SAF – reloaded

von Oscar von Stetten

Lang, lang ist es her, dass die SAF auf den Markt kam. 2011 offiziell, wenn ich mich richtig erinnere. Und 2016 verschwand sie dann wieder vom Markt.

Sie war weg. Und damit eines der IMHO geilsten Tools, die wir in den letzten 25 Jahren für die Endo hatten. 

Vorab: die SAF ist wieder da. 

 

Ja, als Benutzer der ersten Generation musste man schon ein wenig leidensfähig sein. Permanente Korrosion der Antriebsköpfe, der Pumpen, der Schläuche. NaOCl ist kein Honigtau, das ist Ogerblut. Der neue Trend zu stabilisierten NaOCl-Lösungen verstärkt die Korrosionsproblematik noch mehr. Und ja, das Marketing erlebte dann einen Realitätcheck mit der klinischen Wirklichkeit. Wie jedes System. 

Dennoch, wer sich das Dentin bei Revisionen einmal genauer angeschaut hat vor und nach der SAF konnte sehen, dass sich dort etwas getan hat (was bei Ultraschallaktivierung, Eddy, Laser oder wie sie immer alle heissen mögen, nicht immer der Fall ist). Es war wieder Dentin in der originalen Farbe zu erkennen, fast egal wie schwarz und verschmoddert es vorher ausgesehen haben mag.

Schade. Mal eine Innovation (völlig anders als das, was wir bisher kannten) und nicht wieder die 495939292 dröflste Arbeitspitze, die nur eine Modifikation der seit gefühlt 1000 Jahren benutzten Tools darstellt. Etwas, was aktiv die Wurzeloberfläche bearbeitet und nicht nur darauf aus ist, eine genügend hohe Strömungssgeschwindigkeit zu erreichen, um Biofilm von der Kanaloberfläche zu reissen. Theoretisch. Sehr gut untersucht. Und es funktioniert so auch praktisch. 

Die Idee ist eigentlich eine sehr, sehr gute. Analogie zur Milchflasche: wie bekommt man die sauber? Richtig, mit einer Flaschenbürste….. 

2020 bekam ich dann eine Email von Zeev Schreiber, dem CEO von Redent Nova. Ob ich Interesse an einem Treffen hätte, es gäbe da was zur SAF. Logisch, ich will mein Lieblingstool wieder zurück. 

Es waren erstmal nur Treffen und TelKos zur Ideensammlung, Fokussierung und Marktforschung, Entwicklung. Zwischendurch immer wieder Entwürfe zum Anfassen und kritisieren. Mitte 2023 kam dann einen Motorprototyp mit ein paar Feilen und ein paar Handstücken. Sehr spannend….

Aber, es war ein Prototyp. Es war zum Teil frustrierend, weil das Gerät leckte und muckte, zum Teil nicht mal mehr zum arbeiten zu bewegen war. Es schmotzte, oder auch nicht, dann verklumpte was, dann wieder nicht, mal musste der Druck angepasst werden, dann ging mal wieder ein Ventil flöten, mal schiesst eine neue Firmware das Gerät aus dem Leben, dann versagen die Batterien und so weiter und so fort. Das war der Tatsache geschuldet, dass es nur sehr, sehr, sehr wenige Prototypen gab und diese bereits m Labor gequält worden waren. Egal. Es folgte eine längere Pause, die die Ingenieure nutzten, um das Anwenderfeedback umzusetzen und Optimierungen zu implementieren. Die nächste Geräteiteration war dann auch schon viel besser ;-) und deutlich ausgereifter. 

Und im engen Austausch mit Redent, den Ingenieuren und viel Feedback hat das Gerät nun die Marktfreife erlangt. An den SAF selber hat sich nichts geändert, nur die Fertigungsmethode ist jetzt ausgereift und alle Modifikationen soweit abgeschlossen. Das bedeutet allerdings auch, dass die SAP nach wie vor gewissen Einschränkungen unterliegt. Bild 4,5

Was hat sich dann geändert? 

Die Pumpstation….. 

Nix mehr was korrodieren kann. Alles hochwertiger Kunststoff. „Kompakt“, soweit man das als kompakt bezeichnen kann. Und ein paar Gimmicks, die doch den feinen Unterschied ausmachen können. 

1.) integrierte Absaugung

Ist der Schaft im Hypo-See eingetaucht, kann man durch die Station das Hypo periodisch absaugen lassen. Kann bei Revisionen einen Vorteil bieten, denn dann werden die flotierenden GP-Reste und Partikel abgesaugt. Die Station hat dafür einen ausreichend grossen „Ab-NaOCl“-Tank. Ich mag die Absaugung trotz anfänglicher Gewöhnungsprobleme nicht mehr missen.

2.) integrierte Mischfunktion

Die Einheit kann mit einer HEDP/NAOCl-Kombination betrieben werden. Da diese Lösung sehr instabil ist, muss diese frisch angerührt werden. Kann man ausserhalb im Glas machen und dann nutzen oder man lässt die Station das erledigen. Es ist eine Mischfunktion enthalten, man kippt nur das NaOCl und das HEDP-Pulver in den Tank, die Einheit mischt das selbstständig und stellt es dann zur Verfügung. 

Am Anfang hatten wir Probleme mit Verklumpungen des HEDP, nach einer Modifikation des Anmischvorganges sind diese vollständig behoben. 

Was ist der Vorteil? Prof. Dr. Zehnder aus Zürich hat dazu wunderbare Vorträge und es gibt tatsächlich gute Lit dazu. Nutze ich es? Auf jeden Fall. Warum, würde einen neuen Artikel erfordern deswegen nur der Hinweis: man merkt es sehr deutlich bei der WF ;-). Und es reduziert die Logistik in der Vorbereitung mit verschiedenen Flüssigkeiten und Gedönse.

