Kofferdam

Die letzen Jahre liefen bei uns die Behandlungen mit Kofferdam völlig sorgenfrei ab.
Bis zu dem Tag als Coltene beschloß etwas zu ändern. Wir benutzten den Hygienic Kofferdam in blau und grün, d.h. blau = stark und grün = x-stark.
Den blauen Hygienic verwenden wir bei Quadrantenisolationen und den grünen Hygienic bei Einzelzahnisolation.

Seit einiger Zeit gibt es diese nicht mehr. Keine Ahnung warum.
Es ist immer eine lange Phase der Findung, wenn ein bewährtes Produkt durch ein möglichst gleichwertiges oder besseres Produkt ersetzt werden muss.

Die Test mit dem neuen Kofferdam von Coltene waren nicht zufriedenstellend.
Wir beobachten bei endodontischen Behandlungen mit dem dickeren grünen Kofferdam nach einigen Spülungsphasen ein zunehmende Haftung, geradezu Ankleben von Mundspiegel, Endomotorkopf am Gummi. Gerade bei eingeschränkter Mundöffnung und den letzten Molaren wird das sehr störend beim „Einfädeln“ der Nickeltitaninstrumente unter optischer Kontrolle.

Nun wollen wir neue Kofferdamsorten testen. Unsere Frage lautet, welchen Kofferdam favorisiert ihr zur Quadranten- und/oder Einzelzahnisolierung?
Bitte nutzen sie / ihr die Kommentarfunktion für eure Kofferdamfavoriten.
Nach dem Test werden wir unsere Eindrücke in unserem Behandlungsablauf hier gern vorstellen.

MC K-Feile gibt´s nicht mehr, aber hier ist was …

Vor ein paar Wochen wurde berichtet, die MC K-Feilen von VDW gibt es nicht mehr.
Eine schlechte Nachricht, für Alle, die sie eingesetzt haben und das waren in unserem Kreis der WURZELSPITZE – Leser doch einige.

Hier möglicherweise nun eine Alternative.
Micro-Shaper und Micro-Opener von UDG.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

NSK Winkelstück Reparatur (II)

Heute kamen die zwei bestellten NSK Bauteile bzw. der Schlüssel.

Dank des Videos war der Tausch in 5 Minuten erledigt. Ohne Lupenbrille geht das bei mir aber nicht mehr…

😉

Morgen dann der Praxistest, ob das Winkelstück wieder voll in Funktion ist…

Überzeugungsarbeit (2)

Hier berichteten wir erstmals über diesen Fall.

Der Patient wollte nach einigen Tagen um einen KV für das DVT. Die Beihilfe lehnte die Kostenübernahme ab.
Der Patient bat uns nun nach Rücksprache mit seine HZA um WSR von 43.
Das lehnte ich ohne 3 dimensionale Bildgebung ab. Zudem verwies ich auf den röntgenlogisch auffälligen Befund am Zahn 42 und die damit notwendige Behandlungsnotqwendigkeit von 42 und nicht 43.

Letzendlich wurde nun die 3 dimensionale Bildgebung durchgeführt.
Die apikale Situation am Zahn 42 zeigte eine deutlich erkennbare und zurordenbare Aufhellung. Nach nochmaliger Beratung und Kontrolle Sensibilität 42 (positiv) rat ich zur Probetrepanation am Zahn 42. Die alternative elektronische Sensibilitätsmessung war ebenso immer positiv im Bereich zwischen 11 und 16 (Digitest Parkell).

Die Anästhesiologe Probetrepanation konnte ohne erkennbare Schmerzsensation bis zum Pulpacavum erfolgen. Es stellte sich ein mit einer Flüssigkeit gefülltes Cavum dar.
(Einen ähnlichen Fall, Zahn 21hatten wir bereits vor vielen Jahren vorgestellt.
Offensichtlich wird ein Reiz auf Kälte und Strom übertragen und der Patient gibt dies als positive Reaktion an.)

Die nun folgende endodontische Behandlung wurde analog zum Zahn 43 durchgeführt und im Verlauf der Recalls konnte eine sehr deutliche Heilungstendenz verzeichnet werden.
Der Patient ist inzwischen vollkommen beschwerdefrei.

Apexmessung Blauzahn China (II)

Ich sage es bei meinen Fortbildungen und habe es bei WURZELSPITZE immer wieder mal geschrieben. Ich halte die Trennung der Arbeitsschritte von Aufbereitung und Apexmessung für ausgesprochen sinnvoll.
Heisst: Erst messen, dann aufbereiten.

