Vor Kurzem habe ich hier den erster Teil der –Kein Kanal- Serie vorgestellt.
Heute liefere ich noch einige Röntgenbilder des ersten Behandlungsfalls nach.
Die Behandlung erfolgte in zwei Terminen a 60 bzw. 90 Minuten.
Für die Präparation haben wir R-Pilot, Wave One Gold- und RECIPROC Blue Instrumente verwendet. Bei der Wurzelkanalfüllung kamen Guttapercha-Points und BC Sealer high flow zum Einsatz…
Masterpoint-RöntgenaufnahmeAbschluss-Röntgenaufnahme nach endodontischer Therapie in zwei TerminenPrä-op vs post-op
Die Patientin suchte unsere Praxis für eine Zweitmeinung auf.
Vor einem Jahr hatte sie eine Krone bekommen und ein Jahr davor erfolgte eine Wurzelkanalbehandlung. Nach dieser hatte Sie immer wieder Beschwerden. Ihre Bedenken zur Kronenversorgung wurden mit dem Hinweis kommentiert, ohne Krone wird der Zahn nie zur Ruhe kommen.
Jetzt wurden die Bedenken immer größer, kongruent zur Zunahme der Beschwerden. Der Zahn kam eben nicht zur Ruhe. Im Beratungsgespräch habe ich der Patientin nach der DVT Aufnahme nicht viel Hoffnung auf einen erfolgreichen Behandlungsversuch gemacht.
Die ausgedehnte apikale Parodontitis mit externer Resorption mesial ist der Grund. Die vollständige Entfernung des WF Materials kann problematisch sein und ein möglicher periradikuläerer Biofilm kann entstanden sein. Trotzdem wollte die Patientin unbedingt den Erhaltungsversuch.
In der Behandlung erwies sich die Entfernung der Guttapercha als sehr schwierig. Die WF Stifte zerbrachen sofort. Dadurch konnten im Kuhfußworkflow das Material nicht bis zum Apex erfasst werden und die apikalen Reste extrudierten. In einem weiteren Behandlungstermin konnten wir die Reste nicht entfernen und verschlossen die apikalen Bereiche bis ins koronale Drittel der mesialen Wurzel mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager. Ansonsten gelang die Behandlung wie gewohnt, Desinfektion und Spülung mit NaOCl 3%, Zitronensäure 10% unter Schall- und Ultraschalleinsatz. Die Wurzelfüllung erfolgte mit thermisch vertikaler Obturation mit Guttapercha und AH Plus.
Die Patientin berichtete bei der CaOH Einlage über eine Zunahme der Beschwerden. Nach apikalem Verschluß mit ProRoot MTA stellte sich rasch ein vollständige Beschwerdereduktion ein. Im 3. Termin erfolgte die abschließende Obturation. Anbei die Röntgenaufnahmen und das Recall, welches die Zukunft des Zahnes positiver erscheinen lässt.
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Aber was ist an einem oberen Eckzahn, von der sicher etwas längeren Wurzel einmal abgesehen, schon schwierig?
Dieses Exemplar bringt ein eher obliteriertes Pulpakavum, eine sehr kleine Trepanationsöffnung, eine iatrogene Stufe, einen nach mesiae mündenden Seitenkanal und eine, wenn auch geringe apikale, leicht s-förmige Krümmung mit.
Die überweisende Praxis hatte mitgeteilt, dass der Kanal nach 14 mm nicht weiter instrumentiert werden konnte. Der Seitenkanal zweigte nach der eigenen Messung bei ca. 18 mm nach mesial ab. Die Gesamtkanallänge betrug 24 mm.
Der Grund für die „Blockade“ bei 14 mm war rasch entdeckt. Die Trepanationsöffnung war so klein gehalten worden, dass nennenswerte Teile des Pulpakammerdachs vorhanden und zu einer Ablenkung des alio loco zur initialen Aufbereitung verwendeten Handinstrumentes nach labial geführt hatten.