Nachteil: es muss IMMER frisch angerührt werden, da das HEDP das NaOCl deaktiviert. Bedeutet aber nur eine kleine Änderung in der Routine und es stört inzwischen nicht mehr wirklich. 

Grosses Display mit einem inzwischen schnellen Prozessor und sehr guter Responsivity. Einfach zu pflegen, einfach zu putzen. 

Bedienung? Intuitiv. Mehr oder weniger, aber um ehrlich zu sein, das einzig Wichtige zum Ändern ist die Anzahl der Kanäle und die Durchflussrate. Das kann man inzwischen sehr bequem ändern, wenn man es will. 

Was gibt es noch? 

Einweghandstücke. Richtige, vom Hersteller als Einmalprodukt gekennzeichnete Handstücke. Die halten ohne Probleme mehrere Kanalsysteme aus (die Handstücke, die Feilen nicht immer). Dazu gibt es noch einen kabellosen Motor und einen Adapter für die normalen ISO-Motoren der Einheit. Diese können via BT mit der Pumpe gekoppelt werden und damit automatisch die Pumpe aktivieren, wenn das Handstück läuft. Vereinfacht vieles. Bestellt man die Feilen, kommen automatisch die Handstücke dazu. 

Kann man die SAF ohne die Pumpe betrieben? Ja, logisch funktioniert das. Haben wir alle bei der V1 auch gemacht. Macht es Sinn? Eher nicht, die Spülflüssigkeit MUSS durch das Handstück geleitet werden, aus Gründen der Antriebsschmierung. Es gibt zwar einen anderen Workaround dafür, aber das sollte nicht der Standard werden. Letztendlich muss das jeder für sich selber entscheiden. Ich habe es ein paar mal machen müssen (mit den ersten Pumpen, als die mal nicht liefen) und habe ehrlich gesagt schon ein wenig den Luxus vermisst. Würde ich heute von abraten, nimm das Set und gut ist. Akkubetrieben, die Laufzeit ist völlig in Ordnung (ein Akku hält bei uns gute 8h durch). 

Stand heute: ich würde die SAF nicht ohne die Pumpe kaufen. Macht schon Sinn, vereinfacht den Einsatz und sorgt für wenig Disruption im Ablauf. Die Mischfähigkeit des HEDP ist für mich ein grosses Plus, denn es verhindert eine Sauerei beim Anmischen und dann dem Spritzen auffüllen. Eine Reinigungsfunktion ist jetzt auch integriert, einfach Wasser in den Haupttank, den Verbindungsschlauch an der Pumpeinheit einstecken, Knopf drücken und fertig. 

Insgesamt ist das System sehr ausgereift, Redent hat deutlich auf die Kritik und die Vorschläge der Nutzer der V1 gehört und sehr, sehr vieles umgesetzt. Die Station ist jetzt NaOCl- und DAU-sicher (ich weiss es, ich habe das System auf alle erdenklichen Weisen gequält und misshandelt), die Köpfe sind stabil und funktionieren nun hervorragend ohne Ausfälle. 

Der Workflow muss nur wenig angepasst werden und die grosse Menge der Literatur zu dem System ist immer noch gültig. 

Man bekommt für wenig Geld ein ausgereiftes, gut funktionierendes und in der Reinigung des Kanals sehr effizientes System ohne Folgekosten, Zertifizierungen oder ähnlichem Käse. Kein Dauerwartungsvertrag, ab und an sollte der Tank und der Medienschlauch gewechselt werden (bei überschaubaren Kosten). Keine monatlichen Abos für Softwareupdates oder irgendwas. Kein Raten der richtigen Parameter und ewiges Herumprobieren. 4ml/min/Kanal mit echten 5kHz Schwingung bei 0.5mm Amplitude, nix Vapor-Lock-Phänomen (ein weiteres Plus der eingebauten Absaugung). Keine kaputten Faserspitzen, keine Sicherheitsbeauftragten, keine Zertifizierungen. 

Nett und bewährt. 

Einfach arbeiten. Klar, ein wenig Eingewöhnungszeit braucht man schon um das Handling zu erlernen. Aber bei welchem System braucht man es nicht, das Feeling für das Instrument. Wer noch weitere information will, sollte auf die Website der Firma Redent gehen. Ansonsten muss man das Gerät mal erlebt haben. 

Ach ja, zum Schluss noch eines: ich habe mir eine 3.0mm SAF gewünscht. Wofür? Für jugendliche Frontzahntraumata. Jeder, der schon einmal einen 9-Jährigen mit neurotischem oberen Schneidezahn behandelt hat, weiss um die Problematik einer adäquaten Desinfektion. Das ist mit der 3.0mm jetzt echt sehr gut möglich. Ich habe schon einige Fälle mit diesem Monster gemacht und ich bin begeistert, dass die komplette Desinfektion und mechanische Bearbeitung nach ca 3 Minuten erledigt ist. Und das in einer Qualität, die bisher nur schwierig oder mit sehr viel Handarbeit möglich war.

Ich bin froh, dass die SAF wieder auf dem Markt ist. Wenn jetzt nur noch die Spülflüssigkeit kabellos übertragen werden könnte, wäre es perfekt. 

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Blogbeiträge geben immer die persönlichen individuellen Sichtweisen und Einschätzungen des jeweiligen Autors wieder.

Kein Kanal (III) – Frontzahn (II-UK Front) – Recall

Und schon wieder ist ein Jahr seit dem letzten Recall dieses Falles vergangen…

voila

Ein Glücksfall?

Hier hatten wir den Fall erstmals vorgestellt.

Mein geplantes Vorgehen war:
Retainer ab, Karies Ex, Präendodontischer Aufbau, Endo, apikaler Verschluß mit MTA.

In der ersten Behandlung waren 2 Dinge in mein Augenmerk gerichtet.
1. Das große intrakanaläre Lumen des Wurzelkanals bis apikal.
2. Die ungewöhnlich starke Blutung nach EDTA Spülung von apikal ohne über des Foramen gekommen zu sein.

