Ein Tipp von Jaqueline Franzke in der Zahnmed- Liste von Michael Logies.
Zum Wochenende der richtige Einstieg, zumindest für alle vor 1970 Geborenen.
Ein Tipp von Jaqueline Franzke in der Zahnmed- Liste von Michael Logies.
Zum Wochenende der richtige Einstieg, zumindest für alle vor 1970 Geborenen.
Von Bonald Decker
Hier ein weiteres (fotografisches) Update dieses Trauma-Falles und den aktuellen Stand der kieferorthopädischen Behandlung.

Demnächst ist die ästhetische „Korrektur“ der Zähne mittels Komposit vorgesehen…
von Ronald Wecker
Auf der ESE-Tagung in Brüssel habe ich mit hellen Ohren die Äusserung von Shannon Patel wahrgenommen, dass er in seiner Praxis alle mehrwurzeligen Zähne vor einer endodontischen Behandlung in einem kleinvolumigen DVT darstellt.
Zwar hat die Zahl der monatlich in unserer Praxis seit der Installation des Gerätes im März 2011 angefertigten Aufnahmen zugenommen, von einem Scannen jeder mehrwurzeligen Anatomie sind wir jedoch noch weit entfernt.
In vorliegendem Fall frage ich mich im Nachhinein, ob ein präoperatives DVT meinen Horizont hätte erhellen können, oder ob es mir, angesichts der sehr deutlichen apikalen Krümmungen meine Lockerheit genommen hätte.
Nach präendodontischem Aufbau (hier habe ich das im Kofferdam-Kurs von Stephane Browet Erlernte sehr gut nutzen können) erfolgte in einer ersten Behandlungssitzung die initiale Aufbereitung aller 5 Kanalsysteme (initial ProFile, im weiteren Verlauf Hyflex CM) und eine medikamentöse Einlage mit CaOH2.
Nach Abklingen der deutlichen Perkussionsempfindlichkeit erfolgte heute die Obturation in warmer vertikaler Kompaktion. Die in MB1 vorhandene iatrogene Stufe konnte zwar überwunden werden, allerdings nur auf Kosten einer Coca-Cola-Flaschen-Form des mittleren Kanaldrittels. DB1 und DB2 konfluierten im mittleren Wurzeldrittel.
Der einzige Hinweis auf die sehr deutlichen apikalen Krümmungen bestand in einem federnden „Nachgeben“ der zur Verifizierung der Arbeitslänge unter endometrischer Kontrolle manuell eingebrachten NiTi-Feilen.
Ich muss zugeben, dass ich nach Betrachtung der Masterpoint-Aufnahmen innerlich noch einmal tief durchgeatmet habe, da alle meine Instrumente die Kanäle in voller Länge verlassen hatten.
von Ronald Wecker
Dass es nicht einfach werden würde, zeigte der erste Blick auf das Einzelbild.
„Wirr“. Dieser Begriff fiel mir beim Betrachten ein.
Dass es mehr als ein Kanal sein würde, war auch klar. Was war im DVT zu erkennen?
Im axialen Schnitt erschien der 44 geradezu c-förmig. Nicht gerade ein Vergnügen, betrachtet man den zur Verfügung stehenden Hartsubstanzquerschnitt.
Nach einigem „Durchfahren“ der verschiedenen Schichten konnten die Rätsel gelöst werden.
Koronal war der erste von zwei aufeinander folgenden Hohlräumen recht weit. Was jedoch folgte war ein vollständig obliterierter Abschitt ohne erkennbaren Hohlraum. Erst nach Bearbeitung mit einem Munce-Bur 1/4 zeigte sich eine typische helle Dentinspaneinpressung. Ebenfalls ein kleines C. Es folgte ein enger runder Kanalabschnitt, bevor sich der Kanal weiter apikal erneut aufweitete.
Erst hier erfolgte die Abzweigung des initial sehr engen lingualen Kanalsystems. Im OpMi erschien der bukkale Kanalanteil ebenfalls als schwaches „C“. Aus diesem zweigte dann weiter apikal ein MB und ein DB ab, wie im DVT sehr gut zu sehen war.
Klinisch konnte ich den MB zwar ertasten, jedoch nicht visualisieren, sodass ich mich bei der Obturation hier völlig auf die hydraulischen Kräfte der Warmfülltechnik verlassen habe.
Zugegeben: Ein wenig Glück war dabei.