Wir messen immer wieder im Rahmen der Aufbereitung und nutzen mehrere unterschiedliche Messgeräte. 2 Apexlokatoren stehen bei uns auf dem Schwebetray, ein weiterer ist in den Behandlungsstuhl fest eingebaut, ein besonderes Feature unserer Morita Soaric Behandlungseinheit.

Warum das, obwohl die Mehrzahl unserer akkubetriebenen Endo- Motoren einen Apexlokator im Handstück integriert aufweist?
Warum denn nicht einfach die integrierten Messgeräte nutzen ?

Die Antwort ist einfach.
Wir nutzen bis zu 6 Endo-Motoren gleichzeitig. 
Und müssten dann jeweils zwischen den Endo-Motoren die Verbindungskabel umstecken. Was zwar theoretisch machbar ist und naheliegend erscheint, angesichts der Fragilität der Steckerbuchsen aber im Hinblick auf die Langlebigkeit der Motoren ich grosse Zweifel habe. Oder sagen wir, ich habe grosse Angst, meine Motoren zu zerstören auf diese Art und Weise. Nicht ganz unbegründet im Übrigen, hatten wir doch schon 2 Motoren eines namhaften Herstellers, die aus diesem Grund (wir haben die Buchse nur zum Aufladen benutzt) in Reparatur gingen.

Ich liebe das Arbeiten mit mehreren Endo-Motoren.
Wir haben uns im Laufe der Jahre einen effizienten Workflow erarbeitet.

Und daran hat auch die Geräte-Kombi Akku Handstück- Bluetooth Display der Firma Bondent nichts geändert. Obwohl – immerhin fand ich das Konstrukt so interessant, das ich es einem ausführlichen Praxistest unterzogen habe.

Der positiv ausgefallen ist.
Den Bondent-„iRoot Pro“-Motor – der vorletztes Jahr noch Bomedent hiess – verwenden wir ja schon gut ein Jahr. Er wurde zwischenzeitlich weiter verbessert, wenngleich ich vermelden kann, dass schon die ursprüngliche Version gut funktioniert hat und ich diesbezüglich im praktischen Arbeiten keine eklatanten Unterschiede zwischen alter und neuer Version feststellen konnte. Heisst- wer neukauft, freut sich über die 2024er Version, wer schon ein Gerät besitzt, kann unbesorgt mit dem Vorgängermodell weiterarbeiten. Neu ist allerdings das iRoot Apex Bluetooth-Display für den Apexlokator. Gefällt mir sehr gut. Es ist gut ablesbar, kann sowohl hochkant wie auch querliegend aufgestellt werden und die Datenübertragung funktioniert ohne nennenswerte Karenz. So lässt sich angenehm arbeiten. Und der Verzicht auf das Kabel (zum Display hin) schafft Freiräume. Nervt nicht mehr.

Alles in Allem finde ich die getestete Bondent-Kombination Akku Endo-Motor – Bluetooth Display sehr gelungen. Wer nur mit einem Handstück arbeitet, der sollte vor einem geplanten Neukauf auf jeden Fall sich die Geräte einmal anschauen oder vorführen lassen. Und ich muss an dieser Stelle gestehen, das ich fast ein wenig neidisch bin auf die jungen Zahnärzte, die heute für einen günstigen Preis alle möglichen Endo-Geräte sich zulegen können, für die wir alte Hasen das Doppelte oder gar das Vierfache noch hinlegen mussten.

Gäbe es nun noch eine magnetische Andockmöglichkeit, das Apexlokator-Kabel blitzschnell an das Endo- Handstück anzudocken, ich wäre dabei. So jedoch bleiben wir weiterhin bei unserem bewährten Workflow, der – da halte ich die Wette, schneller ist als alles andere.

NSK Winkelstück Reparatur

Seit Praxisgründung verwenden wir Winkelstücke von NSK und sind mit diesen sehr zufrieden. Leider kommt es natürlich vor, dass diese irgendwann kaputt gehen. Der Kostenvoranschlag für die Reparatur belief sich auf ca 440 EUR…

über die Facebook Gruppe -Dentalfamilie- bin ich auf ein Video gestossen, das erklärt, wie man eine solche Reparatur ggf. selber vornehmen kann…

hier der Link zum Video:

NSK S-MAX M95L

Die Ersatzteile (Kopftrieb und Schlüssel zur Deckelentfernung) für ca. 150 EUR) habe ich hier bestellt:

Home

Danke Matthias Bach für das Video und mehr

:-)

Ich bin gespannt, ob ich es hinbekomme…

ich werde berichten

Fragmente

Nachfolgend zeige ich unsere beiden letzten Fälle einer Fragmententfernung.

