Wer von den Lesern hat den Beitrag am Dienstag überflogen und ist zu dem Ergebnis gekommen, das besagter Zahn 34 ja jetzt nicht SO aussergewöhnlich ist. Das passiert schnell (auch meinem früheren Ich) und in der Vor DVT – Zeit gab es denn auch nur wenig Hinweise auf die vielen exotischen Kanalstrukturen, die solche UK – Prämolaren in sich verbergen.
Aber auch dieser Zahn stützt meine These, dass es sich bei UK -Prämolaren um die schwierigsten endodontisch zu behandelnden Zähen im gesamten Gebiss handelt.
Nur das (hochauflösende) DVT offenbart die Komplexität des Falles. Klinisch sieht man auch im Dentalmikroskop einen schmalen Zentralkanal, was eine euphemistische Beschreibung darstellt, in Wirklichkeit ist ein kleines dunkles Loch.
Und im DVT ?
Ich sehe etwa in der Mitte des Kanalverlaufes eine Aufzweigung nach bukkal und lingual, kurz darauf zweigt im bukkalen Kanal eine Anastomose ab, die sich beim Durchscrollen von cervical nach apikal als Seitenkanal entpuppt.
Ich habe keine Ahnung, ob ich diesen Zahn 34 hier bei WURZELSPITZE gezeigt habe. Aber er passt absolut in diese Reihe. Der Patient kam vor kurzem zum Recall 7 Monate nach WF. Die Schwierigkeit lag im tiefliegend sich erst aufteilenden lingualen Kanalsystem, welches ich ohne DVT nie gefunden hätte. Koronal vollkommen obliteriert. Kein Hinweis auf das okkulte Kanalsystem in der Dentalmikroskopansicht. Und man diagnostiziert dank 3D – Röntgen an der Teilungsstelle einen lateralen Kanal, der sich erfreulicherweise nach WF röntgensichtbar gefüllt zeigt. Sowohl die laterale wie auch die apikale Knochendestruktion präsentieren sich in der ersten Nachkontrolle schon schon deutlich verbessert.
Es geht also. Auch in schwierigen Fällen.
Bild 1: Zahn 34 vor endodontischer Behandlung Bild 2: Zahn 34 post WF Bild 3: Zahn 34 WF- Kontrolle 7 Monate post WF
Kennen Sie diese Patienten, denen es körperliche Schmerzen zu bereiten scheint, ein Lob auszusprechen? Die werden bei uns oft schon mit der ersten zahnärztlichen Behandlungsmaßnahme, der Anästhesie herausgefiltert. Das sind nämlich die, welche nach durchgeführter Betäubung (die ich fast schon zwanghaft versuche, immer so sanft wie irgend möglich durchzuführen) auf die Frage „War die Betäubung okay? mit einem verzögerten, gequälten, so als ob sie erst lange überlegen mussten „Jaa, ganz okay“ antworten.
In der Art geht es dann zumeist die gesamte Behandlung hin durch weiter. So auch bei dem nachfolgenden Patienten, der mit einem doch schon stark substanzgeschwächten Zahn 36 unsere Praxis aufsuchte. Ein Zahn 36, der erst aufwändig wieder aufgebaut werden musste, bevor er dann endodontisch behandelt werden konnte.
1. Schritt Kariesexkavation und dentinadhäsive Kompositrestauration, Endo. 2. Schritt Präparation und adhäsive Eingliederung einer Compositkrone als Interimsversorgung (aus dem Vollen heraus modelliert, weil eine Form als Vorlage fehlte, Kronenkomposit leider nicht röntgenopak)
Letzteres wegen der doch schon etwas größeren periapikalen Knochendestruktion. Denn was ich bei solchen Patienten auf gar keinen Fall möchte, ist das der Hauszahnarzt eine Kronenversorgung durchführt, bevor nicht ganz klar ist, das apikal eine ossäre Heilung sich einzustellen beginnt. Der Patient blieb die gesamte Behandlung weiterhin sparsam mit Komplimenten. Schliesslich zahlte er ja dafür. Da ist es das Mindeste, was man verlangen kann, das Bestleistungen erbracht werden. Exakt so kam er rüber.
Ein Glück daher, das der Zahn 36 sich 8 Monate post WF mit einem wunderbaren und für die Kürze der Zeit erfreulich großen Knochengewinn im Kontrollröntgenbild präsentiert.
Der lapidare und phonetisch emotionslose Kommentar des Zahnbesitzers. „Das sieht doch ganz gut aus. Dann kann mein Zahnarzt ja jetzt ENDLICH (der Patient hatte seine Termine mehrmals kurzfristig verschoben) mit der Krone anfangen…“
Die Behandlung hat noch nicht begonnen, da gibt der Patient lauthals besagtes Statement ab und – um es vorwegzunehmen – er wird diesen Satz im Laufe der nächsten Stunde noch mehrmals genau so wiederholen.
Willkommen im Notdienst. Es ist Sonntag, der Tag des EM Fussball- Finales und der Patient war am Donnerstag schon mal beim Zahnarzt. Gegen seine Schmerzen wurde ein Antibiotikum verordnet. 3 Tage später sind die Schmerzen geblieben und nur noch stärker geworden. Eine entsprechende Untersuchung – unbezahlt wie fast alles im Notdienst was wir tun – ergibt den vor Jahren bereits (suboptimal) wurzelkanalbehandelten Zahn 26 als Schmerzauslöser.
Was tun?
Den Zahn extrahieren ? Obwohl dieser erhaltungswürdig und erhaltungsfähig ist ? Eine Pseudo-Therapie (Schmerzmittel, Antibiotikum, Trepanation, Inzision) durchführen in der Hoffnung, dass uns der Patient bis Montag morgen 8 Uhr nicht mehr belästigt ?
Ein verlockender Gedanke im Hinblick darauf, dass mittlerweile der „ich hasse Zahnärzte“ – Satz schon zum 4. oder 5. Mal gefallen ist. Und unsere KZV eine endodontische Maßnahme unsererseits nicht bezahlt, nicht im Erfolgsfalle und gewiss nicht im Falle der Extraktion durch den Nachbehandler.
Wir wagen uns an die Endo. Anästhesie, danach Schmerzfreiheit. Revision der vorhandenen WF (leichter als dem Röntgenbild nach erwartet), Darstellung des bislang nicht behandelten 4 . Kanals. Desinfektion und Medikamentöse Einlage. Verschluss der Zugangskavität mit Glasionomerzement.
„Ich hasse Zahnärzte!“. Sagt der Patient, sobald wir die Behandlung beendet haben.
Ich habe die ganze Zeit geschwiegen, aber jetzt kann ich meinen Mund nicht mehr halten.
„Ich weiss nicht , ob es eine zielführende Strategie ist, den Personen, von denen Sie sich Hilfe versprechen, so einen Satz permanent an den Kopf zu werfen?“ Und muss lächeln dabei, denn die Situation entbehrt nicht einer gewissen grotesken Komik.
Eine Kontrolle am nächsten Tag ergibt Schmerzfreiheit, der Patient konnte sehr gut schlafen.
„Ich hasse Zahnärzte!“ Wieder fällt dieser Satz.
Innerlich zucke ich mit den Schultern. Stelle einen Arztbrief aus und verweise den Patienten zur Weiterbehandlung an den Hauszahnarzt, der schon die suboptimale Primärbehandlung durchgeführt hat.
Ob der Hauszahnarzt es diesmal besser machen wird? Ob der Hauszahnarzt diesmal den gewiss nicht banalen 4. Kanal adäquat behandeln wird ?
Endodontische Handinstrumente kommen bei uns von VDW. Und von Maillefer. Seit 31 Jahren arbeite ich damit. Und sehe keinen Grund zu wechseln.
Moment. Und sah keinen Grund zu wechseln bislang. Denn leider – ob durch Corona verursacht oder nicht – sind seit einigen Monaten schon die von uns verwendeten C Plus- und C Pilot – Feilen des öfteren nicht lieferbar. Ein für eine endodontische Praxis unzumutbarer Zustand. Als es auch nicht mehr half, besagte Feilen in größeren Mengen einzulagern, habe ich notgedrungen auf Komet- Endo-Handinstrumente zurückgegriffen. Die, so fair muss man sein, zum gleichen Preis bzw. vernachlässigbar etwas günstiger in vielen Fällen den Job genauso erfüllen wie die oben genannten Platzhirsche.
Als nun wieder mal ein Lieferdefizit sich ankündigte, habe ich erneut bei Komet bestellt. Und bei dieser Gelegenheit erfahren, das es im Moment ein Aktionsangebot gibt – 20 für 10. 10 Päckchen bestellen, 20 Päckchen werden zum gleichen Preis geliefert. Ist ein wenig marketingtechnisch geschönt, weil man vom Listenpreis ausgeht, der im Markt immer schon unterboten wurde, aber immerhin 1 Euro 8 Cent netto pro Instrument ist 50 Cent günstiger als bei den C Pilot-Instrumenten aufgerufen wird.
Das hat mich dann doch neugierig gemacht. Und ich habe bei AERA ONLINE mal geschaut, was der Markt so hergibt.
ISO 10 K Feilen für 43 Cent das Stück. Okay, noch mal ne Ansage, allerdings ungeblistert, das heisst, die Instrumente müssen vor Anwendung sterilisiert werden. Das macht für uns keinen Sinn. Sorry, China.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Dieser Fall ist nun wirklich einfach. Zahn 21. WF- Revision.
Nicht der erste Zahn bei dieser heute 56 jährigen Patientin, den wir im September 2016 behandelten. Und die Patientin kontaktierte den Hauszahnarzt nicht mehr, sondern meldete sich direkt bei uns. Schön.
Wir revidierten also die WF am Zahn 21 mit seiner apikalen und lateralen Aufhellung. Vorhandene Stufen, massiv Pus nach Kanalpenetration über die gesamte Länge. Nach der Wurzelfüllung zeigte sich die Füllung des vermuteten Seitenkanals. Das war im Oktober 2015.
Zustand nach Insertion Glasfaserstift
Ein Erfolg des im August in die Praxis integrierten Morita AdvErL Evo Lasers ? Könnte man vermuten!
Wir wollen den Laser nicht missen. Setzen ihn intensiv in jeder Behandlung ein. Nunmehr fast 6 Jahre.
Allerdings – die insgeheim erhoffte inflationär erdrutschartige „Mehr“ an Seitenkanälen kann ich nach nunmehr fast 6 Jahren des täglichen Einsatzes nicht verifizieren. Ein wenig mehr. Ja. Exorbitante Steigerungen im Sinne von jeder Zahn und multiple PoE gefüllt a la Cliff Ruddle ? Nein.
Im September 2016 bei der Nachkontrolle von Zahn 21 bat die Patientin dann um WF- Revision an Zahn 22, sie hätte ein ungutes Gefühl bei dem Zahn. Das Übliche. Kein Schmerz, eher ein dumpfes Druckgefühl. Und der typische Druckschmerz bei Palpation der Nasiolabialfalte.
Gesagt, getan.
Zahn 22 post WF – Knochendefekte an Zahn 21 apikal und lateral vollständig ausgeheilt
Letzte Woche stellte sich die Patientin zur Kontrolle 70 bzw. 58 Monate post WF dar. Die apikalen und lateralen Knochendefekte an Zahn 11 sind vollständig ausgeheilt, auch Zahn 22 ist klinisch wie im Zahnfilm in Ordnung.
Nachkontrolle fast 6 Jahre post WF
Wir gehen davon aus, das diese Zähne noch lange erhalten bleiben und fragen uns: „Warum nicht gleich so ?“
Wenn man Kollegen fragt, welches die am einfachsten endodontisch zu behandelnden Zähne sind, dann wird das Votum mit überwältigender Mehrheit für Oberkieferschneidezähne ausfallen. Da bin ich sicher.
Hier eine Auswahl an Oberkieferfrontzähnen der letzten beiden Tage. Ein buntes Sammelsurium. Und man fragt sich.
Was haben diese Zähne ? Einfache oder schwierige Behandlung ?
Wo lauern Fallstricke ?
Mehr dazu diesen Freitag am Dienstag.
Bis dahin viel Spass beim Mutmaßen.
Symptomatischer Zahn 11Zahn 21, Frage der ErhaltungswürdigkeitZahn 11 mit großer apikaler AufhellungZahn 11, Zustand nach Trepanation, Frage der ErhaltungswürdigkeitZahn 11, Zustand nach Trepanation
Das war am Montag.
Am Dienstag und Mittwoch sind dann noch mal ein paar Frontzähne dazugekommen.
Zahn 11Zahn 21Zahn 12
Fassen wir zusammen.
Alles einfache Zähne. Die einfachsten der einfachen.
Was die Frage impliziert: Warum überhaupt kommen diese Patienten in unsere Praxis ?
Ich bin schon 4 mal geröngt wurden an dem Zahn in der letzten Zeit!!! Muss das wirklich noch mal sein ????
Fragt die Ende zwanzig jährige Patientin. Die zur Beratung/endodontischen Weiterbehandlung von Zahn 27 an uns überwiesen wurde. „Wie alt ist denn die letzte Aufnahme ?“, frage ich.
„14 Tage“.
Also brandneu. „Müsste ja eigentlich zur Besprechung ausreichen oder ?“ Denke ich.
Und betrachte die Aufnahmen, die uns zur Verfügung gestellt wurden.
Ich habe dann einen Zahnfilm von Zahn 27 erstellt.
Er zeigt natürlich exemplarisch die Notwendigkeit , schon allein aus juristischen Gründen auf eine solche Aufnahme nicht zu verzichten, sofern im Wurzelkanal gearbeitet wurde.
Die Aufnahme gelang im Übrigen vollkommen problemlos, weshalb die Frage nach der Notwendigkeit multipler Zahnfilme in diesem Falle sicherlich seine Berechtigung hat, wir aber der falsche Ansprechpartner sind in der Sache im vorliegenden Fall.
Also – die Aufnahme VOR Behandlungsbeginn ist OBLIGAT. Und hier die Argumentationskette (gilt im Übrigen auch für schlechte DVT´s) : Warum sollte ich auf eine GUTE und aussagekräftige Aufnahme verzichten und damit meine Arbeit kompromittieren, nur weil vorher SCHLECHTE nicht aussagekräftige Aufnahmen gemacht wurden
Wir nutzen unsere Sony Alpha 6500 und 6300 Kameras am Dentalmikroskop mittels Akkus als Stromquelle. Das hat den Vorteil, dass wir keine Netzteilkabel irgendwo rumhängen haben. Sieht unschön aus und ist hygienetechnisch suboptimal bzw. wir müssen diese nicht aufwändig durch entsprechende Verlegungsmaßnahmen verschwinden lassen. Klingt in der Theorie besser als in Wirklichkeit, weil das HDMI – Kabel zum Fernseher für die Livebild- Video- Übertragung ja doch vorhanden ist. Immerhin umgehen wir durch die Akkunutzung elegant das Medizinproduktegesetz und das war meine ursprüngliche Intention. Von den Dentaldepots wird ja immer wieder kolportiert, dass zum Beispiel Monitore, die am Behandlungsstuhl befestigt werden, damit den Auflagen des besagten Gesetzes unterliegen und als Medizinprodukt geführt und zugelassen sein müssen. Keine Ahnung, ob das jemals bei einer Praxisbegehung relevant werden wird, aber mit dem Akkubetrieb umgehen wir von vornherein jegliche Diskussion.
Der Nachteil daran ? Natürlich geht – Murphy ´s Law – die Kamera immer zum ungünstigsten Zeitpunkt mangels Strom aus. Und dann muss ein neuer Akku herbeigeholt werden, die Ladestation ist im Steri-Bereich der Praxis, es dauert also ein wenig. Das sind etliche Sekunden, die sich wie Minuten, wenn schlecht läuft 1 bis 2 Minuten, die sich wie Stunden anfühlen.
Aus diesem Grund habe ich an der Kamera, genauer gesagt am Kamerakäfig, in den die Kamera montiert ist, eine mittels 3D-Drucker gefertigte Halterung für die Ersatzbatterie befestigt. Der Batteriewechsel dauert so lediglich eine sprichwörtliche Sekunde. Und es hat noch einen Vorteil, der in der Theorie gar nicht vorhanden sein dürfte, der facto jedoch im Praxisalltag vorkommt. Wir hatten früher eine ganze Reihe von Batterien (damit immer – Hosenträger und Gürtel – genügend geladen sind). Führte aber paradoxerweise zu dem Phänomen, das manchmal GAR KEINE der vielen Batterien ausreichend geladen war. Jetzt haben wir nur noch 3 Batterien. Die erste ist in der Kamera in Benutzung, die zweite als Nachschub an der Kamera vorrätig und die dritte – lädt im Ladegerät, weil dieses immer einen leeren Ladeschacht aufweist, wenn dieser benötigt wird.
p.s.: Eine zusätzliche Speicherkarte wird in der Batteriebox ebenfalls noch bevorratet. Falls die Speicherkarte in der Kamera einmal voll sein sollte. Denn wir wissen ja, in diesem Falle sind Ersatzkarten nicht auffindbar, nicht lesbar, ebenfalls voll usw. …
Wie heisst es im Whitepaper TI 2.0 der Gematik – „Internationale TOP – Liga.“
Drunter machen wir es ja nicht.
Im internationalen Digital Health Index der Bertelsmann- Stiftung war Deutschland noch im Jahr 2018 auf einem Abstiegsplatz. Der gemeinsame Ansporn seither ist der Sprung in die internationale Top-Liga. Die Festlegung technischer Standards für ein digitales Gesundheits- system auf nationaler Ebene reicht dabei nicht aus. Die notwendige Perspektive ist die internationale Anschlussfähigkeit. Daher werden die auf internationalem Parkett anerkannten und genutzten Standards, wie z. B. FHIR, mit der Einführung des E-Rezepts im Jahr 2021 nun auch in Deutschland ein gelebter Standard.
eRezept Pilotphase startet nur noch mit einer Praxis
Die Einführung des elektronischen Rezepts geht weiter nur holprig vonstatten. Eigentlich sollte es Anfang Juli bundesweit losgehen. Dann war ein Test mit 50 Praxen und 120 Apotheken geplant. Nun soll es noch viel übersichtlicher werden.
Das elektronische Rezept hat offenbar Startprobleme.
Mit gerade mal einer Hausarztpraxis und einer benachbarten Apotheke im Berliner Bezirk Schöneberg startet die Gematik am 1. Juli die Pilotphase für das elektronische Rezept, berichtet der Branchendienst „Apotheke Adhoc“. Als Krankenkasse sei die AOK Nordost mit von der Partie. Getestet werden soll zu Beginn folglich auch nur eine Software: das System Quincy des Anbieters Frey.
Geplant war die Einführung des eRezepts für den 1. Juli. eigentlich mal bundesweit. Ende April dann musste die Gematik einräumen, dass daraus nichts wird. Und so schnurrte das Teilnehmerfeld der sechsmonatigen Pilotphase auf 120 Apotheken und 50 Arztpraxen in Berlin und Brandenburg zusammen. Und selbst das klappt nun offenbar nicht.
So soll die von der Gematik kommunizierte Obergrenze der Teilnehmer erst zum Ende des dritten Quartals erreicht werden, berichtet der Branchendienst. Ein Problem sei die flächendeckende Bereitschaft der Arztsysteme: Bislang stehe nur das System Quincy bereit. Die meisten PVS-Hersteller sollen ihre Systeme erst zum 1. Oktober startklar haben, heißt es in dem Bericht.
Die Anbieter kritisierten, dass sie die Vorgaben für die Programmierung viel zu spät erhalten hätten. Selbst der Start im Oktober sei ein „Himmelfahrtskommando“, wird ein PVS-Hersteller zitiert.
Am 23. 06.2021. Zeit für das 2. Endodontische Mittwochabend – Gespräch.
Der Titel lautet: Die Zukunft der Zahnarztpraxis (jenseits der großen Stadt)
Worum es geht, das seht ihr im nachfolgenden Video – Trailer (am besten in 1080p als Voreinstellung): Ich sage nur soviel, es geht um Weichenstellungen, um Freude am Beruf und um Geld.
Und weil das Thema sicherlich für Alle interessant ist, darf teilnehmen auch diesmal die gesamte WURZELSPITZE – Community, wie das nun heute neudeutsch so heisst.
Wir starten entgegen sonstiger Gewohnheit schon eine Viertelstunde früher, um 19:45 Uhr.Und werden pünktlich um spätestens 20:45 Uhr aufhören, um dem dritten EM Erstrunden-Sieg in Folge um nach dem Kantersieg der „MANNSCHAFT“ über Portugal dem Einzug in die Zwischenrunde gegen Ungarn beiwohnen zu können.
Also Knabberzeug und gekühlte Getränke bereitstellen, am Grill Holzkohle auflegen oder Gasflaschen anschrauben, dann kann´s losgehen.
In der Kommunikation mit den Patienten die eigene Leistung nie zu hoch ansetzen.
Tiefstapeln ist angesagt. Wobei, tiefstapeln trifft es nicht so ganz. „Den Erfolg kleinreden“ trifft es vermutlich besser.
Auf die Frage zum Beispiel: Wie lange kann denn ein Zahn nach Wurzelkanalbehandlung halten. Was antwortete ich (dummerweise)? Wenn´s gut läuft, ihr ganzes Leben.
Das dies grundlegend falsch ist, so zu antworten, dieses Licht ist mir vor kurzem erst SO RICHTIG aufgegangen. Und die Geschichte diesbezüglich möchte ich hier wiedergeben, so daß Alle von meinem Fehler lernen können.
Eine (63 jährige) Patientin aus den Anfangstagen meiner Selbstständigkeit sucht unsere Praxis auf und bittet um Rat. Grund ist ein lockeres Implantat in Regio 34 (Lockerungsgrad 2 – 3) Ob wir nicht mit dem Laser noch was machen könnten, der Implantologe habe so etwas erwähnt.
2018 sah das Implantat noch deutlich besser aus. Die Mundhygiene der Patientin ist im Übrigen sehr gut, auch systemische Problematiken und schlechte Habits scheiden als Erklärung für die Lockerung aus. Insgesamt also unerfreulich und unbefriedigend, den Erhaltungsversuch mittels Aufklappung und Lasereinsatz halte ich angesichts der hohen Mobilität nicht für zielführend, noch weniger allerdings die Wiederholung einer bereits einmal erfolgten Augmentation mit Knochenersatzmaterial, welche der Chirurg vor 2 oder 3 Jahren durchführte.
Ich überbringe also die schlechte Nachricht. „Ich denke ,dass das Implantat nicht erhalten werden kann und schnellstmöglich entfernt werden sollte, um weiteren Schaden vom Knochen abzuwenden.“
Interessant die Reaktion der Patientin. „Naja“, sagt sie, eher sogar positiv gestimmt „Das Implantat hat ja SEHR LANGE gehalten! Mein Björn“, sie spricht von ihrem Sohn, „als das Implantat gesetzt wurde, das war kurz nach der Schwangerschaft und heute ist er 21 Jahre alt. Damals sagte der Implantologe, wenn ´s gut läuft, dann kann so ein Implantat 10 bis 15 Jahre halten und da sind wir ja sogar deutlich drüber!“
Ich schaue in die Karteikarte. 1999 war das.
Und mir fällt ein, daß ich bei der Patientin im August 1993 eine Endo gemacht habe. Im Januar hatte ich die Praxis übernommen, mein Praxisvorgänger kannte sie schon aus Kindertagen. Zahn 45 war devital. Die WF war insuffizient. Ich revidierte. Sozusagen meine ersten endodontischen Schritte in eigener Praxis. Nix mit OPM, NiTi, DVT, Laser. Handinstrumentation, Root ZX,Stahlinstrumente, EMS – Ultraschallspülung. 2 Sitzungen. Alles gut soweit.
Überkronen lassen wollte die Patientin den Zahn aber nicht. Was mich insgeheim ärgerte. Sie hat sich vehement gesträubt dagegen. Auch eine Endo an Zahn 46 lehnte die Patientin ab. Weil – Wurzelkanalbehandlungen ja doch nicht funktionieren. Seitdem läuft sie mit dem Zahn 45 im Mund herum. Die Compositefüllung post Endo wurde 1998 erneuert, weil die linguale Wand des Zahnes frakturiert war. Seitdem ist der Zahn unverändert, eine zuletzt durchgeführte Röntgenkontrolle von 2018 zeigt einwandfreie Verhältnisse.
2018 – Zahn 45 25 Jahre post WF
Was habe ich nun gelernt? Bei einer Antwort, ein wurzelkanalbehandelter Zahn kann ein Leben lang halten, baut man eine sehr hohe Erwartungshaltung auf. Und kann eigentlich nur scheitern. Beim Verlust des Zahnes (egal wieviel später dieses Ereignis eintritt und ganz gleich, ob der einstigen endodontischen Behandlung geschuldet oder nicht) stellt sich beim Patienten Frustration ein. „Mein Zahnarzt hat doch gesagt, ein Leben lang.“ Im Unterbewusstsein nagt eine Stimme: „Der Zahnarzt kann nix und Endodontie klappt nicht. „
Machen wir es also wie die Implantologen. Niedrige Grenzen, die sich leicht übererfüllen lassen, setzen positive Gefühle bei den Patienten frei „Wow, hat lange gehalten, der Implantologe hat das toll gemacht“) und erhöhen die Akzeptanz der Therapiemaßnahmen!
Ich hatte 3 Gedanken zur Abstimmung gegeben. Zunächst also das Meinungsbild der WURZELSPITZE – Leser.
Und hier meine Gedanken in der Sache
Die (mir) sympathische Antwort: Patientin ohne Behandlung nach Hause schicken. Wie verrückt ist das denn? Ich bin jetzt 31 Jahre Zahnarzt und der Patient mit keinerlei Fachkenntnissen kommt und meint, er wisse es besser, wie die Behandlung durchzuführen sei. Man stelle sich vor, selbiger Patient beim Besuch eines Sterne-Restaurants und er gebe als Erstes bei der Bestellung an, der Koch möge bitte die vielen Gewürze, das Fleur de Sel und den seit 4 Tagen auf dem Herd vor sich hin köchelnden Knochenfond weglassen, schliesslich habe die Oma früher mit MAGGI gekocht und das habe doch auch immer lecker geschmeckt. Würde kein Gast tun in der Sterne- Gastronomie. Und wenn doch? Wie würde der Küchenchef antworten ?“ Klar, machen wir. Kein Thema. Der Kunde ist König und irgendwo steht so ne grosse Flasche MAGGI doch ohnehin bei uns im Regal rum?“ Sicher nicht. Die richtige Antwort? My way or the highway ! Dieser sicherlich platte Spruch vom Zahnärzte-Stammtisch, der hier aber passt wie die berühmte sprichwörtliche Faust aufs Auge. Oder, wie einer meiner Studienkollegen vor Jahrzehnten schon sagte. Einmal im Monat trenne ich mich von einem unangenehmen Patienten. Das gönne ich mir für mein Seelenheil !
ABER was würde passieren im vorliegenden Fall?
Die Patientin würde stinksauer ihren einstündigen Fahrweg nach Hause antreten. Der Hauszahnarzt würde die Behandlung ohne Anästhesie durchführen und egal wie grottig das Endergebnis auch ausfallen würde, für die Patientin wäre der Nachweis erbracht, dass SELBSTVERSTÄNDLICH auch ohne Anästhesie, ohne Kofferdam, ohne OP – Mikroskop, ohne DVT und ohne Laser eine Endo durchgeführt werden kann, mit anderen Worten unsere Behandlung lediglich eine sehr teure Schaumschlägerei ohne praktischen Nutzen darstellt. Eine Negativwerbung vom Feinsten. Eine Katastrophe!
Die pragmatische Antwort: Zur Tagesordnung übergehen, Spritze geben, loslegen und gut ist. Würde ich mir wünschen. Es tun zu können. Da denke ich immer an meinen Steuerberater, ein Klassenkamerad aus Abi- Zeiten. Der erzählte mir, wie er mit solchen Kunden umgeht, von denen er natürlich auch nicht verschont bleibt. Kunden, die NATÜRLICH besser wissen, welche todsicheren steuerlichen Winkelzüge es gibt, sein sauer verdientes Geld legal am Staat vorbei zu schaffen. Er hört sich das immer an, teilt seine Bedenken in der Sache mit, aber wenn der Kunde partout nicht hören will, dann sagt es nur ebenso kurz wie emotionslos. „Gut. Wenn Sie das wollen, dann versuchen wir das! Mal sehen, was das Finanzamt dazu sagt!“. Und der Kunde ist glücklich und er hat seine Ruhe. Ich bewundere das, aber ich kann das nicht.
Die anstrengende Antwort: Erklären, warum man eine Spritze gibt. Ist das, was ich letztendlich gemacht habe. Auch wenn ich eigentlich nicht daran glaube, das meine Worte wirklich zur Patienten vordringen. Was habe ich geantwortet ?
Ihr Hauszahnarzt hat ohne Spritze gearbeitet ? Hat er denn auch eine Kofferdamisolierung angelegt? Nein? Ich frage, weil diese Isolierung mit Klammern am Zahnfleischrand befestigt wird. Und das kann, ich zeig es Ihnen mal an ihrem Finger, auch manchmal ganz schön drücken und schmerzhaft sei. Da hilft die Betäubung, ihnen Schmerzen zu ersparen. Immerhin, die Behandlung dauert ja vielleicht eine Stunde, und da wäre dieser Schmerz auf Dauer schon sehr sehr unangenehm. Hat ihr Hauszahnarzt eine elektrische Längenmessung durchgeführt? Die Geräte arbeiten mit Strom, der angelegt wird und es gibt Patienten, die merken dies sogar trotz Betäubung. Ohne Betäubung ist so ein Stromschlag noch viel unangenehmer.
Und hat ihr Hauszahnarzt mit dem Laser gearbeitet? Auch das kann in bestimmten Siutationen sogar mit Betäubung zu spüren sein, ohne Betäubung ist es dann noch viel unangenehmer.
Sie sehen also. Das sind schon mal 3 gute Gründe, mit Betäubung zu arbeiten. Was meinen Sie ?
NACH HACKERANGRIFF: Keine Corona-Zahlen aus Schweden Nach mehreren Angriffen auf die Infektionsdatenbank Sminet hat die schwedische Gesundheitsbehörde die Meldung der Corona-Fallzahlen ausgesetzt.
Artikel veröffentlicht am
Juni 2021, 11:31 Uhr
Moritz Tremmel
Die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten untersucht mehrere Hackerangriffe auf die Infektionskrankheiten-Datenbank Sminet, mit der auch Covid-19-Infektionen erfasst werden. Die Datenbank musste zwischenzeitlich abgeschaltet und die Aktualisierung der schwedischen Covid-19-Infektionsstatistik für rund eine Woche bis zum 3. Juni ausgesetzt werden.
„Sminet speichert elektronische Fallberichte zu Infektionskrankheiten, die nach dem schwedischen Gesetz über übertragbare Krankheiten meldepflichtig sind, zum Beispiel Covid-19“, erklärte die Gesundheitsbehörde. Nach mehreren Einbruchsversuchen habe man die Datenbank vorübergehend heruntergefahren. Seit Mittwoch könne das schwedische Gesundheitsamt keine vollständigen Daten zu den Covid-19-Infektionen im Land melden.
Zwar laufe die Datenbank seit dem Abend des 28. Mai wieder. Um sicherzustellen, dass die Daten vollständig sind und damit eine zuverlässige Bewertung der epidemiologischen Situation vorgenommen werden könne, würden keine neuen Zahlen vor dem 3. Juni veröffentlicht, teilte die Behörde mit.
PDF statt Webformular
Zuvor sei die Sicherheit des Systems erhöht worden. Demnach habe man alle meldenden Labore auf eine Whitelist gesetzt und die Anforderung für die Transportverschlüsselung auf die TLS-Version 1.2 angehoben. Eine Meldung über das Webformular sei derzeit nicht möglich, schreibt die Behörde. Bei Bedarf würden PDF-Formulare zur Verfügung gestellt. „Die Ermittlungen wegen unbefugtem Zugriff auf sensible Informationen dauern noch an“, schreibt die Gesundheitsbehörde. Der Vorfall sei der Polizei und der Datenschutzbehörde gemeldet worden. Details zu den Angriffen nennt die Behörde nicht.
Wie schon erwähnt – einer der größten Schwierigkeit, scharfe Fotos zu bekommen, liegt daran, dass die zu Verfügung stehende Schärfentiefe extrem gering ist – teilweise weniger als 1 Millimeter beträgt. Und was es noch schwieriger macht – oft sind die Schärfenebene unserer Augen und der Kamera nicht identisch. Sollte nicht so sein – ist aber aus unterschiedlichen Gründe leider häufig der Fall. Heißt konkret – ich sehe etwas scharf, die Kamera sieht es unscharf. Und umgekehrt.
Grundvoraussetzung für scharfe Fotos daher – wir müssen unsere Augen mit der Schärfeebene der Kamera synchronisieren.
Wenn man weiss, wie es geht, ist es ganz einfach und in wenigen Sekunden erledigt.
Alles, was wir dafür benötigen, ist ein Filzstift, der bei uns ohnehin immer zur Hand ist.
Ich richte das Mikroskop auf den (weißen) Patientenumhang. Meine Assistentin macht einen kleinen schwarzen Punkt in die Mitte des Lichtkegels. Ich gehe im Mikroskop auf die höchste Vergrößerung, schaue auf den Bildschirm unseres TV – Monitors, der das Live – Bild überträgt und variiere über die Feinfokusierung den Arbeitsabstand, bis der schwarze Punkt absolut scharf ist.
Jetzt – Linkes Auge schliessen, und das Okular des rechten Auges solange hin und her drehen, bis der schwarze Punkt im Okular des Mikroskopes scharf abgebildet ist. Dann rechtes Auge schliessen, linkes Auge öffnen und das Okular des linken Auges solange hin und her drehen, bis auch dort der schwarze Punkt scharf abgebildet ist.
Das ist alles. Kinderleicht.
Jetzt noch der Reality Check. Auf den schwarzen Punkt fokussieren durch das Mikroskop, Kamera auslösen. Das Foto im Fernseher sollte nun auch scharf sein.
Kurze Ergänzung noch – Warum die Synchronisierung in der höchsten Vergrößerung. Weil dort – prinzipbedingt, die geringste Schärfentiefe vorliegt. Wenn ich also unter diesen schwierigsten Bedingungen ein scharfes demnach Auge – Kamera – synchrones Bild hinbekomme, dann wird dies in eine geringeren Vergrößerung mit größerer Schärfentiefe auf jeden Fall auch der Fall sein.
Ist der erste Satz, den mir die geschätzt Mitte 70 jährige Patientin unvermittelt an den Kopf wirft. Und mich damit auf dem falschen Fuss erwischt, denn ich bin den ganzen Morgen schon etwas nachdenklich-melancholisch. Der Grund? Die DGET-Fortbildung gestern abend im Netz. Zu Beginn wurde gefragt via Abstimmung, wie lange man schon zahnärztlich tätig ist. 19 Prozent der Anwesenden kreuzten an – über 25 Jahre.