Warum nicht ein ähnliches lichtes Vorgehen, wie bei einer RET (Reparation Endodontische Therapie). Fälle dazu hatte ich gesehen, aber bis dato wenig beachtet.
Die Planung wurde in Absprache und Zustimmung mit dem Patienten geändert:
1. Termin:
Karies ex (Wurde tlw. beim HZA bereits begonnen, da der Retainer entfernt wurde.) Desinfektion, CaOH in erster Therapiesitzung
2. Termin:
CaOH entfernen, EDTA Spülung, Blutung apikal initiieren, MTA Plug, adhäsive Füllung

Mit dem Patienten habe ich dieses Vorgehen abgesprochen. Durch diesen Therapieansatz vergibt man sich nichts und kann im Misserfolg die ursprünglich geplante Therapie durchführen.

Mein Ziel war, die durch Resorption und P. apicalis reduzierte Wurzelsubstanz zu stabilisieren.
Im Optimalfall die Bildung von wurzeldentinähnliche Substanz intrakanalär anzuregen.

Die Behandlung verlief, wie geplant, entsprechend dem Vorgehen RET.
Ersttermin:
– Desinfektion mit Natriumhypochlrit 3%
– keine apikale Instrumentation
– CaOh Einlage für ca. 14 Tage

Zweittermin:
– Anästhesie ohne Adrenalinzusatz
– EDTA Spülung 17%
– Initiieren einer apikalen Blutung
– Parasorbkegel und MTA Abdeckung

Wir haben den Zahn jetzt im Verlauf von 8 Jahren nachkontrolliert und es ist eine apikale Regeneration erfolgt. Diese erfolgte subjektiv gesehen langsamer als gewohnt.
Die apikalen Wurzelkanalstrukturen veränderten sich in der röntgenlogischen Kontrolle im Sinne einer Obliteration. Der Desmodontalspalt zeigt sich 8 Jahre post OP nicht verbreitert.

Dies ist ein Einzelfall und ist nicht als grundlegender Therapieansatz für ähnliche Fälle zu verstehen, da es keine valide mir bekannte Studienlage gibt. Ich habe sehr ähnliche Fälle, die positive Ergebnisse zeigten bei endodontisch tätigen Kollegen gesehen.


Wer sieht hier auch einen…

Liegestuhl ?

Oder nur ich?

Liegt es an den 29Grad draußen?

3. Frühjahrsakademie der ÖG Endo 13.-14.06.2025 in Wien – Ein Nachdenk- Tagungsbericht (I)

Über die Veranstaltung habe ich schon hier berichtet. Ihr so richtig gerecht wird die Zusammenstellung aber nicht. Weil das ich über das Wichtigste noch nicht geschrieben habe. Das ich von Wien SEHR positiv motiviert zurückgekommen bin.

Und das aus dreierlei Gründen.
Über den ersten möchte ich nachfolgend berichten. Der so beeindruckend war, dass ich es zu tieftst bedauert habe, das nicht mehr Teilnehmer (geschätzt 80 – 100 im Saal) die Gelegenheit wahrgenommen haben. Der Kongress hätte das 5 – 10 Fache an Teilnehmern verdient gehabt.

Warum ?
Ganz einfach – in der Zahnmedizin ist es ausgesprochen selten, dass tatsächlich grundlegend neue Verfahren oder Behandlungskonzepte entstehen, die das Fachgebiet nachhaltig voranbringen. Viele Entwicklungen der letzten Jahre waren inkrementelle Verbesserungen bestehender Techniken, Materialien oder digitaler Arbeitsabläufe – etwa verbesserte Wurzelkanalinstrumente, optimierte Füllungsmaterialien oder effizientere CAD/CAM-Prozesse. Diese Fortschritte haben ohne Frage ihren Wert, doch sie stellen heutzutage keinen echten Paradigmenwechsel dar. In der Endo ist es nun mehr 30 Jahre her, das die NiTi- Instrumente die Wurzelkanalbehandlung veränderten. Hoch auflösende DVT´s in praxisgerechten Formaten gibt es seit 2012, CAD CAM und intraorales Scannen begann mit CEREC 1987. So interessant es für den Einzelnen sein mag, in Wien etwas über neue NiTi- Instrumente oder neue Endo-Motoren zu erfahren, grundlegend Neues war das vor 3 Jahrzehnten. Heute ist es das nicht mehr.

Echte Innovationen, die das Potenzial haben, das therapeutische Spektrum der Zahnmedizin substanziell zu erweitern, begegnen uns nicht oft – der Vortrag des Rotterdam Transplantation Teams war jedoch genau ein solcher besonderer Moment.

Ich habe viel gesehen in meinen nun 35 Jahren als Zahnarzt, aber – und an dieser Aussage mag man das Aussergewöhnliche ermessen – das hier war eines der Höhepunkte.

Provakanter Einstieg, bei dem man sich aber schon unmittelbar danach fragt, warum das noch niemand so deutlich ausgesprochen hat: Bei Implantaten handelt es sich, entgegen landläufiger Meinung bei Patienten wie bei Zahnärzten, IMMER nur um temporäre Lösungen. Die im Laufe des Lebens, selbst wenn sie funktionabel bleiben, sich prinzipimmanent negativ entwickeln. Und man deshalb nach einer anderen, man verzeihe mir das heutzutage überstrapazierte Wort, nachhaltigen Lösungen gesucht habe. Es folgt das detailliert vorgestellte Konzept: Durch Trauma verloren gegangene oder bei Nichtanlagen fehlende Zähne durch körpereigene Zähne, meist Prämolaren zu ersetzen.