Unser Vorgehen ist dabei zunächst die „unproblematischen“ Kanalsysteme zu präparieren, bevor ich mich um das Fragment kümmere.

Bei diesem Schritt präpariere ich das Kanalsystem dann zunächst in der Regel bis zu einer Größe von ISO 45 (Wave One Gold). Nachfolgend kommen dann Ultraschallansätze der ISO-Größe 25 und ggf. 15 zur Anwendung (Cave: Abdeckung der anderen Eingänge mittels Wattepellet).

Wichtig ist mir hierbei dem Patienten keine „Wasserstandsmeldungen“ hinsichtlich der Fortschritte abzugeben. Getreu dem Motto: “ Es bewegt sich schon, jetzt haben wir es gleich“…

leider ist so ein Umstand nämlich kein sicherer Garant dafür, dass das Instrument tatsächlich gleich entfernt ist…

raten Sie, woher ich das weiss

;-)

Sollte die Spitze des Instrumentes beim entfernten Fragment nicht erkennbar sein empfiehlt es sich zu diesem Zeitpunkt ein Röntgenbild anzufertigen, um das Erreichte zu kontrollieren. Ggf. ist das Fragment nämlich in sich nochmals frakturiert. Dies passiert meiner Meinung nach am ehesten bei NiTi-Fragmenten…

In unseren beiden Fällen handelte es sich um ein Niti- bzw. Stahl-Fragment. Der zeitliche Aufwand lag bei 30 bzw. 20 Minuten…

der restliche Ablauf war dann „Routine“….

Erkennbare Fragmentspitze als Anhalt, dass das Fragment (MTwo?) in toto entfernt werden konnte
Leider war es mir nicht möglich einen distalen Approximalkontakt zu gestallten

Überzeugungsarbeit

Der Patient erschien vor einige Jahren auf Überweisung in unserer Praxis.
Er hatte im Unterkiefer rechts Beschwerden und ein starkes Druckgefühl. Lange Zeit hat er dieses toleriert, nun wurde es immer aufdringlicher, wie er sagte.
Einen Unfall oder anderweitiges traumatisches Geschehen gab es nicht.

Der HZA hatte den Zahn 43 bereits behandelt und bat um Behandlung 42.
Im exzentrischen Röntgenbild zeigte sich ein zweiwurzeliger 43 mit einer apikalen Parodontitis.
Ein wiederholter Sendetest am Zahn 42 zeigte eine positive Reaktion und war füllungsfrei.
Das angeratene DVT lehnte der Patient ohne Angaben von Gründen rundweg ab.
Wir empfahlen die Revision von 43, danach unbedingte röntgenlogische Kontrollen in 6 /12 / 24 Monaten und verwiesen, daß bei unklarem Befund ein DVT unausweichlich sein wird.
Die Zähne 43, 42 zeigten einen Lockerungsgrad 0 und waren nicht auf Perkussion empfindlich.
Die Sondierungen gastiefen waren im Sinne einer Gingivitis erhöht.

Die Revision erfolgte nach präendodontischem Aufbau unter mikroskopischer Kontrolle.
Die Aufteilung des Kanalsystems ließ sich unter mikroskopischer Kontrolle einfach darstellen und entsprechend weiter behandeln. Die Aufbereitung gelang mit Handinstrumenten, Reziprok 25 und Wave One Gold Instrumenten, die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% /Zitronensäure 10% und Eddyaktivierung.
Die Sensibilität am Zahn 42 prüften wir nach 14 Tagen, 4 Wochen und 3 Monaten. Immer zeigte sich eine positive Reaktion. Das Druckgefühl ließ nach.

Nach 6 Monaten erfolgte die Röntgenkontrolle. Das Druckgefühl hatte weiter nachgelassen, war aber noch vorhanden. Der Patient gab am Zahn 42 zeigte wiederum eine Reaktion auf Kalt und elektrischen Reiz an.
Wir empfahlen auf Grund der röntgenlogisch nun erkennbaren apikalen Veränderung an 42 und dem entgegenstreckenden klinischen Befund ein DVT zur Abklärung.
Der Patient wollte nochmals Bedenkzeit…
Weiter geht es demnächst.