Bei mir sind es sogar 31. Vor mehr als 3 Jahrzehnten habe ich die Uni verlassen. Mein Berufsleben ist fast schon zu Ende offensichtlich. Wo ist sie hin die Zeit ? Dabei waren die ersten geschätzt 15 Jahre doch recht zäh in der Erinnerung. Dauerten ewig. Aber dann – BOOM – und die 30 steht auf dem Papier.
31 Jahre. Eine lange Zeit. Und Etliches hat sich verändert. Nicht immer unbedingt zum Guten.
Auch darüber denke ich in der letzten Zeit immer mehr nach. Ebenfalls ein klassisches Indiz des Älterwerdens. Dieses- Früher war – (nicht) alles (aber doch Einiges) besser. Das manche 14 Jährigen in die Praxis kommen und ohne Begrüßung als Erstes fragen – Wie lange dauerts heute (sie meinen die Wartezeit bis Behandlungsbeginn) ? Geschenkt. Für deren Erziehung sind die Eltern verantwortlich. Aber jetzt auch die Alten ???? Der Respekt vor dem Arzt. Geschichte. Halbgott in Weiss? Jeder Nageldesigner, jeder Tättowierer wird heute besser behandelt als ein Mediziner.
„DIE BEHANDLUNG MACHEN SIE OHNE SPRITZE!!!!“ Energisch klingt die Dame. Keinen Widerspruch und keine Alternative geltend lassen, soviel scheint klar.
„Kein Problem“, antworte ich. Und entferne den Patientenumhang, schiebe das Schwebetray der Behandungseinheit nach hinten, das Arztelement zur Seite.
„Dann haben sie es schon geschafft für heute.“
Die Patientin stutzt. Realisiert, das irgendwas nicht stimmt. „Mein Hauszahnarzt hat die Behandlung auch ohne Spritze durchgeführt, ich habe NICHTS gemerkt.“
Und ergänzt. „Selbst als er mit ganzer Kraft an dem abgebrochenen Instrument gewackelt hat, um es rauszuholen, habe ich nichts bemerkt.“
Jetzt erinnere ich mich. Es dämmert mir. Vor ein paar Wochen. Letzter Tag vor dem einwöchigen Urlaub. Der Anruf des (seltenen) Überweisers. Ich möchte ihn dringend sofort persönlich zurückrufen. Das auf Anfrage vorab übermittelte Röntgenbild des Zahnes zeigt ein Wurzelkanalinstrument über die gesamte Länge im Kanal steckend.
Was tun? Termine in der nächsten Zeit keine frei. Wir beschliessen, weil es erfahrungsgemäß nach dem Urlaub mit den Terminen noch knapper wird, die Patientin heute noch einzubestellen.
Als der Überweiser das hört, ich erreiche zunächst die Anmeldung, ist das persönliche Gespräch nicht mehr notwendig. Schon klar.
Die Patientin erscheint nach Ende der regulären Behandlungszeit. Lange kann die Fragmententfernung ja nicht dauern, wir zitieren (intern) den zum geflügelten Wort gewordenen Satz einer ehemaligen Azubi aus den Praxisanfängen: Den (Zahn) machen wir mit der Pinzette raus.
Genau wie damals (besagte Weisheitszähne benötigten 2 Stunden) dauerte es in diesem Falle doch deutlich länger als gedacht. Das Fragment war gut zu sehen, saß fester als vermutet, was die Situation kompliziert, jedoch nicht unmöglich erscheinen lässt. Allerdings – den oberen Bereich freizulegen, um es packen zu können, war doch auf Grund der vorhandenen Krone und ihrer Lingualneigung schwierig. Egal. Nach 45 Minuten konnten wir die Patientin nach Fragmententfernung und initialen endodontischer Maßnahmen sowie definitivem Verschluss der Zugangskavität nach Hause entlassen.
Und jetzt sitzt sie wieder hier. Und merkt, dass die Situation sich nicht so entwickelt, wie sie sich es vorgestellt hat. Und die Möglichkeit besteht, die 60 Minuten Fahrweg nach Hause unverrichteter Dinge wieder antreten zu müssen.
„Wenn sie natürlich der Meinung sind, das eine Spritze unbedingt notwendig ist, dann machen Sie das…“ Der Ton nicht mehr energisch, sondern pikiert, leicht patzig.
Liebe WURZELSPITZE Leser,
Wie würden sie entscheiden, was hätten sie getan an meiner Stelle ?
3 Möglichkeiten, die mir spontan durch den Kopf gingen, habe ich hier zur Abstimmung aufgeführt. Ich würde mich freuen, wenn hier fleissig abgestimmt werden würde.
Einer der wichtigsten Punkte, scharfe Fotos mit dem Dentalmikrsokop betreffend, kommt jetzt. Und ich muss weiter ausholen: Die Linsen unseres Mikroskopes ersetzen das Objektiv der Kamera. Allerdings fehlt am Mikroskop ein wichtiges Bauteil. Mit für uns weitreichenden Folgen.
Wenn wir Dentalmikroskop- Fotos betrachten, dann fällt neben der zu erwartenden hohen Vergrößerung eine weitere Besonderheit ins Auge. Die extrem geringe Schärfentiefe der Fotos.
Unter dem Begriff „Schärfentiefe“ versteht man in der Fotografie die tatsächlich messbare Tiefe, wie weit in den Raum hinein ein Bild scharf erscheint. In der kreativen Fotografie nutzt man hierzu das physikalische (oder optische) Konzept der „Tiefenschärfe“, wonach Schärfe kein Punkt im Raum ist, sondern einen Abstand zwischen zwei Punkten darstellt – jedenfalls für die Wahrnehmung des Auges. Ein Foto mit geringer Schärfentiefe konzentriert, verdichtet die künsterliche Aussage auf einen kleinen Bereich. Unwesentliches vor unter hinter dieser Bildebene wird gewissermaßen ausgeblendet, weil die Unschärfe keine Interpretation des zu Sehenden zulässt.
Was genau das Gegenteil ist von dem, was wir in der dentalen Fotografie wollen. Genau wie in der Landschaftsfotografie geht es darum, einen möglichest großen Bereich des Bildinhaltes scharf und damit eindeutig sichtbar abzubilden.
Und da kommen nun leider zwei optische Grundprinzipien ins Spiel, die diesem Wunsch entgegenstehen.
Als Brennweite wird die Strecke bezeichnet, auf der parallele Strahlen – zum Beispiel von einem Baum – hinter der Linse zu einem Punkt gebündelt werden. Je länger (grösser) die Brennweite eines Objektivs ist, desto weiter entfernt können Sie von einem Sujet stehen, um es formatfüllend auf den Sensor zu bannen. Je kürzer (kleiner) die Brennweite ist, desto näher können Sie an ein Objektiv herangehen. Je größer die Brennweite eines Objektives, umso geringer aber auch seine Tiefenschärfe. Unser Mikroskop ist demnach ein „Objektiv“ mit extrem hoher Brennweite, gewissermaßen ein Super Tele-Objektiv. Besser wäre es im Übrigen vom Bildwinkel zu sprechen. Der Begriff der Brennweite (in Millimeter) als Maß für die Art eines Objektives hat sich traditionell eingebürgert, allerdings ist die besagte Brennweite von der Größe des Films oder Sensors abhängig. Um ein Foto mit identischem Bildausschnitt zu machen, benötigen APS – C Kameras eine andere Brennweite als Vollformatkameras oder Mittelformatkameras. Der Bildwinkel ist für dieses Foto jedoch bei all diesen Kameraformaten immer der gleiche.
Super-Weitwinkel-Objektive 126 bis 84° Weitwinkel-Objektive 82 bis 63° Normal-Objektive 57 bis 47° Portrait-Objektive 29 bis 19° Tele-Objektive 17 bis 10° Super-Tele-Objektive 10 bis 4°
Die unterschiedlichen Bildwinkel kann man im Übrigen mit den 2 Zeigefingern gut simulieren, welche die Ränder des Fotos markieren. Die Arme ausgestreckt und weit gespreizt simulieren diese den Superweitwinkelbildausschnitt. Je weiter wir die Arme einander annähern, um so mehr nähern wir uns dann dem Normal – und später dem Teleobjektiv- Bildausschnitt mit sehr kleinem Bildwinkel.
Fotoobjektive besitzen eine Irisblende. Wie auch unser Auge. Die wacht darüber, bei Film, Sensor und Netzhaut gleichermaßen, dass nicht zu viel oder zu wenig Licht in den „Sehkörper“ hineinkommt. Das Phänomen kennen wir. Bei zu viel Licht werden wir geblendet, bei zu wenig Licht sitzen, stehen, bewegen wir im Dunkeln. Und genau diese Irisblende besitzt unser Mikroskop nicht. Braucht es ja auch nicht, denn die benötigte Menge Licht können wir ja zu unseren Gunsten beeinflussen, indem wir die Lichtquelle höher oder niedriger regeln. Da dies in der Fotografie (unter natürlichen Lichtbedingungen) nicht geht (man kann ja schlecht der Sonne sagen, scheine mehr oder scheine weniger, ich möchte ein Foto machen), nutzt das Fotoobjektiv die Irisblende zur Lichtdosierung.
Die Irisblende ist im Grunde genommen eine runde Jalousie zur Verschattung, die je nach Stellung mehr oder weniger Licht in die Kamera hineinfallen lässt. Und großen Einfluss auf die Schärfentiefe hat. Eine große Blendenöffnung führt zu einer geringen Schärfentiefe; wenn man abblendet, also die Blendenöffnung verkleinert, erhöht sich der Schärfentiefebereich.
Ohne jene Irisblende entspricht der Schärfentiefebereich dem eines Objektivs mit Offenblende, ist also geringstmöglich. Die Mikroskop- Fotografie muss folgerichtig mit gleich 2 Handikaps kämpfen, die Schärfentiefe betreffend: Minimaler Bildwinkel = minimale Schärfentiefe + Fotografie mit Offenblende = minimale Schärfentiefe der minimalen Schärfentiefe.
Konkret reden wir, je nach Vergrößerung, von einem Schärfentiefebereich von unter einem Millimeter. Eine extrem schwierig zu handhabende Ausgangssituation. Die aber sehr wohl mit sehr guten Ergebnissen gehandhabt werden kann.
In der nächsten Folge werden wir darüber sprechen, wie ich nun diesen extrem geringen Schärfetiefenbereiche bestmöglich einstelle.
Ach ja. Was noch eine Rolle spielt, die Schärfe des Fotos betreffend.
Die Qualität der Mikroskoplinsen. Und ja, da gibt es sehr wohl deutliche Unterschiede. Und was das Billigmikroskop von Anfang an nicht bietet, das wird in der Folge nur noch schlechter. Es gilt also. Hände weg von Schrott- Mikroskopen, auch wenn der Preis auf den ersten Blick verlockend erscheint.
Die Art der Mikroskoplinsen. Wie in der Fotografie benötigen Zoomobjektive einen wesentlich höheren Aufwand in ihrer Konstruktion zur Sicherstellung einer bestmöglichen Schärfe als es Festbrennweiten brauchen. Ein Zeiss Pico mit mehreren Festbrennweiten liefert bessere Fotoergebnisse, als es ein Zeiss Pro Ergo liefern kann. Sowohl die Lichtstärke wie auch die Abbildungsleistung an sich betreffend.
Die Größe des Fotosensors. Wie schon oben kurz angedeutet benötigen kleinere Film – oder Sensorformate für den gewünschten Bildausschnitt einen größeren Bildwinkel. Größere Bildwinkel bedeuten eine größere Schärfentiefe. Eine Sony-Vollformatkamera liefert also gegenüber der APS – C Variante bei gleichem Bildausschnitt eine geringere Schärfentiefe. Allerdings – Aufatmen bei den Sony Vollformatkamerabesitzern – dieser Effekt spielt bei der Mikroskopfotografie nur eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu den anderen genannten Faktoren.
Wer scharfe Bilder möchte als Fotograf benutzt ein Stativ. Eine Binsenweisheit. Und wo kein Stativ zur Verfügung steht oder nicht genutzt werden kann (wie auf dem Empire State Building, Olaf!) dort braucht man eine möglichst kurze Belichtungszeit. Und dafür bedarf es „Licht“. Möglichst viel Licht.
Und hier treffen wir auf das nächste Frustrationspotential in der Dentalmikroskop – Fotografie. Weil nämlich in einer ganzen Reihe von Fällen die Lichtintensität der Mikroskopbeleuchtung zwar für das Arbeiten unter dem Mikroskop ausreichend ist, im Rahmen der Mikroskop- Fotografie jedoch an ihre Grenzen gelangt. Zumindest wenn es in die Kanäle hineingeht, kann ganz schnell der Punkt erreicht werden, an dem man zwar noch sehen, aber nicht mehr im Bild dokumentieren kann. Es mag sich mittlerweile geändert haben, aber die ersten LED- Lichtquellen am Mikroskop waren selbst den bis dato gebräuchlichen Halogen-Lampen unterlegen in ihrer Lichtausbeute, die als Xenon-Ersatz angepriesene Alternative ein Witz. Apropos Xenon – klar ist die benötigte Birne ein Kostenfaktor, aber das Licht „liefert“ , also nicht daran sparen, sondern stattdessen den Preis in die Honorierung der Behandlungen einpflegen. Bei geschätzten 1 – 2 Euro pro Tag sicherlich ein praktikabler Ansatz, zumal im Moment die stark gestiegenen Kosten für Handschuhe einen höheren Zusatzbetrag aufrufen und da fand sich leider bis heute keine Ambition unserer sogenannten „Standesorganisation“, diesen Tatbestand auch nur zu artikulieren gegenüber der Politik, geschweige denn, daß als Folge dessen eine adäquate Kompensation von Seiten Herrn Spahns bereitgestellt worden wäre. Aber – ich will nicht abschweifen, zurück zum Thema.
Da vermutlich die meisten der Mitleser ihr Mikroskop bereits gekauft haben und sich die Lichtquellenfrage damit de facto erledigt hat, nun ein paar Tipps, wie man aus der vorhandenen Mikroskop- Lichtquellen-Kombi das Beste herausholt:
Tipp 1: Ganz banal. Licht beim Fotografieren immer auf 100 Prozent
Tipp 2: Gilt für alle Mikroskope mit variablem Arbeitsabstand. Da Licht im Quadrat zum Abstand von der Lichtquelle in seiner Intensität abnimmt, macht es Sinn mit einem möglichst kurzen Arbeitsabstand zu fotografieren. Bei einem Zeiss Pico oder auch bei unserem Pro Magis mit 2,5 cm Varianz spielen solche Überlegungen natürlich keine Rolle. Ganz anders hingegen bei unserem Pro Ergo mit 20 cm oder einem Flexion Variofocus – Mikroskop mit 10 cm vVariabilität im Arbeitsabstand. Da ist es zielführend, den kürzesten Abstand zum Fotografieren zu nutzen.
Tipp 3: Lichtstarke“ Arbeitsspiegel. Genau gesagt reflektionsstarke Spiegel. Da gibt es nämiich bedeutsame Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Fabrikaten. Jörg Schröder hat vor kurzem diesbezüglich die „Carr“ – Spiegel erwähnt. Wir nutzen seit langem die HR-Front-Spiegel von Röder. Größe Null zum Arbeiten unter dem Mikroskop, Größe 5 als Mikroskop – Fotospiegel. Dessen Fläche so gross ist, dass auch in niedriger Vergrößerung die Ränder des Spiegels nicht im Bild erscheinen. Wofür das gut ist, darüber reden wir nächsten Dienstag.
Auch die Yirro Plus– Mundspiegel, die wir zur Päparation unter Spraynebel einsetzen, weisen sehr gute Reflektionswerte ein. Sie kommen als Fotospiegel bei geringem interokklusalem Abstand zum Einsatz.
Fassen wir kurz zusammen.Höchstmöglicher ISO- Wert der Kamera ohne Qualitätseinbussen, volle Lichtstärke, kurzer Arbeitsabstand, lichtstarker Dentalspiegel. So unbedeutend jede dieser Maßnahmen für sich betrachtet auch sein mag, in ihre Addition machen diese möglicherweise den entscheidenden Unterschied.
Weiter geht es in der nächsten Folge mit dem vermutlich im Alltag wichtigsten Punkt überhaupt. Wie kriege ich SCHARFE Bilder ?
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Die Kamerafrage ist geklärt – jetzt wollen wir loslegen mit dem Fotografieren am Dentalmikroskop. Los geht´s. Was noch fehlt zum Foto – das Kameraobjektiv – bekommen wir ja gewissermaßen frei Haus geliefert. Denn als unser Objektiv nutzen wir die Linsen des Mikroskopes zur Bilderzeugung. Wobei – „frei Haus“ ist vielleicht nicht ganz der passende Ausdruck, es muss noch mal Geld in die Hand genommen werden. Zur Adaptation der Kamera an das Mikroskop benötigen wir einen Strahlenteiler und einen Fotoadapter. Ersteres liefert der Mikroskophersteller und für den Strahlenteiler empfehle ich die Adapter von Carsten Jung (CJ – Optik) . Klar kann man auch bei Zeiss kaufen, aber ob man dann das bessere Produkt bekommt sei dahingestellt, teurer wird´s vermutlich aber auf jeden Fall.
Wer nun die ersten Schritte in der Dentalmikroskop – Fotografie macht, der wird mit Enttäuschungen konfrontiert werden. Konkret mit einer Vielzahl unscharfer Bilder.
Für die Unschärfe gibt es 4 potentielle Gründe.
Grund 1 – Die Bewegungsunschärfe. Die auftritt, wenn sich der Patient während der Aufnahme bewegt. so weit, so bekannt aus der konventionellen Fotografie. Bei der intraoralen Mikroskop-Fotografie kommt noch ein weiterer Bewegungsunschärfe – Grund hinzu. Sofern der Behandler während der Belichtung den Spiegel bewegt, entsteht ebenfalls eine Bewegungsunschärfe.
Grund 2 – Unschärfe durch Verwackeln – Entsteht, wenn die Kamera oder das Mikroskop, an dem diese befestigt ist, während der Aufnahme bewegt wird.
Grund 3 – Unschärfe auf Grund von Abbildungsfehler des Objektives – für die Mikroskop- Fotografie mit den Mikroskopen namhafter Hersteller nicht anzunehmen. Ist die Unschärfe nicht in allen Bildern gleichermaßen vorhanden, dann kann dies ausgeschlossen werden, denn dieser Effekt tauchte grundsätzlich und ausnahmslos in allen Bildern auf.
Grund 4 – Unschärfe durch ungenaue Entfernungseinstellung ( Defokussierung)
Betrachten wir zunächst das Phänomen der Bewegungsunschärfe. Was können wir tun, um die Bewegungsunschärfe auszuschalten. Massnahme 1: klingt banal, ist aber zielführend. Den Patienten darauf hinweisen, dass jetzt ein Foto gemacht wird. Bitte jetzt nicht bewegen und GANZ STILL halten. Auch in genau dieser Reihenfolge, die Wortwahl der Ansage betreffend. Denn die umgekehrte Reihenfolge. Ganz still halten und nicht bewegen führt immer wieder, wir kennen das Phänomen vom Elefanten, an den man nicht denken soll, dazu, dass der Patient „bitte jetzt nicht BEWEGEN“ reflexartig zuckt.
Massnahme 2. Stabile Lagerung des Patientenkopfes. Hierzu nutzen wir (eine Empfehlung vom Kollegen Andras Csoegor) ein Vakuumkissen. Und schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe, denn die Patienten empfinden ausnahmslos die Lagerung an sich als angenehm. Normalerweise gibt es ja immer PatientInnen, denen irgendwas nicht gefällt. Kofferdam ist so ein Super-Beispiel. Die Meisten sind super angetan davon, aber es gibt immer auch welche, die das als ganz furchtbar empfinden. Genauso ist es mit unserem Kommunikationskrokodil oder der Schutzbrille für die Augen. Miesepeter gibt´s immer. Nur bei besagtem Kissen hatten wir bis heute KEINE EINZIGE negative Stimme diesbezüglich.
Massnahme 3. Stabile Lagerung der Arbeitshände des Behandlers. Armlehnstühle wie unsere Jörg & Sohn sind für das endodontische Arbeiten unter dem Operationsmikroskop unverzichtbar und für die verwacklungsfreie Fotografie gilt das noch umso mehr.
Massnahme 4: Wieder ganz banal, aber elementar wichtig. Eine möglichst kurze Belichtungszeit sorgt für gute Fotos. Je kürzer die Belichtungszeit, umso verwacklungsfreier das Foto. Idealerweise 1/250 Sekunde oder noch kürzer. Sprich die Zahl unter dem Bruchstrich muss größer werden. Unter 1/125 Sekunde hingegen wird es grenzwertig.
Was ich tun kann, um meine Belichtungszeit so klein wie möglich zu halten, darüber schreibe ich am Freitag. Denn diese Dinge betreffen auch die anderen Gründe und ich muss etwas weiter ausholen zum besseren Verständnis.
Moderne Fotokameras unterscheiden sich nicht nur in ihrer grundsätzlichen Bauweise. Sie weisen auch Unterschiede auf, ihre Sensorengröße betreffend.
Das war auch in analogen Zeiten nicht anders. Es gab das sogenannte Klein-, das Mittel- und Großformat und dann auch noch einige historisch zu benennende Filmgrößen unterhalb des Kleinbildes, zum Beispiel das Halbformat, das APS- Format oder den Schmalfilm.
Bei digitalen Kameras hat sich mittlerweile als Standard das sogenannte Vollformat etabliert, zumindest was die professionelle Reportagefotografie angeht. Es entspricht mit einer Sensorgröße von 36*24 mm der Größe des analogen Kleinbildes.
Die Bezeichnung Vollformat suggeriert einen anstrebenswerten Goldstandard. Denn wer möchte schon mit weniger als einem „Voll“ – Format zufriedengeben. Eine geschickte Marketing-Strategie, wenn man bedenkt, das das analoge Pendant als „Klein“- Bild daherkam.
Zu Anfang der Digitalära war die Herstellung der Kamerasensoren teuer, die Ausschussrate in der Produktion sehr hoch. Bedeutete doch, das auch nur ein defekter Sensorpunkt, ein defektes Pixel dafür sorgten, das der Sensor nicht verwendet werden konnte. Diese Situation kennen wir ja auch von Fernsehern und Computer- Monitoren. Ein kaputtes Pixel und das Bildschirmpanel geht nicht in den Verkauf, sondern auf die Müllhalde.
So ganz stimmt der Vergleich allerdings nicht. Denn vermutlich jeder Kamera-Sensor weisst solche defekten Pixel auf, die werden allerdings von der Kamera – Software versteckt. Outmapping nennt man das.
Gibts sogar bei LEICA. Zumindest wenn ein solch fehlerhafter Sensor die Qualitätskontrolle unbemerkt überwindet.
Ein „Vollformat“ Sensor (im 36*24 mm Kleinbild-Format“ war demnach für den Massenmarkt anfangs viel zu teuer. Man fing an mit fingernagelgroßen Sensoren, wie sie auch heute noch in den Consumer Pocket Kameras und Smartphones verwendet werden. Dann wurde Stück für Stück die Sensorgröße erhöht und es wurden sogenannte „Crop“ – Sensoren in die Kameras eingebaut. Der Crop-Faktor gibt an, in welchem Verhältnis die Sensorgröße zum Kleinbildfomat steht. Ein Crop – Faktor von über 1 bedeutet, das der Sensor kleiner ist als ein Kleinbildfilm, bei einem Faktor von unter 1 ist der Sensor entsprechend größer. Bei der Sony Alpha 6000 Familie, die einen APS – C Sensor beinhaltet, liegt der Crop – Faktor bei 1,5. Bei den Sony- Kameras der 7er Serie, die einen Vollformat- Sensor nutzen, ist der Crop- Faktor 1. Bei den noch größeren Mittelformat-Sensoren, wie sie seit einigen Jahren erhältlich sind, liegt der Crop- Faktor bei unter 1.
Die Größe des Kamera- Sensors ist nachwievor natürlich nicht nur ein Faktor, der die Bildqualität und Bildgestaltung massgeblich beeinflusst, sondern bleibt weiterhin auch ein Kostenfaktor. Sony APS-C Kameras gehen neu für 400 Euro über den Ladentisch, wohingegen eine Vollformatkamera der Sony Alpha 7 Reihe mindestens 1200 Euro als Auslaufmodell, bei aktuellen Varianten bei 1700 Euro als Preis aufruft.
Fotografisch gibt es eine Reihe von Gründen, die für das Vollformat sprechen. Für die Mikroskop- Fotografie gilt das jedoch nicht.
Die gute Nachricht also. Wer preisgünstig einsteigen möchte, setzt auf APS- C. Eine Sony Alpha 6000 ist vollkommen ausreichend, liefert eine sehr gute Foto – und Videoqualität.
Mehr ist immer möglich, aber vermutlich in 99% der Praxen nicht notwendig, der Qualitätsgewinn nämlich marginal und im Alltag unsichtbar.
Das gesparte Geld steckt man daher besser in andere Dinge, welche die Ergebnisse wesentlich nachhaltiger positiv voranbringen. Wer dennoch mehr investieren möchte, dem seien die neueren Kameras der 6000er Serie, namentlich die 6600 und 6400 ans Herz gelegt. Die mit schnellem Autofocus (am Mikroskop unrelevant) punkten, vor allem aber mit 4K-Video. Ist das für den Zahnarztpraxis-Alltag relevant? Das muss jeder für sich selbst entscheiden, der Preis liegt gegenwärtig je nach Modell bei 900 – 1300 Euro.
Und nachfolgend noch einen Text, gewissermaßen als Hausaufgabe für morgen abend. Sinn der „Endodontischen Mittwoch Abend Gespräche“ soll nicht nur das rein Fachliche sein, sondern integrativ auch die peripheren Dinge drum herum. Recht und Finanzen, Praxismanagement, patientenzentrierte Belange und einiges mehr rund um die Zahnarztpraxis, die in immer schwierigeren Zeiten kurz- wie langfristig bestehen muss und soll.
Worum geht ´s ? Um ein Gerichtsurteil, veröffentlicht unter dem Logo der Bundeszahnärztekammer, von daher sicherlich nicht als unrelevant wegzudiskutieren, sondern im Gegenteil als brisantes weil hoch offizielles Statement einzuordnen.
Wurzelkanalbehandlung bei GKV-Patienten Gericht: LSG Berlin-Brandenburg | Aktenzeichen: L 1 KR 5/ 17 | Dokumententyp: Urteil | Datum: 27.09.2018 Urteil zur Abrechnung ohne GOZ-Bezug
Urteilstext Tenor Die Berufung wird zurückgewiesen. Außergerichtliche Kosten sind auch im Berufungsverfahren nicht zu erstatten. Die Revision wird nicht zugelassen.