Die biologische Grundlage dieser Technik ist faszinierend: Der Zahn wird mitsamt des parodontalen Ligaments an die benötigte Stelle übertragen, wodurch sich der Zahn funktionell in das Empfängergebiet integrieren kann. Ohne Notwendigkeit eines explizit vorhandenen Knochenbettes wie für Implantate obligat. Im Gegensatz zu Implantaten bleibt auch dabei das parodontale Ligament erhalten, einschließlich der propriozeptiven Anbindung – ein erheblicher funktioneller und vor allem, das ist der Schlüssel zum Erfolg, knocheninduzierender Vorteil. Kann nicht funktionieren, schon gar nicht längerfristig und reproduzierbar? Was bewiesen werden konnte – mit mittlerweile mehreren tausenden (ich habe 5-6000 in Erinnerung) von erfolgreich transplantierten Zähnen

Besonders bemerkenswert macht diesen Ansatz nicht nur seine klinische Qualität, sondern auch die Tatsache, dass das Rotterdam Transplantation Team als private Einrichtung agiert. Anders als universitäre Forschungszentren, die häufig von staatlichen Fördermitteln profitieren und sich in relativ geschützten Rahmenbedingungen bewegen, muss sich das RTT in einem wettbewerbsorientierten, marktwirtschaftlichen Umfeld behaupten. Die Methoden, die dort entwickelt und angewendet werden, müssen sich unmittelbar im Praxisalltag bewähren – sowohl bei den Patienten als auch im Hinblick auf die Zufriedenheit und das Vertrauen der überweisenden Kolleginnen und Kollegen. Das Überleben und die Reputation einer solchen privaten Spezialklinik hängen direkt davon ab, dass die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Behandlungen in der täglichen Versorgung Bestand haben. Dieser Umstand verleiht den präsentierten Ergebnissen eine besondere Glaubwürdigkeit, da sie nicht im Elfenbeinturm universitärer Forschung entstehen, sondern aus einer gelebten und überprüfbaren klinischen Realität.

Ein wesentlicher Aspekt, den man bei der Beurteilung der vom Rotterdam Transplantation Team (RTT) vorgestellten Therapieform nicht übersehen darf, ist die Komplexität der Behandlung und die hohe Anforderung an die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Eine autotransplantative Zahnverpflanzung, wie sie das RTT praktiziert, kann niemals als Einzelleistung eines Zahnarztes betrachtet werden. Sie erfordert vielmehr die enge Verzahnung von mehreren hochqualifizierten Spezialisten: einem Oral- oder Kieferchirurgen für die schonende Entnahme und präzise Transplantation des Spenderzahns, einem Endodontologen für die optimale Wurzelkanalbehandlung und Nachsorge, einem Kieferorthopäden zur gegebenenfalls erforderlichen Einordnung des transplantierten Zahns in die Okklusion und Zahnreihe sowie einem restaurativ tätigen Zahnarzt für die ästhetische und funktionelle Integration des Zahns in das Gebiss.

In der zahnmedizinischen Realität ist es allerdings oft schwierig, ein solches Team in einer Praxis oder auch überregional zusammenzuführen. Die Spezialisierungen sind häufig in getrennten Praxen oder gar in unterschiedlichen Städten angesiedelt, was eine stringente und zeitnahe Abstimmung aller Behandlungsschritte erschwert. Hinzu kommt, dass die methodische und technische Abstimmung zwischen den einzelnen Disziplinen ein hohes Maß an Kommunikation, Vertrauen und Erfahrung voraussetzt. Ein solch eingespieltes Team ist keineswegs selbstverständlich – weder im niedergelassenen Bereich noch an universitären Einrichtungen. Ich gehe sogar soweit, zu sagen, es ist fast so selten zu finden wie ein Hauptgewinn im Lotto.

Was das Rotterdam Transplantation Team hier geschaffen hat, ist daher besonders bemerkenswert. Am RTT sind alle diese Disziplinen unter einem Dach vereint und arbeiten nach einem strukturierten, wissenschaftlich fundierten und in der Praxis bewährten Protokoll zusammen. Die Abläufe sind aufeinander abgestimmt, die beteiligten Behandler greifen reibungslos ineinander und es existiert ein durchgehendes Qualitätsmanagement. Grundvoraussetzung dafür, dass das RTT nicht nur theoretisch gut aufgestellt ist, sondern in der täglichen Praxis tatsächlich hervorragende Ergebnisse liefert. Genau das hat das Rotterdam Transplantation Team in beeindruckender Weise dann im zweiten Teil des Vortrages in Falldarstellungen demonstriert.

Die konsequente Teamarbeit, die fundierte wissenschaftliche Basis und der Erfolg in der praktischen Umsetzung machen das RTT zu einem wirklichen Leuchtturm-Projekt.. Es zeigt, dass medizinischer Fortschritt nicht allein von Innovationen im engeren technischen Sinne abhängt, sondern vor allem auch von funktionierenden, exzellent organisierten Teams, die sich auf Augenhöhe ergänzen und gemeinsam an einer bestmöglichen Patientenversorgung arbeiten. Und dann Dinge erreichen und vor allem routinemäßig reproduzieren können, die gemeinhin als undenkbar gelten.

Wäre ich ein junger Zahnarzt, ich würde alles dafür tun, in diesem Umfeld arbeiten zu dürfen. Und dass ist eines der schönsten Komplimente, die ich diesem Team machen kann.

Ein Glücksfall?

Diesen Fall habe ich bereits einigen Kollegen vor Jahren vorgestellt und kritische Meinungen zu meinem therapeutischen Vorgehen gehört.

Zum Fall:
Der junge Patient stellte sich 2017 auf Anraten seines HZA vor.
Eine ausgedehnte Sekundärkaries an dem palatinal befestigten Retainer war Ursache der P. apicalis. Im angefertigten Röntgenbild ist die große apikale und koronale Destruktion zu erkennen. Zudem sind apikale Resorptionen an den Frontzähnen zu erkennen. Anamnestisch war ein Fahrradunfall (Alter 6-7 Jahre) mit multiplen Kieferfrakturen zu eruieren. Genauere Angaben waren nicht zu erhalten. Später kam es zu einer längeren KFO Therapie
Der Zahn 21 zeigte Lockerungsrad 0, keine erhöhten Sondiesungstiefen und war symptomfrei.