Da die Gesamtkanallänge vorab bestimmt werden konnte, galt es nach Modifikation der Zugangskavität nur noch zu verhindern, dass das zum Scouten eingesetzte und vorgebogene Handinstrument sich nicht, der initialen Krümmung nach mesial folgend, im Seitenkanal verfängt.
Dazu wurde der Silikonstopp auf 24 mm eingestellt und zuvor mit einem Permanentmarker bei 18 mm eine Markierung auf der Handfeile angebracht.
Kurz vor Erreichen der Markierung erfolgte eine Rotation des nach mesial vorgebogenen Instrumentes nach distal, um sicher am Seitenkanal vorbei nach apikal gleiten zu können. Nachdem ein Durchmesser von ISO15 erreicht worden war, erfolgte die weitere Aufbereitung mittels rotierender NiTi-Instrumente.
Die Irrigation erfolgte schallunterstützt und wurde in der Dauer und Häufigkeit gegenüber dem Standarvorgehen verändert.
„Entdeckt“ habe ich auf den Dentapen übrigens bei diesem empfehlenswerten Webinar von Prof. Malamed. Er ist bis heute einer der führenden Meinungsbildner, wenn es um das Thema Lokalanästhesie geht.
Und wer noch mehr Zeit in dieses Thema investieren möchte, dem sei auch diese ältere Vorlesung empfohlen…
Vor gut zwei Jahren haben wir bei dem heute zehnjährigen Lasse eine reparative endodontische Behandlung durchgeführt.
Der kleine Junge erlitt im Oktober 2019 eigentlich eine recht milde traumatische Verletzungen der Zähne 11 und 21 in Form einer geringgradigen Dislokation nach Sturz.
Rö alio loco – Zustand nach milder Dislokation von 21
Auch das alio loco angefertige DVT zeigte initial keine Besonderheiten.
Alio loco angefertigtes DVT (X 800)Alio loco angefertigtes DVT (X 800)
Gleichwohl war es im Januar 2010 alio loco notwendig geworden an Zahn 21 eine endodontische Behandlung einzuleiten.
Zustand nach alio loco begonnener endodontischer Behandlung bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum – Med. Einlage Ca(OH)2
In der weiteren Folge wurden wir gebeten, die Behandlung weiter- und abzuschliessen. Diese erfolgte nach dem hier bekannten Protokoll.
Klinische Situation – Foto alio locoKoagulum vor Widerlager-Applikation und Biodentine-VerschlussPost-op nach RET Behandlung
Vor einigen Tagen war die Mutter so freundlich uns das Recallbild zwei Jahre später zukommen zulassen.
Recall zwei Jahre post-op – Röntgenaufnahme alio locoPrä-op vs 2 Jahre post-op
Es sieht aus, als wäre die Behandlung bei Lasse eine weitere kleine Erfolgsgeschichte für diese Therapieform…
Sangen in den frühen 80er Jahren The Clash, eine britische Punkband. Musikalisch wie modisch „not my cup of tea“, um in der sprachlichen Heimat der Vortragenden zu bleiben, aber der Titel passt wie die Faust aufs Auge zu einer Info, die mich letzte Woche in der Post erreichte.
Die Firma Morita stellt den Vertrieb ihrer Soaric-Behandliungstühle in Deutschland ein und ersetzt diese durch ihre Signo T 500-Baureihe, die als Nachfolger der Soaric beworben werden.
Ich habe beide Stühle bei mir in der Praxis. 2020 habe ich mich entschlossen, unsere letzte Siemens M1-Behandlungseinheit gegen eine Signo einzutauschen. Eine pragmatische Entscheidung. Meine Zeit in der Praxis ist im Hinblick auf mein sich am Horizont abzeichnendes Arbeitsende überschaubar. Sollte die M1 irgendwann in naher Zukunft kaputtgehen, wäre die Investition in einen neuen Stuhl eine sich von der Abschreibung her (die über 10 Jahre läuft) nicht lohnende. „Jetzt oder nie!“, hiess es also damals. Wir haben bereits 2 Soaric Einheiten, das dritte Zimmer, in dem sich die M1 befand, dient mir nur der Kontrolle im Recall. Eine Soaric, so sehr ich die Einheit mag, wäre sicherlich, die beabsichtigte Restnutzung, meine Person betreffend, als Überversorgung anzusehen. Die Signo weist bei niedrigerem Preis für die ihr zugedachte Aufgabe ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auf.