Tatbestand Im Streit steht der Sache nach die Übernahme von Kosten für zahnärztliche Wurzelkanalbehandlungen. Die bei der Beklagten gesetzlich krankenversicherte Klägerin bat mit E-Mail vom 21. August 2011 die Beklagte um Mitteilung, ob ein Zuschuss für Zahnwurzelrevisionen möglich sei. Ihr Zahnarzt habe zwar gesagt, die Kosten würden von der gesetzlichen Kasse nicht übernommen. Jedoch verursache auch die Regelversorgung Kosten. Sie fügte einen Behandlungsplan des Zahnarztes Dr. V vom 15. Februar 2011 über eine Behandlung der Zähne 16, 26 und 36 bei. Die Beklagte lehnte mit Bescheid vom 22. August 2011 eine Kostenübernahme ab. Der Umfang der zahnärztlichen Versorgung werde in den Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) über den Umfang der vertragszahnärztlichen Versorgung, der Richtlinien des GBA für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragsärztliche Versorgung (Behandlungsrichtlinie vom 24. September 2003, zuletzt geändert am 1. März 2006) geregelt. Wurzelbehandlungen im Backenzahnbereich würden danach nur noch übernommen, wenn deren Erfolg von Seiten des Arztes garantiert werden könne. Voraussetzungen sei, wenn mit dem Erhalt des Zahnes eine geschlossene Zahnreihe erhalten bliebe oder vermieden werde, dass ein einzelner Zahn freistehe oder wenn mit dem Zahnerhalt ein funktionstüchtiger Zahnersatz erhalten bliebe. Weitere Voraussetzung sei aber, dass im Interesse einer Qualitätssicherung die Wurzelkanäle bis zur Spitze gefüllt werden könnten. Auch wenn ein Zahn grundsätzlich erhaltungswürdig sei, jedoch aufgrund der Lage der Wurzelkanäle eine Füllung bis in die Spitzen nicht möglich sei, könne die Behandlung nicht über die Kasse abgerechnet werden. Falle die Diagnose des Arztes so aus, dass er den Zahn als nicht erhaltungswürdig einstufe oder er für den Erfolg nicht garantiere, müsse der Patient die Wurzelbehandlung selbst bezahlen. Wenn eine erfolgsversprechende, von der Krankenkasse zu zahlende Behandlung nicht gelinge, der Zahn beispielsweise breche, trage in jedem Fall der Zahnarzt die Verantwortung und die Kosten. Wenn ein solches Risiko bestehe, werde ein Zahnarzt in der Regel die Behandlung von vornherein privat in Rechnung stellen, damit er die Kosten im Falle eines Misserfolges nicht selbst tragen müsse. Angesichts dessen könne nur ein Zahnarzt und nicht die Krankenkasse darüber entscheiden, ob eine Wurzelbehandlung auf Kassenkosten möglich sei oder nicht. Wenn der Zahnarzt die Behandlung privat in Rechnung stelle, könne die Beklagte die Kosten nicht übernehmen. Die Klägerin erhob hiergegen Widerspruch. Die zu behandelnden Zähne seien von zwei Zahnärzten und einem Kieferchirurgen als erhaltungswürdig eingestuft worden. Die bisherige Wurzelbehandlung sei nicht bis in die Spitzen ausgeführt worden. Dies solle durch die neue Behandlung korrigiert werden. Eine Kostenzusage unter dem Vorbehalt des erfolgreichen Abschlusses der Behandlung sei für die Kasse ohne Risiko. Die vorangegangenen Wurzelbehandlungen lägen zwischen 10 und 25 Jahren zurück und seien seinerseits nicht von einem Spezialisten durchgeführt worden. Aufgrund anhaltender Beschwerden im Bereich des Zahnes 16 stimmte die Klägerin am 23. August 2011 einer Behandlung auf Grundlage des Heil- und Kostenplanes zunächst für einen Zahn zu und bestätigte mit der Unterschrift, über die Kosten aufgeklärt worden zu sein und diese zu übernehmen. Der sie behandelnde Zahnarzt hatte sie zudem darüber aufgeklärt, dass die im Heil- und Kostenplan aufgeführten Leistungen über das Maß der ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung hinausgehen und deshalb nur eine private Behandlung möglich sei. Sie ließ am 24. August 2011 die Wurzelkanalbehandlung durchführen und beglich die ihr hierfür von Dr. Vin Rechnung gestellten 1.350,92 €. Die Beklagte wies den Widerspruch mit Widerspruchsbescheid vom 2. April 2013 zurück (Zustellung: 4. April 2013). Hiergegen hat die Klägerin am 3. Mai 2013 Klage beim Sozialgericht Cottbus (SG) erhoben. Das SG hat Befundberichte der behandelnden Zahnärzte eingeholt. Die Zahnärztin H gab im Befundbericht vom 2. August 2013 auf die Frage „ist eine Füllung der Wurzelkanäle (…) bis in die Spitzen erfolgt bzw. aller Wahrscheinlichkeit nach möglich?“: „Weiterbehandlung der Zähne 16, 26, 36 sollte durch einen Endodontiespezialisten erfolgen um dies zu gewährleisten“. Dr. V gab im Befundbericht vom 5. August 2013 an, dass eine Wurzelkanalbehandlung hier nicht den Richtlinien der gesetzlichen Krankenkassen entsprechend einzustufen sei, weil die Prognose mit herkömmlichen Therapiemitteln und Zeitaufwand infaust sei und weil es sich um einen ungünstigen Wurzelbefund handele, der eine Aufbereitbarkeit und Möglichkeit der Füllung bis an die Wurzelspitze nicht zugelassen habe. Als Alternative stünde nach den Richtlinien lediglich die Extraktion zur Wahl. Zur Klagebegründung hat die Klägerin ausgeführt, ihr stehe ein Kostenerstattungsanspruch nach § 13 Abs. 3 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) zu, da die Beklagte ihre Einstandspflicht aus §§ 27 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2, 28 Abs. 2 SGB V nicht unter Bezugnahme auf die Behandlungsrichtlinie ablehnen könne. Mit Erhaltung der Zähne 16, 26 und 36 bleibe eine geschlossene Zahnreihe im Sinne B III.9 der Richtlinie erhalten. Auch sei die Aufbereitbarkeit der Füllung der Wurzelkanäle bis bzw. bis nahe an die Wurzelspitze bei allen drei Zähnen gegeben. Die Richtlinien stellten nur auf die Möglichkeit ab, Wurzelkanalfüllungen bis zur Wurzelspitze einbringen zu können. Auf den Aufwand komme es nicht an. Die Beklagte hat vorgebracht, der Behandler Dr. V habe die Zähne als nicht erhaltungswürdig
eingeschätzt. Seine Gebührenpositionen im Kostenvoranschlag enthielten zum größten Teil Ziffern, die nicht im einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA-Z) enthalten seien. Mit Gerichtsbescheid vom 23. November 2016 hat das SG die Klage abgewiesen: Die Klägerin begehre, unter Aufhebung des Bescheides vom 22. August 2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 2. April 2013 die Beklagte zu verurteilen, ihr 1.350,92 Euro nebst Zinsen zu zahlen sowie die Kosten für eine Wurzelkanalbehandlung der Zähne 26 und 36 im notwendigen und angemessenen Umfang zu übernehmen. Die so verstandene Klage sei insgesamt zulässig, jedoch nicht begründet. Der Klägerin stehe weder eine Kostenerstattung noch ein Kostenübernahmeanspruch zu. Es könne hinsichtlich aller drei Zähne nicht davon ausgegangen werden, dass die Wurzelkanäle bis zur Spitze gefüllt werden könnten. Dies folge insbesondere aus den Angaben des Dr. V. Gegen diesen ihr am 2. Dezember 2016 zugestellten Gerichtsbescheid richtet sich die Berufung der Klägerin vom 2. Januar 2017. Zur Begründung hat sie ihr bisheriges Vorbringen wiederholt und vertieft. Auch Dr. V habe erklärt, dass die Wurzelkanalfüllungen bis zur Wurzelspitze eingebracht werden könnten und eine Erfolgsprognose von bis zu 80 % bestünde. Er sei dem Grunde nach von einer Aufbereitungswürdigkeit und der Möglichkeit des Erhalts der Zähne ausgegangen. Im Herbst 2016 hat die Klägerin eine Wurzelkanalrevisionsbehandlung des Zahnes 26 durchführen lassen. Sie hat dazu die Rechnung der zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. B u.a. vom 27. Februar 2017 eingereicht. Sie hat die Berufung und Klage zurückgenommen, soweit begehrt worden ist, die Beklagte zu verpflichten, die der Klägerin entstehenden Kosten für eine zahnärztliche Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 26 im notwendigen und angemessenen Umfang zu übernehmen. Sie beantragt nunmehr, unter Abänderung des Gerichtsbescheides des Sozialgerichts Cottbus vom 23. November 2016 den Bescheid der Beklagten vom 22. August 2011 in Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 2. April 2013 aufzuheben und die Beklagte zu verurteilen, an sie 1.350,92 Euro nebst 4 % Zinsen hierauf seit dem 2. Dezember 2011 zu zahlen sowie festzustellen, dass die Beklagte verpflichtet ist, die der Klägerin entstehenden Kosten für eine zahnärztliche Wurzelkanalbehandlung betreffend den Zahn 36 in notwendigen und angemessenen Umfang zu übernehmen. Die Beklagte beantragt, die Berufung zurückzuweisen. Sie führt ergänzend aus, in ihrem Bescheid vom 22. August 2011 die Voraussetzungen für eine Wurzelbehandlung detailliert dargelegt zu haben. Ein Zahn, der nach der Richtlinie nicht erhaltungswürdig sei, solle entfernt werden. Der Kostenvoranschlag von Dr. V vom 15. Februar 2011 zeige, dass die komplette Leistung von vornherein als Privatleistung erbracht werden sollte bzw. werden müsste. Dort seien vielfach Behandlungspositionen aufgeführt (Gebührenziffern 504, 230, 214, 242, 222 A und a 503), die nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen gehörten. Im Detail sei insbesondere der Position 222 A zu entnehmen, dass die „Überwindung einer Obliteration bzw. Intrakanalstufe“ mittels speziellen Werkzeugs erforderlich gewesen sei. Es sei nämlich um eine Revision gehandelt, weil die Klägerin an allen drei Zähnen schon einmal eine Wurzelbehandlung habe vornehmen lassen. Nach ihren Unterlagen sei die Behandlung des Zahnes 26 am 24. Oktober 2016 auch als Kassenleistung erfolgt. Aus ihrer Sicht liege ein vollendeter Abrechnungsbetrug des Zahnarztes zu ihren Lasten vor. Der Zahnarzt habe nicht mit einer Abrechnung von an sich unproblematisch abrechenbaren Leistungen vorspiegeln dürfen, dass eine „einfache“, d.h. richtlinienkonforme Behandlung möglich gewesen sei. Außerdem ergebe sich auch hier, dass mit Mitteln der vertragszahnärztlichen Versorgung eine Behandlung nicht möglich gewesen sei. Auf die angeführten ärztlichen Berichte wird ergänzend verwiesen. Entscheidungsgründe Der Berufung bleibt Erfolg versagt. Das SG hat die Klage zu Recht abgewiesen. Der streitgegenständliche Bescheid in der Fassung des Widerspruchsbescheides ist rechtmäßig und verletzt die Klägerin nicht in ihren Rechten. Die Klägerin hat keinen Anspruch auf Kostenerstattung für die von ihr verauslagten Kosten der Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 16 durch Dr. V. Rechtsgrundlage für die Erstattung der bereits entstandenen Behandlungskosten ist § 13 Abs. 3 Satz 1 Alternative 2 SGB V. Ein Anspruch auf Kostenerstattung reicht nicht weiter als der jeweilige Anspruch auf Sachleistungen nach § 2 Abs. 2 Satz 1 SGB V. Er setzt voraus, dass die selbstbeschaffte Behandlung zu den Leistungen gehört, welche die Krankenkassen allgemein in Natur als Sach- oder Dienstleistung zu erbringen haben (ständige Rechtsprechung des BSG, z. B. Urteil vom 13. Dezember 2016 – B 1 KR 4/16 R, Rdnr. 7 mit Bezugnahme u. a. auf BSG, Urteil vom 7. November 2006 – B 1 KR 24/06 R, BSGE 97, 190). Die Krankenkassen sind nicht bereits dann leistungspflichtig, wenn eine begehrte Therapie nach eigener Einschätzung des Versicherten oder des behandelnden Arztes positiv verlaufen wird bzw. verlaufen ist. Vielmehr muss die betreffende Therapie rechtlich von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung umfasst sein. Diese Voraussetzungen liegen hier nicht vor. Nach § 2 Abs. 1 SGB V stellen die Krankenkassen den Versicherten die Leistungen unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes zur Verfügung, die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich seien. Sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten, § 12 Abs. 1 Satz 1 SGB V. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können nicht beansprucht werden, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen, § 12 Abs. 1 Satz 2 SGB V. Zu dem Anspruch auf Krankenbehandlung nach § 11 Abs. 1 Nr. 4 SGB V gehört nach § 27 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB V auch die zahnärztliche Behandlung. Diese umfasst die Tätigkeit des Zahnarztes zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst, die ausreichend und zweckmäßig sind, § 28 Abs. 2 Satz 1 SGB V. Einen wesentlichen Beitrag zur Bestimmung von
Inhalt und Umfang der zahnärztlichen Behandlung, insbes. für die Verwaltungspraxis, leistet die Richtlinie nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB V für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung (Behandlungsrichtlinie; vgl. KassKomm/Nolte SGB V § 28 Rdnr. 13a). Der Versicherte hat zusammengefasst gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse nur den Sachleistungsanspruch auf Durchführung der Wurzelkanalbehandlung durch den Vertragszahnarzt, welche dieser nach Maßgabe der Behandlungsrichtlinie durchführt. Nach A Nr. 4 S. 4 Behandlungsrichtlinie haben diagnostische Maßnahmen und Therapie dem Gebot der Wirtschaftlichkeit zu entsprechen. Der GBA hat in der Behandlungsrichtlinie eine positive Empfehlung über den therapeutischen Nutzen der Wurzelkanalbehandlung nur mit Einschränkungen erteilt. Für Backenzähne (Molare) gilt nach B III Nr. 9 Behandlungsrichtlinie, dass diese grundsätzlich nicht endodontisch behandelt werden, es sei denn, einer der dort genannten Fälle läge vor. Eine Wurzelkanalbehandlung von Backenzähnen ist (nur) angezeigt, wenn damit eine geschlossene Zahnreihe erhalten werden kann, eine einseitige Freiendsituation vermieden wird bzw. der Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz möglich wird. Zusätzlich müssen die Wurzelkanäle bis in die Spitzen gefüllt werden können (B III Nr. 9.1a Behandlungsrichtlinie). Die letztgenannte Voraussetzung hat der Behandler Dr. Vin seinem Befundbericht vom 5. August 2013 hinsichtlich aller drei Zähne „mit herkömmlichen Therapien und Zeitaufwand“ verneint. Seine Therapie entspricht – nach seiner Einschätzung- nicht dem Gebot der Wirtschaftlichkeit. Dementsprechend hat die Beklagte darauf hingewiesen, dass der Kostenvoranschlag Leistungen umfasst, die im BEMA-Z nicht abgebildet sind. Ein (Sach-) Leistungsanspruch besteht jedoch nur, soweit die Methode auch Gegenstand des BEMA- Z ist (vgl. BSG, Urteil vom 2. September 2014 – B 1 KR 3/13 R – Rdnr. 19 für neue vertragszahnärztliche Behandlungsleistung). Die Beklagte hat zudem mit Bescheid vom 22. August 2011 in der Fassung des Widerspruchsbescheides vom 2. April 2013 nicht generell die Sachleistung einer Wurzelkanalbehandlung der drei Zähne abgelehnt, sondern eine Kostenübernahme der im Kostenvoranschlag des Dr. V vorgesehenen Behandlung, die ausdrücklich auf privatärztlicher Grundlage erfolgen sollte. Es stand insbesondere hinsichtlich der Behandlung des Zahnes 16 nicht im Raum, ob eine Behandlung auf vertragszahnärztlicher Grundlage durch einen anderen Zahnarzt möglich wäre. Es bestand und besteht von vornherein keine Möglichkeit, eine Teilkostenerstattung zu gewähren, anders als bei der Regelung für die Kosten für Zahnfüllungen (§ 28 Abs. 2 Satz 2 bis 5 SGB V). Bei Zahnfüllungen besteht ein Wahlrecht zwischen dem Sachleistungsanspruch auf das Standard- Inlay und einer (Teil-)Kostenerstattung. Wählt ein Versicherter aus ästhetischen oder anderen Gründen eine über den Standard hinausgehende Füllung, d. h. aufwändigere oder teure Versorgung z. B. mit Inlays aus Keramik oder Gold, so würde dies nach der Regel des § 12 Abs. 1 S. 2 SGB V an sich dazu führen, dass überhaupt kein Leistungsanspruch bestünde und der Versicherte die gesamte Behandlung selbst bezahlen müsste. Nur in den gesetzlich ausdrücklich geregelten Fällen wie nach § 28 Abs. 2 S. 2 SGB V haben die Kassen bei Wahl einer teuren Versorgung die vergleichbare preisgünstigere Füllung als Sachleistung abzurechnen (Steege in: Hauck/Noftz, SGB 12/17, § 28 SGB V Rdnr. 52f).
Die von Dr. V vorgenommene Wurzelkanalbehandlung war keine Zahnfüllungsbehandlung im Sinne des § 12 Abs. 1 S. 2 SGB V. Dazu zählen nämlich neben der Füllung als solcher nur die mit der Art der Versorgung unerlässlichen Begleitleistungen wie z. B. Anästhesie und Röntgen (Kraftberger in LPK-SGB, 5. A. 2016, § 28 Rdnr. 27 mit Bezugnahme auf v. Maydall, GK-SGB V § 28 Rdnr. 48). Die Behandlung der Klägerin bestand schon rein begrifflich aus einer der Wurzelkanäle, die insbesondere vollständig freigelegt wurden. Die anschließende Verfüllung war nur ein untergeordneter Teilaspekt. Das Begehren der Klägerin ging danach von vornherein ins Leere. Die missverständlich formulierten Äußerung der Beklagten, der Vertragszahnarzt müsse eine Erfolgsgarantie abgeben, war für die kostenverursachende Entscheidung der Klägerin, den privatzahnärztlichen Behandlungsvertrag mit Dr. V abzuschließen, nicht kausal. Die Klage ist hinsichtlich des Zahnes 36 als Feststellungsklage nach § 55 Abs. 1 Nr. 1 SGG zulässig. Eine vorrangige Leistungsklage scheidet aus, weil diese als Zahlungsklage auf einen bestimmten Betrag gerichtet sein müsste. Die Klage ist aber unbegründet. Wie ausgeführt, hat die Klägerin lediglich einen Anspruch auf Durchführung der Wurzelkanalbehandlung als Sachleistung eines Vertragszahnarztes. Dass dies generell nicht möglich sein könnte, trägt die Klägerin selbst nicht vor und ist auch nicht ersichtlich. Die Prüfung der Voraussetzungen der Behandlungsrichtlinie obliegt wie dargestellt dem Vertragszahnarzt und nicht der Krankenkasse. Ein Anspruch auf Leistung in Form einer Kostenübernahme bzw. einen Kostenzuschuss scheidet somit aus. Nur vorsorglich ist auch insoweit darauf hinzuweisen, dass im vorliegenden Fall auch nicht ersichtlich ist, dass ein Vertragszahnarzt die Wurzelkanalbehandlung des betreffenden Zahnes durchführen müsste. Auf die obigen Ausführungen kann verwiesen werden. Die Kostenentscheidung erfolgt aus § 193 SGG und entspricht dem Ergebnis in der Sache. Dies gilt auch, soweit sich der Rechtsstreit durch Klagerücknahme erledigt hat. Auch insoweit hatte die Berufung keine Erfolgschance. Gründe für die Zulassung der Revision nach § 160 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 SGG liegen nicht vor. Quelle Urteiledatenbank zur GOZ der Bundeszahnärztekammer In dieser Datenbank finden Sie Urteile mit Bezug zu der seit dem 01.01.2012 geltenden Gebührenordnung für Zahnärzte. Sie wird kontinuierlich um neu in Kraft getretene Urteile ergänzt.
Wurzelkanalbehandlung bei GKV-Patienten | LSG Berlin-Brandenburg | L 1 KR 5/ 17 | 27.09.2018
Zunächst ein kurzer Rückblick auf den Morita DVT WURZELSPITZE LIVE TALK von letztem Mittwoch. Ich denke, wir können Einigkeit erzielen, dass dies eine sehr gelungene Veranstaltung war, die uns Alle weitergebracht hat. Und sich auch finanziell für alle Teilnehmer gelohnt hat. Von Morita selbst habe ich ebenfalls ein positives Feedback bekommen. Daher möchte ich an dieser Stelle die Frage an alle Teilnehmer stellen, ob der Wunsch besteht, ein solches Meeting zu gegebener Zeit zu wiederholen.
Falls ja, in welchem zeitlichen Abstand sollte so etwas erneut durchgeführt werden ? Antworten bitte in die Kommentare.
Und ja, Morita gedenkt, einige der angesprochenen Ideen auf den Weg zu bringen. Wir dürfen gespannt sein.
Nächsten Mittwoch, 28.04.2021 20 Uhr dann der zweite WURZELSPITZE LIVE TALK für diesen Monat. Auch dieser eine Neuerung. Mal sehen wie es ankommt. Es ist eine Falldarstellung geplant. Wir werden sprechen über die tagtägliche Endo. Es geht um diesen Zahn 26 hier. Bewusst kein textbook case. Soweit oute ich mich schon mal. ABER – mit einigen Tücken, die auf den ersten Blick (gar) nicht sichtbar sind. Und über die zu sprechen es den Reiz dieses Formates ausmacht. Wieder ist jeder aufgefordert, mal für sich selbst zu überlegen, wo die Schwierigkeiten liegen könnten, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und wie man sinnvoller Weise damit umgeht. Wer sich traut, schreibt seine Gedanken in die Kommentare.
Zahn 16, Zustand nach Endo alio loco, der Zahn soll neuen ZE erhalten
Auch für diesen WURZELSPITZE LIVE TALK gilt im Übrigen, dass dieser für alle WURZELSPITZE – Teilnehmer zugänglich ist. Als Appetithappen sozusagen. Wir von WURZELSPITZE finden dieses Medium eine gelungene Bereicherung und möchten es Allen hier vorstellen. Vielleicht überzeugt es ja dem einen oder anderen, zu WURZELSPITZE Plus zu wechseln, denn im Rahmen dieses Formates werden natürlich weiterhin die WURZELSPITZE LIVE TALK s stattfinden.
Am Mittwoch 14.04.2021 um 20 Uhr findet unser 6. WURZELSPITZE LIVE TALK statt. Diesmal geht es um Fragen, die Morita DVT Software betreffend und richtet sich natürlich an alle Morita DVT Betreiber hier. Immerhin sind mittlerweile über 30 Geräte in unserem Personenkreis installiert. Aber auch wer immer mal wieder Morita DVTs zugeliefert bekommt und Fragen hat, die benötigte Viewer Software betreffend, hätte die Möglichkeit, von Herrn Alexander Fiebig von der Firma Morita kompetente Antworten zu bekommen. Deshalb ist dieser WURZELSPITZE LIVE TALK auch für alle Interessierten aus unserem WURZELSPITZE-Kreis zugänglich.
Der LIVE TALK findet als ZOOM-Meeting statt. Hier die Zugangsdaten.
Welche Kamera sollte ich an mein Dentalmikroskop anhängen?
Prinzipiell gibt es 4 unterschiedliche digitale Kamerakonzepte, die Anwendung gefunden haben. Diese möchte ich im Nachfolgenden kurz vorstellen:
Digitale Kompaktkameras – im Englischen als „Point and Shoot Camera“ bekannt. Sie verfügen über eine fest verbautes Objektiv, das nicht getauscht werden kann. Diese Kameras waren die ersten digitalen Kameras, die in breiter Basis am Dentalmikroskop genutzt wurden. Das ist jetzt 20 Jahre her und ihre Verwendung am OPM darf als überholt gelten. Wenngleich, wie Jörg Schröder regelmäßig zeigt, die Bildqualität einer Nikon Coolpix sich, wenn alle Parameter stimmen, durchaus immer noch mit aktuellen Kameramodellen messen kann. Und das, obwohl 20 Jahre in der Entwicklung der Digitalfotografie eine Ewigkeit darstellen. Gefühlt mindestens 10 Generationen.
Digitale Spiegelreflexkameras – im Englischen als DSLR – Digital Single Lens Reflex – Cameras bezeichnet. Das zu fotografierende Bild wird im Stadium der Bildbelichtung über einen hin und herklappbaren Spiegel auf die Sensorebene projiziert, während es für den Zeitraum der Bildkomposition in den Sucher umgelenkt wird. Der Fotograf sieht also exakt das Bild, das später auch als digitales Abbild zu sehen sein wird. Bis auf den Moment der Aufnahme, da ist der Sucher abgedunkelt, weil in dieser Zeit das Licht auf die Sensorebene trifft. An die Kamera können verschiedene Objektive angesetzt werden, die über einen Bajonettverschluss eingerastet werden.
Digitale Systemkameras – eine nichtssagende Bezeichung, besser trifft es der englische Begriff MILC – Mirrorless Interchangeable Lens Camera. Demnach ebenfalls eine Kamera mit Wechselobjektiven, die jedoch ohne den Klappspiegel der Spiegelreflexkameras auskommt und bei denen der optische Sucher durch einen Miniaturmonitor ersetzt wurde, der dem Fotografen ein Video Live-Bild ausgibt. Wurden MILC- Kameras zu Beginn von den „Profis“ als „Spiegelreflexkameras zweiter Klasse“ verächtlich belächelt, so haben sich diese heutzutage als bessere Alternative weltweit durchgesetzt. Ihr Siegeszug war so gewaltig, dass die ehemaligen Platzhirsche und Fastmonopolisten Canon und Nikon mittlerweile sogar um ihre Existenz, zumindest jedoch um ihre Vorherrschaft bangen müssen. Nikon zum Beispiel hat vor kurzem seine Kameraproduktion in Japan eingestellt. Man stelle sich vor, Mercedes als Erfinder des Automobils würde bekanntgeben, man würde zwar noch weiter LKW´s bauen, jedoch die Autoproduktion von Personenwagen stark einschränken und ausserdem von nun an nur noch im Ausland produzieren.
Abschliessend ergänzend sollen noch die digitalen Videokameras erwähnt werden. Die zu Beginn ihre Berechtigung hatten, wollte man neben Fotos auch bewegte Bilder aufnehmen. Wozu die ersten digitalen Fotokameras am Mikroskop gar nicht oder nur in geringer Videoqualität in der Lage waren. Umgekehrt lieferten Videokameras nur grottig schlechte (Stand)-Fotos, die für eine qualitativ hochwertige Dokumentation nicht in Frage kamen. Wer Beides wollte, musste früher zweigleisig fahren. Heute liefern die Fotokameras eine exzellente, zumindest jedoch für den dentalen Bereich vollkommen ausreichende Videoqualität frei Haus. Mehr Geld auszugeben für eine teure Profi-Filmkamera im Markt ist unnötig, zumal der Workflow, die Videoproduktion betreffend, unterm Strich wesentlich komplizierter, deutlich zeitaufwendiger (und mit einer sehr großen Datenmenge, die verarbeitet und auch langfristig aufbewahrt werden muss – Stichwort Festplattenspeicherplatz) verbunden ist, selbst wenn die Qualität der Video-Standfotos heute als sehr gut eingestuft werden kann.
Wie nun entscheiden ? Wer nun eine Fotokamera ans Dentalmikroskop schrauben möchte, der ist heutzutage mit einer MILC-Camera sehr gut beraten. Moderne Kameras dieser Art haben nur Vorteile gegenüber den DSLR-Kameras. Geringeres Gewicht, geringere Größe durch Wegfall des Spiegels im Spiegelkasten. Und ein geringeres Risiko für Bildunschärfe durch Verwackeln, weil der sogenannte „Spiegelschlag“ prinzipbedingt nicht vorhanden ist.
Auch wenn prinzipiell eine ganze Reihe unterschiedlicher Kameras der verschiedensten Hersteller grundsätzlich für die Nutzung am Dentalmikroskop in Frage kommen so haben sich aus guten Gründen Kameras der Firma Sony im Markt etabliert. Für rund 400 Euro erhält man zum Beispiel mit der Sony A 6000 eine absolut alltagstaugliche Kamera, die eigentlich allen dentalen/endodontischen Wünschen gerecht wird. Ob es diese oder vielleicht dann doch besser eine teuere Kamera aus gleichem Hause sein sollte und wo die relevanten Unterschiede liegen, darüber schreibe ich in der nächsten Folge.
Was aber tun, wenn wir den Weissabgleich nicht vorgenommen haben ? Die Aufnahme demnach einen der jeweiligen Dentalmikroskop-Beleuchtung entsprechenden Farbstich aufweist. Und wir einen Super-Fall dokumentiert haben, welchen wir gerne in einem Vortrag oder einem Artikel möglichst gut abgelichtet sehen wollen.
Kein Problem. Am einfachsten geht es, wenn der Patient noch auf dem Stuhl liegt. Dann nimmt man eine Watterolle, platziert diese irgendwo im Bildausschnitt und macht noch ein Foto.
Mit all diesen Fotos geht man nun ins Bildbearbeitungsprogramm. Bei mir ist dies Adobe Lightroom, aber die nachfolgend beschrieben Routine geht in jeder anderen Software auch.
Im Entwicklungs-Modul der Bildbearbeitungssoftware gibt es die Möglichkeit des Weissausgleichs. Funktioniert wie der automatische Farbausgleich der Kamera, nur das wir dem Programm zeigen, was im Bild genau „weiss“ ist. Indem wir mit der „Pipette“ den weissen Bereich anklicken. Wäre im genannten Beispiel die Watterolle. Das Programm passt dann die Farbtemperatur entsprechend an. Durch die Synchronisationsfunktion kann man danach mit einem einzigen Klick alle Fotos der Patientenbehandlung entsprechend farbanpassen. Geht im Übrigen in der Bildbearbeitung auch mit „Grau“. Weil in der Fotografie zur Belichtungsmessung traditionell mit sogenannten Graukarten mit 18 % Neutralgrau- Anteil gearbeitet wurde. Achja, und Zahnseide statt Watte, wie im nachfolgenden Video, ist auch eine Option.
Zum Schluss noch der Profi – Tipp. Im Bildprogramm die entsprechende Farbanpassung (wie beim manuellen Weissausgleich für die Kamera mit weissem Papier unter der Mikroskoplinse) als Voreinstellung abspeichern. Dann braucht man zukünftig weder Watterolle noch Pipette, sondern kann die Fotos schon beim Hochladen in die Software automatisch anpassen lassen. Oder alle Mikroskop-Fotos der Vergangenheit (immer vorausgesetzt sie wurden nicht mit unterschiedlichen Mikroskopen mit unterschiedlichen Lichtquellen gemacht) auf einen Schlag farbstichfrei machen.
Und selbstverständlich ist diese Vorgehensweise auch hilfreich in der Kommunikation mit dem Dentallabor.
Ist es nicht erstaunlich, ist es nicht ein Wunder, zu beobachten, wie ein kleines Kind sich die Welt erschliesst ? Das erfährt, dass der Tisch Tisch und nicht Krötzelflutz heisst. Und Papa Papa. Und nicht Mama.
Warum ich das erzähle ? Weil auch eine Fotokamera lernen muss. Farben zum Beispiel. Denn woher weiss eigentlich eine Kamera, das weiss weiss ist ?
Ich verstehe jeden, der nun irritiert innehält. Und führe gerne an, dass zu Zeiten der Schwarz Weiss – Fotografie, die Definition von Weiss einfach und eindeutig war. Während Schwarz als Abwesenheit von Licht definiert werden kann, so ist Weiss im Umkehrschluss als die höchstmögliche Helligkeit im Film anzusehen. Zwischen beiden Extremen findet man dann alle Möglichkeiten von Grauwerten.
In unserer realen Welt jedoch ist Weiss, genau wie Grau und Schwarz eine „unbunte“ Farbe. Eine neutrale Lichtempfindung als Ergebnis der Mischung von allen Wellenlängen des Spektrums in physikalisch gleicher Strahlungsstärke. Weiss ist also keine Konstante, sondern entsteht als ein Gemisch aus unterschiedlichen Farben und die Art der Beleuchtung spielt eine entscheidende Rolle. Ein „weisser“ Gegenstand sieht ganz unterschiedlich aus, je nachdem, ob er von Tageslicht, bei Kerzenschein oder von einer Glühlampe, Halogen-, Led-, Neon- oder Xenonbeleuchtung illuminiert wird.
Im Alltag fällt uns dies in der Regel nicht auf. Weil unser Gehirn sich an die unterschiedlichen Beleuchtungen adaptiert. Wir wissen halt, dass die Kaffeetasse weiss ist, ganz gleich, von welchem Beleuchtungsmittel sie angeleuchtet wird.
Im Film festgehalten, trifft dies dann nicht mehr zu. Hier weisen plötzlich Aufnahmen, die in mit Neonlampen beleuchteten Innenräumen erstellt wurden, einen Farbstich auf. Weisses erscheint bläulich.
Weil der farbbildende Emulsion des Farbfilms auf die Farbtemperatur des Sonnenlichtes (die bei 5500 Kelvin liegt) abgestimmt war. Für abweichende Beleuchtungen gab es sogenannte Kunstlichtfilme.
Die digitale Fotografie hat es auch hier einfacher. Man muss nicht mehr mit unterschiedlichen Filmen hantieren, sondern lediglich der Kamera sagen, dass Weiss Weiss ist. Und in fast allen Fällen macht das die Kamera sogar automatisch, nämlich immer dann, wenn der sogenannte Auto-Weissabgleich aktiviert ist. Dann nämlich analysiert die Kamera das anzufertigende Bild, sucht den hellsten und den dunkelsten Teil eines Bildausschnittes heraus und definiert diese als Weiss und Schwarz. Das klappt unter normalen Lichtverhältnissen auch erstaunlich gut. So gut, dass ich bei meiner Fotografie abseits der Zahnmedizin immer diese Voreinstellung wählen würde.
Bei der Fotografie unter dem Dentalmikroskop sieht die Sache aber anders aus. Hier habe ich Lichtquellen, die in ihrer Farbtemperatur vom natürlichen Tageslicht abweichen. Und damit den Algorithmus der Kamera an ihre Grenzen bringen.
Andererseits haben wir beim Arbeiten mit dem Mikroskop den großen Vorteil, dass die Beleuchtungsverhältnisse extrem konstant sind. Auch wenn eine Halogen- Beleuchtung, eine LED- Beleuchtung oder eine Xenon – Beleuchtung extrem unterschiedliche Farbtemperaturen haben, so ist diese doch konstant.
Hier macht es Sinn, nicht den automatischen, sondern stattdessen den manuellen Farbausgleich der Kamera zu nutzen. Geht ganz einfach. Wir stellen im Kameramenue die Option manueller Weissabgleich ein, halten ein weisses Blatt Papier unter die Linse unseres Mikroskopes, machen ein Foto, speichern das Ergebnis ab und die Kamera weiß von nun an, was „Weiss“ ist.
Zur Illustration des geschilderten Phänomens der Farbstichigkeit noch ein paar Fotos. Abgebildet mmer die gleichen weissen Gegenstände, als Farbtupfer noch ein Glas Orangensaft und der Jahreszeit geschuldet ein grauer Osterhase. Jeweils mit unterschiedlichen Farbtemperaturen fotografiert. Das erste Foto mit Auto-Weissabgleich aufgenommen, die weiteren Fotos bei 2000 und 10.000 Kelvin Farbtemperatur.
Im April wird es nicht nur einen, sondern sogar zwei Live Talks geben.
Und – beide sind – ein Novum – für alle Wurzelspitze-Teilnehmer zugänglich.
Der erste Live Talk findet am Mittwoch dem 14. April 2021 , wie immer um 20 Uhr statt. Er richtet sich an alle Morita DVT User. Herr Alexander Fiebig, vermutlich vielen Morita DVT-BesitzerInnen als kompetenter und in der Materie tief verwurzelter Experte bekannt, was die Themen DVT und vor allem DVT-Software angeht, wird uns Rede und Antwort stehen, unsere Fragen betreffend.
Ich kann nur für mich sprechen, aber obwohl ich die Morita DVT ´s schon seit 2012 tagtäglich verwende, nutze ich vermutlich nur 2 Prozent der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Andererseits habe ich eine ganze Reihe von Ideen oder Wünschen, die ich mir von einer solchen Software erfüllt sehen würde und vermutlich sind einige davon auch schon längst implementiert, ich weiss nur nicht wie. Und ich vermute mal, das geht vielen von uns genauso. Unser zahnärztliches Tagwerk, all unsere zeitlichen Recourcen bindend, lässt keine intensive Beschäftigung mit der Materie zu, wir sind froh, wenn es uns gelingt, irgendwie einigermaßen im Programm zurechtzukommen. Ich hoffe daher auf eine zahlreiche Teilnahme, denn wenn wir Morita gegenüber zeigen können, das es einen Bedarf gibt, sowohl eine intensive Schulung wie auch die Implentation von Verbesserungen betreffend, dann verleiht dies natürlich in der Menge einer viel größeren Impact, als wenn nur Wenige sich einfinden. Und da der geplante Event der erste seiner Art überhaupt ist, eine Art Versuchsballon, wird sicherlich auch Morita mit besonderem Interesse die Veranstaltung verfolgen. Soll heissen, wir haben es ein gutes Stück weit in der Hand, ob die Teilnahme ein Erfolg und ob es eine Fortsetzung geben wird und ob es zu Verbesserungen im Programm kommen wird.
Der zweite WURZELSPITZE LIVE TALK findet am 28.04.2021 statt unter dem Titel „Das endodontische Abendgespräch“. Ich werde endodontische Fälle vorstellen. Den klinischen Ablauf, die Schwierigkeiten und wie ich mit diesen umgegangen bin. Letztendlich das, was WURZELSPITZE immer schon getan hat, aber nun unter Zuhilfenahme der neuen Medien. Gewissermaßen ein Qualitätszirkel – Keynote Vortrag mit anschließender Diskussion und Fragerunde im Netz.
Das war hier die Frage, die es nun zu beantworten gilt: Und die Antwort lautet A. Die eingestellte Blende ist unveränderlich (da gar nicht vorhanden), die Kamera misst die optimale Belichtung und passt die Belichtungszeit daran an.
Und da wir das nun schnell und unkompliziert klären konnten, wenden wir uns gleich der nächsten wichtigen Einstellung zu.
Welche ISO – Einstellung sollten wir vornehmen ?
Die Antwort ist abhängig von der verwendeten Kamera. Was man wissen muss – bei digitalen Kameras gibt es eine Grundempfindlichkeit, meist ISO 100 oder ISO 200. Sind die Lichtverhältnisse nicht ausreichend, kommen höhere ISO – Empfindlichkeiten zur Anwendung. Im Gegensatz zur analogen Kamera, bei der Filme mit unterschiedlichen Lichtsensibilitäten zum Einsatz kommen, wird bei den digitalen Kameras das Grundsignal einfach nur verstärkt. Man kann sich dies in etwa so vorstellen wie bei einer Musikanlage, an die eine leise und eine laute Musikquelle angeschlossen werden. Bei der lauten Musikquelle muss das Eingangssignal nur ganz gering verstärkt werden. Da jeder Verstärker dem Originalsignal ein gewisses Maß an Rauschen hinzufügt, bedeutet eine geringe Verstärkung ein guter Klang bei nur sehr geringem Rauschen. Das leise Eingangssignal hingegen muss stark verstärkt werden. Das produziert ein starkes Rauschen, welches das Hörerlebnis beeinträchtigt.
Bei den Kameras ist es in der Regel so, dass es eine bestimmte ISO – Grenze gibt, aber der die Bildqualität überproportional schlechter, weil erkennbar verrauscht ist. Wo diese Grenze liegt, ist von Kamera zu Kamera individuell unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig. Im Zweifelsfalle einmal die entsprechenden Kameraforen und Testberichte im Netz durchforsten.
Idealerweise können sie bei ihrer Kamera Unter- und Obergrenzen angeben, die ISO – Einstellung betreffend. Bei meiner LEICA M 10 zum Beispiel habe ich einen ISO Bereich von ISO 100 – ISO 2500 eingestellt. Ausserdem kann ich bei dieser Kamera die längste Belichtungszeit angeben, die ich nutzen möchte, ich habe eine 1/60 Sekunde voreingestellt. Der Algorithmus der Kamera ist dann wie folgt: Solange die Lichtverhältnisse es zulassen, wird mit ISO 100 gearbeitet und bei zunehmender Dunkelheit die Belichtungszeit erhöht bis zur Grenze von 1/60 Sekunde. Sollte diese Belichtungszeit nicht ausreichen, wird nun sukzessiv die ISO – Zahl erhöht bis zum Grenzwert von ISO 2500. Sind die Lichtverhältnisse noch ungünstiger, ändert sich nichts mehr an den Kamerawerten, das Foto wird nun zunehmend dunkler, weil unterbelichtet.
Und was sollte man tun, wenn die Voreinstellungen der Kamera keine Ober – und Untergrenzen sondern nur einen festgelegten Wert zulassen ?
Dann macht es Sinn, einen möglichst hohen ISO-Wert festzulegen, der noch wenig Rauschen zulässt. Bei meinen Sony Alpha 6500 und Alpha 6400-Kameras ist es der Wert ISO 800. Bis zu diesem Wert ist Rauschen im Bild nicht sichtbar, erlaubt aber gegenüber der ISO 100 Standard-Einstellung eine 8 fach kürzere Belichtungszeit oder anders rum eine 8 mal höhere Lichtausbeute.
Heating stability, physical and chemical analysis of calcium silicate‐based endodontic sealers T. B. M. Antunes A. C. P. Janini L. E. Pelepenko G. F. Abuna E. M. Paiva … First published: 12 February 2021 https://doi.org/10.1111/iej.13496
Abstract Aim
To evaluate possible modifications in root canal sealers subjected to a variety of heating conditions using vibrational spectroscopy and analysis of physical and chemical properties.
Methodology
EndoSequence BC Sealer HiFlow, Bio‐C Sealer, BioRoot RCS and AH Plus were analysed chemically using Raman spectroscopy (25–220 °C) and Fourier‐transform infrared spectroscopy (FT‐IR) (37–100 °C ). For FT‐IR, the materials were tested individually and mixed with root dentine powder. Scanning electron microscopy (SEM) and coupled energy dispersive spectroscopy (EDS) were used to evaluate surface and chemical elements. ISO 6876‐2012 and ASTM‐C266‐07 specifications were followed to evaluate flow, setting time (moist and dry), solubility and radiopacity. Also, pH analysis at 37 and 100 °C was performed. Shapiro–Wilk and Mixed ANOVA (within and between the effects of the subjects), Levene, and a post hoc analyses with Bonferroni correction were performed (P < 0.05).
