Zwei UK – Prämolaren – einer davon ist besonders… (III)

Was machen eigentlich unsere beiden „UK Prämolaren mit Besonderheiten „?

Zwischenzeitlich ist die Behandlung beider Zähne abgeschlossen.
Und wie so oft in solchen Fällen bleibt nach Abschluss der Behandlung das unbefriedigende Gefühl zurück, dass im Kontroll-Röntgenbild nach Wurzelkanalfüllung das wahre Ausmaß der Komplikation sich nicht einmal andeutungsweise erschliesst.

Viel viel Aufwand für ein scheinbar banales Endergebnis.

Ist das nicht frustrierend ?
Insbesondere im Hinblick auf die hier von Christoph Kaaden gemachten Erfahrungen.

Was machte wieder einmal – von Anfang an – den Unterschied ?
Das MORITA X 800.
Denn jenes offenbarte eine anatomische Besonderheit, die ohne DVT NIEMALS klinisch wäre auffällig geworden.

Ein in der Wurzelmitte erst intrakanalär abzweigender lingualer Kanal.
Welcher die Erschliessung und Instrumentation dieser fast rechtwinklig abzweigenden Kanalstruktur zu einer Herausforderung werden lassen würde, soviel war von Anfang an klar.

Frustranerweise ist davon in der orthograden WF- Kontrollaufnahme nichts zu sehen.

Erste Sitzung
45 Minuten – Dentinadhäsive Restauration und Aufbereitung des bukkalen Kanals.
Der bukkale Kanal gestaltet sich als wesentlich schwieriger als gedacht, der linguale Kanal lässt sich nicht auffinden.

Ende der zweiten Sitzung
Weitere 45 Minuten, in der eigentlich die gesamte Behandlung hätte abgeschlossen sein sollen… Hurra, der linguale Kanal lässt sich reproduzierbar penetrieren. Mit einer ISO 008 Handfeile…

Dritte Sitzung
Jetzt soll doch bitte nichts mehr schiefgehen – Daher ein Open End Termin zu Ende des Behandlungstages – nach 45 Minuten ist die Aufbereitung des zweiten Kanals und die finale Wurzelkanalfüllung abgeschlossen.

Wie genau das vonstatten ging, was demnach notwendig war, um hier zum Erfolg zu kommen, um Stufenbildung, Verblockungen oder Instrumentenfrakturen zu vermeiden, darüber in einer der nächsten abschliessenden Folgen dieser Reihe.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Es wäre so einfach gewesen!

Zwar war dieser für eine große prothetische Versorgung als Pfeilerzahn vorgesehen Zahn 16 parodontal schon ein wenig kompromittiert.

Das „Aus“ für ist jedoch leider iatrogen verursacht.

Besonders traurig, dass der behandelnde Kollege noch einen weiteren Behandlungsversuch unternehmen wollte. Dem widersprach die Patientin jedoch und suchte uns auf.

Leider ist nun wirklich kein Erhalt mehr möglich. Und es wäre so einfach gewesen. Vielleicht hätte eine bessere DVT Auflösung das Ganze verhindert?

Google Bewertung (II)

Hier also meine Antwort auf die gestern veröffentlichte Rezension :

„ Hallo Herr O, ich verstehe Ihre öffentliche Verärgerung nicht und bedauere, dass Sie diesen Weg eingeschlagen haben.

Wie von uns gesetzlich gefordert haben wir Ihnen einen entsprechenden Heil-/Kostenplan mit den zu erwartenden Kosten _im Vorfeld_ zukommen lassen. Auch habe ich diese Punkte zusätzlich _vorab eingehend_ mündlich besprochen und erläutert. 
Mit der Unterschrift auf der schriftlichen Vereinbarung sind diese Punkte auch nachweislich bestätigt worden. 
Wir waren in der Summe bisher 2 1/4 Stunden mit der Behandlung dieser Situation beschäftigt, die andere Kollegen als für sich zu schwierig und anspruchsvoll angesehen haben. Das wir in so einem Fall auch über den 3,5xSatz abrechnen liegt an dem oben genannten Zeitaufwand (und natürlich dem Schwierigkeitsgrad), den wir uns hierfür nehmen. 
Ich wiederhole: 2 1/4 Stunden nur und _exklusiv_ für diese bisherige Therapie. 

Ist Ihnen dies in dieser Form beim Zahnarzt schon mal widerfahren?

Der Aufwand, den wir für eine solche Behandlung zeitlich ansetzen, wird von „normalen“ Sätzen in Abhängigkeit des abgeschlossenen Versicherungsvertrags des Patienten ggf. nicht übernommen. 
Es gibt für mich also genau zwei Möglichkeiten: 
1.) Ich verkürze die Behandlungsdauer (was ich nicht möchte, da ggf. das Ergebnis und die Prognose des Zahnes darunter leiden) oder 
2.)ich erhöhe den Steigerungssatz, wie es vom Gesetzgeber vorgesehen ist, um den fachlichen und zeitlichen Aufwand gerecht zu werden.

Im Sinne des Behandlungsergebnisses habe ich mich für Variante zwei entschieden und dies im Vorfeld mündlich und schriftlich eingehend kommuniziert. 
Ich war bisher der Meinung, dass dies in Ihrem Sinn war. 
Offensichtlich nicht. 

Was hätte ich in Ihren Augen anders machen sollen? 

