Die Mutter aller Perforationen 2024-Edition

Ich muss gestehen, das uns Perforationen -sofern sie nicht tief in der Wurzel sich präsentieren – heutzutage nicht mehr sonderlich beeindrucken, was die Therapiefähigkeit angeht.

Zu oft schon haben wir teils riesige Perforationen vorgefunden, diese verschlossen und konnten im Nachgang den Erhalt des als infaust einzustufenden Zahn dokumentieren, teils über mehr als 20 Jahre hinweg, denn meine ersten Erfahrungen konnte ich mit dem hierfür wichtigen „Wunderstoff“ MTA noch im alten Millennium sammeln. Welches mir damals in einem Filmdöschen angediehen wurde, unter der Hand gewissermaßen, denn das Material war 1999 noch lange nicht offiziell im Handel erhältlich. Nie hätte ich gedacht, wie wertvoll dieses unscheinbar aussehende Pulver, dass ich unwissend rein äußerlich spontan als Racofix- Schnellbeton einordnete (und nicht die geringste Ahnung hatte, wie nahe ich damit der Realität kommen würde) mal sein würde, für welchen exorbitant hohen Preis es dann irgendwann einmal verkauft werden würde. Ich wäre definitiv wesentlich sorgsamer damit umgegangen.

So jedoch mischten wir es, in Ayers Rock großen Häufchen, wie Phosphatzement aufgetürmt, in großzügigen Portionen an, nichtahnend das dieses Material einmal in Zehntelgramm Dosen zu dreistelligen Eurobeträgen würde angeboten werden würde.

Die Dose war also viel zu schnell leer, rückblickend, geblieben sind die uneingeschränkt positiven Erfahrungen.

Und das stimmt mich optimistisch, den nachfolgenden Fall betreffend. Der Patient, Ende 20, Anfang 30, sucht wegen des stark symptomatischen Zahnes 46, der ihn seit über 6 Monaten nun quält, unsere Praxis auf. Nach initialer Wurzelkanalbehandlung wurde die alio loco durchgeführte endodontische Behandlung nicht weitergeführt.

Und ich verrate kein Geheimnis, wenn ich hier schreibe, das im Röntgenbild Perforationen ( ja ich verwende den Plural) vorhanden sind.

Wie viele und wo genau? Das ist unser Suchbild fürs Wochenende.

Wer richtig liegt, dem gebe ich bei DIE 3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER EndoOrganisation am 08. /09. Juni einen aus.

Die Auflösung gibt es am Dienstag.

Misserfolg nach 10+ Jahren Zahn 26

Zahn 26 der heute 53-jährigen Patientin wurde vor weit mehr als zehn Jahren von einem Endo-Spezialisten behandelt.

In all den Jahren war der Zahn (klinisch) unauffällig. Zuletzt berichtete die Patientin jedoch über ein gewisses „Missempfinden“.

Die klinische Untersuchung ergab keinerlei Besonderheiten (Taschensondierung, Lockerungsgrad etc.)

Das daraufhin angefertigte Einzelzahnröntgenbild zeigte jedoch eine Aufhellung an der mesio-bukkalen Radix. Rein radiologisch erschien die Präparation der dazugehörigen Kanalsysteme ggf. als „zu kurz“

Das wahre Ausmass der Problematik zeigte sich jedoch (mal wieder) erst im DVT…

DVT Regio 26 FOV 5x5cm

Bei der daraufhin durchgeführten intrakanalären Diagnostik (IKD) könnte die interradikuläre Aufhellung einem (sehr dezenten) Riss zugeschrieben werden.

Erstaunlich finde ich jedes Mal wieder, wie unterschiedlich der Ausprägungsgrad eines solchen Risses ausfallen kann. In diesem Fall erst etliche Millimeter nach dem Kanaleingang ersichtlich und nur durch Anfärbung mit Kariesdetektor sicher detektierbar…

ein weiterer Zahnerhalt erscheint leider nicht möglich zu sein…