Results
Vibrational spectroscopy revealed peaks of tricalcium silicate, dicalcium silicate and zirconium dioxide. Chemical changes in the Raman spectra during heating were discrete, as the inorganic content predominated the signalling for all root canal sealers. FT‐IR analysis exhibited spectral changes in water absorption for EndoSequence BC Sealer HiFlow and Bio‐C Sealer, probably related to dehydration. For BioRoot RCS and AH Plus, no significant chemical changes were observed. Bio‐C Sealer exhibited a band of polyethylene glycol only after heating to 100 °C, probably related to its thermal decomposition. SEM/EDS analysis corroborated the composition results observed in vibrational spectroscopy for all materials. Heating to 100 °C significantly changed the flowability of all calcium silicate‐based sealers with a wide variation in setting times at both temperatures, along with solubility levels above ISO standards. For all tested sealers, radiopacity fulfilled the requirements, and pH exhibited alkaline values.
Conclusions
The tested calcium silicate‐based sealers were affected by heating. Calcium silicate‐based root canal sealers had high solubility which is a concern for their clinical use. AH Plus was the only root canal sealer that was stable after heating.
Was haben alle hier in Teil 1 gezeigten OPM-Fotos gemeinsam ?
Die Antwort ist so banal, dass man vermutlich gar nicht im ersten Moment drauf kommt. Hinweis gefällig ?
Das Ziel des Sommerferien-Pauschalreisenden ist es, schön und gleichmäßig gebräunt aus den Ferien zurückzukommen. Auch wenn die favorisierte Intensität der Braunfärbung im Laufe der Zeit von einem kokosnussartigen Teint zurück zu sanfteren Bronzetönen sich entwickelt hat. In meiner Jugend in den Siebzigern und frühen Achtzigern war Tiroler Nussöl (Sonnenschutzfaktor NULL) das Schwimmbad-Liegewiesen-Mittel der Wahl. Heute ist Sonnenschutzfaktor 50 allgegenwärtig.
Was hat das Ganze aber nun mit unserem Fotografie – Thema zu tun ?
Naja, über die Intensität der Bräunung kann man ja streiten, aber niemand möchte aus dem Urlaub weiß wie ein Leichentuch zurückkommen. Und auch nicht krebsrot mit Sonnenbrand und sich schälender Haut.
Die oben aufgeführten Mikroskop-Fotos zeichnen sich alle durch eine perfekte Belichtung aus. Sind nicht zu hell und nicht zu dunkel.
Ist das jetzt was Besonderes ?
Heutzutage nicht mehr. Ein Iphone oder eine moderne Fotokamera löst diese nicht ganz banale Aufgabe so souverän, dass man nie auf die Idee käme, dies als nicht selbstverständlich vorauszusetzen. In den Anfängen der Fotografie war dies noch ganz anders. Da war das Geschick und vor allem die Erfahrung des Fotografen gefragt und sogar essentiell für das Gelingen einer Aufnahme. Der zunächst Belichtungsreihen anfertigte, in dem er das lichtempfindliche Medium (beschichtete Glasplatten) unterschiedlich lange der Sonneneinstrahlung aussetzte, um ein Gespür für die Dauer der notwendigen Belichtung zu bekommen und für das eigentliche Foto dann für eine bestimmte Zeit den Schutzdeckel von dem Objektiv entfernte, innerlich einen Countdown herunterzählend, um schliesslich mit dem Zurückstecken der Linsenbedeckung den Belichtungsprozess zu beenden.
Die ersten Fotos nutzten Glas- oder Kupferplatten als Speichermedium und benötigten Belichtungszeiten von teilweise mehreren Stunden. Oscar Barnack und die Firma Leica sind als Erfinder der modernen Fotografie zu bezeichnen. Ihre LEICA Kleinbildkamera nutzte als erste einen aufgerollten Kinofilm mit einer Filmgrösse von 24*36 mm als Speichermedium.
Meine Leica I von 1930 ermöglicht Belichtungszeiten von 1/500 Sekunde. Da kein Fotograf in der Lage ist, das Abdecken der Objektivlinse in solch kurzen Zeitabständen zu realisieren, verfügen die Kameras über einen mechanischen Verschluss. Bei besagter Leica ein schwarz gefärbtes Stofftuch, dass mittels Federaufzug in Sekundenbruchteilen hin und her bewegt wird. Und noch ein elementares Bauteil moderner Fotografie muss nun erwähnt werden. Konnten zu Beginn der Fotografie nur sehr lichtunempfindliche Speichermedien genutzt werden mit entsprechend langen Belichtungszeiten so stehen schon ein paar Jahrzehnte später mit den erwähnten Silberbromiden auf Zelluloidfilm wesentlich effizientere Medien zur Verfügung und es besteht die permanente Gefahr der Überbelichtung. Wir alle kennen die Problematik aus dem täglichen Leben, wenn wir in eine helle Lichtquelle schauen. Der Blick im Sommer aus einem dunklen Raum heraus in ein helles Fenster oder der plötzlich auftauchende Autoscheinwerfer beim nächtlichem Gegenverkehr. Und genau wie das Auge mit seiner sich je nach Lichteinstrahlung vergrößernden oder verkleinernden Iris nutzt auch die Fotokamera eine ringförmige „Iris-BLENDE“, um den Lichteinfall adäquat zu dimensionieren. Durch die Iris unseres Auges sind wir in der Lage, sowohl bei Dunkelheit wie auch bei strahlendem Sonnenschein gescheit sehen zu können. Jeder, der einmal nach dem Augenarzttermin mit pupillenerweiterenden Tropfen versehen in der Welt umherstreifen musste, kann ermessen, welche wichtige Funktion der Iris zukommt und die Fotokamera bildet hier keine Ausnahme.
Der Fotograf von 1930, mein Großvater, war also Dank seiner Leica (die damals fast 2 Monatsgehälter kostete) in der Lage, mit einer handlichen Kamera (7*14*3 cm) ohne Stativ – beides damals eine Seltenheit, den Fotoapparate waren riesige Kästen auf dreibeinigen massiven Holzstativen- sich rasch bewegende Motive im Bild festzuhalten. Was die Belichtungszeit anging, war nach wie vor die Erfahrung des Fotografen gefragt. „Wenn Sonne lacht, nimm Blende 8“, solche Faustregeln gehörten zum Knipser- Einmaleins, denn erst Mitte der 1930er Jahre wurden die ersten Belichtungsmesser im Markt eingeführt, die sich das Phänomen der Änderung der Stromleitfähigkeit von Selen unter Lichteinwirkung zu nutze machen. Und es dauerte bis zum Jahr 1957 bis solche Belichtungsmesser von Herstellerseite in die Kameras eingebaut wurden.
Und damit haben wir alle notwendigen Bestandteile eines Fotoapparates beisammen:
Kameragehäuse
Objektiv
Objektivverschluss
Blende
Speichermedium (Film/Sensor)
Jetzt kann es losgehen.
Die Erstellung eines optimalen Fotoergebnisses beschreibt man in der Wechselwirkung der einzelnen Komponenten zueinander am besten mit Hilfe eines kybernetischen Wechselkreises. Kybernetik ist nach ihrem Begründer Norbert Wiener („Cybernetics or control and communication in the animal and the machine“) die Wissenschaft der Steuerung und Regelung von Maschinen und deren Analogie zur Handlungsweise von lebenden Organismen (aufgrund der Rückkopplung durch Sinnesorgane). Passt als wie die Faust aufs Auge zu unserem Thema im Bezug auf den Vergleich Auge – Fotokamera.
Definieren wir demnach ein optimal belichtetes Foto als einen Wert von 100. Die Menge der einfallenden Lichtstrahlung, die zu verschiedenen Tageszeiten naturgemäß variiiert, setzen wir für den jeweiligen Aufnahmezeitpunkt als konstant voraus. Sie produziert einen gewissen Photonenstrom, darunter versteht man die Zahl der Photonen pro Zeiteinheit. Besagter Photonenstrom bewirkt, um beim Schwarz-Weiss -Film der frühen Fotografie zu bleiben, eine entsprechende Schwarzfärbung des leichtempfindlichen Mediums.
Die Rechnung ist jetzt einfach. Photonenstrom/Sek * Belichtungszeit in Sekunden=100 (Belichtungsoptimum)
Eine Lichtquelle, die einen Photonenstrom von 100/Sek produziert benötigt eine Belichtungszeit von 1 Sekunde, eine Lichtquelle mit einem Photonenstrom von 1000/Sek benötigt nur 0,1 Sekunden, eine Lichtquelle von 10/Sek hingegen 10 Sekunden Belichtungszeit.
Die Belichtungszeit ist aber nur eine von 3 Möglichkeiten, eine optimale Belichtung zu ermöglichen. Die beiden anderen sind:
Möglichkeit 1:
Regulation der Lichtzufuhr über die Blende. Das Öffnen oder Schliessen der Blende erhöht oder verringert die Menge an Licht, das in die Kamera gelangt. Um bei unserer Analogie des Zimmers zubleiben. Die Blende der Kamera oder des Auges entspricht der Funktion eines Rolladens oder eine Jalousie vor dem Fenster. Je weiter der Rolladen geschlossen ist, um so weniger Licht gelangt in der Raum. Unsere kybernetische Formel lautet nun
Photonenstrom/Sek * Blendenwert*Belichtungszeit in Sekunden=100 (Belichtungsoptimum)
Für eine mittlere Öffnung der Blende definieren wir den Blendenwert als 1. Blenden von Fotoobjektiven haben feste und deutlich einrastende Markierungen am Objektiv, wobei die Differenz der jeweiligen benachbarten Markierungen jeweils das Doppelte des vorherigen Wertes beträgt. Ausgehend von der mittleren Blendenöffnung bewirkt die Nutzung der nächstgrößeren Blendenöffnung die Halbierung der Belichtungszeit. Umgekehrt führt die Nutzung der nächste kleineren Blendenöffnung zu einer Verdopplung der Belichtungszeit.
Noch nicht mathematisch genug ? Der Blendendurchmesser zur nächstkleineren Markierung reduziert sich jedes Mal um den Faktor 1/√2, was Öffnungsfläche und damit die Lichtmenge halbiert, so das dies mit einer Verdopplung der Belichtungszeit einhergeht. Die sogenannte Blendenzahl entspricht im Übrigen dem Quotienten von Brennweite und Blenden(kreis)durchmesser, bei einem Objektiv mit einer Brennweite von 50 mm und einer Blendenzahl 1 ist demnach der Durchmesser der Blendenöffnung 5 cm gross.
Vielleicht besser einfach an ein paar Beispielen sich verdeutlichen?
Blendenöffnung 1 (* X mm2) 100/Sek*1 *1 Sek= 100
Oder
Blendenöffnung doppelt so gross 2(*X mm2) => Halbierung der Belichtungszeit
Blendenöffnung 2
100/Sek*2 *0,5 Sekunden = 100
Oder
Blendenöffnung halb so gross = 0,5(*X mm2) => Verdopplung der Belichtungszeit
100/Sek*0,5*2 Sekunden = 100
Möglichkeit 2
Verwendung eines höherempfindlichen Filmes. Die sogenannte ISO Zahl ist ein Wert, der angibt, welche Lichtempfindlichkeit ein Film aufweist. Am meisten genutzt wurden früher ISO 100 – Filme. Es gilt auch hier die Faustregel, dass mit einer Verdopplung der ISO Zahl eine Verdopplung der Belichtungszeit einhergeht. In unsere Kybernetik- Gleichung geht daher die ISO Zahl wie folgt ein.
Photonenstrom/Sek * Blendenwert*Belichtungszeit in Sekunden*100/ISO-Zahl=100 (Belichtungsoptimum)
Nachdem wir nun alle Parameter definiert haben, können wir nun an Hand der Formel uns anschauen, wie die einzelnen Faktoren auf das Gesamtergebnis Einfluss haben.
So kompliziert die Formel auf den ersten Blick erscheinen mag, so einfach ist letztendlich das Procedere in der Praxis. Moderne Kameras und die Smartphones berechnen nämlich automatisch an Hand entsprechender Algorithmen das bestmögliche Ergebnis und passt entsprechend Blendenöffnung, Belichtungszeit und ISO – Filmempfindlichkeit (gibt es auch bei digitalen Kameras) aufeinander an. Bestimmte Kameras verfügen sogar über Beispielfotos in Musterbibliotheken, mit denen das jeweilige Foto abgeglichen wird. Die Kamera erkennt so den fotografierten Schneemann in der Winterlandschaft oder die Rummelplatzkulisse bei Nacht und passt die Kameraeinstellungen an die jeweilige Situation an. Für den Hobbyfotografen macht es demnach viel Sinn, den Fähigkeiten der Kamera zu vertrauen. Und den Programmwahlschalter auf der Stellung P (für Programmautomatik) zu lassen. Was für ein Fortschritt zur Leica meines Großvaters. Der die Belichtungsverhältnisse abschätzen musste und alle Einstellungen an der Kamera von Hand vornehmen musste.
Und genau in diese Vorzeiten der Fotografie begeben wir uns zurück, wenn es um die Mikroskopfotografie geht. Hier hilft uns nämlich die „Einfach nur Draufdrücken“ – Variante P gar nichts mehr, im Gegenteil wäre vollkommen verkehrt.
Deshalb müssen wir uns die anderen Wahlmöglichkeiten anschauen, die uns eine moderne Kamera als Optionen zur Verfügung stellt.
M – rein manuelle Einstellung von Blende und Belichtungszeit
A – bedeutet Aperture Priority – Der Fotograf bestimmt die Blende (Aperture im Englischen), die Kamera wählt automatisch die für eine optimales Belichtungsergebnis benötigte Belichtungszeit aus.
T – bedeutet Time Priority – Der Fotograf bestimmt die Belichtungszeit, die Kamera wählt automatisch die für eine optimales Belichtungsergebnis benötigte Blende aus.
Letzeres – also T geht am Mikroskop genauso wenig wie die Programmautomatik P. Weil nämlich (zumindest bei den heute am Mikroskop zum Einsatz kommenden Kameras) unser „AufnahmeSystem“ kein Objektiv nutzt, demnach auch keine von der Kameraautomatik einzustellende Blende vorhanden ist und damit auch nicht eingestellt werden kann.
In der nächsten Folge dieser Reihe geht es daher dann um die Frage, ob M oder A …
Das Mikroskop in der Zahnmedizin ist unverzichtbar. Nicht nur, daß es die Einsichten auf/in Dinge ermöglicht, die dem bloßen oder auch lupenbrillenbewehrten Auge (physikalisch auflösungsbedingt) verborgen bleiben müssen.
In gleicher Weise profitiert der/die BehandlerIn von den Möglichkeiten der Fotografie über das Mikroskop.
Und zwar zweifach. Aus juristischer Sicht, die Behandlungsdokumentation betreffend und durch die besseren Möglichkeiten der Patienteninformation und Aufklärung.
2007. Steve Jobs betritt die Bühne und verändert die Welt. Mit dem Iphone ist Fotografie essentieller Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden. Niemals zuvor wurden – ich vermute um den Faktor 100 oder gar 1000 – mehr Fotos weltweit aufgenommen als in der Jetztzeit.
Ein Klick genügt. Selbst Kindergartenkinder, der Plastikwindel noch nicht oder gerade mal so entwöhnt, können vermutlich souverän Fotos und Videos aufnehmen heutzutage.
Es sollte demnach ein Einfaches sein, die endodontische Behandlung in stillem und bewegtem Bild zu dokumentieren.
Die Realität sieht vollkommen konträr aus. Misserfolge und Frustration sind an der Tagesordnung. Hier soll dieses Tutorial Hilfestellung leisten.
Es richtet sich primär an all diejenigen, die mit der „anspruchsvollen“ Fotografie nicht vertraut sind. An Einsteiger. Unwissende. Was den Sachverhalt gut wiedergibt, denn es ist nicht damit getan, eine „professionellen“ Fotoapparat der Marke Canon, Nikon, Sony an das Mikroskop anzuschrauben, auf den Auslöser drücken und zu glauben, man habe ein perfektes Ergebnis im Kasten.
Aber – ich verspreche – wer die folgenden Beiträge zum Thema verinnerlicht und die entsprechenden Tipps befolgt, der wird – reproduzierbar – hervorragende Aufnahmen produzieren können.
Legen wir los. Wir beginnen – mit den elementaren Grundlagen. Fangen an bei Adam und Eva.
Echt jetzt ???
Ja, tun wir. Weil darüber zu sprechen unverzichtbar, das profunde Verständnis Grundvoraussetzung dafür ist, gescheite Fotos machen zu können.
Feuerzangenbowlen- Physikunterricht – Modus an: Was brauchen wir überhaupt, um ein Foto zu machen?
Zuallererst ein lichtsensitives Speichermedium. Schleppt jeder von uns sein ganzes Leben lang mit sich rum. Unsere Haut. Die dunkel wird, wenn wir uns der Sonne aussetzen. Funktioniert wie beim Schwarz Weiss-Film. Sonneneinstrahlung setzt als Folge des Belichtungsprozesses aus Silberhalegoniden Silber-Ionen frei, die im Entwicklungsprozess in Silber umgewandelt werden und damit dem Foto seine Bildwirkung gibt.
Jetzt weiss aber jeder, der melaningetönt aus dem sonnenverwöhnten Urlaub in die regnerische teutonische Heimat zurückkehrt, dass die Sehenswürdigkeiten des Gastlandes sich auf der Epidermis im wahrsten Sinne des Wortes eben nicht eingebrannt haben. Unseren Leib zieren nicht Abbilder von Palmen oder die Pyramiden von Gizeh vielmehr ist er eine einzige mehr oder weniger bronzefarbene bis ledrig braune Fläche.
Was also macht den Unterschied ? Um Fotos zu machen, brauchen wir nicht nur das Speichermedium, wir benötigen ausserdem ein Objektiv. Im Englischen heisst das Objektiv „lens“ , Linse. Was nur näherungsweise richtig ist, weil ein Fotoobjektiv nicht aus einer Linse, sondern aus einer Vielzahl von Linsen besteht.
Und weil es streng genommen nicht mal einer Linse bedarf, um ein Foto zu machen. Stichwort Camera Obscura. Ein dunkler Raum mit einer kleinen Öffnung in der Wand. Hat man sich an die Dunkelheit gewöhnt, erkennt man auf der gegenüberliegenden Wand ein auf dem Kopf stehenden Bild der Aussenumgebung. Die Miniaturversion davon nennt sich pin hole camera und ist ein kleiner Kasten, in dem mit der namensgebenden Stecknadel ein Loch gemacht wird. Heute nutzt man einen Laser, um ein winziges Loch in die Schachtel zu brennen. Wobei die Schachtel auch eine Coladose oder eine mit Fotopapier ausgekleidete Mülltonne sein kann, das Prinzip ist das gleiche und das erstaunliche Ergebnis, dass man irgendwann in Händen hält, ein faszinierendes Foto mit einer surreal anmutenden Bildwirkung darstellt.
Heute fotografieren wir im Übrigen nicht mehr mit einer Camera Obscura und Film oder Fotopapier, wir fotografieren digital. Auch das taten schon Adam und Eva, denn unser Auge, genauer die von lichtempfindlichen Rezeptoren gebildete Netzhaut ist nichts anderes als die Aneinanderreihung von Pixeln. Gewissermaßen die humanoide Umsetzung eines digitalen Kamerasensors. und das Auge die dunkle namensgebende Kammer des menschlichen Fotoapprates, der Kamera. An dessen vorderem Ende das Objektiv dieses visuellen Dokumentationsapparates sitzt. Die Linse.
Aber zurück zum Dentalmikroskop. Dessen angeflanschte Kamera die Linsenkombination von Mikroskop, Strahlenteiler und optischem Kameraadapter ja nichts anderes darstellt als einen sehr sehr großen, sehr sehr unhandlichen, extrem teuren Fotoapparat.
Und was kommt dabei heraus ? Hier die Hausaufgabe bis Dienstag. Was sind gute, was sind schlechte Fotos, die in der nachfolgenden Galerie aufgeführt sind. Und was – im Positiven wie im Negativen zeichnet charakteristischerweise all diese Fotos aus ? Und was haben alle Fotos gemeinsam ?
Sebastian Stein hat mir seine Selbstbau-Variante des Fragremovers zukommen lassen. Kernstück des Designs ist eine Einmalspritze, Hygienetechnisch zumindest schon mal eine einwandfreie Lösung, die mit Bordmitteln und geringsten Kosten in jeder Praxis durchzuführen sein dürfte.
Ich kenne somit (ein von mir sehr geschätzter Kollege hat vor Jahren – nur zum Spass – als Prototyp eine motorbetriebene Schlinge gebaut) mittlerweile 5 verschiedene Varianten.
Update: 6 Verfahren. Mario Schulze hatte beim Ü Day 2011 in Leipzig beim Get Together im Rathauskeller über seine Variante erzählt, die eine intraligamentäre Spritze mit Drehrad sich zu nutze macht.
Da wäre zunächst der Frag-Remover zu nennen. Das Original gewissermaßen. Im Pistolen- Design.
Dann die 3 Stift- Varianten. Der Endo- Cowboy. Eine sehr schwere Edelstahl-„Zigarre“. Oder – um im Vergleichsbild zu bleiben – ein Edelstahl-Mont Blanc Meisterstück. Hat mich ergonomisch – Stift Design hin oder her – auf Grund seines hohen Gewichtes nicht überzeugt.
Der BTR – Pen und der ACE – Andreas Csoegor Extraktor. Sicherlich ergonomisch die besten Varianten. Der eine haptisch einwandfrei, solide daherkommend, auch die Schlingen (Preis hin oder her) gefallen mir sehr gut, der andere mit der 3D-Druck Anmutung des Daniel Düsentrieb – Erfinderwerkstatt-Produktes und ohne CE – Zeichen zu weniger als einem Viertel des Preises.
Welches der 5 nun wählen ?
Die Auswahl für das eine oder andere treffen vermutlich nicht nur finanzielle Überlegungen, sondern auch persönliche Vorlieben. Das STEFL, das „Stein Endo Lasso“ mag funktionieren. Ich mag die Idee. Optimal ist es sicherlich nicht. Von daher ist zu überlegen, ob man nicht zumindest einen geringen Betrag in den ACE investiert, zumal dieser genau wie der Fragremover sowohl die Möglichkeit selbst eingefädelter wie auch vorgefertigter Schlingen bietet. Apropos selbstgefertigte Schlingen. Das geht mir mittlerweile sehr schnell von der Hand, weniger als 30 Sekunden, weshalb ich auf vorgefertigte Kanülen-Varianten verzichte.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Ein paar Jahre lang konnten wir unsere Notdienste abgeben. Ich war extrem froh darüber, denn Notdienste sind für mich aus verschiedenen Gründen ein Graus. Ich leide immer sehr damit/darunter.
Seit 3 Jahren jedoch muss der Notdienst in unserem Kammerbereich nun explizit von der Praxis selbst übernommen werden. Seitdem hat das Grauen mich wieder. Was hat sich geändert? Nun, die Versorgungen, denen wir begegnen, sind nicht besser geworden, die Schicksale immer noch die gleichen, allerdings ist die Honorierung drastisch reduziert, eigentlich gibt es kaum noch Positionen, die im Notdienst zur Abrechnung kommen dürfen, ganz gleich der geleisteten Arbeit.
2 Fälle aus dem Notdienst habe ich hier angeführt, es gäbe noch einige mehr gleicher Art.
Fall 1, Junger Patient (Mitte zwanzig) mit Migrationshintergrund, noch nicht so lange in Deutschland, Zahn 13 tief kariös zerstört, nachvollziehbar starke Schmerzen. Bei der Kariesexkavation bricht die nageldünne vestibuläre Wand auch noch weg, aber die Wurzel per se ist noch gut. Allein schon die Blutstillung ist eine Herausforderung, das Elektrotom wichtiges Hilfsmittel, alles in allem wäre es für uns aber kein Problem, den Zahn mit/nach Endo zu erhalten. Was kommt zur Abrechnung ? Ä1 03, vipr, Rö2, vite. Was darf nicht abgerechnet werden ? Die 01 (grundsätzlich nicht im Notdienst bei unserer KZV), keine Exzision, keine BMF keine WK, keine Med, keine Füllung, (grundsätzlich nicht bei unserer KZV in gleicher Sitzung mit der Endo). Und auch kein pV, da nur als alleinige Leistung abrechenbar.
Fall 2: Patient war Donnerstag beim Zahnarzt. Füllungstherapie Zahn 75. Jetzt Schmerzen an Zahn 75. Nach dem Röntgenbild frage ich mich. Oder vielleicht doch der Zahn 34 ?
Nach Entfernen der Füllung an 75 finden wir eine vorhandene Karies, weiches Dentin, das bis an die Pulpa reicht. Nach direkter Überkappung und Füllung durch uns ist der Patient am nächsten Tag schmerzfrei. Was kommt zur Abrechnung. Die Ä3, Rö2, vipr, Anästhesie und der pV. Was darf nicht abgerechnet werden ? Die 01, die direkte Überkappung, unsere Füllung. Keine Exzision, keine BMF. Allerdings – der Hauszahnarzt darf die Füllung vom Donnerstag abrechnen. Auch wenn sie nur 3 Tage Bestand hatte.
Der Fragremover hat mein endodontisches Leben in schwierigen Situationen deutlich einfacher gemacht.
Wieder mal ein Thermafil- Fall. 3 Kunststoffstifte.
Früher wäre das sehr mühsam und frustran gewesen. Handinstrumente, Eukalyptol, jede Menge Zeit und Aufwand, nur um am Ende dann doch nicht weit genug nach apikal gekommen zu sein.
Heute läuft das ab, wie im Video zu sehen. Wir holen die Kiste mit dem Fragremover raus. Und wenn ´s mal nicht klappt (es gibt sehr poröse Thermafil -Stifte) dann kommt halt Plan B zum Einsatz: Die VDW Reciproc 25. Auch dafür bin ich dankbar.
Staatliche Finanzspritze für Niedergelassene: Bund fördert E-Mobilität von Arztpraxen|Wie auch Sie davon profitieren können Über arzt-wirtschaft.de FINANZEN Das Umweltministerium bezuschusst bis 2022 Ärztinnen und Ärzte, die E-Autos und Ladeinfrastruktur dazu kaufen. Dank staatlicher Finanzspritze zur Förderung der E-Mobilität zahlen sie oft nur die Hälfte. Wer profitieren will, sollte sich beeilen: Stichtag für die nächste Antragstellung ist der 1. März 2021 und Deadline für die letzte Antragstellung ist der 1. März 2022.
Über 273.000 Fahrzeuge sind Ende vergangenen Jahres für die Unternehmen und Organisationen im Gesundheits- und Sozialwesen auf deutschen Straßen unterwegs gewesen. Bislang fährt nur eine kleine Zahl davon elektrisch. Damit sich dies ändert, hat das Bundesgesundheitsministerium am 2. November 2020 das Flottenaustauschprogramm „Sozial & Mobil“ zur Umstellung der im Gesundheits- und Sozialwesen eingesetzten Fahrzeuge auf E-Mobilität gestartet. Es fördert auch niedergelassene Ärzte, die in E-Autos und die notwendige Ladeinfrastruktur investieren. Als Anreiz erhalten sie Geld vom Staat, wenn sie rein batterieelektrische Neufahrzeuge sowie Wallboxen und Säulen zum Aufladen kaufen. Bis ins Jahr 2022 stehen dafür 200 Millionen Euro zur Verfügung.
Umfang der Förderung richtet sich nach Variante
Den nicht rückzahlbaren Investitionszuschuss vom Umweltministerium gibt es in zwei Varianten. Abhängig von der gewählten beihilferechtlichen Grundlage variieren die Förderkonditionen:
Förderung im Rahmen der De-Minimis-Verordnung:
Vor allem kleinere Unternehmen – und damit auch Arztpraxen – können bei dieser Variante einen Pauschalbetrag von 10.000 Euro pro E- Fahrzeug und zudem eine Finanzspritze zur notwendigen Ladeinfrastruktur auf firmeneigenen Parkplätzen beantragen. Pro Wallbox mit Wechselstrom (AC) und einer Leistung bis 22 kW gibt es 1.500 Euro. Für jede AC-Ladesäule bis 22 kW sind 2.500 Euro vorgesehen. Dafür müssen sie keine Herstellerangebote vorlegen. Auch die Anschluss- und Installationskosten sind bei der Ladeinfrastruktur förderfähig. Die Zuschüsse lohnen sich, wie die folgenden Beispiele zeigen.
Mitunter sparen Niedergelassene über 50 Prozent
Bei der Anschaffung kleinerer E-Modelle rechnet sich die De-Minimis-Pauschale von 10.000 Euro: Beim Kauf eines BMW i3, Hyundai Kona Elektro DAB+ oder VW e-Golf mit Nettolistenpreisen von jeweils rund 30.000 Euro können Niedergelassene dank Förderung etwa ein Drittel sparen. Bei den Stadtflitzern Renault Zoe-Life mit Batteriemiete und Smart EQ fortwo, die mindestens 18.000 und 19.000 Euro kosten, beträgt der Ärzte-Rabatt dank staatlicher Anteilsfinanzierung sogar bis zu 55 Prozent. Bei einer Kalkulation ist zu beachten, dass Sonderausstattungen und Zusatzleistungen, die über die Basisvariante der jeweiligen Elektrofahrzeuge hinausgehen, nicht förderfähig sind.
Auch der Aufbau der zum E-Fahrzeug passenden Ladeinfrastruktur ist dank De-Minimis-Förderung deutlich erschwinglicher. Eine AC-Wallbox kostet in der Regel zwischen 450 und 2.300 Euro, eine einfache AC-Ladesäule zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Hinzu kommen stets Montagekosten von durchschnittlich 1.000 bis 1.500 Euro. Unter dem Strich müssen Ärzte nach Abzug der Beihilfe-Pauschalen von 1.500 beziehungsweise 2.500 Euro häufig lediglich die Hälfte zahlen.
Eine Kumulierung mit dem Umweltbonus, der jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und der Autoindustrie gezahlt wird, ist möglich – sofern die zuletzt nochmals verbesserte Kaufprämie für das gewünschte Batterieelektrofahrzeug verfügbar ist. Wer dafür einen Antrag bei dem zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellt, kann allerdings nur den Anteil der Fahrzeughersteller in Höhe von 3.000 Euro erhalten. Eine Doppelförderung durch den Bund beim E-Auto-Kauf ist genauso ausgeschlossen wie die Kombination mit anderen staatlichen Beihilfen. Wichtig: Gemäß der De-Minimis-Verordnung darf die Höhe der Förderung zusammen mit anderen Beihilfen im laufenden und den zwei vorherigen Steuerjahren nicht 200.000 Euro übersteigen.
Förderung auf Basis der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung:
Wer das De-Miminis-Limit von 200.000 Euro für die vergangenen drei Steuerjahre ausgeschöpft hat oder diesen Höchstbetrag mit der beantragten Zuwendung übersteigt, kann Investitionsmehrkosten nach einem pauschalisierten Ansatz oder individuell nachgewiesene Mehrkosten fördern lassen. Dies gilt nur für den Kauf von E-Fahrzeuge, nicht für die Ladeinfrastruktur. Der Staat bietet bei kleinen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz bis 10 Millionen Euro an, pauschal 60 Prozent des Aufpreises eines E-Autos gegenüber einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zu übernehmen.
Alternativ gibt es die individuelle Anteilsfinanzierung von Investitionsmehrkosten. Antragsteller müssen die geplanten Ausgaben dafür genau nachweisen, indem sie Angebote für das gewünschte E-Auto und für ein vergleichbares Verbrennermodell vorlegen. Beide Modelle eignen sich eher für Arztpraxen, die gleich mehrere Anschaffungen planen. Das Limit für eine Förderung gemäß der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung liegt bei 15 Millionen Euro pro Unternehmen und Investitionsvorhaben. Auch hier ist eine Kumulierung mit dem Umweltbonus der BAFA möglich.
Wichtige Voraussetzungen für einen Zuschuss
Der Staat stellt mehrere Bedingungen für die neue Förderung der E-Mobilität: Für Ausgaben, die vor der Bewilligung eines Antrags entstanden sind, gibt es kein Geld. Maßgeblich für den Beginn der zu fördernden Maßnahme ist der Abschluss entsprechender Kaufverträge. Daher unbedingt abwarten, bis ein sogenannter Zuwendungsbescheid vorliegt. Unternehmen müssen das geförderte E-Fahrzeug hauptsächlich beruflich beziehungsweise betrieblich nutzen – also zu über 50 Prozent. Vor allem bei Arztpraxen, die viele Hausbesuche machen und Alten- und Pflegeeinrichtungen betreuen, ist das der Fall. Sie müssen das Elektro-Auto und die dazugehörige Ladeinfrastruktur später zudem mindestens 24 Monate nutzen. Innerhalb dieses Zeitraums dürfen sie die Förderobjekte also nicht verkaufen.
Die Beschaffung der Elektrofahrzeuge sollte umgehend nach Bewilligung der Förderung erfolgen und möglichst innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein. Beides ist durch Fahrzeugzulassung sowie die Vorlage der Rechnungskopie nachzuweisen. Voraussetzung für den Abruf der Zuwendung für die Ladeinfrastruktur sind ebenfalls Dokumente, die eine Umsetzung der beantragten Maßnahmen belegen. Pro Fahrzeug ist stets eine Wallbox oder Ladesäule auf dem Firmengelände förderfähig.
Weitere Informationen und Unterlagen zur Antragstellung
Das Umweltministerium stellt online Detailangaben zu „Sozial & Mobil“ und Förderunterlagen bereit. Zum Beispiel Formulare zur elektronischen Beantragung über das easy-Online-Portal, eine Berechnungshilfe zur Zuschusshöhe und die Kontaktdaten des Projektträgers VDI/VDE Innovation + Technik. Wegen der kurzen Laufzeit des Flottenaustauschprogramms und langen Lieferzeiten von E-Autos ist es ratsam, sich zu beeilen. Stichtag für die nächste Antragstellung ist der 1. März 2021 und Deadline für die letzte Antragstellung ist der 1. März 2022.
Das Förderprogramm „Sozial & Mobil“ auf einen Blick
• Zuschuss pro Elektrofahrzeug: pauschal 10.000 Euro oder bis zu 60 Prozent der Investitionsmehrausgaben • Zuschuss je Ladeinfrastruktur: pauschal 1.500 Euro (AC-Wallbox bis 22 kW) bzw. 2.500 Euro (AC-Ladesäule bis 22 kW) • Antragsfrist: spätestens bis 1. März 2022 • Projektträger: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH • Weitere Infos: http://www.erneuerbar-mobil.de
Das Marktforschungsunternehmen SmarTech Analysis, welches sich auf Analysen im 3D-Druck spezialisiert hat, hat seine sechste Ausgabe des “Additive Manufacturing in Dentistry” Reports veröffentlicht und prognostiziert angesichts der turbulenten Erfahrungen des Jahres 2020 eine vielversprechende Wende für den Markt im Jahr 2021. Nach Angaben des Unternehmens wird der dentale 3D-Druck in Bezug auf den Umsatz das Niveau von 2019 übertreffen und im Jahr 2021 3,1 Milliarden Dollar erreichen.