Mit freundlichen Grüßen, 
Dr. Christoph Kaaden

P.S.: Vielleicht erwähnen Sie in Ihrer Rezension auch noch für den interessierten Leser, von welchem Betrag wir in der Rechnung reden und wie hoch der ggf. selbst zu tragende Betrag war, so Sie einen Versicherungsvertrag abgeschlossen hatten, der nur bis 3,5x erstattet..“

Höre ich Verbesserungsvorschläge?

Google Bewertung (I)

Bisher sind unsere Online Bewertungen bei Jameda&co in der Regel positiv ausgefallen.

Kürzlich hat uns ein Vater jedoch negativ bewertet:

„Gute Arbeit, leider sehr teuer. Machen Sie sich darauf gefasst dass Ihre private Kasse diese Rechnungen mit Faktor 5,8 und sogar 6,8 nicht bezahlen wird – ob Sie selbst willens sind, diese überhöhten Preise zu akzeptieren muss jeder selbst entscheiden. Schade dass man auf diesen Konditionen besteht.“

Kurz zu den fachlichen Hintergründen:

10 jähriger Patienten mit Z.n Trauma.

Jetzt Pulpanekrose bei nicht abgeschlossem Wurzelwachstum. Bisher 3 Termine mit insgesamt 2 1/4 Behandlungszeit.

Im Vorfeld waren alle fachlichen wie finanziellen Aspekte eingehend besprochen worden und die entsprechenden Unterlagen von den Eltern unterschrieben worden…

Man sollte also meinen, dass es keine Überraschungen für die Eltern gab…. Trotzdem diese Bewertung.

Wie alos damit umgehen?

Höre ich Vorschläge?

Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall? (2)

An dieser Stelle hatten wir den Fall vorgestellt und Sie um Ihre Behandlungsempfehlung gebeten. Vielen Dank für die umfangreichen Kommentare.
Backward planing – sollte vor dem Therapiebeginn stehen.

Die endodontische Therapie ist durchaus in einem vorhersagbaren Rahmen lösbar.
Die Fragen, die sich mir in so einem Fall stellen sind diese:

  1. Welche Prognose hat der Zahn als prothetischer Pfeilerzahn?
  2. Wie könnte man die Prognose als prothetischer Pfeilerzahn „aufwerten“?
  3. Was möchte der Patient?
  4. Welche Alternativen gibt es?

Zu 1.

Die Gingivaresilienz und der lange Hebel durch die Freieindlücken ab 34 / 45 sind für die bereits kompromittierten Zähne 33, 44, 43 kritisch. Eine alleinige endodontische Therapie an 33 wäre nur in einem eng begrenzten Zeitrahmen erfolgreich.
Die Fraktur am Zahn 33 ist Folge dieser chronischen Traumatisierung und wird wieder auftreten ohne die entsprechende prothetische Therapie.

Zu 2.

Die Möglichkeit der „Aufwertung“ der Pfeilerwertigkeit von 33 besteht in einer Pfeilervermehrung. In diesen Fällen ist die Implantation das Mittel der Wahl.
Dies haben wir dem Patienten als Bedingung für eine endodontische Therapie am Zahn 33 gestellt.

(https://www.online-zzi.de/archiv/ausgabe/artikel/zzi-2-2021/2489-103238-zzi202100840090-hybridgestuetzte-doppelkronen/)

Zu 3. und 4.

Die Patientin sah sich nicht in der Lage einen neuen Zahnersatz zu finanzieren.
In diesen Fällen bleibt uns, wenn machbar, die Reparatur des vorhandenen ZE. Aus Erfahrung in ähnlich gelagerten Fällen haben wir die „strategische“ Implantation eines kurzen Implantates in der Region 35-36/ 45-46 empfohlen und die Auflagerung des ZE nach Unterfütterung und ggf. Remontage. Das Implantat wird lediglich mit einer Einheilkappe verschlossen und die entsprechende Auflage in der Kunststoffbasis des ZE eingearbeitet. (Beispielfall in der beiliegenden Folie)
Es kommt in diesem Fall noch erschwerend hinzu, daß das Innenteleskop fehlt.
In diesen Fällen empfehle ich dem Patienten immer nochmals genauestens zu suchen, da ansonsten die Neuanfertigung von Außen- und Innenteleskop notwendig wird.
Ferrule ist vorhanden.

Fast 2 cm grosse apikale Knochendestruktion im Oberkieferfrontzahnbereich – Das Kontroll-DVT

Die grösste Gefahr bei der endodontischen Behandlung ausgedehnter Knochendefekte?

Der Patient muss nach Abschluss der eigentlichen Behandlung in Abwesenheit seines Hauszahnarztes/seiner Hauszahnärztin aus welchem Grund auch immer (der behandelte Zahn ist es nicht) den Notdienst aufsuchen und wird dort UMFASSEND aufgeklärt. Zumeist dient ein OPG! als Ausgangspunkt für eine mit Nachdruck vorgetragene Information über dringend anstehende, den gesamten Zahnbestand betreffende dentale Behandlungen:

Beispielfloskel gefällig ? „Wissen Sie eigentlich, WAS sie DA für eine LEICHE im Keller haben ?

Man kann gewiss unterschiedlicher und gegebenenfalls auch grob vereinfachend (alle Wurzelkanalbehandlungen, alle Implantate, alle Amalgam-, alle Kunststoff-Füllungen sind schlecht) konträrer Meinung sein, die Zahnmedizin betreffend, aber jegliche Aussage, eine endodontisch bedingte knöcherne Läsion betreffend, setzt vergleichbare Aufnahmen voraus, die den ossären Zustand der Vergangenheit dokumentieren.

