von Ronald Wecker
Vor einiger Zeit wurde an dieser Stelle eine Vorgehensweise zum Überwinden iatrogener Stufen vorgestellt. Dieser Stufenplan fand auch in vorliegendem Behandlungsfall Anwendung.
Erschwert wurde das Ganze durch die Tatsache, dass unmittelbar nach der Stufe eine s-förmige Krümmung zur Gegenseite erfolgte. Damit nicht genug gabelte sich MB und ML nach dem „S“ in zwei eigenständige Kanäle mit jeweils eigenem Foramen auf.
Aber der Reihe nach:
Zunächst wurde der koronale Zugang optimiert. Dann wie im Stufenplan beschrieben, bis o,5 mm vor die Stufe mit größeren Tapern erweitert. Sodann konnte eine ProFile 15/04 in der von Michael Arnold beschriebenen Weise pickend eingesetzt werden um den verblockten Originalkanal zu erschliessen.
Nun wurde ein Reamer ISO 008 so vorgebogen, dass er der ersten Krümmung entsprach und anschliessend bis kurz vor Beginn des „S“ vorgeschoben. Nun eine Drehung um 180 Grad ohne das Instrument nach apikal zu schieben. Nachfolgend gelang es, den Kanal apikal des „S“ zu instrumentieren. Wichtig ist ein häufiges Rekapitulieren um das „S“ zum Instrumentieren mit rotierenden Instrumenten vorzubereiten.
Der nächste Schritt ist die rotierende Aufbereitung. Eine ProFile 15/04 wird per Hand durch das „S“ bewegt. Die Arbeitslänge muss dabei nicht noch erreicht werden. Es muss nur das „S“ passiert werden. Dann kann das Instrument rotierend eingesetzt werden.
Der im Mikroskop zu beobachtende Austausch der Spülflüssigkeiten liess einen gemeinsamen Kanalverlauf vermuten, eine Annahme der der Behandler aufgrund der bereits aufgetretenen Schwierigkeiten gerne gefolgt wäre.
Das nach rotierender Aufbereitung des MB durchgeführte Austasten mit vorgebogenen Handinstrumenten liess jedoch keinen Zweifel aufkommen, dass ML separat verläuft.
Auch hier war geduldiges Handinstrumentieren das Mittel zum Erfolg. Abschliessend erfolgte die maschinelle Aufbereitung sowie die Obturation in Schilder-Technik.