Psst….Wer wissen will, was das hier ist … Samstag, 08. Juni 2024 !!!

Wer wissen möchte, was es mit diesem Gegenstand auf sich hat und was sich unter den beiden Spülbechern verbirgt, der möge sich den 08. Juni 2024 vormerken!

Zwei Hinweise.
Es hat nichts mit dem mysteriösen schwarzen Gegenstand auf dem Cover des 1975er Led Zeppelin Albums „Presence“ zu tun, aber ganz viel mit ORGANISATION.

Miniluftbläser Modell Bamberg

Ein WURZELSPITZE Gastbeitrag von Claudia Schaller

Für ein adäquates  zahmedizinisches Arbeiten unter großer Vergrößerung müssen auch die verwendeten Instrumente in der Dimension angepasst werden.

Das gilt für die verwendeten Bohrer mit schmalen überlangen Schäften, dem Microsauger und idealerweise auch für die Luft-Wasser-Spritze. 

Allerdings wird für die Luft-Wasser-Spritze am Markt kaum etwas angeboten.
Der Stropko-Irrigator (ca.370 Euro, Nachbauten bei AliExpress für ca. 15,00. Euro) mit Luerlockanschluss an der Spitze war bisher das einzige mir bekannte System. Der Metalladapter an der Spitze ist recht groß. Das Arbeiten mit eingesetzter Kanüle ist angenehm, allerdings ist der Kopf der Luftspritze nach Abnahme der Kanüle zu unhandlich.

Bei der (super) Morita-Veranstaltung „Die 3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER“ im Oktober 2023 kam man auch auf diesen Punkt zu sprechen. Ich habe damals meine simple Lösung vorgestellt: Umwickeln des Luftbläserendes mit Teflonband und die gewünschte Kanäle aufsetzen. 

Daniel Düsentrieb, genannt Ha Wi, hatte sofort eine Idee, die er mir zuschicken würde. Mehr hat er nicht verraten. Kurz darauf kam ein Briefumschlag mit Kunststoffadaptern an, die das Umwickeln des DCI-Luftbläsers mit Teflonband überflüssig machten. Er hatte sie konstruiert und mit einem Filamentdrucker gedruckt. Der Adapter funktionierte, aber wie eigentlich immer bei 3D – Druck-Prototyp-Konstruktionen zeigt sich im Einsatz, wie man das Produkt noch verbessern kann. Eine kurze Rückmeldung an Ha Wi und die nächste Umsetzung (beim 3D Druck spricht man von Iterationen) kam postwendend.

Zufälligerweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits auch einen Filamentdrucker (Anycubic Kobra 2) geordert (pure Neugierde). Ich macht mich also selbst daran, den Adapter zu modifizieren. Dazu habe ich mich in die einfache kostenlose Software Tindercad (tindercad.com) eingearbeitet und das Ergebnis mit Fusion 360 (ebenfalls von Autodesk) modifiziert: die Kanüle wird nun seitlich eingeschoben in den Adapter und die Luftspritze im zweiten Schritt durch den Adapter in die Kanüle gepresst, bis sie sichtbar im Luerlockansatz erscheint.

Funktioniert! 
Ist das nicht herrlich ?!?

Der Adapter ist günstig in der Herstellung (wenige Cent), kann beliebig nachgedruckt werden und ist ein Einmalartikel, was aus hygienischer Sicht sicher ein Vorteil ist.
Er erspart viele Papierspitzen und erlaubt den punktgenauen Einsatz des Luftbläsers (auch „um die Ecke“) selbst in der Trepanationskavität, ohne direkt in die Kanäle zu pusten.

Die STL-Datei zum Druck habe ich auf thingiverse.com hochgeladen unter „Miniluftbläser“. Thingiverse ist eine Datenbank für zumeist kostenlose Downloads von 3D-Druckdateien.

Gekauft habe ich den 3D-Drucker aus reiner Neugierde, so wie damals das erste i-Pad.
Damals wie heute war ich überzeugt, dass das nur ein Spielzeug mit weniger praktischer Anwendung sein würde.

Das I-Pad ist heute aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken und ich bin mir sicher, das wird auch der 3D-Drucker nicht mehr sein.

Gleich am Arbeitstag 1 im neuen Jahr …

… ein erfreuliches Ergebnis.