Trotzdem würde ich mich als Arbeitsstuhl immer für die Soaric entscheiden.
Was für mich den Auschlag gibt ? Allein schon der Fussanlasser. Den ich nicht missen möchte bei der Soaric und der mir bei der Signo schmerzlich fehlt.
5 Tasten – eine davon sogar als Joy Stick – lassen sich frei programmieren. Und sogar mehrfach belegen. Dieser Fussanlasser erlaubt damit ein berührungsfreies Bedienen des Stuhls in sehr sehr vielen Aspekten. Das ich mit meinen Fingern die Touchdisplay-Oberfläche des Arztelements berühren (und damit kontaminieren) muss, kommt nur sehr sehr selten vor. Eine hygienetechnische Wunschsituation, die leider nach wie vor nur die wenigsten Behandlungstühle im Markt erfüllen können.
Wenn ich mich zwischen der Soaric und der Signo entscheiden müsste, ich würde immer für die Soaric stimmen. Und meine Bestellung vor Mai 2022 tätigen, um mir ein Gerät der letzten Serie zu sichern.
Morita Soaric – Fussanlasser
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Das Ergebnis nach endodontischen Therapien ist für mich ein sehr spannendes Thema. Shimon Friedmann hatte mich erstmals mit diesem Thema in einem Vortrag aufmerksam gemacht. Damals war ich erstaunt, was er als „Healing“ im Vortrag zeigte. Das war für mich keine Heilung, wie ich sie sehen wollte. Friedmann ist Autor der Torontostudie.
Ich sage bewusst sehen wollte. Immer häufiger beobachte ich Fälle, wenn ich auf meine mehr langjährige endodontische Tätigkeit zurück schaue, die ähnlich gelagert sind. Deshalb möchte ich diese vorstellen. Deren Outcome kann unterschiedlich interpretiert werden. Gerne kann dazu die Kommentarfunktion genutzt werden.
Im 3 Jahresrecall sehen wir eine stagnierende Heilungstendenz zum 1 Jahresrecall, nachdem es anfänglich einen guten Heilungsverlauf gab. Der Zahn ist völlig symptomlos.
Zähne mit derartigen Verläufen behalten wir weiter im Recall und kontrollieren dies 2 jährig weiter. Bei auftretenden Symptomen instruieren wir den Patienten vorher einen Termin bei uns auszumachen.
Kurze Informationen zu dem Fall. Die Patientin mittleren Alters hatte die Empfehlung zur WSR 35, 36. Zur Zweitmeinung kam sie zu uns. Die Zähne waren latent symptomatisch und 35 reagierte auf vertikale Perkussion und verursachten Aufbissbeschwerden. Die Lockerungsrade waren 0. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht. Der Substanzverlust im Im koronalen Wurzeldrittel mesial ist erheblich und wurde von uns als erhöhte Infrakturgefahr eingestuft. Patency konnte integriert werden und es ließ sich alles WF Material entfernen. Die apikalen Aufbereitungsgrößen am Zahn 36 mesial waren #40.06. Die Desinfektion und Spülung erfolgte mit NaOCl 5% und EDTA 17% und unter Einsatz der SAF. Unsere Entscheidung mit der Patientin – aggressives Abwarten.
Im August 2020 hatte ich über die komplexe Behandlung des zum Zeitpunkt der Behandlung 8-jährigen Patienten berichtet.
Der damals gewählte Beitragstitel „Alternativlos“ beschreibt dabei die für mich in Frage kommenden Anzahl Therapieoptionen mehr als ausreichend.