Nur dann ist es überhaupt möglich, zu sagen, ob eine vorhandene apikale Aufhellung sich neu gebildet, bereits früher vorhanden war und sich nun vergrössert darstellt oder ob die apikale Aufhellung im Sinne eines Heilungsprozesses sich verkleinert hat, dementsprechend jegliche Intervention unproduktiv oder gar kontraproduktiv und daher auf keinen Fall indiziert ist.

Im vorliegenden Fall der massiven apikalen Aufhellung an Zahn 11 haben wir gesehen, dass der vor Behandlungsbeginn angefertigte Zahnfilm im Gegensatz zum DVT das vorhandene Geschehen nur unvollständig und daher nur mit begrenzter Aussagekraft abbilden kann.

Zur Folgekontrolle ist daher ein DVT sinnvoll, um eine gesicherte Aussage über den Heilungszustand nach Wurzelkanalbehandlung abgeben zu können.

Hier ist es (22 Monate nach WF).

Es zeigt sich eine fast schon vollständige und für die Größe des ursprünglich vorhandenen Defektes extrem erfreuliche Heilung. Insbesondere die stattliche Ausbildung der in großen Bereichen fehlenden vestibulären Knochenlamelle und die Rückbildung der vestibulären Auftreibung hin zur normalen vestibulären Knochenkontur ist sehr erfreulich. Schön im DVT auch zu sehen, dass sich um das Formaen apicale herum ein Knochenpfropfen gebildet hat, ein sicheres Zeichen dafür, dass vom Zahn selbst keine bakterielle Infektion mehr ausgeht.

Und so sah es vorher aus …

Trauma-Recall

Galerie

Diese Galerie enthält 14 Fotos.

von Jörg Schröder Im Oktober 2022 hatte ich hier über die Folgen eines Unfalls beim Polospiel berichtet. Die Zähne 42 und 42 hatten dabei eine weit apikal gelegene horizontale Wurzelfraktur erlitten. Die Zähne 21 und 11 waren deutlich disloziert gewesen. … Weiterlesen

Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall?

Die Patientin stellte sich in unserer Praxis mit akuten Beschwerden am Zahn 33 vor.
Innerhalb kurzer Zeit hatte sie den Zahn 34 eingebüßt und nun war der Zahn 33 vakant. Die vorhandene Teleskopprothese (43,44,33 Teleskop, 34-37, 45-47 ersetzte Zähne) ist mit dem Verlust von 33 nicht mehr funktionsfähig.

Sie bat uns um unbedingten Erhaltungsversuch von 33.
Die Befunde:
33 Kronenfraktur, Z.n. Wurzelbehandlung begonnen mit Verdacht einer Perforation distal im mittleren Wurzeldrittel. Der Zahn 33 zeigt eine zweiwurzelige Anatomie.
Der Zahn 33 ist perkussionsempfindlich auf vertikale und horizontale Belastung, der Lockerungsrad ist 0-1. Sondierungstiefen sind circulär 3-4 mm an den Teleskopzähnen. Das Innenteleskop 33 fehlt.

Nun die Frage Zahnerhalt oder Extraktion und ZE Neuplanung?

Was würden Sie an Hand der Befunde empfehlen?

Intrusion – Ludwig (I)

Gestern stellte sich der 12-jährige Ludwig erstmals in Begleitung seines Vaters bei uns vor.

Der Junge hatte am vergangenen Samstag in einem Schwimmbad versucht eine Wasserrutsche hinaufzulaufen (wie so oft!) und war auf halber Strecke gestürzt.

Des Resultat war u.a eine veritable Intrusion der Zähne 11 und 12 (inklusive Kronenfrakturen von 11 und 21).

OPG alio loco nach dentalem Trauma Regio 11

Glücklicherweise wurde bei der Erstversorgung in einer Universitätsklinik der Weg einer chirurgischen Repositionierung gewählt und die Zähne entsprechend geschient…

Leider wurde darauf verzichtet, die Gingiva-Verletzung zu vernähen…

Klinische Situation vier Tage nach Trauma
Einzel-Röntgenaufnahme vier Tage nach Intrusion und chirurgischer Repositionierung

Das DVT zeigt das Resultat der Krafteinwirkung auf den bukkalen Alveolarknochen bei fehlender Repositionierung, die für den Heilungsverlauf sehr vorteilhaft gewesen wäre…

In diesem Fall beginnen wir zeitnah mit einer endodontischen Behandlung der Zähne 11 und 12, um entzündlich bedingten Resorptionsprozessen ein stückweit entgegenzuwirken…

ich werde demnächst über den weiteren Verlauf dieser zum Glück recht seltenen traumatischen Verletzung berichten…

Interessante Kanalanatomie – Recall (5)

Hier berichteten wir zuletzt über den Fall.
Schade dachte ich damals. Den Fall hätte ich gerne weiter verfolgt. Der Patient kam nicht mehr zum Recall.
Plötzlich war er wieder da. Ich sollte mir einen anderen Zahn an schauen.

8 Jahre ist das her.
Eine weitere Kippung des Zahnes war nicht zu erkennen.

36 ist symptomlos, Lockerungsgrad 0, zeigt allerdings erhöhte Sondierungstiefen.
Nochmals haben wir dem Patienten die weiterführenden Behandlungsschritte von anno dazumal angeraten.

Fast 2 cm grosse apikaler Knochendestruktion im Oberkieferfortzahnbereich – ein Todesurteil für den Zahn ?

Eines der größten Fehleinschätzungen in der Geschichte der Endodontie ?

