50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (31): Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun ?

Innerhalb von nur 10 Jahren haben es im Team Seite an Seite der Küchenchef Daniel Humm und der Leiter des Service Will Guidara geschafft, das Eleven Madison West zum besten Restaurant der Welt zu machen.

An sich schon bemerkenswert, überhaupt die Nummer 1 der Welt zu werden.
Aber umso herausragender, wenn man bedenkt, dass vor 2007 das EMP nur eines von zahlreichen gehobenen Restaurants in New York war und keine sonderliche Beachtung fand, nicht mal auf lokaler Ebene.

Wie erreicht man so etwas?
Innerhalb von 10 Jahren sich an die Weltspitze zu kapultieren ?
Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun?

Will Guidara sagt dazu: „Exzellenz ist die Ansammlung von Tausenden von Details, perfekt ausgeführt.“

Ein schöner Satz.
Zeigt er doch, das bedeutsame und nachhaltige Entwicklungen nicht als EINE GROSSE Veränderung entstehen, sondern (siehe Tag 1 Wurzelspitze am 01. November 2008) ) als Folge und in Konsequenz vieler winziger Anpassungen entstehen. Lauter kleine Babyschritte.

Beispiel gefällig ?
Zu Beginn in eigener Praxis bewahrten wir (Evolutionsstufe 1) unsere Bohrer und Schleifinstrumente in einem Schubladenständer auf. Akkurat beschriftet und sorgsam geordnet. Mit Musterinstrumenten als Orientierung. (Evolutionsstufe 2) Ein gut funktionierendes System. Dann – über viele Jahre hinweg verwendeten wir für die unterschiedlichen Behandlungen (Kons vs. ZE) individuelle sterilisierbare Instrumentenständer (Evolutionsstufe 3) .

Wir verwenden solche bis heute für unser Arbeiten, wenngleich für das endodontische Arbeiten neue Ständer angeschafft werden mussten, welche die Aufnahme überlanger Komet-EndoTracer und EndoExplorer ermöglichten (Evolutionsstufe 4) . In Position gehalten werden die Instrumente durch farbige Silikonhülsen. Im Auslieferungszustand einfarbig. Ich habe das abgeändert. Jetzt (Evolutionsstufe 5) dient die Farbe des jeweiligen Silkonstopfers als Hinweis, an welcher Stelle des Ständers welches Instrument platziert werden soll. Diese Modifikation erleichtert das Bestücken des Ständers und das Arbeiten mit den unterschiedlichen Bohrern während der Behandlung. Weil immer klar ist, wo/welches Instrument zu finden ist und wohin nach Gebrauch es wieder zurückgestellt werden muss.

Bliebe noch die Frage, warum das aufgeführte ein guter Grund ist, sich auf Endodontie zu spezialisieren ? Weil die Beschränkung auf wenige Dinge, auf eine Spezialisierung automatisch eine Fokussierung und eine Konzentration auf das Wesentliche mit sich bringt. Das schärft die Sinne und ist Potential und Grundstein für strukturelle Verbesserungen aller Abläufe, was in Konsequenz eine überproportionale Verbesserung auf allen Ebenen zu Folge hat. Der Generalist tut sich hier sichtbar schwerer. Und selbst wenn ihm solche Detailverbesserungen gelingen, drohen diese in der Masse aller Tätigkeiten unterzugehen, unsichtbar zu bleiben, was eine positive Verstärkung unwahrscheinlich werden lässt.

p.s.: Über tausende Details können wir bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation nicht reden, aber doch über viele davon.
Daher vormerken, anmelden: Samstag 08. Juni 2024.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (30): Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischem mal abgesehen…

Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischen mal abgesehen ???

Das ich die Möglichkeiten habe, mir meine Arbeitsumgebung perfekt nach meinen Vorstellungen zu gestalten…

Es ist über 10 Jahre schon her, aber ich erinnere mich immer mal wieder an diesen Moment, wenn ich durch meine Praxis gehe.

Ich besuchte einen renommierten universitären Hochschullehrer.
Mit nachvollziehbarem Stolz führte er mich durch seine Abteilung.

Am Ende der Führung präsentierte er mir sein Behandlungszimmer, sein ureigenes Reich, und präsentierte als einen der Höhepunkte seine Behandlungseinheit. „Die gute alte M1“, wie er sie nannte und wir sie noch von Studium her kannten.

