Rätselbild zum Wochenende – Die Auflösung

Letze Woche hatte ich hier gefragt, ob jemand weiss, was die Ursache für die Artefakte im OPG darstellt.

Hier nun die Auflösung – Die Patientin trägt Dreadlocks.
In diese sind metallene Schmuckbestandteile eingebunden, welche für die ungewöhnlichen Verschattungen verantwortlich sind.

Dreadlocks waren in meiner Jugend einfach nur eine Frisur.
Durch Bob Marley bekannt, auch von der englischen Gruppe 10 CC (lauter weiße Männer) in ihrem Hit „Dreadlock Holidays“ in der Musikhistorie verankert.

Heute sind diese Zöpfe jedoch viel mehr als nur ein paar Haare.
Und ihr Besitz möglicherweise kulturelle Aneignung.

Die These: Wenn heute eine weiße Person (wie unsere Patientin) Dreadlocks trägt, um schöner auszusehen, besser dazustehen, finanziell zu profitieren, übernimmt sie einen Teil schwarzer Kultur, ohne deren Leid und Unterdrückung erfahren zu haben, so der Vorwurf. Musik, Mode, Tanz, Sprache – all das übernähmen Weiße aus der afroamerikanischen Kultur. Nur eben nicht die soziale Unterdrückung, „Everything but the burden“, alles außer der Bürde, schrieb der US-Kulturtheoretiker Greg Tate 2003 in seinem gleichnamigen Buch. Und die Bürde ist: jahrhundertelang verweigerte Bürgerrechte, Rassismus, Armut.

Was ich dazu sage: Man kann in Allem das Gute oder das Schlechte sehen…


Dens Invaginatus (II)

Von Dr. Jana Hüsch 

Vor einigen Wochen konnten Sie hier über den ersten Teil der Behandlung nachlesen. Heute also nun das weitere Procedere

Folglich hielt ich im November 2022 Rücksprache mit einer oralchirurgischen Kollegin. Eine kombinierte Behandlung war in meinen Augen die letzte Möglichkeit hier Zeit und Knochen zu gewinnen. 

Eine Zahnentfernung erachtete ich im Hinblick auf den knöchernen Defekt als ästhetisch sehr schwer zu lösen. Zwar ist eine Maryland-Brücke generell eine schöne minimalinvasive Lösung, allerdings ist in Zukunft ein massives Knochendefizit in der vertikalen und horizontalen Ebene zu erwarten. Auch ein kieferorthopädischer Lückenschluss ist nur mit ausreichend Knochen möglich, da ansonsten lediglich eine Kippung der zu bewegende Zähne erfolgt. An eine Implantation war mit Blick auf das Alter noch lange nicht zu denken. 

Somit folgte Anfang 2023 die Wurzelfüllung mit MTA und kollagenem Widerlager.

Vier Tage danach führten wir die Zystektomie durch. Auf das Einbringen von Knochenersatzmaterial wurde verzichtet. 

Die im Sommer 2023 durchgeführte Kontrolle zeigte zunächst röntgenologisch ein erfreuliches Ergebnis bei vollkommener Beschwerdefreiheit.

Allerdings war der Schleimhautbefund weiterhin nicht blande, wenngleich keine Exsudation oder ein richtiges Fistelmaul festgestellt werden konnte.  

Eine erneute Kontrolle nach 12 Monaten wurde vereinbart.

Die im Januar 2024 durchgeführte Kontrolle zeigte röntgenologisch ein erfreuliches Ergebnis. 

Der Schleimhaut-Befund war hingegen beunruhigend. Die Fistel war wieder aktiv.

Aus diesem Grund riet ich erneut zur chirurgischen Intervention. Von einer Resektion wurde abgesehen. Lediglich das Granulationsgewebe wurde entfernt und die Wurzeloberfläche gereinigt sowie ausgiebig gespült. 

Ende Januar 2025 erfolgte eine erneute Kontrolle. 

Der Patient war weiterhin beschwerdefrei und auch der klinische Befund war unauffällig. Auch der Schleimhautbefund war erstmals erfreulich. 

In der Regio der ehemaligen Fistel ist weiterhin noch eine kleine Einziehung und eine verstärkte Vaskularsierung zu erkennen. 

P. apicalis und extrudiertes WF Material

Die Patientin wurde uns für die endodontische Behandlung eines Molaren überwiesen. Diese verlief problemlos und zeigte die erwartete Heilungstendenz.


Der Zahn 22 rückte nur als Zweitmeinungsfrage in unseren Blickpunkt.
Geplant war eine chirurgische Lösung des Problems. Die Patientin wollte von uns wissen ob dies vermeidbar wäre.
Dazu musste ich ihr sagen, daß ich dies nicht sagen kann. Aber es wäre definitiv nicht der nächste Therapieschritt den ich in Erwägung ziehen würde.
Wie wäre Ihre Meinung?


Versuch Zahnerhalt bei Zähnen mit interner Resorption

Heute war wieder unser Recall-Tag.
Und gab mir die Gelegenheit,gleich 2 Molaren mit ausgedehnter interner Resorption ca. 6 Monate post WF nachzukontrollieren.