Die unsägliche Einteilung in

nicht konventionell therapierbare und demnach chirurgisch anzugehende
Zysten

und
nicht zwingend chirurgisch zu behandelnde, demnach auf eine konventionelle Wurzelkanalbehandlung ansprechende Zähne, umgeben von
apikalem Granulationsgewebe.

Dieses Postulat hat letztendlich dazu geführt, das sich die Therapie endodontischer Knochenläsionen über viele Jahrzehnte hinweg und bis heute kaum widersprochen in eine falsche Richtung entwickelt hat.

Um es ganz klar zu sagen. Die Einschätzung, das es sich bei therapieresistenten, scharfbegrenzten periapikalen Prozessen um Zysten handle, die zur Heilung zwingend einer chirurgischen Therapie zugeführt werden müssten, ist falsch. Genauso verhält es sich mit der landläufig anzutreffenden Meinung, dass eine periapikale Läsion, sobald sie eine gewisse Größe überschitten habe, ebenfalls zwingend einer chirurgsichen Therapie bedürfe.

Man überlege, wie viele nicht zielführende, nutzlose, vielmehr sogar schadende, nämlich die Ausgangssituation verschlechternde Verrichtungen den Patienten erspart bleiben könnten, würde man den Versuch unternehmen, nicht mit Skalpell und Knochenfräse oder gar Extraktionszange, sondern minimalinvasiv auf konventionellem endodontischen Wege die Behandung solcher Zähne anzugehen.

Was ist, über das Fachliche hinaus, besonders wichtig, bei der Therapie solch großer ossärer Defekte ?
Das man der Wertschätzung des Patienten, unsere Arbeit betreffend, sicher sein kann.
Es bedarf eines Patienten, der selbst im Falle eines Misserfolges bereit ist, unsere Bemühungen adäquat zu wertschätzen.

Dessen war ich mir im vorliegenden Fall nicht sicher.
Es gibt Patienten, die im Rahmen des Erstgesprächs einem ein Loch in den Bauch fragen.
Um sich anschliessend im Rahmen der eigentlichen Behandlung voller Vertrauen in unser Arbeiten in unsere Hände zu begeben.

Im vorliegendem Fall war es aber eher so, dass der erste Eindruck

– einer extrem hohen Anspruchshaltung von Seiten der Patientin, kombiniert mit der Erwartung, das die benötigte Behandlung eine ebenso selbstverständlich (nach ihren Wünschen und Vorgaben) zu erbringende, wie – ungeachtet der ungünstigen Ausgangssituation – erfolgreich sein zu müssende Dienstleistung sei –

im Laufe der Zeit sich immer mehr bestätigte.

Zu ersten Behandlungssitzung kam die Patientin 20 Minuten zu spät.
„Der Zug hatte Verspätung“ war ihre lapidare Kurzantwort beim Eintritt in die Praxis. Das war alles. Keine Entschuldigung, kein „Tut mir leid“. Da war abzusehen, wo die Reise hingeht. Aber das war nur der Anfang.

Die Behandlung fand statt, wie ich es immer in solchen Fällen zu tun pflege.
In der ersten Sitzung Wurzelkanalaufbereitung, zum Abschluss medikamentöse Einlage mit Ledermix. Ausgiebiges Spülen und Desinfizieren mit erwärmter schall- und laseraktivierter NaOCl- Lösung sowie ein ebenso dichter wie stabiler Kavitätenverschluss (Teflon, Cavit, Glasionomer-Zement) sind selbstverständlich. Die zweite Sitzung wird mit einer Calciumhydroxid-Einlage als Langzeitmedikation beendet. Nach entsprechender Wartezeit (minimal 16 Wochen bei größeren Defekten, bei sehr großen Defekten wie im vorliegenden Fall 6 Monate) erfolgt mittels MTA- Plug die apikale Wurzelkanalfüllung, der koronal gelegene Kanalanteil wird mit warmer Guttapercha und Sealer verschlossen.

Röntgenmessaufnahme – Das Messinstrument ist bis Apexmessung der Elektrische Längenmessung eingebracht

Auf die Erstsitzung folgten:
Nicht eingehaltene oder unmittelbar vor Behandlungsbeginn abgesagte Termine.
Und Zeitverzögerungen durch eine Schwangerschaft. Später durch eine weitere.

Zwischendrin immer wieder längere Zeitspannen des Nichtmeldens von Seiten der Patientin. Anfangs versuchten wir immer noch, die Patientin zu kontaktieren, um Ersatztermine auszumachen, wenn duese ihre Termine nicht wahrnahm.
Irgendwann liessen wir es. Aber ich greife vorweg. Also der Reihe nach.

Die Calciumhydroxid-Einlage erfolgte am 17.09.2019, die erste Nachkontrolle fand am 21.04.2020 statt.

Verlaufskontrolle am 21.04.2020

Konnte man im Zahnfilm schon eine Verbesserung erahnen ?
Ich beschloss, gerade auch im Hinblick auf die Anspruchshaltung der Patientin, weiter abzuwarten, um sicherzugehen.

Es dauerte fast ein weiteres Jahr, bis die Patientin am 15. März 2021 wieder den Weg in unsere Praxis fand. Die Röntgen-Kontrolle nach Wurzelkanalfüllung zeigt im Vergleich der beiden Zahnfilme ein eindeutige, wenn auch noch lange nicht vollständige Heilungstendenz.

MTA Plug zum apikalen Verschluss des Wurzelkanals
WF-Kontrolle am 16.03.2021

Es vergingen beinahe 2 weitere Jahre.
Kaum zu glauben.
Die Patientin hat sich gemeldet.
Und für den 10.01.2023 einen Kontroll-Termin ausgemacht.

