Kurioses Leakage

von Ronald Wecker

Trotz mehrfacher medikamentöser Einlagen gelang es dem überweisenden Kollegen nicht die klinische Symptomatik dieses oberen seitlichen Schneidezahns zu reduzieren.

Das präoperative Bild zeigt neben einer deutlichen apikalen Aufhellung einige röntgenopake Fremdkörper, die periapikal gelegen sind.

R1

Bereits kurz nach Anlegen der Zugangskavität kam es zu einem Ablösen eines Teils des palatinalen Kronenanteils. Die Bruchfläche weist deutliche Kontaminationsspuren auf. Nach Erstellen einer flüssigkeitsdichten Rückwand konnte das Kanalsystem von Resten des adhäsiv befestigten Glasfaserstiftes befreit werden. Auch diese Materialien waren stark kontaminiert. Nach medikamentöser Einlage für 2 Wochen erfolgte die Obturation mit MTA nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers in der zweiten Behandlungssitzung.

Das Recall-Bild nach 18 Monaten zeigt eine weitgehende Konsolidierung der periapikalen Strukturen. Nun bedarf nur die provisorische Krone einer definitiven Lösung.

 

En bloque

von Ronald Wecker

Fälle wie diese machen immer wieder deutlich, dass die weite Verbreitung moderner Techniken und Hilfsmittel die Erfolgsprognose endodontischer Behandlungen wahrscheinlich nicht oder nur unwesentlich verbessern werden.

Solange Grundprinzipien endodontischer Therapie wie z.B. eine bakteriendichte prä- und postendodontische Versorgung unbeachtet bleiben ist der Misserfolg vorprogrammiert.

Ich denke die Bilder sprechen für sich.