Patienten-„Pingpong“

Von Bonald Decker

Diese Patientin muss sich mit Ihrem Zahnproblem zunächst vorgekommen sein, wie beim Pingpong…

Von „ihrem“ Zahnarzt wurde sie an eine universitäre Einrichtung zur Abklärung der Beschwerden Regio 13 verwiesen. Von dort erfolgte dann die Überweisung zum Oralchirurgen. Dieser war jedoch der (berechtigten) Meinung, dass sich das „Problem“ primär nicht chirurgisch lösen lassen würde… und so stellte sich die Patientin schließlich bei uns vor:

Ping Pong.001

Zahn 13 war vor mehr als zehn Jahren zunächst endodontisch und einige Zeit später zusätzlich mittels Wurzelspitzenresektion therapiert worden. Die Zahnverfärbung bestand bereits kurze Zeit nach Abschluss der endodontischen Behandlung.

Bei unserer Erstuntersuchung zeigte sich eine aktive „Fistel“ Regio 13. Die Zähne 14,12 und 11 reagierten wiederholt positiv auf Sensibilitätstest (Kälte und EPT). Alle anderen klinischen Befunde waren unauffällig.

Nach Erläuterung aller Optionen entschied sich die Patientin für eine Revisionsbehandlung mit nachfolgendem internen Bleichen.

Wie von uns häufig beobachtet war einer der Gründe für die Zahnverfärbung die zu weit ins Pulpakavum aufgefüllten Wurzelfüllmaterialien.

 

Situation intraoperativ

Situation intraoperativ- kaum war die Kompositfüllung entfernt imponierten bereist Guttapercha&Sealer

Die weitere Revision der Wurzelfüllmaterialien gestaltete sich unproblematisch und erlaubte schliesslich den Neoapex unter höherer Vergrösserung zu beurteilen.

Situation intraoperativ - nach vollständiger Entfernung aller WF-Materialien ist der Neoapex einsehbar.

Situation intraoperativ – nach vollständiger Entfernung aller WF-Materialien ist der Neoapex einsehbar.

Nach eingehender Spülung (wie bereits schon mehrfach an anderer Stelle beschriebenen) applizierten wir eine medikamentöse Ca(OH)2-Einlage und verschlossen die Zugangskavität temporär. Einige Wochen später erfolgte dann nach Abklingen aller Symptome die Wurzelkanalfüllung mittels MTA-Apexifikation (ohne kollagenes Widerlager) und nachfolgendem Guttapercha/Sealer-Backfill.

MTA plug und Abschluss der Behandlung radiologisch

MTA plug und Abschluss der Behandlung radiologisch

Neben der Beseitigung ihrer Beschwerden konnten wir die Patientin ferner auch ästhetisch zufrieden stellen, da sich durch die Bleichbehandlung auch in diesem Punkt ein ansprechendes Ergebnis erzielen liess.

Klinische Situation prä- und postoperativ

Klinische Situation prä- und postoperativ

Zukünftige Kontrolluntersuchungen müssen die Nachhaltigkeit der Behandlung noch untermauern. Bisher lässt sich aber für uns ein positives Fazit der Behandlung ziehen. So scheint sich das anfängliche „Pingpong“ für die Patientin gelohnt zu haben.

 

P.S.:Beim Anblick der Röntgenbilder bin ich immer noch „überrascht“, dass Zahn 12 keine Beteiligung an der ausgeprägten Osteolyse haben soll. Aber alle erhobenen Befunde liessen keinen gegenteiligen Schluss zu.

P.P.S.: Auch nicht das vorhandene DVT ;-)

 

3 Gedanken zu „Patienten-„Pingpong“

  1. Lieber Donald,

    wie wärst du denn vorgegangen wenn sich noch eine retrograde Fllg am Neoforamen befunden hätte (zBsp MTA/SuberEBA)? Abtragen von Orthograd mit US? Wenn ja welche ansätze würdest du dann empfehlen?

    Vielen Dank für die Antwort

    Georg

  2. Schön gelöst! Eine Frage zur Verfärbung: Ich beobachte bei eigenen Fällen (auch nach Bleaching) durchaus nach einiger Zeit Verfärbungen trotz m.E. kunstgerechter Vorgehensweise. Geht Euch das auch so? Erklärungen dafür (Mikrorisse?)?

    Herzliche Grüße aus Berlin

    Bernard

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