Bisher verzeichnete der dentale 3D-Druck stabile Wachstumszahlen, aber das Jahr 2020 macht der Branche einen Strich durch die Rechnung. Die Pandemie brachte zwar die gesamte Fertigungsindustrie ins Straucheln, aber die additive Fertigung in der Zahnmedizin litt besonders. So wurden nicht lebensnotwendige Eingriffe verschoben, um Infektionen zu reduzieren. Dadurch wurden auch diese Branche stark getroffen.
Die Analyse von SmarTech zeigt jedoch eine schnelle Erholung des Markts. In der neusten Prognose gehen die Spezialisten davon aus, dass 2021 der Umsatz von 2019 übertroffen wird. SmarTech Analysis stellt seit 2014 jährliche Studien über die sich entwickelnden Möglichkeiten im dentalen 3D-Druck zur Verfügung. Damit ist dies die am längsten laufende spezielle Forschungsstudie für Fachleute in der Dentalbranche. Die jüngste Ausgabe des Berichts konzentriert sich auf die Analyse des Marktes unter den aktuellen pandemiebedingten Bedingungen und liefert realistische kurzfristige Prognosen zur Markterholung, kombiniert mit einer Analyse der längerfristigen Veränderungen im dentalen Verbraucherverhalten, die sich aus COVID-19 ergeben und sich auf die Nachfrage nach dentalen 3D-Drucklösungen auswirken könnten.
Es gibt apikale Aufhellungen und – nennen wir es – ausgedehnte apikale Aufhellungen.
Wie hier an diesem Zahn 36, über den ich hier im August letzten Jahres berichtet habe. Damals Zustand unmittelbar nach WF. 5 Wurzelkanäle. Dank DVT darstellbar.
Nach 7 Monaten nun die erste Recallkontrolle. Eines DVT ´s zu Heilungsbeweis bräuchte es meines Erachtens gegenwärtig nicht, auch wenn es sicherlich beeindruckend rüberkäme, die Regenerationsfähigkeit des Körpers nach adäquater endodontsischer Therapie bestätigend.
Wer WURZELSPITZE von Anfang an verfolgt, der weiss, dass es immer unser Ziel war, therapiebegleitend hier Fälle einzustellen. Live View gewissermaßen. Kein Rosinenpicken, kein „Naselangmachen“ mit den besonders schönen Fällen, sondern die Karten offen auf den Tisch gelegt.
So haben wir den Fall gelöst und so sieht das ganze 6,12,24 Monate später aus.
Natürlich birgt das immer die Gefahr, den Nimbus des endodontischen Halbgottes zu zerstören, aber das nehmen wir gerne in Kauf, weil wir der Meinung sind, dass genau so Fortbildung aussehen sollte. Meister vs. Guru. Wer bei „Weck, Worscht, Woi“ war, weiss, was ich damit meine.
Unser WURZELSPITZE Plus LIVE TALK geht in die 5. Runde. Und zwar am Mittwoch, dem 24. Februar 20.00 Uhr.
Mehr und mehr scheint sich diese Veranstaltung zu etablieren. Beim letzten Mal waren es 22 Teilnehmer und das schöne ist immer, dass jedes Meeting seine eigene Dynamik entwickelt, weil aus dem Gespräch heraus die jeweiligen Themen sich ergeben. Eine Agenda immer nur Starter und Hilfsschnur ist. Trotzdem sind Themenvorschläge (bitte in die Kommentare oder in den Emailverteiler geben) im Vorfeld hilfreich, weil es uns ermöglicht, gezielt Material herauszusuchen, dass dann zur Sprache kommen kann.
Wir freuen uns.
Dann möchte ich noch eine andere Veranstaltung ankündigen, die letztendlich ebenfalls auf dem WURZELSPITZE Plus LIVE TALK zurückzuführen ist. Sie richtet sich an die Morita DVT Anwender unter uns, die ja eine beeindruckend grosse Gruppe darstellen.
Worum geht s ? Um eure Fragen zum Thema Morita DVT in der täglichen Anwendung. Und diese nicht an uns, sondern an den Hersteller selbst.
Wo hättet ihr gerne Hilfestellung ? Mir fallen spontan mehr als eine hand voll Fragen ein zur I-Dixel Software.
„Ich würde gerne… Wie könnte ich … Gäbe es die Möglichkeit, dass …“
All das können wir in entsprechender Runde durchgehen. Ihr dürft den Ansprechpartnern auf Morita – Seite ein Loch in den Bauch fragen. Und die Jungs kennen sich richtig aus. Nicht wie wir Dentaldilletanten, die wir froh sind, die 5 Prozent, in die wir gerade mal reingeschnuppert haben, das Programm betreffend, überhaupt anwenden zu können.
Geplant ist – zum Vormerken – Mittwoch, 10. März 20 Uhr. Abhängig wie so ziemlich alles im Moment von der aktuellen (Corona) Lage, aber ich bin zuversichtlich und schlage vor, den Termin schon mal freizuhalten.
Der Termin wird – sobald gesichert- bekanntgegeben. Entweder noch Anfang März oder ab Mitte April, ein Mittwochabend auf jeden Fall.
26 Jahre hat die Saugmaschine in unserem Dürr Power Tower ihren Dienst getan. Ohne Ausfälle in all der Zeit.
Dann war sie kaputt. Die Praxis stand still. Von einer Sekunde auf die andere. Kurz vor Weihnachten.
Und ich war froh, das mir Altschul Dental schnell helfen konnte. So das nur ein Tag als Totalausfall einzubuchen war. Mit einer Leihmaschine ging es weiter. Und für mich war klar. Wir wechseln das Gesamtpaket, ordern wieder Dürr und alles ist gut. Bis zum Ende meiner beruflichen Tätigkeit. Weitere 26 Jahre möchte ich nämlich nicht mehr arbeiten wollen.
Gesagt, getan. Stimmt aber nicht ganz.
Am 21. Januar stand unsere Praxis wieder still. Nach 2 Wochen. Das nagelneue Schaltgerät, das ich sicherheitshalber mit der Saugmaschine hatte einbauen lassen, war weggeschmort. Eine Erklärung von Seiten des Depots oder des Herstellers ? Schulterzucken. Man kann es sich nicht erklären. Die Kosten wurden übernommen auf Garantie. Der Totalausfall in der Praxis und die Unannehmlichkeiten mit Patienten, die von weiter her angereist waren, bereits auf dem Stuhl saßen und unverrichteter Dinge wieder wegeschickt werden mussten, blieb an uns hängen.
Hoffentlich war es das. Nächster Stichtag wäre morgen….
Eine dreiviertel Stunde hat es gedauert, bis der Milchzahn letztendlich draussen war. Der nachfolgende OK Prämolar durchbohrt nach vestibulär hin die Gingiva. Die Eltern, beide Akademiker (m/w/d) sind besorgt, natürlich kann das Kind NICHT MEHR kauen und hat SCHMERZEN daher kann auch nicht bis Montag gewartet werden, weshalb der Vater mit dem 14 Jährigen die sonntägliche Notdienstsprechstunde aufsucht. Der Zahn im Mund präsentiert sich unauffällig, die Gingiva ist blass rosa und nicht geschwollen, da blutet auch nichts und ist nichts gereizt. Eine schmerzauslösende Ursache ist auch bei viel viel gutem Willen nicht auszumachen. Aber will man diskutieren mit Leuten, die es besser wissen müssten ?
Die Anästhesie gelingt ohne Probleme, auch palatinal wo die sich einer Ersatzresorption heftig widersetzende Wurzel residiert. Kein Mucks, kein Zucken.
Die eigentliche Zahnentfernung kann jedoch nur nach zeitintensivem Zureden in mehreren Anläufen durchgeführt werden. Hängt es damit zusammen, das der Vater bei der Autofahrt zur Praxis dem Jungen von seinen unangenehmen Zahnarzt-Kindheitserinnerungen aus den 70ern erzählt hat? Dem er auf den Finger biss, das es blutete, eine reflektorische Ohrfeige dafür erhielt, daraufhin mehrere Jahre den Zahnarzt nicht wieder aufsuchte, was letztendlich mit dem Verlust eines Zahnes endete. Und das damals die Zahnärzte auf die Befindlichkeiten des Kindes keines Rücksicht genommen haben, heute das Gott sei Dank aber anders sei. Das Alles erfahren wir aus dem Hintergrund vorgetragen, während wir versuchen, den Jungen dazu bewegen, die Behandlung durchführen zu lassen.
Nach 45 Minuten ist es geschafft. Und es steht ein Betrag von 53 Euro auf dem virtuellen Dental-Taxometer.
Neulich beim Tierarzt. Eine nicht untypische Landtierarztpraxis. Die Einrichtung noch vom Vater übernommen. Der praktizierte schon in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts. Seit meiner Kindheit hat sich augenscheinlich nicht viel verändert. Noch immer der gleiche Schreibtisch, noch immer die gleiche Baisch-Glasvitrine. Nur noch gelblicher – seien wir nett und nennen es elfenbeinfarben – ist dieser ehemals weisse Schrank geworden. Im Wartebereich ist auch der Schreibtisch der Praxismitarbeiterin, welche die Kunden „betreut“ und für den Liquditätsfluss zuständig ist. Bezahlt wird nämlich sogleich und auf die Hand. Nix mit Rechnung erst nach 14 Tagen stellen und der Patient wartet den Zahlungseingang der Beihilfe ab, bevor er überweist, natürlich nicht ohne den Betrag zurückzuhalten, den die Beihilfe nicht übernommen hat. Nix mit am 1. 1. des Jahres behandeln und am 20. Juni das Geld dafür erhalten. Und auch nix mit, ich brauche eine Abrechnungsgesellschaft, die mich 3 Prozent meines Nettohonorars kostet, nur damit ich zeitnah an mein Geld komme. Rund eine Stunde geht ins Land und, es lässt sich nicht vermeiden, das man es mitbekommt, circa 1500 Euro wechseln den Besitzer. Ohne das beim Zahnarztbesuch scheinbar pandemisch vorhandene, unvermeidbar immer und immer wieder vorgetragenen Murren, wie teuer das doch sei, wohlgemerkt.
Letzten Dienstag. Spaziergang in der Mittagspause. Hörte ich den „Saure Zähne“ – Podcast mit Tomas Lang. Es geht um Calciumhydroxid und die Frage, ob man dieses Mittels in der Endodontie noch bedarf.
Ich muss gestehen, es ist erst mein 2. Podcast überhaupt, den ich kennenlerne. Bisher hatte ich keinen Bezug zu diesem Medium, ich höre auch keine Hörbücher. Wie ich als Kind auch den Winnetou nicht auf Schallplatte erlebte, sondern das Buch las. Ich bin also, den Informationsgewinn betreffend, noch in der 60ern sozialisiert. Trotzdem schon mal meine Empfehlung, in die „Saure Zähne“ Podcasts von Georg Benjamin reinzuhören. Zum einen, weil jedes Medium, welches dazu führt, das man sich näher mit der Zahnmedizin befasst, per se eine gute Sache ist. Zum anderen, weil ich immer schätze, wenn etwas mit Leidenschaft betrieben wird und wenn jemand über mehrere Jahre hinweg eine Idee verfolgt, dann IST das Leidenschaft.
Calciumhydroxid schneidet schlecht ab in diesem Podcast. Und ausgerechnet an diesem Dienstag, an dem ich davon erfuhr, das Calciumhydroxid schlecht (ich stimme zu) und unnötig ist (ich widerspreche), die nachfolgenden 2 Fälle bei mir in der Praxis sich vorstellten. Und am nächsten Morgen noch ein weiterer Fall. Die alle drei gemeinsam haben, dass sich die Patienten im August 2020 mit ausgeprägten periradikulären Knochendestruktionen in der Praxis einfanden. Zwei davon sogar am gleichen Tag, dem 26. August. Und der dritte am 12. August.
Nun, nach 16 wöchiger Calciumhydroxid – Einlage, just zu diesem Zeitpunkt fanden sie sich zu WF wieder ein.
Hier die Röntgenbilder Vorher – Nachher.
Fall 1: Symptomatischer Zahn 34, Patientin vom Fach (ZMA), Perforation nach mesial hin
Fall 2: Symptomatischer Zahn 46, WF- Revision, Mesiobukkaler Kanal nicht bearbeitet bislang, dafür Perforation nach interradikulär, brutale Stufe im mesiolingualen Kanal
Fall 3: Symptomatische Zahn 37, massiver lateraler Defekt, mehr als 10 mm Ausdehnung, keine erhöhten Taschentiefen
Und jetzt ?
Wie so oft in der Zahnmedizin fällt die Antwort, die bei Hören des Podcasts noch offensichtlich und eindeutig erschien „Weg mit dem Calciumhydroxid!“, zumindest, wenn man 2 Leute befragt, dann doch unterschiedlich aus.
Podcast, schön und gut, aber was mir fehlt, ist der Dialog. Vor allem die kontroverse Diskussion.
Womit wir wieder bei „Die Drei reden über …“ wären. Wird Zeit das COVID vorbei geht. Auch aus Sicht der Endodontie….
Hier ein kurzes Video, den Clean Stand betreffend.
Genauer gesagt, die Schaumstoffeinsätze. Die schneiden wir uns selbst. Mit diesem Gerät hier. Einem Proxxon Heißdraht-Schneidegerät Thermocut. Kostet 84 Euro.
Die Schaumstoffeinsätze gibt es im Handel 25 Stück für 11 Euro. Wobei, nimmt man die Depot-Hausmarke, gibt es schon 25 Stück für 4 Euro.
Lohnt es sich also, so ein Gerät zu kaufen ?
Eigentlich nicht, oder ?
Andererseits. Bei nur 5 Endos am Tag hält so eine Packung gerade mal 1 Woche. Nach weniger als einem halben Jahr sind die Investitionskosten für das Gerät raus. Die Herstellung geht im Übrigen wie im Video zu sehen, so einfach und (fast so) schnell wie Gurkenraspeln.
Ach ja. Die Käsedreiecke für den Endoring schneiden wir auch damit. Da wirds dann richtig interessant, denn 48 Stück kosten 32 Euro.
All diese Schwämme kann man ja nicht aufbereiten. Sterilisieren kein Problem, aber die Reinigung ist nicht möglich, daher sind alle Schaumstoffteile, die von Endo-Instrumenten durchbohrt werden, Einmalartikel.
Ich möchte mir gerne einen kabellosen Endomotor kaufen. Bis gestern hätte ich mich für VDW connect drive entschieden, habe aber von VDW erfahren, dass sie den Motor nicht weiter vertreiben, weil es so viel Probleme gab. Was hab Ihr für Erfahrungen mit kabellosen Motoren und könnt Ihr einen empfehlen.
Viele Grüße
Ingo Hümmer
H.W. Herrmann antwortet: Ich arbeite seit 2007 mit kabellosen Motoren. Das Handling bzw. die dadurch erreichbare Ergonomie ist mit kabelgebundenen Motoren nicht zu erreichen. Man soll nie „nie“ sagen, aber es würde mir zumindest sehr schwerfallen, von kabellosen Antrieben wegzugehen. Meine Frage wäre zunächst, womit soll aufbereitet werden? Vollrotierende konventionelle Instrumente? Ich brauche keine Kombi Apexlokator/Aufbereitungsmotor, daher kämen viele Motoren in Frage. Wir hatten bislang NSK, W+H, VDW/Dentsply und Morita und jeder dieser Motoren hat seinen Job sehr gut gemacht. Insbesondere die von mir am Anfang befürchteten Akku – Probleme sind ausgeblieben. Gegenwärtig arbeiten wir mit Morita TriAuto ZX 2-Motoren und VDW IConnect Drive-Motoren. Es kommen 4 Motoren immer, manchmal sogar bis zu 6 Motoren pro Behandlung zum Einsatz, weil ich während der Aufbereitung Instrumentenwechsel vermeiden möchte. Was Probleme angeht – am meisten, wenn überhaupt, war der VDW/Dentsply Motor hier auffällig. Wenn ich es genau überlege, hat nur dieser Motor überhaupt Probleme gemacht. Wir haben 3 solcher Motoren bei uns in der Praxis im Dauereinsatz und gefühlt 1 mal pro Jahr kam es hier zu unterschiedlichen kleinen Problemen, die sich aber alle beheben liessen. Im Vergleich zu anderen Geräten (ich denke hier insbesondere an die Hygienekette) eher Kinderkram. Insofern bedaure ich sehr, das VDW die Geräte vom Markt genommen hat, statt sich im Sinne des Kunden um eine Problemlösung zu bemühen. Das darüberhinaus zum Zeitpunkt der Marktabkündigung auch keine adäquate Alternative im Sinne eines Neuproduktes angeboten wird, macht die Sache nicht besser. Ich kann also nur hoffen, das unsere Geräte noch lange durchhalten, zumal ich wenig Hoffnung habe, dass der Reparatur des Altbestandes bei VDW zukünftig hohe Priorität zuteil werden wird. Das schätze ich so an den Produkten der (familiengeführten, der nachhaltigen Produktqualität verpflichteten) Firma Morita. Auch in Japan ist die Welt im Wandel, aber das Streben nach Bestmöglichem und der Stolz auf das Geschaffene sind dort eine im Alltag noch soviel mehr und tiefer verankerte Primärtugend als es bei uns der Fall noch ist. Wir (hier in Deutschland) hatten all dies auch einmal, aber diese Zeiten sind vorbei. Zurück zum Thema. Bei vollrotierenden Instrumenten wäre das Morita TriAuto ZX2 für mich der Motor der Wahl, bei reziproken Instrumenten kann ich gegenwärtig keine Empfehlung aussprechen.
O. Löffler antwortet: Ergonomisch sind kabellose Systeme das Optimum. Allerdings nur, wenn diese verläßlich funktionieren. Das hat in meiner Praxis mit Polymerisationslampen nicht dauerhaft funktioniert. Wir sind wieder zurück bei kabelgebundenen Lampen. Zur gleichen Zeit haben wir uns von NSK das erste kabellose Endodontiesystem gekauft. Die Geräte sind bis heute nicht ausgefallen. Sogar den Akku konnten wir selbst tauschen. Allerdings ist es häufig vorgekommen das die Geräte nicht aufgeladen waren. Bedienerfehler – auf Grund wechselnder Mitarbeiter in diesem Verantwortungsbereich. Reziproke Bewegungen können die Geräte nicht durchführen. Deshalb setze ich weiter auf kabelgeführte Systeme. Ein Versuch reziprok mit einem aktuellen kabellosen Motor zu arbeiten, scheiterte daran, daß die Handstücke der Assistenz mehrmals heruntergefallen sind und unreparabel kaputt sind – Bruch der Plastikhülle. Deshalb klar keine Empfehlung zu kabellosen Systemen, wenn reziproke Instrumentensysteme verwendet werden sollen. Das TriAuto ZX2 hat bisher bei uns ebenso wie der NSK Motor funktioniert. Allerdings sind mir persönlich die Kosten eines zusätzlichen Kopfes zu hoch. Deshalb hat das System bei uns einen stiefmütterlichen Einsatz.
J. Schröder antwortet: Ich verwende seit mehr als 10 Jahren? kabellose Motoren von NSK. Endomate TC2. Dazu einige Wechselköpfe. Das System ist für mich ideal, da ich nicht reziprok aufbereite. Die Akkus können selbst getauscht werden und die Köpfe kosten nicht die Welt. Limitierend und für die bei mir in bestimmten Fällen zum Einsatz kommenden XP-Finisher-Feilen notwendig, ist die maximal zur Verfügung stehende Drehzahl. Um die von FKG empfohlenen 800-1000 U/min zu erreichen, haben wir auch zwei TriAutoZX2 zur Verfügung. Gerade für einen reibungslosen Behandlungsablauf sind zwei kabellose Motoren wichtig, da immer die nächste Feile bereits eingesetzt und im gerade nicht benutzten Motor vorgehalten werden kann. Ein weiterer Vorteil von zwei Motoren ist die Redundanz im Fall eines Ausfalles einer der Motoren.
Abschliessend noch der 3. Vorweihnachtsfrust-Fall. Ebenfalls ein (noch) junger Kollege.
Die 16 jährige Patientin wurde zu uns überwiesen wegen Schmerzpersistenz nach Wurzelkanalbehandlung an Zahn 13.
Der Zahn 13 war trepaniert worden, weil die Patientin wegen starker Schmerzen im Oberkieferfrontzahnbereich den Hauszahnarzt aufgesucht hatte. Es wurde danach aber nicht besser, so dass der Behandler nach etwa 3 Wochen das Handtuch warf.
Eigentlich ein einfacher Zahn. Woher also die anhaltende Schmerzproblematik? Noch mysteriöser – der Zahn 13 war karies – und füllungsfrei. Eine Trauma als Schmerzursache konnte anamnestisch nicht verifiziert werden.
Der Zahn 11 hingegen. Auf dem Zahnfilm bei Erstvorstellung bei uns am Rande zu sehen, käme wohl schon eher für als Schmerzauslöser in Frage. Zumindest – bevor Zahn 13 trepaniert wurde und keine Ruhe mehr gab.
Zustand nach Endo vor ein paar Jahren. Zustand nach WSR vor ein paar Jahren.
Und mit einer apikalen Aufhellung. Weshalb ich die Patientin nebst anwesender Mutter darauf hinwies, das möglicherweise man daran denken müsste, dass – meine Standardformulierung – Falls Schmerzen nach der Behandlung eines Zahnes über längere Zeit bleiben eventuell ein anderer Zahn oder eine andere Ursache für die Schmerzen verantwortlich zeichnen.
Es kam wie es kommen musste. Schmerzfreiheit an Zahn 13 nach unserer Behandlung. Ein paar Tage später Anruf der Patientin. Wieder Schmerzen.
Wir behandeln den Zahn 11. Danach alles gut.
Nachfolgend die Zahnfilme zu Fall. Das Abschlussbild ist 2 Monate nach Erstvorstellung.
3 Ratschläge zum Mitnehmen aus dem Fall:
Betreibe eine gescheite klinische Diagnostik (Kältetest, Kloptest)
Nutze den gesunden Menschenverstand (ein Zahn der äusserlich tadellos ist, ist eher unwahrscheinlich für eine starke Schmerzsymptomatik verantwortlich. Falls er das ist, dann wird Ihn eine gescheite klinische Diagnostik (Punkt 1) auffällig werden lassen.
Wenn Du keinen Zahn als Schmerzauslöser sicher ausmachen kannst, vermeide wohlgemeinten Aktionismus. Besser erst mal keine Zahn behandeln als den falschen Zahn behandeln !
Hier der zweite Fall. Wurzelkanalbehandlung an Zahn 36 durch Hauszahnarzt, aber Schmerzpersistenz. Daher Überweisung zur WSR. Der MKG-Chirurg schickt zu uns, wir mögen uns bitte den Zahn vorab anschauen.
Hier die intraoralen Fotos, Zahnfilm und DVT-Schnitte. Indikation zur WSR ? Apikale Aufhellung? Fehlanzeige. Was also soll die WSR bringen ? Die Schmerzproblematik wird sie nicht ausschalten. Maximal das röntgenologische Erscheinungsbild der unvollständigen Wurzelkanalfüllung der beiden abgefüllten Kanäle maskieren. Nach der Extraktion wird es dann besser.
Zahnheilkunde 2020.
Bei der Revision fällt auf. Makroskopisch undichter Verschluss der Deckfüllung. Adhäsiver Verbund? Fehlanzeige. Was dieser breiige Matsch in der Kavität ist, den wir nach Entfernung der Kunststoff-Restauration vorfinden? Wir haben keine Ahnung. Dann massiv nekrotisches Pulpagewebe unter den Überhängen nach bukkal hin. Die bislang unbearbeiteten Kanäle lassen sich ohne Probleme instrumentieren, die vorhandene WF kinderleicht entfernen. Stufen in den bereits Kanälen – falls überhaupt vorhanden – unwesentlich. Also zumindest kein erkennbarer Grund, nicht bis nach apikal zu instrumentieren. Am nächsten Tag daher -wie erwartet- Schmerzfreiheit.
2020 – Ein Jahr, über das nichts mehr gesagt werden muss. Weil man es auf ein einziges Wort reduzieren kann.
Corona-Pandemie. Und der einzige Satz, den ich noch anführen möchte, lautet: Gut, das es nun vorbei ist.
Also auf zu 2021. Wird es besser werden? Wir hoffen es alle. Ich befürchte, es wird es nicht.
Denn die Versäumnisse, die Fehler, die 2020 gemacht wurden, sie werden uns ins Jahr 2021 hinein verfolgen. Ihre verheerende Wirkung erst so richtig entfalten. Werden wir den Lauf der Welt ändern können? Vermutlich nicht. Ich bin zumindest skeptisch diesbezüglich.
Wenn 2020 etwas gezeigt hat, dann, daß wir nicht nur Naturgewalten hilflos ausgeliefert sind, vielmehr der Mensch – als Einzelner wie im Kollektiv einem – ich nenne es- Fatalismus des Faktischen unterliegt. Der uns im schlimmsten Fall in die Katastrophe führt. Um es überspitzt auf den Punkt zu bringen – Wer die TI widerstandslos abnickt, der wird auch der Einberufung zur Landesverteidigung nachkommen, wenn es darum gehen soll, für unser Land in den Krieg zu ziehen, sobald die Notwendigkeit dessen von Amts wegen angekündigt wird.
Zu überzogen die Betrachtung? Mag sein. Wer allerdings bislang gemeint hat, dass alltägliche egozentrische/egoistische Entscheidungsmuster „Bleib sitzen Kind, wir haben für die U-Bahn bezahlt“ im entscheidenden Moment zugunsten heroischer Selbstaufgabe weichen würden, der hat dieses Jahr erkennen müssen, dass das Gegenteil der Fall ist.
Homo hominis lupus. Willlkommen in 2020!
Noch schlimmer als die Erkenntnis, dass es offensichtlich keine moralischen Konstrukte mehr gibt, welche mäßigend, bremsend, korrigierend ihre Wirkung entfalten könnten, ist der Umstand, daß sich die dem postulierten Volkswohl dienenden politischen Regularien als Farce offenbaren. Noch bestehenden Stützen ausgehöhlt, untergraben, fortgeräumt werden. Die Politik und ihre Helden als Marionette der Großfinanz. Die sogenannte „Soziale Marktwirtschaft“ ein potemkinsches Dorf. Das ahnten wir immer schon, aber jetzt wird die Fassade mit grossen Planierraupen und Baggern abgerissen!
Das ist der Status Quo. Zum Jahreswechsel. Was tun?
Das kann nur jede(r) Einzelne für sich selbst bestimmen. Es gibt angesichts der Ohnmacht des Einzelnen und des bereits oben benannten Fatalismus des Faktischen, der Tragik, welcher das Individuums in Sinne der griechischen Antike unterliegt, keine Patentlösungen.
Trotz Allem gilt. Die Hoffnung, den Glauben an das Gute per se nicht verlieren.
Freude in sich, für sich und das eigene Umfeld suchen.
Und so hoffe ich, dass auch 2021 WURZELSPITZE zur Freude im beruflichen Umfeld beiträgt. Ein wichtiger Faktor bei sicherlich nicht besser werdenden Rahmenbedingungen, unsere Profession betreffend.
Das WURZELSPITZE über das rein Fachliche hinaus zu persönlichen Begegnungen geführt hat, sich eine Reihe von ZahnärztInnen auch menschlich näher gekommen sind, sogar Freundschaften entstanden sind, lässt mich frohen Mutes in das neue Jahr voranschreiten.
In Zeiten wie diesen wichtiger, wertvoller denn je. Daher zum Schluss noch ein paar Worte zu WURZELSPITZE . Es ist schade, das coronabedingt unsere Fortbildung „Die Drei reden über…“ nicht durchgeführt werden konnte. Wir sind angesichts des gegenwärtigen Fortbildungsangebotes mehr denn je davon überzeugt, dass es dieser Fortbildung bedarf und diese mit großer Resonanz aufgenommen werden wird. Allerdings ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich, diese für 2021 zu planen und vorzubereiten. Die Rahmenbedingungen sind nicht kalkulierbar. Es vermutlich 2022 werden wird, bis an die Durchführung überhaupt zu denken ist.
Was uns sehr betrübt. Denn wir würden gerne sofort loslegen. Wir brennen darauf, zu sehen, welches Feedback das neue Konzept, das uns begeistert, auslösen wird.
Für unsere WURZELSPITZE Plus LIVE TALK s können wir hingegen schon vermelden, dass die Resonanz so gross und positiv ist und uns Allen das Ganze so viel Spass macht, dass wir 2021 damit regelmäßig (heisst gegenwärtig 1 mal im Monat) weitermachen wollen.
Der nächste Termin steht auch schon fest.
Es ist Mittwoch, 20.01.2020 20:00 Uhr. Worum ging es beim letzten Mal? Im WURZELSPITZE Plus LIVE TALK 2 haben wir gesprochen darüber, wie man die bestmögliche Bildqualität bei der Durchführung von DVT´s erhält.
Und jeder, der ein solches Gerät besitzt oder den Kauf in Erwägung zieht, hat eine Stunde lang eine Vielzahl wertvoller Tipps bekommen, die man sonst in dieser Form nirgends erfährt. Und erst recht nicht vor dem Kauf, was vermutlich das Sinnvollste überhaupt wäre. Das kurze Zeit später bei Endonews zum Thema „Schwierigkeiten/Probleme bei der DVT Erstellung“ Anfragen eintrafen, für welche die WURZELSPITZE Plus LIVE TALK Teilnehmer nun die passenden Antworten (und viele darüber hinaus) bereits besitzen, zeigt nur, wie wertvoll dieses Medium ist.
A pro pos Emailverteiler.
Ich möchte offiziell verkünden, dass wir in 2021 hinein mit einem WURZELSPITZE – Emailverteiler starten werden. Ebenfalls nicht frei zugänglich. Auf den Kreis der WURZELSPITZE – Mitglieder beschränkt.
Um einen offenen Austausch Aller untereinander zu ermöglichen. Ich bin mehr denn je der Meinung, dass dies in eine Gruppe, in der alle Mitlesenden bekannt sind, sich wesentlich besser bewerkstelligen lässt als in einer grossen anonymen Masse, deren geschriebene Inhalte Jedem zugänglich sind. Es ist nachvollziehbar, das vermutlich Jeder in einem solchen Szenario zurückhaltend agiert.
Wir wollen das Gegenteil erreichen!
Die Emailliste lautet: Wurzelspitze ZM QZ. Die Freischaltung erfolgt Anfang 2021. Eine Anmeldung könnte schon vorab möglich sein, wer es testen möchte, zur Anmeldeseite geht es hier.
Am 06. Januar werde ich wieder in die Praxis zurückkehren. Dann werden wir auch die Eintragung der Mitglieder auf 2021 vornehmen. Wer also weiter an WURZELSPITZE teilnehmen möchte und es bislang noch nicht getan hat, der möge die Überweisung, seiner Teilnahmegebühr entsprechend, vornehmen.
Der Einfachheit hier noch einmal erwähnt.
Jahresbeitrag StudentInnen 24 Euro Jahresbeitrag angestellte ZA/ZÄ 48 Euro Jahresbeitrag Zahnärzte (m/w/d) in eigener Praxis 96 Euro Jahresbeitrag WURZELSPITZE Plus TeilnehmerInnen 240 Euro
Die Bankverbindung: IBAN: DE90 5609 0000 0002 0958 08 BIC: GENODE51KRE Kontoinhaber: S Herrmann Verwendungszweck: Jahresbeitrag 2021 WURZELSPITZE QZ
Wer nicht mehr teilnehmen möchte, der braucht nichts zu tun. Er wird automatisch spätestens zum 08.01.2021 aus dem Verteiler genommen.
Wer nicht rausfliegen möchte, sollte vorab überweisen.
Ich bin kein Freund von Anglizismen. Zumindest, solange es deutsche Wörter gibt, die den zu beschreibenden Sachverhalt in gleicher Weise wiedergeben und es demnach nur darum geht, cooler, hipper, trendiger rüberzukommen, statt die scheinbar verstaubte Muttersprache anzuwenden. Gerne zitiere ich in diesem Zusammenhang wieder die Mutter aller Hipster- Anglizismen, Jil Sander, mit ihrem legendären Statement aus dem Jahre 1996:
„Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.”
Ich habe daher lange überlegt, wie ich den Begriff „micro adjustments“ in deutscher Sprache wiedergebe. Und bin letztendlich bei „Detailverbesserungen“ hängengeblieben. Aber so ganz trifft es das nicht. Jil würde sagen, der spirit kommt nicht authentic rüber, die Beschreibung ist nicht edgy genug.
Daher dann doch „micro adjustments“
Was meine ich damit?
Ich versuche den Sachverhalt an einem konkreten Beispiel zu erläutern. Haben Sie sich schon mal in ihrer Praxis Gedanken gemacht darüber, wie Ihnen die Guttaperchaspitzen im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung angereicht werden ?
??? Ich spüre schon ihre Einwände. Wie jetzt? Was bitte ist an der Übergabe von Guttaperchaspitzen auch nur einen Gedanken wert ? Und welche Möglichkeiten soll es geben, Guttaperchaspitzen anzureichen, die es wert wären, sich darüber Gedanken zu machen ?
Einfach hinfahren. DRK wiederholt seine Testaktion auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese
So die fettgedruckte Überschrift des Artikels.
Und weiterhin.
Nach dem grossen Erolg des zweitägigen Corona – Schnelltestaktion mit über 700 Teilnehmern wird die Aktion wiederholt.
Wir sind von der positiven Resonanz unseres Testangebotes begeistert. Die Menschen waren alle sehr geduldig, diszipliniert und froh über die einfache Testmöglichkeit. Die als Drive In Konzept angelegte Station war vom DRK kurzfristig organisiert worden, um Menschen vor dem Besuch von Familienmitgliedern oder Freunden an Weihnachten auf eine Covid 19-Infektion zu testen.
Unter den rund 700 Tests war auch eine kleine einstellige Anzahl positiver Testes.
Allein dafür, das wir in diesen Fällen Ansteckungen im Familien -oder Freundeskreis verhindern konnten, hat sich die Organisation gelohnt, findet der DRK-Geschäftsführer.
Daher bietet man vor Silvester nun eine Neuauflage an. Der zertifizierte Antigentest werde erneut zum Selbstkostenpreis von 40 Euro angeboten und die Abstriche wieder von geschultem DRK- Personal vorgenommen.
Soweit die Meldung.
Und ich denke dabei an das Schreiben unserer KZV kurz vor Weihnachten.
Hurra !!!! In der Zahnarztpraxis sind Tests der Mitarbeiter möglich.
Für 9 Euro Honorar. Materialkosten inbegriffen.
In der Zeitung steht. Was mit den 40 Euro Beitrag für einen Schnelltest passiert ?Der Test allein kostet 10 Euro, ein Schutzkittel 4 Euro, eine Schutzmaske 2 Euro, nicht gerechnet die gesamte Organisation.
Aha. Zahnärzte bekommen nicht einmal die Auslagen für das notwendige Material ersetzt, testen also auf eigene Kosten, bringen noch Geld mit für die Testung.
