Wunsch und Wirklichkeit

von Ronald Wecker

Hier ein praktisches Beispiel für die Diskrepanz zwischen radiologischem Erscheinungsbild der WF und dem klinisch sichtbaren Kontaminationsgrad. Man beachte den Unterschied zu 25.

23d-001

 

Auftrag erfüllt …

von Ronald Wecker

… möchte man sagen, wenn man das präoperative Röntgenbild betrachtet:

Alle weisse Linien scheinen das Ende der radiologisch erkennbaren Wurzel zu erreichen. Dennoch ist deutlich zu erkennen, dass sich der biologische Erfolg nicht eingestellt hat.

Bereits kurz nach Anlegen der Zugangskavität zeigte sich innerhalb der Pulpakammer eine deutliche Kontamination der Wurzelfüllmaterialien bereits im koronalen Drittel. Die aus der bukkalen Wurzel entfernten Guttaperchareste waren farblich vollständig „durchwirkt“.

Während die palatinale Wurzel einen sehr geraden Verlauf aufwies, war die bukkale Wurzel nach mesial gekrümmt. Die erste Messaufnahme konnte den räumlichen Verlauf nicht präzise genug darstellen. Daher wurde eine exzentrischere Aufnahme angefertigt. Um das Erreichen der Arbeitslänge überlagerungsfrei darstellen zu können, wurde nur der bukkale Masterpoint einprobiert.

Sechs Monate postoperativ zeigt sich bereits eine deutliche Ausheilung des osteolytischen Areals.

Never trust the white lines

von Ronald Wecker

Die Betrachtung des Röntgenbildes von Zahn 12 lässt eine endodontische Revisions-behandlung vor der geplanten prothetischen Neuversorgung aufgrund der inhomogenen Obturation sicher notwendig erscheinen.

Bei Zahn 21 könnte man sich aufgrund der fehlenden Aufhellung für ein Belassen des Wurzelfüllmaterials entscheiden, obwohl die Wurzelfüllung zu kurz erscheinen mag.

Da bei der geplanten vollkeramischen Neuversorgung von der überweisenden Kollegin ein Glasfaserstift nebst adhäsivem Aufbau vorgesehen war, birgt das Vorbohren innerhalb einer vorhandenen Wurzelfüllung das Risiko, dass bei Vorliegen einer Kontamination Bakterien und deren Stoffwechselprodukte nach apikal verbracht oder gar extrudiert werden.

Dass das Vorliegen einer homogenen Wurzelfüllung selbst bei den im Allgemeinen als „einfach“ empfundenen endodontischen Behandlungen oberer Frontzähne nicht Garant für eine suffiziente Obturation sein muss, zeigt der Blick ins mittlere Wurzeldrittel.

Nach offensichtlich lateraler Kompaktion blieben große Anteile nicht gefüllten Kanalhohlraumes mit deutlich erkennbaren Kontaminationspuren zurück.

In 12 konnte das offensichtlich bei der Erstbehandlung extrudierte Obturationsmaterial aufgrund des deutlich lateral gelegenen Foramens nicht vollständig entfernt werden. Die Obturation erfolgte mittels MTA. 21 wurde nach chemomechanischer Aufbereitung in warmer vertikaler Kompaktionstechnik gefüllt.

Nach 18 Monaten zeigen sich unauffällige klinische und radiologische Verhältnisse.