Should I stay or should I go…

Sangen in den frühen 80er Jahren The Clash, eine britische Punkband.
Musikalisch wie modisch „not my cup of tea“, um in der sprachlichen Heimat der Vortragenden zu bleiben, aber der Titel passt wie die Faust aufs Auge zu einer Info, die mich letzte Woche in der Post erreichte.

Die Firma Morita stellt den Vertrieb ihrer Soaric-Behandliungstühle in Deutschland ein und ersetzt diese durch ihre Signo T 500-Baureihe, die als Nachfolger der Soaric beworben werden.

Ich habe beide Stühle bei mir in der Praxis. 2020 habe ich mich entschlossen, unsere letzte Siemens M1-Behandlungseinheit gegen eine Signo einzutauschen. Eine pragmatische Entscheidung. Meine Zeit in der Praxis ist im Hinblick auf mein sich am Horizont abzeichnendes Arbeitsende überschaubar. Sollte die M1 irgendwann in naher Zukunft kaputtgehen, wäre die Investition in einen neuen Stuhl eine sich von der Abschreibung her (die über 10 Jahre läuft) nicht lohnende. „Jetzt oder nie!“, hiess es also damals. Wir haben bereits 2 Soaric Einheiten, das dritte Zimmer, in dem sich die M1 befand, dient mir nur der Kontrolle im Recall. Eine Soaric, so sehr ich die Einheit mag, wäre sicherlich, die beabsichtigte Restnutzung, meine Person betreffend, als Überversorgung anzusehen. Die Signo weist bei niedrigerem Preis für die ihr zugedachte Aufgabe ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auf.

Trotzdem würde ich mich als Arbeitsstuhl immer für die Soaric entscheiden.

Was für mich den Auschlag gibt ?
Allein schon der Fussanlasser.
Den ich nicht missen möchte bei der Soaric und der mir bei der Signo schmerzlich fehlt.

5 Tasten – eine davon sogar als Joy Stick – lassen sich frei programmieren. Und sogar mehrfach belegen. Dieser Fussanlasser erlaubt damit ein berührungsfreies Bedienen des Stuhls in sehr sehr vielen Aspekten. Das ich mit meinen Fingern die Touchdisplay-Oberfläche des Arztelements berühren (und damit kontaminieren) muss, kommt nur sehr sehr selten vor. Eine hygienetechnische Wunschsituation, die leider nach wie vor nur die wenigsten Behandlungstühle im Markt erfüllen können.

Wenn ich mich zwischen der Soaric und der Signo entscheiden müsste, ich würde immer für die Soaric stimmen. Und meine Bestellung vor Mai 2022 tätigen, um mir ein Gerät der letzten Serie zu sichern.

Morita Soaric – Fussanlasser

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Outcome…

Das Ergebnis nach endodontischen Therapien ist für mich ein sehr spannendes Thema. Shimon Friedmann hatte mich erstmals mit diesem Thema in einem Vortrag aufmerksam gemacht. Damals war ich erstaunt, was er als „Healing“  im Vortrag zeigte. Das war für mich keine Heilung, wie ich sie sehen wollte.
Friedmann ist Autor der Torontostudie.

Ich sage bewusst sehen wollte.
Immer häufiger beobachte ich Fälle, wenn ich auf meine mehr langjährige endodontische Tätigkeit zurück schaue,  die ähnlich gelagert sind. Deshalb möchte ich diese vorstellen. 
Deren Outcome kann unterschiedlich interpretiert werden.
Gerne kann dazu die Kommentarfunktion genutzt werden.

Der heutige Fall hat zwar noch „etwas Zeit“ zur endgültigen Beurteilung, wenn wir uns auf die Wissenschaftliche Stellungnahme des Endodontie-Beirates der DGZ „Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung“ beziehen.

Im 3 Jahresrecall sehen wir eine stagnierende Heilungstendenz zum 1 Jahresrecall, nachdem es anfänglich einen guten Heilungsverlauf gab.
Der Zahn ist völlig symptomlos.

Zähne mit derartigen Verläufen behalten wir weiter im Recall und kontrollieren dies 2 jährig weiter. Bei auftretenden Symptomen instruieren wir den Patienten vorher einen Termin bei uns auszumachen.

Kurze Informationen zu dem Fall. Die Patientin mittleren Alters hatte die Empfehlung zur WSR 35, 36. Zur Zweitmeinung kam sie zu uns. Die Zähne waren latent symptomatisch und 35 reagierte auf vertikale Perkussion und verursachten Aufbissbeschwerden. Die Lockerungsrade waren 0. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht.
Der Substanzverlust im Im koronalen Wurzeldrittel mesial ist erheblich und wurde von uns als erhöhte Infrakturgefahr eingestuft. Patency konnte integriert werden und es ließ sich alles WF Material entfernen. Die apikalen Aufbereitungsgrößen am Zahn 36 mesial waren #40.06. Die Desinfektion und Spülung erfolgte mit NaOCl 5% und EDTA 17% und unter Einsatz der SAF.
Unsere Entscheidung mit der Patientin – aggressives Abwarten.

Wir sehen Sie/Ihr den Fall?