Allerdings offensichtlich ein Modell der allerersten Stunde aus den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern.
Die Farbe der Stuhlauflagen liess daran keinen Zweifel.
Der Kunststoff der Behandlungseinheit hatte über die vielen Jahre in der Farbe von cremeweiss nach nikotin-graubraun gewechselt. Die ähnlich colorierten Wände des Raums – ob intentionell so gestaltet oder ebenfalls den Zeitraum seit der letzten Erneuerung auf diese Weise subtil kundgebend, sei dahingestellt – gaben ebenfalls ein eher tristes Stimmungsbild ab.
Eine Röntgenmöglichkeit vor Ort gab es nicht. Das Kleinröntgengerät befand sich ausserhalb. Schreibtisch, Schränke, Regale mit dentalen Devotionalien sowie ein paar gerahmte Werbeposter der Firma Blendamed, auch diese nun schon mindestens ein Vierteljahrhundert alt, unterstrichen zwar die zahnmedizinische Bestimmung der Umgebung, aber auch die lange schon aus der Mode gekommenen Designsprache des letzen Milleniums.

Damit wir uns nicht falsch verstehen.
Erstklassige Zahnmedizin kann auch in einer solchen Arbeitsumgebung entstehen. Und ich habe Referenten von Weltruhm kennenlernen dürfen, die in weniger adäquaten Arbeitsumgebungen herausragende Behandlungsergebnisse erzielten.

ABER – was nicht zu übersehen war, im Rahmen des Besuches. Die Tatsache, dass der Kollege keinerlei Möglichkeiten besaß, seine Arbeitsumgebung seinen eigenen Vorstellungen entsprechend zu gestalten, ohne das für jede dieser Maßnahmen ein grosser administrativer Prozess durchlaufen werden musste.

Wir hatten gerade ein DVT gekauft.
Und der Kollege musste für eine Packung Bleistifte ein Formular ausfüllen.
Den neuesten Endo-Motor, den neuesten Apex- Lokator, die Endo-Feile XYZ, generell jegliche Behandlungsmaterialien nach unserem Gusto ??? Etwas was in der eigenen Praxis lediglich ein Kreuz in der Wawibox uns setzen lässt, diese Wahl gab es hier nicht.

Ich war jedenfalls froh, diesen mich depressiv machenden Ort verlassen zu dürfen, um in meine wunderschöne Praxis zurückkehren zu dürfen.

Was für ein Motivationsschub dies doch darstellt. Mich, wenn ich von einer Sache – im Kleinen wie im Grossen – überzeugt bin, nach meinen Vorstellungen ausstatten zu dürfen, ohne das ich irgendjemandem diesbezüglich Rechenschaft schuldig wäre.

Das kann ein Luxus sein, wie Kleinröntgengeräte in jedem Behandlungszimmer. Oder 6 Endomotoren und 4 Apexlokatoren vorzuhalten, ein neues DVT oder neue Behandlungseinheiten zu kaufen, wenn ich der Meinung bin, diese mir nun zulegen zu wollen. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen Dingen wie die Farbe der Wand im Wartebereich festzulegen oder welche Zeitschriften und welche Getränke ich dort unseren Patienten präsentiere.

Diese Möglichkeiten sind also nicht zwingend auf die Endodontie beschränkt, aber natürlich wirkt auch hier die Beschränkung auf die Spezialität „Wurzelkanalbehandlung“wie ein fokussierendes Brennglas, welches die Kernqualität unterstreichen hilft, wenn man seine Praxis zielgerichtet daraufhin ausstattet.

Wer aber nun meint, all diese Dinge seien lediglich ein nettes I-Tüpfelchen, das ein paar unwesentliche Prozentpunkte die eigene Stimmung heben vermag, dem sei der nächste Beitrag dieser Reihe ans Herz gelegt.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (31): Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun ?

Der unterstreicht, das solche Rahmenbedingungen einen handfesten positiven Einfluss auf die Behandlungsqualität und Behandlungsergebnisse einer Praxis ausüben.
Und man mit erstaunlich wenig Kleinem erstaunlich viel erreichen kann.

Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu…(Recall)

2020 haben wir den Patienten behandelt. Hier haben wir dazu geschrieben und den Fall vorgestellt.
Nun war der Patient zum Recall da und schon beim Betreten des Zimmers sprach er voller Dankbarkeit von seinen zwei von uns behandelten Zähnen (45, 46). Sie hätten nie wieder Probleme gemacht.
Ihm war inzwischen bewusst, daß die postendodontische, also zweite prothetische Rehabilitation unglücklich gelaufen war.
Nun wollte er von mir eine Lösung, die ich leider nicht bieten kann.

Wie Kunststoffplatten bei der Materialverwaltung hilfreich sind …

Kann eine simple Kunststoffplatte dafür sorgen, dass die Materialverwaltung der Praxis sicherer abläuft ?

Wer kennt das nicht.

Trotz aller Sorgfalt, aller Bemühungen, dem besten aller QM in der Praxis.
Mitten in der Behandlung stellt man fest, das das dringend benötigte Behandlungsmaterial „aus“ ist.
Fehlt .
Wurde vergessen, nachzubestellen.

Und dabei nutzen wir schon ein wunderbares und extrem hilfreiches Materialverwaltungsprogramm, welches wir nicht mehr missen wollen – die Wawibox.

Das aber nur so gut sein, wie die Menschen, die dieses anwenden.
Asche also auf unser Haupt. Wobei, eine kleine nicht repräsentative Umfrage im kollegialen Freundeskreis zeigt – es geht ausnahmslos jedem so, der ein solches System in der Praxis einsetzt.
Und die jeweilige Software spielt keine Rolle.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der anfangs perfekte Lagerbestand nicht mehr übereinstimmt. Und je länger man mit dem System arbeitet, umso mehr stellen sich die Fehler ein. Bis hin zu besagter Katastrophe, dass besagtes Material zwar noch in ausreichender Menge im Bestand vorhanden sein soll, de facto aber fehlt.

Wie dem Problem begegnen?
Nun – es gibt verschiedene Möglichkeiten und der Blick in die freie Wirtschaft zeigt, dass auch dort besagter Fehler sich einstellt. Und in periodischen Abständen, zumeist zum Jahresende durch eine Inventur zumindest vorübergehend beseitigt wird.

Aber – wer von uns hat Lust dazu, den gesamten Warenbestand der Praxis ein oder zweimal im Jahr durchzuzählen und im Computer auszutragen? Ich nicht. Und meine Mitarbeiter auch nicht. Insobesondere nicht weil der Mitarbeiter mittlerweile zu wenige sind in der Zahnmedizin und diese besser und zielführender eingesetzt werden müssen als zum Häufchenzählen.

Wir haben uns daher für ein anderes Vorgehen entschieden.

Ebenfalls aus der Wirtschaft bekannt. Genauer gesagt, die japanische Wirtschaft hat damit die Automobilindustrie revolutioniert. Das Zauberwort lautet Kanban und wurde 1947 von Taiichi Ōno in der japanischen Toyota Motor Corporation entwickelt. Ein Grund hierfür war die ungenügende Produktivität des Unternehmens im Vergleich zu US-amerikanischen Konkurrenten. Ōno beschrieb die Idee so: „Es müsste doch möglich sein, den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Verbraucher entnimmt aus dem Regal eine Ware bestimmter Spezifikation und Menge; die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt“. Kansan bedeutet „Karte“. Und mit genau solchen Karten haben wir schon in den 90er Jahren in unserer Praxis die Bestellvorgänge organisiert. Sah wie folgt aus: Wenn der letzte Artikel des Vorrates entnommen wird. dann wurde die jeweilige Karte aus vom Ablageort entnommen, diese enthielt alle notwendigen Daten für die Bestellung und wenn die Ware eingetroffen war, wurde dies ähnlich wie beim einen Ausleihvorgang von Lektüre in der Stadtbibliothek auf der Rückseite der Karte vermerkt (Datum Anzahl, Preis).

Funktionierte in den meisten Fällen sehr gut.
Wenn nicht besonders viele Eile geboten war.
Dann wurde vergessen, die Karteikarte zu ziehen und somit wurde vergessen, das Material nachzubestellen. .

Fast Forward.
Über 20 Jahre später.
Besagte Kunststoffplatten dienen nun als Kanban-Karte.
Der entscheidende Unterschied zur Papiervariante von ehemals???
Die Kunststoffplatten werden untrennbar mit dem besagten finalen Exemplar des Vorrates verbunden.