Ähnlich wie beiden den gestern erwähnten UK- Molaren mit 5 Wurzelkanälen tauchen Zähne mit ausgedehnten internen Resorptionen regelmäßig in unserem Patientenklientel auf. Sind es hoffnunglose Zähne oder haben solche Zähne eine Chance des Zahnerhaltes verdient? Meine Erfahrungen diesbezüglich sind ausgesprochen positiv.

Nachfolgend Röntgenbilder jeweils vor der Behandlung, nach WF und vom ersten Recall 6 Monate später.

Fall 1

Fall 2

UK- Molaren mit 5 Kanälen

In letzter Zeit häufen sich bei uns wieder einmal die UK- Molaren mit 5 Wurzelkanälen.
Mal mehr, mal weniger, sind es im Moment gefühlt mindestens 2 pro Monat, die therapiert werden müssen. Ich denke dann immer an den Kollegen mit dem Kurzvortrag auf der letzten DGET- Jahrestagung. Der meinte, ein DVT sei für ihn nur im maximal 25 Prozent der Behandlungsfälle überhaupt sinnvoll. Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Und mag, wie der Kollege im persönlichen Gespräch ausführte, der Tatsache geschuldet sein, das sein und unser Patientenklientel verschiedene sind. Aber auch die Aussagekraft eines DVT´s von den Aufnahmeparametern und Gerätespezifikationen abhängig ist.

Wie sooft stellt sich der UK-Molar nach WF- Revision im orthograden Kontrollröntgenbild eher unspektakulär und mit schmaler Anatomie dar. Die exzentrische Aufnahme offenbart dann die breit sich ausdehnende Dimension des Wurzelkanalsystems, vorausgesetzt man hat auch alle Kanäle gefunden und einer endodontischem Bearbeitung zugeführt.

Rätselbild zum Wochenende

Hat jemand eine Idee, was hier genau im Röntgenbild als metalldichte Artefalte zu sehen ist ?

Ich habe so etwas in 35 Jahren Tätigkeit noch nie gehabt und war diesbezüglich unbedarft.

Pircings oder sonstiger Körperschmuck ist es nicht, den hatte die Patientin, zahlreich davon am Kopf tragend, alles abgelegt.

Mikroabsaugung (2)

In diesem Beitrag habe ich die Mikroabsaugung vorgestellt.
Über Jahre hat sich das bewährt, allerdings hatte ich zunehmend häufiger festgestellt, daß die Durchmesser der Absaugkanülen noch etwas kleiner sein könnten.
Metallkanülen waren nicht optimal, da man auf Grund der starren Materialeigenschaften schneller an der Kanalwand hängen blieb und die Spitze mit Debris verstopft.

Gesucht habe ich eine Kanüle mit 0,25-0,35 Durchmesser an der Spitze, klar-durchsichtig, stabil und abgewinkelt. Auf Ebay habe ich dann diese Kanüle entdeckt.

0,25mm und 0,35mm Durchmesser und sie entsprachen meinen Vorstellungen.

Die Größe 0,25 ist optimal im grazilen Kanal, bei Revisionen mit größeren Guttapercharesten erwies sich die 0,35 mm Kanüle als etwas besser.
Die Kosten sind deutlich unter denen, der bisher verwendeten Capillary Tip.


Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Revision 46 mit apikaler Anatomie

Vor gut einem Jahr haben wir die Revision eines Zahn 46 bei einem heute 61-jährigen Patienten durchgeführt.

OPG alio loco mit retiniertem/verlagerten Zahn 48 sowie apikaler Parodontitis nach endodontischer Vorbehandlung Zahn 46
Rö alio loco mit retiniertem/verlagerten Zahn 48 sowie apikaler Parodontitis nach endodontischer Vorbehandlung Zahn 46

In insgesamt zwei Terminen konnten wir nachfolgendes Ergebnis erzielen. Maximal erfreut war ich darüber, dass wir scheinbar der apikalen Anatomie gerecht werden konnten…

die Präparation hierfür erfolgte mit RECIPROC und Wave One Gold Instrumenten und einem apikalen Präparationsdurchmesser von ISO 025 bzw. 035…

Abschluss-Röntgenaufnahme nach Revision Zahn 46

Gestern nun war der Patient zum Einjahres-Recall bei uns… es sieht aus, als hätte unsere Behandlung Wirkung gezeigt…

Einjahres-Recall Zahn 46 (ViPr Zahn 47+)

Ungewöhnlicher Frontzahn

Heute stelle ich die Behandlung der 17-jährige Maja vor. Bei der jungen Frau war bei einer Routineuntersuchung aufgefallen, dass Zahn 11 eine asymptomatische Pulpanekrose bei sehr ungewöhnlicher Wurzelanatomie entwickelt hatte.

Das anfertige DVT gibt noch einen besseren Eindruck über die anatomischen Verhältnisse des Zahnes…

An ein Trauma in der Vergangenheit konnte sich Maja nicht erinnern.

