eigentlich hatte ich für heute einen anderen Beitrag vorgesehen….
eigentlich…
aber beim Anblick des heute Abend zu begutachteten Zahnes habe ich meine Meinung kurzfristig geändert.
Obwohl in diesem Blog häufiger von der „Rettung“ (vermeintlich) hoffnungsloser Zähne berichtet wird, war hier beim besten Willen keine Zahnerhaltung mehr sinnvoll möglich…
und so fiel mein Therapievorschlag „neudeutsch“ formuliert so aus:
„Treat the tooth with sunshine…“
;-)
PS: Irgendwie erinnert mich dieser Zahn doch sehr an das hier vorgestellte „Objekt“
PPS: Ist es nicht immer wieder erstaunlich, was der menschliche Körper über Jahre toleriert?
Der Patient kam mit Beschwerden.
Eine Zahnfleischtasche an 27 war akut.
Wir fertigten ein Röntgenbild an – und fanden neben dem parodontalen Befund noch weitere Probleme, welchen den Zahnerhalt beeinträchtigen könnten. Der Wunsch des Patienten lautete: Alles machen, damit der Zahn erhalten werden kann, auch wenn die Prognose des Zahnes insgesamt auf Grund der Ausgangslage ungünstig ist.
Das verbliebene abgebrochene Instrument war dem Patienten nicht bekannt.
Verwunderlich, denn bei der Größe des Fragmentes kann es dem Behandler schwerlich unbemerkt geblieben sein. Warum wurde nicht aufgeklärt? Dass Instrumente frakturieren können, ist selbst bei höchster Sorgfalt nicht grundsätzlich vermeidbar. Insbesondere im vorliegenden Fall mit abrupten Richtungsänderungen im Kanalverlauf oder anderen schwierigen anatomischen Strukturen.
Der Patient sollte unbedingt im Sitzungsabschluss auf dieses Problem aufmerksam gemacht werden und diese Aufklärung sollte dokumentiert werden. Oftmals sind Instrumente entfernbar und der Zahn erhaltbar. In Ausnahmefällen kann man kleinere nicht entfernbare Fragmente passieren und belassen.
In diesem Fall war ein Passieren nicht möglich.
Nach Darstellung des Instruments konnte mit der Kanülenklebe-Technik das abgebrochene Lentulo entfernt werden.
Nun das Recall nach 2 Jahren.
Leider war der Patient zwischenzeitlich nicht wieder beim Zahnarzt und kam auch nicht auf unseren Recallbrief, sondern weil er erneut parodontale Beschwerden hatte.
Es müssen ja nicht immer Romane sein.
Und ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
Daher eine neue Rubrik: Apikale Aufhellungen.
Vorher – Nachher Röntgenbilder, ein paar Angaben zum Zahn und zur Vorgehensweise, vielleicht ein paar klinische Fotos.
Mein Ziel: 100 Fälle bis zumEnde des Jahres 2009.
Hier der erste.
Zahn 36, devital, Wurzelresorption distal, deutlich ausgeprägte apikale Aufhellung.
Aufbereitung mit rotierenden Nickel – Titan – Instrumenten in Hybrid -Technik bis 35.06, Wurzelfüllung mit Kerr PCS XWT als Sealer und warmer Guttapercha in zeitgemässer Schildertechnik.
Der Zahn, der zur Extraktion freigegeben war, ist nun 8 Jahre post WF im Mund.