Zahn 25 Zustand nach WSR – Macht hier die erneute endodontische Behandlung noch Sinn ? (II)

Über den Zahn 25 habe ich hier berichtet.

Röntgen-Ausgangsbefund- Zahn 25 Zustand nach 2 maliger WSR


Wie gings weiter?
Statt der alio loco anvisierten erneuten demnach 3. WSR haben wir die vorhandene Wurzelkanalfüllung orthograd revidiert. Der zwischen den Wurzelkanälen vorhandene Isthmus wurde mit Katana-Ultraschall-Spitzen nach Terauchi erschlossen und gereinigt.

Nach einer Calciumhydroxid-Einlage über 6 Monate hinweg (der Patient hatte seine Termine beruflich bedingt mehrmals kurzfristig abgesagt) wurden die beiden Wurzelkanäle zunächst apikal mittels MTA verschlossen.

16.09.2020 Calciumhydroxid-Einlage, apikale Überpressung

Aus religiösen Gründen wurde trotz des vorhandenen sehr grossen periapikalen Knochendefektes auf ein porcines Kollagen als Widerlager verzichtet. Umso vorsichtiger (im Nachhinein betrachtet etwas zu vorsichtig) erfolgte die Applikation des MTA, um das Ausmaß an Überpressung so gering wie möglich zu halten.

Im Kontrollröntgenbild nach Abschluss der durchgeführten rein konservativen endodontischen Behandlung des Zahnes 25 am 31.03.2020 zeigt sich gegenüber des Ausgangsbefundes eine deutliche Verbesserung, die periapikale Knochensituation betreffend.

Dieser positive Trend scheint sich fortzusetzen, wie einem Kontrollröntgenbild nach endodontischer Behandlung des Zahnes 26 zu entnehmen ist.

WF- Kontrolle 31.03.2020
WF- Kontrolle Zahn 26 am 11.11.2021 zeigt die apikale Reossifikation an Zahn 25

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Gut versteckt.

Das präoperative Einzelbild hatte bei mir ausser der Feststellung, dass ein röntgenopakes Stiftmaterial im distalen Kanal vorhanden sein musste, überhaupt keinen Verdacht hinsichtlich der auf mich wartenden Überraschungen aufkommen lassen.

Das Fremd-DVT konnte mir ebenfalls keine Hinweise geben.

Intraoperativ begann es dann damit, dass sich der zunächst als Glasfaserstift angesprochene Stiftanteil so gar nicht mit dem Munce-Bur bearbeiten ließ. Des Rätsels Lösung: ein adhäsiv befestigter Keramikstift.

Nach Entfernung desselben dann ungläubiges Staunen meinerseits: Klar erkennbar zeigten sich in DB zwei Metallfragemente. Die sofortige Kontrolle meines ET25-Ansatzes zeigte, dass dieser intakt war. Puh!

Die zwei Fragmente waren ineinander verklemmt. Das kürzere und dickere gab zuerst auf. Das zweite reichte fast bis zum Foramen apicale.

Nun sollte die Entfernung der Guttapercha eigentlich nur noch Formsache sein. Denkste.

Nun kam in DL der Rest eines Thermafill-Carriers zum Vorschein, der glücklicherweise mit einer Hedström-Feile gleich beim ersten Versuch passiert und nachfolgend entfernt werden konnte.

Erstaunlich, was alles an Schwierigkeiten in einer einzelnen Wurzel versteckt sein kann.

Interessanter Aspekt: In den mesialen Kanälenzeigte sich reine Guttapercha ohne Carrier.