Die Erschliessen und Präparation des „Hauptkanalsystems“ bereitete keinerlei Probleme.

Apikale Präparation bis ISO 40 (R 40 blue)

Etwas tricksiger war es den zweiten Bereich aufzufinden und zu bearbeiten. Dies gelang schliesslich mittels C-Pilot- (006-010) und reziproker Instrumenten (R-Pilot und Wave One Gold small)

Nachfolgendes Ergebnis konnten wir in zwei Behandlungen erreichen.

Prä-op vs. post-op

Die Nachsorge in sechs Monaten muss zeigen, ob wir der Anatomie dieses ungewöhnlichen Zahne (inklusive Infektion) gerecht werden konnten…

Mikroabsaugung

Seit Jahr und Tag nutzen wir in der endodontischen Therapie die Mikroabsaugung.
Bereits beim letzten Endodontieoktober in Bozen habe ich diese Version, die wir bis heute nutzen vorgestellt. Wer das System entwickelt hat kann ich nicht mehr sagen.
Dies besteht aus einem Luerlockadapter für die kleine Absaugung + den Capillary Tip von Ultradent. Den Capillary-Tip 0,36mm muss man etwas vorbiegen und fertig.

https://www.ultradentproducts.com/products/categories/endodontics/accessories/capillary-tips

Die Saugadapter gibt es von verschiedensten Herstellern:
https://www.ultradentproducts.com/products/categories/endodontics/accessories/luer-vacuum-adapter?sku=230-

https://www.mwdental.de/76505-luer-vacuum-adapter.html

Es gibt auch aufbereitbare Adapter von Transcodent, die wir favorisieren:

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Fünf nach Sechs

Der heute 65-jährige Patient stellte sich erstmals im Januar 2019 bei uns vor.

Einige Tage zuvor war an Zahn 46 alio loco eine endodontische Therapie eingeleitet worden.

Zustand nach alio loco begonnener Behandlung Zahn 46

Wir wurden mit der Aufgabe betreut, diese Behandlung weiterzuführen.

In insgesamt zwei Behandlungsterminen a 90 Minuten konnten wir nachfolgendes Ergebnis erzielen. Als kleine Besonderheit wies dieser Zahn fünf Kanalsysteme auf…

Aufgrund des ausgeprägten Substanzverlustes rieten wir dem Patienten zu einer Überkronung des Zahnes.

Sechs Jahre später wurden wir nun abermals damit beauftragt eine endodontische Behandlung weiterzuführen. Diesmal ging es um Zahn 45, was uns ermöglichte den vormals therapierten Zahn 46 nachzukontrollieren.

Alio loco angefertigtes OPG mit „Schwerpunkt“ Regio 45
Nachkontrolle der fünf Kanalsysteme des Zahnes 46 nach sechs Jahren und Ausgangssituation von Zahn 45

Leider war der Patient unserer Empfehlung bisher nicht nachgekommen, eine prothetische Versorgung anfertigen zu lassen.

Es bleibt zu hoffen, dass dies nun nach Abschluss des Zahnes 45 erfolgte.

Bei mir überwiegt zunächst die Freude über das positive Recall…

:-)

Eine Bildergeschichte – Endo-Recall 16 Jahre

2020 berichteten wir über diesen Fall erstmals. Leider sind die Bilderverknüpfungen nicht mehr verfügbar, so daß ich diese nochmal hier einstelle.

Der Text von damals:

Der Patient war 2009 auf dem Weg zum Implantologen. 37 und 47 sollten extrahiert werden.
Irgendwie hat er von uns gehört und wollte noch eine Zweitmeinung.
Die Endoparo-Läsion an den unteren 7. Molaren war nicht hoffnungslos in der Behandlung. Allerdings war eine nur endodontische Revision auf Grund der massiven subgingivalen Konkrements, sowie Biofilms nicht ausreichend. Die parodontitische Therapie erfolgte zeitnah zur endodontischen Therapie in unserer Praxis durch eine spezialisierte Kollegin.

Der Verlauf der Behandlungen und parodontalen, wie prothetischen Entwicklung ist in den beiliegenden Röntgenaufnahmen abgebildet.

Und hier die Bilder bis aktuell 2025.

Noch ein Unterkiefer-Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung (II)

Hier das dazugehörige DVT zum Fall.
Zweiter Kanal, Aufzweigung im mittleren Wurzelbereich. Bislang unentdeckt, unbearbeitet.

Ich schätze mal, die WSR als Therapieoption ist raus, oder ?

Da waren es nur noch zwei.
Extraktion oder Versuch des Zahnerhaltes….

Noch ein Unterkiefer-Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung (I)

Weil s so schön war, gleich noch ein Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung hinterher. Allerdings Zufallsbefund im OPG, denn die Patientin kam wegen starker Schmerzen an Zahn 26 zu uns in die Praxis. Die apikale Aufhellung an Zahn 44 ist im Übrigen so gross, dass sie auf dem abgebildeten Zahnfilm nicht vollständig abgebildet werden konnte.

Auch hier wieder die Frage: was tun mit Zahn 44 ?

Und noch eine Umfrage hinterher