Wurzelspitze – Fortbildungen 2010

von Hans – Willi Herrmann

Vor ein paar Wochen vorangekündigt.
Zukünftige Fortbildungen des WURZELSPITZE – Teams.
Heute möchten wir  an dieser Stelle einen ersten Ausblick geben über die Kurse, die ab 2010 angeboten werden.

Es wird zunächst 3  zweitägige Kurse geben, die inhaltlich aufeinander aufbauen:

Kurs 1
Moderne Endodontie – Der Start in den Praxiserfolg
Dr. Hans – Willi Herrmann
Dr. Olaf Löffler

widmet sich schwerpunktmäßig den Basics, den Grundlagen für ein erfolgreiches modernes Endodontie – Praxis Konzept.
Heute lernen, am nächsten Arbeitstag umsetzen.

Kurs 2
Moderne Endodontie – Komplikationen und Herausforderungen
Dr. Jörg Schröder
Dr. Hans – Willi Herrmann

befasst  sich mit den Schwierigkeiten,  die zwangsläufig auftauchen, wenn man sich der Endodontie schwerpunktmäßig widmet, den Tricks und Tipps, die wichtig sind, um diese Probleme zu lösen.

Kurs 3
Moderne Endodontie – Moderne Wurzelkanalfüllung
Dr. Christoph Kaaden
Dr. H.W. Herrmann

hat das Thema „Wurzelkanalfüllung“ zum Inhalt.

Warm oder Kalt ?

Das ist nachwievor die Frage, wenn es um Wurzelkanalfülltechniken geht.
Wir sprechen über die wissenschaftlich relevanten Details zum Thema, über die Grenzen der Literatur, über Neues und Gut Bewährtes.

Wir führen vor und üben ein die verschiedenen warmen Wurzelfülltechniken.

Dann gibt  es die Add ons.
Das sind Fortbildungen, die unabhängig von den regulären Kursen belegt werden können.

Add on 1
Das endodontische Back Office

Nach internen Wetten einer der beiden Kurse, die zuallererst ausgebucht sein werden.

Es geht um die Endodontie.
Aber diesmal um die Dinge, die hinter den eigentlichen Behandlungsschritten ablaufen, aber nicht weniger wichtig sind.

Es geht um Kommunikation mit Patienten, Überweisern, Kostenerstattern, und es geht um Arbeitsabläufe, Aufbau, Ausstattung, Ergonomie des Endo – Arbeitsplatzes

Add on 2
Teamkurs Dentalmikroskop und Ergonomie

Endodontie ist Teamarbeit.
Und perfekte Teamarbeit lernt  man am besten in einer Teamfortbildung.

Unter Anleitung.
Erst wirds vorgemacht, dann unter Anleitung eingeübt.

Vom Team, mit dem Team, im Team.

Und langfristig ?

Wird es weitere Kurse geben unter anderem ein  Team – Motivationsseminar.

Apikale Aufhellung (7)

von Wonald Recker

Überweisungspatient aus einer kieferchirurgischen Praxis!
Keine WSR, der Chirurg hat dem Patienten einen Revisionsversuch angeraten.

Diese erfolgte unter Kofferdam und Dentalmikroskop – Kontrolle. Nach Ca(OH)2-Einlage erfolgte die warme vertikale Obturation in  modifizierter Schildertechnik. Anbei die Situation im 1 Jahresrecall.

Thermafil – Revision

von Hans – Willi Herrmann

Es klingt immer so einfach.
In der Theorie. Zur Entfernung eines Thermafil – Kunststoff -Carriers nehme man ein geeignetes Nickel – Titan – Instrument und lasse es  mit deutlich höheren Umdrehungen als zur Aufbereitung vorgesehen rotieren.

Danach  geht man geht in die dafür vorgesehene Einziehung des Carriers und „schwuppdiewupp“ sind Guttapercha und Carrier entfernt.

Ich habe es gestern im Blog gesagt und ich sage es heute wieder: Kann funktionieren, muss aber nicht.

Und im Fall von heute funktionierte es auch definitiv nicht.

Ziel war es, die vorhandene Wurzelfüllung im Zahn 15 (vor kurzem symptomatisch geworden) zu revidieren. Röntgenologisch ging die WF bis zur Wurzelmitte.

Nach der Trepanation zeigte sich, dass die WF mit Thermafil oder einem Systemclon gemacht worden war. 

Die WF leicht asymmetrisch, was auf einen weiteren Kanal hindeutete. Aus diesem Grund ging ich zunächst mit einem überlangen Komet Rosenbohrer  in die Tiefe. Relativ schnell war der zweite Kanal gefunden, es trat Sekret aus.

Eine ISO 006 – Feile liess sich relativ schnell bis zum Apex einführen und damit schien die Behandlung einen leichten Verlauf zu nehmen.