Der Ausgangsbefund – ein 12 jähriger Junge, Sportunfall, Zustand nach Frontzahntrauma, Erstuntersuchung am 14.07.2023.

Das DVT zeigt eine ausgedehnte, in allen 3 Dimensionen mehr als 1 cm grosse periapikale Knochendestruktion, die sogar den Zahn 12 tangiert. Da aber sowohl der Zahn 12 wie auch der Zahn 21 auf den Sensibilitätstest mittels Kältespräy positiv reagieren, erfolgt am 15.08.2023 die alleinige Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 11. Zum Abschluss der Behandlung wird ein Calciumhydroxid- Präparat eingebracht mit 16 Wochen Liegedauer.

Am 08.01.2024 zeigt sich bei Wiedereröffnung erfreulicherweise ein vollständiger knöcherner Verschluss des Foramens apicale, was nicht nur die optimale Applikation des Wurzelfüllmaterials wesentlich erleichtert, sondern darüber hinaus die Verwendung jeglichen xenogenen Materials als apikales Überpressungshemmnis – egal ob von Kuh, Schwein oder Pferd – überflüssig werden lässt.

MTA als apikale Barriere

Es folgt die Wurzelkanalfüllung mittels MTA als apikale Barriere und durch Erwärmung plastifizierte Guttapercha sowie Kerr Pulp Canal XWT als Sealer.

MTA als apikale Barriere

Es ist immer wieder erstaunlich, welch hohes Regenerationspotential der menschliche Organismus bereitstellt, wenn man ihn nur lässt bzw. die Voraussetzungen für die Heilung schafft.

Interne Resorption – Zahn 22 – Hanna

Mit einer Häufigkeit von 0,01 bis 1 % tritt eine interne Zahnresorption sehr selten auf. Sie manifestiert sich in der Regel auf Basis einer chronischen Pulpaentzündung. Voraussetzungen sind Defekte im Bereich des Odontoblastensaumes und Prädentins, Entzündungsreize aufgrund einer bakteriellen Pulpainfektion sowie vitales Pulpagewebe apikal der Resorptionslakune.

Als Ursachen kommen u.a. das Vorliegen einer traumatischen Zahnverletzung, Dentinfrakturen und kieferorthopädische Behandlungen infrage. (S.h.:hier)

Bei der heute vorgestellten 14-jährigen Hanna kann neben der vormals durchgeführten kieferorthopädischen Behandlung ggf. die zusätzlich vorhandene Invagination mit daraus resultierender chronischer Pulpainfektion als Ursache herangezogen werden…

Die eigentliche Behandlung erfolgte einzeitig und verlief ohne Besonderheiten.

Die Wurzelkanalfüllung erfolgte mittels Guttapercha & BC Seiler high flow. Der Resorptionsprozess war dabei größtenteils mittels Mikroskop einsehbar…

Interdisziplinäre Zusammenarbeit – KFO

Die Zusammenarbeit mit Kieferorthopäden ist in unserer Praxis über die letzten Jahre immer mehr zusammen gewachsen.
Nicht selten erhalten wir Überweisungen, die Auf Grund KFO Röntgenaufnahmen als Zufallsbefunde auftreten. Die Behandlungen treffen häufig Frontzähne im Unterkiefer und Oberkiefer. Im letzten Jahr mehrten sich die Fälle mit einem Dens invaginatus.

Heute möchte ich einen Fall aus 2022/2023 vorstellen. Die Ausgangssituation zeigt bei dem 14 jährigen jungen Patienten eine großräumige apikale Osteolyse am Zahn 41.
In der Vergangenheit sind solche Fälle nicht selten zuerst beim Kieferchirurgen gelandet.
Der Patient hatte keine Beschwerden. An einen Unfall konnte er sich selbst nicht erinnern, die Mutter schloß dies aber nicht aus, da es wohl, daß eine oder andere Sturzgeschehen gab.
41 war symptomfrei, Lockerungsrad 0 und ohne erkennbare Verfärbung koronal. Inzisal ist ein Schmelzverlust erkennbar. Dieser kann attritionsbedingt (Laterotrusion re.) oder traumatisch bedingt sein.
Im DVT ist eine großlumiges, sich auf einen Kanal beschränkendes Wurzelkanalsystem erkennbar. Sehr gut erkennt man im Schnittbild, daß das apikale Foramen lingual der Wurzelspitze liegt.
Die Therapie erfolgte in bereits öfters beschriebener Vorgehensweise, minimalinvaisve Zugangskvität, Desinfektion und Aufbereitung des Kanalsystems mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10%, Sweeps 2x30s und CaOH Einlage. Klinisch ist in der Behandlung ein starke apikale puride Exsudation erkennbar.
In diesen Fällen ist es nicht ausgeschlossen, daß noch zu den geplanten zwei Behandlungsterminen ein dritter Termin notwendig ist.
Die apikale puride Exsudation ist eine Kontraindikation zur Wurzelfüllung in unserem Behandlungsprotokoll.