Der Anlass: Sie möchte den im Zahnhalsbereich minimal dunkleren Zahn bleichen lassen.

Wir fertigen zur Verlaufskontrolle einen Zahnfilm an.
Dieser zeigt zweifelsohne eine wunderbare Verbesserung des Ausgangsbefundes.
Es bleibt jedoch die Frage, on diese als (fast) vollständig eingestuft werden kann.

WF- Folgekontrolle 21 Monate post WF


Dislokation nach epileptischem Anfall

von Jörg Schröder

Im nachfolgenden Behandlungsfall kam es während eines epileptischen Anfalls bei der 14-jährigen Patientin zu einer extrusiven Dislokation des Zahnes 21. Nach Reposition am Unfallort wurde der Zahn zunächst alio loco mit einer TTS-Schienung stabilisiert. Bei der ersten radiologischen Kontrolle 3 Wochen nach der Schienenentfernung fiel der überweisenden Kollegin eine beginnende Konturveränderung am distalen Wurzelaspekt von Zahn 21 auf.

Der elektrische Sensibilitätstest der leicht gelockerten Zähne 12,11 und 12 fiel 4 Wochen nach dem Trauma bei der Erstvorstellung in unserer Praxis positiv aus. Zahn 21, obwohl bereits resorptionsbedingte Veränderungen zu beobachten waren, reagierte palatinal völlig normal, bukkal jedoch extrem verzögert auf den elektrischen Reiz.

Das angefertigte kleinvolumige DVT zeigte ebenfalls Hinweise auf ein resorptives Geschehen. Interessanterweise fehlte eine apikale Aufhellung. Zahn 11 weist eine apikale Erweiterung des Kanalhohlraumes auf, die auf eine mögliche interne Resorption hinweist. Die Zähne 12 und 22 weisen, wie auch 11, deutlich verkürzte Wurzellängen auf.

In Zahn 13 imponierte ein Dentikel.

Die Behandlung des Zahnes 21 erfolgte einzeitig. Der apikale Verschluss wurde mit MTA erstellt. Da der Zahn dunkel verfärbt war, wurde der koronale Wurzelfüllungsanteil adhäsiv abgedeckt und für die Aufhellung bei der Hauszahnärztin vorbereitet. Dazu fülle ich den Bereich koronal der adhäsiven Abdeckung mit CaOH2, da dieses sehr leicht herausgespült werden kann, überdecke das CaOH2 mit einem Schaumstoffpellet und etwas Cavit und verschliesse adhäsiv. Eine reine Cavit-Abdeckung erstelle ich nur, wenn sichergestellt ist, dass die Aufhellung innerhalb der nächsten 7-10 Tage durchgeführt werden wird.

Das erste Recall, 3 Monate nach Abschluss der Behandlung zeigte Erfreuliches. Die externe Resorption erscheint arretiert. Die Zähne 12,11 und 21 reagierten positiv auf den elektrischen Reiz. Einen kleinen Wermutstropfen stellt der kleine Spalt zwischen adhäsiver Abdeckung und Verschlussfüllung dar.

Im 6-Monats-Recall reagierten 12,11 und 22 positiv auf den elektrischen Sensibilitätstest. Im unteren Wurzeldrittel des 11 war der Umriss des Kanalhohlraumes unscharf und gegenüber der Ausgangssituation deutlich verändert. Die Struktur ähnelte einer externen invasiven Resorption. Das zur Überprüfung des Sachverhaltes angefertigte kleinvolumige DVT zeigte deutlich, dass es sich um eine Obliteration innerhalb des Kanalhohlraumes handelt und die Aussenkontur des 11 unverändert erscheint.

Daher wurde die Patientin und die HZÄ informiert, dass es in der Zukunft aufgrund einer Zunahme der Dentinschichtstärke durch die Obliteration zu einer Gelb-Orange-Verfärbung des Zahnes 11 und eine unter Umständen ausbleibende Reaktion auf einen Kältereiz kommen könnte, die nicht als Zeichen einer Pulpanekrose gewertet werden darf.

Dennoch muss der weitere Verlauf der Erweiterung des Kanalhohlraumes des 11 engmaschig kontrolliert werden.

Nicht nur bei Christoph…

auch bei uns hat das neue Jahr von Beginn an interessant angefangen.

Ich verbuche die nachfolgend aufgeführte periapikale Knochendestruktion am Zahn 11 mit einer größten Ausdehnung von fast 2 cm als ausgesprochen gross.

Die Patientin ist Mitte 20 und der Zahn 11 zeigt ganz offensichtlich einen Zustand nach Trauma in der Jugend, dessen Folgen jedoch bislang unentdeckt blieben. Schmerzen/Beschwerden gab es zu keiner Zeit, die Entdeckung des Osteolyseprozesses war ein Zufallsbefund. Im vom Kieferorthopäden nach Abschluss einer Invisalign-Behandlung angefertigten OPG ist eine Verschattung in regio 11/12 zu erkennen. Der von uns angefertigte Zahnfilm gibt die Situation wie folgt wieder:

Das wahre Ausmaß der Knochendestruktion offenbart sich (wie so oft) erst im DVT. Dabei imponiert nicht nur die reine Größe der periapikalen Aufhellung, vielmehr zeigt sich, das die vestibuläre Knochenlamelle im Defektbereich teilweise verloren gegangen und in anderen Bereichen zumindest pergamentpapierdünn sich präsentiert.

Das Wochenende bietet dem Leser die Gelegenheit, sich in aller Ruhe für eine sinnvolle Therapie in der Sache zu entscheiden.