Und diese scheinbar banale Modifikation macht den Unterschied.

Vorteil 1
Das Kansan- markierte Material wird als letztes aus dem Vorrat entnommen. Weil es lästig ist, Material und Kanban-Karte von einander zu lösen, werden alle unmarkierten Materialien bevorzugt entnommen.

Vorteil 2
Die Kanban-Karte bleibt nicht mehr versehentlich am Lagerort zurück, weil sie mit dem Vorratsmaterial entnommen wird. Sie wird auch nicht übersehen, falls sie versehentlich in Eile irgendwo ablegt wurde, anstatt die Karte in den dafür vorgesehenen im Steri platzierten Bestellcontainer abzulegen.

Einmal pro Woche wird bestellt.
Die Kanban-Kunststoffträger dienen als Bestellkarte.

Gleichzeitig hat man, da diese im Büro verbleiben, einen guten Überblick, was bestellt, aber noch nicht geliefert wurde. In Zeiten, in denen selbst banale Dentalartikel teilweise monatelang nicht lieferbar sind, ein zusätzliches Plus.

Das ist nur ein kurzer Streifzug in das System, das natürlich noch einige andere Vorzüge aufweist. Wer genauer wissen will, wie das ganze funktioniert, wie wir unter anderem mit essentiellen Artikeln, Rabatt-Artikeln, Schüttgut- Artikeln umgehen und wo und wie wir das alles aufbewahren, dem sei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoOrganisation ans Herz gelegt, denn auch darüber wird am 08. Juni gesprochen.

Röntgenbild des Tages

Wie sagte der Kollege um die Ecke, als die junge Zahnärztin berichtete, sie wolle sich auf Endodontie konzentrieren in ihrer eigenen Praxis: „Warum nicht, Wurzelkanalbehandlung ist ja kein Hexenwerk.“

So gesehen hat er recht.
Denn was an diesem Zahn 22 ist denn bitte schön Besonderes, was nicht jeder Student im 3. Semester spätestens bewerkstelligen könnte ? Normale Wurzelkanalfüllung und dann auch noch 3 Bläschen im koronalen Verschluss der Kavität.

Die Röntgenaufnahme ist 26 Monate post WF.

Hier der Ausgangsbefund vor WF-Revision vom 03.02.2021.

Kuhfuß – Munich style (IV)

Circa 18 Monate ist das letzte Recall des Kuhfuß-Falles Munich Style her.

Heute erfolgte eine neuerliche Nachkontrolle…

Es sieht so aus, als wäre wieder einmal ein scheinbar hoffnungsloser Zahn gerettet worden

💪

Und mal wieder Dentapen

Aus meiner Behandlung ist der Dentapen nicht mehr weg zu denken.
Sehr viele Patienten sind von der weniger schmerzhaften Anästhesie erfreut und das gibt häufig schon während der Anästhesie erstaunte Blicke auf Grund des ungewöhnlichen Geräusches des kleinen Elektromotors.

In letzter Zeit wurde es uns immer schwerer Schutzhüllen und Ersatzteile zu besorgen. Entweder waren diese nicht lieferbar oder mit langen Wartezeiten verbunden. Zudem kamen nicht unerhebliche Kosten.
Die Firma Septodont hat das Produkt an die Firma Juvaplus abgegeben und fühlt sich nicht mehr für den Support zuständig.
Nun hatte ich mich mit der Firma Juvaplus in Verbindung gesetzt, da es für uns Probleme in der Nachbestellung gab. Ich wurde informiert, daß für Deutschland Merz-Dental nun zuständig ist und nahezu alle Teile auf Lager haben sollte.

Unsere Bestellung wurde umgehend ausgeführt und wir haben zeitnah die Lieferung erhalten.

Geschichten aus dem Endozän – Gelateria Update 2024

Schon wieder ein Jahr rum.
Samstag. 30. März. Heute öffnet die beste Eisdiele in Brixen, das sprichwörtliche „Loch in der Wand“ wieder ihre Pforten. Natürlich stelle ich mich an. Das Wetter ist schlecht, die Touristen noch nicht eingetroffen, die Schlange daher eher kurz. Schmeckt immer noch sehr gut das Eis. Aber. Schon wieder ist die Kugel Gelato 10 Cent teurer geworden. 30 Cent in 2 Jahren. Knapp 20 Prozent. Und auch davor wurde immer wieder in kurzen Abständen der Preis erhöht.

