntgen wieder in Betrieb zu nehmen.

Dieses Projekt übernahm der unabhängig Techniker Damir Zupcevic.

Über die Firma Chirana liess er den zeigten Adapter herstellen und führte die Montage durch.

Ich bin allen Beteiligten für deren Arbeit dankbar; insbesondere Damir.

Vorher – Nachher

Pano-Aufnahme unseres zweiten Behandlungszimmers

Jetzt ist auf absehbare Zeit erstmal kein weiteres Projekt dieser Größe angedacht…

Heilung Express oder Radiodontics

Die Patientin kam in unsere Praxis ohne Beschwerden am Zahn 16.
Eine Brücke war vor mehreren Monaten inseriert und nun imponierte eine Fistel am Zahn 16. Lockerungsgrade waren nicht messbar, die Sondierungstiefen waren nicht erhöht.

Im angefertigten DVT stellte sich eine ausgedehnte P. apicalis an jeder Wurzel dar. Selbst interradiculär erschien die Ostelyse manifest zu sein.
Alles sprach für eine verhaltene Prognosestellung. Sie Patientin wünschte unbedingt den versuch der Erhaltung, da eine Implantation für Sie nicht in Frage kam.

Die Behandlung lief fast nach Plan. Der Kanal mb2 war nicht patent. Für uns ein weiterer Hinweis für ungünstiges Prognose. Beschwerden hatte die Patientin nie.

Im 6Monatsrecall überraschte uns die Patientin mit einem fast vollständigen Heilung im 2D Röntgenbild. Der Fistelgang, bzw. das Fistelmaul war nicht mehr erkennbar.
Gerne hätte ich mir das Ergebnis im 3D Röntgenbild bestätigen lassen. Für uns war aber keine ernsthafte therapeutisch Indikation gegeben.
Oder hätten Sie anders entschieden?

 

Die WURZELSPITZE – Umfrage – Die Ergebnisse

Nachfolgend die Ergebnisse der WURZELSPITZE – Umfrage. Die Bewertung/Analyse der Daten erfolgt in einem gesonderten Beitrag.

ICH ARBEITE MIT OP- MIKROSKOP

81,16 Prozent arbeiten mit OPM.

MIT WELCHEM MODELL ?

Zeiss Pico 33,85 %
Zeiss Extaro 7,69%
Zeiss Pro Ergo 26,15%
Zeiss Pro Magis 6,15%
CJ Flexion 10,77%
Kaps 1,54%
Leica 3,08%
Zumax 1,54%
Andere 9,23%

