Anatomie unterer Molaren (9)

Von Bonald Decker

Heute möchte ich den Beitrag wieder einmal der Anatomie unterer Molaren „widmen“.

Überwiesen würde uns der Patient, weil das distale Kanalsystem dieses unteren zweiten Molaren laut Überweiser nach seiner ersten klinischen Einschätzung ein Foramen apicale grösser ca. ISO 070 aufwies. Er sah sich daher (vorhersagbar) nicht in der Lage, dieser Anatomie bei Präparation und Wurzelkanalfüllung „gerecht“ zu werden.

Ausgangssituation

Ausgangssituation

Bei Erstbefundung und Behandlung stellte sich der Zahn für uns als unauffällig daher. Es zeigten sich keine Besonderheiten von Taschensondierungstiefen und Lockerungsgrad.

Mit Hilfe des Dentalmikroskops und entsprechender Xenon-Licht-Ausleuchtung erschien mir diese „Laune der Natur“ recht gut beherrschbar zu sein. Präoperativ war daher u.a. der Verschluss der Apikalregion mittels MTA geplant.

Insbesondere die (sehr mühevoll) angefertigte Masterpoint-Aufnahme verdeutlichte jedoch, dass es auch der mesialen Anatomie (mit separat verlaufenden Kanalsystemen) ein besonderes Augenmerk zu schenken galt.

Masterpoint-Aufnahme

Die Bilder nach MTA-Applikation (distal) und Downpack (mesial) bekräftigen diese Einschätzung.

distales Foramen und MTA plug

Downpack mesial & MTA plug distal

Neben meiner „Begeisterung“ über das (radiologisch erkennbare) Resultat freut mich besonders die Tatsache, dass mir Tipps und Tricks, die ich im Laufe der Jahre u.a. bei WURZELSPITZE, ROOTS (in dieser „Form“ leider nicht mehr online) und ENDONEWS erfahren durfte, ermöglicht haben, dieses (für mich) sehr erfreuliche Ergebnis zu erzielen.

Hier die Links zu einigen Tipps, die uns bei diesem Fall sehr geholfen haben:

Röntgensensor

– Wurzelkanalfülltechnik nach Dr. J. Avilion (System A) (-in dem gezeigtem Fall zur Nachverdichtung nach erstem Downpack)

– Aktivierung von Spülflüssigkeiten

Mein Dank gilt daher heute besonderes all den (hier) mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind Ihr Wissen aktiv zu teilen…

Danke dafür

:-)

Top 2009 (4) Der Zeppinator

von Hans – Willi Herrmann

Der „Zeppinator“. Ein potentieller Neuzugang im Jahr 2009.
Sicherlich eines der Geräte, die wir am häufigsten zu Hand nehmen würden.

In jedem Endo – Fall.  In jeder Sitzung.

Und der  uns an Herz wachsen würde, den wir nicht mehr hergeben würden-
Denn nichts spült effizienter als der Zeppinator. Das Ding spült wie der Mahlstrom. Das nur für die, die ihren Jules Verne und ihren Edar Alan Poe gelesen haben.
Und ohne negative Nebenwirkungen. Keine Stufen, keine Spitzenbrüche.

Würden, hätten.
Ich spreche im Konjunktiv.
Denn solange es sich bei dem Gerät nur um einen Prototpyen handelt, gibt es nichts, was man einsetzen könnte.

Es bleibt also zu wünschen, dass sich möglichst bald ein Hersteller findet, der den Zeppinator zur Marktreife führt. Tsunami – Endodontics?  Lächerlich.  Zunami – Endodontics!!!
Der Endo – Aktivator könnte einpacken. Und Irrisafe und ähnliches ebenso.

Noch einmal meinen Dank in den hohen Norden unseres Landes an den Erfinder.


Vibringe – Ein Update

von Hans -Willi Herrmann

An dieser Stelle habe ich vor kurzem über eine neue Möglichkeit der Aktivierung von Spülflüssigkeiten gesprochen.
Zwischenzeitlich habe ich den Namen des Gerätes erfahren, das wegen seines aussergewöhnlichen Designs mit dem IF design Award 2009 ausgezeichnet wurde: Vibringe.

Es wird in Deutschland von Jadent vertrieben.

Näher Infomationen zum Produkt finden sie auf der Homepage des Herstellers.
Dort ist auch ein Video zu sehen, dass die Vibringe in Aktion zeigt.

Vibringe

Good Vibrations

von Hans – Willi Herrmann

Neulich hatte ich Gelegenheit, ein neues Gerät zur Aktivierung von Spülflüssigkeiten in Augenschein zu nehmen.

Erster optischer Eindruck: Gut gestylt. Im Jonathan Ive Weiss des Ipod – Zeitalters fällt  es sogleich positiv ins Auge.
Dieses Teil muss einfach gut sein, oder ?

Wie funktioniert das Gerät? Die Vibrationseinheit leitet via  Spülspritzengehäuse die Aktivierung über die Spülnadel direkt in den Wurzelkanal ein.

Nur – was in der Therorie gut klingt, stellte sich in der Realität als ziemlich blutarm heraus. Der erste Test fand auf der Stelle mit Hilfe eines mit Wasser gefüllten Glases statt. Allerdings war auf der Wasseroberfläche  von Schwingungen nichts auch nur  ansatzweise zu erkennen. Und wenn schon dort nichts zu sehen ist, dann können wir davon ausgehen, dass im engen Wurzelkanal, der die Schwingungsamplituden abmildert, noch weniger Effizienz sich einstellen wird.

Mein Tipp: Sparen Sie ihr Geld und kaufen sie stattdessen ihrem Kind  einen Ipod. Der sieht mindestens genauso gut aus, ist aber nützlicher und sie beide werden mehr Spass daran haben. Oder kaufen Sie ein Iphone. Gibts auch in Weiss. Dessen Vibrationsalarm bewirkt vermutlich mehr, als es dieses Designerteil je tun wird.

Aktiviert Spülflüssigkeiten