Für die zweitägige Testung auf freier Wiese erhält das Deutsche Rote Kreuz 28.000 Euro. Die Zahnärzte 6300 Euro. Bei Materialkosten von 11.200 Euro.
Diesen 28.000 Euro stehen im Übrigen 5 gefundene Infizierte gegenüber. Was laut Zeitungsartikel als voller Erfolg bezeichnet wird und Begeisterung bei den Verantwortlichen hervorruft.
Es ging vor Kurzem durch die Medien. Die zu hohen Ärztehonorare, eine ärztliche Tätigkeit im Impfzentrum betreffend. Stellvertretend hier ein Pressebeitrag, der die Thematik umreisst.
Streit um Ärztehonorare in Corona-Impfzentren in Rheinland-Pfalz
Noch werden die Impfungen gegen Corona erst vorbereitet, schon gibt es Streit darüber. Es geht um das Honorar für die Ärzte dort. Viele scheinen mithelfen zu wollen – und bekommen dafür auch einen ordentlichen Tagessatz.
140 Euro pro Stunde – diese Honorare in den künftigen rheinland-pfälzischen Corona-Impfzentren stoßen auf Kritik. Sie seien zu hoch, sagten mehrere Ärzte dem SWR. Die Honorarhöhe hatte das Land Rheinland-Pfalz mit der Kassenärztlichen Vereinigung ausgehandelt.
Weniger als die Hälfte für Notfallmediziner
Unverhältnismäßig, unanständig, überzogen, das erklärten praktizierende Ärzte dem SWR. Auch der ehemalige Nuklearmediziner in Koblenz, Professor Helmut Wieler, der Mainzer Obdachlosenarzt Gerhard Trabert oder der Arzt und Landrat des Kreises Altenkirchen, Peter Enders, sowie der Landkreistag äußerten sich kritisch. „Unsere Skepsis ist, dass man sich bei den Impfzentren nur einbringt, weil das vielleicht vergütet wird und sonst aber niemand da ist,“ erklärte der Vorsitzende des Landkreistages, Günther Schartz, im SWR. CDU-Fraktionschef Christian Baldauf warf der Landesregierung vor, sie habe sich „über den Tisch ziehen lassen“.
Ärzte, die als Notfallmediziner arbeiteten oder Bereitschaftsdienste übernähmen, bekämen weniger als die Hälfte der 140 Euro, so die Kritiker. Für die Ärzte in den Impfzentren bedeutet das einen Tagessatz von 1.120 Euro für einen Acht-Stunden-Tag. Dafür, dass sie die Menschen vor der Impfung beraten und im Notfall eingreifen. Das ist der Tagessatz, der dann auch für Ärzte im Ruhestand gelten soll, die keine Praxis mehr haben.
Wie es der Zufall so will, ist mir am letzten Arbeitstag vor Weihnachten eine aktuelle Rechnung unseres Dentaldepots in die Hände gefallen. Der Techniker, der unsere Saugmaschine in der Praxis reparierte, stellt einen Stundenlohn von 213 Euro und 73 Cent in Rechnung. Zum Stundenlohn hinzu kommen noch eine Fahrkostenpauschale von 94 Euro, so dass, sofern, wovon ich ausgehe, der Arzt im Impfzentrum eine solche nicht erhält, der Stundenlohn des Technikers, der 3 Stunden bei uns zugegen war, sich de facto auf 245 Euro und 6 Cent erhöht.
Ich bin ein wenig gefrustet so kurz vor Weihnachten. Und das hat ausnahmesweise nix mit Corona zu tun.
Sondern mit der Tatsache, das ich in den letzten 2 Wochen 3 Patienten zur Weiterbehandlung vorgefunden habe, bei denen die Qualität der vorausgegangenen Behandlung, ich sag mal, als stark verbesserungsfähig einzustufen ist.
Okay, das ist eigentlich mein Tagwerk und ketzerisch könnte man anführen, davon lebe ich.
Aber – was mich so frustriert ist die Tatsache, dass alle 3 Behandler junge Kollegen sind. Die es besser wissen und können müssten, von der Motivation es bestmöglich zu tun in der frühen Phase ihre beruflichen Tätigkeit mal ganz abgesehen.
Ein Beispiel habe ich angeführt, und glauben sie mir, die beiden anderen Beispiele sind NICHT besser. NICHT besser. Ach ja, aber die Aussendarstellung funktioniert bestens, wie ein Studium der Homepage offenlegt. Und JAMEDA ist voll des Lobes. Note 1,0.
Sehe ich die Sache vielleicht zu eng, zu frustiert, zu verbittert ?
Zur Krankengeschichte: Die Patientin, Anfang zwanzig, sucht wegen Zahnschmerzen (linke Gesichtshälfte, Seitenzahnbereich) den Hauszahnarzt auf. Es wird der Zahn 37 wurzelkanalbehandelt. Die Schmerzen bleiben. Danach wird der Zahn 36 wurzelkanalbehandelt. Die Schmerzen bleiben. So wird nun der Zahn 27 endodontisch versorgt. Die Schmerzen werden danach so stark, das die Patientin den Notdienst aufsuchen muss. Die Kollegin dort schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, angesichts des Status Quo.
Nun kommt die Patientin zu uns. Und ein jeder möge selbst sich ein Bild machen von der Situation.
Ich habe einfach mal die Zahnfilme Zahn 37 36 27 (Zustand nach WF) und die klinischen Fotos nach der Eröffnung des Zahnes 27 angehängt.
Worum gings? Damals? Als das Fernsehen noch schwarz weiss war ?
Eine Quizshow (Dalli Dalli) des legendären Hans „Das war Spitze!“ Rosendahls.
Und Dalli-Klick zeigte ein Foto auf einer Leinwand das nach und nach, Klick für Klick, daher der Name, immer mehr in kleinen sich zeigenden Puzzleteilchen enthüllt wurde. Und wer es zuerst erriet von den Kandidaten, naja, ist klar, der hatte gewonnen.
Ich möchte auch so was machen. Hier. Immer mal wieder. Ein Foto oder Röntgenbild zeigen. Und dann fragen: Was sieht man? Was ist offensichtlich? Wofür steht dieses Bild/Röntgenbild?
Um den Blick zu schulen. Und wer auf das Bild schaut und sogleich erkennt, was los ist, der darf sich gerne selbst stolz auf die Schulter klopfen. Denn für etliche Kollegen (m/w/d) ist es wahrscheinlich eben gar nicht auf der Hand liegend und ins Auge fallend.
Die Antwort gibt es im Übrigen immer schon im gleichen Beitrag. Man kann also in Ruhe überlegen – und dann sofort überprüfen – in dem man nach unten scrollt – ob man richtig liegt.
Probieren wir doch mal sogleich aus, wie ich mir das vorstelle.
Röntgenbild 1. Für mich typisch für die entsprechende Situation, die es herauszufinden gilt. So dass ich den Patienten sogleich im Vorgespräch drauf einstimmen kann, was uns erwartet. Und natürlich auch den Heil- und Kostenplan von vornherein anpasse. Letzteres immer sehr hilfreich.
Also? Warum geht es? Nicht ganz offensichtlich, aber erkennbar.
Leichter wird es schon im Röntgenbild 2. Hier gibt es schon einige deutlichere Hinweise, die auf die Lösung hindeuten.
Ganz offensichtlich dann im Röntgenbild 3. Jetzt ist es einfach.
Worum also handelt es sich hier. Was ist die Gemeinsamkeit in allen 3 Röntgenbildern ?
Die Auflösung findet man weiter unten.
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Schauen wir uns zunächst Röntgenbild 1 an.
Was mir auffällt ist der apikal
sehr dünne sehr definierte gerade gleichmäßige und an den Kanten scharf definierte Verlauf der Wurzelkanalfüllung.
Bei einer konventionellen Wurzelkanalfüllung würde dies unregelmäßiger aussehen.
Meine Verdachtsdiagnose ?
Eine Thermafil – Wurzelkanalfüllung. Hätten sie es auch erkannt, auch so gesehen?
Ich finde diese Info wichtig, weil ich die PatientInnen schon im Vorfeld drauf hinweisen kann, dass die Revision keine ganz einfache werden wird, das Kunststoffstifte in den Kanälen drinstecken. Und dies spiegelt sich natürlich auch im Heil- und Kostenplan wieder.
Hier im Übrigen das Röntgenbild nach unserer Wurzelkanalfüllung. Der Patient hatte an Zahn 46 im Übrigen keine Probleme vor Revision, die knöcherne Verdichtung apikal der distalen Wurzel sah schon in 10 Jahre alten Röntgenbildern genau so, unverändert aus. Und die Wurzelfüllung präsentiert sich im Röntgenbild mehr als einwandfrei. Nachdem wir die alte WF allerdings entfernt hatten, berichtete der Patient noch intraoperativ, das ein offensichtlich latent vorhandener Druck sich schlagartig und deutlich reduziert hatte.
Falls die Thermafil- Stifte im Fall 1 nicht erkannt wurden, wie sieht es denn mit Fall 2 aus.
Hier ist der Sachverhalt schon deutlich offensichtlicher. Wieder auffällig, mesial die schlanke, definierte Form der Wurzelkanalfüllung apikal.
Und dann der Puff palatinal. Ein Hinweis auf ein warmes WF- Verfahren? Vermutlich.
Aber für eine Schilder- Technik – WF ist die Aufbereitung viel zu schmal. Und dann noch – auch palatinal – die schnurgerade Linie mesial und die unregelmäßige WF- Verlaufsform auf der abgewandten Seite – das hier sieht mir alles schon sehr sehr stark nach Thermafil aus – und so war es dann auch.
Da wäre dann noch Fall 3.
Das ist jetzt so eindeutig Thermafil, da könnte man schon drauf wetten. Wieder diese schlanke Form der WF apikal zu sehr dünnen Durchmessern. Und dieser gerade Verlauf. Eine konventionelle Guttaperchaspitze würde nie so gerade nach unten kommen in einem solch engen Kanal. Alles in Allem schon sehr eindeutig.
Und der AHA – Effekt beim Patienten, wenn Alles wie vorhergesagt eintrifft, ein wichtiger Akzent der Vertrauensbildung.
p.s.: Wie wäre es mit einer Rückmeldung in den Kommentaren ? Ich habs gleich erkannt, ich habs nicht gesehen…
Beim Geld hört gewöhnlich die Freundschaft auf. So lautet ein altes Sprichwort, dem vermutlich nur die Wenigsten den Bezug zur Realität abstreiten wollen. Im Gegenteil in diesem kurzen Satz steckt viel Wahres drin.
Weil unsere Freundschaft mit dem Leser aber genau daran – am schnöden Mammon – nicht scheitern soll, möchte ich nicht in wenigen Sätzen innerhalb eines Kommentares, sondern ausführlich und für Alle im Rahmen dieses Beitrages den Sachverhalt, den WURZELSPITZE – Jahresbeitrag betreffend, erläutern.
Zunächst darf der geneigte Leser davon ausgehen, dass – wer mich kennt, weiss dies – ich mir sehr viele Gedanken gemacht habe, Niemanden zu überfordern.
Nicht den Leser, aber auch nicht die Leser untereinander. Und ja, es war uns klar, dass irgendwann es Stimmen gegeben würde, die angesichts einer jährlichen Entrichtung des Mitgliedsbeitrages (unabhängig vom Eintritt in den Verteiler) sich ungerecht behandelt fühlen.
Auf einen ersten Blick betrachtet kann ich diese Affektion auch gut nachvollziehen. Denn wäre nicht das genaue Gegenteil des gegenwärtig Gehandhabten, sprich eine tagesgenaue Abrechnung, die gerechtere Variante ?
Ich vermute, dass die Kollegen, die erst im Verlaufe des Jahres, erst im September oder Oktober zu uns gestossen sind, diese Abrechnungsvariante bevorzugen würden. Darauf hin deuten die 2 Kommentare, man möge sich bitte erklären.
Zunächst – was man diesbezüglich wissen muss – Wir könnten eine solche Zahlvariante in der gegenwärtigen Konstellation nicht bewältigen. Man müsste den Jahresbeitrag, durch 365 geteilt, mit der Anzahl der teilgenommenen Tage multiplizieren, wobei in jedem einzelnen Fall überprüft werden müsste, wann genau der Teilnehmer der Liste beigetreten ist und wann gegebenenfalls er/sie wieder die Liste wieder verlassen habe. Erschwerdend kommt hinzu, dass wir nicht einen, sondern 4 mögliche Jahresbeiträge haben, je nach Status der Lesers (Student/Angestellter Zahnarzt/Niedergelassener Zahnarzt/Wurzelspitze Plus Mitglied (alle m/w/d selbstverständlich).
Aber auch die zweite Variante, einer Laufzeit für exakt 365 Tage ist für uns nicht handhabbar. Setzt dies doch voraus, das wir uns das genaue Ablaufdatum für jeden Einzelnen merken und zu gegebener Zeit die Mitgliedschaft beenden.
Um es ganz klar zu sagen: Wir können dies nicht bewerkstelligen. Es übersteigt unsere Resourcen. Aber gerade deshalb haben wir auch vor dem Wiederaufleben von WURZELSPITZE verschiedene kommerzielle Dienstleister untersucht, die sich dieser Thematik professionell annehmen.
Wir haben uns dagegen entschieden. Auch wenn für uns dies am einfachsten wäre. Und diese Diskussion und diesen Sonntagvormittag- Artikel unnötig machen würde.
Warum ? Weil die Bezahlportale für die banale Dienstleistung des Geldentgegennehmens und Weiterleitens unterm Strich eine saftige Gebühr von ca 12 – 18 Prozent verlangen.
Unserer Meinung nach viel Geld, das wir dem Leser sparen wollen. Aber – sollte der allgemeiner Konsens hier so sein, das die Mehrheit eine solche Abrechnungsart wünschte und bereit ist, die Mehrkosten hierfür zu tragen, so werden wir dem Wunsch nachkommen.
Ein anderer Grund wog aber noch schwerer. Der meines Erachtens die vermeintlich gerechte tagesgenaue Bezahlung als falsch entlarvt.
Worum handelt es sich bei WURZELSPITZE?
WURZELSPITZE ist ein zahnmedizinisches Fortbildungsmedium. Eine Wissenssammlung. Ein Nachschlagewerk.
In analogen Zeiten wäre es vielleicht ein Buch geworden. Oder, die Älteren kennen es vielleicht noch, eine Wissenskartei als Loseblattsammlung a la DAISY. In eine Box einzuordnen oder, wie andere analoge Print – Infomodelle, die es gab und vermutlich immer noch gibt, in einen Schnellhefter einzuordnen.
Dies berücksichtigend, betrachten wir nun 2 Szenarien im Hinblick auf eine vermeintlich gerechte tagesweise Abrechnung von WURZELSPITZE:
ad 1 Es ist vollkommen egal, ob jemand das Buch „WURZELSPITZE“ am 1. Januar 2020 oder am 31. Dezember 2020 kauft. Der Käufer kann auf alle Inhalte von WURZELSPITZE zurückgreifen, er kann alle Seiten des Buches durchblättern. Und nicht nur das. Er kann neben 2020 noch auf alle früheren Jahre bis ins Jahr 2008 zurückschauen. Auf die Endo übertragen wäre das der Fall, wenn ich beim Kauf der 14. Ausgabe der „Pathway of the Pulp“ noch alle 13. früheren Ausgaben kostenlos hinzugeliefert bekäme.
Niemand käme auf die Idee, beim Kauf eines Buches, das am 01. 01. 2020 erstveröffentlicht wurde, beim Kauf kurz vor Weihnachten einen Nachlass zu fordern. Das wäre absurd.
Warum also bei WURZELSPITZE? Vielleicht, weil das tägliche Erscheinen den Vergleich zur Tageszeitung suggeriert und in unseren Alltag mittlerweile ja zahlreiche Abo – Modelle, denken wir an den Fitness Club oder Sky TV – Einzug gehalten haben. So gesehen ist die Frage nach tagesgerechter Abrechnung eine nicht nur naheliegende, sondern sogar eine sich zwangsläufig aufdrängende.
ad 2 Betrachten wir zunächst das Beispiel der Tageszeitung. Tag für Tag kaufe ich am Kiosk die täglichen Neuigkeiten oder ich schliesse ein Jahresabo ab. So oder so erhalte ich immer genau das, wofür ich zahle. Ein bestimmte Anzahl bedruckten Papiers. Mit dem Zugang zu WURZELSPITZE hingegen häufen wir ein riesiges Paket aller Zeitungen des Jahres auf den Tisch. Streng genommen einen babylonischen Turm von Ausgaben aus über 11 Jahren, aber lassen wir Letzteres aussen vor und betrachten nur 2020. Würden wir tagesanteilig berechnen, wäre dies eine Ungerechtigkeit all den Leuten gegenüber, die zum Ersterscheinungsdatum die WURZELSPITZE -„Zeitung“ kaufen würden. Wer am 01.01. 2020 beitritt, zahlt 365 Tagesausgaben, wer am 31.12.2020 beitritt, nur eine einzige Ausgabe. Bekommt aber dennoch alle 365 Ausgaben geliefert.
Man sieht, eine solche tagesabhängige Abrechnung, so naheliegend und gerecht sie erscheinen mag, sie ist es nicht. Es gibt keine gerechte Abrechnungsmöglichkeit auf dieser Basis, nur eine vorteilhafte für den einen oder den anderen. Beim tagesbezogenen Modell profitiert am meisten derjenige, der am 31.12. eintritt, am wenigsten der vom 01.01. Und dann nähern sich die Unterschiede im Verlauf des Jahres bis zur Jahresmitte immer mehr an.
Beim Kauf eines Buches hingegen gibt es, die Inhalte betreffend, keine Ungerechtigkeit dahingehend, dass jeder für den gleichen Inhalt die gleiche Summe zahlt. Oder, um bei der Zeitung zu bleiben. Alle kriegen den gleichen Stapel für den gleichen Preis. Die einen bekommen den Stapel früher geliefert und in Einzellieferungen, der andere später und im großen Haufen.
Aber alle zahlen gleich viel. Das erscheint mir als diegerechtere Variante.
Bleibe noch der Vergleich zum Fitnesstudio oder zu Sky TV. Bei ersterem ist klar und das macht es ja auch so einfach in der Abrechnung. Wer erst im November eintritt, konnte bis Oktober nicht trainieren. Muss auch nicht zahlen. Um auf die Tageszeitung zurückzukommen, wer erst ab November zahlt, bekommt auch nur ab diesem Tag X die Zeitung. Im Zeitungsarchiv der letzten 11 Jahre blättern, geht nicht. Könnten wir theoretisch bei WURZELSPITZE auch machen. Als Newsletter. Aber das macht für uns keinen Sinn. Ist ja genau das, was wir nicht wollen. Wir wollen, das Jeder JEDE der 11 Jahresausgaben durchblättern kann.
Bliebe noch SKY TV. Auch dort ist es so, dass die zeitraumabhängige Abrechnung im Abo – Modell den Vergleich zum WURZELSPITZE- Wissensarchiv nicht standhält. Ich kann nämlich immer nur das schauen, was gerade angeboten wird. Und der tolle Film im März ist im September nicht mehr verfügbar. All diese Abo-Modelle beruhen darauf, dass einer bestimmten Summe X eine begrenzte Auswahl an Resourcen gegenübersteht und unterscheiden sich daher fundamental von dem, was WURZELSPITZE bietet.
Kommen wir zurück zur Abrechnungsdatei DAISY. Mit dem Kauf (egal ob am 01.01. oder am 31.12.) erwirbt man das DAISY-Grundwissen aller früheren Jahre bis heute. Mit dem Abo in gleicher Höhe für das jeweilige nächste Kalenderjahr die zukünftigen Neuerungen.
Ab heute, dem 1. Dezember läuft die Einschreibung für das Jahr 2021 bei WURZELSPITZE.
Die Gebühren sind unverändert: 2 Euro pro Monat für Studenten/Studentinnen, 4 Euro pro Monat für angestellte Zahnärzte (m/w/d), 8 Euro pro Monat für selbstständige Zahnärzte/Zahnärztinnen und 20 Euro pro Monat für Wurzelspitze Plus – Mitglieder. Demnach 24, 48, 96 und 240 Euro für 2021 insgesamt.
Wer nicht mehr teilnehmen möchte, der muss im Übrigen nichts weiter tun. Der Zugang läuft dann zum 01.01.2021 aus. Heisst aber auch, sinnvollerweise, für Alle, die gerne bleiben möchten, am besten zeitnah anmelden, damit das Ganze nicht im Covid- Vorweihnachts-Stress untergeht und man im neuen Jahr ohne Zugang darsteht.
Und abschließend- damit es im Vorweihnachtsstress nicht untergeht – der Hinweis auf den nächsten WURZELSPITZE Plus Live Talk: Mittwoch 16.12.2020 20 Uhr.
Den heutigen Fall möchte ich vorstellen auf Grund unseres WURZELSPITZE Plus Live-Meetings vergangenen Mittwoch. Ein Thema, das ausführlich besprochen wurde, war das Handling von MTA im Zusammenhang mit weit offenen Apices, also zum Beispiel bei Zustand nach WSR oder Frontzahntrauma bei jugendlichen Frontzähnen. Handling des MTA ´s per se (Konsistenz, Applikation in den Kanal hinein), die Anwendung von intrakanalären Einlagen und der Einsatz von Kollagen als apikale Barriere kamen zur Sprache. Mit teils sehr konträren Vorgehensweisen. Viele Wege führen nach Rom. Viel aber auch ins Nirgendwo und der Talk bestätigte die Wichtigkeit der Idee, Behandlungsoptionen bis ins kleinste Detaill vorzustellen, damit der Zuhörer anschliessend in eigener Praxis erfolgreich das präsentierte „Rezept“ nachkochen kann.
Nachfolgend ein paar Röntgenbilder und Fotos zu einem Fall, den ich in der letzten Woche behandelt habe und der wunderbar zur Thematik passt.
Die 21 jährige Patientin, Tochter eines Klassenkameraden sucht auf Wunsch der Eltern am 15. Juni diesen Jahres mit der Bitte um Rat bezüglich der Entfernung der Weisheitszähne unsere Praxis auf. Im angefertigten OPG findet sich als Zufallsbefund der Zahn 21 mit ausgedehnter apikaler Aufhellung und Zahn 22 mit stark vorangeschrittener Wurzelresorption. Letzeres ist leidlich bekannt, weil zur Abschlussbesprechung der vor einigen Jahren durchgeführten KFO – Behandlung der behandelnde Kieferorthopäde die Patientin beiläufig darauf hinwies, sie würde vermutlich irgendwann mit diesem Zahn Probleme bekommen. Im Zahnfilm wie im 3D Röntgenbild zeigt sich eine ausgedehnte apikale Knochendestruktion, ein Trauma in der Jugend, den Zahn 21 betreffend, ist nicht bekannt, aber anzunehmen. Die endodontische Behandlung erfolgte bei uns zunächst am 23.06.2020 mit Eröffnung des Zahnes 21, initialer Wurzelkanalbehandlung, intensiver Spülung (schall- und laseraktiviert) sowie abschliessender Ledermix- Einlage und Cavitätenverschluss mit Teflon/Cavit/Glasionomerzement. Die telefonische Nachfrage am nächsten Tag ergibt Schmerzfreiheit und unauffällige Ergebnisse. Jedoch am 29.06. Wiedervorstellung, wegen Schmerzen und einer leichten vestibulären Schwellung in regio 21,22. Ich inzidiere, minimaler Pusabfluss. Am 03.08. erfolgt die geplante Weiterbehandlung, wie immer in solchen Fällen mit einer 16 wöchigen Calciumhydroxid- Einlage. Bei der Wiedereröffnung des Zahnes am 16.11. zeigt sich am Foramen apicale eine deutliche und erstaunlich feste Reossifizierung, die auch Manipulationsversuchen mit einem Terauchi-Instrument widersteht. Die WF in Form eines apikalen MTA – Verschlusses erfolgt in gleicher Sitzung. Eine Überpressung von MTA in den periapikalen Raum wird vermieden, ein Kollagenwiderlager ist nicht notwendig. Der Backfill mittels warmer Guttapercha und Sealer, von uns immer am Tag danach geplant, wird wegen Totalstillstand der Praxis (Saugmaschine defekt) dann am 20.11.2020 durchgeführt. Im WF- Kontrolle- Zahnfilm ist ein beginnende ossäre Reossifikation zu erahnen. Das Feedback der Patientin am Tag danach. Alles okay!
Leichte Dunkelfärbung cervical an Zahn 21
Apikale Reossifizierung wird mittels OP- Mikroskop sichtbar
Das Ganze findet statt via GOTO Meeting. Wer teilnehmen möchte, sollte sich vorab die App herunterladen. Das Ganze funktioniert auf PC und Apple Desktops sowie auf mobilen Geräten wie Ipad und Iphone, auf anderen Smartphones vermutlich auch, aber nicht getestet bislang.
Und es ist vermutlich sinnvoll für Alle, die etwas wissen wollen, gegebenenfalls Fotos und Röntgenbilder bereitzuhalten, damit wir uns diese zusammen anschauen können.
Den Zugangscode findet man bei WURZELSPITZE Plus. Hier.
Wir sind gespannt. Sollte es gut laufen, wird es noch in diesem Jahr – kurz vor Weihnachten – eine weitere Episode geben.
Zu Beginn des Jahres war ich froh, auf unseren 3D- Drucker zurückgreifen zu können. Mit Bordmitteln (FDM 3D- Drucker, PLA- Material und Plastikfolie) wurde mein Team schnell mit Gesichtsschildern zur Covid – Prophylaxe ausgestattet.
Die funktionierten. Gut.
Lediglich eine Assistentin hatte das Pech, ihr Gestell immer wieder zu zerbrechen. Kürzlich kam sie mit einem Gesichtsschild an, das ihr Ehemann bei Amazon bestellt hatte. Und was soll ich sagen. Das Teil ist ganz hervorragend. Keines dieser zu Beginn der Pandemie häufig anzutreffenden Billigprodukte, die preislich ambitioniert angeboten wurden.
Es schützt sehr gut, macht einen stabilen Eindruck, lässt sich bequem tragen, beschlägt nicht und man kann sogar unsere China – Lupen-Brille drunter tragen.
Kostenpunkt 16 Euro + Versand. Dafür lohnt sich, bei deutliche besserem Handling, der Selbstdruck nicht. Ich habe das gesamte Team damit ausgerüstet.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Ein neues Format für die WURZELSPITZE Plus-Teilnehmer.
Wie soll ´s aussehen ?
Die Idee ist, dass vermutlich Jeder der hier Mitlesenden ein paar Dinge hat, wo er für einen Rat dankbar wäre. Das kann ein Patientenfall sein, eine Frage zur Praxisorganisation oder vielleicht eine bestimmte endodontische Vorgehensweise betreffend.
Also – fragt uns. Egal, was euch auf dem Herzen liegt. Am 18. November, um 20 Uhr stehen wir 45 Minuten lang Rede und Antwort. Live. Per Telekonferenz.
Wie findet Ihr die Idee? Schreibt uns in die Kommentare. Gerne auch schon Ideen. Worüber sollen wir reden ?
Eure Fragen . Wir antworten LIVE 18.11.2020 Mi., 18. Nov. 2020 20:00 – 22:30 (CET)
Nehmen Sie an meinem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teil.
Wo ist die Zeit hin ? Irgendwie ist mit Corona bei mir nix so wie bei den anderen. Ich hatte keine zusätzliche Zeit und ich habe auch nicht an Gewicht zugelegt. Konnte weder Speicher noch Keller aufräumen und keinen Garten in Ordnung bringen.
Und jetzt ist schon Ende Oktober und ich frage mich, wo ist das letzte halbe Jahr hin ?
Aber nun möchte ich den Faden wieder aufnehmen. Es muss ja weitergehen. Irgendwie. Packen wir es an. Wir waren stehen geblieben bei der Frage: „Bin ich verpflichtet, dem Kassenpatienten eine kostenlose Endo anzubieten ?“
Und der unangenehmen Tatsache, dass ich als Kassenzahnarzt auf diese Frage mit einem uneingeschränkten „JA“ antworten muss.
Noch als ich das ich das Paket öffnete, war ich der festen Überzeugung, Geld zum Fenster rausgeschmissen zu haben. Gut, es waren nur 11 Euro, aber für China Plastik-Schrott sind auch kleinste Beträge zuviel, vom Umweltgedanken ganz abgesehen. Vor mit liegt eine Plastik- Lupenbrille. In leicht mattem Weiss, von der Formensprache her an einer DCI Video Drohne allererster Generation erinnernd, allerdings nur die Billig-Kopie davon, was einiges heissen will. In einem stabilen und haptisch überraschend solide daherkommenden schwarzen Extra-Kästchen dabeiliegend 4 Plastikvorsätze in Dioptrienstärke 1.0, 1.5, 2, 2.5, 3.5. Die eigentlichen Vergrößerungshilfen.
Ich wähle einen Plastikvorsatz, schiebe ihn in die vorgesehene Halterung. Er rastet solide ein, ich setze die Brille auf und bin bass erstaunt.
Man sieht – erstaunlich gut. Was schon mal per se ein Statement ist, denn ich arbeite seit 30 Jahren mit Lupenbrille. Zunächst mit einer Keeler 2,5 Dioptrien-Klappbrille, später dann wurde es ein Orascoptic 4,3 TTL Modell.
Die Messlatte liegt also hoch. Eigentlich hatte ich die CLB (China – Lupenbrille), ein Tipp von Michael Logies via Zahnmed, für einer meiner Assistentinnen bestellt. Wir werden alle älter und eine gewisse Altersweitsichtigkeit hat nach mir nun auch ein Teil meines Teams erreicht.
Aber natürlich will ich wissen, wie gut oder schlecht die CLB funktioniert, daher tausche ich für einen Tag mit meinen optischen Referenzgläsern.
Die CLB liegt (meiner) Kopfform gut an, die Nasenbügel lassen sich durch leichtes Biegen justieren. Ohne eingebaute Batterien (ja, die CLB verfügt über eine integrierte LED-Beleuchtung) trägt die CLB wenig auf, was Grundvoraussetzung ist dafür, dass man die Sehhilfe über den Tag hinweg akzeptiert. Die Beleuchtung kann professionelle dentale Lösungen nicht ersetzen, für kleinere Tätigkeiten im Zahnlabor oder Steri ist sie jedoch auf jeden Fall eine Unterstützung.
Ich arbeite dennoch ohne das LED-Licht, um das Gewicht der Konstruktion über dem Nasensteg geringer zu halten. So bringt mich die CLB gut durch den Tag. Sowohl Brillen – wie auch Lichtposition lassen sich in ihrer Neigung unabhängig voneinander variieren, Vermutlich findet so jeder die für ihn angenehme Blick-Position.
Kommen wir zum Fazit. Für das schon ein Tag Arbeiten ausreicht. Wegen 10 Euro 99 Cent nämlich muss ich nicht länger nachdenken. Die CLB ist ein Knüller und sollte jedem Zahnmedizinstudent der Welt am Tage seines Studienbeginns als Geschenk überreicht werden. Werden professionelle Lupenbrillen dadurch obsolet ? Auf gar keinen Fall. Aber die CLB ist irgendwie eine Königin der Herzen, der heimliche Preis/Leistungs-Sieger aller Klassen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Ist das ein machbarer Weg für die Reduktion des Covid -Infektionsrisikos in der Zahnarztpraxis ?
Wir haben ein Air Purifier – Gerät in der Praxis. Den Nutzen schätze ich eher gering ein. Es mag zwar möglich sein, die Raumluft über die Zeit hinweg zu reinigen, aber die Viren, die es erfasst, verbleiben ja zunächst im Raum selbst. Der MicroClimate – Helm setzt gewissermaßen an der Wurzel des Problems an, er hindert die Viren am Kontakt mit dem Träger.
Ich würde den MicroClimate Helm nutzen wollen, auch auf die Gefahr hin, dass er nichts bringt. Ich habe schon viel viel mehr Geld unnütz in der Praxis über die letzten 3 Jahrzehnte ausgegeben, da kommt es auf 200 Euro nicht an. Aber 2 Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Der Helm darf von innen nicht beschlagen und ich muss mit dem Operationsmikroskop damit arbeiten können. Zumindest bei Letzterem zweifle ich, meine Erfahrungen mit einem Faceshield zugrundlegend.
Die Erstellung eines DVT´s im Zusammenhang mit endoodontischen Behandlungen ist immer ein Streithema, spätestens wenn es zum Punkt der Kostenerstattung der privaten Krankenversicherer und Beihilfestellen kommt. Hier eine neue Studie, die den Nutzen des DVT´s unterstreicht.
Clinical decision‐making and importance of the AAE/AAOMR position statement for CBCT examination in endodontic cases M. Bhatt J. Coil B. Chehroudi A. Esteves J. Aleksejuniene D. MacDonald First published: 31 August 2020 https://doi.org/10.1111/iej.13397 Read the full text
Abstract Aim
To compare conventional radiographic and cone beam computed tomography (CBCT) findings with reference to the American Association of Endodontics and American Academy of Oral and Maxillofacial Radiology (AAE/AAOMR) joint position statement and to determine the effect of the CBCT on the initial diagnoses and treatment plans in a single‐centre Postgraduate Endodontic Programme.
Methodology
The clinical CBCT scans of patients, treated at the Endodontic Department of the University of British Columbia, were reviewed for CBCT referrals by comparing them with corresponding radiographs. The features considered were periapical lesions, missed/extra canals, root fractures, complex anatomy, calcified canals and root resorption of tooth/teeth in question. Reasons for the CBCT prescriptions were assigned to 3 groups: to formulate the primary diagnosis, to confirm the diagnosis achieved by clinical examination and conventional radiographs, and to assist in treatment planning. Variables were compared statistically using chi‐square and McNemar tests.
Results
A total of 128 CBCT examinations were performed on 110 patients. No CBCT examination was performed more than once on the same tooth. Overall, 76% of CBCT examinations were performed on previously root filled teeth. CBCT images revealed a significantly higher incidence of periapical lesions (P = 0.002), missed canals (P < 0.001), vertical root fractures (P = 0.004) and complex anatomy (P = 0.008) than periapical radiographs. CBCT was prescribed most frequently to assist surgical treatment planning (62%) rather than for generating a diagnosis (9%) or confirming diagnoses (29%). Both the diagnosis (P = 0.001) and the treatment plan (P = 0.005) initially made by examining periapical radiographs were altered significantly by the subsequent CBCT examination by revealing information such as new periapical lesions, missed canals or involvement of buccal or lingual cortical bone.
Conclusion
CBCT examinations were prescribed mainly to assist treatment planning rather than for diagnosis. The majority of CBCT examinations were performed on previously root filled teeth. The additional information obtained from CBCT scans resulted in the alteration of the initial diagnoses as well as subsequent treatment plans in 59 out of 128 cases.
Dürfte ich noch mal an dieser Stelle an die „Unter Uns“ – Umfrage vom 09. Oktober erinnern. Und all diejenigen, die noch nicht gevotet haben, bitten, sich 1 bis 2 Minuten (es dauert wirklich nicht länger) Zeit zu nehmen und ihre Stimme abzugeben.