26 Monate postoperativ erhielt ich vor 2 Wochen das nachfolgende Recall-Röntgenbild von der überweisenden Kollegin.
Erfreulich ist, dass das Behandlungsziel der Vitalerhaltung der Pulpa ganz offensichtlich erreicht worden ist. Zudem kam es zu einem Voranschreiten des Wurzellängen- und -Wurzeldickenwachstums.
Der Grund für die Wiedervorstellung war hingegen weniger schön. In Folge eines erneuten Traumas war es zu einem Ablösen des wiederbefestigten Fragmentes gekommen. Dieses konnte jedoch in der überweisenden Praxis problemlos adhäsiv zurückgesetzt werden.
Dieser Tage kam der Patient zum Recall. Ein Zahn, der mir in Erinnerung blieb. Zum einen weil ein lateraler Kanal optisch erkennbar und klinisch behandelbar erschien.
Zum anderen zeigte sich damals ein Sealerpuff. Das Friedenzeichen ist für uns klar erkennbar.
CND-Symbol Das wohl bedeutendste Friedenszeichen wurde 1958 vom britischen Künstler Gerald Holtom im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung (englisch: Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) für den weltweit ersten Ostermarsch von London zum Kernwaffenforschungszentrum in Aldermaston entworfen. Laut Holtom stellt das Symbol eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für nuclear (deutsch: „nuklear“) und D für disarmament (deutsch: „Abrüstung“). Nach einer anderen – von Gerald Holtom selbst – in Umlauf gebrachten Entstehungsgeschichte des Zeichens stellt es einen stilisierten Menschen mit – angesichts einer waffenstarrenden Welt – hilflos nach unten gebreiteten Armen dar. Der umschließende Kreis symbolisiert die gesamte Erde.
In heutigen Zeiten eine Botschaft mit einer Ansage, die wir damals nicht im Ansatz erwartet hätten. Deshalb schon musste der Fall hier vorgestellt werden.
Im letzten Beitrag hatte ich die Logi Blöcke vorgestellt.
Ohne diese wäre der heutige Fall in meinen Händen nicht lösbar gewesen.
Wie schon geschrieben, der Patient hatte noch einer Dysganathie-OP erhebliche Einschränkung in der Mundöffnung. Es wurde im Rahmen dieser OP und für eine Implantatplanung mehrere DVT anfertigt.
Die letzte Sidexis-Aufnahme des Patienten versuchten wir zu verwenden. Beim Einlesen von der mitgelieferten CD wird ein Viewer installiert. Bisher hatten wir damit noch keine Probleme. Nach Umstellung auf Windows 10 mit der X800 Integration und einer neuen Workstation mit neuester I-Dixel-Software brach die Sidexisinstallation bei einer Runtime „Schlagmichtot „Installationsroutine ab.
Danach ging nichts mehr.
Wir konnten weder i-Dixel noch eine andere Röntgensoftware starten. Cosi Dental konnte uns zeitnah helfen.
Für Installationsroutinen anderer Systeme ohne DICOM Daten haben wir nun einen separaten Rechner aktiviert auf dem wir solche Test machen können.
Im Sidexis-DVT konnten wir erkennen, was wir aus unseren Röntgenaufnahmen bereits vermutet hatten, 37 hat ein C-förmiges Kanalsystem.
Der Zahn ist mit einer geschätzten Arbeitslänge von 25mm bei eingeschränkter Mundöffnung eine Herausforderung. Für die Gleitpfadgestaltung nutzen wir sehr gern neben Handinstrumenten die Profile 15.04 in 21mm Länge. Diese konnten wir in diesem Fall nicht einsetzen, da durch den längeren Schaft keine Möglichkeit bestand das Instrument „irgendwie“ in die Kanaleingänge mesial einzufädeln. Wir haben uns letztendlich für die Handinstrumentation mit Kerrfeilen und C- Pilotfilmen zur Gleitpfaderstellung entschieden.