Schreibt es in die Kommentare, am Dienstag werde ich dann berichten, für welche Vorgehensweise ich mich entschieden habe.

Korbinian und Jonas – RET Januar 2023

Vor vier Tagen sind wir in unser neues „endodontisches“ Jahr gestartet und bereits jetzt gehen die notwendigen reparativen endodontischen Behandlungen weiter.

Zum Einen der 11-jährige Korbinian.

Die Invagination an Zahn 12 hat dazu geführt, dass die Pulpa nekrotisch wurde und in der weiteren Folge eine apikale Pathologie mit vestibulärer Fistel entstanden ist.

Alio angefertigtes DVT der OK Region

Klinisch bewahrheitete sich die Rolle der Invagination an der Pulpanekrose

Ferner der 9-jährige Jonas, der im Januar 2022 eine unkomplizierte Kronenfraktur an den Zähnen 11 und 21 erfahren hatte. Leider verzögerte sich die adhäsive Versorgung der Zähne bis in den März 2022 und somit stieg auch das Risiko für eine Infektion…

Diagnose-Aufnahme alio loco

und genau so kam es, Im Dezember entwickelte auch Jonas eine Fistel, die leider mittels oraler Antibiose „therapiert wurde…

Fistel Regio 21 – Aufnahme alio loco

auch hier ist bei Zahn 21 eine RE-Therapie vorgesehen…

Diagnose-Aufnahme alio loco mit apikaler PA an Zahn 21

Wer zu dieser Thematik Artikel mit höchstem Evidenzgrad lesen möchte, dem seien diese zwei Artikel ans Herz gelegt…

Zielwasser gefragt…

Dieser Fall regte mich an ähnliche Behandlung zukünftig mit Bohrschablonen zu planen.
Leider konnten wir es hier nicht umsetzen, da der Patient einen naheliegenden OP Termin bekam und die Behandlung sofort umgesetzt erden musste.

Der Patient stellte sich in unserer Praxis mit Beschwerden am Zahn 36 vor.
Er gab Palpationsschmerzen vestibulär in Höhe des koronalen Wurzeldrittels an. Manchmal entstand auch eine Schwellung am Zahnfleisch.
Es besteht kein Perkussionsschmerz, die Sondierungstiefen sind nicht pathologisch erhöht und der Lockerunfsgrad ist 0. Die vorhandene Wurzelkanalbehandlung zeigt eine inhomogene WF.

Röntegnologisch (DVT und Zahnfilm) zeigt seich apikal keine Aufhellung. Allerdings ist eine Osteolyse in der Bifurcation erkennbar. Diese ist als Zustand nach Perforation des Pulpenbodens im DVT erkennbar.

Wir haben nach eingehender Beratung mit dem Patienten entschieden, einen minimalinvasiven Eingriff durchzuführen. Der Patient steht vor einer neuen OP und hatte gerade mehrere OP überstanden. Deshalb war er sehr angespannt gegenüber größeren Prozeduren.
Den Zahn wollte er unbedingt erhalten.
Eine mögliche Revision ist auch noch möglich, nur wird dann eventuell auch eine Veränderung der vorhandenen ZE Versorgung notwendig.

In der Planung des Falles war ich sehr optimistisch die Perforation zielgenau an Hand des DVT aufzufinden.
Nach „Kronentrepanation“ erfolgte die Gestaltung der Zugangskavität.
An Hand des DVT hatten wir ausgemessen, daß dies problemlos bis ca. 6,5mm ohne Perforationsgefahr gelingen sollte. Nach diesen 6,5mm war immer noch nur weißer Kunststoff sichtbar. Erste Zweifel kamen auf, ob die Behandlung so reibungslos ablaufen könnte, wie gedacht. (Mittels Bohrschablone wäre vielleicht eine bessere „Zielführung“ möglich, allerdings nur mit rotierenden Instrumenten.)
Die weiter Präparation der Zugangskavität nach apikal erfolgte mit Schallansätzen nach Massironi (Komet).
Zunächst stellte ich mir Rand des distalen Glasfaserstift im koronalen Bereich als weiteren Orientierungspunkt dar. Nach Darstellung des intakten Pulpenbodens distal (Glasfserstiftorientierung) wurden die Kunststoffteile des alten Aufbaus mit den Massironi-Schallansätzen entfernt.

Nach Darstellung der Perforation erfolgte eine Desinfektion mit Natriumhypochlorit 3%. Danach wurde ein Widerlager mit Parasorb eingebracht und die Perforation mit ProRoot MTA verschlossen. Abschließend erfolgte die Einlage eines feuchten Peletim und der provisorische adhäsive Verschluss der Zugangskavität.
Für den weiteren Aufbau des Zahnes wollte ich die Kontrolle des korrekten Abbinden des MTA und die Möglichkeit haben die Zugangskavität mit AlO auszustrahlen.
Dies ermöglicht in unseren Händen eine sichere adhäsive Restauration.
Im Folgetermin 2 Tage später erfolgte dies nach Kontrolle des MTA. Der weitere intrakoronale Aufbau erfolgte mit Ever Flow Bull und die koronale Restauration der Krone mit IPS Express direct nach Silanisierung.

Kritisch zu sehen ist die Nähe der Perforation zum mb Kanaleingang. Eine Infektion ist nicht auszuschließen. Dem Patienten wurden Nachkontrollen klinisch und röntgenlogisch in 3/6/12/24 Monaten empfohlen.

Über die weiteren Kontrollen werde ich hier gern berichten.