Dafür zeigte sich der palatinale Kanal um so zugeknöpfter.

Der Thermafil – Carrier war mit offensichtlich enormer Kraft in den Kanal hineingerammt worden, denn zwischen Carrier und Wurzelkanal war weiter apikal auch nicht der geringste Spalt auszumachen. 

So blieb mir nichts anderes übrig, als den Carrier mittels besagtem Komet – Rosenbohrer über seine gesamte Länge hinweg herauszubohren.
Das gelang zwar dank Dentalmikroskop problemlos, weil sich der Carrier im geraden Wurzelkanalanteil befand, in einem gekrümmten Wurzelkanalabschnitt wäre dies sicherlich schwierig bis unmöglich gewesen.

Und ohne Dentalmikroskop sowieso.

 

Wer hat Angst vor m bösen Stift?Niemand!!!

Von Ronald Wecker

Wer kennt nicht den Kinderreim: „Wer hat Angst vor’m bösen Wolf ? Niemand!“ ? Er soll wohl Mut machen, wenn man sich auf die Begegnung mit dem  Schrecklichen vorbereitet.
Mut machen soll auch dieser Beitrag.

Immer noch werden gegossene Stift-Stumpfaufbauten viel zu oft als unüberwindbare Hürde bei einer orthograden Revision angesehen und derart versorgte Zähne beim Bestehen einer  apikalen Parodontitis primär einer chirurgischen Therapie unterzogen. „Den Stift kriegen wir eh nicht raus.“

Die nichtsonderlich hohen Erfolgsraten einer solchen Therapie verwundern angesichts der Ursache der apikalen Parodontitis (bakterielle Kontamination des Kanalsystems) und des Unvermögens, die koronal der Resektionsstelle gelegenen Kanalanteile zu desinfizieren, nicht wirklich.

Sicherlich gibt es Ausnahmesituationen, in denen die mit der Entfernung des gegossenen Stiftaufbaus verbundenen Risiken so hoch sind, dass einer retrograden Vorgehensweise der Vorzug zu geben ist. In der überwiegenden Mehrzahl der Behandlungsfälle ist jedoch eine Entfernung der gegossenen Stiftaufbauten mit einer hohen Vorhersagbarkeit möglich. Neben einem übersichtlichen Arbeitsfeld, guter Beleuchtung und adäquater Vergrößerung ist ein durchdachtes Stiftentfernungssystem sinnvolles Hilfsmittel für eine erfolgreiche Entfernung gegossener Stiftaufbauten.

Und zwar solcher Stiftaufbauten, die, zum Leidwesen des Revisionators/ der Revisionatorin, eine hervorragende Primärpassung, einen geringen Zementspalt, eine zylindrische Form und eine Ausdehnung bis ans Ende des mittleren Kanaldrittels aufweisen.

Das Stiftentfernungssystem von Thomas/Gonon ist ein Hilfsmittel, auf das ich in meiner Praxis nicht mehr verzichten möchte.
Es arbeitet zuverlässig und vorhersagbar. Die schneidenden Instrumente (Stirnfräsen und Gewindeschneider) haben eine gute Standzeit und es steht eine ausreichende Auswahl an unterschiedlichen Instrumentengrößen zur Verfügung.
Die übersichtliche Anordnung in einer sterilisierbaren Metallbox erleichtert  dem Behandler das Arbeiten und den Mitarbeitern die problemlose Aufbereitung und erneute Bereitstellung.

Die Anwendung ist denkbar einfach:  Der m.E. nach wichtigste Behandlungsschritt ist die Reduktion des gegossenen Aufbaus auf den eigentlichen Stiftanteil.

Geschieht dies in Verlängerung der Stiftlängsachse so ist die Entfernung so gut wie sicher möglich. Liegt man mit der Reduktion „daneben“, besteht aufgrund der beim Entfernungsversuch schräg zur Stiftachse ansetzenden Kräfte ein erhöhtes Risiko von Wurzelfrakturen und Zahnhartsubstanzaussprengungen. Daher ist es wichtig sich für diesen Schritt ausreichend Zeit zu nehmen.

Anschliessend wird der erreichbare Anteil des Befestigungzements mit Ultraschallinstrumenten entfernt und sichergestellt, dass eine Rotation des Stifts um seine Längsachse problemlos möglich ist.

Dann wird mittels stirnfräsenden rotierenden Instrumenten der Stiftaufbau so reduziert, dass mit einem daruf abgestimmten Gewindeschneider eine sichere Verbindung zwischen Gewindeschneider und Stift erzielt wird. Da der Gewindeschneider linksdrehend eingesetzt wird, können so geschraubte Stifte ohne Mühe entfernt werden.

