Was zeigt das DVT ? (5) – Zahn 46 und 47 vor WF – Revision

von Donald Becker

HH4647 (1 von 1)Ganz ehrlich- die Röntgenaufnahme 45 bis 47 sah für mich harmlos aus. Kein Grund, eine WF – Revision nicht in Angriff zu nehmen. Nach der Sichtung des DVT´s  war meine Einschätzung nicht mehr ganz so positiv.  Das 46 und 47 jeweils eine Radix entomolaris besaßen und bei beiden Zähnen nur 2 der 4 Wurzelkanäle bearbeitet waren, ordnete ich noch unter normalen Praxisalltag ein. Aber da war der im DVT nach zentral hin nun deutlich sichtbare Verlust an Zahnhartsubstanz im Bereich der  distolingualen Wurzel (Perforation oder Resorption?) von Zahn 46 und der wog schwer. Sollte man hier nicht besser dem Implantat den Vorzug geben gegenüber einem Versuch des Zahnerhaltes 46 mit nicht vorhersagbarer Prognose?  

Und was war mit dem Zahn 47 apikal los.
Die Wurzelkontur auf der vestibulären Seite lies mich vermuten, dass hier eine (offensichtlich unvollständige)  WSR vorgenommen worden war. Die Patientin bestätigte dann auf Nachfrage, dass in diesem Bereich mal eine „Zahnoperation“ vorgenommen worden war.  Auch hier stelle ich die Frage i nden Raum, ob man den Versuch des Zahnerhaltes 47 wagen soll angesichts der zur Verfügung stehenden Alternativen. 

Ich habe angesichts der Ausdehnung des distolingualen Hartsubstanzdefektes für die Extraktion  des Zahnes 46 plädiert mit nachfolgender Implantation.  Und angesichts dessen, dass nun hier ohnehin implantiert würde die Patientin darauf hingewiesen, dass man versuchen kann, den Zahn 47 zu erhalten, dass aber alle Argumente pro Implantat 46 auch auf den Zahn 47 zutreffen.

3 Gedanken zu „Was zeigt das DVT ? (5) – Zahn 46 und 47 vor WF – Revision

  1. Hallo Donald, was spricht denn erst einmal gegen eine genauere Analyse des Problems am Zahn 46? Zahn eröffnen und unter Sicht mit dem Mikroskop die Ursache ermitteln. Mit der intrakoronalen Diagnostik (IKD) gibt es mehr Klarheit und ggf. auch Erhaltungsalternativen. Denkbar wäre bei ausreichender Restsubstanz eine Entfernung der zusätzlichen Wurzel (Radix entomolaris).
    Micha

    • Ich bin zwar nicht Donald, aber kenne zufällig den vorliegenden Fall, MichA. Die Erhaltungsfähigkeit der Zähne 46 und 47 ist vorstellbar und als Option die Entfernung der Radix entomolaris zu nennen käme mir auch in den Sinn.
      Ich brauche aber nicht in den Zahn mit dem OPM hineinzuschauen, um schon vorab mittels DVT zu sehen, dass der an Zahn 46 vorhandene Hartsubstanzdefekt, ganz gleich ob Perforation oder Resorption, weit infraossär reicht. Hier spielen also neben dem zahnmedizinisch Machbaren vermutlich auch ganz pragmatisch nichtmedizinische Faktoren eine Rolle. Die Schere zwischen der Implantation auf der einen Seite (definierte Kosten, sehr gute Prognose) und dem Versuch der Erhaltungstherapie der Zähne 46 und 47 (unsichere Kosten bei ähnlich hohen oder höheren Kosten für die GKV- Patientin,deren nicht richtlinienkonforme Zähne im konkreten Fall keine Kostenbeteiligung der GKV zulassen) geht hier deutlich auseinander. Machbar sind beide Zähne 46 und 47. Aber ist dies auch vorhersagbar möglich und sinnvoll angesichts der Alternativen ? Ich würde mich schwer tun, hier der Patientin vorbehaltlos zu einer Endo – Revision zu raten, auch wenn es mir leid täte, die Zähne ohne Erhatungsversuche aufgeben zu müssen.

      • Toller Fall, der einmal wieder nach dem Motto „ich sehe was, was Du nicht siehst“ die Überlegenheit der 3 Dimension aufzeigt. Die Entscheidung wäre bei mir genauso ausgefallen. Aus dem „probieren wir es doch“ wird nun „lassen wir es lieber“.

        Herzliche Grüsse
        O

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