Mein geplantes Vorgehen:
Retainer ab, Karies Ex, Präendodontischer Aufbau, Endo, apikaler Verschluß mit MTA.

Gegenstimmen?

3. Frühjahrsakademie der ÖG Endo – Ein Tagungsbericht

Die Frühjahrsakademie der Österreichischen Gesellschaft für Endodontologie, das 3rd Spring Symposium, fand am 13. und 14. Juni 2025 in Wien statt. Die Veranstaltung bot an zwei Tagen ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl praxisorientierte Workshops als auch fundierte wissenschaftliche Vorträge umfasste. Der erste Veranstaltungstag, Freitag, 13. Juni, stand ganz im Zeichen des praktischen Arbeiten. Am Samstag, dem 14. Juni, fanden in beeindruckender Kulisse des historischen Vortragssaals des Park Hyatt Hotels die wissenschaftlichen Vorträge statt.

Am Freitag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, aus mehreren Workshops zu wählen. Georg Benjamin aus Berlin leitete einen praxisnahen Kurs zu Kofferdam-Techniken. Nessrin Taha aus Jordanien bot einen umfassenden Workshop zur Vitalerhaltung von Pulpen an. Dabei wurden die unterschiedlichen Verfahren der indirekten und direkten Überkappung sowie der Pulpotomie behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entscheidungsfindung in der täglichen Praxis, auf den Erfolgsaussichten verschiedener Techniken und der kritischen Einschätzung aktueller Studienlage. Parallel dazu leitete Agnė Mališauskienė aus Litauen einen Workshop zu direkten Frontzahnrestaurationen. In diesem Kurs standen sowohl One-Step- als auch Two-Step-Techniken zur ästhetischen Versorgung von Klasse-IV-Defekten im Vordergrund.

Der zweite Veranstaltungstag widmete sich der Vertiefung wissenschaftlicher Aspekte der endodontischen Praxis. Es begann bereits um 8:30 Uhr früh mit Nessrin Taha und ihrem Spezialgebiet der invasiven und noninvasiven Pulpabehandlung. Matthias Zehnder aus Zürich führte den Reigen fort mit einer Präsentation zu chemischen Strategien in der Wurzelkanalbehandlung. Dabei beleuchtete er die Rolle verschiedener Spüllösungen und Kombinationen, die zur Optimierung der Desinfektion beitragen können. Im Anschluss referierte Hans-Willi Herrmann aus Bad Kreuznach zu maschinellen Nickel-Titan-Instrumenten. Er stellte praxisnahe Auswahlkriterien, Anwendungsprotokolle und vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Instrumentenfrakturen vor und gab laut Teilnehmerfeedback eindrucksvolle Einblicke in eine optimal praxisspezifisch zugeschnittene Ergonomie des endodontischen Workflows. Im weiteren Verlauf des Vormittags führte Agnė Mališauskienė die Teilnehmer durch die Möglichkeiten der ästhetischen Versorgung von Frontzahnfrakturen. Sie demonstrierte mit wunderbarem Bildmaterial dabei sowohl Notfallmaßnahmen als auch die ästhetisch und funktionell hochwertige Wiederherstellung durch Repositionierung und adhäsive Befestigung von Fragmenten. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der herausragenden Arbeiten des „Rotterdam-Transplantation Teams“ um Jacqueline Surtea, Dick. S. Barendregt, Edwin Eggink und Manfred Leunisse zur Autotransplantation von Zähnen. Dieser Beitrag beleuchtete die Indikationsstellung, die chirurgischen und endodontischen Techniken sowie die Bedeutung moderner 3D-Planung und war allein schon die Reise nach Wien wert. Die vorgestellten klinischen Langzeitergebnisse bestätigten nachdrücklich und in nicht von der Hand zu weisendem Imperativ die Autotransplantation als ernstzunehmende und vor allem bessere Alternative zum Implantat, insbesondere bei jugendlichen Patienten.

Kurz zusammengefasst: Die Frühjahrsakademie 2025 überzeugte durch die hervorragende Kombination aus praktischen Übungen und fundierter Wissenschaft. Die Teilnehmer profitierten von international renommierten Referenten, unmittelbarem kollegialen Austausch sowie einem klaren Fokus auf klinische Umsetzbarkeit. Die Themen Vitalerhaltung, moderne Instrumentierung, Konservierende Exzellenz und alternative Versorgungsoptionen wie die Autotransplantation lieferten praxisrelevante Impulse für den endodontischen Alltag. Die Veranstaltung war inhaltlich hochkarätig, praxisorientiert und bot reichlich Gelegenheit zur persönlichen Fortbildung und zum Networking.

3D – Drucker zur Praxisorganisation – Ein Erfahrungsbericht 6 Jahre später (I)

Schon für letzten Freitag angedacht, dann ist es aber doch wesentlich mehr geworden an Text, weshalb das Thema nun in 3 Teilen kurz aufeinanderfolgend abgehandelt wird. Hier der erste Teil:

Ich habe sicherheitshalber nachgeschaut.
Vor 5,5 Jahren, im November 2019 habe ich meinen ersten 3D-Druck produziert.

Nicht für irgendwelche zahnmedizinischen Belange, dafür gibt es in der Endo zu wenige Anwendungen überhaupt. Aber zur Praxisorganisation finden sich jede Menge Einsatzbereiche. Wobei – ich weiss noch genau, wie die ersten 3D Drucker vor 10 Jahren für den Heimgebrauch einem angediehen wurden und mir beim besten Willen kein Einsatzzweck einfallen wollte.