Stellt Euch vor, es ginge darum, Donald Trump im Amt zu halten oder von dort zu entfernen. Ihr habt es in der Hand. Zwar nicht den Präsidenten der USA zu bestimmen, aber dafür sich einen Überblick zu verschaffen wie der Status Quo bei uns, die Endodontie betreffend, sich darstellt oder zumindest bei den WURZELSITZE-Lesern im Vergleich zur „normalen“ Zahnarztpraxis.
Ich möchte gerne die Umfrage zum 31.10. 2010 abschliessen.
Also – Auf ins virtuelle Wahllokal. Das findet ihr HIER.
Dabei waren die letzten Wochen ziemlich hart. Wir sind (nichtinfektiös) krankheitsbedingt unterbesetzt. Da gibt es für Alle im Team besonders viel zu tun. Und auch ich muss mich um etliche Dinge kümmern, die sich sonst nicht in meinem Tagesablauf wiederfinden. Öffnet einem aber auch die Augen. Erschreckend, wieviel Zeit durch vermeintliche Routineaufgaben verloren geht. Zum Beispiel im Rahmen des Wareneingangs und des Nachfüllens von Verbrauchsmaterial in den Zimmern. Das mache ich nämlich sonst nie.
Mal ganz gut, da reinzuschauen. Man überdenkt Abläufe. Und modifiziert diese. Oder verschlankt. Am Ende kommt idealerweise eine Verbesserung heraus. Das freut einen dann. DAS ist QM!
Heute endlich nun, seit mindestens 2 Wochen herbeigesehnt, ist unser letzter Tag vor unseren Herbstferien. Eine Woche lang keine Zahnmedizin-Zwänge. Herrlich!
Super gut gelaunt bin ich aber nicht, weil ich nun 7 Tage lang keine Zahnmedizin machen muss, sondern weil ich Zahnmedizin gemacht habe.
Eine nicht gewöhnliche Zahnmedizin. Denn gewöhnlicherweise wäre dieser Zahn vermutlich gezogen worden.
Zahn 17 bei Erstvorstellung in unserer Praxis
Eine 79 jährige Patientin suchte unsere Praxis auf wegen einer Schmerzproblematik, vermutlich ausgelöst durch Dezementierung des distalen Brückenpfeilers an Zahn 17 und nachfolgende Caries profunda. Der Zahn (Lockerungsgrad 0, Taschentiefen 2-3 mm) ) war von der Hauszahnärztin nach EKR trepaniert und mit einer provisorischen Krone + mesialem Freiendglied in Prämolarengröße versehen worden
Ich würde unter anderen Umständen für die Extraktion des Zahnes plädieren. Allerdings nimmt die Patientin osteoporosebedingt seit längerem hochdosiert Bisphosphonate ein, weshalb von kieferchirurgischer Seite der Erhalt des Zahnes empfohlen wurde und mit diesem dringlichen Wunsch trat die Patientin an uns heran.
Also versprechen wir der Patientin, uns wohlwollend um den Zahn zu kümmern. Nach Abnahme des für unsere Region überdurchschnittlich guten Provisoriums offenbart sich allerdings das Dilemma. Eine breiige, aus provisorischer Füllung, Karies und Speiseresten bestehende Masse erwartet uns.
Nach Kariesexkavation und Exzision der in die Kavität hineingewucherten Gingiva zeigt sich immerhin, das keine Pulpakammerbodenperforation vorliegt. Die obliterierten Kanaleingänge lassen sich ausmachen. Retention für den Kofferdam gibt es keine, daher baue ich zunächst den Zahn in Doughnut- Technik. Bukkal und palatinal schaffe ich Infrawölbungen. Die Form des Aufbaus ist zunächst ebenso unkonventionell unregelmäßig wie unbedeutsam, wir werden ja zeitnah präparieren. Am Aussehen braucht man sich also nicht stören. Wichtiger ist die gescheite Technik, den Aufbau zum Weichgewebe hin randdicht zu gestalten und hier ist das Flow- Composite Shofu Beautiful Flow Plus (Danke Olaf!) eine große Hilfe. Wir legen anschließend Kofferdam an, machen die initiale Kanalaufbereitung, verschliessen die Kanaleingänge mit Block Out LC und abschließend die Trepanationsöffnung mit Composit. Ende der ersten Sitzung.
2 Tage später präpariere ich den Kompositaufbau. Fertige chairside eine Kompositkrone an, die ich mit Rely X adhäsiv eingliedere. Zeitaufwand 45 Minuten.
Heute morgen nun die 3. Sitzung. Definitive Aufbereitung der Wurzelkanäle und abschließende Einlage von Calciumhydroxid. Die Trepanation der vorhandenen Kompositrestauration erfolgt unter Anlage einer minimalinvasiven Zugangsöffnung.
Die Behandlung ? Absolut reibungslos in perfekter Choreografie. Ein Traum.
Wenn man abschließend den Zahn betrachtet, so kann man nicht mehr glauben, dass dieser vor wenigen Tagen noch ein Fall für die Extraktionszange war.
Der Fall ist noch nicht zu Ende. Vielleicht stellt sich nach WF maßlose Frustration ein. Aber heute zumindest gehe ich mit extrem viel Freude ins Wochenende. Weil ich weiss, dass wir etwas Nicht Gewöhnliches, etwas Besonderes, Schönes, Gutes geschaffen haben.
Zahn 17 nach definitiver Kanalaufbereitung und Verschluss der Zugangskavität mit Glasionomerzemnt
Das New York Philharmonic Orchestra hat mich angeschrieben. Und nach meiner Meinung gefragt.
Ob ich bitte die beigefügte Umfrage beantworten könnte.
Naja, wenn sich ein weltberühmtes Orchester an mich persönlich wendet, dann kann ich nicht „Nein“ sagen.
Scherz beiseite, dieses Orchester war der beste orchestrale Klangkörper, den ich in meinem ganzen Leben live erleben konnte. Und ich war neugierig, was man wohl wissen wollte. Ganz schön viel im Übrigen und während ich durch die Seiten blätterte, fragte ich mich, ob so etwas nicht auch für uns hier (mit uns meine ich alle Leser) interessant sein könnte.
Gewissermassen eine Standortbestimmung, wie es draussen wohl so aussieht in den Praxen, die hier mitlesen.
Gedacht, getan. Ich wünsche mir, dass jeder hier sich kurz die Zeit nimmt, es dauert auch wirklich nur 1 – 2 Minuten und danach haben wir alle einen Inside – Einblick, den man sonst SO nie erhält.
Ich möchte 3 Punkte herausgreifen, die im Zusammenhang mit dem hier vorgestellten Fall in den Kommentaren aufgekommen sind.
Zunächst die Frage – Wäre es nicht möglich oder sogar einfacher und sinnvoller gewesen, eine WSR durchzuführen evtl. mit retrograder Präparation und Wurzelkanalfüllung ?
Wir sehen ja immer wieder auf Fortbildungen, dass auf diese Art und Weise Fälle gelöst werden konnten, bei denen keine orthograde Wurzelkanalbehandlung möglich war oder diese als nicht sinnvoll eingestuft wurde.
Und ja – viele Wege führen nach Rom. Aber ich käme nie auf die Idee, hier diesen Weg zu wählen.
Warum? Weil wir es im Hinblick auf die vorhandene apikale Aufhellung hier mit einer bakteriellen Infektion zu tun haben. Demnach die Bakterien ganz offensichtlich ihren Weg intraradikulär von koronal nach apikal gefunden haben. Mag der Restwurzelkanal auch noch so obliteriert sein und weder mit dem bloßen noch mit dem OP-Mikroskopbewehrten Auge betrachtet sichtbar erscheinen, für die bösen Mikroorganismen findet sich offensichtlich immer noch ein Weg.
Und machen wir uns nix vor, angesichts der anatomischen Verhältnisse im Makrokosmos (Wurzelkanäle einschliesslich Isthmen, Verzweigungen, Seitenkanälen) und im Mikrokosmos (Dentintubuli) der Zahnwurzeln ist die Wurzelspitzenresektion ein rein mechanistischer Therapieansatz des vorletzten Jahrhunderts.
Selbst wenn es demnach gelingt die WSR lege artis mikroinvasiv mit adäquater Retropräp durchzuführen. Was nicht ganz so banal ist. Schöner Lappen, parodontalästhetisch schonende Schnittführung und Nähte, dann eine perfekte Blutstillung, die präzise Präparation. Zum Abschluss die Retrofüllung mit sehr verarbeitungssensiblen Zementen. All das in einem Arbeitsbereich von wenigen Quadratmillimetern, der nur mittels Mikrospiegeln indirekt sichtbar wird.
Wenn also all dies bestmöglich gelänge, so bleibt doch die Frage der notwendigen Desinfektion. Wie will man dies im Rahmen der WSR erreichen ? Ist dies rein technisch machbar ? Wie effektiv wäre das, angesichts der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit ?
Und erreicht man ein dauerhaftes Ergebnis? Werden nicht vielmehr die Bakterien im Laufe der Zeit wieder über den nachwievor vorhandenen Weg sich wieder nach apikal begeben? Hält dann der antibakterielle Schutzwall aus Portlandzement? Ich glaube nicht daran.
Dann die Frage – Hätte man nicht vorab in den Zahn hineinschauen können, um dem Patienten die Kosten für die Bohrschablone zu ersparen?
Ich hätte dies getan, wenn es bereits eine Trepanationsöffnung gegeben hätte. Dies war hier nicht der Fall, der Zahn war noch unberührt.
Und angesichts der Ausgangssituation hier mit extremer Obliteration war es doch wahrscheinlich, dass es nach Trepanation keinen Hinweis für einen ehemaligen Kanalverlauf geben könnte. Eine bohrschablonengestützte Trepanation somit unumgänglich sein könnte. Und dann – wäre mein konventionell geschaffenes Bohrloch mit Sicherheit größer als das navigierte.
Meine Überlegung war also – wenn ich vermutlich sowieso eine Bohrschablone brauche, dann will ich aber auch den Zugang bestmöglich sprich kleinstmöglich halten.
Dann die Frage nach der Wasserkühlung des Bohrers?
Ich glaube, dass der zu erzielende Effekt der Wasserkühlung ein sehr geringer ist. Man muss sich ja nur mal anschauen, wohin die Düsen der Winkelstücke die Wasserstrahlen hinlenken. Die vorhandenen Wasserführungen sind für die benötigten Bohrerlängen offensichtlich nicht ausgelegt und man erzielt vermutlich – um ein Bonmot von Jörg Schröder umzudichten, der im Zusammenhang mit einer spülspritzengestützten Kanaldesinfektion von „ritueller Waschung“ spricht – nur eine „rituelle Kühlung“. Ich hatte aber bei all meinen Fällen bisher den Eindruck, dass der Bohrer zügig seinen Weg nach unten findet. Viel einfacher als bei den Präparationen für postendodontische Wurzelstifte und die habe ich bislang immer ohne Wasserkühlung durchgeführt. Ein neuer und demnach optimal scharfer Bohrer ist aber meines Erachtens Pflicht.
Abschließend noch ein paar Worte zur Durchführung per se.
Wie bei allen neuen Verfahren herrscht am Anfang eine gewisse Unsicherheit, weil man über keinerlei Erfahrung verfügt. Dann kommt noch hinzu, dass man nicht in den Zahn hineinschauen kann, während man arbeitet. Und es sich ausnahmslos um extrem schwierige Zähne handelt, die es zu behandeln gilt.
Schon blöd. Wäre in etwa so, wenn man für sein allererstes Implantat sich an einen extrem atrophierten Oberkiefer mit Sinuslift in regio 27 heranwagen würde.
Hat man sich aber erst einmal in die Materie eingearbeitet und hat wurde im Vorfeld (DVT, Abformung, Modell- und Schienenherstellung, Planung) alles richtig gemacht, so kommen die Vorzüge der Durchführung zu tragen. Man setzt sich gewissermaßen an den gedeckten Tisch und genießt die Früchte der Vorarbeit.
Aus einer ungewissen, nicht definierbaren, nicht vorhersagbaren Arbeit bei hohem Schwierigkeitsgrad und großem Unsicherheitsfaktor , alles puls- und blutdrucktreibende Parameter ist eine präzis durchgeplante souveräne Verrichtung worden.
Zahn 11 – Diagnostische Röntgenaufnahme vor der endodontischen Behandlung
Ohne DVT würde man hier scheitern. Man glaube mir bitte.
Ein Zahn 11 mit leichter Dunkelverfärbung der klinischen Krone. Ein angefertigtes Röntgenbild offenbart einen vermutlichen Zustand nach Trauma in der Jugend, eine vorhandene apikale Aufhellung, der Wurzelkanal ist fast vollständig obliteriert.
Hier einen Versuch der Trepanation wagen würde zwangsläufig in einer Perforation enden. Knapp 20 mm Blindbohrung, um dann in den unteren 2- 3 Millimetern den Kanal zu finden und nicht eine Via falsa zu produzieren, an einem solchen Tag könnte ich auch 10 Rubbellose kaufen und auf den großen Jackpot hoffen.
Das sind die harten Fakten. Ein paar weiche kommen noch dazu. Der Patient 26 Jahre alt, finanziell auf eigenen und vermutlich eher dünnen Beinen stehend. Die Anreise ? Rund 100 Kilometer. Die Behandlung aus Sicht der gesetzliche Krankenversicherung ein Behandlungsversuch , demnach vom Patenten aus eigener Tasche zu zahlen.
Was tun ? Der Versuch des Zahnerhaltes ist angesichts des Alter des Patienten meines Erachtens diskussionlos zu bejahen, die uns seit ein paar Jahren zur Verfügung stehende Option der DVT – gestützten computergestützten Navigation unter Verwendung einer Bohrschablone die Methode der Wahl. Bliebe noch die Frage, ob man vorher mal den Versuch wagen sollte, zu trepanieren und in den Zahn hineinzuschauen ?
Könnte man dem Patienten doch vielleicht mit geringem Aufwand einen nicht unbeträchtlichen Geldbetrag sparen. Angesichts des DVT – Befundes entscheide ich mich dagegen.
Es erfordert immer etwas Überwindung, blind in einen Zahn hineinzubohren. Besonders, wenn man, wie ich, seit nunmehr fast einem Vierteljahrhundert gewohnt ist, 100 Prozent der endodontischen Arbeit unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskopes durchzuführen. Also taste ich mich vorsichtig heran. Der aufgesetzte Gummistopper signalisiert mir immer wieder die jeweilgen Teilschritte, dann ist Abnehmen der Schablone und in den Zahn hineinschauen angesagt. Das Bohren geht im Übrigen sehr leicht, ohne grosse Kraftanstrengung vonstatten, die Bohrer sind offensichtlich ausreichend scharf. Nur die Initialbohrung muss mittels Diamant und unter Wasserkühlung im roten Winkelstück erfolgen. Mittels wasserfester schwarzer Farbe markiere ich mir mit dem Trepanationsbohrer die Positionierung des Pilotloches.
Farbmarkierung des Pilotbohrers zur Visualisierung der BohrstelleFarbmarkierung des Pilotbohrers zur Visualisierung der BohrstelleFarbmarkierung des Pilotbohrers zur Visualisierung der BohrstelleZahn 11 – Zustand nach Durchdringung des Zahnschmelzes
Im Falle des besagten Zahnes 11 war zwischendrin kein Hinweis auf die ursprüngliche Lage des Wurzelkanals zu sehen und keine noch so kleine Öffnung zu ertasten, es bewahrheitete sich also die Vorgehensweise, auf einen nicht bohrschablonengestützten ersten Versuch zu verzichten.
Ich führte die Bohrung in 3 Etappen durch. Nachdem ich die vorgesehene Bohrtiefe erreicht hatte, konnte der Wurzelkanal penetriert werden.
Zustand nach TrepanationZustand nach Trepanation
Der Rest war Routine. Zumindest bis zur Wurzelkanalfüllung. Das DVT hatte ja die verzweigte Anatomie des Wurzelkanalsystems in den unteren 2-3 Millimetern gezeigt mit einer horizontalen astartigen Spreizung. Jetzt galt es, diese Verzweigungen bestmöglich zu füllen ohne bei vorhandenem großem apikalen Foramen zuviel Überpressung von WF- Material zu verursachen.
Die WF- Kontrollaufnahme lässt mich in diesem Fall mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits können wir uns freuen, den Fall zunächst erfolgreich abgeschlossen und den Zahn erhalten zu haben. Aber ist das Ergebnis im Hinblick auf die apikalen Verzweigungen des Wurzelkanals adäquat ? Einzelne sichtbare Seitenkanäle reichen nicht aus, um Absolution zu erteilen. Wird es genügen, eine Heilung zu erzielen ?
Seit vielen Jahren nutze ich Teflon als Isolierungsmaterial in der Endo. So lange schon, daß ich mich nicht einmal mehr erinnern kann, ob ich die Idee dazu von einer Fortbildung in USA mitgebrachte habe. Eher glaube ich, das mir die Idee von Winfried Zeppenfeld zugetragen wurde und das Ganze muss mehr als 12 Jahre her sein.
Wir nutzen zwei Arten von Teflon. Deutsches und italienisches.
Wobei der Name nichts darüber aussagt wo das Material hergestellt wurde. Vielmehr, dass das eine immer im BAUHAUS Heimwerkermarkt in Bad Kreuznach, das andere im OBI in Brixen/Südtirol gekauft wird. Letzeres ist feiner und kommt daher meist in filigranen Zugangskavitäten zum Einsatz.
Dann kam der Lock Down und unsere Vorräte an italienischem Teflon gingen zu Ende. Ohne Chance des Nachkaufs. Wir nutzten notgedrungen ausschließlich das deutsche Teflon, aber in den entsprechenden Situationen fehlte sein südländliches Pendant und wurde schmerzlich vermisst.
Jetzt habe ich bei Amazon ein Material gefunden, das dem italienischen Teflon entspricht. Zehn Rollen für unter 9 Euro, was den ohnehin günstigen Preis des Originals sogar noch unterbietet. Viel wichtiger ist aber, dass nun vermutlich das Material permanent zur Verfügung steht.
Nach Südtirol fahren werden wir weiterhin. Nur die OBI Besuche werden weniger werden.
Praxis geöffnet trotz Corona? Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Arzt
Weil er trotz Corona-Symptomen in seiner Praxis weiter Patienten behandelt – und angesteckt – haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Arzt aus dem Kreis Deggendorf (Bayern). Im Raum steht der Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung.
Während er auf das Testergebnis wartete, behandelte der Arzt weiter Patienten. Das wird ihm nun vorgeworfen.
Der Fall machte in dieser Woche Schlagzeilen: Zunächst musste eine Realschule geschlossen werden, weil eine Schülerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Dann stellte sich heraus: Sie hat sich vermutlich in einer Arztpraxis angesteckt. Ihr Hausarzt hatte seine Praxis weiterhin geöffnet, während er auf das Ergebnis eines Corona-Tests wartete. Dieser fiel positiv aus – die Praxis wurde daraufhin geschlossen. Doch da hatten sich die Schülerin und vier weitere Patienten bereits angesteckt. Mehr als 270 Menschen mussten in Quarantäne.
Der Landrat Christian Bernreiter (CSU) zeigte sich gegenüber den Medien empört, hat bereits Strafanzeige gestellt. „Das ist natürlich verantwortungslos, mir fehlen die Worte“, sagte er dem „Bayerischen Rundfunk“. Anfang September soll der Arzt nach Erkenntnissen der Gesundheitsbehörden typische Corona-Krankheitsanzeichen an sich bemerkt haben. Bis zum Vorliegen des positiven Corona-Tests habe er jedoch den Praxisbetrieb nicht eingestellt, sondern lediglich im Praxisbetrieb „eine FFP2-Maske verwendet“ haben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der Arzt habe sich, so heißt es, bei einer Feier oder einem Chorwochenende in Tschechien angesteckt.
Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ wies der Internist die schweren Vorwürfe des Landratsamts zurück. „Ich kann mir das nicht erklären. Ich habe mehr getan, als eigentlich vorgeschrieben ist“, wird er zitiert.
Das Landratsamt geht davon aus, dass der Arzt trotz eines konkreten Verdachts weiter praktiziert habe. Doch genau das weist der Arzt zurück: Es habe zwar in seinem Bekanntenkreis einen Corona-Fall gegeben, woraufhin er sich und seine Familie habe testen lassen. Symptome habe er aber nicht gehabt. „Ich wollte ohne konkreten Verdacht auf der sicheren Seite sein“, erklärte er dem Blatt. Erst nach dem positiven Testergebnis sei ihm aufgefallen, dass er sich in den Tagen zuvor leicht abgeschlagen gefühlt habe.
Die Bayerische Landesärztekammer kritisierte gegenüber dem „BR“ das Verhalten des Arztes. Auch Ärzte sollen sich bei Corona-Verdacht oder einem positiven Test isolieren, betonte die Kammer. Abweichungen seien nur bei Kontaktpersonen der Kategorie 1 möglich, etwa in Betrieben der kritischen Infrastruktur. Sollte der Arzt gegen die Berufsordnung verstoßen haben, könne der Ärztliche Bezirksverband eine Rüge aussprechen und eine Geldbuße verhängen.
Jahrelang tut sich nix. Und dann entwickelt ein Thema eine plötzliche Dynamik und es geht voran. Man sollte öfters ein wenig über den eigenen praxisinternen Tellerrand und die eingeschliffenen Abläufe hinwegschauen, es würde sich vermutlich auszahlen.
Worum geht´s ?
Um einen Nachzügler, die Kofferdam-Abdichtmassen betreffend. Voco Clip Flow. Das Material nutzt Olaf Löffler schon seit Jahren.
Seit JAHREN!!!
Jetzt endlich habe ich mich durchgerungen, es zu testen.
Hier meine Eindrücke im Vergleich zu den anderen Materialien. Starten wir mit dem Fazit: Voco Clip Flow ist ein sehr nützliches Material. Es dichtet nämlich den Kofferdam gut ab, selbst wenn dieser, zum Beispiel bei den Röntgenmessaufnahmen, hin und her bewegt wird. Voco Clip Flow ist relativ flüssig, deutlich weniger viskös zumindest als Meta Biomed´s Next Temp LC und auch etwas flüssiger als Ultradent´s Block Out LC Resin. Das ist nicht ganz optimal, aber mit wenig Eingewöhnung sicherlich gut handhabbar. Und nur, wenn man die anderen Materialien vorab kennen- und lieben gelernt hat, dürfte das negativ sich bemerkbar machen.
Auffälliger schon, das Material ist transparent. Eine Einfärbung wäre besser. Selbst Next Temp LC, lediglich blassblau daherkommend, ist um Klassen besser diesbezüglich.
Und wie sieht es mit der Entfernbarkeit aus ? In toto, die Kofferdamklammerzange nutzend, funktioniert das wunderbar. Das Material ist leicht nachgiebig, solange man also die Kofferdamklammerzange ansetzen kann, ist das Ablösen ein Kinderspiel.
Was gibt nun letztendlich den Ausschlag ? Wir werden 2 Materialien vorhalten. Block Out LC Resin ist nicht mehr der Platzhirsch, aber nachwievor gesetzt, weil es sehr fest ist. Hilfreich in Situationen, in denen eine zusätzliche Stabilisierung von Nutzen ist. Es kostet 5,17 Euro pro Gramm. Voco Clip Flow kostet 6,45 Euro pro Gramm. Next Temp LC liegt gegenwärtig bei 5,75 Euro, zu diesem Preis mein Material der Wahl. Der reguläre Preis liegt bei 9,32 Euro und sobald dieser zum Tragen kommt muss neu gewichtet werden.
Möglicherweise wird Voco Clip Flow dann auch bei uns Einzug halten. Danke Olaf !
Ein Zahn aus der Reihe „5 mal Anatomie“ fehlt noch. Er tauchte ebenfalls in besagten 4 Tagen auf, allerdings nicht im Rahmen einer Behandlung sondern als Recall. Auch er zeigt eine besondere Anatomie, die sich allzuoft verbirgt und er stützt meine These, daß Unterkieferprämolaren zu den schwersten endodontisch zu behandelnden Zähnen gehören.
Umso erfreulicher, daß es in diesem Falle eines zum Zeitpunkt der Behandlungsübernahme stark symptomatischen Zahnes (Schmerzskala 8) gut geklappt hat, wie die entsprechenden Recall – Kontrollen im Abstand von 7 und 19 Monaten post WF zeigen.
Der Kanalabgang war mit dem Dentalmikroskop nicht auszumachen, ohne DVT wäre ich hier vermutlich gescheitert. Typischer Zahn, der nach WF im Röntgenbild gut aussieht, aber der Patient (m/w/d) kommt in die Praxis und klagt unerklärlicherweise über Beschwerdepersistenz.
Zahn 35 bei Behandlungsübernahme 04.07.2018Zahn 35, Röntgenmessaufnahme ,Patency im mesiolingualen KanalZahn 35, MasterpointWF- Kontrolle 06.11.2018Zahn 35, 7 Monate post WF, 03.06.2019, Glasfaserstift in situ.Zahn 35, WF – Kontrolle 19 Monate post WF, 30.06.2020
Letzten Montag, im Rahmen einer Telefonkonferenz, ging es darum, wie es mit WURZELSPITZE im Jahr 2021 weitergehen soll. Gott sei Dank genau einen Tag vor der „ungehörigen“ Diskussion auf Endonews, sonst wäre unsere Entscheidung vermutlich nicht so spontan positiv ausgefallen.
(Endonews, ein Forum im Übrigen, das ich 1999 gegründet habe, demnach seit über 20 Jahren der endodontischen Weiterbildung dient und, solange ich es geleitet habe, einen regen Erfahrungsaustausch beinhaltete, jetzt nur noch ein Schatten seines ursprünglichen Selbst ist)
Hier das Ergebnis unserer Besprechung und., um es vorwegzuschicken, es sind ausnahmslos gute Nachrichten:
Wir werden WURZELSPITZE in 2021 weiterführen. Wie mit Wiederaufnahme von WURZELSPITZE geschrieben, wollen wir Jahr für Jahr entscheiden auf Grund des Zuspruchs, den WURZELSPITZE erfährt (oder auch nicht) als Gradmesser, ob wir ein weiteres Jahr das Forum betreiben oder nicht. Und rückblickend auf 2020 sind wir zu dem Schluss gekommen, daß wir gerne das Blog ein weiteres Jahr betreiben wollen.
Die Veranstaltung „Die DREI reden über…“, ein neuartiges Veranstaltungsformat zur Endodontie mit Christoph Kaaden, Jörg Schröder und mir, Ha-Wi Herrmann war zum 12.. September 2020 geplant. Ist Corona wegen ausgefallen.
Was wir sehr schade finden, denn wir glauben an das Format. Und möchten weiterhin es stattfinden lassen.
2021. Keiner weiss, welche Dimension Corona dann haben wird, aber wir sind zuversichtlich, bis dahin ein Hygienekonzept liefern zu können, dass uns Präsenzveranstaltungen abhalten lässt. Vermutlich wird Alles mit deutlich weniger Leuten stattfinden als vor Corona. Wir werden genau planen müssen, mit vielen Unbekannten im Raum, was die Sache nicht einfacher macht, aber – wir wollen es. Falls genügend Leute es auch wollen.
Ihr fragt – Die Drei antworten – Der Live-Chat. Eine neue Idee. Ein WURZELSPITZE Plus – Experiment. Vielleicht wie der Elternsprechtag in der Schule. Nur mit dem Unterschied, das man nicht mit einem schlechten Bauchgefühl einläuft in Sorge, was Filia oder Filius wohl angestellt haben können. Es geht um Fragen. Eure Fragen. Egal welche. Zum Thema Endo und drumherum. Im Dialog. Fragt uns ein Loch in den Bauch. Zeigt uns Fotos. Röntgenbilder. 45 Minuten lang. Live.
In diesem Sinne: Auf ein spannendes, interessantes, informatives Endo-Jahr 2021!
In der Schule habe ich nie Goethes Faust gelesen. Und daher erst später erfahren, wie viele Sprichwörter diesem Werk entnommen wurden.
„Das also ist des Pudels Kern“ ist vermutlich das bekannteste Zitat.
Aber auch, zumindest unter Medizinern bekannt: „Blut ist ein besonderer Saft!“
Und dann natürlich die „Gretchenfrage“. Sie bezeichnet als Gattungsbegriff eine direkte, an den Kern eines Problems gehende Frage, welche die Absichten und die Gesinnung des Befragten aufdecken soll. Sie ist dem Befragten meistens unangenehm, da sie ihn zu einem Bekenntnis bewegen soll, das er bisher nicht abgegeben hat. In Faust I wendet sich Gretchen an Faust und möchte wissen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“
Womit wir beim Thema wären – Ich bringe wieder einmal 3 Fälle mit, bei denen, weil im Frontzahnbereich angesiedelt, die Frage nach einem DVT sich eigentlich von vorneherein verbietet.
Ich möchte dennoch fragen: Braucht es ein DVT ? Wer würde bei welchem Zahn ein DVT anfertigen ? Wie sähe die Behandlung der Zähne aus ? Mit und ohne DVT. Soll einmal jeder für sich selbst überlegen.
Die Antworten bitte in die Kommentare.
Am Freitag gibts an dieser Stelle die DVT ´s.
Zahn 12, Fraktur klinische Krone, Hauszahnarzt findet Kanal nicht, Patientin wünscht ZahnerhaltZahn 11, symptomlos, apikale AufhellungZahn 21, Endo alio loco vor wenigen Jahren, soll WF- Revision wegen Dunkelfärbung klinische Krone
Irgendwo im Regal bei mir muss noch ein Buch von Reinhardt Winkler stehen. DAS Standardwerk zum Thema Kofferdam, damals, in den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts.
An ein darin beschriebenes Abdichtmaterial für den Kofferdam kann ich mich nicht erinnern. Nur an die Kofferdamligatur. Und an das Invertieren des Kofferdams mittels Luftpuster. Hat bei mir so gut wie nie geklappt. Vielleicht habe ich zu schnell aufgegeben und Übung macht den Meister, aber, ganz ehrlich, wenn ´s nicht auf Anhieb geht, dann ist vielleicht auch die Methode an sich zu überdenken. Denn – Kofferdam soll ja helfen, nicht behindern.
Was kam danach ?
1 Cavit. Naja. Dichtet leidlich hab, hält noch weniger. 3 von 10 Punkten.
2 Oraseal Von Ultradent. Auf Zellulose- Basis. Über Jahre unser Standard-Material. Dichtet super ab, nimmt Feuchtigkeit auf und „klebt“ am Kofferdam. Zumindest nach unten hin. Nach oben hin eher bröckelig.
Dennoch – 2 Daumen hoch. Über viele Jahre hinweg unser Material der Wahl. Der Preis – wie oft bei Ultradent – ambitioniert. Aber – wenns hilft … 6 von 10 Punkten.
Oraseal und Opaldam, Seite an SeiteAbdichtung mit Oraseal im Bereich der Klammerbranchen
3 Opaldam Ebenfalls von Ultradent. Auf Komposit- Basis. Wie hat es sich bewährt ? So la la. Hält initial, nix bröckelt weg. ABER – Grosses Manko. Wenn der Kofferdam bewegt wird, dann löst sich die Klebung. UND – bei geringster Feuchtigkeit am Kofferdam erfolgt keine Abdichtung.
4 von 10 Punkten. Und für den Preis, der dafür aufgerufen wird, definitiv nichts, was wir aus einem brennenden Haus retten würden.
Compositkrone nach EKR Krone und Kariesentfernung, Oraseal und Opaldam im Doppelpack
4 Block Out Auch von Ultradent. Eigentlich ein Material für die Zahntechnik zum Ausblocken beim Tiefziehschienen. Eine Empfehlung der ACTA Universität Amsterdam. Denen war Oraseal viel zu teuer. Deshalb kannte das auch keiner, als in meiner Gastvorlesung das Material in meinen Fotos zu sehen war. Originalzitat: „Wir sind eine Universität. Wir sind arm.“
Block Out hält super. Und dichtet, dafür, daß es ein Composit ist, erstaunlich gut auch in schwierigen Situationen ab. Stabilisert die Kofferdamklammer bei wenig Retention.
Alles in Allem mit Abstand das beste Material bislang. 8 von 10 Punkten. Eigentlich 9 von 10 Punkten, aber wegen seines großen Mankos – Off Label Use, keine Zulassung für intraoral – gibt es Punktabzug.
5 Next Temp LC. Von Meta Biomed.
Ein provisorisches Füllungsmaterial auf Composit- Basis, lichthärtend. Beispielweise für Inlay- Kavitäten. Blassblaue Farbe. Leicht elastisch, leicht klebrig. Und wunderbar zu gebrauchen als Abdichtmaterial für die Kofferdam- Anwendung.
Ist nicht meine Idee. Sondern eine Empfehlung von Dr. Jenner Argueta, ein endodontischer Kollege aus Guatemala und Meta Biomed Opinion Leader. Und was soll ich sagen ? Dieses Material hat es geschafft, aus dem Stand heraus sich in unserer Praxis als Block Out-Alternative zu etablieren.
Warum? Die leichte Klebrigkeit sorgt für einen innigen Verbund zwischen Kofferdam und Material. Auch wenn der Kofferdam bewegt wird, bleibt das Material in Position.
Das funktioniert bei NextTemp LC besser als bei jedem anderen der genannten Materialien.
9 von 10 Punkten. Gegenüber Block Out ein weniger schwerer zu entfernen – erwähnte ich schon, es ist klebrig ? Und auch weicher als Block Out und widersetzt sich so etwas mehr dem Abnehmen.
Aber in der Regel kann man es mittels Kofferdamklammerspannzange samt der Kofferdamklammer in toto entfernen. Bliebe noch der Preis. Hier ist Block Out nachwievor unschlagbar, aber dennoch hat sich NextTemp LC einen festen Platz in unserer Praxis gesichert, wir wählen fallspezifisch das eine oder das andere und müssten wir uns für eines der beiden Materialen entscheiden, wäre es NextTemp LC. Weil ??? Es diesen kleinen Tick besser ist.
Vom Meta Biomed Deutschland gibt es im Übrigen für begrenzte Zeit ein Einführungsset. Enthält 3 Spritzen a 2 Gramm. Kostet 29 Euro.
Und – gleicher Tag, andere Seite – ein Patient mit einem Zahn 46 und ebenfalls 3 Kanälen mesial.
In beiden Fällen unauffällige Erscheinung im Zahnfilm, das DVT offenbart die besondere Anatomie.
Rufen wir uns an dieser Stelle also wieder ins Gedächtnis, wir sind umgeben von besonderer Anatomie. Und nicht immer, um nicht zu sagen, vermutlich in vielen Fällen erschliessen sich diese anatomischen Besonderheiten dem Auge des Klinikers, selbst wenn es Dentalmikroskop- bewehrt sein sollte.
Auch diesmal die orthograde WF- Kontrollaufnahme eher unspektakulär.