FÜR ZAHNFILME ARBEITE ICH MIT

analogem Film 1,49 %

Speicherfolien 58,21%

Sensorsystem 40,3%

ICH HABE ALS KLEINRÖNTGENGERÄT

ein Gerät in der Praxis 25,37%

ein einziges Gerät an einem einzigen Behandlungstuhl 4,48%

pro Behandlungsstuhl jeweils ein Röntgengerät 50.75%

eine andere Variante 19,4 %

WIR HABEN IN UNSERER PRAXIS …

kein DVT 46,97%

ein Morita F40/R100 DVT 12,12%

ein Morita X 800 DVT 13,64%

ein Kavo DVT 3,03%

ein Planmega DVT 4,55%

ein Orange Va Tech DVT 4,55%

ein anderes DVT Gerät 15,15%

ZUR SPÜLUNG VON WURZELKANÄLEN NUTZE ICH

VDW Eddy 63,83%

Ultraschall 27,66%

Laser 6,38%

Keine der genannten Varianten 2,13%

ZUR MASCHINELLEN AUFBEREITUNG VERWENDE ICH

VDW Silber 7,89%

VDW Gold 15,79%

Endopilot 18,42%

Morita Dentaport 0%

Dentsply Sirona Xsmart 14,47%

VDW IConnect Drive/Dentsply Sirona Xsmart IQ 18,42%

Morita Tri Auto ZX 2 3,95%

ein anderes Gerät 21,05%

MEINE MEIST VERWENDETEN MASCHINELLEN AUFBEREITUNGSINSTRUMENTE SIND

Mehrfachnennung war möglich

VDW Reciproc 11,67%

VDW Reciproc Blue 8,33%

Wave One Gold 20,83%

VDW MTwo 7,5%

VDW Rotate 1,67%

ProTaper Universal/Gold/Next 15,83%

VDW Flexmaster 3,33%

Maillefer ProFile 6,67%

Coltene Hyflex CM/EDM 15%

FKG Race/Biorace 0,83%

FKG Endoshaper 2,5%

FKG Endofinisher 1,67%

ein anderes Instrument 4,17%

ICH VERWENDE ZUM ELEKTRIISCHEN LÄNGENMESSUNG ALS APEXLOKATOR DAS

Mehrfachnennung war möglich

Root ZX 20,24%

Root ZX Mini 11,9%

Raypex 6 14,29%

Raypex4/Raypex 5 9,52%

Endopilot 17,86%

VDW Gold 8,33%

ein anderes Gerät 17,86%

ICH VERSCHLIESSE DIE WURZELKANÄLE ZUR WF ROUTINEMÄSSIG

in Einstift – Technik 27,69%

in lateraler Kondensation 4,62%

in Warm Vertical Compaction nach Schilder 33,85%

in Continous Wave Teqnie nach Buchanan 32,31%

in Squirt- Technik 1,54%

ALS SEALER FÜR DIE WF NUTZE ICH

einen Sealer auf Epoxidharz- Basis z.B. AH Plus 61,9%

einen Tri Calcium Silicat Sealer z.B. TotalFill 31,75%

einen Sealer auf Zinkoxid Eugenol – Basis z.B. Kerr PCS oder Endomethasone 3,17%

einen Sealer auf Silikon-Basis z. B. GuttaFlow 3,17%

ICH LEGE KOFFERDAM BEI DER ENDO

Nie 0%

Selten 3,03%

wenn es mir möglich ist, also in einer Mehrzahl der Fälle, ansonsten arbeite ich ohne 3,03%

Fast immer 13,64%

Immer 80,3%

ICH LEGE KOFFERDAM BEI DER COMPOSITE – FÜLLUNG

Nie 7,46%

Selten 29,85%

wenn es mir möglich ist, also in einer Mehrzahl der Fälle, ansonsten arbeite ich ohne 17,91%

Überwiegend 10,45%

Fast immer 17,91%

Immer 16,42%

ICH LASSE ZÄHNE BEI DER ENDO OFFEN

Mehrfachnennung war möglich

wenn es schnell gehen muss 2,6%

Im Notdienst 5,19%

Bei Pus/Sekret 9,09%

bei devitalen Zähnen 0%

routinemäßig wenn ich die Indikation dazu sehe 2,6%

extrem selten (ca 1 – 2 mal im Jahr) 24,68%

Nie 55,84%

WELCHES SIND DIE GERÄTE, AUF DIE MAN IN DER MODERNEN ENDODONTIE NICHT VERZICHTEN KANN?

Mehrfachnennung war möglich

OP- Mikroskop 14,36%

Apexlokator 16,85%

Schall/Ultraschall- Spülung 12,98%

Maschinelle Nickel-Titan -Instrumente 14,92%

Kofferdam 16,02%

Geräte für die Warme Guttapercha- Technik 7,18%

Digitales Kleinröntgen 11,33%

DVT 6,35%

WELCHES IST DAS WICHTIGSTE GERÄT IN DER ENDODONTIE

wenn ich nur ein Gerät aus dem brennenden Haus retten könnte

OP- Mikroskop 38,46%

Apexlokator 29,23 %

Schall/Ultraschallspülung 0%

Maschinelle Nickel- Titan Instrumente 7,69%

Kofferdam 18,46%

Geräte für die Warme Guttapercha-Technik 0%

Digitales Kleinröntgen 3,08%

DVT 3,08%

Verkapptes „C“

von Jörg Schröder

Bereits der erste Blick auf das Einzelbild lässt sofort den Gedanken an ein c-förmiges Kanalsystem aufkommen. Zahn 47 und ein pfahlförmige Wurzelkontur.

Nicht selten jedoch ist zwar die Grundanlage ein „C“ praktisch reicht das Spektrum von rundlichen Kanaleingängen die, miteinander verbunden, in der Aufsicht ein „C“ ergeben bis hin zu Kanalanordnungen, die einem Semikolon entsprechen.

Häufig zu beobachten sind dabei Kommunikationen im mittleren und/oder unteren Kanaldrittel.

Während MB und D trotz der multiplanaren Krümmung von ML recht unkompliziert mittels rNiTi erschlossen werden konnten (für die koronalen 4/5 habe ich ProFile-Instrumente, für das letzte Fünftel PathFiles eingesetzt) war MB mehr oder weniger unwillig.

Nach ca. 13 mm lief die ProFile 15/04 wie gegen eine Wand. Um nicht im Nirgendwo zu enden oder gar zu perforieren, habe ich daher die Masterpoint- Aufnahme zur Orientierung genutzt. Da sich die bis zur gedachten Konfluation verbliebene Strecke als kurz (3mm) herausstellte, kamen zur finalen Aufbereitung ein Satz neuer ProFiles zum Einsatz, obwohl die benutzten nicht aufgedreht erschienen.

Nach unter 1 Minute war der Kanal gängig und die Konfluation mit D konnte per eingebrachten Papierspitze visualisiert werden.

Immer wieder schön zu sehen, dass sich eine mit Überlegung gepaarte Beharrlichkeit auszahlt.