Lang lang ist´s her. Wie heisst es so schön, der Appetit kommt beim Essen oder man wächst an seinen Möglichkeiten. Heute vergeht (fast) kein Tag, an dem ich nicht irgendetwas zu Druck bringe und zeitweilig drucken mehrere Drucker gleichzeitig.

Alle meine Drucker sind Filamentdrucker.
Warum?
Einfaches Handling, keine stinkenden und potentiell gesundheitsschädlichen Chemikalien und ein vergleichsweises grosses Druckvolumen bei geringen Kosten, das sind die Gründe. Für die intraorale Zahnmedizin per se ist das nichts, aber für meine Einsatzzwecke ist es wunderbar.

Begonnen hat alles mit einem Anycubic Mega -Drucker.
Zur damaligen Zeit vor ca 6 Jahren ein Sonderangebot.

Professionelle Drucker lagen bei 3500 – 4000 Euro und selbst ein in der DIY-Community hoch angesehener, weil „erschwinglicher“ Prusa-Drucker kostete mit rund 900 Euro mehr als das Dreifache der 260 Euro, die ich für meinen ersten Anycubic bezahlte.

Bald kam ein zweiter hinzu.
Warum?
Ich sag mal so – zur damaligen Zeit waren die 3D-Drucker generell nicht die „zuverlässigsten“. Fehldrucke waren an der Tagesordnung.

Womit ich mich achselzuckend arrangierte, aber die Drucker gingen allzuoft auch ausser Funktion . Ausser Funktion? Ein Euphemismus für KAPUTT. Der zweite Drucker war demnach notwendig, um immer wenigstens einen Drucker zu haben, mit dem man drucken konnte, während der andere sich im nicht funktionsfähigen Reparaturzustand befand. Man merkt es. Ich war längst angefixt. Längere Standpausen waren längst inakzeptabel geworden und schadeten meiner Laune.

Es vergingen die Jahre.
Dem Anycubic Mega folgte der Mega S nach, das detailverbesserte Nachfolgemodell. Auch davon bald 2 Stück, so dass wir nun schon bei 4 Druckern im Fuhrpark angekommen waren.

Besonders im Bereich der Praxisorganisation erwies sich die Drucker als äußerst nützlich. Mit 3D-Druckern liessen sich individuelle Hilfsmittel, Aufbewahrungssysteme und Organisationshilfen herstellen, die ganz spezifisch auf unsere eigenen Praxisbedürfnisse zugeschnitten waren. Ich druckte Schubladeneinsätze, individuelle Röntgenhalter, Aufbewahrungsboxen für die Endo- Behandlung und vieles mehr. Alles Dinge, die in dieser Form nonexistent waren, nicht einmal andeutungsweise im Dentalhandel zu beziehen waren.

Zwischenzeitlich war eine neue Generation Anycubic Drucker im Markt erschienen.
Doppelt so teuer, wir lagen als nun investitionsmäßig bei 660 Euro.
Aber schneller, leiser und vom Druckbild deutlich besser.

Stimmte alles.
Allerdings war der Drucker extrem unzuverlässig. Im Gegensatz zum Vorgänger musste bei unserem Anycubic Vyper die Druckbettnivilvellierung nicht mehr von Hand durch Justage über Drehräder erfolgen, sondern fand automatisch statt. Mittels Laser. Eigentlich ein Quantensprung,. Aber mit schwerwiegenden Macken. Was nach ca 6 Monaten immer häufiger dazu führte, dass allzuoft der Druck mitten drin abgebrochen werden musste. Reparaturversuche, wie von Anycubic vorgeschlagen, waren, wenn überhaupt, nur von kurzer Erfolgsdauer. Kurz und knapp – eine totale Fehlinvestition, zumal der bis dato gute Anycubic After Sale Service keine Hilfestellung geben konnte und dann kurz und knapp darauf verwies, das es einen (natürlich besseren) Nachfolger des Druckers gäbe und unser Drucker daher nicht mehr unterstützt werden würde.

Ich schrieb den Drucker als Totalfehlinvestition ab.
Und kehrte zum Druck mittel Anycubic Mega S zurück.

Dann erschien Bambu Lab auf der Bildfläche und präsentierte seinen ersten Drucker.
Den Bambu Lab X 1 Carbon.
Angeblich von ehemaligen Entwicklern von Anycubic entwickelt und mit dem Ansatz, alles ganz anderes sprich deutlich besser zu machen.

Der X1 Carbon war bis vor kurzem das Flaggschiff unter den Bambu Lab Druckern.
Und wird seinem Ruf eines Premiumproduktes mehr als gerecht.

Er kommt im Gegensatz zu allen meinen Anycubic-Druckern mit einer Einhausung daher und ist damit in der Lage, auf höhertemperaturige Werkstoffe wie ABS zuverlässig und dimensionsstabil zu drucken. Die automatische Kalibrierung des Druckers, die durch Active Vibration Compensation und eine vollautomatische Druckbettvermessung unterstützt wird, funktioniert absolut zuverlässig. Dies reduziert den Aufwand für manuelle Einstellungen auf ein Minimum und sorgt dafür, dass ich den Drucker auch über Nacht einsetzen kann, ohne ständige Kontrolle ausüben zu müssen. Sofern ich mich während des Druckes über den aktuellen Status des Druckauftrages informieren möchte, greife ich via App über die eingebaute Kamera auf das Livebild des Bauraums zurück. Ein wunderbares, von mir hochgeschätztes Feature, musste ich nun nicht mehr in der Nacht ein Stockwerk tiefer laufen, ob mit dem Druck noch alles richtig ist oder der Druckauftrag beendet sei.

Die im Lieferumfang enthaltene Multi-Material-Station (AMS) ermöglicht es, bis zu vier verschiedene Filamente in einem Druck zu verwenden. Diese Funktion hat sich bei der Erstellung farbcodierter Organisationshilfen als äußerst praktisch erwiesen. Der X1 Carbon verfügt zudem über einen LiDAR-Sensor, der den ersten Layer präzise überprüft, gegebenenfalls Alarm schlägt, falls etwas ungewöhnlich läuft und die Druckqualität insgesamt verbessert.