Hallo Zahnmedizin ?
Ist der sprichwörtliche Groschen, ähh, das 10 Cent-Stück immer noch nicht gefallen ?

Nein.
Es geht immer noch so weiter wie bisher.
Rund um uns herum Preissteigerungen, teilweise zweistellig. Deutlich höhere Fixkosten (Miete, Strom, Materialien, Wartung und Reparatur, Personalkosten). Eine deutlich erhöhte Anspruchshaltung der Patienten, ein rauherer Umgangston und eine nachlassende Zahlungsmoral oder auch Zahlungsmachbarkeit kommen hinzu.

Die Preise hingegen?
Bleiben gleich.
Immer noch.

Der Tipping Point ist also noch lange nicht erreicht.
Woran man das erkennt?
Weil keiner sich wehrt, keiner den Mund aufmacht.

Und alle BIG Player im Gesundheitswesen (Gesundheitsministerium, GKV, PKV) lehnen sich entspannt zurück. Sagen sich:“Cool! Wir sind safe!“
Zünden sich eine Zigarre an.
Und paffen genüßlich Ringe in die Luft.
„Das Leben ist schön!“
„La Dolce Vita!“

Das einzige, das nicht safe und schön ist, ist die Zahnarztpraxis.
Liebe Kolleginnen und Kollegen.
Ihr könnt so weitermachen wie bisher.
Viel Glück.
Viel Spass.

Oder wollt ihr was ändern ? ??
Dann müsst ihr umdenken!

Das ist nicht einfach.
Keine Frage, in eingelaufenen, sogar in ausgelatschten Schuhen läuft es sich bequemer als in neuen. Aber wenn der Regen kommt und man plötzlich entdeckt, die Sohle ist durchgelaufen, dann geht es sich nicht mehr angenehm.

Ich sehe sehr zuversichtlich in die Zukunft Zahnarztpraxis.
Warum?
Weil ich die Weichen schon längst gestellt habe.
Wie?

Guckst Du hier !

p.s: Woher ich weiss, das die Zahnmedizin noch immer nicht soweit ist, die Geschicke in die eigene Hand zu nehmen ? Weil ich die Anmeldezahlen für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER I Wurzelkanalaufbereitung mit DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoOrganisation vergleichen kann und sehe, dass man mit den wichtigen betriebswirtschaftlichen Themen längst nicht so viele KollegInnen erreicht wie mit den rein fachlichen. Dabei ist das eine genauso wichtig wie das andere.

Wir sehen uns im Juni ?!?
Sehr gut.
Lektion verstanden !!!

Nein ?
Dann nochmal.
Viel Glück.
Viel Spass.


Kein Kanal am Eckzahn (I)

Hier wieder ein Fall, bei dem alio loco das Kanalsystem eines unteren Eckzahnes nicht aufgefunden werden konnte.

Daraufhin wurde die 28-jährige Patientin zu uns überwiesen… der Ursache für die massive Obliteration liess sich anamnestisch nicht ermitteln…

Hier ein paar Impression.

Die alio loco angefangene Zugangskavität war zu weit vestibulär gelegen.

Die helle Farbe des Dentins muss einem ein deutliches Warnsignal sein…

Und wieder einmal bewahrheitete es sich, dass die Situation in der Regel klinisch „besser“ ist, als es radiologisch den Anschein hat…

nach insgesamt 45 Minuten konnten wir bisher dieses Ergebnis erzielen…

Nine Years after

Der Patient stellte sich auf Überweisung 2015 in unserer Praxis vor. Der Zahn 15 ist symptomatisch im Sinne einer Pulpitis. In der klinischen Untersuchung zeigte sich 2015, daß 15 und 14 eine erhöhte Sensibilität auf Kälte zeigen. Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, der Lockerungsgrad ist 0 und es ist kein Perkussionsschmerz auf horizontale oder vertikale Belastung zu erkennen.

14 Tage später zeigt sich klinisch keine Veränderung. Wir empfahlen dem Patienten dies weiter zu beobachten und einen Kontrolltermin 4 Wochen später bei uns auszumachen.
Dieser wurde kurzfristig abgesagt, da nun keine Beschwerden mehr vorhanden waren.