Endo-Motor Morita TriAutoZX 2 – Betriebsparameter

Zu Jahresbeginn erreichte mich die Anfrage eines unserer Molaren-Patrons.
Er schreibt: „Mit welchen Einstellungen nutzt Du das Morita Tri Auto ZX 2- Gerät ?“

Da diese Infos vermutlich für einige andere auch nützlich sein können, habe ich meine Einstellungen niedergeschrieben und möchte diese Parameter hier bei WURZELSPITZE  einstellen.

Das Morita Tri Auto ZXv2 hat 8 Speicherplätze (M1 – M8), die mit individuellen Einstellungen belegt werden können. Bei unseren Motoren sind belegt:

Für fragile Instrumente, also das, was gemeinhin als Gleitpfadinstrumente bezeichnet wird
M1
OGP 500 RPM 180 Grad

Für vollrotierende Aufbereitungsinstrumente, bei uns ProTaper Ultimate
M2
OTR 300 RPM 180 Grad 0.4 Ncm
M3
OTR 300 RPM 180 Grad 1 Ncm

Für alle vollrotierenden Aufbereitungsinstrumente, welche den Ha-Wi Herrmann-Zangentest bestehen
M4
CW 300 RPM 4 Ncm

Zur Entfernung von Calciumhydroxid aus dem Wurzelkanal mit der Apical Master File, zumeist WaveOne Gold Medium
M5
CCW 300 RPM 0.2 Ncm

Zur Nutzung des FKG XP Endo Finishers
M6
CW 800 RPM 0.2Ncm

Und als Zugabe (gilt ab der IDS 2023, weil dann offiziell verfügbar) eine wunderbare, weil sichere Lösung zur Erschliessung von Wurzelkanälen
M8
OGP2 500 RPM 150 Grad/60 Grad

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.


Pulpotomie & externe Resorption

Noch vor einigen Jahren wurde im Rahmen der Therapie einer externen invasiven zervikalen Resorption fast immer eine Pulpektomie und eine vollständige Wurzelkanalbehandlung durchgeführt. Dabei wird die externe Resorption nicht durch ein pulpales Geschehen ausgelöst.

Insofern bietet die Pulpotomie die Möglichkeit, einen Großteil der gesunden vital zu erhalten und den therapiebedingten Hartsubstanzverlust klein zu halten.

Dieser 37 fiel dem überweisenden Kollegen durch eine intrakoronale Aufhellung im mesialen Anteil der klinischen Krone auf.

Das DVT bestätigte den Verdacht einer externen zervikalen Resorption. Klinische Beschwerden bestanden nicht. Zahn 37 war bei der 26-jährigen Patientin vollkommen beschwerdefrei und symptomlos.

Da eine Einschätzung des weiteren Verlaufs (stagnierend, reparativ oder progressiv) nicht möglich ist, war die erste Therapieoption die Resorptionslakune zu versäubern und die dabei sicher eröffnete Pulpa einer partiellen Pulpotomie zu unterziehen. Die Resorption erwies sich intraoperativ als auf viele kleine Lagunen verteilt. Das darin befindliche Gewebe blutete im Unterschied zum freigelegten Pulpagewebe deutlich, was die Detektive vereinfachte.

Die Lage des „Portal of Entry“ war im DVT klar erkennbar und konnte klinisch verifiziert werden.

Nach Abdeckung der Pulpa mit MTA Angelus wurde dieses mit Ultrablend überschichtet, um im Anschluss den Hartsubstanzdefekt adhäsiv bearbeiten zu können.

Nun müssen die nachfolgenden Recalls zeigen, ob die Therapie den gewünschten Erfolg zeigt.

2022 – Meine TOP Drei

Rückblickend versuche ich mir immer wieder das Produkt / Gerät des letzten Jahres zu finden, welches ich nicht mehr missen möchte.

Das schließt Geräte die schon lange im Einsatz sind aus. Auch, wenn diese besonders wichtig sind, wie beispielsweise das Mikroskop, das Längenmessgerät, der Röntgensensor, etc…

2022 muss ich an erster Stelle das DVT Morita X800 nennen. Ohne diese Informationen in einer außergewöhnlichen Qualität wären Behandlungen unvorhersagbarer und es kam zu deutlich längeren Behandlungszeiten.

An zweiter Stelle steht der Dentapen bei mir.
Anfangs von mir skeptisch betrachtet, möchte ich den Dentapen nicht mehr missen. Ebenso sind viele Patienten von der schmerzärmeren Anästhesie fasziniert.

Den dritten Platz hat etwas unerwartet muss ich sagen, der Tri Auto ZX 2 Motor von Morita eingenommen. Unerwartet, weil wir den Motor nicht verwendeten, da es Ersatzköpfe nur zu einem zu hohen Verkaufspreis gab und damit nicht mehrere Behandlungen nacheinander möglich waren.
Berichte findet man hier.

In Gesprächen mit Morita habe ich auf DEN Vorteil des Motors mit seiner Programmierbarkeit hingewiesen und DEN Nachteil durch die hohen Kosten für zusätzliche Köpfe und der damit wahrscheinlich geringere Einsatz des Gerätes, wie in unserer Praxis.
Nun soll sich dieses Jahr etwas bewegen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

In eigener Sache – WURZELSPITZE zum Jahreswechsel

1. November 2022
Der 14. Jahrestag von WURZELSPITZE.

Ist an mir vorbeigegangen.
Untergegangen.
Im Alltag.

Anfangs, die ersten Jahre, war das noch eine Erwähnung wert.
Irgendwann dann eben nicht mehr.
Vielleicht, weil WURZELSPITZE zu unserem Leben dazugehört ?