Fassen wir kurz zusammen.

Die Drucker von Anycubic haben mir den Einstieg in die 3D-Druck-Welt ermöglicht. Ihre Druckgeschwindigkeit war jedoch verglichen mit dem X1 Carbon vergleichsweise niedrig, was insbesondere bei großflächigen Druckteilen zu erheblichen Wartezeiten führte und die Zuverlässigkeit war nicht immer gegeben.

Mit dem Umstieg auf Bambu Lab hat sich alles grundlegend zum Positiven hin verändert. Die Druckqualität ist phänomenal für einen Filamentdrucker und löst bei mit der Materie Vertrauten bei der ersten Betrachtung unglaubliches Staunen aus angesichts wunderbar glatter Oberflächen. Der Drucker ist rasend schnell, wodurch Druckaufträge gegenüber früher in der Hälfte oder sogar einem Drittel der Zeit abgeschlossen werden können und es so keinen Sinn mehr macht, die Anycubics überhaupt noch einzusetzen. Nicht einmal für irgendwelche Basisaufgaben, die keine hohe Präzision der Ausgestaltung benötigen.

Auch die Multi-Material-Funktion über das AMS hat sich als sehr praktisch erwiesen. In meiner Praxis nutze ich sie für farbcodierte Organisationselemente, die die Zuordnung von Instrumenten und Materialien erleichtern. Und die schon erwähnte Bauraumkamera mit Live View ist ein Feature, das ich auf gar keinen Fall mehr missen möchte, erlaubt sie doch sogar von unterwegs einen Zugriff auf das Druckgeschehen, ich sehe also tagsüber in der Praxis, was der Drucker zu Hause im Arbeitszimmer gerade anfertigt.

Nicht das ich das müsste.

Denn – und das ist noch einmal eine unglaublich gute Nachricht – in mehr als einem Jahr, in der ich den X1 Carbon schon habe, war er nicht einmal kaputt und Druckfehler (die er im Übrigen sofort bemerkt, das Druckgeschehen pausiert und eine Nachricht absetzt) kann ich an den Fingern einer Hand abzählen.

Sensationell.
Er druckt und druckt und druckt.
In bester Qualität. Dreimal musste ich ein gebrochenes Filament aus der Filamentzuführung entfernen. Kinderkram, jeweils eine Sache von 5 Minuten. Darüber hinaus ? Nichts. Kein Wechsel der Druckerdüsen, wie beim Anycubic alle paar Monate, erst recht keinen Wechsel eines Hotendes oder ein Wechsel der Druckplatten.

Wieviel Sterne kann man eigentlich vergeben ? Fünf?
Ich gebe dem Bambu Lab X1 Carbon 6 von 5 Sternen.

…wird fortgesetzt.

Implantat vs Revision (I) – was empfiehlt man diesem Patienten?

Der heute 40-jährige Patient hatte in seiner Kindheit multiple Zahn-Traumata in deren weiterer Folge u.a. Zahn 11 verloren ging. Die Implantation erfolgte im Alter von 19 Jahren.

Wann die endodontische Therapie an Zahn 21 durchgeführt wurde konnte der Patient nicht mehr angeben. Die spätere Resektion konnte er allerdings auf das Jahr 2019 terminieren.

Aktuell plagen ihn ein vestibulärer Druckschmerz Regio 21(die restlichen Befunde (wie Lockerung und TST etc) )sind ohne Besonderheiten)…

Was empfiehlt man diesem Patienten nun?

Recall – Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein?

Anbei die aktuellen Bilder des hier und hier vorgestellten Falles.

Inzwischen hat sich die apikale Situation fast vollständig normalisiert.

New Kid in Town – 3D Drucker Edition => Bambulab 2HD

Seit einigen Wochen weist unser 3D-Drucker-Fuhrpark eine neues Gefährt auf.

Es ist der Bambulab H2D.
Das neue Flagschiff der Bambulab 3D-Drucker-Familie.
Der grösste und teuerste Drucker im Bambulab Portfolio.

Ich besitze damit nun 7 3D – Drucker.
Von denen ich allerdings im Moment nur 2 nutze. Die jedoch täglich.

Warum das so ist und welche 3D-Drucker von mir eine dicke Kaufempfehlung bekommen, darüber werde ich am Freitag bei Patreon ausführlich berichten.

BGW statt BGN – CAVE!

Wie auch andere haben wir gestern nachfolgende Mail erhalten.

wie ich von einem sehr geschätzten Kollegen lernen durfte ist natürlich die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Hamburg) unsere Berufsgenossenschaft und nicht die BGU.

CAVE!

Perforierende Resorption Zahn 22 (I)

Hallo aus München.

Heute würde ich Euch um Therapievorschläge für den nachfolgenden Fall bitten.

Bei dem 54-jährigen ist durch eine Fistelbildung Regio 22 aufgefallen, dass „etwas nicht stimmt“

Das Einzelbild und insbesondere das DVT zeigen das komplette Ausmass der perforierenden internen Resorption.

Mein Problem… die Perforationsstelle ist nicht einsehbar…

wie würdet ihr vorgehen?

Das wichtigste Organ in der endodontischen Tätigkeit

sind unsere Augen.
Deshalb sollten die Augen und der Augenhintergund regelmäßig kontrolliert werden.
Wie komme ich gerade darauf?
Phosphene – Lichtblitze

Ein Kollege berichtete letztes Jahr, daß er Blitz im Rand des Sehfeldes sah. Aufgefallen ist es, als er im Dunkeln losfuhr. Er nahm es nicht so ernst und hatte mehr durch Zufall nach einem Gespräch mit einem Hausarzt die sofortige Handlungsanweisung bekommen: Lass das sofort von einem Augenarzt abklären. Nicht in 2 Wochen, sondern sofort aus der Sprechstunde heraus.
Als Diagnose wurde ein Netzhautablösung erkannt und sofort eine Therapie begonnen.
Es ging alles gut.