Bei diesem jungen Patienten konnten wir jedoch im zweiten Termin das Wurzelkanalsystem in warm, vertikaler Obstruktion mit Guttapercha und BC Sealer Totalfill HiFlow nach vorheriger Desinfektion verschließen. Die Nachkontrollen zeigen den erfreulichen Heilungsverlauf und den Fortgang der KFO Behandlung.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (28) – Wenn die Ausgaben steigen und das Honorar erhöht werden muss…

Alles wird teuer.
Und im Gegensatz zu den Diäten der Politiker gibt es bei den Ärzte-Honoraren keine automatische Anpassung nach oben. Eigentlich gibt es gar keine Anpassung von Amts wegen, die über eine alibihafte subinflationäre, demnach nicht ausreichende Punktwerterhöhung bei den Kassenpatienten hinausgeht. Bei den privaten Krankenversicherern gab es das in den letzten über 35 Jahren gar nicht.

Und obendrein vom Bundesverfassungsgericht die Ansage, dies sei nicht notwendig, der Behandler könne (über den Weg der abweichenden Vereinbarung, so im Gesetzestext niedergeschrieben) seine Honorare mit dem Patienten selbst festlegen. Wenn er das nicht tue, sei er selber schuld. Da es so gut wie niemand mache, sei damit de facto der Beweis erbracht, den Ärzten/Zahnärzten ginge es immer ja noch zu gut, schöpften sie den Gestaltungsspielraum, der Ihnen mitgegeben sei, nicht aus.

Daher
„Und dem Mutigen hilft Gott!“
Um Friedrich Schiller zu zitieren.
Oder besser noch, was der Volksmund sagt: „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!“

Faktoren erhöhen!
Gilt natürlich für die gesamte Zahnmedizin.

Aber ich behaupte mal, nirgendwo ist es einfacher als in der Endo.

Warum ?
Weil wir nur ganz wenige Heil- und Kostenpläne anpassen müssen. Bei mir waren es diese Woche 9 Positionen. Eigentlich nur 8, denn die WSR kommt bei uns so gut wie nicht vor, ich erwähne sie nur der Vollständigkeit halber.

3 Sitzungen Endo, präendodontischer Aufbau, die postendodontische Stabilisierung, Wurzelstift, Perforationsdeckung, Fragmententfernung, WSR.

Lediglich 9 Positionen, die angepasst werden müssen.
Zeige mir einen Teilbereich der Zahnmedizin, wo es auch nur annähernd genauso einfach ist.

Also, Männer! Machen!!!!
Gilt natürlich für die Frauen genauso…

Wer s 2024 nicht tut, sorry, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (V)

Der Superorganismus Zahnarztpraxis existiert nicht mehr.
Für den Zahnarzt bedeutet das, er verliert an Produktivität.

Ein Umsatzrückgang, Honorarverlust und letztendlich in direkter Folge eine möglicherweise sogar überproportionale Verringerung des Unternehmensgewinns sind die Folge.

In Konsequenz müssen zwangsläufig die Preise der Zahnarztpraxis steigen.
Und eins ist von vorne herein klar – Es geht hier nicht um ein wenig Inflationsausgleich, es geht um deutlich mehr als das.

Wieviel genau, DAS ist die Frage.
Der jede Praxis für sich selbst ermitteln muss.

Wie geht das?
Extrem einfach.
Und daher sind Alle, die von der evolutionären Rückentwicklung betroffen sind, in der Schuld, diesen Wert zeitnah für sich zu vermitteln.
Angenommen die Praxis hat 2022 (als sie noch Superorganismus-Praxis war) einen Gewinn von 180.000 Euro gemacht. 2023 (nach evolutionärer Rückentwicklung und geringerer Produktivität) einen Gewinn von 150.000 Euro. Dann haben wir über das Jahr gesehen einen Honorarverlust von 30.000 Euro zu verbuchen. Auf 200 Arbeitstage verteilt ist das ein Honorarverlust von 150 Euro pro Arbeitstag. Bei 5 Behandlungen pro Tag sind das 30 Euro pro Behandlung, die von nun an jeder Behandlung zugeschlagen werden müssen.