Jetzt stellte sich der Patient 9 Jahre später wieder bei uns vor.
Der Hauszahnarzt hatte am Zahn 14 eine endodontische Behandlung begonnen und vermutete eine Perforation. Im 3 dimensionalen Röntgenbild ist die aktuelle Situation.

Kontrolluntersuchungen und Sensibilitätstests sind ein nicht zu unterschätzender Bausteine in der zahnmedizinischen Therapie. Sehr schlecht bis gar nicht honoriert, aber notwendig.

Fremde Länder, fremde Zahnpasten (III)

War ja klar.
Ich konnte nicht anders und musste natürlich auch noch (fast) alle anderen Zahnpasten von Marvis ausprobieren. Ausgelassen habe ich lediglich die Raucherzahnpasta, die Bleaching-Zahnpasta und die Empfindliches Zahnfleisch-Zahnpasta. Kein Bedarf bei all dem Gott sei Dank. Und Ingwer mag ich überhaupt nicht.

Testreihe 2 demnach mit.

Marvis Aquatic Mint
Marvis Orange Blossom Bloom
Marvis Cinnamon Mint
Marvis Classic Strong Mint
Marvis Back Forest

1
Orange Blossom Bloom
schmeckt vorrangig nach … Zahnpasta. Angenehm, aber in keiner Weise herausragend. Vielleicht ein leicht fruchtiger Geschmack nachhallend. Urteil: Okay, aber wenn ich es nicht hätte, würde sich mein Leben nicht nachhaltig verdunkeln.

2
Black Forest
Da war ich besonders gespannt.
Wie schmeckt der Schwarzwald?

Nunja, zunächst mal wie … Zahnpasta.
Die Zahncreme ist angenehm, aber da ist jetzt nichts, was ich wirklich haben müsste.
Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass der Schwarzwald mit fast 9 Euro 4 Euro teurer ist als diejenigen Marvis-Zahnpasten, die ich bisher hatte, und – wir achten auch auf das Kleingedruckte nur 75 statt 85 ml enthält – spricht hier nichts für mich FÜR eine Kaufentscheidung.

3
Marvis
Aquatic Mint

Ich bin kein Freund von Zahnpasta mit starkem Mint-Geschmack. Not my cup of tea. Wenn eine Zahncreme nach kurzer Benutzung schon den Wunsch nach Schnell mit Wasser Ausspülen hervorruft, dann ist das definitiv nicht meins . Ich finde, eine Zahnpasta muss zulassen, dass man auch mehrere Minuten damit arbeiten kann. Insofern hätte ich die Marvis Aquatic Mint abseits von Testzwecken vermutlich nicht in den Einkaufskorb gelegt.
Die Aquatic Mint schmeckt aber angenehm. Ein leichter Frische-Geschmack, mit dem ich aber sehr gut leben kann. Damit unterscheidet sich diese Zahnpasta sehr wohltuend von vielen ihrer Mitbewerber, die im gleichen Geschmackssegment unterwegs sind.

4
Marvis
Classic Strong Mint
Das oben geschriebene trifft natürlich in noch viel stärkerem Maße auf diese Zahnpasta zu. Niemals hätte ich aus freien Stücken nach ihr gegriffen. Stark Mint – ein absolutes No Go für mich. Umso erfreulicher, dass die Stark Mint sehr angenehm rüberkommt. Natürlich ist die Mint-Geschmackskomponente noch stärker ausgeprägt als bei der Auqatic Mint, ist aber nie zuviel. Langes Putzen ist möglich und zurück bleibt ein frischer, aber keinesfalls überaufdringlicher Mint- Geschmack.

5
Marvis
Cinnamon Mint
Zahnpasten in Deutschland mit Zimt-Geschmack haben eine lange Tradition. Gabs schon in meiner Jugend. Exotisch damals, aber dennoch wohlbekannt. Der Zimt-Geschmack, den auch diverse Kaugummis verbreiteten, war aufdringlich und fiel definitiv unter die Kategorie – „Man liebt es oder man liebt es nicht“. Ich liebte es nicht. Umso erfreulicher auch hier, das die Marvis Cinnamon Mint wohlkommend zurückhaltend daherkommt. Im Sinne einer Geschmacksnote, die sich dezent präsentiert und nach dem Zähneputzen lediglich als Hauch zurückbleibt. Könnte ich mit leben, auch wenn es nicht meine bevorzugte Wahl wäre.