Gestern Abend habe ich am Rand des Sehfeldes des rechten Auges Lichtblitze wahrgenommen. Durch die obige Geschichte war ich geprägt und habe mich sofort zum Augenarzt begeben.

Als Erklärung für die Blitze gilt im zunehmenden Alter die Ablösung des Glaskörpers von der Netzhaut. Durch den Zug werden die Nervenzellen gereizt und es entstehen diese Lichtphänomene. Es kann dabei aber auch zu Rissen in der Netzhaut oder Ablösungen der Netzhaut kommen.

Häufigster Grund für Lichtblitze ist ein Zug des Glaskörpers an Ihrer Netzhaut. Die mechanische Belastung stimuliert die Nervenzellen Ihrer Netzhaut und erzeugt die Illusion von Licht, das Sie als Blitze wahrnehmen. Im Laufe der Zeit löst sich der Glaskörper von der Netzhaut ab und die Lichtphänomen verschwinden. Um auszuschliessen, dass der Zug, der auf Ihre Netzhaut ausgeübt wird, Risse in der Netzhaut verursacht hat, sollten Sie sich beim Auftreten dieser Lichtblitze von Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt untersuchen lassen.

Wenn die Lichtblitze oder Mouches volantes (fliegende Mücken“-Flecken im Glaskörper) plötzlich in dichten Schwärmen auftreten sollten, kann dies das Symptom einer Netzhautablösung sein. Unbedingt abklären lassen.

Mein Auge war unauffällig und es konnte keine Netzhautproblematik erkannt werden.



Bild des Tages 20250515 (IV) – Der weisse Punkt – Die Auflösung…

Was es nun mir dem „weissen“ Punkt im Wurzelkanal von Zahn 11 auf sich hat?

Cavit?
Calciumhydroxid?
Watte?
Teflon?`
MTA oder ähnliches?

Nekrotisches Knochengewebe?

Alles nicht richtig.
Wobei Letzteres der Sache am nächsten kommt.

Es ist nämlich kein nekrotisches Knochengewebe, sondern vitales Knochengewebe.
Das sich periapikal und intrakanalär gebildet hat.

Dank unserer wunderbaren Calciumhydroxid-Einlage.
16 Wochen Liegedauer.
ZACK, ist der Knochen da.

Und wir haben im Laufe der Jahre (wir arbeiten seit ca. 2010 mit dem von uns präferierten Material – mit also nun 15 Jahre Erfahrung) schon so viele dieser raschen Knocheneubildungen gesehen, dass es für uns zu einer vorhersagbaren Therapieform geworden ist. Kein Bedarf also mehr für Kollagen als apikales Widerlager vor MTA-Applikation bei weit offenen Apici, das Material fristet in unseren Schubladen ein stiefmütterliches Dasein.

Was ich persönlich nicht bedauere. Denn auch wenn wir – genau wie beim MTA selbst – welches wir seit dem Jahr 2000 einsetzen, das Handling dieser nicht unkomplizierten Stoffe gut implementiert haben, so ist es doch nun eine ganz andere, einfachere Hausnummer.

Weil man das MTA gegen die geschaffene Knochenbarriere wunderbar kompaktieren kann.
So einen dichten und apikal exakt abschliessenden Verschluss erzielen kann, ohne bedneken haben zu müssen, dass man das MTA nach periapikal transportiert dabei.

Hier die abschliessenden Röntgenbilder (Vor der Behandlung/MTA Plug/WF).

Insbesondere beim Zahn 11 (das ist der mit dem fotografierten weissen Fleck) sieht man, das sich der apikalste Teil des Wurzelkanals mit Knochen gefüllt hat, es also gar nicht mehr möglich ist, das MTA überhaupt über das Foramen apicale hinaus nach periapikal zu bringen. Eine sehr angenehme Entwicklung, sowohl für Patient wie für den Behandler gleichermaßen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Neuer Artikel – Endodontische Behandlung von Prämolaren mit komplexer Wurzelkanalanatomie (I)

Hans-Willi Herrmann
Endodontische Behandlung von Prämolaren mit
komplexer Wurzelkanalanatomie (I)
Tiefe apikale Teilung des Wurzelkanals

Früher.

Gab es Belegexemplare, die man an Interressierte verteilen konnte.

Heute ?

50 mal darf man eine PDF des Artikels weitergeben, unter Berücksichtigung nachfolgender Vorgaben des Verlages.


„In der Anlage übersenden wir Ihnen heute das PDF-Dokument Ihres Beitrags. Sie dürfen dieses Dokument gerne an Freunde und Interessierte weiterleiten, allerdings nur im Rahmen des Üblichen, d. h. an maximal 50 individuelle Adressaten. Sie dürfen Ihren Beitrag auch an einer Stelle im Internet einstellen, also auf Ihrer persönlichen Website oder der Ihrer Praxis bzw. Universität (nicht Social Media!). Auf Ihren Social Media Kanälen können sie den Beitrag gerne ankündigen, indem Sie das Abstract und max. 1 Bild posten, keinesfalls den gesamten Beitrag. Jegliche kommerzielle Nutzung des Dokuments ist in keinem Fall gestattet. Bitte beachten Sie, dass das Dokument einen Copyright-Vermerk enthält.“

Der Artikel erscheint demnächst in der Zeitschrift Endodontie des Quintessenz-Verlages. Wer ihn vorher lesen möchte oder die Zeitschrift nicht bekommt, schicke mir eine Mail mit dem Betreff “ Bitte PDF Artikel Endo Prämolaren mit komplexer Wurzelkanalanatomie“