DAS nämlich ist mir kurz vor Weihnachten zum ersten Mal in den Sinn gekommen.
Ich bin jetzt 32 Jahre Zahnarzt.
Am 25. Januar 2023 werde ich 30 Jahre in eigener Praxis tätig sein.

Fast die Hälfte meines Berufslebens begleitet mich also schon WURZELSPITZE. Das finde ich (für mich) bemerkenswert.

Heisst auch, dass viele junge Kollegen ihr ganzes Berufsleben auf WURZELSPITZE  zurückgreifen können. Einige, wie uns berichtet wurde,  bereits seit dem  Studium davon profitiert haben.

Jetzt ist es aber auch nicht ganz einfach, 3293 Beiträge zu schreiben.
Woche für Woche zum vordefinierten Zeitpunkt abzuliefern.

Manchmal halfen uns Gastautoren.
Unser Dank gilt Ihnen an dieser Stelle. 

Aber zum grossen Teil – über 3000 mal – mussten wir selbst ran.
Irgendwann waren wir erschöpft. Dazu kam, 2018, das die DSGVO und mit ihr unbekanntes Terrain und die Angst vor Abmahnungen wie ein Damoklesschwert über dem Blog hing. 

Wir haben aufgehört, zu schreiben.
Und waren erstmal froh drüber.

Haben unsere Freiheit, nichts tun zu müssen in der Sache, sehr genossen.

Aber – es hat uns doch was gefehlt.
Beziehungsweise wir haben in der Zeit des Schweigens oder Faulenzens, ganz wie man es sehen möchte, immer wieder gesehen, sofern wir im Blog – Archiv geblättert haben, was da dann doch an gebündeltem Wissen alles drin steht.

Und so sind wir zurückgekehrt.
WURZELSPITZE 2.0, gewissermaßen. 

Privat.
Um sicher zu gehen, dass uns die Abmahnungs-Anwälte nicht finden. 

Und gegen einen Obulus. 
Weil jedes Ehrenamt über die lange Zeit auszehrt, wenn eine adäquate Anerkennung, in welcher Form auch immer, nicht vorhanden ist. Die üblichen Schulterklopfer, die freundlich tätschelnd loben, denen es aber nur darum geht, das ein Anderer die unbequeme Arbeit macht und sie es schön bequem haben, gibt es überall. In jedem Verein. Die sich aber blitzschnell wegducken, wenn es darum geht, Arbeit zu übernehmen. Oder verschwunden sind, wenn es Geld kostet, was doch gerne umsonst, dann aber um so reichlicher mitgenommen wird.

Sie zählen nicht.

Daher ist es uns ein besonders Anliegen, an dieser Stelle zu sagen:
Liebe WURZELSPITZE-Patreons !
Euch gilt unser Dank zum Jahreswechsel.

Nur weil es Euch gibt, gibt es WURZELSPITZE !

Und ausdrücklich würdigen möchten wir unsere Molaren-Patreons.

Es ist zum ganz entscheidenden Teil euer Verdienst, das es WURZELSPITZE  noch gibt. 
Eurer finanzieller Beitrag hat letztendlich den entscheidenden Unterschied ausgemacht. Auch in 2022, so dass es 2023 – wir sammeln ja immer für das darauffolgende Jahr – mit WURZELSPITZE  weitergehen wird.

Ein grosses „Danke Schön“ an Euch von uns Fünfen!!!

2023.
Es wird vermutlich das letzte Jahr sein für WURZELSPITZE  in der bisherigen Form. 


Weil  – Ohne zu weit in die Zukunft vorgreifen zu wollen – stukturelle Änderungen bevorstehen, welche letztendlich die Redaktion und somit die Autorentätigkeit betreffen.

Aus diesem Grunde sage ich daher explizit an dieser Stelle:

Liebe Patreons der letzten Jahre.
Ihr habt euren Betrag geleistet.
Und damit WURZELSPITZE  in all der Zeit sichergestellt!

2023  sollen andere euch zur Seite stehen.

Natürlich freuen wir uns, wenn ihr uns weiterhin unterstützt. 
Über die Höhe sollt ihr aber bitte nun neu entscheiden. 

Wir haben zwei neue Level eingerichtet. 
Milchzahn-Patreons zahlen nur 5 Euro pro Monat.  Und Zahnkeim-Patreons sogar nur 2 Euros im Monat. Damit sollte jegliche Hürde, WURZELSPITZE  nicht wenigstens mit einem minimalen Obulus zu unterstützen, gefallen sein. Wer uns nun liest, aber nicht unterstützt, tut es nicht, weil es ihn finanziell überfordert, sondern weil er es nicht möchte. 

Der Deal ?
Wesentlich mehr Leser unterstützen uns mit einem (teils) geringen Betrag. 

Auf diese Art und Weise soll der Erhalt des WURZELSPITZE-Blogs als Wissens- Archiv längerfristig sichergestellt werden. Auch über die Zeit der regelmäßigen Beiträge hinaus, sollten in den nächsten Jahren die ersten der 5 WURZELSPITZLER in ihren wohlverdienten dentalen Ruhestand wechseln.

Eine Wette auf die Redlichkeit der Leser.
Und es ist nun ein Jahr Zeit, um zu sehen, ob WURZELSPITZE  sich weiterhin selbst  trägt.  Solange dies der Fall ist, wird es WURZELSPITZE  geben.

In diesem Sinne. 

Auf ein gutes Jahr 2023 !

Christian Danzl
Hans-Willi Herrmann
Christoph Kaaden
Olaf Löffler
Jörg Schröder