Damit haben wir die in der Erstbehandlung entstandenen Stufen überwinden können. Weiterhin haben wir Wave One Gold Instrumente verwendet. Durch die Möglichkeit des Vorbiegens war ein einfädeln in die Wurzelkanaleingänge von lateral und anterior gut möglich.
Der gelbe Logi Block hat uns für die recht zeitaufwendige Instrumentierung durch Handinstrumente den nötigen Spielraum gegeben. Die apikalen Krümmungsradien waren eine weitere Herausforderung.
Am Ende war nicht ganz klar ob Patient oder Zahnarzt nach der Behandlung froher waren als diese endlich abgeschlossen war.
Passt prima zum Beitrag von Jörg Schröer von gestern. Ein Video, das mir vorletzte Woche wiederbegegnet ist.
Was tun, wenn das ELM-Gerät nicht richtig misst ? Oder – andersrum – Warum wir immer mit mindestens 2 Apexlokatoren parallel arbeiten…
Weil in einer geringen, aber doch existenten Zahl der Fälle die scheinbar genaue Messung unseres Apexlokators dann doch keine solche ist und dies gegebenenfalls – bei blindem Vertrauen in das Gerät – eine deutliche Über/Unterinstrumentierung zur Folge hätte.
. Im Zweifelsfalle die kürzere Messung für die Länge der Aufbereitung heranziehen – Eine Unterinstrumentierung ist fehlerverzeihender als eine Überinstrumentierung
3. Die ELM-Messung kritisch hinterfragen – sie muss zur röntgenologischen Längenschätzung passen. Ein Zahn, der im Rechtwinkelröntgenbild 21 mm lang erscheint, wird eher unwahrscheinlich in Wirklichkeit eine Wurzelkanallänge von 24 mm aufweisen.
2. Im Laufe derZeit näheren sich unterschiedliche Mesergenisse der unterschiedlichen Geräte einander an. Wenn beide Geräte reproduzierbar auf weniger als einen 1/4 Millimeter genau messen, ist ein vertrauenswürdiges Messergebnis erreicht.
Den nachfolgenden Behandlungsfall – ein Schlagtrauma hatte Folgen für die Unterkieferfrontzähne dieses jungen Patienten – hatte ich vor einigen Wochen noch einmal aufgegriffen, da es an Zahn 42 zu einer sich von apikal nach koronal ausdehnenden internen Resorption gekommen war.
Bei der nun durchgeführten endodontischen Behandlung zeigte die Endometrie an Zahn 42 reproduzierbar, wie die Einprobe des Masterpoints eindrucksvoll zeigt, erheblich zu kurz an.
42 wies im DVT eine Aufgabelung in zwei recht weite apikale Kanalanteile auf, die sich kurz vor dem Foramen wieder vereinten. Da das bukkale Kanalsystem die wesentlich geringere Krümmung aufwies, erfolgte die Präparation des apikalen Kanalanteils zunächst über B.
Die mit einer apikal leicht friktiv sitzenden ProFile wurde die Arbeitslänge viele Male bestimmt und dann, obwohl das DVT eine deutlich größere Arbeitslänge vermuten ließ, mit einer apikal klemmenden Guttaperchaspitze überprüft.
Dass der radiologische Apex nicht der Lage des Foramen entspricht ist seit langem bekannt. Aber 3mm? Die nach Erstellung der Masterpointaufnahme auf die anhand des DVT ermittelten Arbeitslänge eingebrachte sterile Papierspitze zeigte eine Markierung, die mit 3 Millimetern exakt der Streckenlänge der internen Resorption entsprach.
Bei der nächsten Überprüfung (endometrisch und radiologisch) passten nunmehr die klinisch ermittelte und die am DVT ausgemessene AL überein.
Das Phänomen, dass es falsch positive Endometrieanzeigen gibt, tritt meiner Erfahrung nach sehr häufig bei Vitalexstirpationen auf. In diesem Fall genügte ein recht kurzer apikaler Gewebeanteil, um die Messung zu verfälschen.