Nun muss es nur noch ausheilen!
von Ronald Wecker
Wie die Reise in einer Zeitmaschine kam es mir vor, als ich den klinischen und radiologischen Befund dieses Oberkieferfrontzahns vor mir sah.
Hatte ich doch vor nicht allzu langer Zeit hier einen ähnlich gelagerten Behandlungsfall 6 Jahre nach Abschluss der endodontischen Behandlung vorgestellt. Zwar war die Ausgangssituation eine andere – der bereits vorgestellte Fall war das Ergebnis eines anamnestisch eindeutig zuzuordnenden Unfalls – aber ansonsten war die Lage und Ausdehnung des Hartsubstanzdefektes ähnlich.
In dem jetzt vorgestellten Fall konnte sich der junge Patient an kein zurückliegendes Trauma erinnern. Grund für die Vorstellung in unserer Praxis war eine vom Patienten bemerkte gaumenseitige Zahnfleischschwellung die mit einer deutlichen Kaltmissempfindung an Zahn 21 einherging.
Nach klinischer Inspektion – der einzig auffällige Befund neben der hyperplastischen palatianlen Gngiva und dem „pink spot“ – war eine deutlich positive Reaktion auf den Kältereiz – wurde zur Darstellung der Ausdehnung des Substanzdefektes ein kleinvolumiges DVT angefertigt. Nach Auswertung des DVT und Vorstellung der Behandlungsalternative (Zahnentfernung) wurde dem Patienten die chirurgische Freilegung des Hartsubstanzdefektes, die Präparation der Resorptionslakune mit anschließender adhäsiver Restauration des Hartsubstanzdefektes empfohlen. Sollte die Pulpa eröffnet sein, so würde je nach klinischer Situation (vitales Gewebe oder Pulpanekrose) eine Pulpotomie oder eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden.
Nach Infiltrationsanästhesie erfolgte unter dem Dentalmikroskop die chirurgische Darstellung der Resorptionslakune. Das hyperplastische Gewebe wurde exzidiert und die jeweils benachbarten Interdentalpapillen abgelöst. Die Papilla inzisiva wurde nur im unmittelbar an den Zahn angrenzenden Bereich mobilisiert. Nach der Entfernung der das Resorptionsgewebe bedeckenden hauchdünnen Schmelzschicht konnte die Resorptionslakune dargestellt und das Weichgewebe mit einer Kürette und einem scharfen Exkavator entfernt werden.
Eine ausreichende Hämostase wurde durch das Platzieren von je einem kurzen Retraktionsfaden mesial und distal des Zahnes und je einem kleinem Racellet erzielt.
Nach Entfernung der von Resorptionslakunen durchsetzten Hartsubstanz stellte sich die Pulpa als großflächig eröffnet dar. Nach Abdeckung des Pulpastumpfes mit CaOH2 und Abdeckung mit Cavit wurde der Defekt mit einem hochviskösen Flow-Komposit (Estelite Low-Flow, Tokuyama) Schicht für Schicht restauriert. Der Nahtverschluss schloss die Behandlung ab. Rückblickend hätte die Exzision im distalen Bereich der hyperplastischen Gingiva ca. 1mm kleiner gestaltet werden sollen, um eine primäre Abdeckung der exponierten Hartsubstanz
In einer zweiten Sitzung in 4-6 Wochen wird unter absoluter Trockenlegung die Versorgung der Pulpawunde durchgeführt werden.
Bleibt zu hoffen, dass sich der Zahn in 6 Jahren genauso funktionstüchtig erweist, wie es der ähnlich beschädigte Zahn im ersten „Zeitmaschinefall“ getan hat.
von Hans – Willi Herrmann
Einwandfrei.
Am Montag morgen dann leuchtete beim Einlesen der ersten WF- Kontroll- Röntgenfolie eine rote LED am Gerät auf, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Gefolgt von zwei Fehlermeldungen, die nichts Gutes verhiessen. Fehler E 1170. Interner Fehler. Keine weiteren Textinformationen. Und kurz danach E1020: INTERN. Die Operation kann in diesem Zusammenhang nicht ausgeführt werden.
Und dann dieses Geräusch.
Ein Rattern, wie ich es zuletzt in ähnlicher Dramatik unverhofft erlebt hatte, als der Motor unseres VW Buses im dafür berühmt-berüchtigten 3. Zylinder einen „Defekt“ hatte. Man weiss sofort – das bedeutet nichts Gutes.