Ja, SO einfach ist das.
Banal eigentlich.

Jetzt gilt es als Nächstes, diesen Betrag jeder Behandlung zuzuordnen.
Warum auch das in der Endodontie extrem einfach ist, liest man hier.

Und das ist dann schon Alles.

A
Faktoren anpassen.
B
Heil- und Kostenplan erstellen.
C
Abweichende Vereinbarung drucken, denn die brauchen wir zwangsläufig.
D
Den Patienten vorlegen. Und damit
E
sagen: „Das ist unser Honorar ! Dafür arbeiten wir !“

Fotona Direktvertrieb

Zwischen Weihnachten und Neujahr erhielten wir die Information, daß Henry Schein den Vertrieb von Fotonaprodukten zum 31.12.2023 einstellt.
Gemunkelt wurde schon viel und es geisterten verschiedenste Termine durch die Welt.
Wichtig ist der unten stehende Satz in dem Schreiben.

Ersatzteile & Technischer Service
Den technischen Service, sowie die Ersatzteile für die Lasersysteme von FOTONA bietet Henry Schein weiterhin an.

Als Ansprechpartner für den Direktvertrieb gilt nun:

Fotona GmbH
Hohlbachweg 2
73344 Gruibingen
Telefon: 0 73 35 — 929 98 30

Email: dental©fotona.de

Wir werden berichten, wie sich dies weiter gestaltet.

GOZ Anwenderhinweis der LZK Hessen

Über die Zahnmed-Emailliste von Michael Logies erreichte mich Ende letzten Jahres der Hinweis auf ein Whitepaper der LZK Hessen.

GOZ:
Mögliche Handlungsspielräume aktiv nutzen!
Whitepaper
Band 10

der Schriftenreihe der Landeszahnärztekammer Hessen
Landeszahnärztekammer Hessen Körperschaft des öffentlichen Rechts

Auf jeden Fall lesenswert.
Diese 5 Minuten sollte jeder unbedingt zwischen den Jahren investieren.

Bedauerlich jedoch – Achtung Spoileralarm – das sich der konkrete Rat des „wie aktiv nutzen“ auf den Tipp beschränkt, über den 3,5 fachen Satz zu berechnen, keine Angst vor der Reaktion des Patienten zu fürchten und wie eh und je in den letzten 40 Jahren gegebenenfalls eine mehr oder weniger zutreffende Begründung anführen zu müssen, damit der Patient wenigstens die Differenz 2,3 bis 3,5 erstattet bekommt von seiner Rechnungsstelle, die selbstverständlich dezidiert das unerhörte Abrechnungsverhalten des Zahnarztes anprangern und außerdem die Begründung ablehnen oder in Frage stellen wird.

Schade, da wünschte ich mir endlich einmal ein „Aufstehen“ der Zahnärztekammern.
Bislang klingt das alles immer noch lediglich nach „Marschier Du vor, aber erwarte nicht, das wir Dir helfen, wenn es ernst wird…“

Schade.
Aber 2024 hat ja gerade erst angefangen, man soll die Hoffnung nicht aufgeben …

Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (III)

Wir brauchen einen Plan B.
Wie soll er aussehen ?

Um diese Frage beantworten zu können, ist es notwendig, zu analysieren, wie unser gegenwärtiger Status Quo des betriebswirtschaftlichen Arbeitens in der zahnärztlichen (Einzel)praxis aussieht und wie es dazu kam.

Es wird also philosophisch.
Und wir steigen ganz weit oben und grundsätzlich ein:
Was unterscheidet den Menschen vom Tier?

Die Intelligenz?
Sicher nicht.

Seit Douglas Adams epocheweisendem literarischen Werk wissen ´wir, dass wir nur die drittintelligentesten Wesen auf der Erde sind.
Scherz beiseite.
Tintenfische, Delphine, Raben.
Hochintelligente Tiere.

So intelligent sogar, dass sie sich nicht grundlos gegenseitig umbringen.
Das nur zum Nachdenken zu Jahresbeginn, aber wir schweifen ab, zurück zum Thema.

Die Kommunikation?
Ist es auch nicht.
Man denke an den Gesang der Buckelwale oder den Schwänzeltanz der Honigbienen.