Zu der häufig geäusserten Aussage, dass eine wie auch immer geartete Messaufnahme im Zeitalter der Endometrie obsolet ist, möchte ich sagen: Ich glaube nicht.
Der Fall dieser Patientin – Nein – Röntgenbild 1 zeigt keine Röntgenmessaufnahme, sondern beinhaltet das frakturierte und leider viel zu fest sitzende Nickel- Titan-Instrument – hatte zu gegebener Zeit Diskussionen ausgelöst. Oder sagen wir besser, er hat mich zum Nachdenken angeregt. Genauer gesagt die Aussage von Antonio Renatus, er wäre diesem Wunsch der Patientin „DIE BEHANDLUNG MACHEN SIE OHNE SPRITZE!!!!“ ohne Zögern nachgekommen. Wegen Win-Win-Situation und so. Daran denke ich seitdem immer wieder. Und gebe zu, auch wenn ich den Ductus der Patientin immer noch für unangemessen halte, das ich dieser Strategie dank unserer Zwiegespräche hier nun mehr Beachtung beimesse als früher.
Heute war die Patientin zur Nachkontrolle da. 6 Monate post WF. Die apikale Knochensituation hat sich zum Positiven hin entwickelt. Erfreulich.
Einer meiner „liebsten“ Überweisungsgründe ist es, wenn wir den „Zuruft“ erhalten, dass es bei der Vorverhandlung nicht gelungen ist alle oder überhaupt einen „Kanal“ zu finden …
vorausgesetzt, dass bei dem Trepanationsversuch nicht zu sehr „gewütet“ wurde, ist es mit entsprechender Vergrösserung und etwas anatomischen intrakoronalen Grundkenntnissen sehr dankbar entsprechende Kanalsysteme initial darzustellen und zu präparieren…
zum Einsatz kommen hierfür bei uns in der Regel überlange Rosenbohrer (=Munce) und NiTi-Instrumente (Profile 15.04/06 und R-Pilot). Ich versuche den Einsatz von Handinstrumenten möglichst gering zu halten.
Hier die erste „Serie“ unserer jungsten „archäologischen Ausgrabungen“…
anhand der unterschiedlichen Dentin-Farben (Primär-/Sekundär-/ und Tertiär-Dentin), der Symmetrie-Regel (ausser bei oberen Molaren) und der Einpressungen des entstehenden Dentinstaubs (=folge den weissen Linien bzw. Punkten) in vorhandene Hohlräume gelingt die Darstellung in der Regel sehr zügig…
aber Bilder sagen mehr als Worte…
Ausgangssituation mit bisher nicht darstellbaren mesio-bukkalen KanalsystemenBlick intrakoronal auf Primär- und SekundärdentinHäufig ist es hilfreich ein Wechselspiel zwischen trockenen und feuchten Zahnoberflächen zu habenInitiale Darstellung mit Einpressungen von Dentinstaub (follow the white dots)Beide mesiale Kanaleingänge nach fertiger Präparation Prä-OPIntrakoronale Abfolge Abschluss-RöntgenaufnahmeAusgangssituation mit pulpapenetrierender Karies distal„Trepanation“ alio locoTrepanation alio loco (II) mit weiterhin massiver Restkaries distal
Eine ein geschränkte Mundöffnung ist eines der Dinge welche für mich in meiner Behandlung eine Limitation darstellen können.
In einem letztens behandeltem Fall handelt es sich um einen jungen Patienten nach Umstellungsosteotomie. Alles toll gelaufen und er sei froh dies gemacht zu haben sagte er zu mir beim Diagnostiktermin. Ich hatte Probleme den Zahn mittels Mundspiegel zu betrachten, da er den Mund nur zwei Finger breit öffnen konnte nach Monaten der Physiotherapie.
Im Röntgenbild zeigte sich dann das nächste Problem. Die Zahnlänge beträgt ca. 25mm am Zahn 37.