Und wie sieht ein abschliessendes Urteil aus ?
Alle getesteten Marvis- Zahnpasten kamen angenehm zurückhaltend daher.
Eine wohltuende Abwechslung im allzuoft viel zu aufdringlich daherkommenden Zahnpasta-Mainstream deutscher Supermarkt-Regale und eine positive Überraschung.

Meine erste Wahl ist definitiv die Marvis Amorelli Lacorize.
Von nun an ein weiteres sicher gebuchtes Italien-Mitbringsel.

Und wenn man beim Zähneputzen schon an einen möglichen zukünftigen Aufenthalt in Bella Italia erinnert wird, ist das ja definitiv ein zusätzliches Plus, welches den Tag verschönert.

In diesem Sinne – Arrivederci alla prossima, raggazi !

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Fremde Länder, fremde Zahnpasten (II)

In der Zahnmed-Liste von Michael Logies kam vor Kurzem die Frage auf, welche Zahnpasten sich durch einen angenehmen Geschmack auszeichnen. Ein Tipp des Kollegen Andreas Bien – die italienische Marke Marvis weist verschiedene Zahnpasten im Vintage-Design mit besonderen Geschmacksnoten auf, darunter auch eine Lakritz-Variante. Klingt nach dem, was ich hier in New York gefunden habe.

Ein kurzer Internet-Check in der Südtiroler Hausdrogerie ergab, dass die Marke dort geführt wird. Und daher unser obligater Bozen-Besuch an Karfreitag uns eine neues Italien-Urlaubgefühlverlängerungs-Mitbringsel bescherte. Im Gegensatz zu seinem amerikanischen Vetter zwar ohne literarische Weltverbesserungs-Formel, dafür aber mit Fluorid.

Schmeckt (uns) sehr lecker.

Bestellt und lange nicht genutzt…

Das Benexsystem hatte bei Wurzelspitze Antonio Renatus vorgestellt.
Wir haben das System umgehend bestellt und dann passiert das, was so oft geschieht, aus den Augen aus dem Sinn.
Und urplötzlich kam der Fall der danach verlangte.
Der Patient hatte seinen Zahn 45 etwas vernachlässigt. Nach Fraktur der Krone hatte er keine Schmerzen und sich schnell an die Lücke gewöhnt.
Nach einem Jahr suchte er doch einen Zahnarzt auf.
Klinisch zeigte sich 45 auf Gingivahöhe frakturiert mit Sekundärkaries, freiliegender Wurzelfüllung und keine erhöhten Sondierungstiefen. Ferrule von 2mm für eine erneute Kronentherapie war nicht darstellbar.
Die Therapievarianten Extraktion und Implantation oder alternativ Zahnerhalt mittels Extrusion und späterer Kronenversorgung wurden dem Patienten vorgestellt. Im DVT war keine starke Krümmung der Wurzel erkennbar, so daß die Extrusion eine gute Prognose hatte.
Der Patient entschied sich für den Zahnerhalt.


Nach Kariesentfernung, präendodontischem Aufbau und Revision und wurde die Wurzelfüllung am Zahn 45 nur adhäsiv mit einem Flow verschlossen. Um die Extrusionsschraube des Benexsystems einzuschrauben muss auf die Insertion eines Glasfaserstiftes zunächst verzichtet werden. Nach Extension wurde der Zahn mit Everstick und Composite an den Nachbarzähnen für 6 Wochen geschient. Danach erfolgte der postendodontische Aufbau mit einem Glasfaserstift.
Die größte Schwierigkeit bei der Extension war die Entfernung der Extrusionsschraube aus dem gelockerten, extrahiertem Zahn. Empfehlenswert ist die Entfernung der Schraube nach Schienung des Zahnes. Anbei die Röntgenaufnahmen aus der Behandlung.

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Ein Michelin Stern bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoOrganisation

Letzte Woche fand die Verleihung der Restaurant-Michelin Sterne statt.
Und es freut mich, das der „Meisenheimer Hof“ als Ort des Abschlusses unseres DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Events nun einen solchen Stern sein eigen nennen darf. Wer sich also noch nicht für das Abendessen am Samstag im Anschluss an die Veranstaltung angemeldet hat, der hat nun einen Grund mehr, dies zeitnah zu tun.