Auch die Ausbildung komplexer Sozialisations-Systeme ist nicht auf den Menschen beschränkt. Man denke an die Jagd nach Beute im Löwenrudel.

Aber im Gegensatz zum Löwen, der mit seiner Jagd auf die Antilope eine Wertschöpfung generiert, welche die Ernährung seiner selbst und im Nachgang seines Rudels sichert, ist der Mensch bestrebt, darüber hinaus einen Mehrwert für sich zu schaffen. Der Löwe jagt, um satt zu werden. Sind er und sein Rudel gesättigt, liegt er wieder faul im Schatten, während die lauernden Hyänen sich ungestört über die restliche Beute hermachen.

Kein Löwe käme auf die Idee, die verbleibenden Essenreste meistbietend an die umherstreunenden Fleischfresser der Gegend zu veräußern.

Hierin unterscheidet sich in der Tat die Gattung Homo sapiens grundlegend von der Tierwelt. Statt die Grundbedürfnisse des Lebens zu decken und danach dem süßen Nichtstun zu frönen, arbeiten wir weiter.
Und generieren Mehrwert.

Wie aber entsteht Mehrwert?
Zunächst bedarf es der Definition des Wertes einer jeden Arbeit.
Nicht zwingend notwendig aber auf jeden Fall hilfreich ist die Existenz eines einen jeweiligen Wertes repräsentierenden Speichermediums. Nichts anderes sind Währungen und Währungsequivalente (Gold, Diamanten). Sie erleichtern den Vergleich und damit den Austausch untereinander.

Um Mehrwert entstehen zu lassen, bedarf es zunächst der Anstrengung, über den Bedarf der Sättigung der elementaren Grundbedürfnisse hinaus zu arbeiten. Mehrwert zu generieren bedeutet also zunächst, mehr zu arbeiten.

Jetzt schlagen wir den Bogen zur Jetztzeit und zur Zahnmedizin.
Irgendwann in den 6oer Jahren des letzten Jahrhunderts gab es eine Festlegung der zahnärztlichen Honorare, die sich an der Sättigung der Grundbedürfnisse und am gesellschaftlichen Status des Zahnarztes orientierte. Die Höhe dieser Honorare war zum Zeitpunkt der Festlegung gesellschaftlich sanktioniert. Ein entsprechender Verdienst demnach dem Behandler, seiner Tätigkeit angemessen, zugestanden.

Um nun Mehrwert generieren, bieten sich dem Zahnarzt im Rahmen seiner Tätigkeit 3 Möglichkeiten:

1. Länger arbeiten.
2. Schneller arbeiten.
3. Teilbereiche seiner Tätigkeit an Mitarbeiter zu delegieren, so dass insgesamt eine höhere Produktivität entsteht.

All das haben die Zahnärzte in der Vergangenheit getan.
Und damit für sich einen adäquaten Mehrwert generiert.

Bis hierher ist das Leben im Lot.
Betrachten wir nun jedoch die komplexe Gesamtheit des sozialen Systems, verändert sich das Ganze. Der Menge der geleisteten Arbeit Aller steht eine adäquate Menge an Arbeitsequivalent gegenüber. Gehen wir zunächst davon aus, dass dieses Arbeitsequivalent (nachfolgend eine bestimmte Menge an Gold) eine feste unveränderbare Größe ist. Dann bewirkt die Mehrarbeit aller, dass der Wert der Einzelleistungen, die der Menge Goldes gegenübersteht, im Laufe der Zeit immer weniger wert sein wird.

So entsteht Inflation.
Diese auszugleichen gelingt, in dem man die Honorare adäquat erhöht. Dies ist, die Zahnärzte betreffend, in den letzten Jahrzehnten nicht, beziehungsweisend nur unzureichend erfolgt.
Dem Zahnarzt, wenn er nicht weniger als bisher verdienen möchte, blieb nur die Qual, mehr, schneller oder produktiver zu arbeiten.

Genau das haben die Zahnärzte getan.
Mehr gearbeitet, mehr verdient.

Aber nun ist der Punkt erreicht, wo all das nicht mehr aussreicht. Mehr und schneller arbeiten geht nicht mehr, es gibt eine natürliche Grenze. Diese ist erreicht. Oder gar schon überschritten. Und jetzt bricht auch noch die 3. Möglichkeit, der Mehrwert-Schaffung weg. Es gibt nicht mehr genügend Mitarbeiter, die uns zuarbeiten und uns damit produktiver machen können.

Was nun, was tun ?