Unsere Allzweckwaffe sind die Loge Blöcke die wir über ADS Systems kauften. Wir verwenden diese Aufbißblöcke seit Jahren, man könnte sogar sagen Jahrzehnten.
Sie sind in verschiedenen Größen am Markt. Wir nutzen alle Größen. In der Hauptsache jedoch die violetten und grünen Stützen.
Bei fast jeder Behandlung unter Kofferdam werden diese Hilfsmittel bei uns eingesetzt. Sie sind sterilisierbar und werden bei uns durch Zahnseide beim Patienteneinsatz gesichert.
Unter diesem Link sieht die einzelnen Blöcke im Vergleich. Als günstig würde ich diese nicht bezeichnen. Aber sie halten extrem längs, so daß sich die Kosten das durch relativieren.
Wir möchten diese nicht mehr missen. Neben dem Krokodil zur Kommunikation unsere Standardausrüstung für Behandlungen.
Im oben angesprochenem Fall hatten wir Probleme den gelben, den kleinsten Block einzusetzen. Aber dazu beim nächsten mal mehr.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Das Foto zeigt unsere Spüllösungen.
2 davon.
In Spritzen abgefüllt.
Die dritte Spritze – mit NaOCl – fehlt im Foto.
Für diese sind uns nämlich soeben die Aufkleber ausgegangen. Und müssen jetzt zeitnah nachbestellt werden. Da merkt dann jeder im Team, das auch Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten einen Unterschied machen und sinnvoll sind.
Viele Wege führen nach Rom – wir nutzen Luer Lock-Einmalspritzen.
Diese werden einmal pro Woche im Sinne eines Vorrates befüllt. Mittwochs – an unserem Beratungstag. Da sind die Kapazitäten für solche Dinge vorhanden. Die Aufkleber stellen sicher, das eine Verwechslung, die Spitzeninhalte betreffend, ausgeschlossen werden kann.
Kosten pro Aufkleber ? 3 Cent.
Die Spitze händisch zu beschriften, wäre vermutlich teurer. Aufwändiger auf jeden Fall. Und schlechter lesbar.
Bei uns läuft das Ganze, dank Aufkleber, ohne nachdenken zu müssen. Wir spülen, sooft und womit immer gespült werden muss. Verzögerungsfrei. Weil immer in Reichweite. Werde ich sicher bis an meinen Ruhestand nicht mehr ändern.
Fast 18 Jahre nach der im Jahr 2004 aufgrund einer bukkalen Karies notwendigen Pulpotomie zeigt Zahn 36 keine apikale Pathologie.
Schatten:
Das ehemals den Defekt verursachende Verhalten (Pat. joggt täglich ca. 25-30 km und trinkt über den ganzen Tag verteilt zuckerhaltige Softdrinks) wurde nicht geändert und führt zu einem erneuten Zahnhalsdefekt.
Eine Katastrophe. Kann ich wegschmeissen. Fast so schlecht wie die von der KZV :-(
Zusammen mit den Masken von 3M, die wir zuletzt bestellt haben, welche zwar sehr gut filtern, aber wegen der quer getackerten Gummibändern sich nicht kontaminationsfrei an- und ausziehen lassen, nun schon der 3. Fehlgriff in Folge.
Immer wieder sehen wir Zähne nach Wurzelspitzenresektion die keine retrogradeFüllung aufweisen, deren retrograde Füllung nicht den Kanalquerschnitt abgedeckt, oder bei denen, aufgrund eines nicht aufbereiteten Wurzelkanals, die Resektion ins Leere zielt.
Nachfolgend ein Klassiker.
Offensichtlich hat sich die Variantenvielfalt der Wurzel- und Kanalanatomie unterer Prämolaren noch nicht flächendeckend herumgesprochen. Zweiwurzelige untere Vierer? Gibt es nicht. Und dann nimmt das Unglück seinen Lauf.
Die initiale Wurzelkanalbehandlung wurde von einer massiven Wurzelschraube im bukkalen Kanalsystem gekrönt. Nachdem die Behandlung nicht erfolgreich war – der nicht aufbereitete linguale Kanal blieb unentdeckt – wurde die Resektion bis zur Wurzelschraube durchgeführt. Ohne retrograden Verschluss.