Der am frühen Nachmittag eingetroffene Techniker des Dentaldepots hätte es nicht besonders erwähnen müssen – der Scanner müsse eingeschickt werden, Dürr würde einen Ersatzscanner schicken. Wenn wir Glück hätten, könnten wir in 2 Tagen mit dem Austausch rechnen. Ich erwähnte, die Hoffnung stirbt zuletzt, das wir als Endo-Praxis ständig auf Röntgenbilder angewiesen seien. Und bat meine Mitarbeiter, unsere Röntgenpatienten des heutigen und morgigen Tages anzurufen und die Termine umzulegen.
Erfreulicherweise – und entgegen den allgegenwärtigen Erfahrungen der Jetztzeit, in der vollmundige Werbe-Versprechungen der Hersteller – man denke an die Diesel-Affäre – sich als inhaltsleere Worthülsen erweisen – stand schon gegen 12 Uhr am nächsten Tag das Austauschgerät in der Praxis. Per Expresslieferung unmittelbar nach Eintreffen des Reparaturauftrages verschickt. 300 Euro kostet der Service und zieht man die Schwierigkeiten in Betracht, die sich aus der Nichtnutzung der Röntgenentwicklungseinheit ergeben, dann ist diese Summe definitiv sinnvoll investiert.
Ein Dank an Dürr für diesen vorbildlichen Service.
Schon wenn ich diesen Satz schreibe, höre ich die kritischen Stimmen. „Ein so teures Gerät sollte länger als die sprichwörtlichen 7 Jahre halten“. Richtig. „Es sei die Frage erlaubt, warum ein Gerät, dass einmal aufgebaut und nie wieder bewegt, demnach keinerlei Belastung von aussen ausgesetzt ist, solche offensichtlichen mechanischen Schäden aufweise.“ Richtig.
Aber dabei wird geflissentlich übersehen, dass auch die analoge Röntgentechnik ihre Macken und Tücken aufwies. Der Dürr- Röntgenentwickler, wie hiess das Gerät noch, irgendwas mit XR 24, das Premiumprodukt seinerzeit, auch der lief im Vergleich zu den Mitbewerberprodukten unproblematisch und war daher das Gerät der Wahl, dieser musste regelmäßig gewartet werden, das Rollenpaket wurde immer mal wieder getauscht, man erinnere sich bitte an den monatlich oder sogar noch öfters durchzuführenden Wechsel des Entwicklers/Fixierers.
Alles in allem um ein Vielfaches mehr Aufwand als beim Vistascan Mini.
Würde man den XR 24 und den Vistascan MIni grafisch gegenüberstellen, dann wäre der XR 24 eine mehr oder weniger wellige Linie mit teilweise starken Zacken. Der Vistascan Mini ist ein wie mit dem Lineal gezogener gerader Strich, der nun, nach 7 Jahren, abrupt abgerissen ist.
Der Vergleich demnach, der im Raum steht, ist also nicht der Vergleich Analog – Digital, sondern vielmehr, wie auch schon bei der Kaufentscheidung für den Vistascan, die Wahl zwischen Speicherfolie und digitalem Sensor.
Allerdings haben sich die Rahmenbedingungen geändert.
Damals war der Sensor reparaturanfällig und von der Bildqualität nicht überlegen, heute sieht das anders aus – Die Sensoren liefern schneller teilweise der Folie überlegene Bildqualitäten, sind viel standfester und im Schadensfalle wesentlich preisgünstiger zu reparieren oder zu tauschen als früher. Die Speicherfolien wiederum zeigen im Alltagsbetrieb Verschleisserscheinungen, die einen Austausch weit vor den vom Hersteller angepriesenen 1000 Aufnahmen notwendig machen, ein Verbrauchsartikel sind, wie es vorher der analoge Film war. Auch diese Kosten sind demnach auf der Sollseite des Vistascan einzurechnen.
Es wird also maßgeblich davon abhängen, was die Reparatur an Kosten generiert, wenn es darum geht, zu eruieren, ob der Kauf des Vistascan Mini betriebswirtschaftlich Top oder Flop war.
Ich werde berichten.
Von Bonald Decker
Eventuell erinnern Sie sich noch an diesen Beitrag des letzten Jahres.
Heute war Adi wieder einmal zur Kontrolle seines ehemals avulisierten Zahnes 21 bei uns.
Insgesamt stellt sich die Situation klinisch und radiologisch erfreulich dar.
Kälte-Sensibilität, Zahnbeweglichkeit und Klopfschall sind ohne Besonderheiten.