BTW solche Zähne sind für mich der größte Albtraum. Präparation und Abformung durch den Hauszahnarzt ist bereits erfolgt, demnach keine Chance, am vorhandenen insuffizienten Aufbau etwas ändern zu können, geringste Retention bei zudem endständigen Zahn, verbesserungsfähiges Provisorium und und und…
Dazu passt – gewissermaßen als Zugabe und aus aktuellem Anlass auch dieser Fall von Freitag.
Ein Zahn 47. Auch er im konventionellen 2D – Röntgenbild unauffällig. Und ich gebe zu, ohne DVT wäre ich niemals auf die Idee gekommen, die tiefe Aufspaltung im mesiolingualen Kanal zu suchen, ich wäre froh gewesen, diesen überhaupt gefunden bzw. über die vorhandene Stufe hinweg erschliessen zu können.
Ich muss lachen. Erinnert mich an einen Filmklassiker mit Curd Froebe als deutscher General (die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten), der ein Flugzeug manövieren will, obwohl er noch nie in seinem Leben ein solches jemals gesteuert hat: „Es gibt nichts, was ein Deutscher Offizier nicht kann! Lesen Sie die Dienstvorschriften und dann fliegen Sie!!!“
Hier die Pressemitteilung:
Dank hoher Hygienestandards sind Kontrolltermine und Behandlungen in Zahnarztpraxen in Deutschland grundsätzlich sicher. Darauf weisen Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) aus aktuellem Anlass noch einmal ausdrücklich hin. Hintergrund des gemeinsamen Appels der zahnärztlichen Bundeskörperschaften war verkürzte Medienberichterstattung über eine aktuelle, jedoch nicht landesspezifische Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte kürzlich dazu geraten, solange von nicht dringenden Zahnbehandlungen abzusehen, bis die Übertragungsrate von Covid-19 „ausreichend“ gesunken sei.
Wie die Zahnärzteschaft bereits vor Tagen klargestellt hatte, trifft diese allgemeine Empfehlung für weltweit 193 Staaten nicht auf Zahnarztpraxen in Deutschland zu. Entsprechende Pressemeldungen hatten die ursprüngliche WHO-Empfehlung irreführend und ohne den nötigen Kontext wiedergegeben. Die WHO hat die Empfehlung mittlerweile mit einer weiteren Aussendung korrigiert. Die Empfehlung zielte ausschließlich auf ein intensives, unkontrolliertes Übertragungsszenario ab – ein Szenario, das nicht zur aktuellen Situation der meisten europäischen Länder und insbesondere nicht zu Deutschland passe.
Bis heute ist nach Angaben von BZÄK und KZBV in Deutschland kein Infektionsgeschehen in zahnärztlichen Praxen dokumentiert, welches eine solche Empfehlung rechtfertigt. Die beiden Bundesorganisationen forderten Patienten und Versicherte einmal mehr auf, eine Versorgung durch Zahnärztinnen und Zahnärzte für den Erhalt und die Verbesserung der Mundgesundheit wahrzunehmen und nicht aus unbegründeter Angst vor Ansteckungen mit Corona zu verschieben. Andernfalls bestehe das Risiko, dass sich die Mundgesundheit durch das Entstehen von Karies, Zahnstein oder durch parodontale Erkrankungen unter Umständen dauerhaft verschlechtere und damit auch die allgemeine Gesundheit gefährdet.
Der Prämolar 34 trägt eine Teleskopkrone. Er gehört nicht in die 5 mal Anatomie-Aufzählung. Ist gewissermassen ausser der Reihe. Der reguläre Fall, den ich für heute vorgesehen hatte, muss noch eine Woche warten, denn dieser Fall hier von gestern morgen passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Die Hauszahnärztin kommt nicht bis nach apikal und überweist. Der Zahnfilm lässt Besonderheiten vermuten.
Das DVT bringt Klarheit.
Ein apikaler Split. In der Tiefe verborgen. Da nützt auch das Dentalmikroskop nichts. Die Mikrotrepanationsöffnung, der Teleskopversorgung geschuldet, erschwert die Situation zusätzlich.
Um so erfreulicher gelingt mit entsprechender Vorgehensweise die Penetration beider Kanäle bis zum Apex. In der ersten Sitzung kann der bukkale Kanal vollständig auf Arbeitslänge aufbereitet werden, in der zweiten Sitzung soll nun der linguale Kanal folgen. Ich bin zuversichtlich, die eigentlichen Schwierigkeiten sind schon überwunden und freue mich auf den Fall.
Tipp des Tages? Welchen Kanal zuerst aufbereiten? Das würde ich von der Art der maschinellen Aufbereitung abhängig machen. Vollrotierende NiTi´s ? Dann würde ich mit dem schwieriger zugänglichen Kanal anfangen.Wir arbeiten mit reziproken Instrumenten. Da ist es ganz klar zuerst der leichter zugängliche Kanal.
Die Patientin erscheint zur zweiten Sitzung. Mit minimal beweglicher Telekopkrone. Der Zahn ist frakturiert. Auf Gingivaniveau. Ferrule ? Für eine Teleskopkrone zu wenig auf Dauer.
Schweren Herzen räumen wir unseren Behandlungsplatz wieder auf und ich schreibe einen Arztbrief an die Überweiserin, in der ich für die Extraktion des Zahnes plädiere.
Es gibt schönere Montagmorgen, unsere Zahnmedizin betreffend. Immerhin. Ist es nicht toll, dass wir durch diese schmale Öffnung, wie im Foto zu sehen, in der Lage waren, zwei voneinander getrennte Wurzelkanäle zu behandeln ?
Die Bundeszahnärztekammer weist die pauschale Empfehlung der WHO, wegen der Corona-Pandemie auf nicht dringende Zahnbehandlungen zu verzichten, zurück. Sie sieht die Praxen in Deutschland in Sachen Infektionsschutz hervorragend aufgestellt.
Die WHO-Empfehlung sei nicht für alle Länder und alle Infektionslagen weltweit gemeint. Diese globale Empfehlung müsse für die Situation in Deutschland interpretiert werden, meint die Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Sie verweist darauf, dass die aktuelle Ausbreitungssituation von Covid-19 in Brasilien, den USA oder afrikanischen Staaten eben nicht mit Deutschland vergleichbar sei.
„In Deutschland haben wir die Infektionsrate aktuell immer noch niedrig, vor allem im Vergleich zu anderen Staaten. Zudem haben wir eigene offizielle nationale Empfehlungen für die Gesundheitsversorgung. Entscheidend sind jedoch auch die hiesigen strengen Hygienevorschriften und die moderne Praxisausstattung: die deutsche Zahnmedizin ist im Bereich Hygiene hervorragend aufgestellt“, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel.
Engel meint: „Es ist schwierig, für 193 unterschiedliche Staaten auf der Welt mit sehr ungleichen Gesundheits- und Politiksystemen pauschale Empfehlungen abzugeben. Ein differenziertes Vorgehen und Vorsicht hingegen sind hilfreich, ebenso wie hohe Hygienestandards.“
Umfassende Hygienemaßnahmen schützen
Das zahnärztliche Behandlungsteam unterliegt laut BZÄK in Deutschland generell besonders strengen Hygienevorschriften. Die Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan und Hygieneleitfaden sowie in den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI festgehalten. Das trage zu einem entsprechend hohen Schutzniveau in den Praxen bei.
Die BZÄK verweist darauf, dass Erkenntnisse aus Wuhan (China), Italien, Südkorea und bisher vorliegende Berichte aus Deutschland zeigen würden, dass die Zahnmedizin keine Infektionen weiterverbreite. Es bestehe auch kein erhöhtes Risiko für Infektionen für Patienten, Behandler und Team, wenn diese ihre persönliche Standard-Schutzausrüstung korrekt nutzen.
Den Infektionsschutz lassen sich die Zahnärzte laut BZÄK einiges kosten. Rund 70.000 Euro hat eine Zahnarztpraxis in Deutschland im Jahr 2016 im Durchschnitt insgesamt für Hygiene ausgegeben. Das sei das Zehnfache einer Hausarztpraxis, teilte die BZÄK unter Verweis auf eine wissenschaftliche Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) mit.
Zum Gesundheitsschutz von Patienten und Mitarbeitern seien in diesem Jahr in den Zahnarzt-Praxen die Vorkehrungen überall weiter aufgestockt worden, um einer Übertragung mit SARS-CoV-2 vorzubeugen. Zudem beobachtet die BZÄK über eine Meldungsmöglichkeit bei Infektionen für zahnärztliche Praxen das dortige Infektionsgeschehen.
Jetzt hat die Corona- Krise, wirtschaftlich betrachtet, nun auch offiziell die Zahnarztpraxen erreicht. Die Schonzeit ist vorbei.
Genf (AFP) – Um einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorzubeugen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Verzicht auf Zahnarztbesuche aufgerufen, die der reinen Vorsorge dienen. In am Dienstag veröffentlichten Richtlinien der WHO für Zahnarztpraxen heißt es, Routine-Untersuchungen, professionelle Zahnreinigungen und Prophylaxe-Behandlungen sollten verschoben werden, bis die Corona-Übertragungsrate „ausreichend“ gesunken sei. Aufgrund der Übertragung des neuartigen Coronavirus über sogenannte Aerosole, winzige Spucketröpfchen in der Luft, seien Zahnärzte besonders infektionsgefährdet.
Auch Zahnbehandlungen aus kosmetischen Gründen sollten bis auf weiteres ausgesetzt werden, empfahl die WHO. Beibehalten werden sollten jedoch weiterhin dringende Zahnbehandlungen etwa bei starken Zahnschmerzen sowie Behandlungen, die der Bewahrung der Oralfunktionen und der Lebensqualität von Patienten dienten, betonte die Organisation weiter. Nach Möglichkeit sollten Zahnärzte ihre Patienten vor der Behandlung per Telefon- oder Live-Schaltung diagnostizieren.
Zahnärzte seien einem besonders hohen Corona-Infektionsrisiko ausgesetzt und könnten im Falle einer Infektion auch selbst das Virus leicht an ihre Patienten übertragen, warnte die WHO. Das Personal in Zahnarztpraxen arbeite „über einen längeren Zeitraum sehr nah an den Gesichtern der Patienten“ und gerate in Kontakt mit deren Speichel, Blut und anderen Körperflüssigkeiten.
Der WHO-Direktor für Zahnmedizin, Benoît Varenne, sagte vor Journalisten, in 75 Prozent der WHO-Mitgliedstaaten sei die zahnmedizinische Versorgung aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt oder ganz zum Erliegen gekommen. Dabei litten Schätzungen zufolge 3,5 Milliarden Menschen weltweit unter zahnmedizinischen Erkrankungen. Wichtig sei, dass Zahnärzte während der Pandemie ausreichend mit Schutzbekleidung und -material ausgestattet seien, betonte er.
Hier noch eine englischsprachige Quelle, die diese Meldung ebenfalls aufgreift:
Der heute 31 jährige Patient wurde am 18. Dezember 2019 wegen Schmerzen an Zahn 37 überwiesen, nachdem die initial eingeleitete Wurzelkanalbehandlung bei der Hauszahnärztin keine Besserung brachte und die vorhandene Fistel sich als therapieresistent erwies.
Im prätherapeutischen Röntgenbild imponierte vor allem die ausgeprägte apikale Knochendestruktion. Das 3D- Röntgenbild zeigt die wahren Ausmaße, vor allem jedoch offenbarte es die Existenz eines Middle Mesial Kanals in der vorderen Wurzel.
Sitzung 2 vollständige Aufbereitung, Metapex, 16 Wochen Liegedauer am 03.03.2020.
Am 29.06.2020 Verlaufskontrolle. Die Knochendestruktion erscheint rückläufig, aber immer noch sehr groß. Wie stets nun die Gretchenfrage. Weiter zuwarten mit Med- Wechsel, Abfüllen und hoffen , is noch immer alles gutgegange“ oder – Option 3 – DVT zur genauen Klärung des Heilungszustandes.
Der sehr kritische Patient, eher der Fraktion, das Glas ist maximal halbleer und zum Lachen, wenn überhaupt, gehe ich in den Keller, zuzuordnen, votete für die 3D Nachschau- Variante. Ich war froh drum, hatte ich doch wenig Lust, im Falle eines WF-Misserfolges dem Patienten den Sachverhalt ausgiebigst erörtern zu müssen.
Die Verlaufskontrolle zeigte – im Gegensatz zum 2D- Röntgenbild – eine schon weit fortgeschrittene knöcherne Konsolidierung, insbesondere die deutlich Trabekelbildung stimmt zuversichtlich, dass eine durchzuführende Wurzelkanalfüllung einer weiteren Ausheilung nicht im Wege steht.
Am 02.07.2020 erfolgte die Wurzelkanalfüllung. Während die orthograde WF- Kontrolle die anatomischen Eigenheiten nicht angemessen wiedergibt und den Eindruck eines vom Phänotyp eher profanen UK – Molaren vermittelt, zeigt die mesioexzentrische Aufnahme die 3 Wurzelkanäle in der mesialen Wurzel und die weite Ausdehnung der Wurzelkanalfüllung in der distalen Wurzel.
Samstag Abend. 22 Uhr 10. Das Telefon klingelt und das verheißt nichts Gutes.
Der Schwiegervater, fast 89, Colon CA, Lebermetastasen, nach Tumorresektion ohne nachfolgende weitere Chemotherapie seit ein paar Monaten zu Hause und immer schwächer werdend, ist im Bad beim Zähneputzen gestürzt.
Wir treffen 25 Minuten später ein. Der Rettungswagen ist da, der Schwiegervater wird in den Stuhl gehieft, seine rechte Seite, Arm, Bein, Mundwinkel hängt.
Ab ins Krankenhaus. Notaufnahme.
Warten.
Es wird geröntgt, immerhin nix gebrochen.
Es empfängt uns eine Ärztin, dem Kittelschild nach Anästhesistin. Mit unverkennbarem osteuropäischen Akzent, aber immerhin einigermaßen verständlich.
Irgendwann dreht sie eine an der Wand weit oben hängende Kamera „Modell Überwachungskamera“ an unten.
Wir werden jetzt den Tele – Neurologen zuschalten aus Heidelberg. Wir fragen nach. „Nein, einen Neurologen vor Ort gibt es nicht. Der kommt am Wochenende nur tagsüber morgens irgendwann vorbei. Dafür gibt es jetzt die Tele-Diagnose. Aber im anderen Krankenhaus der Stadt ist das auch nicht anders, da gibt es auch keinen Neurologen vor Ort.“
Aha.
Ich betrachte die Technik, die gewisse Schwierigkeiten hat, überhaupt in Gang zu kommen. Nach High Tech sieht das nicht unbedingt aus, die Kamera betreffend, 4K vermutlich nicht, aber lassen wir uns überraschen.
Der Patient ist 5 Meter weg, ich hoffe auf die Zoom- Funktion.
Irgendwann klingelt es kurz, dann erscheint eine weibliche Gestalt am Bildschirm. Leicht unscharf, das Bild in etwa so, wie es die Physiognomie des Kameragehäuses schon vermuten ließ.
Dafür ertönt die Stimme aus dem Lautsprecher, scharf, zackig und laut verzerrt wie aus einem Trichterhornlautsprecher auf einem DEUTSCHEN Bahnhofsgleis aus der Dampflok-Ära. Der Schwiegervater, natürlich von der Situation vollkommen überfordert, zuckt sichtbar zusammen. „Warum sind sie denn so grantig zu mir“, sagt er. Vor ihm, auf seinen Brustkorb gelegt, liegt ein schwarzes Prisma, etwas mehr als Streichholzschachtel groß, das Mikrophon, wie sich jetzt herausstellt.
Der Schwiegervater ist schwach, seine Sprache leise, das auf dem Sternum ruhende Mikrofon nicht ausreichend, die Ärztin versteht ihn nicht, er soll sich aufrichten, was ihm auch mit Hilfe kaum möglich ist. Wir soufflieren.
Dennoch ist der Informationsverlust offensichtlich erheblich. Zudem gibt es auch noch mehrmals übertragungsbedingte Aussetzer der Audiokommunikation.
Alles in allem lässt sich am lebenden Objekt durchgeführt konstatieren, dass die kürzlich medial lautstark geäußerte Euphorie der Landes-Gesundheitsministerin, die Telemedizin betreffend, den Alltagstest nicht standhält. Eine gescheite Diagnostik ist SO nicht möglich. Punkt. Wie traurig ist DAS. DAS soll der Fortschritt und die Lösung unserer Probleme sein ???
Die Situation des Schwiegervaters hat sich zwischenzeitlich etwas gebessert. Er kann jetzt leidlich den rechten Arm und das rechte Bein wieder bewegen, die Neurologin entscheidet daher, dass es sich nicht um einen Schlaganfall handelt, im CT sei nichts zu erkennen. Sie vermutet einen epileptischen Anfall, es sollen krampflösende Mittel gegeben werden. Weiterhin soll ein Ultraschall vom Hals und Kopf gemacht werden.
Ihre Annahme steht im Gegensatz zur Aussage des Radiologen, der, wie wir im Nachhinein erfahren, auch nicht vor Ort ist, sondern via Internet kontaktiert wird, unsere fachfremde Einschätzung teilt und ebenfalls für einen Schlaganfall plädiert. Das erfahren wir aber alles erst später, ebenso wie die Tatsache, dass die Ärztin aus Osteuropa erst 3 Monate im Haus ist.
Das Ultraschall-Gerät wird hereingerollt.
Ein guter alter Bekannter, das bewährte „Apollo 11“ – Gerät, mit dem schon meine Mutter vor 3 Jahren im gleichen Krankenhaus als Notfall untersucht wurde. Ich taufte es damals Apollo 11, weil es vermutlich schon als Erstausrüstung bei der ersten Mondlandung an Bord der Eagle-Mondfähre war, zumindest erinnert mich die Bildqualität an die Fernsehübertragung des Ereignisses, wie ich es als 6 Jähriger live erlebt hatte.
Kleines Detail am Rande. Das laminierte Schild auf der Rückseite der „Bildröhre“ weist darauf hin, daß der Monitor nur mit reinem Wasser abgerieben werden darf. Kontaminationsprophylaxe sieht IMHO anders aus. Auch die Reinigungsfähigkeit des Geräte- Interfaces mit seinen zahlreichen Knöpfen und Schaltern erscheint mir suboptimal, insbesondere im Hinblick auf den hektischen Alltag einer Notaufnahme. Dafür fällt mein Blick auf den MRSA -Prüfbogen, der offen herum liegt. Länger als 3 Tage Patient im Krankenhaus in den letzten 12 Monaten, ich hake im Stillen für den Schweigervater als gesetzt ab, dann sollte ein Screening, unter anderem mit rektaler Probeentnahme erfolgen. Sollte ich die Ärztin darauf hinweisen ? Ich schaue in das verängstigte Gesicht des Schwiegervaters und versuche, in mich zu gehen, ein besserer Mensch zu sein und kompetente Medizinprofis nicht darauf hinzuweisen, wie sie ihren Job zu machen haben. Ich schweige. Der Schwiegervater wird es mir danken, wenn ich ihm später zu der vorgesehenen Maßnahme befrage, da bin ich zuversichtlich.
Die Ärztin erscheint, ihre SEHR kindliche Erscheinung und die asiatische Klangfarbe ihrer Stimme bildet einen deutlichen Kontrapunkt zum Auftritt ihrer Vorgängerin. Ich fühle mich zu beidem gleichermassen wenig hingezogen, kann demnach ganz neutral urteilen und verbuche dementsprechend lediglich, das die Dame mit dem Ultraschall deutlich schlechter zu verstehen ist als die Anästhesistin. Nummer 1 die Audiokommunikation betreffend, ist immer noch der Weimarer Republik – Trichterhornlautsprecher. Sage noch mal einer etwas gegen die Telemedizin.
Im Rettungswagen wurde eine Infusion gelegt. Vergeblich.
Jetzt ein weiterer Versuch.
Für den Schwiegervater eine Qual. Ich bin froh, das es jetzt schnell und unkompliziert gelingt.
Plaster drauf zur Fixation der Kanüle, alles gut.
Merkwürdig, allerdings, die Infusion wird nicht laufen gelassen. Susanne und ich sind ratlos.
Sollte man nicht schnellstmöglich mit der Infusion starten, damit diese nicht wieder ein Weiteres mal zugeht?
Die fernöstliche Sonographistin betritt das Behandlungszimmer. Ich frage nach.
Sie schaut kurz.
„Die Infusion läuft nicht. Man müsse noch einmal legen. Später.“ Ein dritter Versuch also, eine Infusion zu legen. Der „Infusionszugangsleger“ hatte offensichtlich erkannt, dass es nicht möglich war, einen Zugang zu legen und daher die Infusion nicht laufen gelassen. Also mal so getan als ob. Buche ich nicht als vertrauensbildende Maßnahme, behalte meine Einschätzung aber für mich.
Jetzt wird geschallt.
Hals und Kopf sind unauffällig. Jetzt noch das Herz. Aber die Bildqualität des Gerätes ist in den letzten 3 Jahren nicht von Zauberhand besser geworden. Das Herz ist nur als schlagender Schatten zu erahnen. Eigentlich ist wirklich nichts zu erkennen. Absolut nichts. Dagegen war der lunare Fussabdruck von Neil Armstrong knackscharf. Oder die Vergrößerungen der Schwarz Weiss- Fotografien aus dem Film Klassiker Blow Up, die einen Mörder überführen sollen. Schaut den Film, dann wisst ihr, WIE SCHLECHT dieses Gerät hier ist.
Die Ärztin bricht die Untersuchung ab. Man müsse am Montag mit einem besseren Gerät das Ganze noch einmal versuchen. SO sieht Notaufnahme aus. Weiterhin wird beschlossen, auch das Infundieren zu verschieben, Frau geht hier vor Ort davon aus, das hier doch kein epileptischer Krampfanfall vorliegt.
Liegt also vielleicht doch ein Apoplex vor, der nach Ansicht der Tele-Neurologin nicht existiert ? Wir können sie nicht fragen, der Bildschirm ist längst wieder dunkel. Die Beschwerdeproblematik war zwischenzeitlich wieder schlechter geworden, Arm, Bein und Mundwinkel hängen wieder stärker. Irgendwie ist auffällig, dass der Befund immer dann stärker wird, wenn der Patient aufrecht ist, im Liegen scheint er sich etwas zu erholen. Ich frage, ob man nicht angesichts der Symptomatik vorsorglich eine Lyse durchführen solle. Dies wird verneint, solange kein Blut Clot nachgewiesen sei, würde man dies nicht tun.
Der Patient wird auf die Stroke Unit verlegt, zur BEOBACHTUNG.
Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass in der Tat (so wie man es von der Symptomatik her laienhaft hatte vermuten können) ein Schlaganfall vorliegt.
Eine Therapie wird eingeleitet.
Inwieweit die verstrichene Zeit sich als heilungshemmend erweisen wird, kann nur vermutet werden. Aber – Die in der eigenen Familie erfahrenen Leuchtturmprojekte der Medizin- Zukunft lassen mich Angst und bange werden.
Ich zitiere Heinrich Heine: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, werd ich um den Schlaf gebracht.“
Vor ein paar Wochen fand ich den nachfolgenden Artikel mit oben aufgeführter Schlagzeile.
Schöne begehrenswerte neue Welt, die zehntausenden Patienten jährlich helfen wird ?
Ich bin skeptisch, denn meine Erfahrungen, über die in in einem eigenen Betrag berichte, sind leider ganz andere.
Telemedizin: Video-Arzt kommt per Roboter ans Krankenbett
Intensivpatienten haben oft mit erheblichen Folgen der Behandlung zu kämpfen. Das gilt vor allem für jene, die künstlich beatmet werden. ERIC kann helfen. Zehntausenden Patienten könnte das Projekt Verbesserungen bringen.
ERIC, eigentlich „Enhanced Recovery after Intensive Care“, ist ein Innovationsfondsprojekt, das die Langzeitfolgen einer intensivmedizinischen Behandlung verringern soll. Im Mittelpunkt steht dabei eine E-Health-Plattform für tägliche Televisiten, über die Ärzte und Pflegekräfte standortunabhängig kommunizieren können.
25 Visitenroboter auf zwölf Intensivstationen im Einsatz
In einem Video auf der Charité-Webseite wird gezeigt, wie ERIC funktioniert. Über einen beweglichen Monitor auf einem fahrbaren Roboter kann sich der Spezialist aus der Projektzentrale in die Situation am Krankenbett einklinken. Er kann sowohl mit den Ärzten und Pflegern sprechen, als auch mit dem Patienten, sofern dieser ansprechbar ist. Per Video- und Zoomfunktion ist sogar der Blick auf die Pupillen des Erkrankten möglich. Eingeschätzt wird der Zustand des Kranken außerdem anhand von Indikatoren, entwickelt von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.
Angeschlossen an das Projekt sind zwölf Intensivstationen, 25 Visitenroboter sind im Einsatz. Die zentrale Plattform, die Tele-ICU, befindet sich in der Charité. Über sie finden tägliche Televisiten statt, Intensivkonferenzen sowie Abstimmungen zwischen ICU und Verbundkliniken. Thematisiert werden nicht nur akute Fragen, sondern auch, welche Rehamaßnahmen ggf. erforderlich werden. Rund um die Uhr gibt es eine Rufbereitschaft für kritische Fälle.
Wie Professor Dr. Claudia Spies, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin der Charité, berichtete, zeigen vier von zehn beatmeten Patienten drei Monate nach Entlassung kognitive Beeinträchtigungen, jeder dritte beschreibt Depressionen, 7 % leiden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, jeder vierte hat Probleme bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben.
Wichtig seien hier evidenzbasierte Versorgungsstrategien, so die Projektleiterin. Es seien auch „Katalysatoren für Wissen zu generieren“, damit neue Erkenntnisse für Kliniker außerhalb des universitären Betriebs schneller verfügbar werden. ERIC und die Telemedizin seien solche Wissenskatalysatoren.
In dem 2017 gestarteten und vom Innovationsfonds mit 6,8 Mio. Euro geförderten Projekt wurden bis März 1500 Patienten betreut. Beteiligt waren zwölf Intensivstationen in Berliner und Brandenburger Krankenhäusern. Eine Langzeituntersuchung mit 800 Patienten (siehe Kasten) soll Ende Oktober 2020 abgeschlossen sein. Die ERIC-Endergebnisse sind für Ende des Jahres angekündigt.
Hausärzte beobachten die Langzeitfolgen der Intensivbehandlung
An das im März beendete ERIC-Projekt schließt sich ein Langzeitbeobachtung von 800 Patienten an. Nachbehandelnde Hausärzte in Berlin und Brandenburg wurden eingeladen, sich daran zu beteiligen – Rücklaufquote: über 70 %.
Dr. Irmgard Landgraf, Hausärztin und Lehrärztin der Charité für das Fach Allgemeinmedizin, war bereits in die ERIC-Planungsgruppe einbezogen. Sie berichtet: Viele Patienten haben nach ihrer Rückkehr von der Intensivstation erhebliche gesundheitliche und psychische Einschränkungen und kommen im Alltag nicht mehr zurecht. Oft bleibe nur das Pflegeheim, verbunden mit persönlichen Dramen. Ziel von ERIC ist es, solche Langzeitfolgen zu verhindern. Hausärzte unterstützen dies, indem sie u.a. drei und sechs Monate nach der Entlassung die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Patienten mit Fragebogen und Tests wie dem „Timed Up and Go“ erfassen. Dr. Landgraf lobt die sektorenübergreifende Versorgung. Bei ERIC gehe es um Probleme, die Hausärzten auf den Nägeln brennen und die nicht nur Patienten von Intensivstationen wie Coronapatienten, sondern auch viele multimorbide und alte Patienten betreffen.
Lösung für Kliniken in abgelegenen Regionen
Neues Wissen zu COVID-19 sofort standortunabhängig verfügbar – „ohne ERIC und die Versorgungsoption wäre das nicht möglich gewesen“, so Prof. Spies. Der Vorteil des zentralen Hubs sei, dass man jederzeit einen Experten, der in der eigenen Einrichtung fehlt, z.B. ein Neurologe, hinzuholen könne. 30 bis 40 Visiten seien täglich pro Hub möglich, auch in der Nacht.
Bundesweit könnten große Kliniken einen Hub samt Roboter installieren und regionale Netzwerke errichten. Von Vorteil sei das vor allem für entlegene Gegenden mit kleineren Häusern. Die Charité habe die Technik nicht gekauft, sondern Lizenzen hierfür erworben.
„Bestätigen sich die Erfolg versprechenden Erkenntnisse, wünschen wir uns, dass das Projekt bald in die Regelversorgung kommt“, sagt Dr. Mani Rafii, Vorstandsmitglied der Barmer, die das Projekt als Konsortialpartner unterstützt. Kleinere Krankenhäuser könnten so die Expertise hochspezialisierter Zentren nutzen. Davon könnten jährlich Zehntausende Patienten profitieren, vor allem bei komplizierten Verläufen, etwa nach Herzinfarkten, Unfällen und Narkosen.
In jeder auf Endodontie spezialisierten Praxis gehört das Dentalmikroskop zu den wichtigsten und sicherlich auch unseren Arbeitsalltag am stärksten prägenden Geräten. Gegenüber den Anfängen vor mehr als 25 Jahren hat in den letzten Jahren die Zahl der Anbieter und Mikroskoptypen enorm zugenommen. So begrüßenswert diese Entwicklung ist, birgt sie auch gewisse Tücken. Die große Auswahl erschwert die Kaufentscheidung. Und nicht alles, was erwerbbar ist, erfüllt zum Schluss die in den Kauf gesetzten Erwartungen. Es kann also hilfreich sein, auf Erfahrungen anderer Kollegen zurückzugreifen
Das tat ich vor Jahren, als ich meine Zeiss Pico Dentalmirkoskope sukzessive gegen Mikroskope von Carsten Jung ( Flexion ) austauschte. Das zum selben Zeitpunkt auf den Markt gekommene Zeiss Extaro verschmähte ich und diverse Rückmeldungen persönlicher Art oder in Foren lässt mich meine Entscheidung nicht bereuen.
Nun steht der nächste Mikroskopkauf an und ich hatte die Möglichkeit, eine absolute Neuheit, das erste Flexion Twin Mikroskop von Carsten Jung einem Kurztest in unserer Praxis zu unterziehen.
Erster augenfälliger Unterschied. Am Flexion sind im Moment sechs Regler zu bedienen und das klappt problemlos. Am neuen Twin sind es, je nach Ausführung, bis zu acht Regler / Schalter oder Ringe. Aber kein Problem, da die Zuordnung logisch ist.
Ein Hauptschalter ist wie ein den Älteren unter uns vielleicht von den C64 oder Amiga Computer bekannten Joystick ausgelegt ( Bild 1 ) – mir deshalb auf Anhieb nicht unsympathisch. In wieweit dieses Bauteil dem Dauereinsatz standhält, wird sich zeigen, die Funktionalität ist auf jeden Fall gegeben.
Die Optik hat sich nicht verändert, an deren Qualität gab es zumindest bei unseren drei Flexions nichts auszusetzen.
Was also ist neu? Diverse Filter für verschiedene Arbeitsweisen und eine zweite Blaulicht LED für bessere Karieserkennung. Deshalb Twin. Und hier versteckt sich die vielleicht interessanteste Neuerung: Verzichtet man auf die Blaulicht-LED, kann an Stelle dieser eine zweite „Weißlicht“- LED eingebaut werden. So erreicht man eine Lichtausbeute von 200000 Lux. Klingt beindruckend und zum Vergleich: Eine neue Xenon im Pro Ergo schafft 160000 Lux. Sobald ich hier klinische Fotos habe, werde ich diese nachliefern. Zweiter Pluspunkt: Eine integrierte LED Anzeige ( Bild 2) die einen über den aktuell gewählten Filter informiert und gleichzeitig einen integrierten Sensor besitzt, mit dem die Kamera ausgelöst werden kann.
Soweit die ersten Eindrücke.
Mein Fazit? Sicher nicht billig, dafür komplett in Deutschland hergestellt, bietet das Flexion Twin alles, was ich mir von einem Dentalmikrokop wünsche. Wer also über eine Neuanschaffung oder einen Wechsel eines Dentalmikroskopes nachdenkt, dem sei ein Test des Flexion Twin in den eigenen„ vier Wänden“ ans Herz gelegt.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Zur Abrechnung kommen: Ä1, 03, vipr, Anästhesie, Rö2, BMF, Trep1
Keine 01. Obwohl jeweils aufwändige Untersuchungen notwendig waren, um die Schmerzursache herauszufinden.
Keine WK, obwohl durchgeführt, keine NITI- Instrumente, obwohl eingesetzt, keine Med, obwohl appliziert, keine Füllungen, obwohl damit die Kavitäten und Defekte nach Kariesexkavationen verschlossen wurden. Vom OP-Mikroskop und Apexlokator will ich gar nicht erst reden.
Kein Arztbrief, obwohl geschrieben, weil er nicht gleichzeitig mit einer Ä1 abgerechnet werden kann, die zur Abrechnung kommt, weil ich eine 01, obwohl durchgeführt, nicht abrechnen darf.
Dieses System ist krank. Pervertiert. Und kein Politiker denkt auch nur eine Sekunde daran, etwas zu ändern.
In München ist vor kurzem ein Kunde vor Gericht gescheitert. Es ging um 900 Euro Kosten für den Schlüsseldienst. Wenige Minuten Arbeit. Rechtskräftig, der Kunde hatte unterschrieben.
Ich kenne keinen Handwerker und schon recht nicht im Rahmen eines Notfalles, der nicht alles, was er an Leistung erbringt, nicht auch in Rechnung stellen darf.
Warum also werden Ärzte und Zahnärzte deutlich schlechter gestellt als Sanitärinstallateure ?
Wie also behandelt unsere Gesellschaft ihre Ärzte und was schliessen wir daraus in Schlussfolgerung ?
Am Ende des Notdienstsonntags, nach 7 (ohne Ausnahme schwierigen) Endos, einer Abzessinzision und ein noch 2 oder 3 kleineren Vorkommnissen stehen exakt 600,63 Euro in der Tagesstatistik. 6,5 Arbeitsstunden ohne Nachbereitung wie Dokumentation etc. , die kommt noch hinzu. Und keine Sekunde Pause zwischen den Behandlungen, Arbeiten NON STOP.
Und 80 Minuten Fahrzeit oben drauf.
Nachtrag 03.08.2020
Einer der Notdienst Endo – Patienten, der sehr ängstliche Patient mit der tiefen Aproximalkaries an Zahn 27, sein Kontrolltermin wäre heute 18 Uhr, steht kurz nach 10 Uhr unangemeldet in der Tür. Er bräuchte eine Krankmeldung. Was denn mit seinen Schmerzen sei ? Die seien Gott sei Dank weg, aber er habe heute abend Spätschicht und er fühle sich irgendwie schwach, er könne unmöglich arbeiten gehen. Als ich die AU verweigere, sinkt seine Laune schlagartig. Er fordert die Unterlagen für den Hauszahnarzt, möchte wissen ob er in den nächsten Tagen wieder Schmerzen bekommen könnte, was er tun solle im Falle eines Falles und vieles mehr. 20 Minuten dauert die Aktion, eine Ä1 steht am Ende auf dem virtuellen Krankenschein.