Ich warte auf den Tag, an dem vor endochirurgischer Intervention es „best practice“ ist, zunächst ein DVT zu erstellen, um präoperativ die Ursache des primären Misserfolges zu ergründen.
Revision zweizeitig:
Sitzung: Ekr, präendodontischer Aufbau, Entfernung der Wurzelschraube, Aufbereitung des lingualen Kanalsystems, Entfernung periapikalen Fremdmaterials aus B, medikamentöse Einlage, temporäre Krone.
2. Sitzung: Kollagenes Widerlager in B, Obturation mit MTA, Obturation L in warmer vertikaler Kompakten, adhäsiver Verschluss.
Vor einiger Zeit wurde uns ein Patient zur Beurteilung der Situation Regio 12 überwiesen…
an dem lateralen Frontzahn war vor circa sechs Monaten alio loco eine mikrochirurgische Resektion aufgrund einer ausgeprägten apikalen „Raumforderung“ erfolgt.
Jetzt manifestierten sich allerdings erneut Beschwerden in Form einer Fistelbildung in der Region. Die Genese war der Zuweiserin unklar.
Handelte es sich um ein Rezidiv oder könnte auch etwas anderes ursächlich sein?
Hier einige Impressionen der damaligen Therapie und die aktuellen Röntgenbilder…
Alio loco angefertigtes Röntgenbild sechs Monate nach Resektion
Alio loco angefertigtes Röntgenbild sechs Monate nach Resektion mit Guttaperchastift in Fistelgang
Alio loco angefertigtes großvol. DVT vor mikrochirur. WSR
Alio loco angefertigtes großvol. DVT vor mikrochirur. WSR
Alio loco angefertigtes intraop. Bild nach retrograder Präparation Zahn 12
Alio loco angefertigtes post-op Röntgenbild nach mikrochirur. WSR
Hier das von uns daraufhin angefertigte kleinvol. DVT zur Klärung der Genese des Rezidivs:
Es zeigt sich, dass ein ausgeprägter Seitenkanal an Zahn 13 für die laterale Osteolyse verantwortlich ist.
Daher empfahlen wir eine endodontische Therapie des Zahnes 13 in zwei Terminen.
Bereits kurz nach der ersten Sitzung war die Fistel abgeheilt.
Nach der Wurzelkanalfüllung erfolgte in diesem Fall aufgrund des vorhandenen Teleskops die Platzierung eines Titan-Stifts.
Masterpoint-Aufnahme
Abschluss-Röntgenbild nach Wurzelkanalfüllung mit Titanstift bis ins mittlere Kanaldrittel. Es zeigt sich ein lateraler Sealerpuff auf Höhe des Seitenkanals
Gut, dass die Zuweiserin nicht vorschnell an ein Rezidiv gedacht hatte…
Wir haben den Dentapen seit Dezember im Einsatz und können nun über einen längeren Zeitraum berichten.
In der terminalen Anästhesie und Leitungsanästhesie sehen wir geringe Verbesserungen in der Schmerzsenivität für den Patienten durch die konstantere Abgabe des Anästhetikums. Die Patienten registrieren das (neue) Geräusch des Mikromotors im Dentapen. Insbesondere Patienten aus dem medizinischen Bereich zeigen ein sehr großes Interesse und fragen nach.
Die intrligamentären Anästhesie gelingt deutlich sicherer und erfolgreicher. Durch die Druckkontrolle besteht ein geringeres Risiko von Gewebsnekrosen.
Dieser Punkt allein ist ein Gewinn in der täglichen Behandlung!
Die Ligaject kommt bei mir nicht mehr zum Einsatz.
Leider haben wir bis heute keine Hygieneschutzhüllen erhalten. Der Außendienst von Septodont hat uns 20 Stück zugesendet. Käuflich konnten wir bisher keine erwerben.