Stifte, die sich derart nicht lösen, können mit einer einem Korkenziehermechanismus nicht unähnlichen Zange achsengerecht aus dem Zahn entfernt werden.

Der Anschaffungspreis mag anfangs schrecken, die eingesparte Arbeitszeit und das deutlich erweiterte Therapiespektrum machen diesen kleinen Nachteil mehr als wett. Erworben habe ich dieses nützliche Tool übrigens auf Anraten meiner holländischen Kollegin Marga Ree bei einem niederländischen Dentaldepot.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich den Umstand, dass die Kostersparniss im Vergleich zu den Angeboten in Deutschland im deutlich dreistelligen Euro-Bereich lag.

Apikale Aufhellung (4)

Zustand nach Wurzelkanalbehandlung und nachfolgender WSR vor ca. 10 Jahren alio loco.

Erstvorstellung 2004 mit akuten Beschwerden.  

Revision

apikaler MTA-Verschluss des Neoapex

Backfill mit Guttapercha und Sealer.

Recallbild 3 Jahre postoperativ.

Tiefe Gabelung

von Bonald Decker

Revisionsfälle stellen jeden Tag aufs Neue eine besondere Herausforderung an das Behandler-Team dar.

Anbei ein Fall, der auf den ersten Blick banaler erschien, als er aufgrund der tiefen apikalen Gabelung tatsächlich sich gestaltete.

Revision bzw. Instrumentation des Kanalsystems mit ProFile – bzw. MTwo-Instrumenten bis zu einem apikalen Durchmesser von 35.06 bzw. 35.04.

Obturation mittels modifizierter Schilder-Technik von Guttapercha/Sealer (AH plus) und nachfolgender adhäsiver Zementierung eines Glasfaserstiftes (DT light post).

Niti – Führung

von Olaf Löffler

 

Plateauartige Stufe umgangen durch einen vorgebogenen Microopener.

In einer meiner letzten Revisionen musste ich eine plateauförmigen Stufe in einem oberen ersten Molar im mesiobukkalen Kanal (mb1)  überwinden.
Mittels vorgebogener Stahlfeilen gelingt dies in der Regel relativ schnell.
Schwieriger ist es, den angelegten Gleitpfad mit rotierenden Nickeltitanfeilen weiter aufzubereiten.
In dem vorliegenden Fall gelang dies nicht.

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Thermafil-Revision (1)

von Donald Becker

Die Patientin kam ohne Beschwerden, auf Empfehlung eines Verwandten in unsere Praxis. 

Im Rahmen der Eingangsuntersuchung wurde eine Fistel im Frontzahnbereich links festgestellt. Ja, sagte sie, das ist mein „Zahnfleischpickel“. Dieser tut nicht weh und mal kommt er und mal geht er.
Das vorhandene Orthopanthomogramm zeigte einen wurzelbehandelten Zahn 23 mit einer apikalen Veränderung. Im Zahnfilm ist die apikale Läsion in Verbindung mit einer suboptimalen Wurzelfüllung und einem apikalen Resorptionsgeschehen zu sehen.

Die gemessenen Taschentiefen zeigen eine P. marginalis. Eine Längsfraktur war nicht erkennbar. Perkussionsschmerz ist nicht vorhanden. Die Palpation bukkal ließ eine Druckdolenz erkennen. Der Muskeltonus ist niedrig. 

Die Patientin befand sich längere Zeit ( 2 Jahre ) in kieferorthopädischer Behandlung.

Das Hauptanliegen der Patientin war: „Keine Operation“. Der Zahn sollte unbedingt erhalten werden.
Aufgrund dieser Wünsche und der Behandlungsmöglichkeiten, die uns der Einsatz eines Dentalmikroskopes eröffnet, wurde die orthograde Revision geplant. 

Nach Entfernung der Deckfüllung und Darstellung des Wurzelkanals war eine vorausgegangene Wurzelfüllung mit einem Kunstoff – Carrier basierten Füllsystem ( z.B. Thermafil oder Softcore)  erkennbar. Die Entfernung dieser Stifte kann Probleme bereiten, wenn die ISO- und/oder Tapergrößen des Stiftes größer als die apikale Aufbereitung sind und das Erreichen der geplanten Wurzelfüllungslänge durch forcierte Druckausübung kompensiert wird.
Es gibt noch einige andere Möglichkeiten, welche in diesem Fall jedoch nicht zutrafen.

In unserer Praxis hat sich die circumferente Präparation der Guttapercha mittels Ultraschallfeile Endodonore #20 und dem Endochuck, möglichst ohne den Träger zu berühren, bewährt.
Dies erfolgt so tief, wie es die ursprüngliche koronale Aufbereitung zulässt.
Mindestens sollten es jedoch 3-5mm sein.

(Fortsetzung folgt)