Die radiologische Untersuchung gibt ebenfalls Anlass zur Hoffnung, da das Wurzelwachstum seit dem Unfall stetig weitergeht.
Es scheint als hätte die „suboptimale Schienung“ keinen negativen Einfluss auf den Heilungsverlauf nach nahezu optimaler Erstversorgung gehabt…
Falls Sie sich als Leser unseres Blogs WURZELSPITZE gefragt haben, was es mit dem von mir gewählten Pseudonym „Donald Becker“ auf sich hat -hier -aus gegebenem traurigen Anlass die Auflösung…
Ich war 16,17 Jahre alt und meine Freistunden in der Oberstufe des Gymnasiums, sowohl die echten, als auch die selbstgewählten, verbrachte ich oft in der von einem Hippie-Pärchen geführten ortsansässigen Teestube. Nicht so sehr des Tee wegen und schon gar nicht wegen irgendwelcher anderer Sachen, ich rauchte nicht und trank keinen Alkohol, sondern, weil es dort Schallplatten zu kaufen gab.
Ich hörte zu dieser Zeit schon vorrangig Jazz, wenn auch mehr das leichte Zeug. Dave Grusin, Stanley Clark, George Benson, Billy Cobham und vor allem Chuck Mangione waren meine Helden, meine Pink-Floyd-Phase hatte ich zu diesem Zeitpunkt, genauer gesagt seit dem unsäglichen Album „Animals“ komplett hinter mir gelassen.
Ich weiss noch genau, als Evelyn, die Chefin des Ladens, auf mich zukam, mit dieser Schallplatte in der Hand und sagte: Die hier ist auch ganz gut, die hör´ ich im Moment gerne.
Die LP, grünblaues Cover, naive Malerei, eher hässlich, hiess „Gaucho“.
Es wurde die erste Steely Dan-LP, die ich mir kaufte. Natürlich besitze ich sie heute noch, in mehr als 10 facher Ausführung, denn eine Steely Dan – LP lässt man nicht auf einem Flohmarkt liegen, egal wie oft man sie schon im Regal stehen hat.
Walter Becker, die eine Hälfte des kongenialen Duos „Steely Dan“, ist gestern im Alter von 67 Jahren gestorben. Auch wenn Becker immer im Schatten seines musikalisch übermächtigen Partners Donald Fagen stand, so war das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit doch über Jahrzehnte hinweg so grandios aus dem mediokren Grundrauschen des E-Musik-Mainstreams herausragend, dass sein Tod als ein großer Verlust für die Rockmusik gelten muss.
Der Begriff „Rockmusik“ ist natürlich insofern suboptimal gewählt, als das die Musik Steely Dan´s schon von Beginn an – man denke nur an ihre erste Single vom 72er Debütalbum „Can´t buy a thrill“, das durch Eumir Deodato kurze Zeit später verjazzte und damit auch formell geadelte „Do it again“ – sich allen Versuchen, ihr eine Schablone oder auch nur einen passenden Namen aufsetzen zu wollen, von vorneherein entzogen hat.
Mit sprichwörtlichem Wiener Schmäh gesprochen könnte man sagen, die Musik von Steely Dan war eine Melange aus Jazz, Pop und Rock, aber in Wirklichkeit war es viel mehr als das. Es war die musikalische Inkarnation des idealen „californian way of life“, nicht im zuckerbäckerhaften Truman-Show Heile Welt-Szenarios der „Beach Boys“ oder den hippiesken Traumphantasien der „The Mamas and the Papas“, sondern in einer intellektuellen, das Hipstertum des Postmilleniums viele Jahrzehnte vorwegnehmenden Coolness, die in ihrer brillanten Perfektion von Komposition, Arrangement und Ausführung, welche nur wahre Meisterschaft im fernöstlichen Sinne eines Vollkommen in sich Ruhen und über den Dingen Schweben überhaupt generieren kann, bis heute seinesgleichen sucht.
Ich muss gestehen, das mich Beckers Tod emotional nicht so berührt, nicht so tief trifft, wie es bei einem Freddy Mercury, Falco, Michael Jackson oder Prince der Fall war. Doch mit seinem Weggang geht eine Ära zu Ende und es bleibt nur der Blick zurück auf eine Zeit, die musikalisch so viel reicher war als die der Gegenwart. Steely Dan und damit auch Walter Becker wird immer ein wichtiger Teil meines Lebens bleiben.
RIP Walter Becker.