von Jörg Schröder
Ich gebe es zu: ich benutze kein Ledermix.
Ich habe es in unserer für Traumfälle vorbereiteten Materialbox vorrätig. Da ich aber noch nie eine sich gerade ereignete Avulsion versorgen musste, fristet Ledermix in meiner Praxis ein „Ergänzungsspielerdasein“.
Erstaunlich für mich jedoch, wie wenig an endodontischer Behandlung notwendig ist, um an einem Zahn mit irreversibler Pulpitis mittels Ledermix vollständige Beschwerdefreiheit zu erzielen.

Weder bedurfte es eines speicheldichten Füllungsverschlusses noch einer vollständigen Exkavation. Auch war nur der bukkale Anteil der Kronepulpa bearbeitet worden. Und dennoch: keine klinischen Symptome und keine apikale Aufhellung. Dabei lag die medikamentöse Einlage bereits mehr als 2 Monate zurück.
Die endodontische Behandlung verlief komplikationslos und überraschungsfrei, wenngleich das von der Patientin mitgebrachte DVT eine eher gewöhnungsbedürftige Darstellungsgenauigkeit besaß. Andererseits freue ich mich jeden Tag aufs Neue über die Abbildungsqualität unseres 3D-Systems.
Wird Ledermix bei mir nunmehr auf mehr Einsatzzeiten hoffen dürfen? Ein klares „Nein“. Ich kann nicht erkennen, welchen Vorteil es für mich im Vergleich zu einer vollständigen Aufbereitung und begleitenden intensiven Irrigation haben könnte.